A-R/0055/2008
Modellprojekt "Wohnen für Hilfe"
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a-r-0055-2008
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0055/2008 RATSFRAKT ION Münster, 28. Oktober 2008 Antrag Modellprojekt "Wohnen für Hilfe" auf neue Grundlage stellen Der Rat möge beschließen: 1. Auch in Zukunft sollen in Münster generationsübe rgreifende Wohnpartnerschaften, in deren Rahmen entgeltfreies oder besonders mietgünstiges W ohnen gegen Hilfen im Alltag er- möglicht wird, zustande kommen und begleitend unter stützt werden. Dazu soll das bislang vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Modellproje kt "Wohnen für Hilfe" aufbauend auf den bisher gemachten Erfahrungen der Stadt Münster auf eine neue Grundlage gestellt werden. 2. Die Vermittlung und Unterstützung der Wohnpartne rschaften erfolgt künftig durch freie Trä- ger, Vereine, Stiftungen und/oder eigeninitiativ in den einzelnen Stadtteilen. Um das Projekt möglichst nahtlos fortführen zu können, zugleich ab er in ein möglichst dauerhaftes Pro- gramm auf modifizierter Grundlage umzuformen, wird die Verwaltung beauftragt, einen ordnenden Gestaltungs- und Beratungsrahmen für die beteiligten Gruppen zu erarbeiten, der Empfehlungen zur Erweiterung des Personenkreises, der Wohnraum anbietet (z.B. eine Erweiterung um den Personenkreis von Menschen mit B ehinderungen und / oder Teil- leistungsschwächen jeglichen Alters) sowie zur Erwe iterung der Wohnraum suchenden Gruppen umfasst, so dass sich mittelfristig ein breiterer Teilnehmerkreis für das genera- tionenübergreifende Wohnpartnerschaftsprojekt gewinnen lässt, Vorschläge zur Vernetzung und arbeitsteiligen Aufg abenwahrnehmung der beteiligten Gruppen enthält, die bisher mit dem Modellprojekt gesammelten Erfah rungen sowie eine Übersicht der häufig gestellten Fragen und Problemfelder zu dem Modellprojekt genau auflistet, für die einzelnen Stadtteile die jeweiligen Anspre chpartner benennt, die Einbeziehung eines auf Erfolgsbasis arbeitende n 'Sozialmakler' prüft, der für Interessenten/Bewerber sowie für alle beteiligten G ruppen, Vereine, Träger und Personen gleichermaßen als Ansprechpartner agiert u nd zugleich eine Angebots- und Nachfragebörse für Wohnpartnerschaften aufbaut und pflegt und die Kosten des Projekts gegenüber der bisherigen K ostenstruktur deutlich reduziert und diese genau darstellt. Nennenswerte Kosten im Personalbereich entstehen nicht, da auf vorhandene Strukturen zurückgegriffen werden kann. Die Verwaltung gibt das in den letzten drei Jahren erstellte umfangreiche Informations- und Begleitmaterial inklusive Musterverträgen an die ge nannten Gruppen weiter bzw. stellt die- ses je nach Bedarf in ausreichender Zahl zur Verfügung. - 2 - 3. Die Verwaltung legt dem Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung in zwei Jahren einen Erfahrungsbericht zur Entwicklung und zu den Ergebnissen des Projekts vor. Begründung: Die Grundidee des Modellprojekts "Wohnen für Hilfe" , dass junge Menschen bei einem älteren Menschen wohnen, Miete sparen und dafür nach festge legten Regeln ihren 'Wohnpartner' im Alltag unterstützen oder ihm einfach Gesellschaft l eisten, ist in Münster auf Interesse und Nachfrage gestoßen. 43 Partnerschaften wurden vermi ttelt. Durch das Angebot "Wohnen für Hilfe" können ältere Menschen in den eigenen vier Wänden i n ihrem vertrauten Umfeld bleiben, junge Menschen kostengünstig wohnen und Erfahrungen gewinnen. Die bisherigen Erfahrungen mit dem Modellprojekt "Wohnen für Hilfe" zeigen allerdings, dass das Zustandekommen und die Stabilität von Wohnpartnerschaften eine entsprechende Beratung und Begleitung erfordert. Die Anforderungen an die Passgenauigkeit einer solchen Wohnpartnerschaft sind im Vergleich zu herkömmlichen Mietverhältnissen wesentlich größer, zudem lebt diese Form des Zusammenlebens von einer besonderen Vertrauensbasis zwischen den Wohnpartnern. Anders als bei einer Fortsetzung des Projekts unter Landesförderung soll es künftig nicht mehr städtische Aufgabe sein, Wohnungspartnerschaften im konkreten Einzelfall zu vermitteln und zu begleiten. Das Projekt soll vielmehr unter neuen de zentralen Vorzeichen weiterentwickelt und künftig direkt vor Ort in den einzelnen Stadtteilen verankert werden. Im Mittelpunkt des Projekts stehen im jeweiligen Stadtteil fest verankerte frei e Träger, Vereine und Gruppen, weil diese vor Ort aus ihrem bisherigen Engagement und ihrer Arbei t heraus persönliche Kontakte und Vertrauen aufgebaut und geschaffen haben. Zu den Partnern des stadtteilorientierten Projekts können Kirchen, Stiftungen, freie Träger und Vereine wie z .B. von 'Mensch zu Mensch' ebenso gehören, wie auch Hochschulen, freiwillige Initiativen, Frei willigenagentur oder Privatpersonen. Der Erfolg des Projekts lebt vor allem vom direkten Kontakt im Stadtteil und der persönlichen Ansprache – dies schafft und sichert Vertrauen. Auch im Zusamme nhang mit dem geplanten Aufbau von dezentralen Beratungs- und Pflegestützpunkten ist e ine stadtteilorientierte Ausrichtung des Projekts "Wohnen für Hilfe" eine interessante Weite rentwicklung. Die freien Träger, Vereine, Gruppen und Personen vor Ort wissen für ihren jewei ligen Orts- /Stadtteil am besten, für wen das Programm geeignet sein könnte und wer in welcher Form Hilfe benötigt. Ergänzend kann in das neue Konzept des Projekts "Wohnen für Hilfe" möglicherweise auch ein auf Erfolgsbasis arbeitender 'Sozialmakler' einbezogen werden, der als federführender fester Ansprechpartner sowohl für Interessenten/Bewerber als auch für alle beteiligten Gruppen, Vereine, Träger und Personen in den Stadtteilen agiert und z ugleich eine Angebots- und Nachfragebörse für Wohnpartnerschaften aufbaut und pflegt. Im Verlauf des Ende Mai 2008 ausgelaufenen Modellpr ojekts hat die Vewaltung die Nachfragepotenziale von Wohnungspartnerschaften im Hinblick auf die festgelegten Zielgruppen ausgelotet und ihre Rahmenbedingungen getestet. Die Erfahrungen verdeutlichen, dass auch eine Erweiterung der Bewerberkreise zusätzliche Potenziale für das Projekt eröffnen kann. gez. gez. H.-Dieter Sellenriek C. Möllemann-Appelhoff CDU-Fraktion FDP-Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0055/2008
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 28.10.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37