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A-R/0055/2008

Modellprojekt "Wohnen für Hilfe"

Antrag an den Rat 28.10.2008

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 05.11.2008, TOP 25.4

a-r-0055-2008

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a-r-0055-2008

6170 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0055/2008  
 
 
 
 
 
 
 
 
RATSFRAKT ION  
Münster, 28. Oktober 2008 
Antrag 
 
Modellprojekt "Wohnen für Hilfe"  
auf neue Grundlage stellen   
 
 
Der Rat möge beschließen:  
 
1. Auch in Zukunft sollen in Münster generationsübe rgreifende Wohnpartnerschaften, in deren 
Rahmen entgeltfreies oder besonders mietgünstiges W ohnen gegen Hilfen im Alltag er- 
möglicht wird, zustande kommen und begleitend unter stützt werden. Dazu soll das bislang 
vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Modellproje kt "Wohnen für Hilfe" aufbauend auf 
den bisher gemachten Erfahrungen der Stadt Münster auf eine neue Grundlage gestellt 
werden.  
 
2. Die Vermittlung und Unterstützung der Wohnpartne rschaften erfolgt künftig durch freie Trä- 
ger, Vereine, Stiftungen und/oder eigeninitiativ in den einzelnen Stadtteilen. Um das Projekt 
möglichst nahtlos fortführen zu können, zugleich ab er in ein möglichst dauerhaftes Pro- 
gramm auf modifizierter Grundlage umzuformen, wird die Verwaltung beauftragt, einen 
ordnenden Gestaltungs- und Beratungsrahmen für die beteiligten Gruppen zu erarbeiten, 
der 
 Empfehlungen zur Erweiterung des Personenkreises, der Wohnraum anbietet (z.B. eine 
Erweiterung um den Personenkreis von Menschen mit B ehinderungen und / oder Teil- 
leistungsschwächen jeglichen Alters) sowie zur Erwe iterung der Wohnraum suchenden 
Gruppen umfasst, so dass sich mittelfristig ein breiterer Teilnehmerkreis für das genera- 
tionenübergreifende Wohnpartnerschaftsprojekt gewinnen lässt, 
 Vorschläge zur Vernetzung und arbeitsteiligen Aufg abenwahrnehmung der beteiligten 
Gruppen enthält,  
 die bisher mit dem Modellprojekt gesammelten Erfah rungen sowie eine Übersicht der 
häufig gestellten Fragen und Problemfelder zu dem Modellprojekt genau auflistet, 
 für die einzelnen Stadtteile die jeweiligen Anspre chpartner benennt, 
 die Einbeziehung eines auf Erfolgsbasis arbeitende n 'Sozialmakler' prüft, der für 
Interessenten/Bewerber sowie für alle beteiligten G ruppen, Vereine, Träger und 
Personen gleichermaßen als Ansprechpartner agiert u nd zugleich eine Angebots- und 
Nachfragebörse für Wohnpartnerschaften aufbaut und pflegt und  
 die Kosten des Projekts gegenüber der bisherigen K ostenstruktur deutlich reduziert und 
diese genau darstellt. Nennenswerte Kosten im Personalbereich entstehen nicht, da auf 
vorhandene Strukturen zurückgegriffen werden kann. 
Die Verwaltung gibt das in den letzten drei Jahren erstellte umfangreiche Informations- und 
Begleitmaterial inklusive Musterverträgen an die ge nannten Gruppen weiter bzw. stellt die- 
ses je nach Bedarf in ausreichender Zahl zur Verfügung.

- 2 - 
 
 
3. Die Verwaltung legt dem Ausschuss für Soziales, Gesundheit und Arbeitsförderung in zwei 
Jahren einen Erfahrungsbericht zur Entwicklung und zu den Ergebnissen des Projekts vor.  
 
Begründung:  
Die Grundidee des Modellprojekts "Wohnen für Hilfe" , dass junge Menschen bei einem älteren 
Menschen wohnen, Miete sparen und dafür nach festge legten Regeln ihren 'Wohnpartner' im 
Alltag unterstützen oder ihm einfach Gesellschaft l eisten, ist in Münster auf Interesse und 
Nachfrage gestoßen. 43 Partnerschaften wurden vermi ttelt. Durch das Angebot "Wohnen für Hilfe" 
können ältere Menschen in den eigenen vier Wänden i n ihrem vertrauten Umfeld bleiben, junge 
Menschen kostengünstig wohnen und Erfahrungen gewinnen. Die bisherigen Erfahrungen mit dem 
Modellprojekt "Wohnen für Hilfe" zeigen allerdings,  dass das Zustandekommen und die Stabilität 
von Wohnpartnerschaften eine entsprechende Beratung  und Begleitung erfordert. Die 
Anforderungen an die Passgenauigkeit einer solchen Wohnpartnerschaft sind im Vergleich zu 
herkömmlichen Mietverhältnissen wesentlich größer, zudem lebt diese Form des 
Zusammenlebens von einer besonderen Vertrauensbasis zwischen den Wohnpartnern.   
Anders als bei einer Fortsetzung des Projekts unter  Landesförderung soll es künftig nicht mehr 
städtische Aufgabe sein, Wohnungspartnerschaften im  konkreten Einzelfall zu vermitteln und zu 
begleiten. Das Projekt soll vielmehr unter neuen de zentralen Vorzeichen weiterentwickelt und 
künftig direkt vor Ort in den einzelnen Stadtteilen  verankert werden. Im Mittelpunkt des Projekts 
stehen im jeweiligen Stadtteil fest verankerte frei e Träger, Vereine und  Gruppen, weil diese vor 
Ort aus ihrem bisherigen Engagement und ihrer Arbei t heraus persönliche Kontakte und Vertrauen 
aufgebaut und geschaffen haben. Zu den Partnern des  stadtteilorientierten Projekts können 
Kirchen, Stiftungen, freie Träger und Vereine wie z .B. von 'Mensch zu Mensch' ebenso gehören, 
wie auch Hochschulen, freiwillige Initiativen, Frei willigenagentur oder Privatpersonen. Der Erfolg 
des Projekts lebt vor allem vom direkten Kontakt im  Stadtteil und der persönlichen Ansprache – 
dies schafft und sichert Vertrauen. Auch im Zusamme nhang mit dem geplanten Aufbau von 
dezentralen Beratungs- und Pflegestützpunkten ist e ine stadtteilorientierte Ausrichtung des 
Projekts "Wohnen für Hilfe" eine interessante Weite rentwicklung. Die freien Träger, Vereine, 
Gruppen und Personen vor Ort wissen für ihren jewei ligen Orts- /Stadtteil am besten, für wen das 
Programm geeignet sein könnte und wer in welcher Form Hilfe benötigt. 
  
Ergänzend kann in das neue Konzept des Projekts "Wohnen für Hilfe" möglicherweise auch ein auf 
Erfolgsbasis arbeitender 'Sozialmakler' einbezogen werden, der als federführender fester 
Ansprechpartner sowohl für Interessenten/Bewerber als auch für alle beteiligten Gruppen, Vereine, 
Träger und Personen in den Stadtteilen agiert und z ugleich eine Angebots- und Nachfragebörse 
für Wohnpartnerschaften aufbaut und pflegt.  
Im Verlauf des Ende Mai 2008 ausgelaufenen Modellpr ojekts hat die Vewaltung die 
Nachfragepotenziale von Wohnungspartnerschaften im Hinblick auf die festgelegten Zielgruppen 
ausgelotet und ihre Rahmenbedingungen getestet. Die  Erfahrungen verdeutlichen, dass auch eine 
Erweiterung der Bewerberkreise zusätzliche Potenziale für das Projekt eröffnen kann.  
 
 
gez.       gez. 
H.-Dieter Sellenriek     C. Möllemann-Appelhoff  
CDU-Fraktion      FDP-Fraktion

Beratungsverlauf (1)

05.11.2008 Rat
TOP 25.4 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0055/2008
Typ
Antrag an den Rat
Datum
28.10.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37