1075/2026
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 Geschäftsordnung der AfD-Fraktion betreffend "Überplanmäßiiger Aufwand für das Gamescom City Festival 2026 in der Produktgruppe - 1501 Wirtschaft und Tourismus" (AN/0581/2026)
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Beantwortung einer Anfrage (Rat bzw. HauptA)
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Dezernat, Dienststelle IX/IX/3 Vorlagen-Nummer 20.04.2026 1075/2026 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung öffentlicher Teil Gremium Datum Hauptausschuss 20.04.2026 Beantwortung einer Anfrage nach § 4 Geschäftsordnung der AfD-Fraktion betreffend "Überplanmäßiger Aufwand für das Gamescom City Festival 2026 in der Produktgruppe - 1501 Wirtschaft und Tourismus" (AN/0581/2026) Zu der in der Anfrage gestellten Fragen nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung: 1. Dringlichkeitsverfahren / Planung Welche konkreten Gründe führen dazu, dass es der Verwaltung – insbesondere im Dezernat IX – trotz gestiegener Mitarbeiterzahlen und fortschreitender Digitalisierung nicht gelingt, Dringlichkeitsentscheidungen zu vermeiden, obwohl die zugrunde liegenden Informationen of- fenkundig bereits frühzeitig vorliegen? Antwort der Verwaltung: Die Förderung des Gamescom City Festivals wurde bereits in den Jahren 2024 und 2025 mit einer aufgestockten Förderung in Höhe von 250.000, - € unterstützt. Die in den Haushalt ein- gestellten Mittel von 150.000, - € stagnierten in der Höhe seit dem Jahr 2014 und waren zur Durchführung des Festivals nicht mehr auskömmlich. Anfang November 2025 wurde erstmals seit Jahren eine Haushaltsperre verhängt. Eine Ent- scheidung, ob diese im Jahr 2026 fortgesetzt wird, wurde für das Jahresende 2025 angekün- digt. Aus diesem Grund bestanden im Bereich der Transferaufwendungen erhebliche Unsi- cherheiten über die finanzielle Ausstattung im Jahr 2026. Es war nicht gesichert, ob die in den Haushalt eingestellten Mittel in Höhe von 150.000, - € zur Verfügung stehen. Mit Bewirtschaf- tungsverfügung vom 18.12.2025 wurde die Haushaltssperre aufgehoben. Der zusätzliche Mehrbedarf in Höhe von 250.000, - € sollte ursprünglich aus Restmitteln des Vorjahres finanziert werden. Eine Deckung aus diesen Mitteln scheiterte an der nicht erfolgten Übertragung der Haushaltsmittel, so dass der Weg über die Dringlichkeitsentscheidung ge- wählt werden musste. 2. Programmgestaltung und Kostenentwicklung Die AfD-Fraktion fragt, ob teurere Acts sowie aufwändigere Bühnen- und Veranstaltungstech- nik v.a. vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage zwingend nötig sind: Gab es in den vergangenen Jahren Beschwerden oder systematische Rückmeldungen hierzu? Bitte benennen Sie hierzu die zugrunde liegenden Auswertungen, Studien oder sonstigen Feedbackquellen. Antwort der Verwaltung: 2 Das Gamescom City Festival ist eine Begleitmaßnahme für die Gamescom Messe, die zur Standort-Sicherung der Messe in Köln essenziell ist. Die Stadt Köln befindet sich in Bezug auf die Austragung der Messe in starker Konkurrenz zu anderen Städten, die dem Veranstalter Abwerbeangebote unterbreiten. Der Veranstalter der Messe, der Game Verband e. V., hat da- her die Erwartungshaltung geäußert, dass das Festival eine der Messe entsprechende Strahl- kraft entwickelt, und durch die Verpflichtung von Künstler*innen, die auch für das vorwiegend junge Messepublikum attraktiv ist, seine Popularität bei dieser Zielgruppe erhöht. Dieses Ziel ist nur mit einer Neuformatierung des Festivals, die mit der Verpflichtung bundesweit und in- ternational bekannter Acts einhergeht, zu realisieren. Diese Acts liegen mit den Gagenvorstel- lungen in einem höheren Preissegment als lokale Künstler*innen und haben auch komplexere Technikanforderungen, so dass das Budget erhöht werden musste. Daneben ist grundsätzlich seit einigen Jahren ein Anstieg der Auftrittsgagen zu verzeichnen. Ursache sind die mit der Einführung der Streaming-Dienste sinkenden Einnahmen aus der GEMA und dem Verkauf von Tonträgern, so dass die Künstler*innen höhere Gagen für die Live-Acts fordern. Zusätzlich soll zukünftig das musikalische Festival-Programm durch ein Modul Lichtkunst/Illu- mination ergänzt werden, um auf die Messe auch visuell hinzuweisen. 3. Wie haben sich die Sicherheitskosten im Vergleich zu den Vorjahren geändert und warum wurde erst jetzt erkannt, dass die Mittel im Haushalt 2026 dafür unzu- reichend sind? Bitte aufschlüsseln nach Kostenarten. Antwort der Verwaltung: Das Problem war bereits in den Vorjahren bekannt (auf die Beantwortung von Frage 1 wird verwiesen). Die Kosten für Festivals sind seit 2022 grundsätzlich im Durchschnitt um 30 bis 35 Prozent gestiegen (Quelle: Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e. V.). Allein vom Jahr 2024 auf das Jahr 2025 haben sich die Kosten für die Realisierung des Gamescom City Festivals um ca. 35.000, - € erhöht. Im Wesentlichen sind dafür neben der allgemeinen Inflation und den gestiegenen Gagen (siehe Punkt 2) folgende Gründe verant- wortlich: Sicherheit Höhere Personalkosten durch die Anhebung des Mindestlohns und ein wachsender Personal- bedarf durch die stärkeren Anforderungen an die Sicherheit bei Großveranstaltungen (z. B. zur Reduzierung der Gefahr eines Attentats) führen zu einer deutlichen Kostensteigerung. Im Fall des Gamescom City Festivals haben sich die Kosten für die Sicherheit von ca. 43.000, - € im Jahr 2023 auf ca. 62.000, - € im Jahr 2025 entwickelt. Veranstaltungstechnik: Höhere Personalkosten durch Fachkräftemangel führen auch in diesem Segment zu Kosten- steigerungen. Eine Reduzierung der Anbieter von Technik für Großveranstaltungen als Folge der Corona-Krise sorgte zudem durch die geringeren Kapazitäten zu einem Anstieg der Markt- preise. Das Festival ist musste daher von ursprünglich drei auf zwei Veranstaltungstage ver- kürzt werden. 4. Langfristige Finanzierung / Konzept Zu welcher konkreten Ratssitzung wird die Verwaltung dem Rat einen verbindlichen Vorschlag zur Finanzierung des Gamescom City Festivals über das Jahr 2030 hinaus vorlegen? Der Vorschlag soll insbesondere enthalten: realistische Kostenentwicklungen (insbesondere Inflation und steigende Sicher- heitsanforderungen), angemessene Risikopuffer sowie konkrete Einsparpotenziale an anderer Stelle des Haushalts. Antwort der Verwaltung: Um das Ziel der dauerhaften Absicherung des Festivals zu erreichen, wird ein Betriebskosten- zuschuss über mehrere Jahre benötigt, um dem Veranstalter die aufgrund der langen organi- 3 satorischen Vorlaufzeiten so dringend benötigte Planungssicherheit zu gewähren. Die Finan- zierung ist angesichts der angespannten Haushaltsituation problematisch und kann nur im Rahmen der kommenden Haushaltsplan-Beratungen geklärt werden. Es ist auch im Jahr 2027 von einem Mindest-Bedarf in Höhe von 400.000, -€ auszugehen, der in den Folgejahren zum Inflationsausgleich sukzessive aufgestockt werden muss. Gez. Burmester
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1075/2026
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Rat bzw. HA)
- Datum
- 20.04.2026
- Erstellt
- 15.04.2026 14:32