A-R/0006/2010
Münster als Stadt der Fotografie - Erinnerung an den großen Fotografen Friedrich Hundt
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Originalantrag
4792 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/0006/2010
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8
.
48143 Münster
Telefon (0251) 4 18 43-0
.
Telefax (0251) 4 31 36
e-mail fraktion@cdu-ms.de
.
http://www.cdu-ms.de
18. Januar 2010
Antrag
Münster als Stadt der Fotografie
– Erinnerung an den großen Fotografen Friedrich Hundt
Der Rat möge beschließen:
I. Die Verwaltung wird beauftragt für 2012 die Ausl obung eines Friedrich-Hundt-Preises für
Fotografie zu formulieren und zu planen.
Der Preis soll für ein Lebenswerk oder für herausra gende fotografische Leistungen verliehen
werden. Im Rhythmus von 3 Jahren wird er zum einen als Auszeichnungspreis und zum
anderen als Förderpreis für einen Nachwuchsfotografe n (bis zum 35. Lebensjahr) vergeben.
Die Verwaltung wird gebeten, rechtzeitig zur Besetz ung einer Jury und der angemessenen
Honorierung (materiell oder ideell) der Preisträger Vorschläge zu unterbreiten.
II. Die Verwaltung wird beauftragt die Möglichkeite n aufzuzeigen, in den Jahren der Vergabe des
Friedrich-Hundt-Preises einen Sommer der Fotografie zu gestalten. Die Vergabe des Preises
bildet den Auftakt für alle Museen und Galerien und alle Ausstellungsstätten für etwa 2 bis 3
Monate im Sommer die Kunstform Fotografie in den Vo rdergrund der Ausstellungstätigkeit zu
stellen.
Dabei soll geprüft werden, ob die Preisträger die M öglichkeit einer Ausstellung z.B. im
Stadtmuseum bekommen können.
Begründung:
Friedrich Hundt, geb. 06.05.1807 in Iserlohn, seit 1 833 Bürger der Stadt Münster ist der Pionier der
Fotografie in Westfalen. Kein Fotograf hat die Fotogra fie in Westfalen, die visuelle Wahrnehmung und
Umsetzung in ein fotografisches Bild so sehr beeinf lusst wie Friedrich Hundt. Ihm gebührt eine
Achtung und Anerkennung, wie kaum einer anderen Kün stlerpersönlichkeit Münsters. Sein Andenken
mit einem entsprechenden Auszeichnungs- oder Förderp reis wach zu halten, würde die Stadt
Münster ehren.
Die Fotografie wurde als Daguerreotypie im August 18 39 in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt. Ab
1850 wurde die Talbotypie, das Papierbild gebräuchli ch, das mehrere Abzüge von einer Aufnahme
ermöglichte. In beiden fotografischen Bereichen war Friedrich Hundt die Künstlerpersönlichkeit. Er
hatte bereits ein halbes Jahr nach der Vorstellung der Fotografie seine Lichtbilder „nach der Erfindung
Daguerres“ in einer Annonce im Mai 1840 im Haus de s Kunstvereins in Münster angekündigt. Durch
seine ersten wichtigen und bekannten Aufnahmen vom blinden Bischof Caspar Maximilian von Droste
zu Vischering oder der heute als Inkunabel der Foto grafie bezeichneten Aufnahme der Dichterin
Annette von Droste-Hülshoff wurde er bekannt. Er wa r der Pionier in Münster und Westfalen und bis
zum Jahr 1850 der einzige Fotograf in Münster.
Auch mit dem einsetzenden Fotoboom zu Beginn der 186 0er Jahre und beginnender Konkurrenz war
das Atelier Kreuzstraße 96 die allererste Adresse in Münster. Bis etwa 1885 war er tätig. In
ungebrochener Kreativität entstanden originelle Auf nahmen, Doppelbelichtungen, kolorierte Bilder,
aufwendige Kollagen. 1851 soll ihm auf der Weltauss tellung in London eine Goldmedaille verliehen
worden sein. Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha hat das preisgekrönte Bild einer Gruppe von
Schachspielern, die als Münsteraner bekannt sind, f ür die Königlichen Sammlungen in London
erworben.
CDU-Fraktion im Rat der Stadt Münster
Fraktionsgeschäftsstelle
Mauritzstraße 7-8
.
48143 Münster
Telefon (0251) 4 18 43-0
.
Telefax (0251) 4 31 36
e-mail fraktion@cdu-ms.de
.
http://www.cdu-ms.de
(s. Volker Jakob, Westfälische Forschungen 58/2008 – Fotografie in Westfalen: Das 19. Jahrhundert)
Einen Fotopreis auszuloben und mit diesem Namen zu belegen, bietet sich geradezu an.
Die Fotografie wird in den kommenden Jahren als Auss tellungsthema noch stärker an Gewicht
gewinnen. Die Stadt hat mit dem Namen Friedrich Hund ts die Möglichkeit einen Akzent kulturellen
Schaffens zu setzen, der bisher recht unbeachtet geblieben ist. Hier wird gerade zwischen den großen
Skulpturenausstellungen die Stadt eine große Beachtung erfahren.
gez.
H.-Dieter Sellenriek
Gilbert Aldejohann
Frank Baumann
Sybille Benning
Georg Berding
Dieter von den Berg
Meik Bolte
Heinz-Georg Buddenb äumer
Olaf Dre ßen
Edgar Dr üge
Wolfhard Ediger
Dr. Dietmar Erber
Walter von G öwels
Gilbert Hartmann
Horst Kisnat
Rolf Klein
Bruno Kleine Borgmann
Karl Kleine-Wilke
Marliese Kosmider
Franz-Pius Graf von Merveldt
Andreas Nicklas
Jürgen Ohm
Robert Otte
Karin Reismann
Josef Rickfelder
Stefan-Alexander Roth
Florian Steinforth
Barbara Stober
Stefan Weber
Helga Welker
Simone Wendland
Beratungsverlauf (1)
Orte (2)
- Mauritzstraße 7
- Kreuzstraße 96
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0006/2010
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 19.01.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37