2012/0106
Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an den DRK-Ortsverein Darmstadt-Eberstadt
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2012/0106
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Magistratsvorlage Eingang Magistrats- geschäftsstelle: 28.03.2012 an den Magistrat zur Kenntnis zur Beschlussfassung Beteiligt vor Magistratsbeschlussfassung: Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung OBW zur Befassung zur Kenntnis zur Beschlussfassung zur abschließenden Beschluss- fassung Fachausschuss Amt: Hauptamt Behandlung in öffentl. Sitzung Ja Nein OBW bei abschl. Beschlussfassung Magistrat Ja Nein Internetfähig Verteiler: Vorlage-Nr. 2012/0106 Magistratsbeschluss-Nr. Produkt-Nr.: 111070 Kostenstelle: 781-010-1000 Investitionsnummer: Kostenträger: 1110-71 Sachkonto: 7290100 Betreff: Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an den DRK- Ortsverein Darmstadt-Eberstadt Vorlage vom: 22.03.2012 Beschlussvorschlag: Dem Ortsverein Eberstadt des Deutschen Roten Kreuzes wird zum 100-jährigen Bestehen und in Anerkennung seiner Verdienste um den Aufbau eines Sanitäts- und Betreuungsdienstes in Eberstadt die Silberne Verdienstplakette der Stadt Darmstadt verliehen. Anlagen: Datenschutzrelevante Anlage: Folgekosten: Ja Nein - 2 - Beschluss des Magistrats vom - 3 - Begründung zur Magistratsvorlage vom 22.03.2012 Im September 1911 erschien ein Aufruf der beiden Eberstädter Bürger Heinrich Bausch und Georg Weizenmüller in der „Eberstädter Zeitung“ mit dem Ziel, Mitstreiter zu finden, um Menschen in Notlagen zu helfen. 60 Personen bekundeten ihr Interesse, worauf man im Winter 1911/1912 begann man, die Voraussetzungen zur Bildung einer Sanitätskolonne zu schaffen. Unter der Leitung des Arztes Dr. Ascher eigneten sich die Mitglieder der Kolonne das notwendige Wissen in Erster Hilfe an und es bildete sich eine tatkräftige Gruppe, die aus 40 Helfern bestand. Zwei Jahre später kam die erste Bewährungsprobe, der Erste Weltkrieg. Die Mitglieder der Sanitätskolonne wurden an der Front und in den Lazaretten eingesetzt, Viele der Männer kamen nicht mehr zurück, nach Kriegsende hatte sich die Kolonne auf 16 Männer reduziert. Mit großem Eifer begann die Gruppe mit dem Neuaufbau. Die bis dahin schwierige finanzielle Situation stabilisierte sich, als 1920 der „Ortsverein Eberstadt vom Roten Kreuz“ gegründet wurde. Durch den Beitrag der fördernden Mitglieder konnte eine solide Basis geschaffen werden, auch erhöhte sich die Mitgliederzahl rasant. Die Leistungsbilanz im Jahr 1924 wies 28 Wachen und 72 Erste-Hilfe-Einsätze bei Unfällen aus. Weiterhin stellte der Verein Sanitätsdienste bei Veranstaltungen und führte Krankentransporte mit einer Räderbahre durch, 1925 stellten sich noch zwei Ärzte als Kolonnenärzte zur Verfügung. 1927 wurde die Räderbahre durch mehrere Automobile ersetzt, im gleichen Jahr kamen die ersten weiblichen Mitglieder in den Verein, so dass 1932 eine eigene weibliche Helferschaft gebildet werden konnte. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das Deutsche Rote Kreuz schrittweise gleichgeschaltet und nationalsozialistisch überformt. Auf Grund eines im Dezember 1937 erlassenen DRK-Gesetzes und einer neuen DRK-Satzung wurde das Deutsche Rote Kreuz in eine „Gesamtkörperschaft“ umgewandelt, die außer dem Reichsinnenminister auch dem Kriegsminister unterstellt war. Während des Zweiten Weltkriegs waren auch die Mitglieder der Eberstädter Kolonne in Lazaretten und Sanitätsdiensten eingesetzt, vor allem Frauen. Tätigkeitsfelder waren u.a. die Verwundetenhilfe, die Fürsorge für Kriegsgefangene, der Luftschutz, die Betreuung von Umsiedlern und Flüchtlingen sowie von Soldaten. Im September 1945 wurde das DRK durch die Alliierten aufgelöst, bald jedoch nahmen die ehemaligen Eberstädter Mitglieder – zuerst zivil und ohne Bindung an eine Organisation – wieder ihren Dienst am Mitmenschen auf. 1949 wurden die Genfer Abkommen um den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten erweitert. 1950 erfolgte dann die Neugründung des DRK in der Bundesrepublik Deutschland als eingetragener Verein, in den sich die inzwischen entstandenen Ortsgruppen eingliederten. Es vergingen noch vier Jahre bis Fritz Dächert und Hermann Zickler die Eberstädter DRK- Ortsvereinigung ins Leben riefen und die aktiven Helferinnen und Helfer als offizielle Bereitschaft um sich versammelten. Im Winter 1954 fand der erste Kurs in Erster Hilfe für die Bevölkerung statt. Bald hatte die männliche Bereitschaft 30 Helfer, die weibliche 25 Helferinnen. Untergebracht war die Bereitschaft in dieser Zeit in einem kleinen Saal im Nebengebäude der Bezirksverwaltung. Mit den ständig wachsenden Anforderungen begann die Suche nach neuen Räumlichkeiten, nach langen Verhandlungen mit der Stadt Darmstadt wurde 1970 ein Grundstück an der Pfungstädter Straße gefunden. Auf Grund der finanziellen Situation mussten wesentliche Teile des Gebäudes in Eigenleistung erstellt werden. 1978 wurde das Haus offiziell eingeweiht. Zahlreiche Firmen hatten tatkräftige Unterstützung geleistet und man war voller Anerkennung für die „Männer vom Bau“, die parallel zum regulären Sanitätsdienst über 7.000 Stunden in ihrer Freizeit in den Bau investiert hatten. Durch die neue Unterkunft konnten die bis dahin in Schulen und Turnhallen durchgeführten Blutspendetermine und Seniorennachmittage in eigenen Räumen stattfinden, weiterhin stieg auch die Zahl der aktiven Mitglieder Anfang 1990 auf über 80 aktive Helferinnen und Helfer an. - 4 - Nach der Wende und dem Fall des Eisernen Vorhangs kamen neue Aufgaben auf das DRK-Eberstadt zu. Da der Verein über einen geeigneten Fuhrpark verfügte, wurde 1990 damit begonnen, Hilfsgütertransporte in andere Länder durchzuführen. Seit 1993 besteht eine Partnerschaft mit dem Roten Kreuz in unserer lettischen Partnerstadt Liepaja und bis heute konnten 32 Hilfsgütertransporte dorthin durchgeführt werden. Weiterhin wurde Ende der 90er Jahre der Sanitätszug aufgelöst und ein Betreuungszug eingerichtet. Diese Einheit steht heute mit einem komplett neuen Fuhrpark als Herzstück der Vereinsarbeit zur Verfügung. Darüber hinaus wurde eine Schnelleinsatzgruppe rund um die Uhr im Betreuungsdienst eingerichtet. Seit 1994 gibt es in Eberstadt ein Jugendrotkreuz, bei dem sich junge Menschen schon frühzeitig in aktiver Mitarbeit ehrenamtlich betätigen können. Heute kann die DRK-Ortsvereinigung Eberstadt auf 68 aktive ehrenamtliche Mitglieder zählen, die in vielen Bereichen wie dem Katastrophenschutz, dem Sanitäts- und Betreuungsdienst und der Seniorenarbeit Hilfe und Unterstützung im Stadtteil leisten. Die Ortsvereinigung Eberstadt des Deutschen Roten Kreuzes hat sich im Verlauf der letzten 100 Jahre auch in schwierigen Zeiten zu einer Organisation mit vielfältigen Aufgaben entwickelt. Die Helferinnen und Helfer setzen auch heute mit hohem Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl die Ideen und Grundsätze des Deutschen Roten Kreuzes um, verzichten auf große Teile ihrer Freizeit im Dienst am Nächsten, leisten Rettungsdienste und soziale Unterstützung. Dieser Einsatz sollte durch die Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt gewürdigt werden. Darmstadt, 22.03.2012 100 gö Dezernat I i. V. Rafael Reißer Bürgermeister
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Orte (1)
- Pfungstädter Straße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2012/0106
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 22.03.2012
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00