0975/2020
Bericht der drei Träger Auszugsmanagement für den Zeitraum 01.01.-31.12.2019
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Mitteilung Ausschuss
2539 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/562/2 Vorlagen-Nummer 08.04.2020 0975/2020 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 21.04.2020 Ausschuss Soziales und Senioren 23.04.2020 Runder Tisch für Flüchtlingsfragen 08.05.2020 Bericht der drei Träger Auszugsmanagement für den Zeitraum 01.01.-31.12.2019 Seit Oktober 2011 gibt es das von der Stadt finanzierte Projekt „Auszugsmanagement“, welches Ge- flüchtete in eigenen Wohnraum vermittelt. Das Amt für Wohnungswesen hat die Träger Caritasver- band, Deutsches Rotes Kreuz und den Kölner Flüchtlingsrat mit der Durchführung beauftragt. Mit Ratsbeschluss vom 14.11.2017 ist das Auszugsmanagement als unbefristete Aufgabe übernom- men worden. Im Zuge dessen ist eine unbefristete Vollzeitstelle je Träger zugesichert worden. Die verbleibenden vier Stellen sind auf zwei Jahre befristet bis 31.12.2021. Beigefügt ist der 5. gemeinsame Bericht der drei Träger. Die Verwaltung möchte zu dem Bericht folgende ergänzende Informationen geben: Im Jahr 2019 wurden insgesamt 132 Haushalte davon insgesamt 371 Personen über das Auszugs- management vermittelt. Darin inbegriffen sind 8 Vermittlungen über das Pilotprojekt mit dem Ehren- amt mit insgesamt 41 Personen. Durch die Kooperation mit der GAG wurden 67 Wohnungen, davon 33 nach der Richtlinie Flü erfolgreich an Geflüchtete vermittelt. Die Planung, Organisation und Durchführung von Workshops für Geflüchtete war erneut ein Schwer- punkt der Arbeit. Des Weiteren wurde seit September 2019 ein Pilotprojekt zur weitergehenden Unterstützung der eh- renamtlich Aktiven durchgeführt, welches nach Ablauf der Pilotphase in diesem Jahr verstetigt wurde. Alle drei Träger des Auszugsmanagement bieten wöchentliche offene Sprechstunden für Tandems aus ehrenamtlichen Unterstützer/innen und Geflüchteten an. Einzeltermine zur Fallberatung sind zu- sätzlich nach Absprache möglich. Die offene Sprechstunde wurde von Projektstart bis Jahresende 39 Mal angeboten und es fanden 151 Beratungen im Rahmen von Mails, Telefonaten und persönlichen Beratungen statt. Zudem wurden die Tandems bei Besichtigungen, Formalitäten und Kontakt zu Behörden und Vermie- tern beim Anmietungsprozess unterstützt. In diesem Jahr ist das Ziel, die Zusammenarbeit mit weiteren Wohnungsbaugesellschaften auf- und auszubauen. Weiterhin gilt es die Eigenständigkeit und Potentiale der Geflüchteten zu fördern, sowie die Zusammenarbeit mit ehrenamtlich Engagierten zu intensivieren. gez. BG Dr. Rau
Auszugsmanagement Jahresbericht 2019
33158 Zeichen
Auszugsmanagement
Jahresbericht 2019
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ................................ ................................ ................................ .................. 3
2. Statistik & Controlling ................................ ................................ ................................ 3
3. Einzelbeispiele aus der Arbeit des Auszugsmanagements ................................ ........ 7
3.1. Frau K. ................................ ................................ ................................ ............... 7
3.2. Frau S. ................................ ................................ ................................ ............... 7
3.3. Frau A. ................................ ................................ ................................ ............... 8
4. Workshops und Informationsveranstaltungen ................................ ............................ 9
4.1. Workshop „Wohnungssuche“ ................................ ................................ ............. 9
5. Netzwerkarbeit und Wohnungsgeber ................................ ................................ ....... 10
5.1. Netzwerkarbeit ................................ ................................ ................................ . 10
5.2. Ehrenamtsarbeit ................................ ................................ ............................... 12
5.3. GAG Immobilien AG ................................ ................................ ......................... 13
5.4. Weitere Wohnungsgeber ................................ ................................ .................. 14
6. Zusammenarbeit mit Kölner Ämtern/Behörden ................................ ........................ 14
6.1. Kooperation mit dem Amt für Wohnungswesen ................................ ................ 14
6.2. Zusammenarbeit mit weiteren Kölner Ämtern/Behörden................................ ... 15
7. Fazit und Ausblick ................................ ................................ ................................ ... 16
3
1. Einleitung
Der vorliegende Jahresbericht des Auszugsmanagements bezieht sich auf den Zeitraum
vom 01.01.2019 bis zum 31.12.2019.
Hier wird die Arbeit des Auszugsmanage ments im Jahre 2019 anhand statistischer Daten,
aber auch mit Hilfe von Fallbeispielen, die einen praxisnahen Einblick in die Arbeit vermit-
teln, beschrieben. Des Weiteren werden die vermehrt durchgeführten Workshops des Au s-
zugsmanagements, sowie die Netzwerka rbeit und die Z usammenarbeit mit Kölner Ämtern
und Behörden thematisiert. Auch wird bezüglich der Zusammenarbeit mit ehrenamtlich e n-
gagierten Kölner Bü rger*innen, welche 2019 mit einem Pilotprojekt gestärkt wu rde, eine
Zwischenbilanz gezogen.
2. Statistik & Controlling
Die im Folgenden dargestellten Diagramme basieren auf den Daten der Liste der Stadt Köln
(Liste Kandidaten Stand 13.12.2019 ) und beziehen sich auf die Vermittlungen des Au s-
zugsmanagements. Als noch zu vermittelnd gelistet sind dort 1.595 Personen verteilt auf
428 Haushalte aus insgesamt 37 Herkunftsländern.
Im Jahr 2019 wurden insgesamt 132 Haushalte und damit insgesamt 371 Personen vom
Auszugsmanagement in Wohnungen im Kölner Stadtgebiet untergebracht.
0
10
20
30
40
50
60
70
80
90
1 Person
2 Personen
3 Personen
4 Personen
5 Personen
6 Personen
7 Personen
8 Personen
9 Personen
10 Personen
13 Personen
Haushaltsgrößen
4
0
50
100
150
200
250
Aufenthalts-
erlaubnis
Aufenthalts-
gestattung
Duldung
Fiktions-
bescheinigung
Bescheinigung
über die Meldung
als Asylsuchender
Sonstige
Aufenthaltsstatus
0 20 40 60 80 100 120
Russland
Mazedonien
Eritrea
Albanien
Kosovo
Nigeria
Serbien
Afghanistan
Irak
Syrien
Top 10 Herkunftsländer
5
Die letztjährig eingeführte Einzelfallstatistik, welche die T ätigkeiten des Au szugmanage-
ments in etwas detaillierterer Form darstellen soll, wurde auch in diesem Jahr weitergeführt.
Durch diese Form der Dokumentation der Tätigkeiten ist eine sehr hohe Transparenz der
Arbeit des Auszugsmanagements gewährleistet.
Einzelfallstatistik 2019
Beratung/
Kontakt
Klient
unabhängig
Beratung/
Kontakt
Klient
Schufa WBS
Kontakt
Vermieter/
Makler
Haus-
besuch
Begleitung
Wohnung
3119 4075 270 344 2157 142 259
Kaution
Kontakt
Ämter/ Behörden
Begleitung
Ämter/ Behörden
Begleitung
MV/ SÜ
Anträge Ä mter/
Behörden
109 1307 210 142 313
Anmeldung
Strom etc.
Nachbetreuung
Sonstiges
Anzahl
abgelehnter
Angebote
(Vermieter)
Anzahl
abgelehnter
Angebote
(Klienten)
<3
Monate
>3
Monate
94 591 154 31 111 48
Das durch die Träger geführte s tädtische Controlling wurde auch in 2019 mit einer kleinen
Veränderung weitergeführt. Gesondert aufgeführt werden nun Wohnung svermittlungen, die
in Zusammenarbeit mit ehrenamtlich aktiven Menschen zustande gekommen sind.
Das Controlling sowie die Einzelfallstatistik der drei Träger werden quartalsweise an die
Koordinationsstelle der Stadt Köln gesendet.
6
Controlling Auszugsmanagement 2019
Trägertreffen 11
Bearbeitete Wohnungsangebote
Treffen SK1+Träger 9
Wohnungsangebote GAG 150
Treffen SK+Trägerleitungsebene 9
Wohnungsangebote GAG (OV) 19
Teilnahme an Seminaren/Fortbildungen 35
Wohnungsangebote Privat 112
Seminare/Fortbildungen für Multiplikatoren 5
Wohnungsangebote Sonstige 34
Netzwerktreffen 188
Wohnungsbesichtigungen 209
Infoveranstaltungen für Geflüchtete 33
Erfolgreich vermittelte Wohnungen
Aktive Akquise 949
Wohnungsangebote GAG 34
Erstberatungsgespräche 280
Wohnungsangebote GAG (OV) 0
Weitere Beratungsgespräche 4668
Wohnungsangebote Privat 42
Kontakte zu Behörden2 1393
Wohnungsangebote Sonstige 15
Begleitungen zu Behörden5 198
Richtlinie Flü 33
Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit 34
gesamt Summe 132
Erfolgreich vermittelte Personen
Davon berufstätige Personen
Wohnungsangebote GAG 86
Wohnungsangebote GAG 12
Wohnungsangebote GAG (OV3) 0
Wohnungsangebote GAG (OV) 0
Wohnungsangebote Privat 141
Wohnungsangebote Privat 13
Wohnungsangebote Sonstige 39
Wohnungsangebote Sonstige 4
Richtlinie Flü4 64
Richtlinie Flü 10
Pilotprojekt 41
gesamt Summe 371
gesamt Summe 39
Die Unterbringung von 371 Personen in Wohnheimen und anderen Unterkunft sformen hät-
ten den städtischen Haushalt mit einer Summe von 3.321.380,005 EUR belastet. Nach A b-
zug der städtischen Fördermittel entlastete das Au szugsmanagement der drei Träger den
städtischen Haushalt insgesamt um 2.810.348,006 EUR.
Nach Abzug der durch den Einzug in Privatwohnungen en tstandenen Mietko sten i.H.v.
1.739.208 EUR verbleibt rechnerisch eine finanzielle Entlastung i.H.v. 1.071.140,00 EUR.
Zurzeit teilen sich die drei Träger des Auszugsmanagements sieben volle Stellen, d.h. pro
Stelle wird der städtische Haushalt im Schnitt um 153.020,007 EUR erleichtert.
1 SK: Stadt Köln
2 Abweichung der Zahlen im Vergleich auf S. 5, da unvollständige Angaben auf Seiten der Träger nachgetragen wurden .
3 OV: Optionales Verfahren ist ein alternatives Vergabeverfahren der GAG, in denen Wohnungen mit Besonderheiten, wie
z.B. Wohnungen mit Kohleofen, Senioren- oder Behindertengerechte angeboten werden
4 Personen, die keine Wohnberechtigungsschein erhalten können, da Sie nur eine Duldung oder Aufenthaltsgestaltung haben
5 Berechnung: 307 Personen im Wohnheim x 705 EUR x 12 Monate + 64 Personen im Beherbergungsbetrieb x 31 EUR x 365
Tage = 3.321.380,00 EUR. Als Kostensätze wurden die zuletzt bekannten Durchschnittssätze der Stadt Köln als Basis ge-
nommen
6 Berechnung: 3.321.380,00 EUR – 511.032,00 EUR Fördermittel = 2.810.348,00 EUR
7 Berechnung: 1.071.140,00 EUR / 7 Vollzeitstellen = 153.020,00 EUR
7
3. Einzelbeispiele aus der Arbeit des Auszugsmanagements
3.1. Frau K.
Seit einigen Jahren lebt die 67 -jährige Seniorin aus Syrien in Köln. Ihr Mann ist auf der
Flucht ums Leben gekommen und sie hat einige Jahre in Gefange nschaft in Russland g e-
lebt. Frau K spricht arabisch und fließend russisch sowie etwas deutsch. Sie wird von einer
russisch sprachigen Ehrenamtlerin betreut. Frau K. lebte in verschiedenen Wohnheimen für
Geflüchtete und zuletzt in der Siegburgerstrasse. Aus verschiedenen Gründen ist es Frau K
nicht gelungen in Köln „Fuß zu fassen“ und eine Wohnung zu finden. Im Jahre 2018 wur de
Frau K . über den städtischen Sozialarbeiter an das Auszugsmanagement angebu nden.
Nach 6 Monaten erhielt das Auszugsmanagement ein Wohnungsangebot für eine schöne 2-
Zimmer Wohnung von einer privaten Vermieterin. Die zukün ftige Mieterin sollte eine Frau
sein, wenn möglich im Senioren Alter. Für beide Parteien war dies eine glückliche Zusa m-
menführung. Die Wohnung lag geringfügig über dem üblichen Mietspiegel und musste tei l-
weise renoviert werden. Schlussendlich hat die Wohnungsgeberin den Mietpreis gesenkt,
damit Frau K. die Wohnung beziehen konnte . Durch eine gute Zusammenarbeit zwischen
Wohnungsgeberin, Vermieterin, Ehrenamtlerin, Amt für Wo hnungswesen, Amt für Soziales
und Senioren und Au szugsmanagement k onnte Frau K. im So mmer 2019 in ihre neue
Wohnung ziehen. Hierbei wurden alle Prozesse vom Au szugsmanagement begleitet. Frau
K. fühlt sich sehr wohl in ihrer neuen Wohnung und ist glücklich unter den Umständen eine
Wohnung gefunden zu haben.
3.2. Frau S.
Frau S. aus Guinea lebt e mit ihren beiden kleinen Kindern als alleinerziehende Mutter seit
Februar 2016 in einem H otelzimmer. Das jüngste Kind leidet an einer schweren Atemwe g-
serkrankung, sodass Frau S. regelmäßig mit ihrem Ki nd zu verschiedenen Ärzten und in
das Krankenhaus gehen muss. Sowohl die Mutter als auch die Kinder können nachts nicht
schlafen, weil das kranke Kind wenig Luft bekommt. Frau S. lebt in permanenter Sorge, seit
sie bei ihrem Kind Atemaussetzer beobachtet hat.
Im Juli 2019 konnte Frau S. und ihren Kindern durch die GAG Immobilien AG eine Dre i-
zimmerwohnung angeboten werden. Frau S. freute sich sehr über das Ang ebot und b ean-
tragt mit Hilfe des Auszugsmanagements Miete und Ka ution. Aufgrund eines zusätzlich ge-
stellten Asylantrags für das jüngste Kind entsta nden Schwierigkeiten in der Beantragung
von Leistungen. Das Auszugsmanagement unterstützte Frau S. mit den verschiedenen A n-
trägen und begleitete sie zu den unterschiedlichen Ämtern. Durch die unterschiedliche n
Bezüge, brauchte Frau S. besondere Hilfestellungen. Die Mi tarbeiter*innen des Au szugs-
managements erstellten gemeinsam mit Frau S. eine Haushaltsübersicht, die ihr im Alltag
8
den Überblick über die verschiedenen Gelder verschafft. Nach der Sicherstellung d er F i-
nanzierung der Wohnung, konnte der Umzug begleitet werden.
Durch den Umzug in einen neuen Stadtteil beantragte das Auszugsmanagement zudem mit
Frau S. den Wechsel der Kindertagesstätte für das ältere Kind. Außerdem wurde Frau S. an
den Interkulturellen Dienst im neuen Stadtteil a ngebunden, sodass sie dort weitere Hilfsa n-
gebote vor Ort erhalten konnte.
Inzwischen hat sich die kleine Familie gut in der neuen Wohnung eingelebt. Das ältere Kind
konnte leider noch ke inen Platz in einer neuen Kindertagesstätte erha lten, jedoch hat das
Kind nun sein eigenes Kinderzimmer und kann d aher auch nachts gut schlafen. Die Ge-
samtsituation für alle Familienmitglieder hat sich durch den Umzug deutlich verbessert. Frau
S. sagt, dass es ihr und ihren Kindern nun gut geht.
3.3. Frau A.
Auf dem Wohnungsmarkt in Köln ist es sehr schwer eine Wohnung für eine Gro ßfamilie zu
finden, deshalb war es eine große Freude, Familie A. im November 2019 in eine Privatwoh-
nung vermitteln zu können. Familie A. ist eine 9 köpfige Familie aus dem Irak. Aufgrund der
Familiengröße bereitete die Wo hnungssuche allen Beteiligten große Pro bleme. Über das
Pilotprojekt des Auszugsmanagements kam es zu einer engeren Kooperation mit ehrenamt-
lich Tätigen. Über diese erfol greiche Kooperation konnte ein Haus gefu nden werden. Der
Vermieter stand der Vermietung an geflüchtete Menschen und auch einer Großfamilie posi-
tiv g egenüber, sodass 4 Großfamilien (7 -9 Personen aus dive rsen Herkunftsländern) zur
Besichtigung eingeladen wurden. Die Besichtigung wurde von einer Mitarbeiterin des Au s-
zugsmanagements begleitet. Familie A. wurde vom Vermieter ausgewählt. Der Mietpreis lag
ein geringfügig über dem vom Sozialamt/Jobcenter genannten Mietpreis. Nur in vereinze l-
ten Fällen, wie z.B. bei Großfamilien, für die sich die Wohnungssuche auf dem Kölner Woh-
nungsmarkt schwierig g estaltet, werden annehmbare Summen über das Mie tpreisniveau
hinaus genehmigt. Die Genehmigung- eine Mietüberschreitungszusage- erhielt Familie A. in
kürzester Zeit. Die Familie wurde vom Auszugsm anagement u.a. zur Wo hnungs- und
Schlüsselübergabe begleitet. Weiterhin sta nden die Mitarbeiterinnen der Familie be i allen
wohnungsrelevanten Themen, wie z.B. der Stromanmeldung, Informationen zur Haf tpflicht-
versicherung etc. zur Verfügung. Um eine gute Nachbarschaft zu gewäh rleisten wurden
Familie A., wie auch allen anderen Familien, die vom Auszugsmanagement bei der Woh-
nungsvermittlung begleitet werden, die regulären Hausregeln hinsichtlich Nachtruhe, Müll-
trennung usw. erläutert.
Familie A. hat sich gut eingelebt und in die Nachbarschaft integriert. In guter K ooperation
mit dem Vermieter, der ehrenamtlich Tätigen, dem Amt für Wohnungswesen der Stadt Köln,
9
dem Amt für Soziales und Senioren , der Familie A. und den Mitarbeiter*innen des Au s-
zugsmanagement konnte eine reibungslose Wohnungsvermittlung ermöglicht werden.
4. Workshops und Informationsveranstaltungen
4.1. Workshop „Wohnungssuche“
Bereits seit 2018 werden im Rahmen des Auszugsmanag ements Workshops zur Wo h-
nungssuche für Geflüchtete a ngeboten. Die Workshops wurden in den ve rgangenen zwei
Jahren durch die in der Praxis gesammelten Erfahrungen stetig weiterentwickelt und variie-
ren je nach Kontext in ihrer Ausgestaltung. Sie werden in unterschiedlichen Einrichtu ngen
durchgeführt und orientieren sich an den jewe iligen B edarfen. Sowohl in den städtischen
Unterkünften als auch in anderen Bi ldungseinrichtungen bietet das Auszug smanagement
regelmäßig mehrstündige Veranstaltungen rund um das Thema Wohnungssuche an.
Diese Workshops werden angeboten, um n och mehr Me nschen mit Fluchte rfahrungen als
die, die beim Auszugsmanagement registriert sind, zu erreichen und eine erste Orientierung
zur Wohnungssuche in Köln anzubieten. Ziel ist es, einen Überblick der Abläufe, der form a-
len Rahmungen und Möglichkeiten der Wo hnungssuche zu generieren, aber auch als E m-
powerment für die Teilnehmenden zu wirken und Ängste abzubauen. Grundsätzlich geht es
in den Workshops inhaltlich um allgemeine Informationen zum Wohnungsmarkt in Köln, um
die Klärung der Finanzierung, die Beantragung des Wohnberechtigungsscheins und der
Schufa, um die Darstellung der unterschiedlic hen Möglichkeiten zur Suche einer eigenen
Wohnung sowie die Beleuchtung des Prozesses im A nschluss an das Mietang ebot. Durch
das Aufzeigen der Herangehensweise in Bezug auf die Wo hnungssuche sollen auch He m-
mungen abgebaut werden, wie beispielsweise durch d as E rproben von Telefonaten und
Besichtigungen in Rollenspielen.
Je nach Räumlichkeiten, in denen die Workshops durchg eführt werden, ko mmen unte r-
schiedliche Formate und Übu ngen zum Einsatz. Dabei geht es jedoch immer darum, nut z-
bare Kompetenzen aufzubauen und praktisch anwendbares Wissen zu vermitteln. Im Laufe
der letzten zwei Jahre wu rden für die Wor kshops themenspezifische Materialien und päda-
gogische Konzepte erarbeitet.
Als Herausforderung in den Workshops kann die heterogene Zusammense tzung der Tei l-
nehmenden hinsichtlich kulture llen Hintergründen, Alter und G eschlecht sowie des teils
stark differierenden Kenntnisstands betrachtet werden, was jedoch auch als Chance anzu-
sehen ist, da es die Möglic hkeit für einen g egenseitigen E rfahrungsaustausch bietet. So
können Teilnehmende, die bereits Erfahrungen bei der Wohnungssuche gesammelt haben
ihre Kenntnisse mit den anderen Kursteilnehmer*innen teilen und so unterstützend wirken.
10
Im Jahr 2019 wurden 25 Workshops in städtischen Unte rkünften durchgeführt. Das Z iel, in
jeder durch das Au szugsmanagement betreuten Unterkunft mindestens eine Veranstaltung
zu organisieren, besteht somit weiterhin und wird inte ntional bearbeitet. Des Weiteren wu r-
den 8 weitere Workshops in anderen Kultur - und Bildungseinrichtungen durc hgeführt. Die
Workshops fanden im Bericht szeitraum neben den städtischen Unterkünften in folgenden
Institutionen statt:
TAS – Tages- und Abendschule Köln
Berufskolleg Porz
Flüchtlingszentrum Fliehkraft – Kölner Flüchtlingsrat e.V.
Technische Hochschule Köln
Sprachkurs VHS Köln
Sprachkurs Katholisches Bildungswerk
Durch das positive Feedback und die Netzwerkarbeit durch das Angebot der Workshops
konnten in einigen Einrichtu ngen (wie beispielsweise der Tages - und Abendschule) bereits
mehrere Workshops durc hgeführt werden. Dies trägt z udem zur Öffentlichkeitsarbeit des
Auszugsmanagements bei.
Zusätzlich bietet das Auszugsmanagement Informationsve ranstaltung für G eflüchtete und
ehrenamtliche Unterstützer*innen zum Thema Wohnungssuche an. In diesem Fo rmat wer-
den wichtige Informationen zur Wohnungssuche da rgelegt. Für die Teilnehmenden besteht
zudem die Möglichkeit, Rückfragen zu äußern.
5. Netzwerkarbeit und Wohnungsgeber
5.1. Netzwerkarbeit
Aufgrund der Aufgabenstellung des Auszugsmanagements ist im Team die Pflege eines
ausdifferenzierten Netzwerkes fester Bestandteil des Arbeitsansatzes. Dabei unterliegt das
Netzwerk selbstverständlich einem stetigen Wandel und wird weiterentwickelt. Die folgende
Übersicht (Seite 12) benennt die primären und eta blierten Kooperatio ns- und Netzwer k-
partner*innen sowie exem plarische Arbeitsfe lder und Ang ebote unseres Netzwerkes. Es
wird deutlich, dass das Net zwerk breitflächig aufgebaut ist. Es wird mit Ämtern der Stadt
Köln, anderen Behörden, Wohnungsbaugesellschaften, ehrenamtlich Aktiven und verschie-
denen Beratungsstellen zusammengearbeitet. Dadurch wird gewährleistet, dass für die g e-
flüchteten Menschen ein breites Unterstützungsangebot zur Ve rfügung steht. Die im Jahr
2017 begonnene Kooper ation mit dem Caritas Ant idiskriminierungsbüro wurde weiter for t-
geführt und ein Termin zum Thema Se nsibilisierung von Wohnungsgeber*innen und Mitar-
beitenden in der Arbeit mit Geflüchteten fand auch im Jahr 2019 statt. Zusätzlich nahmen
11
Mitarbeiter*innen des Auszugsmanagements r egelmäßig an Netzwer ktreffen mit and eren
hauptamtlich und e hrenamtlich Aktiven teil. Das Auszugsmanagement s owie das Pilotpr o-
jekt wurden darüber hinaus beim AK Geflüchtete in Rodenkirchen vorgestellt.
Koop
erati
onsp
artne
r
Auszugsmanagement
Aktion Neue Nachbarn/
Willkommensinitiativen
Ehrenamtlich Engagierte
Kirchengemeinden
Erzbistum
Rechtsberatungsstellen
Verbraucherzentrale
Mieterverein
Antidiskriminierungsstelle
Wohnungsbaugesellschaften
und andere Vermieter
GAG
Ehrenfelder
Aachener Siedlungs- und
Wohnungsgesellschaft
Private Vermieter,
Kirchengemeinden/ Erzbistum
Behörden
Jobcenter
Sozialamt
Wohnungsamt (WBS-Stelle,
Kautionsstelle
Flüchtlings- und Sozialberatungsstellen
Asylberatung
Familienberatung
Schuldnerberatung
Integrationsagentur/ Mediationsangebot
Weitere Caritas Dienste TZFO, Chance+ und PERF
Jugendamt
KALZ, Vingster Treff, Ombudsstelle, Rom e.V,
Stadt Köln
Koordinationsstelle
Sozialarbeiter/innen des Amtes
für Wohnungswesen
12
5.2. Ehrenamtsarbeit
Im Laufe des Jahres sind vermehrt ehrenamtlich Aktive auf das Auszugsm anagement zu-
gekommen mit dem Wunsch nach Unterstützung. Zwar stand das Auszugsmanagement
auch zuvor schon ehrenamtlich Aktiven beratend zur Seite, jedoch schien dies nicht im
ganzen Stadtgebiet bekannt zu s ein und di ejenigen Ehrenamtlichen, die bereits mit dem
Auszugsmanagement in Kontakt standen, äußerten zudem den Bedarf nach tiefergehender
Unterstützung.
Nach einem intensiven Austausch mit ehrenamtlichen A kteur*innen über die b estehenden
Hilfsbedarfe und einer Planungsphase startete im September 2019 schließlich das Pilotpr o-
jekt Ehrenamt/ die weitergehende Unterstützung des Ehrenamtes.
Im Rahmen des Pilotprojektes wurde bei allen drei Trägern des Auszugsmanagements eine
wöchentliche offene Sprechstunde fü r Tandems aus ehrenam tlich aktiven Unte rstüt-
zer*innen und Geflüchteten eingerichtet. Zudem konnten Ta ndems auch Einzeltermine zur
Beratung mit dem Au szugsmanagement ve reinbaren, wenn das Aufsuchen der offenen
Sprechstunde aus zeitlichen Grü nden nicht möglich war. Vom Projektstart bis zum Jahre s-
ende konnte die offene Sprechstunde 39 Mal (jeweils eine offene Sprechstunde pro Träger
pro Woche) angeboten werden und es fanden im Rahmen des Projektes 151 Beratungen,
in Form von Mai lkontakten, Telefonaten und pers önlichen Beratungen, statt. S owohl das
Angebot der offenen Sprechstunde als auch die Vergabe von Einze lterminen wurden g e-
nutzt. Hier bot das Auszugsmanagement eine einzelfallb ezogene Beratung zur Wohnung s-
suche an, gab Hilfestellungen beim Ausfüllen von Beh ördenanträgen, unterstützte bei der
Registrierung und der Nutzung von Onlineportalen zur Wo hnungssuche und stellte mit den
Ratsuchenden Bewerbungsmappen für Wohnungsbesichtigungen zusammen.
Außerdem konnten auch Tandems im Auszugsmanagement aufgenommen we rden, die
eine Wohnung gefunden hatten und Hilfe beim Prozess der Anmietung benötigten. Hier gab
es neun Wohnungsangebote, wovon acht Wohnungen erfolgreich vermittelt worden sind.
Das Auszugsmanagement hat in diesen Fä llen Kontakt zu den Vermieter*innen au fgenom-
men, die Wohnungsangebote geprüft und den Klienten eine intensive Unterstützung bei
allen Formalitäten geboten. Die Nachbetreuung des Auszugsmanagements wurde ebenso
ausführlich genutzt. Vermieter*innen begrüßten die Möglichkeit, im Auszugsm anagement
Ansprechpersonen für noch offene Fragestellungen zu finden und ehrenamtliche Unterstüt-
zer*innen konnten durch das Auszugsmanagement entlastet werden.
Zusätzlich wurden vom Auszugsmanagement Information sveranstaltungen für ehrenamtl i-
che Akteur*innen angeb oten, in denen das Angebot des Auszugsm anagements und die
wichtigsten Abläufe der Wohnungssuche und des Anmi etungsprozesses erläutert wurden.
Ebenso konnten die Tei lnehmenden anschließend noch offene Fragen klären. In sgesamt
wurden drei Informationsveranst altungen angeb oten. In einer der drei Informationsvera n-
13
staltungen wurde zusät zlich eine Flüchtlingsberaterin des Kölner Flüchtlingsrat e.V. als
Referentin eingeladen und hat über die Wohnsitzauflage informiert.
Da die angebotenen Informationsveranstaltungen eine geringe Teilnehmeranzahl aufwiesen
und ehrenamtlich Aktive stattdessen häufiger die direkte Terminvereinbarung zur einzelfall-
bezogenen Beratung genutzt haben, sind derzeit keinen weiteren Veranstaltungen geplant.
5.3. GAG Immobilien AG
Im Rahmen der Zusammenarbeit der GAG Immobilien AG und des Auszug smanagements
finden in regelmäßigen A bständen Treffen zwischen der Koord inierungsstelle der Stadt
Köln, einem Vertreter der GAG sowie einer Mitarbeitenden des Auszugsmanagements statt,
um einen kontinuierlichen Austausch sowie die Aktualität der vorliegenden Informationen zu
gewährleisten.
Die Zahl der Wohnungen, die 2019 im Zuge des Auszug smanagements über die GAG ver-
mittelt werden konnten, ist im Vergleich zu den Vorjahren aufg rund des angespannten
Wohnungsmarkts weiter rückläufig. Der Anmeldestopp für Einpersonenhaushalte und Fami-
lien ab vier Personen b estand im Jahr 2019 we iterhin. Bei Erfüllung der Kriterien für die
Aufnahme bei der GAG wurden die entspr echenden Zwei - und Dre ipersonenhaushalte
durch das Auszugsmanagement bei der GAG angemeldet. Für das Jahr 2020 kri stallisierte
sich b ereits heraus, dass aufgrund von Großm odernisierungen die Zahl der Wohnu ngen,
die durch die GAG im Zuge des Auszugsmanagements vergeben werden kö nnen, weiter
schwierig bleiben wird.
Wie in den Vorjahren ist das Angebot frei finanzierter Wo hnungen der GAG für Klient*innen
ohne Wohnberechtigungsschein grundsätzlich geschlossen. Über das Programm Richtlinie
Flü wurden jedoch auch 2019 – wie bereits i m let zten Bericht angekündigt – Geflüchtete
ohne Wohnberechtigungsschein (beispielsweise mit Duldung oder im laufenden Asylverfah-
ren) in Wohnungen der GAG vermittelt. Auch 2020 wird dieses Programm fortgeführt.
Vorschläge:
Mehr frei finanzierte Wohnungsangebote der GAG für Klient*innen ohne Wohnb e-
rechtigungsschein
Klare Kriterien zur Vergabe von Wohnungen, wie z.B. Warteliste, Zuzug Köln
Frühzeitige Transparenz an beteiligte Partner*innen (z.B. Auszugsmanagement)
14
5.4. Weitere Wohnungsgeber
Mit anderen Immobilienunternehmen wie der Aachener Wohnungsgesellschaft und der E h-
renfelder Wohnungsgenossenschaft gibt es seit 2015 eine gute und konstante Z usammen-
arbeit. Im Berichtszeitraum konnten ca. sieben der insgesamt 132 vermittelten Wohnungen
über diese Immobiliengesellschaften gewonnen werden. Einige Wohnungen konnten über
die SMART Immobilien GmbH vermittelt we rden. Annähernd die Hälfte der vermittelten
Wohnungen im Jahr 2019 wurde über private Vermieter akquiriert, die sich oft erneut mit
einer weiteren Wohnung an das Auszugsmanagement wenden.
Es wird angestrebt die Zusammenarbeit mit den anderen Wohnungsbaugesel lschaften zu
intensivieren. Die sich an potentielle Vermi eter*innen richtende Ö ffentlichkeitsarbeit des
Auszugsmanagements verlief, aufgrund personeller Ve ränderungen bei den Trägern sowie
der Fokussierung auf das Pilotprojekt , langsamer als gewünscht. Für 2020 ist eine Intensi-
vierung der Akquise erneut geplant.
6. Zusammenarbeit mit Kölner Ämtern/Behörden
6.1. Kooperation mit dem Amt für Wohnungswesen
Die in 2018 neu entwickelte Kommunika tionsstruktur wurde weiter umgesetzt und ang e-
passt. Im Jahr 2019 kam es somit zu acht Treffen zwischen der Koordinationsstelle und den
Leitungen der einzelnen Träger. Zusätzlich trafen sich die zuständige Mitarbeiterin des Am-
tes für Wohnungswesen der Koordinationsstelle des Auszugsmanagements und die Mita r-
beiter*innen auf operativer Eb ene des Au szugsmanagements zum regelmäßigen Aus-
tausch. Einmal im Qua rtal wurden die erfassten Daten zu Erstberatung, Um- und Auszüge
an die Koo rdinationsstelle versandt. Aufgrund dieser Angaben kam es zur Aktualisierung
der Liste mit den Ku nden*innen. Diese wurde dann erneut an die operative Ebene der Tr ä-
ger weiter gegeben.
Auch im Jahr 2019 bestand der Aufnahmestopp für neue Kunden*innen. Jedoch wurde die-
ser für 2 -3 Personen Haushalte gelockert, sodass über die Fachkräfte der Sozi alen Arbeit
der einzelnen Unterkünfte in Frage kommende Haushalte der Koordinationsstelle gemeldet
werden konnten.
Wie bereits erwähnt, wurden auch 2019 Schulungen zur Wohnungssuche für die g eflüchte-
ten Menschen angeboten. Bewohner*innen der städtischen Unte rkünfte wurden über die
zuständigen Ansprechpartner*innen vor Ort informiert. Die Workshops konnten reibungslos
durchgeführt werden.
Bei angemessenen Mietüberschreitungen hat die Kooperat ion zwischen Amt für Wo h-
nungswesen, Jobcenter/Amt für Soziales, Arbeit und Senioren und Au szugsmanagement
besonders gut funktioniert. Auf kurzen Wegen konnten Bewilligungen für Mietüberschre i-
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tungen erwirkt werden. Dadurch kam es zu einer hohen Kostenersparnis, da privater Wohn-
raum kostengünstiger als die Unte rbringung in U nterkünften ist. Zudem kann im privaten
Wohnraum eine bessere Integration der geflüchteten Menschen stattfinden.
Vorschläge:
Engere Zusammenarbeit zwischen Auszugsm anagement und städtischen Sozialar-
beiter*innen, e rneute Vorstellung in einer Dienstbespr echung beim Amt für Wo h-
nungswesen
Weitere Treffen mit Kölner Behörden
6.2. Zusammenarbeit mit weiteren Kölner Ämtern/ Behörden
Die Zusammenarbeit mit dem Amt für Soziales und Senioren war auch im Jahr 2019 erfolg-
reich. Anträge wurden schnell bearbeitet und auftretende Probleme konnten in der Regel
unkompliziert gelöst werden.
Beim Jobcenter Köln hat sich die Bearbeitung von Mieta ngeboten durch eine We isung da-
hingehend verbessert, dass diese zeitnah bearbeitet werden. Pro blematisch hingegen ist
noch immer die Bearbeitung der Anträge auf Erstaussta ttung, die häufig noch erhebliche
Zeit in Anspruch nimmt und somit neue Pro bleme, wie entstehende Doppelmieten, ve rur-
sacht. Auch hier wird auf eine Lösung hin gearbeitet. Bei Verzögerungen der Bewilligungen
und erschwerter Kontaktaufnahme mit den Sozialarbeiter*innen wurde das Kunde nreakti-
onsmanagement des Jo bcenters eingeschaltet. Durch diese Zusammenarbeit konnte die
Bearbeitungszeit verkürzt werden.
Es gab ein Treffen mit der städtischen Koordination , den Mitarbeiter*innen der Träger und
Mitarbeiter*innen des Jobcenters zu Absprachen bezüglich der weiteren Kooperation.
In 2019 wurde die Zusammenarbeit mit dem IKD gestärkt. Der IKD bietet eine Nachbetreu-
ung bei Umzug in eine pr ivate Wohnung an. Es ist eine Beratung sanlaufstelle zu allen rele-
vanten Themen außer zur Wohnungssuche. Ziel ist es, die Menschen im Stadtgebiet zu
integrieren. Die Mitarbeiter*innen des Auszugsmanagement bieten den geflüchteten Perso-
nen nach Auszug immer eine Kontaktherstellung zum IKD an.
Vorschläge:
Priorität bei der Bearbeitung der Anträge auf Erstausstattung
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Direkte Absprachen mit dem/der zuständigen Sac hbearbeiter*in, regelmäßiger Aus-
tausch zwischen Behörden und Auszugsmanagement und ve rschriftlichte Abspr a-
chen
7. Fazit und Ausblick
Die im vergangenen Berichtszeitraum entwickelte gemeinsame Struktur des Auszugsmana-
gements hat sich inzw ischen etabliert, sodass sich die Arbeit we iter professionalisiert hat.
Das im Jahr 2018 entwickelte Controlling bewährte sich auch im Jahr 2019.
Es fanden regelmäßige Besprechungen sowohl unter den Trägern als auch zw ischen den
Trägern und der städtischen Koordination stat t. Aktuelle Themen und Entwicklungen kon n-
ten so zeitnah besprochen und bearbeitet werden.
Mit der Intensivierung des Angebots an Workshops und I nformationsveranstaltungen zur
Wohnungssuche hat das Auszugsmanagement seinen Schwerpunkt hin zum Empowerment
weiterhin verstärkt. Die auch in 2019 durchg eführten Workshops haben weiterhin gezeigt,
dass einige Geflüchtete noch weitere Fr agen zu Themen wie Umzug, Wohnen, Leistungen
haben. Somit wurden die Workshops so gestaltet, dass es Raum für die Beantwortung der
Fragen gab. Hiermit werden die Eigenständigkeit der Geflüchteten und auch die Nachha l-
tigkeit der Arbeit des Auszugsmanagements weiter gestärkt.
Die Zusammenarbeit mit ehrenamtlich Engagierten wurde durch das Pilotpr ojekt intens i-
viert. Die ehrenamtlichen Akt iven, die durch ihre Arbeit mit Geflüc hteten mit dem Thema
„Wohnen“ in Berührung kamen, konnten durch das Pilo tprojekt U nterstützung erfahren.
Weiterhin partizipierten die drei Träger des Auszugsmanagements mit Netzwerken wie dem
Forum für Willkommenskultur oder Aktion Neue Nachbarn und stehen den Freiwilligen für
Fragen in Zusammenhang mit der Umsetzung des Auszugsmanagements und den verwa l-
tungsmäßigen Abläufen zur Verfügung.
Aufgrund der dramatischen Knappheit an bezahlbarem Wohnraum sowohl auf dem öffen t-
lich-geförderten als auch auf dem freien Wohnungsmarkt, deren Mi eten die Mietobergren-
zen nicht überschreiten, hat sich das Auszugsm anagement konzeptionell weiterentwickelt:
Neben forcierter Wo hnungsakquise auch durch Öffentlichkeitsarbeit, gilt es nun mehr als
bislang, die Potentiale der Geflüchteten zu identif izieren und zu stärken, um sie auf dem
Wohnungsmarkt zu orientieren und sie für die Wohnungssuche vorzubereiten. Die Arbeit
mit Multiplikator*innen, vor allem mit Freiwilligen und ihren Strukturen, wurde ausgeweitet,
um die Wohnungssuche und am Ende die erfolgreiche Wohnungsvermittlung zu fördern.
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Von Ende 2011 bis Ende 2019 hat das Auszugsmanagement 3.371 Personen vermittelt und
beim Umzug begleitet. Für diese Menschen ist der Umzug in eine Privatwohnung ein großer
Schritt auf dem Weg der Integration in Deutschland. Das Auszugsmanagement ist zu einem
nachhaltig wirkenden Faktor für die No rmalisierung des Alltags, für die positive Gestaltung
der Lebenswelten und die effektive Integration der geflüchteten Menschen geworden.
Zusätzlich profitieren Wohnungsgeber*innen von der Unterstützung des Au szugsmanage-
ment und machen i. d. R. sehr gute Erfahrungen mit den neuen Mi eter*innen. Dieses führt
zu bleibenden positiven Erfahrungen, die sich auf das Z usammenleben in der Stadt auswir-
ken. Darüber hinaus bedeutet der Umzug aus einer Unterkunft in privaten Wohnraum für die
Stadt Köln eine hohe Kostenersparnis (s. Berechnung auf Seite 6).
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0975/2020
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 29.04.2020
- Erstellt
- 27.03.2020 07:00