V/0491/2018
Energiewirtschaftliche Chancen und Rahmenbedingungen für einen Energiepark in Münster
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Anlage A
2040 Zeichen
Anlage A zur V/0491/2018 Kurzüberblick Der Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen hat am 01.03.2016 die Verwaltung beauftragt, die energiewirtschaftlichen Chancen und Rahmenbedingungen für einen Energiepark in Münster zu prüfen (V/0949/2015) und über das Ergebnis zu berichten. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität Mit der Vorlage wird das Ziel „Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Er- lebnisqualität und hoher Umwelt- und Naturqualität weiterentwickeln“ verfolgt. Das Teilziel lautet „Ausbau der Erneuerbaren Energien in Münster und Beteiligung der Bürger- schaft gemäß Handlungskonzept zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 (V/0592/2010 inkl. V/0592/2010/E1). Zielerreichung: Münster als Energiepark zur Umsetzung der Energiewende und Beteiligung der Stadtgesellschaft am Klimaschutz Finanzierung Produktgruppe: 1401 Übergreifender Umweltschutz Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Keine finanziellen Auswirkungen Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig x überwiegend freiwillig vollständig frei- willig Gemäß dem Handlungskonzept zur Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes 2020 (V/0592/2010 inkl. V/0592/2010/E1) soll die Nutzung erneuerbarer Energien in Münster ausgebaut werden und die Stadtgesellschaft intensiv an den Klimaschutzaktivitäten beteiligt werden. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Mit der Vorlage werden die Klimaschutzaktivitäten der Stadt Münster positiv unterstützt.
V_0492_2018_Anlage1 Bericht
108878 Zeichen
I
Machbarkeitsstudie
Energiepark Münster
Oktober 2018
I
PROJEKTPARTNER
Dieses Projekt wurde unter Zusammenarbeit der Stadt Münster und der energielenker Beratungs
GmbH durchgeführt.
Auftraggeber
Stadt Münster
Amt für Grünflächen, Umwelt
und Nachhaltigkeit
Albersloher Weg 33
48155 Münster
Tel.: +49 251 492 6704
Ansprechpartner: Georg Böning
Auftragnehmer
energielenker Beratungs GmbH
AirportCenter II
Hüttruper Heide 90
48268 Greven
Tel.: +49 2571 58866 10
Bearbeitung: Reiner Tippkötter
Michael Gebhardt
Felix Knopf
Andre Fleige
Lesehinweis
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im vorliegenden Bericht bei Personenbezeichnungen
in der Regel die maskuline Form verwendet. Diese schließt jedoch gleichermaßen die feminine Form
mit ein. Die Leserinnen und Leser werden dafür um Verständnis gebeten.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Inhaltsverzeichnis
II
INHALTSVERZEICHNIS
1 Einleitung ............................................................................................................................... 1
2 Energieparks in Deutschland .............................................................................................. 3
3 Die Stadt Münster ................................................................................................................. 5
3.1 Wirtschaftliche Strukturen der Stadt Münster.................................................................. 5
3.2 Überblick über die erneuerbaren Energien im Stadtgebiet Münster ............................... 6
4 Das Industriegebiet Hessenweg .......................................................................................... 9
4.1 Technische Möglichkeiten und deren Bewertung im Industriegebiet Hessenweg ........ 11
4.2 Beurteilung des Standortes Hessenweg als potenzieller Energiepark ......................... 16
5 Erweiterter Betrachtungsraum – Standorte Hessenweg und EZM ................................ 17
5.1 Konzeptionelle Einbindung der Entsorgungszentrums Münster in die Entwicklung
eines Energieparks ...................................................................................................... 18
5.1.1 Energetische Verwertung von Stoffen .................................................................... 19
5.1.2 Potenziale am Standort des EZM .......................................................................... 20
5.2 Konzeptionelle Einbindung des Industriegebiets Hessenweg in den Energiepark ....... 21
5.2.1 Vernetzung von Erzeugung und Bedarfen ............................................................. 21
5.2.2 Potenziale am Standort Hessenweg ...................................................................... 22
5.3 Aufenthaltsqualitäten, Bildung und Qualifikation am Standort Hessenweg und EZM .. 22
5.4 Bewertung des Konzeptes „Erweiterter Betrachtungsraum“ ......................................... 23
6 Konzept eines stadtweiten Energieparks ......................................................................... 25
7 Münster - PowerRaum für eine vernetzte Energiewende ............................................... 32
7.1 SWOT-Analyse zu Münster - PowerRaum.................................................................... 32
7.2 Clusterung von Neuansiedlungen in Münster - PowerRaum ........................................ 34
7.3 Handlungsempfehlungen .............................................................................................. 36
7.4 Entwicklungsperspektiven Münster - PowerRaum 2030 ............................................... 41
7.5 Ziele von Münster - PowerRaum ................................................................................... 44
8 Fazit ...................................................................................................................................... 47
9 Verzeichnisse ...................................................................................................................... 50
9.1 Literaturverzeichnis ....................................................................................................... 50
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Inhaltsverzeichnis
III
9.2 Abbildungsverzeichnis ................................................................................................... 51
9.3 Tabellenverzeichnis ....................................................................................................... 52
9.4 Abkürzungsverzeichnis ................................................................................................. 53
10 Anhang ................................................................................................................................. 54
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Einleitung
1
1 EINLEITUNG
Die Stadt Münster geh ört zu den führenden Kommunen im Klimaschutz i n Deutschland. Für ihre
Anstrengungen und Projekterfolge ist die Westfalenmetropole bereits mehrfach ausgezeichnet
worden. Als Beispiele sind hier die Auszeichnungen „Bundeshauptstadt für Klimaschutz 1997 und
2006“ als auch die des European Energy Award in Gold in den Jahren 2005, 2009 , 2012 und 2015
und auch die aktuel le Vision „Klimaschutz 2050“ durch die Auszeichnung zur Masterplankommune
aufzuführen. Des Weiteren wurden im Jahr 2008 ambitionierte Klimaschutzziele definiert, die eine
CO2-Reduzierung von 40 % bis 2020 1 und einen Anteil von 20 % erneuerbarer Energien an der
gesamten Energieversorgung der Stadt Münster vorsehen. Der Anteil des auf dem Stadtgebiet pro-
duzierten Strom aus erneuerbaren Energien am Gesamtstromverbrauch liegt derzeit bei 11 %. Im
Bereich der regenerativen Wärmeversorgung nehmen die erneuerbaren Energien einen Anteil von
3 % des gesamten Wärmebedarfs ein. Insgesamt decken die erneuerbaren Energien am Strom- und
Wärmeverbrauch 6 % ab (Stand 2015). Um die Ziele zum Ausbau der erneuerbaren Energien zu
erreichen, wird aktuell das Klimaschutzteilkonzept Erneuerbare Energien Stadt Münster erarbeitet.
Das Bestreben der Stadt Münster liegt darin , eine Vorbildfunktion im Bezug auf den Klimaschutz
einzunehmen und die Bürger und Unternehmer zu aktivieren , gemeinsam die gesetzten Ziele zu
erreichen. Maßnahmen, die durch die Stadt Münster zu r Erreichung der Ziele und zur Aktivierung
ergriffen wurden, sind z.B. die Klimaschutzkampagne „Münster packt‘s – der Bürgerpakt für Klima-
schutz“, die sich an Bürger richtet oder „Münsters Allianz für Klimaschutz“ das Netzwerk für Unter-
nehmen. Weitere in diesem Zusammenhang zu erwähnende Netzwerke sind das Solarnetzwerk o-
der auch die Altbau-Partner, ein starker Verbund aus Handwerksunternehmen und Energieberatern
zur fachgerechten Altbausanierung. Auch im Bereich der Bildung ist die Stadt Münster aktiv, um das
Bewusstsein für die Umwelt und den verantwortungsvollen Umgang mit Energie bereits von Beginn
an zu prägen. Mit dem „Klimaschutz macht Schule“ setzen sich Lehrer, Erzieher und Schüler täglich
ein, um das Thema in d en Alltag einfließen zu lassen und die Kinder und Heranwachsenden ent-
sprechend zu sensibilisieren. Somit werden in Münster bereits Kampagnen und Netzwerke angebo-
ten, die sich aus Unternehmen, Bürgern und Bildung zusammensetzen; Elemente, die in einem Ener-
giepark vereint werden.
Um auch zukünftig konsequent auf den Klimaschutz ausgerichtet zu sein und weiterhin eine Vorbild-
funktion einzunehmen, müssen sich die Aktivitäten im Stadtgebiet dem ständigen Wandel anpassen
und sich frühzeitig den Herausforderungen der Zukunft stellen.
1 Bezogen auf das Basisjahr 1990
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Einleitung
2
Ein Baustein im Rahmen der Energie- und Klimaschutzaktivitäten der Stadt Münster soll die Prüfung
eines Energieparks sein, der den folgenden vier strategischen Zielbereichen gerecht wird:
1. Stärkung der Münsteraner Wirtschaft vor allem durch Ansiedlung von Unternehmen und
Arbeitsplätzen des sekundären Sektors, vorzugsweise der Energietechnik, der erneuerba-
ren Energien und der Umwelttechnologie
2. Mehr Klimaschutz und umweltfreundliche Energieversorgung durch einen Verbund von
innovativen An lagen zur Nutzung erneuerbarer heimischer Energien (Bioenergie,
Windkraft, Solarenergie)
3. Förderung der Wissenschaft und Forschung zum Beispiel durch ein Versuchs- und Test-
gelände für die Energieforschung, namentlich die Entwicklung von leistungsfähigen Spe i-
chermedien für Strom sowie die Gewinnung von Bioenergie aus kommunalen Rest - und
Abfallstoffen
4. Bildung und Information voranbringen durch Vermittlung von beruflichen Qualifikationen
über Neue Energien und von allgemeinbildenden Kenntnissen über ihre Rol le für die nach-
haltige Entwicklung der Gesellschaft
Das Ziel dieses Gutachtens besteht darin, die energiewirtschaftlichen Chancen und Rahmenbedin-
gungen für einen Energiepark in Münster im Kontext der zuvor genannten Ziele zu betrachten und
eine Grundlage für eine weitere Konkretisierung zu bilden.
Als Standort des Energieparks wurde gemäß Auftrag vorrangig das Industriegebiet Hessenweg in
Münster-Gelmer untersucht. In die Untersuchungen mit eingeschlossen wurde das Entsorgungs-
zentrum Münster (EZM) in Coerde sowie eine Ausdehnung auf das Gewerbegebiet Kleimannbrücke.
Wegen der Nähe des Industriegebietes Hessenweg zu den Rieselfeldern wurde ebenfalls geprüft ,
wie die Entwicklung des Energieparks mit den Belangen des Natur - und Landschaftsschutzes und
des Artenschutzes zu vereinbaren ist.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
3
2 ENERGIEPARKS IN DEUTSCHLAND
Der Begriff „Energiepark“ unterliegt in Deutschland derzeit keinen genormten Anforderungen, sodass
diese vielfältig gestaltet sein können und auch andere Begriffe wie beispielsweise „Energieland-
schaft“ oder „Bioenergiepark“ synonym verwendet werden. Im Allgemeinen ist unter einem Energie-
park eine definierte Fläche zur räumlich gebündelten Errichtung von vorrangig erneuerbaren Ener-
gieumwandlungsanlagen, Speichereinheiten oder auch Übergabestationen zu verstehen.
Ein bislang entscheidendes Merkmal von Energi eparks besteht darin , als zusammengehörig, er-
kennbare Organisation angeordnet zu sein . Bekannte Energieparks in Deutschland sind beispiels-
weise die Energielandschaft Morbach, der Energiepark KonWerl und der Bioenergiepark Saerbeck.
Hier wurden jeweils, nicht mehr genutzte, militärische Grundstücke durch den Bau von regenerativen
Energieerzeugungsanlagen zu einem Energiepark umgerüstet.
Wie eingangs erwähnt, gibt es kein genormtes Konzept oder verbindlichen Standard für den Aufbau
oder die Bestandteile von Energieparks. Somit gleicht kein Park dem anderen und die Schwerpunkte
variieren. Die Energieparks werden individuell an die Bedürfnisse und den Bedarf der Region ange-
passt, um möglichst effektive Vorteile im Rahmen des Klimaschutzes und der Wirtschaftlichk eit zu
erzielen. Den Hauptbestandteil der Anlagen in den Parks bilden in der Regel die Strom- beziehungs-
weise Wärmeerzeugungsanlagen mit größtenteils Windkraft, Photovoltaik und Biomasse als Ener-
gieträger.
Neben der erneuerbaren Energieerzeugung sind häufig auch Forschung und Entwicklung in Form
von Modell- und Demonstrationsanlagen sowie Öffentlichkeitsarbeit ein bedeutender Bestandteil der
Energieparks. Insbesondere Kommunen als Betreiber bieten gerne Führungen an, um Bürger für
das Thema Klimaschutz zu sensibilisieren und die Chancen sowie Vorteile der regenerativen Ener-
gieerzeugung verständlich zu machen.
Nicht zwangsläufig charakteristisch, aber auffällig sind die Zusammensetzungen der Entwickler und
Betreiber der Energieparks. In vielen Fällen set zen sich die Projektverantwortlichen aus Kommune,
Wirtschaft und Wissenschaft zusammen, um voneinander zu profitieren. Synergieeffekte ergeben
sich zum Beispiel durch die Abgabe von Wärme aus den Biomasseanlagen an Gewerbebetriebe.
Die Energieparks helfen den Kommunen, die eigenen Klimaschutzziele zu erreichen, in dem sie den
Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamtenergieerzeugung erhöhen und somit die CO 2-be-
lasteten konventionellen Energien ersetzen. Durch die Verbindung von Wärmesenken und Wärme-
quellen oder die Förderung innovativer Energieerzeugungskonzepte kann die Energieversorgung
durch Energieparks wirtschaftlich und nachhaltig ausgebaut werden. Einfluss auf die technische Aus-
richtung und Wirtschaftlichkeit eines Energieparks haben auch die No vellierungen des Erneuerbare
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
4
Energien Gesetzes (EEG). Während in der Vergangenheit der durch die erneuerbaren Energien er-
zeugte Strom, aufgrund der attraktiven Einspeisevergütung des EEGs, überwiegend in das öffentli-
che Stromnetz eingespeist wurde, geht aktuell der Trend dazu über den Eigenstrom mit dem dezent-
ral erzeugten Strom zu ersetzen. Dies ist den sinkenden Vergütungssätzen des EEG‘s geschuldet.
Bereits existierende Energieparks in Deutschland sind der Anlage A 1 beigefügt.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
5
3 DIE STADT MÜNSTER
Münster ist eine kreisfreie Stadt in Westfalen mit rund 305.000 Einwohnern 2 auf einer Fläche vo n
rund 303 km²3. Das Stadtgebiet gliedert sich in die sechs Stadtbezirke Mitte, Nord, Ost, West, Süd -
Ost und Hiltrup, die sich wiederum in 45 statistische Bezirke aufteilen. Der Stadt Münster wird ein
weiterer Bevölkerungszuwachs in den kommenden Jahren prognostiziert. Im Folgenden werden
Rahmenbedingungen der Stadt im Bezug auf die wirtschaftlichen Strukturen und erneuerbaren Ener-
gien vorgestellt.
3.1 Wirtschaftliche Strukturen der Stadt Münster
Charakteristisch für die Stadt Münster ist, dass sie ein Hochschul- und Verwaltungsstandort ist. Ne-
ben der Westfälischen Wilhelms-Universität und der Fachhochschule Münster gibt es die Musikhoch-
schule, die Hochschule der Polizei und weitere höhere Bildungseinrichtungen. Zudem sind die Be-
zirksregierung, der Landesverband Westfalen -Lippe, der Verfassungsgerichtshof und das Oberver-
waltungsgericht auf dem Stadtgebiet von Münster verteilt.
Auch für Unternehmen ist Münster ein attrakti ver Standort. Angesiedelt sind Industrieunter nehmen
wie der Chemiekonzern BASF Coatings GmbH, das Ziegelwerk Janinhoff GmbH & Co. KG, die Bril-
lux GmbH & Co. KG oder der Energ ie- und Sondergase lieferant Westfalen AG. I m Bereich der
Dienstleistungen haben gr oße Versicherungsunternehmen und Finanzdienstleister ihren Hauptsitz
oder eine Niederlassung in Münster. Beispiele hierfür sind neben der Vereinigten Volksbank Münster
und der Sparkasse Münsterland Ost, die LVM und Provinzial Versicherungen oder auch die deutsche
Rentenversicherung, die im Gebiet Münster Nord eine größere Niederlassung betreibt. Diese gute
Infrastruktur trägt auch dazu bei, dass die Wirtschaftsförderung der Stadt Münster in dem neu er-
schlossenen Hansa Business park bereits zehn Gewerbegrundstücke vermarkten konnte oder die
LVM Versicherung 60 Mio. € in den münsterischen Stadthafen 1 für den Bau eines Büro- und Wohn-
komplexes investieren wird.4
Dass Münster ein attraktiver Wirtschafts - und Wissenschaftsstandort ist , bestätigt auch das große
Städteranking 2016, in dem Münster bundesweit Platz 21 und bezogen auf NRW Platz 3 einnimmt.
Positiv haben sich laut dieser Untersuchung im Bereich der Zukunftsperspektiven das hohe Kreativ-
2 Beschlussvorlage V/1063/2016 Münsters Zukünfte 20/30/50
3 Jahres-Statistik 2015 Allgemeines über Münster S. 8
4 http://www.wfm-muenster.de/standort_muenster/profil_der_stadt/index59.htm (22.10.2016)
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
6
Beschäftigungs-Potenzial und die Dichte an Forschungseinrichtungen ausgewirkt. Somit ordnet sich
Münster neben Düsseldorf und Bonn in die „Lichtblicke Nordrhein-Westfalens“ ein.5
Einen großen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten die Stadtwerke Münster als einer der
großen Arbeitgeber im Stadtgebiet . Im Jahr 2005 w urde das ehemalige Kohlekraftwerk durch ein
modernes und innovatives Gas - und Dampfturbinen -Heizkraftwerk (GuD) ersetzt. Im Hafen von
Münster werden so rund 500 Millionen kWh Strom erzeugt, was einem Anteil von 50 % des Gesamt-
strombezugs der Münsteraner entspricht. Die dabei entstehende Abwärme vo n rund 600 Millionen
kWh wird in das Fernwärmenetz der Stadt gelei tet und versor gt so Haushalte, Unternehmen und
Hochschulen in Münster mit Wärme. Durch den dadurch betriebenen Prozess der Kraft -Wärme-
Kopplung (KWK) wird das eingesetzte Gas optimal genutzt. 6 Außerhalb des Fernwärmenetzes gibt
es drei weitere Quartiere, die im Prozess der KWK mit Wärme versorgt werden. Dezentrale Heiz-
kraftwerke, die mit KWK-Anlagen für die Grundlast und konventionellen Heizkesseln für die Spitzen-
last ausgestattet sind , versorgen so effizient Wohnhäuser mit Wärme. Durch den Betrieb einiger
KWK-Anlagen mit Biogas, können die Objekte mit Wärme aus erneuerbaren Energien versorgt wer-
den.
3.2 Überblick über die erneuerbaren Energien im Stadtgebiet Münster
Erneuerbare Energien oder auch regenerative Energien stehen für die Energieträger, die sich ver-
hältnismäßig schnell erneuern und so faktisch unerschöpflich zur Verfügung stehen. Die folgende
Abbildung 3-1 gibt eine Übersicht über die nutzbaren erneuerbaren Energieträger.
5 http://www.wn.de/Muenster/2551535-Staedteranking-2016-Muenster-ist-wirtschaftsstarker-Lichtblick-in-NRW
(22.10.2016)
6 https://www.stadtwerke-muenster.de/unternehmen/energie/unser-angebot-fuer-sie/erzeugungsanla-
gen/gud.html (22.10.2016)
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
7
Abbildung 3-1: Übersicht der erneuerbaren Energieträger
Die erneuerbaren Energien werden sowohl zur Strom - als auch zur Wärmeerzeugung eingesetzt.
Da Anlagen, die zur Stromerzeugung mit erneuerbaren Energieträgern betrieben werden, nur be-
dingt geregelt werden können, gibt es Technologien wie Power-to-Heat oder auch Power-to-Gas, in
denen überschüssiger Strom zur Wärmegewinnung bzw. Gasgewinnung genutzt werden kann.
Das „Klimaschutzteilkonzept Erneuerbare Energien der Stadt Münster“ gibt einen aktuellen Überblick
über den Status Quo in Münster und beschreibt die Ausbaupotenziale, die zur weiteren Steigerung
des Anteils erneuerbarer Energien an der Gesamtversorgung für das Stadtgebiet möglich sind.
Im Anhang A 2 ist eine Karte beigefügt, die einen Überblick über die bestehenden Energieerzeu-
gungsanlagen in Münster, auf Basis erneuerbarer Energien, gibt. Deutlich zu erkennen ist die Ent-
wicklung der dezentralen Energieerzeugung, die sich über das gesamte Stadtgebiet ausweitet. Wäh-
rend im Stadtgebiet überwiegend Photovoltaik - und Solarthermieanlagen installiert sind, so sind im
Randbereich der Stadt unter immissionsschutzrelevanten Gesichtspunkten genehmigungsbedürf-
tige Biogasanlagen und Windenergieanlagen installiert. Insgesamt werden in Münster die in der Ab-
bildung 3-1 aufgeführten erneuerbaren Energien genutzt, wenngleich in verschieden starker Ausprä-
gung.
erneuerbare
Energieträger
Windenergie
Biomasse
UmweltwärmeWasserkraft
Sonnenenergie
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
8
Am Entsorgungszentrum Münster ( EZM) in Coerde werden bereits seit den 80er Jahren BHKW -
Anlagen betrieben. 2015 wurde die alte BHKW-Anlage zurückgebaut und eine moderne Anlage neu
installiert. Die entstehenden Klär-, Deponie- und Biogase, die einem zentralen Gasspeicher zuge-
führt werden, werden den Motoren zugeführt, die darauf Strom und Wärme erzeug en. Die Anlage
besteht aus vier Modulen mit einer jeweiligen elektrischen Leistung von 800 kW. Die dabei erzeugte
Wärme wird zum Teil der Biomüllvergärungsanlage und der Kläranlage zur Verfügung gestellt. Für
die nicht benötigten Wärmemengen werden derzeit verschiedene Überlegungen zur weiteren Nut-
zung angestellt.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
9
4 DAS INDUSTRIEGEBIET HESSENWEG
Das Industriegebiet Hessenweg wurde 1984 entwickelt und erstreckt sich auf einer Fläche von rund
100 ha auf dem Bereich des Hessenweges zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Schiffahrter Damm
(L 587). Vorrangig richtet sich das Plangebiet an Betriebe des produzierenden Gewerbes sowie Un-
ternehmen mit größeren Lagerflächen oder mit Immissionen verbundene Unternehmen. Aus diesen
Gründen hat das Gebiet einen Abstand von 80 0 m zu dem Stadtteil Coerde bzw. 1 ,5 km zu dem
Ortsteil Gelmer.
In rund einem Kilometer Entfernung zu dem Industriegebiet befi ndet sich die Zentraldeponie II mit
dem EZM, die von den Abfallwirtschaftsbetrieben der Stadt Münster (AWM) bewirtschaftet wird. Auf
dieser Deponie werden Restabfal lstoffe gelagert, die zuvor zweistufig in einer mechanisch -biologi-
schen Restabfallbehandlungsanlage aufbereitet wurden. An diesem Standort werden die innerhalb
des biologischen Prozesses entzogenen Gase einem Blockheizkraftwerk zugeführt. Der produzierte
Strom wird zum Betrieb der Anlage und die Wärme zur Beheizung des Gärreaktors der Bioabfallver-
gärungsanlage und zur Versorgung der Kläranlage verwendet.
Rund drei Kilometer südlich vom Industriegebiet Hessenweg ist das Gewerbegebiet an der Klei-
mannbrücke angesiedelt. Abgesehen vom Baufachmarkt Hornbach setzt sich das Gewerbegebiet
im Wesentlichen aus kleinteiligem Gewerbe und vereinzelten Fachmärkten zusammen.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
10
Abbildung 4-1: Übersicht Industriegebiet Hesse nweg mit dem angrenzenden Standort des Entsorgungszent-
rums Münster (EZM)7
Der Dortmund -Ems-Kanal befindet sich in direkter Nähe zum Industriegebiet Hessenweg. Dieser
wird durch die Westfalen AG zum Transport von flüssigen Energieträgern für die eigenen Tanklager
genutzt, die sich samt eines Hafens im Industriegebiet Hessenweg befinden.
Insgesamt befinden sich rund 35 Unternehmen in dem Industriegebiet, die sich von der Unterneh-
mensgröße und den Tätigkeitsschwerpunkten wesentlich unterschei den (heterogene Unterneh-
menslandschaft). Größere ansässige Unternehmen im Industriegebiet sind:
▪ Westfalen Fleischwaren GmbH
▪ Sanotact GmbH
▪ Fiege Healthcare Logistics GmbH
▪ Aug. Winkhaus GmbH
▪ Westfalen Tanklager- und Transportgesellschaft mbH
Zusätzlich zu de n größeren Unternehmen in dem Industriegebiet sind mehrere Entsorgungsunter-
nehmen an diesem Standort ansässig. Zu diesen Unternehmen zählen u. a.:
▪ Drekopf Recyclingzentrum Essen GmbH
7 www.google.de
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
11
▪ Reiling MS-Recycling GmbH & Co. KG
▪ Remondis GmbH & Co. KG
Innerhalb des Industriegebietes besteht die Möglichkeit einer Ansiedlung weiterer Unternehmen. Ak-
tuell werden weitere F lächen landwirtschaftlich genutzt, die als Ausbaureserve zur Verfü gung ste-
hen. Die Wirtschaftsförderung Münster hat für die Errichtung eines Energiepark s die Unterstützung
zugesagt und stellt einen Teil der 12,7 ha großen Ausbaufläche im südlichen Bereich des Industrie-
gebietes zur Verfügung.
4.1 Technische Möglichkeiten und deren Bewertung im Industriegebiet
Hessenweg
Die größeren Unternehmen im Industriegeb iet Hessenweg zeichnen sich dadurch aus, dass diese
über einen hohen Strombedarf und die energieintensiveren Unternehmen im Teilbereich Hessenweg
2 bis 10 zusätzlich über einen kontinuierlichen Kälte- bzw. Wärmebedarf verfügen. Auch ist bei den
Unternehmen die Bereitschaft vorhanden , sich extern mit Wärme, statt wie bisher mit Erdgas, ver-
sorgen zu lassen.
Für diese Rahmenbedingungen werden im Folgendem unterschiedliche Technologien , basierend
auf erneuerbaren Energien, aufgrund einer möglichen Eignung innerhalb des Industriegebietes Hes-
senweg, im ersten Schritt bewertet.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
12
Tabelle 4-1: Potenzialübersicht erneuerbarer Energien
Technologie Unterstelltes
Potenzial
Bemerkung
Photovoltaik (PV) vereinzelt Flächen, die innerhalb des Industriegebietes für die
Aufstellung von Freiflächenanlagen genutzt wer-
den können, sind aufgrund ihrer Ausrichtung und
potenzieller Verschattung zu prüfen.
Durch PV -Anlagen können Unternehmen den
Strombezug aus dem Netz verdräng en und so an-
teilig eigenen Strom erzeugen. Bei der Nutzung von
Hallendächern stellt die Technik eine Ei nzellösung
für Unternehmen dar. Nach Rücksprache mit ver-
einzelten Unternehmern stellen Photovoltaikanla-
gen erhöhte Anfo rderungen an den Brandschutz .
Aus diesem Grund haben die Unternehmen Ab-
stand von einer Umsetzung genommen.
Solarthermie vereinzelt Unternehmen, die einen kontinuierlichen Warm-
wasserbedarf haben, können diesen anteilig durch
die Nutzung von Solarthermieanlagen regenerativ
erzeugen. Im Bereich des Hessenwegs 2 – 10 sind
vereinzelte Unternehmen ansässig, die einen kon-
tinuierlichen Wärmebedarf benötigen.
Geothermie nein Die EnergieAgentur.NRW weist die geothermische
Ergiebigkeit für das Gebiet als mittel bis grundnass
aus, so dass keine optimalen Voraussetzungen für
den Einsatz von Erdwärmekollektoren gegeben
sind.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
13
Technologie Unterstelltes
Potenzial
Bemerkung
Biomassenutzung ja Der Transport von Biomasse in das Industriegebiet
ist durch die Anbindung an den Kanal gegeben. Bi-
omasse wird im Bereich des EZM bereits genutzt
und stellt eine thematische Erweiterung des Stand-
orts Hessenweg dar.
Energ. Nutzung von
Rest- und Abfallstoffen
ja Durch die angesiedelten Entsorgungsunternehmen
ist eine Kompetenz im Industriegebiet vorhanden.
Die energetische Nutzung von Rest- und Abfallstof-
fen stellt zudem ein interessantes Forschungsfeld
dar und die Infrastruktur und baulichen Vorgaben
(Beeinträchtigungen durch Immissionen) sind im
Industriegebiet gegeben.
Kraft-Wärme-Kopplung
(KWK)
ja Vereinzelte Unternehmen lassen einen sinnvollen
Einsatz von kleineren KWK-Anlagen vermuten. Zu-
dem stellt die KWK eine sinnvolle Ergänzung bei
der Nutzung von Biomasse bzw. Rest- und Abfall-
stoffen dar.
Kraft-Wärme-Kälte-
Kopplung (KWKK)
ja Vereinzelte Unternehmen verfügen über einen kon-
tinuierlichen Bedarf, der sich aus Kälte und Wärme
ergibt. Die Kälte wird aktuell über konventionelle
Kompressionskälteanlagen erzeugt, die durch eine
KWKK-Lösung ersetzt werden könnten. Zudem
stellt die KWKK eine sinnvolle Ergänzung bei der
Nutzung von Biomasse bzw. Rest - und Abfallstof-
fen dar.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
14
Technologie Unterstelltes
Potenzial
Bemerkung
Power-to-Gas zu prüfen Power-to-Gas Anlagen sind innovative Lösungen,
um eine Regulier ung des Stromnetzes unter den
Bedingungen des kontinuierlichen Ausbaus der er-
neuerbaren Energien gewährleisten zu können.
Das Industriegebiet ist an das öffentliche Gasnetz
angeschlossen. Durch einen potenziellen Zubau
von Eigenstromerzeugungsanlagen im Industriege-
biet Hessenweg ist zu prüfen, ob der Einsatz einer
Power-to-Gas Anlage sinnvoll sein kann.
Power-to-Heat zu prüfen Wie die Power -to-Gas Anlagen werden auch die
Power-to-Heat Anlagen zur Regulierung des
Stromnetzes eingesetzt. Bei Stromüberschüssen
im Netz werden Power-to-Heat Anlagen zugeschal-
tet, um aus elektrischer Energie Wärme zu erzeu-
gen. Auch hier ist zu prüfen, ob eine Überlastung
des Stromnetzes in dem Teilbereich zu erwarten ist
und der Einsatz einer Power -to-Heat Anlage s inn-
voll ist.
Windenergie ja Die textliche Festsetzung für den Bebauungsplan
Nr. 287 (Gelmer-Industriegebiet Hessenweg / Öst-
lich des Dortmund -Ems-Kanals) nach § 9 BauG
sieht unter Punkt 1.4 den Bau von Windkraftanla-
gen als zulässig an. Weitere Genehmigungen nach
dem BImSchG und der Landesbauordnung sind
entsprechend zu beachten.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
15
Technologie Unterstelltes
Potenzial
Bemerkung
Energiespeicherlösun-
gen
ja Energiespeicher stellen sowohl im thermischen als
auch im elektrischen Bereich eine Möglichkeit dar,
die Effizienz und auch Regulierbarkeit eines Sys-
tems zu steigern. Diese lassen sich mit KWK,
KWKK, Biomasse und auch PV -Anlagen sinnvoll
kombinieren und sind in der Konzeptionierung mit
zu integrieren.
Kaltwassernetz nein Ein Kaltwassernetz ergibt sich zumeist aus Abwär-
mepotenzialen und Wärmequellen, wie z. B. durch
industrielle Abwässer oder maschinelle Abwärme ,
die in einem niedrigen Temperaturniveau gehoben
werden können. Mit Hilfe von Wärmepunkten kann
das Temperaturniveau dann auf eine nutzbare
Temperatur angehoben werden. Diese Rahmenbe-
dingungen sind aktuell im Industriegebiet noch
nicht gegeben.
Abwärmenutzung ja Die Unternehmen im Industriegebiet nutzen ihr Ab-
wärmepotenzial intern, so dass keine Wärme aus-
gekoppelt werden kann. Bezogen auf das EZM in
Coerde kann die Abwärmenutzung der BHKW -An-
lagen in das Konzept einbezogen werden.
Nachdem die einzelnen Technologien vorgestellt wurden, erfolgt im nächsten Schritt eine erste
standortabhängige Bewertung der Technologien.
Windenergieanlagen sind grundsätzlich im Industriegebiet zulässig. Jedoch besteht d urch den Be-
trieb von Windenergieanlagen am Hessenweg die Gefahr, dass sich eine ablehnende Haltung zu
einem potenziellen Energiepark entwickelt. Diese kann darin begründet sein, dass sich das Indust-
riegebiet in räumlicher Nähe zu den Rieselfeldern, einem Naturschutzgebiet, befindet und Windener-
gieanlagen zwar grundsätzlich einen regenerativen, jedoch keinen innovativen Ansatz darstellen .
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
16
Der Fokus eines Energieparks Hessenweg wird auf einen innovativen Ansatz und auf eine Verknüp-
fung zu ansässigen Unternehmen, vorhandenen energetischen Lösungsansätzen und eine Integra-
tion in die vorhandenen Strukturen und Umgebungen gelegt.
Die Übersicht der Technologien zeigt, dass der Einsatz vereinzelter Technologien in Unternehmen
einen innerbetrieblichen, also punktuellen Beitrag zur Effizienzsteigerung leisten kann.
4.2 Beurteilung des Standortes Hessenweg als potenzieller Energiepark
Das Industriegebiet Hessenweg ist durch eine Mischung aus kleinen und größeren Unternehmen
geprägt. Gerade im Bereich des Hessenweges 2 bis 10 sind größere Unternehmen ansässig, die
einen kontinuierlichen Ener giebedarf haben. Gespräche mit den relevanten Unternehmen, dessen
Inhalte dem Anhang A 3 beigefügt sind, beinhalten folgende Kernaussagen:
▪ Die Unternehmen haben grundsätzlich ein Interesse an innovativen und ver-
lässlichen Versorgungslösungen.
▪ Es bestehen Hemmnisse der Unternehmen, PV-Anlagen zu installieren.
▪ Grundsätzlich besteht auch ein Interesse den Erdgasbezug durch externe Wär-
melieferung zu substituieren.
▪ Bedenken im Bezug auf einen Energiepark ergeben sich dahingehend, dass
Flächen für betriebliche Expansionen durch den Energiepark genutzt werden.
Somit könnte sich eine Konkurrenzsituation zwischen Unternehmen und einem
Energiepark ergeben.
▪ Es wird vermutet, dass die immissionsrechtlichen Freiräume, die ein Industrie-
gebiet charakterisieren, die Ansiedlung von Forschungseinrichtungen beein-
trächtigen könnten.
Bezugnehmend auf einen Energiepark Hessenweg kann für das Industriegebiet festgestellt werden,
dass grundsätzlich Potenziale im Bereich der Energienutzung bestehen, jedoch die eingeschränkte
Betrachtung auf dieses Industriegebiet dem Anspruch eines umfassenden und themenübergreifen-
den Energieparks für Münster nicht gerecht wird.
Die Ausweitung auf das angrenzende Gewerbegebiet an der Kleimannbrücke wurde in der Gesamt-
betrachtung ebenfalls berücksichtigt. Eine Mitbetrachtung bei der Entwicklung eines Energie parks
Hessenweg durch Einbezug des Gewerbegebietes Kleimannbrücke ist aufgrund seiner Kleinteiligkeit
und nicht erkennbarer Wärmequellen bzw. Wärmesenken jedoch nicht zielführend.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
17
5 ERWEITERTER BETRACHTUNGSRAUM – STANDORTE HES-
SENWEG UND EZM
Für die Entwicklung eines Energieparks für Münster empfiehlt es sich , das Gebiet um den Standort
Hessenweg und das Entsorgungszentrum Münster (EZM) gemeinsam zu betrachten, obwohl es sich
thematisch voneinander abgrenzt.
Abbildung 5-1: Thematische Abgrenzung am Hessenweg und dem EZM
Die Abbildung 5-1 zeigt die thematische Abgrenzung der beiden Gebiete, die sich am EZM auf die
Aufbereitung und Verwertung von Natur - und Abfallstoffen ausrichtet und am Hessenweg auf die
Nutzung erneuerbar erzeugter Energie sowie die Themen der Vernetzung spezialisiert. Im Folgen-
den werden die konzeptionellen Ausprägungen beider Standorte in dem Gesamtkonzept eines Ener-
gieparks erläutert, von denen das EZM einen thematischen Schwerpunkt einnimmt.
Aufbereitung und energ.
Verwertung von Natur -
und Abfallstoffen
Energienutzung und Ver-
netzung
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
18
5.1 Konzeptionelle Einbindung der Entsorgungszentrums Münster in die
Entwicklung eines Energieparks
Die in Münster anfallenden Abfälle werden durch die AWM erfasst und zur Aufbereitung zum EZM
transportiert, an dem die Anlagentechniken zur Behandlung der Abfallstoffe posit ioniert sind. Nach-
dem aus dem Abfall Wertstoffe aussortiert wurden, wird der zu deponierende Rest außerhalb von
Münster gelagert.
Abbildung 5-2: Übersicht EZM (Stand 2014)8
Aktuell werden in einer Kompos tierungsanlage die jährlich anfallenden rund 22.000 t Grünabfälle
kompostiert, die in der Vergangenheit durch rund 7.000 t Gärrückstände aus der Bioabfallvergä-
rungsanlage ergänzt wurden. Die Bioabfallvergärungsanlage (BVA) ist am Standort noch existent,
wird jedoch seit dem 31.12.2016 nicht mehr betrieben. In dieser Anlage wurden die Bioabfälle aus
der Stadt vergoren und das gewonnene Biogas den Blockheizkraftwerken zugeführt, die wiederum
Wärme für den Gärprozess geliefert haben. Als dritte Anlage zur Aufbereitung von Abfallstoffen wird
die mechanisch-biologische Restabfallbehandlungsanlage (MBRA) betrieben, die mit einer Jahres-
kapazität von 70.000 t Restmüll, Sperrmüll und Gewerbeabfälle vorbehandelt, indem Wertstoffe aus-
sortiert werden. Durch eine Umrüstu ng der Restmüllbehandlungsanlage können ebenfalls seit dem
01.01.2017 Bioabfälle der Anlage zugeführt werden, die energetisch verwertet werden. Wie in der
ehemals betriebenen BVA wird in diesem Prozess ebenfalls das gewonnene Biogas in einer Grö-
ßenordnung von rund 2,4 Mio. m³ einem BHKW zugeführt. Die nach der Vorsortierung verbleibende
8 Nachhaltiges Abfallwirtschaftskonzept der Stadt Münster 2016, S. 44
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
19
Restmüllmenge wird in einer thermischen Verwertung außerhalb des Stadtgebietes Münster zuge-
führt.
5.1.1 Energetische Verwertung von Stoffen
Die weitere Verwertung von Abfallstoffen leistet einen wichtigen Beitrag zur Schonung der Ressour-
cen und zum Klimaschutz. Dabei hängt das Potenzial der aus Reststoffen erzeugten Energie in einer
groben Betrachtung von drei Stufen ab, die in der Form bereits am EZM Anwendung finden und für
den Energiepark thematisch vertieft werden können:
Abbildung 5-3: Prozess zur energetischen Bewertung von Abfallstoffen
Art und Qualität der Stoffe
Der thematische Schwerpunkt der Stoffverwertung am Standort des EZM setzt sich zweistufig zu-
sammen. Im ersten Schritt ist das Aufkommen von Stoffen zu erforschen und zu bewerten, ehe im
zweiten Schritt eine Aussage zu dem Energiegehalt unterschiedlicher Stoffe getroffen werden kann.
• Welche Abfallstoffe gibt es im Stadtgebiet?
• Wie ist der Energiegehalt der Stoffe?
Art und Qualität der Stoffe
• Ist ein Recycling möglich?
• Ist eine energetische Verwertung sinnvoll?
• Durch welchen Prozess kann der Energiegehalt gehoben werden?
Prozess der Verwertung
• Mit welcher Technologie kann die Energieumwandlung gelingen
(KWK, ORC etc.)?
Effizienz der Erzeugung
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
20
Die Ergebnisse können in einer ganzheitlichen Betrachtungsweise zu einem organischen Stoffstrom-
management ausgeweitet werden, das unabhängig von dem Energiepark für Unternehmen aber
auch für private Haushalte Anwendung finden kann. 9
Prozess der Verwertung
Eine Weiterführung des organischen Stoffstrommanagements beschäftigt sich mit der Frage, durch
welches Verfahren bzw. welche Technologie (z. B. Kompostierung, Vergärung oder thermische Ver-
wertung) das energetische Potenzial des jeweilig eingesetzten Stoffes effizient gehoben wer den
kann. Innerhalb dieses Prozesses gibt es Anknüpfungspunkte für Hersteller geeigneter Technolo-
gien in Verbindung mit forschenden Einrichtungen. Auch die Speicherung der Sondergase ist in die-
sem Schritt mit einzubeziehen.
Effizienz der Erzeugung
Nach der Verwertung der Stoffe können diese energetisch genutzt werden. Innerhalb dieses Pro-
zessschrittes werden die Anforderungen der Verbraucher im Kontext der effizienten Möglichkeiten
der Stoff-Verwertung betrachtet. Der Einsatz von KWK oder KWKK kann hier ein e Möglichkeit dar-
stellen oder eine Prozessoptimierung durch das Verfahren des Organic Rankine Cycle (ORC), des-
sen Besonderheit darin besteht, bei niedrigem Temperaturgefälle Strom zu erzeugen.
Die erzeugte Wärme oder auch Kälte könnte über ein Wärme - bzw. Kältenetz an die geeigneten
Wärmesenken (z. B. der Stadtteil Coerde) abgegeben werden Für eine Belieferung des Stadtteils
Coerde sind die Wärmemengen aktuell noch zu gering, um eine wirtschaftliche Versorgung darstel-
len zu können . Zur Optimierung der Erzeu ger- und Nachfrageseite ist in diesem Teil ebenfalls die
Speichertechnologie einzubeziehen.
5.1.2 Potenziale am Standort des EZM
Das EZM ist bereits ein Vorreiter in der energetischen Verwertung von Abfallstoffen. Bereits seit
1988 wurden die in der Deponie und im Klärwerk anfallenden Gase einer BHKW -Anlage zugeführt
und so aus den Abfallstoffen Strom und Wärme gewonnen. Im Jahr 1997 wurde die Anlage durch
die Vergärung von Bioabfällen erweitert, so dass ab diesem Zeitpunkt ein Gemisch aus Deponie -,
Klär- und Biogasen den BHKWs zugeführt wurde.
In Verbindung mit einem Energiep ark bietet dieser Standort durch die energetische Nutzung von
Abfallstoffen grundsätzliche Strukturen, die für die Entwicklung aufgegriffen werden können. Aktuelle
9 https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/461/publikationen/4010_0.pdf
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
21
und zukunftsweisende Themenfelder wie Mobilität oder auch Kopplung von unterschiedlichen Sek-
toren können an diesem Standort jedoch nicht umfänglich aufgegriffen werden.
5.2 Konzeptionelle Einbindung des Industriegebiets Hessenweg in den
Energiepark
Einen weiteren thematischen Schwerpunkt des Energieparks kann das zum EZM angrenzende und
durch den Kanal getrennte Industriegebiet Hessenweg darstellen. Die direkte Verbindung beider Be-
reiche durch eine Wärmeauskopplung aus dem EZM wird kritisch betrachtet, da aufgrund der Tren-
nung durch den Kanal erhebliche Aufwendungen notwendig sind, um Wärmeleitungen in das Indust-
riegebiet zu verlegen. Technisch sind beide Bereiche somit nicht zu verbinden. Thematisch steht
jedoch das EZM für die nachhaltige Erzeugung, wobei das Industriegebiet Hessenweg durch die
angesiedelten Unternehmen das Thema der Verbraucher besetzt. Die Fragestellung, die sich in die-
sem Bereich ergibt und einen Innovationscharakter aufgreift, ist, inwieweit regenerative Erzeugungs-
kapazitäten im Industriegebiet installiert werden können, um den Energiebedarf und das Lastverhal-
ten des Areals abdecken zu können. Einen wesentlichen Baustein dieser Fragestellung nimmt dabei
die Vernetzung und Regelung der Erzeugungseinheiten mit den Verbrauchseinheiten ein.
5.2.1 Vernetzung von Erzeugung und Bedarfen
Die Unternehmen im Bereich des Hessenwegs 2 bis 10 verfügen über größere Energiebedarfe in
Form von Warmwasser und Strom. Diese Bedarfe ergeben sich aufgrund der Produktionsprozesse
und werden überwiegend konventionell durch Kessel, die mit fossile n Brennstoffen betreiben wer-
den, erzeugt. Während die erneuerbaren Energien häufig zur Grundlastabdeckung genutzt werden
oder in Abhängigkeit des Wetters entstehen, besteht die Herausforderung darin, die Erzeugung mit
dem Energiebedarf aufeinander abzustimmen. Die Aufnahme und Auswertung der Leistungsbedarfe
bringt Erkenntnisse, inwieweit sich der Leistungsbezug über einen Zeitraum verteilt. Neben innerbe-
trieblichen Optimierungen in Bezug auf die Lastverteilung, ergibt sich die Fragestellung, wie unter
den Aspekten der Versorgungssicherheit, der Wirtschaftlichkeit und dem Risiko potenzieller Produk-
tionsunterbrechungen eine vollständige Versorgung aus erneuerbaren Energien gestaltet werden
kann. Um diesen Leistungsbezug, bestehend aus Grund - und Spitzenlast, aus erneuerbaren Ener-
gien abdecken zu können, werden auf Basis der erhobenen Daten technische Konzepte unterschied-
licher Erzeuger und unter Einbezug der Speichertechnologie erarbeitet. Ein weiterer Aspekt, der in
diesem Themenfeld aufgegriffen werden kann, ist die Fragestellung, wie die Netze vor dem Hinter-
grund der Stromproduktion entlastet werden können, indem wetterbedingte Überproduktionen inner-
betrieblich genutzt bzw. gespeichert werden können. In einer ganzheitlichen Betrachtung kann in
diesem Kontext auch die Möglichkeit der elektrischen betrieblichen Mobilität einbezogen werden.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
22
5.2.2 Potenziale am Standort Hessenweg
In den ersten Schritten der Entwicklung eines Energieparks ergeben sich für das Industriegebiet
Hessenweg die Möglichkeiten der Grundlagenforschung in Bezug auf das innerbetriebliche energe-
tische Verhalten. In diesem Bereich der Grundlagenforschung ergeben sich Möglichkeiten für Hoch-
schulen und Institutionen sich in den vorhandenen Unternehmen und Prozessen einzubringen. Vor-
stellbar sind hier die Fachbereich Elektrotechnik, Energie – Gebäude – Umwelt oder Maschinenbau
der Fachhochschule Münster, die sich thematisch einbringen können. Zudem ergeben sich Themen-
felder für das MEET in Münster, das sich im Bereich der Speichertechnologie positioniere n kann.
Eine Auswahl der möglichen Themen sind:
▪ Für welche Prozesse werden welche Energien innerbetrieblich genutzt?
▪ Wie können durch Anpassung von Arbeitsprozessen Optimierungen im Last-
verhalten erwirkt werden?
▪ Wie kann das Lastverhalten vor dem Hintergrund der wetterbedingten Erzeu-
gung angepasst werden?
▪ Inwieweit können Erzeugungsprognosen und Produktionsplanungen aufeinan-
der abgestimmt werden?
5.3 Aufenthaltsqualitäten, Bildung und Qualifikation am Standort Hessen-
weg und EZM
Der Energiepark Münster soll den Anspruch erfüllen, Bildung und Informationsbereitstellung voran-
zubringen. Dieser Anspruch richtet sich an Unternehmen, Forschungseinrichtungen aber auch an
Privatpersonen. Klimaschutz und Energieeinsparung sind Themen, die in der öffentlichen Wahrneh-
mung häufig auftauchen und auch negativ belastet sind. Durch die Standorte Hessenweg und EZM
mit den angrenzenden Rieselfeldern Münster sind ideale Voraussetzungen geschaffen, aufgrund
des Umfeldes eine Sensibilisierung und Aktivierung der Bürger zu erreichen. Die Rieselfelder Müns-
ter sind ein Vogelschutzgebiet der Europäischen Union, das vielen bedrohten Vogelarten eine Zu-
flucht bietet und gleichzeitig ein beliebtes Ausflugsziel für Münsteraner und Touristen sind. Eine Ver-
bindung zwischen den Rieselfeldern, EZM und dem Industriegebiet Hessenweg durch Besucher-
pfade trägt zur öffentlichen Wahrnehmung des Energieparks bei. Der Besucher erlebt die Natur und
im weiteren Verlauf wird er durch den Besuch des Industriegebietes Hessenweg, als Baustein des
Energieparks, sensibilisiert, wie in einem Industriegebiet Klimaschutz betrieben werden kann. Hierzu
werden an strategischen sinnvollen Punkten, wie der Biologischen Station Rieselfelder Münster, dem
EZM und dem Industriegebiet Hessenweg Informationen über die jeweiligen Themenschwerpunkte
bereitgestellt, die untereinander einen Bezug nehmen.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
23
Unter dem bezugnehmenden Begriff „Energiepark“ oder „Energiepfad“ können im Bereich der Rie-
selfelder Walkingstrecken, ein Kletterwald oder Mountainbikepisten angelegt werden, um die A uf-
enthaltsqualität zu steigern und generationsübergreifende Zielgruppen anzusprechen und den Be-
reich als Ausflugsziel weiter auszubauen. Schwerpunkte der Freizeitgestaltung können einen Bezug
zu der eigenen Körperkraft oder der selbst produzierten „Energie“ haben.
Durch die Etablierung des Gebietes um den Hessenweg und dem EZM als Ausflugsziel steigt auch
die Wahrnehmung der ansässigen Unternehmen und Einrichtungen. Durch Kooperationen mit z. B.
der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer, dem Jobcenter Münster oder den Hoch-
schulen werden in Besucherzentren Informationen zu den unterschiedlichen Berufsbildern und Stu-
dienschwerpunkten bereitgestellt, die sich mit der nachhaltigen Abfallverwertung sowie Energieer-
zeugung und Energieversorgung beschäftigen.
5.4 Bewertung des Konzeptes „Erweiterter Betrachtungsraum“
Während im Gewerbegebiet Kleimannbrücke keine Potenziale bestehen und im Industriegebiet Hes-
sen aufgrund der angesiedelten Betriebe lediglich Energieabnehmer identifiziert wurden, wird für die
Standortbewertung durch Ausweitung um den angrenzenden Standort der EZM vorgenommen.
Aufgrund des begrenzten Betrachtungsraums, den eine beschränkte Fokussierung auf den Indust-
riestandort Hessenweg zulässt, kann der Einbezug der EZM in Coerde erste Strukturen eines Ener-
gieparks für die Stadt Münster erkennen lassen.
Bewertung des Standortes der EZM:
Positiv:
▪ Freigesetzte Deponie-, Klär, und Biogase werden bereits energetisch genutzt
▪ Es bestehen Wärmekapazitäten, die energetisch genutzt werden können
▪ Strom wird auf Basis von erneuerbaren Energien erzeugt
▪ Das bestehende Konzept kann in einen Energiepark integriert werden
Negativ:
▪ Kein innovatives Konzept: am Standort werden bereits seit den 80er Jahren
Gase energetisch durch KWK verwendet
▪ Aspekte der Sektorenkopplung können nur bedingt aufgegriffen werden
▪ Die zukünftigen Entwicklungen, wie z. B. Mobilität, können an dem Standort
nicht aufgegriffen werden
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
24
Diese Einschätzungen lassen erkennen, dass die bestehenden Strukturen am Standort der EZM für
die Entwicklu ng eines Energieparks grundsätzlich aufgegriffen werden können. Einschränkungen
durch den Standort ergeben sich dahingehend, dass Forschungen und Entwicklungen z. B. in Be-
reichen der Mobilität oder der Speichertechn ologie an diesem Standort nicht bzw. nur bedingt inte-
griert werden können. Eine ganzheitliche Einbeziehung weiterer Sektoren ist für das Konzept eines
innovativen Energieparks, der den Anspruch der Stadt Münster als führende Kommune im Bereich
des Klimaschutzes gerecht werden kann, jedoch zwingend erforderlich.
Im Stadtgebiet gibt es bereits weitere Institutionen, die in das Konzept eines Energieparks für Müns-
ter integriert werden können. Aufzuführen sind hier das MEET, das die Speichertechnologie erforscht
oder aber das effiziente GuD -Kraftwerk an zentraler Stelle des Stadthafens sowie als Innovations-
vorhaben im Bereich der Mobilität die Wasserstofftankstelle der Westfalen AG, die sich im Hansa
BusinessPark befindet.
In einer weiteren Entwicklung können diese bestehenden Strukturen in das Konzept eines Energie-
parks für Münster einbezogen werden.
Aus diesem Grund wird vorgeschlagen die Entwicklung eines Energieparks nicht auf die Standorte
Hessenweg und EZM zu beschränken, sondern für die Stadt Münster einen Energiepark mit dezent-
ralen Strukturen zu entwickeln.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
25
6 KONZEPT EINES STADTWEITEN ENERGIEPARKS
Aufgrund der thematischen Ausrichtung zur Gewinnung und Nutzung von Deponie -, Klär-, und Bio-
gasen am Standort der EZM und der potenziellen Energienutzung im Industriegebiet Hessenweg,
stellen diese beiden Standorte einen wichtigen Grundstein für die Konzeptionierung eines stadtwei-
ten Energieparks dar . Durch eine dezentra le Struktur des Energieparks, die weitere bestehende
Standorte und Institutionen einbindet, ist eine Integration weiterer Themen in den Gesamtkontext
eines Energieparks möglich.
Dezentrale Strukturen sind mit Blick auf die Universität Münster oder die Stadtverwaltung bzw. be-
hördlichen Einrichtungen charakteristisch für Münster. Ein weiterer Vorteil besteht darin, vorhandene
Strukturen, wie das Forschungsinstitut Münsters Electrochemical Energy Technology (MEET), das
im Bereich der Speichertechnologie forscht, sowie weitere Forschungseinrichtungen und erneuer-
bare Energieerzeugungsanlagen aufzugreifen und das Industriegebiet Hessenweg, unter Einbezug
des EZM in Coerde, als einen weiteren Baustein in den stadtweiten Energiepark Münster zu integ-
rieren. Zusätzlich steht ein stadtweiter Energiepark Münster im Einklang mit den Klimaschutzaktivi-
täten der Stadt Münster und den innovativen Versorgungslösungen der Stadtwerke Münster und
kann sich so den dynamischen Entwicklungen standortunabhängig anpassen. Im Folgenden wird
das Konzept eines stadtweiten Energieparks für Münster vorgestellt, in dem das Industriegebiet Hes-
senweg in Kombination mit der EZM einen wichtigen Baustein abbildet und für die Entwicklung einen
Ursprung darstellt.
In Münster gibt es bereits Einrichtungen, Unternehmen und Institutionen, die sich mit energetischen
Themen und Fragestellungen beschäftigen, die im Kontext eines stadtweiten Energieparks mit be-
trachtet werden. Aufgrund dieser bestehenden Strukturen sieht dieses Gutachten einen stadtweiten
Energiepark für Münster vor, der nach seinen Inhalten und Funktionen mehrdimensional ausgerich-
tet ist.
Zur Eruierung wurden aus diesem Grund drei Cluster gebildet, die im Folgenden näher erläutert
werden.
Bildung/Forschung und Entwicklung
Durch die ansässigen Institute und Hochschulen ist Münster ein Bildungs- und Forschungs-
standort. Bestehende Einrichtungen sollen ganzheitlich mitbetrachtet und eingebunden wer-
den. Der Anspruch an einem Energiepark beinhaltet neben der nachhaltigen Energieerze u-
gung und –versorgung auch die Erforschung zukünftiger Techniken und innovativer Versor-
gungslösungen. Aus diesem Grund sind die bestehenden Forschungseinrichtungen zu loka-
lisieren und zu integrieren, um einen Wissenstransfer zu realisieren. Zudem sollen durch die
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
26
attraktiven Voraussetzungen, die sich durch den Zusammenschluss aus Wirtschaft und Bil-
dung bzw. Forschung ergeben, weitere Einrichtungen angesiedelt und dadurch die lokale
Wirtschaft gestärkt werden.
Erzeugung/Verteilung Erneuerbarer Energien (EE)
Der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch liegt in Münster bei 6 %. In
Münster gibt es unterschiedliche Akteure, die durch eine nachhaltige und innovative Ener-
gieerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern einen Beitrag leisten , um den Anteil der er-
neuerbaren Energien am Gesam tenergieverbrauch zu steigern. Diese Akteure sind in die
Entwicklung des stadtweiten Energieparks mit einzubinden.
Energetische Verwertung
Dieses Cluster greift Stoffströme von Wertstoffen auf, die recycelt oder energetisch sinnvoll
genutzt werden können. Somit leistet die nachhaltige Abfallbeseitigung ei nen Beitrag zu r
klimafreundlichen Energieerzeugung bzw. -verwendung. Aufgrund der bestehenden Struk-
turen am EZM in Coerde, wo bereits die Deponie -, Klär- und Biogase energetisch genutzt
werden, sind diese in das Gesamtkonzept mit einzubeziehen.
Die folgende Abbildung 6-1 zeigt die für das Stadtgebiet Münster identifizierten Cluster, die in der
Entwicklung eines Gesamtk onzeptes für einen stadtweiten Energiepark in Münster mit betrachtet
wurden.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
27
Abbildung 6-1: identifizierte Cluster in der Stadt Münster
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
28
Deutlich zu erkennen ist, dass im nördlichen Bereich die Erzeugung aus erneuerbaren Energien mit
den betriebenen BHKWs am Entsorgungszentrum einen Schwerpunkt einnimmt. Durch die Gewin-
nung der Gase aus den Abfallstoffen ist neben dem Cluster der Erzeugung auch das Cluster der
Energetischen Verwertung in diesen Bereich zuzuordnen.
Den Kanal in südlicher Richtung folgend, führt der Weg zu der Stadtwerke Münster GmbH, die dem
Cluster „Erzeugung aus erneuerbaren Energien“ zuzuordnen ist. Dieser lokale Energieerzeuger und
Energieversorger engagiert sich seit vielen Jahren im Bereich der effizienten Energieerzeugung und
treibt seit 2010 verstärkt den Ausbau der erneuerbaren Energien auf dem Stadtge biet an. Von den
in Münster 23 aufgestellten Windenergieanlagen betreiben die Stadt Münster fünf in einem Leis-
tungsbereich von 0,6 MW bis 2,4 MW. Ebenfalls in diesem Bereich, angesiedelt an der Bundesstraße
B51, befinden sich die Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Münster (AWM). Durch die Aufgabe der
Abfallbeseitigung und Abfallaufbereitung fallen diese in das Cluster der Ressourcenverwertung. Seit
2015 sind die se ebenfalls Betreiber der BHKW -Anlage am Entsorgungszentrum und sind somit in
die Betrachtung eines Energieparks mit einzubeziehen. Unter Einbezug von AGRAVIS, die sich un-
ter anderem auch im Bereich des Energiehandels betätigen, kann dieses Gebiet als Kompetenzfeld
der Erzeugung angesehen werden.
Im südlichen Stadtgebiet, ebenfalls am Kanal angrenzend, befindet sich der Hansa Businesspark, in
dem ein Innovationsprojekt der Westfalen AG verortet ist. Aufgrund der direkte n Anbindung an die
Autobahn A1 und der somit strategisch günstigen Lage , wurde eine von deutschlandweit 34 Was-
serstofftankstellen im Jahr 2016 in Betrieb genommen. Die erheblichen Mehrkosten werden durch
die aktuelle Nachfrage nicht gedeckt, wodurch dieses Projekt zukunftsorientiert zu betrachten ist und
dazu beiträgt, die Infrastruktur der Wasserstoffmobilität attraktiver zu gestalten. Aufgrund dieser Rah-
menbedingungen wurde die Wasserstoff -Tankstelle der Westfalen AG dem Cluster „Verteilung er-
neuerbarer Energien“ zugeordnet. Ebenfalls kann dem Hansa-Businesspark das Cluster „Ressour-
cenverwertung“ zugeordnet werden. Der Futtermittelhersteller Dieckmann verwertet Reststoff e aus
der Lebensmittelindustrie, die über den Kanal in den Hansa Businesspark transport iert werden und
durch Dieckmann Futtermittel zu Tierfutter weiterverarbeitet werden. Unter den Rahmenbedingun-
gen der zukunftsorientierten Wasserstofftankstelle, in Verbindung mit den angesiedelten Autohäu-
sern, dem zukünftig angesiedelten Logistikunternehme n Lenkering und der bimodalen Verkehrsan-
bindung (Kanal und Autobahn), kann im Rahmen des Energieparks ein Mobilitätsschwerpunkt für
diesen Standort gesetzt werden.
Das Cluster für „Forschung und Entwicklung“ wurde an zentraler Stelle dem MEET und dem angren-
zenden Technologiepark zugeteilt. Auf dem Leonardo -Campus gelegen, forscht das MEET im Be-
reich der Batterie- und Speichertechnologie. Das MEET ist eine Forschungseinrichtung der Westfä-
lischen Wilhelms Universität , das aus einem internationalen Team aus 15 0 Wissenschaftlern be-
steht. Ziel ist die Batterien für den Einsatz im Bereich der Elektromobilität zu optimieren und Ener-
giespeichersysteme zu verbessern. In dem angrenzenden Technologiepark werden zudem von der
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
29
Wirtschaftsförderung Münster Sonderflächen b ereitgehalten, um technologieorientierten Unterneh-
men, die mit Hochschulen oder Forschungseinrichtungen kooperieren, eine Infrastruktur zu bieten,
ihre unternehmerische Tätigkeit in diesem komplexen und innovativem Leistungsspektrum auszu-
üben. Dieses Angeb ot bietet ebenfalls technologieorientierten Start -Up Unternehmen die Möglich-
keit, ihre Geschäftstätigkeit aufzunehmen.
In der Gesamtübersicht mit der Lokalisierung potenzieller Cluster (Abbildung 6-1) ist zu erkennen,
dass die isolierte Betrachtung eines Energieparks am Hessenweg nicht zielführend ist und die Kon-
zeptionierung eines Energieparks ausgedehnt auf das Stadtgebiet von Münster ein deutlich größeres
Spektrum bietet (dezentraler Ansatz).
Die Verteilung von Kompetenzen über das Stadtgebiet von Münster ist in Teilen bereits vorhanden.
Entscheidend ist in der ganzheitlichen Betrachtung , Themenschwerpunkte als Kompetenzzentren
für die einzelnen Standorte des stadtweiten Energieparks zu setzen und Strukturen zu erstellen, die
eine Verknüpfung der Standorte ermöglichen und somit einen Wissenstransfer anregen. Die fol-
gende Abbildung 6-2 zeigt die folgenden Kompetenzschwerpunkte im Stadtgebiet:
▪ Energetische Verwertung
▪ Vernetzung
▪ Speicherung
▪ Energieerzeugung und -verteilung
▪ Mobilität
Eine Herausforderung beim Ausbau der erneuerbaren Energien und zur effizienten Energienutzung
wird die Kopplung der Sektoren sein, die eine starke Vernetzung von Verbrauchern und Erzeugern
voraussetzt. Erzeugungsprognosen sollen mit den Bedarfsprognosen abgeglichen werden und
durch Einbezug von Speichern den Anteil der erneuerbaren Energien signifikant er höhen.
Somit ist die Vernetzung für den stadtweiten Energiepark ist ein weiteres zukunftsweisendes Thema,
indem die ermittelten Themenschwerpunkte bzw. Sektoren gekoppelt werden. Dieser Aspekt sollte
für den innovativen und zukunftsweisenden stadtweiten Energiepark für Münster mit aufgegriffen
werden und könnte seinen Ansatz im Industriegebiet Hessenweg finden.
Das beschriebene Konzept sieht aktuell einen Energiepark mit den vier Themenschwerpunkten, Er-
zeugung, Speicherung, Vernetzung und Mobilität vor, der sich aufgrund seiner dezentralen Gestal-
tung den zukünftigen Entwicklungen anpassen kann. Der Standort der Speichertechnologie ist be-
reits in seinen Strukturen etabliert und stellt eine wichtige Säule für die Erhöhung der Eigenstrom-
nutzung oder Optimierung der E-Mobilität dar. Des Weiteren kann die Überlegung angestellt werden,
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
30
den Hansa-Businesspark zu einem Kompetenzzentrum für Mobilität auszubauen. Die Wasserstoff-
tankstelle mit angrenzenden Autohäusern und dem zukünftig angesiedelten Logistikunternehmen
Lenkering bietet hier eine erste Grundlage.
Aufgrund der mehrdimensionalen Themenschwerpunkte, die zusammengeführt einen ganzheitli-
chen Ansatz zur effizienten, nachhaltigen und zukunftsweisenden Energienutzung verfolgen, wird
als Arbeitstitel folgender Name gewählt:
Münster - PowerRaum
für eine vernetzte Energiewende
Eine endgültige Bezeichnung würde nach der Entwicklung der Grundlagen und dem entsprechen-
den Beschluss zur Umsetzung eines Energieparks ggfs. in Zusammenarbeit mit einer Agentur ent-
wickelt.
Die Einzelleistungen ergeben sich dabei aus den zuvor beschriebenen Themenschwerpunkten, die
sich über das Stadtgebiet von Münster erstrecken.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
31
Abbildung 6-2: Themenschwerpunkte Münster - PowerRaum
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
32
7 MÜNSTER - POWERRAUM FÜR EINE VERNETZTE ENERGIE-
WENDE
Die Einzigartigkeit von Münster - PowerRaum zeichnet sich dadurch aus, dass nicht nur ein energe-
tischer Schwerpunkt gesetzt wird, der sich auf die nachhaltige Erzeugung fokussiert, sondern dass
eine ganzheitliche Betrachtung vorgenommen wird, die auch die Sektoren Mobilität sowie die Ver-
netzung der Sektoren in das Gesamtkonzept integriert. Nachfolgend wird für das Konzept von Müns-
ter - PowerRaum eine erste SWOT-Analyse durchgeführt, ehe für den innovativen Bereich der Ener-
gieerzeugung aus Erneuerbaren Energien am Hessenweg und der Abfallverwertung an der EZM
eine Clusterung potenzieller Neuansiedlungen vorgenommen wird.
Die aufgeführten fünf Handlungsempfehlungen (Kap. 7.3) sollen die ersten Schritte aufzeigen, damit
sich Münster - PowerRaum etabliert und wie im Abschnitt 7.4 beschrieben entwickelt.
7.1 SWOT-Analyse zu Münster - PowerRaum
Im Folgenden wird durch eine SWOT-Analyse untersucht, inwieweit sich Münster - PowerRaum ent-
wickeln kann und welche Risiken und Schwächen in der Gesamtbetrachtung zu bedenken sind.
Tabelle 7-1: SWOT Analyse Stärken und Schwächen Münster - PowerRaum
Stärken Schwächen
▪ Unterschiedliche Akteure und Projekte
können unter der Dachmarke „Münster -
PowerRaum“ vernetzt werden
▪ Die unterschiedlichen thematischen
Schwerpunkte von Münster - PowerRaum
müssen abgegrenzt und zu einer Ge-
samtvision zusammengefasst werden
▪ Münster - PowerRaum ist vielschichtig
und die dezentralen sowie vernetzten
Strukturen stellen ein Alleinstellungs-
merkmal des Konzeptes für Münster dar
▪ Die Akzeptanz muss bei bestehenden
Unternehmen sowie Einrichtungen und
Instituten geschaffen werden, sich in
Münster - PowerRaum zu integrieren
▪ Angrenzende Rieselfelder sind als Aus-
flugsziel beliebt und können als eine Sta-
tion in Münster - PowerRaum eingebun-
den werden
▪ Die Verantwortungsbereiche sind noch
nicht definiert worden. Eine zentrale koor-
dinierende Stelle muss eingerichtet wer-
den, um die unterschiedlichen Akteure
zusammenzubringen
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
33
Stärken Schwächen
▪ Am EZM gibt es bereits etablierte Struktu-
ren, die in das Konzept aufgegriffen wer-
den können
▪ Die Akzeptanz der Bewohner für Bau-
vorhaben im Zusammenhang mit
Münster - PowerRaum muss herge-
stellt werden. Hierzu muss eine Infor-
mations- und Kommunikationsstruktur
geschaffen werden.
▪ In der Stadt Münster herrscht eine hohe
Akzeptanz in Bezug auf den Klimaschutz
▪ Die genauen Ausmaße des Münster -
PowerRaum sind noch nicht klar defi-
niert
▪ Der vorhandene Kanal bietet eine ideale
Verbindung unterschiedlicher Bausteine
von Münster - PowerRaum
▪ Durch den Pilotcharakter kann auf
keine Erfahrungswerte vergleichbarer
Projekte zurückgegriffen werden
▪ Die dezentrale Ausrichtung von Münster -
PowerRaum lässt unterschiedliche The-
menschwerpunkte zu
▪ Die Finanzierung der Strukturen ist
noch nicht definiert
Tabelle 7-2: SWOT Analyse Gefahren und Chancen von Münster - PowerRaum
Gefahren Chancen
▪ Notwendige Akteure möchten sich nicht in
Münster - PowerRaum einbringen
▪ Münster baut seine führende Position im
Bereich des Klimaschutzes aus
▪ Bereitgestellte Energie ist nicht konkur-
renzfähig zu konventioneller Energiever-
sorgung
▪ Die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes
Münster steigt aufgrund der guten Rah-
menbedingungen
▪ Die Stadtwerke Münster sehen Münster -
PowerRaum als Mitbewerber an
▪ Bestehende Unternehmen profitieren
durch das technische Know-How von
Münster - PowerRaum
▪ Bewohner sehen den Zubau erneuerbarer
Energien als kritisch an
▪ Die Energieversorgung der im Industrie-
gebiet Hessenweg, als Baustein von
Münster - PowerRaum, angesiedelten
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
34
Gefahren Chancen
Unternehmen kann günstiger realisiert
werden
▪ Aufgrund der unklaren Finanzierungs-
grundlage können wünschenswerte
Teilaspekte des Münster - PowerRaum
nicht finanziert werden
▪ Die Stadtwerke Münster entwickeln ge-
meinsam mit weiteren Akteuren von
Münster - PowerRaum Dienstleistungs-
produkte
Die SWOT-Analyse zeigt, dass als Stärken bereits erste Strukturen in Münster vorhanden sind, die
mit dem Münster - PowerRaum aufgegriffen werden können und dieses zu einem Alleinstellungs-
merkmal für Münster weiterentwickelt werden kann. Dieses Alleinstellungsmerkmal stellt jedoch auch
dahingehend eine Schwäche dar, als dass keine Erfahrungswerte für ein Münster - PowerRaum
vorliegen, an denen sich die Stadt Münster orientieren kann. Hier gilt es auch zu schärfen, welche
Themen in Münster - PowerRaum aufgegriffen werden sollen und zu begründen, wieso andere The-
men nicht Teil des Münster - PowerRaum sein können. Entscheidend für den Erfolg aber auch für
die Akzeptanz des Münster - PowerRaum ist es, den Unterne hmen aufzuzeigen, wie diese sich in
Münster - PowerRaum einbringen können und eine aktive Informations- und Kommunikationsarbeit
zu betreiben, die auch die Bürgerinnen und Bürger der Stadt erreicht.
Deutlich wird auch, dass in einem ersten Schritt eine Konkretisierung des Konzeptes vorgenommen
werden muss und dass in der Umsetzung erste Erfolge aufgezeigt und kommuniziert werden können,
um damit die Motivation weiterer Akteure zu steigern, sind für Münster - PowerRaum zu engagieren.
7.2 Clusterung von Neuansiedlungen in Münster - PowerRaum
Für die Entstehung für Münster - PowerRaum stellen die Themenschwerpunkte der Versorgung aus
erneuerbaren Energien sowie deren Vernetzung am Standort Hessenweg und der energetischen
Abfallverwertung am EZM eine besondere Grundlage dar, um einen Münster - PowerRaum für Müns-
ter aufzubauen, in dessen dezentralen Strukturen sich weitere Unternehmen und Institutionen integ-
rieren können. Im Kapitel 6 wurden bereits drei Cluster gebildet, die für die erste Grobbewertung
einzubeziehender Unternehmen herangezogen werden können.
Die Matrix, die der Anlage A 4 beigefügt ist, verfeinert die drei Cluster in fünf Kategorien und soll ein
Werkzeug darstellen, potenzielle Branchen entspreche nd der Tätigkeitssc hwerpunkte einzuteilen .
Dabei wurden nur relevante Branchen dargestell t, für die eine Ansiedlung i m Industriegebiet Hes-
senweg und am EZM, aufgrund des ergänzenden thematischen Schwerpunktes , als Baustein des
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
35
Münster - PowerRaum, möglich sind. Zum Beispiel können Banken durch Finanzierung und Förde-
rungen interessant für den Münster - PowerRaum sein. Jedoch ist eine Ansiedlung am Hessenweg
aufgrund des industriellen Umfelds unwahrscheinlich , so dass diese auch nicht aufgeführt wurden .
Die Eingruppierung in Cluster soll einen Anhaltspunkt geben, inwieweit ein Unternehmen in Münster
- PowerRaum integriert werden kann und welc he Funktion es dabei übernimmt. Neben der Bewe r-
tung relevanter Branchen kann durch die Informationen, die durch die Matr ix gewonnen werden ,
auch eine Aussage getroffen werden, wo ein Unternehmen im Bereich des Industriegebietes sinnvoll
anzuordnen ist. Stellt sich heraus, dass ein Unternehmen unter das Cluster der Energieabnehmer
fällt, ist es sinnvoll, dieses Unternehmen in räumlicher Nähe zu bestehenden Wärmesenken zu plat-
zieren, um ein zu verlegendes Energienetz effizient zu betreiben und Neuverlegungen zu vermeiden.
Somit können durch diese Bewertungsmatrix relevante Unternehmensbranchen und Einricht ungen
dargestellt, entsprechend der Schwerpunkte und Fachausrichtungen bewertet und gemäß der Struk-
turen von Münster - PowerRaum angeordnet werden.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
36
7.3 Handlungsempfehlungen
Unter der Voraussetzung, dass Münster - PowerRaum errichtet wird, sollen die folgenden Hand-
lungsempfehlungen eine Abschätzung der nachfolgenden Projektschritte darstellen.
Handlungsempfehlung 1
➢ Handlungsfeld: Bildung Arbeitsgruppe Münster - PowerRaum
Zielsetzung / Fokus: Bildung einer gemeinsamen Vision für Münster - PowerRaum
Beschreibung
Die Bildung einer Arbeitsgruppe bzw. Interessenvertretung für Münster - PowerRaum soll den Rah-
men darstellen, in dem die verschiedenen Akteure der Stadt Münster eine gemeinsame Vision zu
entwickeln. Zur Konkretisierung der Vision sollen strategische und operative Ziele vereinbart und Pro-
jektfortschritte besprochen werden.
Arbeitsschritte
▪ Bildung einer Arbeitsgruppe aus Vertretern der:
• Stadtverwaltung Münster
• Biologischen Station Rieselfelder Münster
• Stadtwerke Münster
• Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Münster
• Wirtschaftsförderung der Stadt Münster
• Unternehmensvertretern
• Hochschulen (Uni, FH)
• Institutionen (MEET etc.)
▪ Erarbeitung einer gemeinsamen Vision
Priorisierung
Zeitrahmen ab dem 4. Quartal 2018
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
37
Handlungsempfehlung 2
➢ Handlungsfeld: Einbindung der Biologischen Station Rieselfelder Münster
Zielsetzung / Fokus: Einbindung in das Gesamtkonzept
Beschreibung
Im Rahmen von Münster - PowerRaum stellen die Bildungsarbeit und die Qualität der Freizeitgestal-
tung einen wichtigen Bestandteil dar. Die Rieselfelder sind bereits ein attraktives Ausflugsziel bei der
Bevölkerung von Münster und dem Umland. Dabei ist die Biologische Station Rieselfelder Münster
eine etablierte Einrichtung, die in die Bildungsarbeit und bei der Gestaltung von Freizei taktivitäten zu
integrieren ist.
Es ist zu empfehlen, die Biologische Station Rieselfelder Münster vor der Erarbeitung eines Feinkon-
zeptes zu involvieren, um die Ausrichtung einer inhaltlichen Beteiligung in Bezug auf die Bildungsar-
beit frühzeitig einfließen zu lassen.
Arbeitsschritte
▪ Vorstellung der Projektideen bei der Biologischen Station Rieselfelder Münster
▪ Erarbeitung möglicher Bildungsangebote
▪ Gestaltung von Freizeitaktivitäten
▪ Einbindung in die Ausgestaltung des Feinkonzeptes
Priorisierung
Zeitrahmen 4. Quartal 2018
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
38
Handlungsempfehlung 3
➢ Handlungsfeld: Wärmenutzungskonzept EZM
Zielsetzung / Fokus: Effizienzsteigerung am Standort Coerde
Beschreibung
Am Standort des EZM in Coerde werden seit 1988 bereits die entstehenden Klär-, Deponie- und Bio-
gase zur Erzeugung von Strom und Wärme mittels KWK -Technik genutzt. Durch den Wegfall der
Bioabfallvergärungsanlage reduzieren sich die Wärmesenken. Somit ergeben sich Wärmemengen,
für die ein Nutzungskonzept erstellt werden muss. Münster - PowerRaum, für den das Industriegebiet
Hessenweg einen wichtigen Baustein darstellt, bezieht die Aktivitäten an dem EZM mit ein. Durch ein
Wärmenutzungskonzept könnte ein erster Ansatz der Effizienzsteigerung für den Standort geschaffen
werden.
Arbeitsschritte
▪ Aufnahme der Ist-Situation
▪ Darstellung der zukünftigen Planungen am Standort des EZM
▪ Bestimmung zukünftiger Wärmeüberschüsse
▪ Darstellung des Lastverhaltens an dem EZM
▪ Lokalisierung der Wärmeabnehmer
▪ Erstellung Wärmenutzungskonzept
Priorisierung
Zeitrahmen 1. Quartal 2019
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
39
Handlungsempfehlung 4
➢ Handlungsfeld: Feinkonzept Münster - PowerRaum
Zielsetzung / Fokus: Festigung des Themenschwerpunktes
Beschreibung
Im Rahmen dieser Konzepterstellung wurde eine erste Betrachtung für Münster - PowerRaum vorge-
nommen. Zur Entwicklung eines solchen Münster - PowerRaum ist auf Basis dieser ersten Ansät ze
eine Vertiefung zu empfehlen. Dabei sollen die in dieser Studie aufgeführten thematischen Schwer-
punkte in den Bereichen Energetische Verwertung, Vernetzung, Speicherung, Energieerzeugung und
-verteilung sowie Mobilität aufgegriffen werden. Weitere lokale Forschungsprojekte sollen bei der Ent-
wicklung von Münster - PowerRaum einbezogen werden.
Arbeitsschritte
▪ Aufnahme bestehender Einrichtungen mit Forschungsschwerpunkten in
Münster im Kontext von Münster - PowerRaum
▪ Prüfung zukünftiger Potenziale und Technologien der Abfall- und Rest-
stoffverwertung für das EZM
▪ Auswertung bestehender Forschungsprojekte zur energetischen Verwertung
und technischem Recycling von Abfallstoffen
▪ Unterstützungsbereitschaft durch die angesiedelten Unternehmen und Ablei-
tung erster Potenziale in den Unternehmen sowie technischer Möglichkeiten
bzw. Einschränkungen
Priorisierung
Zeitrahmen 2. Quartal 2019
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
40
Handlungsempfehlung 5
➢ Handlungsfeld: Erstellung eines Akteurskatasters
Zielsetzung / Fokus: Festlegung der Fachakteure
Beschreibung
Der Münster - PowerRaum sieht eine Verknüpfung der Stadtverwaltung, Behörden, Hochschulen,
Forschungseinrichtungen, Ver- und Entsorgungsunternehmen und Fachunternehmen vor. Gerade bei
Vertiefungsschwerpunkten, die nicht nur die energetische Seite, sondern auch die Vernetzung bein-
haltet, sind unterschiedliche Akteure zu involvieren. Nach Konkretisierung der Vertiefungsschwer-
punkte, die in einem Feinkonzept ausformuliert werden, ist ein Akteurskataster zu erstellen, das einen
Überblick gibt, welche Gruppen in der Bildung von Münster – Powerraum einzubeziehen sind.
Arbeitsschritte
▪ Konkretisierung des Vertiefungsschwerpunktes
▪ Auswertung Fachbereiche der Hochschulen in Münster
▪ Aufnahme der Forschungseinrichtungen
▪ Darstellung der Unternehmen, die in den relevanten Branchen tätig sind
Priorisierung
Zeitrahmen 2. Quartal 2019
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
41
7.4 Entwicklungsperspektiven Münster - PowerRaum 2030
Aufbauend auf den Handlungsempfehlungen wird in diesem Abschnitt eine Vision vorgestellt, wie
sich Münster - PowerRaum bis in das Jahr 2030 entwickelt hat. Die nachfolgende Abbildung 7-1 soll
eine grobe Idee der Vision darstellen.
Abbildung 7-1: Zukunftsvision Münster - PowerRaum
Vision dezentraler Energiepark Münster
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
42
Die Vision sieht vor, dass entsprechend der definierten Cluster unterschiedliche Standorte in Müns-
ter in den Münster - PowerRaum integriert sind und sich Themenschwerpunkte entwickelt haben .
Dabei haben die Standorte Hessenweg, Entsorgungszentrum als Ursprung eine besondere Bedeu-
tung in Münster - PowerRaum eingenommen.
Das Alleinstellungsmerkmal von Münster - PowerRaum ergibt sich aus dem Einbezug und der Kopp-
lung unterschiedlicher Sektoren. Am EZM konnte die vorhandene Kompetenz weiter ausgebaut wer-
den, so dass Abfallstoffe weiter aufbereitet werden können und die Energie direkt vor Ort genutzt
werden kann. Wärmeüberschüsse werden dem Nahwärmenetz in Coerde zugeführt.
Tabelle 7-3: Freizeitcharakter am Hessenweg und dem EZM
Neben den technischen Möglichkeiten ist d er Bereich Hessenweg und EZM ein beliebtes Ausflugs-
ziel für Jung und Alt geworden, für das die Stadtwerke Münster eine eigene Bushaltestelle „Energie-
park“ eingerichtet haben. Entsprechend des energetischen Schwerpunktes werden ausschließlich
Busse mit innovativen Antriebsenergien wie Wasserstoff oder Elektrizität auf dieser Strecke einge-
setzt. Wanderwege, Moutainbikestrecken, ein Hochseilgarten und geführte Segway-Touren stellen
eine Ergänzung zum Angebot der Biologischen Station dar und haben die Aufenthaltsqualitäten deut-
lich gesteigert. Unter Berücksichtigung der Anforderungen an ein Industriegebiet konnte der Hes-
senweg auch in diesem Bereich durch ein Besucherzentrum in das Gesamtkonzept des Ausflugs-
ziels integriert werden. In diesem Besucherzentrum stellen sich die ansässigen Unte rnehmen vor,
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
43
beschreiben ihre Integration innerhalb von Münster - PowerRaum und erläutern die Anforderungen
an die unterschiedlichen Berufsbilder, die sich durch die unterschiedlichen Ausprägungen entwickelt
haben.
Auch der Kanal wurde in die Betrachtung von Münster - PowerRaum integriert. Neben der Möglich-
keit den Transport von Stoffen zur Versorgung des Münster - PowerRaum vorzunehmen, fährt re-
gelmäßig ein solarbetriebenes Schiff im Pendelverkehr auf dem Kanal, um mit Ausflugsgruppen un-
terschiedliche Stationen des Münster - PowerRaum anzusteuern. Die dabei angebotenen Fachver-
anstaltungen zu alternativen Antriebstechnologien in der Mobilität, die Entwicklungen des Klimas
oder Möglichkeiten, den Klimaschutz ohne Verzicht in den Alltag zu integrieren, werden dabei rege
besucht. Durch eine Zusammenarbeit zwischen dem Münster Marketing, dem Institut für Marketing
der Westfälischen-Wilhelm-Universität und dem Fachbereich Wirtschaft der Fachhochschule Müns-
ter werden die komplexen Themen von Münster - PowerRaum öffentlichkeitswirksam und verständ-
lich bzw. anschaulich in einem Corporate Design kommuniziert.
Weitere technische und naturwissenschaftliche Fachbereiche der Hochschulen und Forschungsin-
stitute haben sich gemeinsam mit technischen Unternehmen in dem Industriegebiet Hessenweg an-
gesiedelt, um unterschiedliche energetische Aspekte zu erforschen und innovative Lösungen und
Produkte im Bereich der Datenerfassung. Monitoring, Energiespeicherung und Energieverteilung zu
entwickeln.
Thematischer Schwerpunkt in dem Münster - PowerRaum am Hessenweg ist Vernetzung der Ener-
giebedarfe mit der Erzeugung aus erneuerbaren Energien. Ansässige Unternehmen konnten durch
die Zusammenarbeit mit neuangesiedelten Forschungseinrichtungen ihre Prozesse aus energeti-
scher Sicht optimieren und die Verknüpfung der Produktionsplanung mit den Prognosen der Ener-
gieerzeugung ermöglichen eine nachhaltige und sichere Versorgung.
Für die energetische Verwertung der Reststoffe hat sich am Standort des EZM ein Kompetenzzent-
rum gebildet, das sich aus den Abfallwirtschaftsbetrieben der Stadt Münster, den Stadtwerken Müns-
ter, den Fachbereichen Biologie, Maschinenbau und Energietechnik der Hochschulen und neu an-
gesiedelten Fachunternehmen zusammensetzt. Diese erforschen und erproben die effiziente Ve r-
wertung der zugeführten Reststoffe innerhalb des EZM. Zur energetischen Verwertung der entstan-
denen Sonderg ase haben sich Hersteller von Gasspeichern, Blockheizkraftwerken (BHKWs) und
Absorptionskälteanlagen im Bereich der EZM und des Industriegebietes niedergelassen, die durch
die idealen Rahmenbedingungen im Industriegebiet ihre Speicher und Maschinen durch die Belas-
tungen der Sondergase erproben können.
Die Versorgung der energieintensiven Unternehmen wurde ein Mix aus unterschiedlichen Techno-
logien der Erneuerbaren Energien installiert und mit den Informationen der Bedarfsanforderungen
vernetzt. Zusätzlich konnte am Standort des EZM eine Wärmeauskopplung in den Ortsteil Coerde
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
44
realisiert werden, so dass die zuvor rückgekühlte Wärme in das bestehend e Fernwärmenetz einge-
speist und den Bewohnern zur Verfügung gestellt wird.
Aus dem Zusammenschluss der Forschungseinrichtungen, Fachunternehmen und bestehenden Un-
ternehmen hat sich der Anspruch entwickelt, ein energieautarkes Industriegebiet zu entwickeln und
produzierte Wärme konsequent zu nutzen. Hierzu haben sich weitere Kompetenzen aus den Berei-
chen Energiemanagement, Smart-Metering, Energiespeicherung und Prozessoptimierung niederge-
lassen, die den bestehenden Unternehmen innerbetriebliche Optimierungen anbi eten, um die Pro-
zesse der zentralen Energieerzeugung und der betrieblichen Energienutzung aufeinander abzustim-
men. Durch innerbetriebliche Optimierungen und Vernetzung zwischen Energiebedarf und zentraler
Energieerzeugung war es möglich, den Anteil der regenerativ erzeugten Energie im Industriegebiet
kontinuierlich auszubauen und Leistungsspitzen zu vermeiden . Unter Einbindung des MEET und
den Kompetenzen der Westfalen AG konnte mit den Unternehmen ein betriebliches Mobilitätsma-
nagement erarbeitet werden, d as den Ausstoß der Treibhausgase auch in diesem Sektor effektiv
reduziert hat.
„Münster - PowerRaum …für eine vernetze Energiewende“ hat sich zu einer Marke entwickelt, die
für eine innovative und zukunftsorientierte Kompetenz steht und einen Mehrwert für die Stadt Müns-
ter und ihren weiteren Akteuren darstellt.
7.5 Ziele von Münster - PowerRaum
Für Münster - PowerRaum wurden folgende vier strategische Zielbereiche formuliert, die mit der
Errichtung des Parks erreicht werden sollen.
1. Stärkung der Münsteraner Wirtschaft
2. Verbund von innovativen Anlagen zur Nutzung erneuerbarer heimischer Energien
3. Förderung der Wissenschaft und Forschung
4. Bildung und Information voranbringen
Diese Zielbereiche umfassen unterschiedliche Akteure, die sich aus Bürgern, Unternehmern, Ver-
tretern von Hochschulen sowie aus Politik und der Stadtverwaltung zusammensetzten. Im Folgenden
werden Einflüsse des Münster - PowerRaum auf diese unterschiedlichen Akteure erläutert.
Entsprechend der Zielgruppen Bürger, Wirtschaft, Hochschulen und Stadtverwaltung/Politik werden
diese im Folgenden basierend auf dem beschriebenen Konzept ausformuliert.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
45
Sensibilisierung:
Die Bürger genießen die Aufenthaltsqualitäten und das Freizeitangebot in Münster - PowerRaum.
Durch das Erleben von Natur in Kombination mit dem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen
zum Erhalt der Natur entwickeln diese ein Verständnis und Interesse für den Klimaschutz.
Arbeitsmarkt:
Durch Münster - PowerRaum haben sich innovative Unternehmen in Münster angesiedelt, die Aus-
bildungsplätze in spannenden zukunftsorientierten Berufen anbieten. Zudem wurde das Angebot der
Hochschulen erweitert, wodurch sich neue Studienrichtungen etablieren konnten.
Wettbewerbsfähigkeit:
Die Unternehmen innerhalb von Münster - PowerRaum sind effizient aufgestellt, wodurch die Wett-
bewerbsfähigkeit gesteigert werden konnte . Durch die innovativen und erprobten Lösungsansätze
innerhalb des Parks gelten diese Unternehmen als Best -Practice Beispiele, deren Erfahrungen in
Münsteraner Wirtschaftsverbindungen kommuniziert werden. Das Kompetenzzentrum Münster -
PowerRaum bietet Beratungsangebote und Produkte für weitere Münsteraner Unternehmen. Die
Aktivitäten von Münster - PowerRaum tragen zu einer Stärkung der Münsteraner Wirtschaft bei.
Attraktivität:
Die Hochschulen in Münster sind an den thematischen Ausrichtungen maßge blich beteiligt. Durch
die Nähe und dem Zugang zu den Unternehmen in Verbindung mit Flächen für Einrichtungen erge-
ben sich ideale Rahmenbedingungen für die Forschung. Innovative Lösungsansätze haben dazu
beigetragen Münster - PowerRaum in der öffentlichen Wahrnehmung zu stärken. Für Forschungs-
zwecke werden öffentliche Fördermittel zur Verfügung gestellt und der praktische Bezug führt dazu,
dass der Hochschulstandort Münster in der Attraktivität weiter steigt.
Hochschulen
Unternehmen
Bürger
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
46
Klimaschutzziele:
Bereits jetzt zählt Münster zu den führenden Kommunen im Bereich des Klimaschutzes. Als Master-
plankommune verfolgt die Stadt mit der Kampagne „Klimaschutz 2050“ ambitionierte Klimaschutz-
ziele. Die industriellen und gewerblichen Unternehmen müssen einen markanten Beitrag leisten, um
diese Ziele zu erreichen. Mit Münster - PowerRaum sowie der Verknüpfung aus Forschung und Pra-
xis schafft die Stadt Münster Best -Practice Beispiele, an denen praktisch aufgezeigt wird, wie ein
nachhaltiger und schonender Umgang mit Rohstoffen und Energie aussieht und wie definierte Kli-
maschutzziele erreicht werden können.
Wirtschaftsstandort:
Steigende Energiepreise haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Wettbewerbsfähigkeit eines
Unternehmens. Zudem müssen Unternehmen ihr Hande ln kontinuierlich den dynamischen Bedin-
gungen des Marktes anpassen, um innovativ zu sein. Durch die unterschiedlichen Ausprägungen
von Münster - PowerRaum werden unterschiedliche Unternehmen und Fachbereiche aus Naturwis-
senschaften, Technik und Betriebswir tschaft zusammengeführt, die einen idealen Rahmen für eine
open Innovation Plattform bieten. Der Austausch untereinander und die externe Sicht auf ein Unter-
nehmen führen dazu, innovative Produkte und Dienstleistungen zu kreieren und steigern die Attrak-
tivität des Wirtschaftsstandortes Münster.
Stadtverwaltung und Politik
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
47
8 FAZIT
Die Zielsetzung der Machbarkeitsstudie bestand darin, ein Konzept für einen potenziellen Energie-
park Münster aufzustellen, der sich vorranging auf das Industriegebiet Hessenweg konzentriert.
Für das Industriegeb iet Hessenweg konnte festgestellt werden, dass dieses im Bezug auf einen
Energiepark nur einen begrenzten Betrachtungsraum zur Verfügung stellt und die eingeschränkte
Betrachtung auf das Industriegebiet nicht dem Anspruch eines umfassenden und themenübergr ei-
fenden Energieparks für Münster gerecht wird. Eine Ausweitung der Betrachtung auf das Gewerbe-
gebiet Kleimannbrücke ist in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht zielführend, da das Gewerbe-
gebiet durch seine Kleinteiligkeit keine geeigneten Wärmequellen bzw. Wärmesenken zur Verfügung
stellt, die für den Betrieb innovativer Technologien vorausgesetzt werden.
Durch die am Hessenweg zur Verfügung gestellten Flächen, die als Industriegebiet ausgewiesen
sind, ergeben sich Chancen, aber auch Einschränkungen, was di e Ansiedlung von Forschungsein-
richtungen betrifft. Während im Bereich der Abfallverwertung und des Maschinenbaus Vorteile eines
industriellen Umfeldes zu erwarten sind, können die damit einhergehenden Immissionen (Lärm und
Geruch) von Forschungseinrichtung en, wie z. B. im Bereich der Speichertechnologie, als störend
empfunden werden.
Für den Standort des Entsorgungszentrums Münster ( EZM) konnte festgestellt werden, dass die
Verwertung von Abfallstoffen ein Themenfeld ist, dass in die Entwicklung eines Ene rgieparks mit
einzubeziehen ist, da Abfallstoffe aufgrund von Energie - und Rohstoffgewinnung im Kontext eines
Energieparks zu betrachten sind. Auch bestehen in Münster mit dem MEET, den nachhaltigen Akti-
vitäten in der Energieerzeugung durch die Stadtwerke Münster oder das Innovationsvorhaben einer
Wasserstoffnutzung bereits etablierte Strukturen, die im Rahmen dieser Machbarkeitsstudie mit ein-
zubeziehen sind.
Aus diesem Grund wird ein dezentrales Konzept für den Energiepark empfohlen, das seinen Ur-
sprung am Standort des EZM und im Industriegebiet Hessenweg hat und sich über das gesamte
Stadtgebiet erstreckt. Dabei dient der Kanal, neben der Funktion eines Transportweges, als verbin-
dende Achse zwischen unterschiedlichen Stationen des stadtweiten Energieparks.
Als Arbeitstitel für das Konzept wurde der Name:
Münster - PowerRaum
… für eine vernetzte Energiewende
gewählt.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
48
Die Einzelleistungen ergeben sich aktuell aus den fünf Kompetenzschwerpunkten Energetische Ver-
wertung, Energieerzeugung und Verteilung, Vernetzung, Speicherung und Mobilität, die sich über
das Stadtgebiet von Münster erstrecken.
Durch die Ausweitung über das Stadtgebiet bieten die dezentralen Strukturen des Münster - Power-
Raum für Münster die Chance, sich entsprechend der technischen Entwicklungen auszurichten und
zu erweitern. Gleichzeitig werden die bereits in dezentraler Anordnung im Stadtgebiet vorhandenen
weiteren Elemente, die einen Beitrag zur Energiewende leisten, stärker untereinander vernetzt. Das
Gebiet um das Industriegebiet Hes senweg mit dem angrenzenden EZM und der Biologischen Sta-
tion Rieselfelder nimmt dabei einen wesentlichen Teil ein. Die Bündelung bestehender Kompetenzen
und die Vernetzung unterschiedlicher Sektoren untereinander führt dazu, dass sich Münster - Power-
Raum von derzeit bestehenden Energieparks abgrenzt und ein auf das gesamte Stadtgebiet bezo-
genes zukunftsfähiges Konzept aufzeigt.
Dabei bietet das Konzept für Münster - PowerRaum folgende Vorteile für Münster:
- Alleinstellungsmerkmal eines stadtweiten dezentral vernetzten Energieparks
- Adressierung der sich wandelnden Herausforderungen der Energiewende weg von der blo-
ßen Energieerzeugung durch Erneuerbare Energien und hin zu intelligenten Energieversor-
gungs- und Mobilitätskonzepten
- Zurückgreifen auf bereits bestehende Strukturen in der Stadt
- Stärkung der beteiligten Unternehmen und Institutionen
- Flexibilität im Hinblick auf die künftige Entwicklung von Münster - PowerRaum entsprechend
des technischen Fortschritts und der Anforderungen
- Vernetzung verschiedener Akteure und Projekte unter der Dachmarke Vernetzte Energie-
wende Münster beispielsweise für Verbundforschungsvorhaben
- Einbezug des Naherholungs- und Vogelschutzgebiets der Rieselfelder
- Integration des Kanals als verbindende Achse zwischen verschiedenen Sta ndorten
Entsprechend der bereits bestehenden Strukturen kann die Umsetzung von Münster - PowerRaum
mit thematischen Schwerpunkten umgehend beginnen. Insbesondere der stufenweise Auf bau der
dezentralen Strukturen erlaubt dieses Vorgehen.
In einem ersten Sch ritt sollte hierzu eine Arbeitsgruppe Münster - PowerRaum gegründet werden,
die mit unterschiedlichen Akteuren eine gemeinsame Vision und ein gemeinsames Verständnis ei-
nes Münster - PowerRaum mit dezentralen Strukturen für Münster entwickelt. Durch eine Integration
der Biologischen Station Rieselfelder Münster können die Aspekte der Freizeitaktivitäten und Wis-
sensvermittlung aufgegriffen werden, die in einem Feinkonzept zusammengefasst mit technischen
Schwerpunkten, den Münster - PowerRaum beschreiben. Aufbauend auf dem Feinkonzept wird eine
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
49
Ausweitung der eingebundenen Akteure empfohlen, die in Münster - PowerRaum integriert werden
können.
Die im Abschnitt 7.4 beschriebenen Entwicklungsperspektiven bis 2030 geben einen Ausblick da-
rauf, wie sich Münster - PowerRaum perspektivisch weiterentwickelt werden könnte.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
50
9 VERZEICHNISSE
9.1 Literaturverzeichnis
Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung - Jahres-Statistik 2015
Bevölkerung: http://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-muens-
ter/61_stadtentwicklung/pdf/jahr/Jahres-Statistik_2015_Bevoelkerung.pdf
Stadt Münster, Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung - Jahres-Statistik 2015
Allgemeines über Münster: http://www.stadt-muenster.de/fileadmin//user_upload/stadt-mu-
enster/61_stadtentwicklung/pdf/jahr/Jahres-Statistik_2015_Allgemeines_ueber_Muens-
ter.pdf
Westfälische Nachrichten – Münster ist „wirtschaftlicher Lichtblick in NRW“ – Städteranking 2016
(30.09.2016): http://www.wn.de/Muenster/2551535-Staedteranking-2016-Muenster-ist-wirt-
schaftsstarker-Lichtblick-in-NRW
Wirtschaftsförderung Münster GmbH: http://www.wfm-muenster.de/standort_muenster/pro-
fil_der_stadt/index59.htm
Stadtwerke Münster GmbH - Die Gas- und Dampfturbinen-Anlage (GuD): https://www.stadtwerke-
muenster.de/unternehmen/energie/unser-angebot-fuer-sie/erzeugungsanlagen/gud.html
Umweltbundesamt - Aufwand und Nutzen einer optimierten Bioabfallverwertung hinsichtlich Ener-
gieeffizienz, Klima- und Ressourcenschutz: https://www.umweltbundesamt.de/si-
tes/default/files/medien/461/publikationen/4010_0.pdf
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Abbildungsverzeichnis
51
9.2 Abbildungsverzeichnis
Abbildung 3-1: Übersicht der erneuerbaren Energieträger ........................................................... 7
Abbildung 4-1: Übersicht Industriegebiet Hessenweg mit dem angrenzenden Standort des
Entsorgungszentrums Münster (EZM) ................................................................. 10
Abbildung 5-1: Thematische Abgrenzung am Hessenweg und dem EZM ................................. 17
Abbildung 5-2: Übersicht EZM (Stand 2014) .............................................................................. 18
Abbildung 5-3: Prozess zur energetischen Bewertung von Abfallstoffen ................................... 19
Abbildung 6-1: identifizierte Cluster in der Stadt Münster ........................................................... 27
Abbildung 6-2: Themenschwerpunkte Münster - PowerRaum ................................................... 31
Abbildung 7-1: Zukunftsvision Münster - PowerRaum ................................................................ 41
Es konnten keine Einträge für ein Abbildungsverzeichnis gefunden werden.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Tabellenverzeichnis
52
9.3 Tabellenverzeichnis
Tabelle 4-1: Potenzialübersicht erneuerbarer Energien ............................................................. 12
Tabelle 7-1: SWOT Analyse Stärken und Schwächen Münster - PowerRaum .......................... 32
Tabelle 7-2: SWOT Analyse Gefahren und Chancen von Münster - PowerRaum ..................... 33
Tabelle 7-3: Freizeitcharakter am Hessenweg und dem EZM .................................................... 42
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Abkürzungsverzeichnis
53
9.4 Abkürzungsverzeichnis
AG Aktiengesellschaft
AWM Abfallwirtschaftsbetriebe der Stadt Münster
BHKW Blockheizkraftwerk
CO2 Kohlenstoffdioxid
EZM Entsorgungszentrum Münster
GuD Gas und Dampf
KWK Kraft-Wärme-Kopplung
KWKK Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung
ORC Organic Rankine Cycle
PV Photovoltaik
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
54
10 ANHANG
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
55
A 1: Übersicht Energieparks in Deutschland
Name Beschreibung Ort Bundesland Homepage
Energielandschaft
Morbach
Standort: Gelände des ehemaligen US -Munitionslagers
Rapperath/Wenigerath
Projektverantwortliche: Gemeinde Morbach in Zusam-
menarbeit mit Partnern aus Wirtschaft und Wissenschaft
Projektstart: 2002
Art des Energieparks: Auf dem 145 ha großen Gelände
des ehemals größten US-Munitionslagers in Europa erzeu-
gen eine Biomasseanlage, 14 Windräder und mehr als
20.000 m² Photovoltaikanlagen Strom Ein Pellethersteller,
eine Trinkwasseraufbereitung und diverse andere Unter-
nehmen profitieren von der dabei entstehenden Wärme,
während der Strom ins Netz eingespeist wird.
Öffentlichkeit/Partizipation:
Im Informationszentrum wird Energie für die Besucher er-
fahrbar. Gruppenführungen werden nach Voranmeldung
ganzjährig angeboten. Zusätzliche Führungen finden in
den Sommerferien statt.
Gemeinde
Morbach
Rheinland-Pfalz http://www.energielandschaft.de/
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
56
Energiepark Kon-
Werl – Technologie-
zentrum für regene-
rative Energien und
rationelle Energie-
nutzung
Standort: Ehemaliges Flugplatzgelände der belgischen
Streitkräfte
Projektverantwortliche: Stadt Werl, Steag New Energies
GmbH, Technologie- und Wissenstransfer im Kreis Soest
e.V., Kreis Soest, Gesellschaft für Wirtschaftsförderung
und Stadtentwicklung Werl mbH
Projektstart: 2002
Art des Energieparks: Das Technologiezentrum für rege-
nerative Energien und rationelle Energienutzung bietet auf
rund 3.000 m² Fläche ideale Standortbedingungen für Un-
ternehmen. Unter anderem gibt es eine Modell - und De-
monstrationsanlage, in der die zentrale Steuerung der Er-
zeugung (PV, Windräder, Biomasse Heizkraftwerk), Vertei-
lung und Speicherung von regenerativer Energie ebenso
wie ein intelligentes Lastmanagement und effektive Prog-
noseinstrumente erprobt und dargestellt werden. Die rege-
nerative Energie, die auf dem Areal in einem Biomasse
Heizkraftwerk erzeugt wird, wird für die Versorgung des an-
geschlossenen Gewerbegebietes und der angrenzenden
Wohnhäuser genutzt.
Stadt
Werl
Nordrhein-Westfa-
len
http://www.konwerl.de/kw.html
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
57
Name Beschreibung Ort Bundesland Homepage
Mont-Cenis, Herne
Standort: Gelände der ehemaligen Zeche Mont -Cenis
Projektverantwortliche: Stadtwerke Herne
Projektstart:1999
Art des Energieparks: Zentrales Element des Energie-
parks ist das Gebäude der Akademie Mont -Cenis mit sei-
ner 20.000 m² großen Glashülle, auf der insgesamt 3.200
PV-Module installiert sind. Unter der Glashülle b efinden
sich die Fortbildungsakademie des Landesinnenministeri-
ums sowie ein Stadtteilrathaus mit Bürgersaal und eine Bü-
cherei.
Zum Energiepark gehören neben dem größten dachinte-
grierten Solarkraftwerk in Deutschland, eine Batteriespei-
cheranlage sowie ein g rubengasbetriebenes Blockheiz-
kraftwerk.
Öffentlichkeit/Partizipation: -
Stadt Herne
Nordrhein-Westfa-
len
http://www.stadtwerke-herne.de/in-
dex/unternehmen/umwelt/energie-
park_mont_cenis.html
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
58
Name Beschreibung Ort Bundesland Homepage
Energiepark Mainz
Standort: Gelände des Wirtschaftsparks Mainz-Hechtheim
Projektverantwortliche: Hochschule RheinMain, Sie-
mens AG, Linde AG, Stadtwerke Mainz AG,
Projektstart: 2015
Art des Energieparks: Entwicklung, Erprobung und der
Einsatz von innovativen Technologien bei der Produktion
von Wasserstoff durch Wasserelektrolyse mit erneuerba-
ren Energien.
Öffentlichkeit/Partizipation: -
Stadt Mainz Rheinland-Pfalz http://www.energiepark-mainz.de/
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
59
Name Beschreibung Ort Bundesland Homepage
Bioenergiepark
Saerbeck
Standort: Gelände eines ehemaligen Munitionsdepots
Projektstart: 2011
Projektverantwortliche: Gemeinde Saerbeck, Bürger
Art des Energieparks: Nutzungsmix aus regenerativen
Energieanlagen (7 Windenergieanlagen, 2 Biogasanlagen,
1 Kompostwerk mit Trockenvergärung, 1 PV -Freiflächen-
anlage sowie weitere bioenergieparkaffine Nutzungen und
ein Kompetenzzentrum regenerative Energien)
Öffentlichkeit/Partizipation: Gläserne Heizzentrale mit-
ten im Ort u. a. Veranstaltungsort für Klimastammtisch,
Energieerlebnispfad und Bildungsprojekte
Gemeinde
Saerbeck
Nordrhein-Westfa-
len
http://www.klimakommune-
saerbeck.de
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
60
Klimapark Rietberg
Standort: Gelände des Gartenschauparks Rietberg
Projektstart: 2011
Projektverantwortliche: Stadt Rietberg, BETONWERK
LINTEL GMBH & CO. KG, Biogas -Nord AG, Ewenso
GmbH & Co. KG, FH Bielefeld, Fachbereich Ingenieurwis-
senschaften un d Mathematik, Gartenschaupark Rietberg,
Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh
mbH (GEG), Hochschule OWL, Jaeger Haustechniksys-
teme, Landesbetrieb Wald & Holz, Nova Solartechnik
GmbH, Rietbergwerke GmbH & Co. KG Geschäftsbereich
Behältertechnik, RWE AG, Solartechnik Schierl GmbH &
Co. KG, STÜWA Konrad Stückerjürgen GmbH, SYREX
Kommunikation und Ausstellungsdesign, Verbraucherzent-
rale NRW e.V., Zirkel e.V.
Art des Energieparks: Auf dem 15.000 m² großem Ge-
lände zeigen Industrie, Handwerk, Ve rbände, öffentlichen
Einrichtungen, Wissenschaft und Forschung Praxisbei-
spiele zur Nutzung regenerativer Energien sowie zu Ener-
gieeffizienzmaßnahmen.
Öffentlichkeit/Partizipation: Klimapavillion, Standort
Nachaltige Bildung, Öffentlich zugänglich, Führungen
Stadt Riet-
berg
Nordrhein-Westfa-
len
http://www.klimapark-rietberg.de/
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
61
Name Beschreibung Ort Bundesland Homepage
Energiepark Hirsch-
aid
Technologischen Innovationen der Clean -Tech Branche,
ermöglicht der Energiepark Hirschaid Technologie emotio-
nal, bewusst, systematisch und funktional zu erleben und
Verbrauchern und Entscheider über den technologischen
Fortschritt zu informieren. Mit großen und flexiblen Räum-
lichkeiten, der Verwendung von nachhaltigen Materialien in
der Innen,- und Außenarchitektur sowie der Installation in-
novativer und beeindruckenden Projektions- und Präsenta-
tionsmöglichkeiten, bietet der Energiepark Hirschaid einen
hervorragenden Treffepunkt für die Durchführung von
„green meetings“ und „green events“ der element -e Group
AG.
Hirschaid Bayern http://www.energiepark-hirschaid.de/
Energiepark Neu
Wulmstorf
Energiepark auf der ehemaligen Hausmülldeponie in Neu
Wulmstorf, 3 Windkraftanlagen, die 2 Fotovoltaikanlagen
sowie Deponiegas -Blockheizkraftwerk lieferten im Jahr
2012 zusammen rund 5,6 Millionen Kilowattstunden
Ökostrom.
Gemeinde
Neu Wulm-
storf
Niedersachsen
https://www.stadtreinigung.ham-
burg/gewerbekunden/pla-
nung_und_bau/deponietechnik/solar-
anlageneuwulmstorf.html
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
62
Name Beschreibung Ort Bundesland Homepage
Energiepark Drui-
berg
Energiepark Druiberg setzt sich zusammen aus.
Windpark Druiberg, Photovoltaik -Dächer in Dardesheim,
Alternative Antriebsstoffe
Stadt Oster-
wieck
Sachsen-Anhalt http://www.energiepark-druiberg.de
Energiepark Hah-
nennest
4 große landwirtschaftliche Familienbetriebe, gemeinsa-
mer Bau und Betrieb einer Biogasanlage Betrieb seit Sep-
tember 2011
Hahnennest
Baden-Württem-
berg
http://www.energiepark-hahnen-
nest.de/
NaturGut Ophoven
(KlimaErlebnisPark
und EnergieStadt)
Stadt
Leverkusen
Nordrhein-Westfa-
len
http://naturgut-ophoven.de/start-
seite/
Wetterpark Weißer
Stein
Gemeinde
Hellenthal
Nordrhein-Westfa-
len
http://wetterpark-weisser-stein.de/
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
63
Name Beschreibung Ort Bundesland Homepage
artefact Powerpark
Stadt Glücks-
burg
Schleswig-Holstein
http://www.artefact.de/de/power-
park-energie-erlebnis-park/index-so-
lar-sonne-strom.html
metabolon
Gemeinde
Lindlar
Nordrhein-
Westfalen
http://www.metabolon.de/metabo-
lon/
Energiepark Claust-
hal
Stadt
Clausthal Niedersachsen
https://www.tu-claust-
hal.de/presse/nachrichten/de-
tails/970.html
Solar & Energie-
park Nordhackstedt
Gemeinde
Nord-
hackstedt Schleswig-Holstein
http://www.noerrehee.de/energie-
park/
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
64
A 2: Bestandsanlagen erneuerbarer Energien Münster
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
65
A 3: Unternehmensgespräche Industriegebiet
Hessenweg
Reiling MS-Recycling GmbH & Co. KG 1
➢ Ansprechpartner:
Herr Sebastian Rüchhoff – Betriebsleiter
Hessenbusch 180
48157 Münster
Tätigkeiten im Industriegebiet Hessenweg:
▪ Papier- und Aktenvernichtung
▪ Recycling von Wertstoffen und Kunststoffen
▪ Glas- und Holzverwertung
▪ Die Entsorgung wird durch das Entsorgungszentrum Nord (EZN GmbH
& Co. KG übernommen)
▪ PV-Module werden durch das Unternehmen am Standort Marienfeld re-
cycelt
Für welche Tätigkeiten wird Energie benötigt?
▪ Hauptenergieträger ist Strom
▪ Wesentliche Verbraucher sind die Wertstoffpresse und die Datenträgervernichtung
Sind Sie offen für innovative Versorgungslösungen?
▪ Ein grundsätzliches Interesse besteht an innovativen Versorgungslösungen
▪ Diese müssen konkurrenzfähig zu konventionellen Versorgungslösungen sein
▪ Eine PV-Lösung wurde aktuell noch nicht untersucht
Sehen Sie Hemmnisse für einen Energiepark?
▪ Erweiterungsflächen für das Unternehmen wurden bislang für einen po-
tenziellen Energiepark geblockt.
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
66
Sanotact GmbH 2
➢ Ansprechpartner:
Herr Bernd Schöpf– Bereichsleitung Produktion
Herr Daniel Kleinberns – Instandhaltungsmanagement/Schulungsmanagement
Hessenweg 10
48157 Münster
Tätigkeiten im Industriegebiet Hessenweg:
▪ Entwicklung und Herstellung von Komprimaten (z. B. Traubenzucker-
tabletten)
▪ Tätigkeiten als Lohnhersteller
▪ Herstellung und Vertrieb der eigenen Marken Biolabor, hansal und
intact
▪ Ca. 180 eigene Mitarbeiter am Standort
Für welche Tätigkeiten wird Energie benötigt?
▪ Hoher Strombedarf (ca. 2.000 MWh/a)
▪ Kältebedarf für den Produktionsprozess im Sommer und Wärmebedarf im Winter
(Gas rund 4.000 MWh/a)
▪ Durch die Kompressionskälteanlagen verfügt der Betrieb über Abwärmepotenzial
▪ Das Temperaturniveau muss über 60 °C sein (Legionellen)
▪ Ein Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001 ist vorhanden
Sind Sie offen für innovative Versorgungslösungen?
▪ Ein grundsätzliches Interesse besteht an innovativen Versorgungslösungen
▪ Vorstellung sich an ein Wärmenetz anschließen zu lassen oder mit einem angrenzen-
den Unternehmen energetisch zu verbinden
▪ Diese müssen konkurrenzfähig zu konventionellen Versorgungslösunge n sein und die
gleiche Versorgungssicherheit bieten
▪ Eine PV-Lösung ist aufgrund des Brandschutzes nicht möglich
Wie sind Ihre Vorstellungen zu einem Energiepark?
▪ Energetischer Verbund von Unternehmen
▪ Wärmeauskopplung vom Deponiestandort Coerde
▪ Wärmebereitstellung durch Solar-Module auf den Hallendächern und
Versorgung angrenzender Unternehmen
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
67
Remondis GmbH & Co. KG 3
➢ Ansprechpartner:
Herr Stefan Schäfer– Niederlassungsleiter
Köstendeel 20
48157 Münster
Tätigkeiten im Industriegebiet Hessenweg:
▪ Aufbereitung von Bauschutt
▪ Wertstoffentsorgung/-aufbereitung
Für welche Tätigkeiten wird Energie benötigt?
▪ Strombedarf (ca. 800 MWh/a)
▪ Betrieb der Bauschuttaufbereitungsanlage und der Presse sind energieintensiv
Sind Sie offen für innovative Versorgungslösungen?
▪ Offen Energie selbst zu produzieren und auch andere Unternehmen damit zu versor-
gen
▪ Erwartung ist eine Amortisationszeit von bis zu 4 Jahren
Wie sind Ihre Hemmnisse/Erwartungen zu einem Energiepark?
▪ Der Standort eignet sich aufgrund der Immissionen nicht zu For-
schungszwecken
▪ Ein Unternehmen, das PV-Module hergestellt und vertrieben hat war im
Industriegebiet ansässig. Kein Unternehmen hat sich mit PV-Modulen
ausstatten lassen
▪ Der Betrieb von Windenergieanlagen in Kombination mit einem Indust-
riegebiet wäre zur Eigenstromerzeugung eine Option
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
68
Fiege Logistik Stiftung & Co. KG 4
➢ Ansprechpartner:
Herr René Hüser – Technische Leitung
Hessenweg 6
48157 Münster
Tätigkeiten im Industriegebiet Hessenweg:
▪ Lagerung von medizienischen Stoffen und medizinischer Technik
Für welche Tätigkeiten wird Energie benötigt?
▪ Kontinuierlicher Wärme- und Kältebedarf für die Lagerung
▪ Ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 ist vorhanden
Sind Sie offen für innovative Versorgungslösungen?
▪ Grundsätzliches Interesse sich extern mit Energie versorgen zu lassen
▪ Ein energetischer Verbund wurde in der Vergangenheit bereits geprüft
▪ PV-Anlage ist nicht installiert, da schlechte Erfahrungen am Standort Dortmund und
Problem mit dem Brandschutz
▪ In Greven gibt es eine zentrale Planungsabteilung für sämtliche Standorte
Wie sind Ihre Hemmnisse/Erwartungen zu einem Energiepark?
▪ Der Betrieb einer Windenergieanlage im Industriegebiet wird skeptisch
gesehen
▪ Möglichkeiten der innovativen und effizienten Energieversorgung von
extern
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
69
Westfalen AG 5
➢ Ansprechpartner:
Herr Andre Stracke – Leiter Bereich Tankstellen
Herr Thomas Kuhlmann – Leiter Gebäudemanagement und Bau und Technik Bereich
Tankstellen
Industrieweg 43
48155 Münster
Tätigkeiten im Industriegebiet Hessenweg:
▪ Tanklager für das Tankstellengeschäft
▪ Lagerung von Heizöl
▪ Freiflächen vorhanden, die aktuell landwirtschaftlich genutzt werden
Für welche Tätigkeiten wird Energie benötigt?
▪ Strombedarf für die Pumpen
Sind Sie offen für innovative Versorgungslösungen?
▪ Unter den Aspekten der Versorgungssicherheit und der Wirtschaftlichkeit interessiert
sich extern mit Energie versorgen zu lassen als Stromabnehmer
Wie wird sich die Mobilität in der Zukunft verändern (Einschätzung)?
▪ Eine Mischung unterschiedlicher Antriebstechnologien
▪ Güterverkehr bleibt diesellastig in Verbindung mit Hybridtechnologie
▪ PKW: Ausbau der E-Mobilität und auch Antrieb durch Wasserstoff
▪ Die Nutzungsdauer eines Fahrzeuges liegt bei rund 15 Jahren. Eine we-
sentliche Veränderung wird sich erst mittelfristig einstellen.
Wie sind Ihre Hemmnisse/Erwartungen zu einem Energiepark?
▪ Grundsätzlich interessiert das Projekt unter dem Gebot der Wirtschaft-
lichkeit zu unterstützen
▪ Die Freiflächen können nicht für einen Energiepark oder zur Eigen-
stromerzeugung genutzt werden
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
70
WestfalenLand Fleischwaren GmbH 6
➢ Ansprechpartner:
Herr Josef Zimmerling – Projektmanager Technik
Hessenweg 2
48157 Münster
Tätigkeiten im Industriegebiet Hessenweg:
▪ Aus den Schlachtbetrieben zugeliefertes Fleisch wird an diesem Stand-
ort portioniert und verpackt
Für welche Tätigkeiten wird Energie benötigt?
▪ 50 – 60 % der Energie wird für die Kälteerzeugung benötigt
o Prozesskälte -35°C bis -70°C
o Raumkälte -1°C bis -3°C
o Entfeuchtung
▪ Warmwassererzeugung für die Reinigung ca. 60 °C
▪ Fußbodenheizung ca. 25 °C
▪ Vakuumanlage und Druckluftanlage
▪ Die Abwärme wird durch eine Wärmepumpe auf ein nutzbares Niveau angehoben
Sind Sie offen für innovative Versorgungslösungen?
▪ Zusammenarbeit mit Fachunternehmen findet permanent statt, um Optimierungen in
den Prozessen zu erreichen
▪ Eigenstromerzeugung durch PV ist aufgrund der verbauten Technik auf den Dachflä-
chen schwierig
▪ Betriebssicherheit ist zu jeder Zeit zu gewährleisten
Fallen in Ihrem Betrieb nutzbare Abfallstoffe an?
▪ Abfälle im Bereich der Lebensmittel fallen nicht an
▪ Abfallaufkommen im Bereich der Verpackungen
▪ Abwasser auf einem Niveau von ca. 15°C in der ungefähren Zeit. 23:00 –
7:00 Uhr
Wie sind Ihre Hemmnisse/Erwartungen zu einem Energiepark?
▪ Interesse an innerbetrieblichen Optimierungen wie Beleuchtung, Pum-
pentechnik, Prozesskälte etc.
▪ Vorstellung des energetischen Zusammenschlusses von Unternehmen
▪ Hemmnis: Wenn der Energiepark die Auflagen der IFS-Zertifizierung
gefährdet
Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Anhang
71
A 4: Bewertungsmatrix Neuansiedlung Energiepark Hessenweg
Berichtsvorlage
8312 Zeichen
V/0491/2018 V/0491/2018 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Energiewirtschaftliche Chancen und Rahmenbedingungen für einen Energiepark in Münster Beratungsfolge 28.11.2018 Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen Bericht 28.11.2018 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen Bericht Bericht: Der Ausschuss für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen hat am 01.03.2016 die Verwaltung beauftragt, die energiewirtschaftlichen Chancen und Rahmenbedingungen für einen Energiepark in Münster zu prüfen (V/0949/2015) und über das Ergebnis zu berichten. Für die Erstellung einer Mach- barkeitsstudie wurde das Büro energielenker - Die Berater (ehemals infas enermetric Consulting GmbH) aus Greven beauftragt. Die Zielsetzung der Machbarkeitsstudie bestand darin, ein Konzept für einen potenziellen Energie- park Mü nster aufzustellen, das sich vorrangi g auf das Industriegebiet Hessenweg und die nähere Umgebung konzentriert. Zudem sollte die Prüfung sich insbesondere auf folgende Zielsetzungen b e- ziehen: Mehr Klimaschutz und umweltfreundliche Energieversorgung Stärkung der Münsteraner Wirtschaft Förderung der Wissenschaft und Forschung Bildung und Information voranbringen. Für den Standort Hessenweg und die nähere Umgebung konnte durch das Gutachten zwar festg e- stellt werden, dass - bei den ansässigen Unternehm en ein hoher Energieverbrauch und ein Potenzial zum Aufbau einer innovativen und vernetzten Energieversorgung besteht - das nahegelegene Entsorgungszentrum Münster (EZM) eine gute Ausstattung im Bereich der nachhaltigen energetischen Verwertung von Abfall- und Naturstoffen aufweist und - mit der Biologischen Station Rieselfelder Münster zusätzlich der Freizeit- und Bildungsgedan- ke aufgegriffen werden kann. Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit 09.11.2018 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Reinhardt Telefon: 492-6704 Reinhardt@stadt- muenster.de - 2 - V/0491/2018 Diese Ansätze reichen aber insgesamt nicht aus, um den Anforderungen und Zielsetzungen eines umfassenden und themenübergreifenden Energieparks gerecht zu werden. Zudem befürchten ansäs- sige Unternehmen durch einen großflächigen Energiepark Einschränkungen, was mögliche Expansi- onen auf verbleibenden Flächen betrifft und Immissionsbestimmungen eine mögliche Ansiedelung von Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen am Standort Hessenweg behindern. Münster kann neben dem Industriegebiet Hessenweg und dem Ents orgungszentrum Münster (EZM) auf eine Reihe bereits bestehender Standorte und Institutionen blicken, die sich thematisch den He r- ausforderungen der Energiewende stellen. Darunter befinden sich insbesondere: das MEET (Münster Electrochemical Energy Technolog y), eine Forschungseinrichtung der Westfälischen Wilhelms -Universität mit dem Ziel, Batterien für den Einsatz im Bereich der Elektromobilität zu optimieren und Energiespeichersysteme zu verbessern der Hafenstandort der Stadtwerke Münster GmbH, wo eine nach haltige und flexible Energi e- erzeugung und Verteilung in der Praxis erprobt wird das Innovationsvorhaben zur Wasserstoffnutzung der Westfalen Gruppe im Hansa -Business- Park am Standort Amelsbüren die Vielzahl an Windkraftanlagen im Norden, Westen und Süden der Stadt die Biologische Station Rieselfelder als Standort der Bildung und Freizeitgestaltung. Da die oben genannten Ziele im Rahmen eines Energieparks am Standort Industriegebiet Hessen- weg und der näheren Umgebung allein nicht umfassend zu erfüllen sind u nd Münster bereits über eine Reihe bestehender innovativer Standorte auf dem Stadtgebiet verfügt, empfehlen die Gutachter in der Machbarkeitsstudie das Konzept eines stadtweiten dezentral vernetzten Energieparks für Münster, der nicht räumlich begrenzt ist . In diesem stadtweiten Energiepark sollen technologie - und standortübergreifend die verschiedenen Aspekte zukünftiger Herausforderungen der Energiewende aufgegriffen und im Verbund Lösungen für eine innovative Energiewende entwickelt werden. Als Arbeitstitel wurde von den Gutachtern der Begriff Münster - PowerRaum für eine vernetzte Energiewende vorgeschlagen. Eine endgültige Bezeichnung würde nach der Entwicklung der Grundlagen und dem entsprechenden Beschluss zur Umsetzung eines Energieparks ggfs. in Zusammenarbeit mit einer Agentur entwickelt. Das Konzept sieht aktuell die Vernetzung von fünf Standorten mit den Kompetenzschwerpunkten: - Energetische Verwertung - Energieerzeugung und Verteilung - Vernetzung - Speicherung und - Mobilität vor. Aufgrund der dezentralen Gestaltung kann sich Münster dabei den zukünftigen Entwicklungen und Herausforderungen der Energiewende dynamisch anpassen. Das Gebiet um das Industriegebiet Hessenweg mit dem angrenzenden EZM und der Biologischen Station Rieselfelder nimmt dabei eine zentrale Aufgabe bei der Entwicklung und den Aufbau der Aktivitäten ein. Die Bündelung bestehender Kompetenzen und die Entwicklung neuer Querschnittsthemen führen dazu, dass sich der dezentrale Energiepark von derzeit bestehenden Energieparks deutlich abgrenzt und ein auf das gesamte Stadt- gebiet bezogenes zukunftsfähiges Konzept aufzeigt. - 3 - V/0491/2018 Das Konzept bietet für Münster folgende Vorteile: Alleinstellungsmerkmal eines stadtweiten dezentral vernetzten Energieparks - 4 - V/0491/2018 Adressierung der sich wandelnden Herausforderungen der Energiewende weg von der bloßen Energieerzeugung durch Erneuerbare Energien und hin zu intelligenten Energieversorgungs - und Mobilitätskonzepten Zurückgreifen auf bereits bestehende Strukturen in der Stadt Stärkung der beteiligten Unternehmen und Institutionen Flexibilität im Hinblick auf die künftige Entwicklung entsprechend des technischen Fortschritts und der Anforderungen Vernetzung verschiedener Akteure und Projekte unter der Dachmarke Münster – PowerRaum beispielsweise für Verbundforschungsvorhaben Einbezug des Naherholungs - und Vogelschutzgebiets der Rieselfelder mit der Biologischen Station Rieselfelder Integration des Kanals als verbindende Achse zwischen verschiedenen Standorten. Die Mehrheit der Energieparks in Deutschland legt den thematischen Schwerpunkt bislang auf die regenerative Erzeugung von Energie in Form von Strom, Wärme, Kälte und Gasen. Sie spiegeln d a- mit die Herausforderung der ersten Stufe der Energiewende wider. Einhergehend mit einem kontin u- ierlich steigenden Anteil erneuerbarer Anlagen an der Erzeugungsstruktur und im Hinblick auf die notwendigen Treibhausgasreduktionen werden die Themen Vernetzung der Infrastruktur, Energi e- speicherung und Energieeffizienz in den kommenden Jahren eine zunehmend bedeutende Rolle spielen. Die Kommunikation der Energieerzeuger, Energieverbraucher und Energiespeicher untere i- nander wird somit zunehmend wichtiger. Diese Herausforderung bedingt einen intensiven Austausch unter den beteiligten Akteuren in der Stadt und kann Ausgangspunkt für innovative Forschungsve r- bundvorhaben sein. Hierfür bietet der dezentrale Energiepark eine ideale Plattform. Als nächste Schritte hin zur Umsetzung des Konzeptes schlägt das Gutachten die folgenden Ma ß- nahmen vor: 1. Bildung einer Arbeitsgruppe bestehend aus den wichtigsten städtischen Akteuren (bspw. Stadtverwaltung, Stadtwerke, Biologische Station Rieselfelder, Abfallwirtschaftsbetriebe Müns- ter, Hochschulen, Institutionen, Unternehmensvertreter), in der eine gemeinsame Vision für Münster - PowerRaum entwickelt und regelmäßig über den Projektfortschritt und strategisch e Ziele beraten werden soll. 2. Proaktive Einbindung der Biologischen Station Rieselfelder Münster als Schlüsselpartner für mögliche Bildungs- und Freizeitangebote. 3. Erstellung eines Akteurskatasters, das alle potenziellen Akteure und Standorte beinhaltet und das laufend an das Konzept angepasst wird. Die Verwaltung schlägt vor, die Maßnahmen, die ohne zusätzliche Mittel im bestehenden Haushalt umgesetzt werden können, in Angriff zu nehmen, um das Konzept für Münster - PowerRaum für eine vernetzte Energiewende schrittweise zu entwickeln. i.V. gez. Matthias Peck Stadtrat Anlage 1: Machbarkeitsstudie Energiepark Münster
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (8)
- Albersloher Weg 33
- Hessenweg 10
- Industrieweg 43
- Schiffahrter Damm
- An der Kleimannbrücke
- Leonardo-Campus
- Hessenbusch 180
- Köstendeel 20
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0491/2018
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 18.10.2018
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37