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A-R/0014/2014

Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in Münster

Antrag an den Rat 24.03.2014

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 02.04.2014, TOP 63.10

Originalantrag

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Originalantrag

6854 Zeichen

Antrag an den Rat Nr.: A-R/0014/2014 
 
Ratsantrag  nach § 3 Abs. 2 der Geschäftsordnung des Rates 
 
 
 
 
21.03.2014 
 
 
 
Der Rat möge beschließen: 
 
1. Die Verwaltung wird beauftragt:  
1.1. Einen Bericht vorzulegen zum Problemfeld „Koma -Trinken von Kindern und 
Jugendlichen in Münster“. Hierin sollen u.a. die Za hlen zu den 
Alkoholbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen ge schlechterdifferenziert 
dargelegt und die Entwicklung in Münster seit den l etzten Jahren dargestellt 
werden. Dabei sollte auch der Versuch unternommen w erden Ursachen für die 
besonders negative Entwicklung in Münster beim Prob lemfeld „Koma-Trinken 
von Kindern und Jugendlichen“ zu ermitteln. 
1.2. In diesem Bericht darüber hinaus aufzuzeigen,  
- wie derzeit die betroffenen Jugendlichen sowie de ren Eltern beraten und in 
der konkreten Problemsituation unterstützt werden;  
- wie vermittelt wird, alters- und geschlechtsspezi fischen Risiken des 
Alkoholkonsums besser einzuschätzen;  
- wie die Jugendlichen durch entsprechende Beratung sangebote erreicht und in 
wie weit geschlechtsspezifische Zugangs- und Beratu ngswege gesucht und 
angeboten werden; 
- mit welcher Präventionsstrategie Alkoholexzesse u nd schädlicher 
Alkoholkonsum schon im Vorfeld verhindert werden kann;  
- in wie weit bei Veranstaltungen, in der Gastronom ie und im Einzelhandel 
diesbezüglich das Jugendschutzgesetz eingehalten wird. 
1.3. Aktuell über die Alkoholpräventionskampagne „V oll ist out“ zu berichten und 
darzustellen, welche weiteren Optimierungsmöglichke iten bei der Alkohol-
prävention von Kindern und Jugendlichen auch vor dem Hintergrund der Zahlen 
aus dem Landesbericht ergriffen werden sollen. 
 
2. Die Verwaltung wird darüber hinaus gebeten darzu legen, ab wann und mit welchem 
Kon-zept das Präventionsprojekt „Hart am Limit“ (Ha LT) als sinnvolle Ergänzung der 
Kampagne „Voll ist out“ und dem Präventionsprojekt „FreAk“ auch in Münster 
eingerichtet wird. 
 
Begründung: 
1. Das statistische Bundesamt hatte gemeldet, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen 
in Deutschland, die wegen eines akuten Alkoholmissb rauchs im Krankenhaus behandelt 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL  
Ratsfraktion Münster 
 
Windthorststr. 7 
48143 Münster 
 
Fon: 0251 / 8 99 58 10 
Fax: 0251 / 8 99 58 15 
ratsfraktion@ gruene-muenster.de 
www.gruene -muenster.de 
„Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in 
Münster “

werden mussten, in 2012 weiter gestiegen ist und se it dem Jahr 2000 mit 26.673 
Behandlungsfällen einen neuen Höchststand erreicht hat.  
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pfleg e und Alter des Landes Nordrhein-
Westfalen hatte anlässlich der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und 
Soziales des Landtags NRW am 22. Januar 2014 einen Bericht zum Thema "Komatrinken 
von Kindern und Jugendlichen in NRW" *) vorgelegt. Dem ist zu entnehmen, dass in 
Nordrhein-Westfalen im Jahr 2012 6.486 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 
19 Jahren (davon 2.604 Mädchen und junge Frauen, da s ist ein Anteil von 40%) wegen 
eines akuten Alkoholmissbrauchs (ICD-1 0 F10) im Kr ankenhaus behandelt wurden. Der 
Anteil der unter 15-Jährigen lag insgesamt bei 15% (543 Mädchen und 414 Jungen).  
Auffällig ist, dass in der Altersgruppe der 13-14 J ährigen die Mädchen höhere 
Behandlungszahlen aufweisen als die Jungen. Während die Behandlungszahlen .seit 2010 
bei den Jungen und jungen Männern um etwa 3,5 % abg enommen haben, ist es bei den 
Mädchen und jungen Frauen zu einer weiteren leichte n Zunahme um etwa 5 % 
gekommen.  
2. Beim Vergleich der regionale Verteilung in NRW z eigt sich, dass die Stadt Münster bei 
den Krankenhausbehandlungen wegen übermäßigen Alkoh olkonsums bei von 15-19 
Jährigen mit 845 Fällen (pro 100.000 Personen der A ltersgruppe) leider den traurigen 
Spitzenreiter darstellt. Landesweit sind es 565. In  Großstädten wie Mülheim a.d.Ruhr liegt 
er bei 274 und auch in Städten wie Bonn oder Köln l iegt er mit etwa 580 oder 600 Fällen 
immer noch deutlich unter denen von Münster.  
 
 
(aus: Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW vom 
22.01.2014 zum Thema Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in NRW, Vorlage 16/1580) 
 
3. Gesundheitsministerium in NRW (MGEPA), gesetzlic he Krankenkassen und die 
Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW habe n im März 2013 gemeinsam die 
Anstrengungen zur Vermeidung von Komatrinken bei Ki ndern und Jugendlichen in 
Nordrhein-Westfalen verstärkt. Dabei sieht eine Rah menvereinbarung den landesweiten

Ausbau des Präventionsnetzwerks HaLT („Hart am Limi t“) vor. Das Projekt HalT wurde in 
NRW bislang an 15 Standorten eingerichtet: Bergisch -Gladbach, Bielefeld, Coesfeld, 
Düsseldorf, Duisburg, Emsdetten, Essen, Euskirchen,  Hamm, Köln, Recklinghausen, 
Rhein-Erft-Kreis, Siegen, Wesel, Wuppertal. Weitere Standorte sind in Planung.  
Die landesweite Koordination der Umsetzung des „HaL T-Projekts“ sowie die 
Qualifizierungsmaßnahmen erfolgen durch die vom Lan d geförderte 
Landeskoordinierungs-stelle für Suchtvorbeugung (Gi nko-Stiftung für Prävention) in 
Mülheim an der Ruhr. 
4. Die Alkoholpräventionskampagne "Voll ist out", d ie die der Stadt Münster auf den Weg 
gebracht hat, will junge Menschen in möglichst viel en Lebensbereichen erreichen. Neben 
den Jugendlichen selbst sollen auch Fachkräfte aus Handel und Gewerbe, 
Multiplikator*innen aus Schule und Jugendhilfe sowi e Eltern angesprochen werden. Das 
Amt für Kinder, Jugend und Familien hat hierzu bere its 2012 einen Evaluationsbericht 
vorgelegt. Hierzu gilt es weitere aktuelle Information und Erfahrungen zu erhalten. 
5. Der eingeforderte Bericht sollte neben den im An tragstext unter Pkt 1 aufgezeigten 
Inhalten darüber hinaus weitere Informationen geben . Hierzu gehört auch Aufschluss 
darüber zu geben, wie hoch der Anteil derer ist, di e aufgrund übermäßigen 
Alkoholkonsums wiederholt im Krankenhaus behandelt werden mussten. Um die im 
Landesvergleich hohe Zahl der stationären Krankenha usbehandlungen bei Kindern und 
Jugendlichen in Münster auch regional einordnen zu können, sollte auch ein Überblick 
über das Einzugsgebiet und zahlenmäßige Verteilung gegeben werden.  
________________________________________________________________________ 
__ 
*) Bericht an den Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW vom 22.01.2014 
zum Thema 
Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in NRW , Vorlage 16/1580  
 
 
 
 
gez. Dr. Petra Dieckmann 
gez. Helga Bennink 
gez. Dr. Brigitte Hasenjürgen 
gez. Gerhard Joksch 
gez. Christoph Kattentidt 
gez. Manfred Kehr 
gez. Annette Kemper 
gez. Hery Klas 
gez. Raimund Köhn 
gez. Theo Knetzger 
gez. Jutta Möllers 
gez. Jörn Möltgen 
gez. Anne Naegels 
gez. Carsten Peters 
gez. Otto Reiners 
gez. Tim Rohleder 
gez. Dr. Ludwig Schipmann 
gez. Dr. Rita Stein-Redent

Beratungsverlauf (1)

02.04.2014 Rat
TOP 63.10 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Windthorststraße 7

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Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0014/2014
Typ
Antrag an den Rat
Datum
24.03.2014
Erstellt
06.10.2020 14:37