A-R/0014/2014
Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in Münster
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Originalantrag
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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0014/2014 Ratsantrag nach § 3 Abs. 2 der Geschäftsordnung des Rates 21.03.2014 Der Rat möge beschließen: 1. Die Verwaltung wird beauftragt: 1.1. Einen Bericht vorzulegen zum Problemfeld „Koma -Trinken von Kindern und Jugendlichen in Münster“. Hierin sollen u.a. die Za hlen zu den Alkoholbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen ge schlechterdifferenziert dargelegt und die Entwicklung in Münster seit den l etzten Jahren dargestellt werden. Dabei sollte auch der Versuch unternommen w erden Ursachen für die besonders negative Entwicklung in Münster beim Prob lemfeld „Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen“ zu ermitteln. 1.2. In diesem Bericht darüber hinaus aufzuzeigen, - wie derzeit die betroffenen Jugendlichen sowie de ren Eltern beraten und in der konkreten Problemsituation unterstützt werden; - wie vermittelt wird, alters- und geschlechtsspezi fischen Risiken des Alkoholkonsums besser einzuschätzen; - wie die Jugendlichen durch entsprechende Beratung sangebote erreicht und in wie weit geschlechtsspezifische Zugangs- und Beratu ngswege gesucht und angeboten werden; - mit welcher Präventionsstrategie Alkoholexzesse u nd schädlicher Alkoholkonsum schon im Vorfeld verhindert werden kann; - in wie weit bei Veranstaltungen, in der Gastronom ie und im Einzelhandel diesbezüglich das Jugendschutzgesetz eingehalten wird. 1.3. Aktuell über die Alkoholpräventionskampagne „V oll ist out“ zu berichten und darzustellen, welche weiteren Optimierungsmöglichke iten bei der Alkohol- prävention von Kindern und Jugendlichen auch vor dem Hintergrund der Zahlen aus dem Landesbericht ergriffen werden sollen. 2. Die Verwaltung wird darüber hinaus gebeten darzu legen, ab wann und mit welchem Kon-zept das Präventionsprojekt „Hart am Limit“ (Ha LT) als sinnvolle Ergänzung der Kampagne „Voll ist out“ und dem Präventionsprojekt „FreAk“ auch in Münster eingerichtet wird. Begründung: 1. Das statistische Bundesamt hatte gemeldet, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, die wegen eines akuten Alkoholmissb rauchs im Krankenhaus behandelt Bündnis 90/Die Grünen/GAL Ratsfraktion Münster Windthorststr. 7 48143 Münster Fon: 0251 / 8 99 58 10 Fax: 0251 / 8 99 58 15 ratsfraktion@ gruene-muenster.de www.gruene -muenster.de „Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in Münster “ werden mussten, in 2012 weiter gestiegen ist und se it dem Jahr 2000 mit 26.673 Behandlungsfällen einen neuen Höchststand erreicht hat. Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pfleg e und Alter des Landes Nordrhein- Westfalen hatte anlässlich der Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landtags NRW am 22. Januar 2014 einen Bericht zum Thema "Komatrinken von Kindern und Jugendlichen in NRW" *) vorgelegt. Dem ist zu entnehmen, dass in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2012 6.486 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 19 Jahren (davon 2.604 Mädchen und junge Frauen, da s ist ein Anteil von 40%) wegen eines akuten Alkoholmissbrauchs (ICD-1 0 F10) im Kr ankenhaus behandelt wurden. Der Anteil der unter 15-Jährigen lag insgesamt bei 15% (543 Mädchen und 414 Jungen). Auffällig ist, dass in der Altersgruppe der 13-14 J ährigen die Mädchen höhere Behandlungszahlen aufweisen als die Jungen. Während die Behandlungszahlen .seit 2010 bei den Jungen und jungen Männern um etwa 3,5 % abg enommen haben, ist es bei den Mädchen und jungen Frauen zu einer weiteren leichte n Zunahme um etwa 5 % gekommen. 2. Beim Vergleich der regionale Verteilung in NRW z eigt sich, dass die Stadt Münster bei den Krankenhausbehandlungen wegen übermäßigen Alkoh olkonsums bei von 15-19 Jährigen mit 845 Fällen (pro 100.000 Personen der A ltersgruppe) leider den traurigen Spitzenreiter darstellt. Landesweit sind es 565. In Großstädten wie Mülheim a.d.Ruhr liegt er bei 274 und auch in Städten wie Bonn oder Köln l iegt er mit etwa 580 oder 600 Fällen immer noch deutlich unter denen von Münster. (aus: Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW vom 22.01.2014 zum Thema Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in NRW, Vorlage 16/1580) 3. Gesundheitsministerium in NRW (MGEPA), gesetzlic he Krankenkassen und die Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung NRW habe n im März 2013 gemeinsam die Anstrengungen zur Vermeidung von Komatrinken bei Ki ndern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen verstärkt. Dabei sieht eine Rah menvereinbarung den landesweiten Ausbau des Präventionsnetzwerks HaLT („Hart am Limi t“) vor. Das Projekt HalT wurde in NRW bislang an 15 Standorten eingerichtet: Bergisch -Gladbach, Bielefeld, Coesfeld, Düsseldorf, Duisburg, Emsdetten, Essen, Euskirchen, Hamm, Köln, Recklinghausen, Rhein-Erft-Kreis, Siegen, Wesel, Wuppertal. Weitere Standorte sind in Planung. Die landesweite Koordination der Umsetzung des „HaL T-Projekts“ sowie die Qualifizierungsmaßnahmen erfolgen durch die vom Lan d geförderte Landeskoordinierungs-stelle für Suchtvorbeugung (Gi nko-Stiftung für Prävention) in Mülheim an der Ruhr. 4. Die Alkoholpräventionskampagne "Voll ist out", d ie die der Stadt Münster auf den Weg gebracht hat, will junge Menschen in möglichst viel en Lebensbereichen erreichen. Neben den Jugendlichen selbst sollen auch Fachkräfte aus Handel und Gewerbe, Multiplikator*innen aus Schule und Jugendhilfe sowi e Eltern angesprochen werden. Das Amt für Kinder, Jugend und Familien hat hierzu bere its 2012 einen Evaluationsbericht vorgelegt. Hierzu gilt es weitere aktuelle Information und Erfahrungen zu erhalten. 5. Der eingeforderte Bericht sollte neben den im An tragstext unter Pkt 1 aufgezeigten Inhalten darüber hinaus weitere Informationen geben . Hierzu gehört auch Aufschluss darüber zu geben, wie hoch der Anteil derer ist, di e aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums wiederholt im Krankenhaus behandelt werden mussten. Um die im Landesvergleich hohe Zahl der stationären Krankenha usbehandlungen bei Kindern und Jugendlichen in Münster auch regional einordnen zu können, sollte auch ein Überblick über das Einzugsgebiet und zahlenmäßige Verteilung gegeben werden. ________________________________________________________________________ __ *) Bericht an den Ausschuss für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW vom 22.01.2014 zum Thema Koma-Trinken von Kindern und Jugendlichen in NRW , Vorlage 16/1580 gez. Dr. Petra Dieckmann gez. Helga Bennink gez. Dr. Brigitte Hasenjürgen gez. Gerhard Joksch gez. Christoph Kattentidt gez. Manfred Kehr gez. Annette Kemper gez. Hery Klas gez. Raimund Köhn gez. Theo Knetzger gez. Jutta Möllers gez. Jörn Möltgen gez. Anne Naegels gez. Carsten Peters gez. Otto Reiners gez. Tim Rohleder gez. Dr. Ludwig Schipmann gez. Dr. Rita Stein-Redent
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Windthorststraße 7
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0014/2014
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 24.03.2014
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37