2025/0002
Dienstanweisung für die Überwachung, Behandlung und Schutz des städtischen Baumbestandes vom 01.01.1984; Fällung von elf Roßkastanien, im Zuge der Herstellung und Pflanzmaßnahmen auf dem Karl-Plagge-Platz im Ludwigshöhviertel
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2025/0002
5940 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
07.01.2025
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Grünflächenamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2025/0002
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Dienstanweisung für die Überwachung, Behandlung und Schutz des städtischen
Baumbestandes vom 01.01.1984;
Fällung von elf Roßkastanien, im Zuge der Herstellung und Pflanzmaßnahmen auf
dem Karl-Plagge-Platz im Ludwigshöhviertel
Vorlage vom: 17.12.2024
Beschlussvorschlag :
Der Magistrat stimmt der Fällung der elf genannten Roßkastanien im Ludwigshöhviertel unter
Beachtung der Dienstanweisung für die Überwachung, Behandlung und Schutz des städtischen
Baumbestandes zu.
Anlagen: Anlage 1: Rodungsplan mit Baumnr.
Anlage 2: Tabelle Vitalit äten
Anlage 3: Tabelle Maßnahmenempfehlung
Anlage 4: Stellungnahme Baumkontrolle, 09.12.2024
- 2 -
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Zusätzlich für alle Vorlagen aus dem Bereich des Hochbaus anzugeben:
Klimarelevanz des Vorhabens:
Auswirkungen auf Stadtklima: ja nein
Auswirkungen auf THG -Emissionen: gering1) mittel/groß 2)
Beteiligung Amt f. Klimaschutz & Klimaanpassung: ja nein
Zusätzlich bei Beschlüssen zur Baufreigabe:
Wurden Optimierungspotentiale ausgeschöpft? ja nein
Falls nein, Kompensationsmaßnahmen festgelegt? ja nein
1) bis 10 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente (CO2e) pro Jahr, 2) über 10 Tonnen CO2e pro Jahr.
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 17.12.2024
Auf Grundlage des städtebaulichen Vertrages und des Erschließungsvertrages mit der
Wissenschaftsstadt Darmstadt entwickelt die BVD New Living & Co KG, kurz BVD, derzeit das
Ludwigshöhviertel (LHV) in Darmstadt.
Im Zuge der Erschließungsarbeiten wird derzeit auch der zentrale Karl-Plagge-Platz ausgebaut.
Das Büro Palm ist seitens der BVD mit der Planung der ergänzenden Pflanzarbeiten
beauftragt, die Umsetzung (Pflanzung) ist für das Frühjahr 2025 geplant.
Im Zuge der Bauleitplanung wurde der Baumbestand auf dem Karl-Plagge-Platz durch die
Planungsgesellschaft Natur und Umwelt (PGNU) in den Monaten Mai, September und
Dezember 2024 begutachtet und erhaltenswerte Bäume festgelegt. Als erhaltenswert wurden
der prägende Baumrahmen im Norden, Süden und Osten sowie die mittigen Bauminseln
eingestuft.
Im Rahmen des laufenden Planungsprozesses wurde der aktuelle Gesundheitszustand der
Bestandsbäume überprüft. Die Begutachtung erfolgte durch Frau Daniela Antoni, FLL -
zertifizierte Baumkontrolleurin und personifizierte Sachverständige für Umweltbaubegleitung.
Ihr Bericht vom 09.12.2024 ist als Anlage beigefügt. Nachfolgend werden die wesentlichen
Ergebnisse zusammengefasst:
1. Vitalitätszustand: Der Baumbestand weist deutliche Vitalitätsverluste auf, die auf die
vergangenen trockenen und warmen Jahre zurückzuführen sind.
2. Schadensbild: Viele Bäume zeigen erhebliche Schäden wie Totholz, Rücktrocknung,
reduzierte Blattmasse und Wipfeldürre, was einen dauerhaften Erhalt erschwert.
3. Schädlinge: Ein starker Befall durch die Kastanienminiermotte beeinträchtigt die
Bäume zusätzlich, da er die Photosynthese-Leistung ab Juni erheblich verringert.
Die fortlaufenden Belastungen verschlechtern die ohnehin kritische Prognose für den
langfristigen Erhalt der betroffenen Bäume.
Um zu vermeiden, dass der rahmende Baumbestand des Platzes in wenigen Jahren vollständig
gefällt und neu angelegt werden muss, wird empfohlen, elf der insgesamt 23 Roßkastanien
bereits jetzt zu entfernen und durch Neupflanzungen zu ersetzen. Zwölf Bäume sollen e rhalten
bleiben.
Im Rahmen der Planung wird ein Pflanzkonzept entwickelt, das bei weiteren Ausfällen in den
kommenden Jahren genutzt werden kann. Dieses Konzept sieht die Verwendung verschiedener
robuster und klimastabiler Baumarten vor, um die Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit
des Baumbestands langfristig zu sichern.
Die elf zu fällenden Bäume sind in Tabelle 1 erfasst.
- 4 -
Tabelle 1 – Die Liste der zu fällenden Roßkastanien (Aesculus hippocastanum) inkl.
Baumnummern und Geometrie; Reihenfolge gemäß Gutachten (siehe Anlage)
Baum-
Nr. Baumhöhe (m) Kronendurchmesser
(m)
Stammdurchmesser
(cm)
Bemerkung
269 12 10 173 Standsicherheit
abgängig
272 11 10 141 Nicht zukunftsträchtig
273 9 7 126 Abgängig
281 5 3 110 Nicht zukunftsträchtig
282 6 4 94 Nicht zukunftsträchtig
283 6 5 88 Nicht zukunftsträchtig
284 6 5 88 Nicht zukunftsträchtig
286 10 11 141 Nicht zukunftsträchtig
287 8 6 104 abgängig
288 9 10 141 Nicht zukunftsträchtig
289 7 4 126 Nicht zukunftsträchtig
Hinweis:
Die elf Bäume sind im Bebauungsplan als „zu erhalten“ festgesetzt. Kommt es zu einer
Fällung, werden laut Bebauungsplan Anforderungen an die Ersatzpflanzungen gestellt:
- Abgänge sind durch Anpflanzungen von Bäumen 1. oder 2. Ordnung gemäß Pflanzliste
Vorschlagliste A1 oder A2 (siehe Ziff. V 21.1, 21.2) zu ersetzen
- Mindeststammumfang 25-30 cm (mind. 3x verpflanzt)
Eine Ersatzpflanzung wird in gleicher Anzahl vor Ort erfolgen, um das Gesamtbild dauerhaft zu
erhalten.
Alle Ersatzpflanzungen erfolgen nach den Vorgaben der Wissenschaftsstadt Darmstadt, eine
fünfjährige Fertigstellungs- und Entwicklungspflege ist durch den Erschließungsvertrag mit der
BVD New Living GmbH & Co KG sichergestellt.
Dezernat III
Michael Kolmer
Stadtrat
anlage 3
2513 Zeichen
Baumkataster Daniela Antoni Maßnahmenübersicht - Seite 1 Objekt Baumnummer Gattung/Art Art der Maßnahme Art der Maßnahme (Kürzel) Festgelegt von Bemerkung Wichtung Ausführung am Karl-Plagge-Platz 269 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Baumfällung BA3 Daniela Antoni | Standsicherheit, abgängig 3 innerhalb von 6 Monaten Karl-Plagge-Platz 272 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Fällung F Daniela Antoni nicht zukunftsträchtig 4 Pflegevorschlag Karl-Plagge-Platz 273 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Baumfällung BA3 Daniela Antoni abgängig 4 Pflegevorschlag Karl-Plagge-Platz 281 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Fällung F Daniela Antoni nicht zukunftsträchtig 4 Pflegevorschlag Karl-Plagge-Platz 282 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Fällung F Daniela Antoni nicht zukunftsträchtig 4 Pflegevorschlag Karl-Plagge-Platz 283 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Baumfällung BA3 Daniela Antoni nicht zukunftsträchtig 4 Pflegevorschlag Karl-Plagge-Platz 284 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Baumfällung BA3 Daniela Antoni nicht zukunftsträchtig 4 Pflegevorschlag Karl-Plagge-Platz 285 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Baumfällung BA3 Daniela Antoni nicht zukunftsträchtig 4 Pflegevorschlag Karl-Plagge-Platz 286 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Baumfällung BA3 Daniela Antoni abgängig, Totholz 3 innerhalb von 6 Monaten Karl-Plagge-Platz 287 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Baumfällung BA3 Daniela Antoni abgängig 3 innerhalb von 6 Monaten Karl-Plagge-Platz 288 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Baumfällung BA3 Daniela Antoni nicht zukunftsträchtig 4 Pflegevorschlag Karl-Plagge-Platz 289 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Baumfällung BA3 Daniela Antoni nicht zukunftsträchtig 4 Pflegevorschlag Karl-Plagge-Platz 295 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Baumfällung BA3 Daniela Antoni Wegebau, Straßenbahn 4 Pflegevorschlag Karl-Plagge-Platz 296 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie Baumfällung BA3 Daniela Antoni Wegebau, Straßenbahn 4 Pflegevorschlag Karl-Plagge-Platz 303 Acer campestre, Feldahorn Kronenpflege KR1 Daniela Antoni 4 Pflegevorschlag © Datenbankgesellschaft mbH Erstellt : 08.12.2024 13:44:20v2.45.244.5065 Baumkataster Daniela Antoni Maßnahmenübersicht - Seite 2 Objekt Baumnummer Gattung/Art Art der Maßnahme Art der Maßnahme (Kürzel) Festgelegt von Bemerkung Wichtung Ausführung am Karl-Plagge-Platz 304 Acer campestre, Feldahorn Baumfällung BA3 Daniela Antoni abgängig 4 Pflegevorschlag © Datenbankgesellschaft mbH Erstellt : 08.12.2024 13:44:20v2.45.244.5065
anlage 5
29278 Zeichen
1
Karl-Plagge-Platz im „Ludwigshöhviertel“
Schriftliche Stellungnahme
Sachverständige Beurteilung Baumbestand
Datum der ersten Begehung: Datum Dokument:
31.05.2023 09.12.2024
Datum der zweiten Begehung:
13.09.2024
Datum der dritten Begehung:
04.12.2024
Sachverständige:
Daniela Antoni, B.Sc. Forstwissenschaften und Waldökologie,
FLL zertifizierte Baumkontrolleurin, personenzertifizierte Sachverständige Umweltbaubegleitung
Auftraggeber:
BVD New Living GmbH & Co. KG
Siemensstrasse 20
64289 Darmstadt
2
1. Gegenstand der Stellungnahme
1.1 Vor-Ort-Termin
Die vorliegende Stellungnahme bezieht sich auf eine aktuelle Begutachtung von 29
Bestandsbäumen auf dem Karl-Plagge-Platz. Ziel der Untersuchung war es, den Zustand der
Bäume fachlich zu bewerten und eine fundierte Einschätzung zur Erhaltungswürdigkeit und
Erhaltungsfähigkeit jedes Baumes vorzunehmen. Zudem sollte geprüft werden, inwiefern die
Bäume im Falle von geplanten Umgestaltungen verpflanzt werden könnten.
1.2 Zielsetzung
Im Fokus der Bewertung standen wichtige Basisparameter wie der Vitalitätszustand der
Bäume, vorhandene Vorschädigungen sowie die langfristige Prognose hinsichtlich ihres
Verbleibs am Standort. Die Ergebnisse dieser Analyse sollen als Grundlage für zukünftige
Maßnahmen dienen, einschließlich der Entscheidung über die Fällung oder den Erhalt der
Bäume sowie mögliche Nachpflanzungen mit klimaresilienten Baumarten.
1.3 Kontext
Die Untersuchung erfolgt zusätzlich vor dem Hintergrund sich verändernder klimatischer
Bedingungen und der steigenden Bedeutung klimaangepasster Baumarten in urbanen
Räumen. Die Notwendigkeit, eine nachhaltige und zukunftsorientierte Baumplanung
sicherzustellen spielt dabei eine zentrale Rolle. Für den Standort werden zudem
Empfehlungen vorgenommen, die den Standort für die Zukunft stabilisieren.
Allgemeiner Teil: Vitalitätsstufen, Erhaltungswürdigkeit und
Erhaltungsfähigkeit
Vitalitätsstufen
Die Bewertung der Vitalität erfolgt in Anlehnung an die Einteilung nach Roloff, welche die
Wuchspotenz eines Baumes anhand von Trieblängen und Kronenstruktur definiert. Die
Vitalität wird in vier Stufen unterteilt:
VS 0 – Explorationsphase
In dieser Phase zeigt der Baum eine Kronenverzweigung aus Langtrieben mit einem
gleichmäßigen, netzartigen Kronenbild. Die Krone ist harmonisch geschlossen und die
Belaubung ist dicht.
VS 1 – Degenerationsphase
Der Baum bildet kürzere Langtriebe, während sich seitliche Verzweigungen
zunehmend durch Kurztriebe (Spießstrukturen) auszeichnen. Das Kronenbild wirkt
etwas lückenhafter.
VS 2 – Stagnationsphase
Die Verzweigung wird überwiegend durch Kurztriebe dominiert. Wipfeltriebe zeigen
Rücktrocknungen, und die Krone lichtet sich von oben her auf. Das Kronenbild lässt
größere Lücken erkennen.
3
VS 3 – Resignationsphase
In dieser Phase zeigt der Baum einen deutlichen Kronenzerfall mit Wipfeldürre,
Sekundärkronenbildung und Rücksterbeerscheinungen.
Erhaltungsfähigkeit
Erhaltungsfähig ist ein Baum, wenn er nach dem aktuellen Stand des Wissens und der
Technik mit baumpflegerischen Mitteln erhalten werden kann.
Monetäre Aspekte werden nicht berücksichtigt und stehen dem Baumeigentümer zur
Entscheidung an. Erhaltungsfähig ist ein Baum durch Schnittmaßnahmen und Kürzungen der
Krone in der Praxis mehrheitlich kurzfristig, jedoch oft zum Nachteil weiterer Aspekte, seiner
Ökosystemdienstleistungen oder auch mit Blick auf hohe Pflegekosten für die Zukunft.
Die Bewertung richtet sich aus sachverständiger Sicht somit hin zur mittel,- bis langfristigen
Erhaltungsfähigkeit.
Erhaltungswürdigkeit
Die Erhaltungswürdigkeit versteht eine sachverständige Abwägung der Baumfunktion, der
Bedeutung des Baumes im Hinblick auf die Baumart, das Baumalter sowie die Stand- und
Wuchsform. Die Erhaltungswürdigkeit wird neutral anhand der Vor-Ort-Situation
eingeschätzt. Weitergehende Interessen und emotionale Bindungen an einen Baumbestand
sind auf diese Weise nicht greifbar.
Die Erhaltungswürdigkeit kann durch die Interessenparteien differenziert eingestuft werden.
Das Erscheinungsbild und Baumfunktionen (Ökosystemdienstleisungen) fließen in der
sachverständigen Abwägung in die Bewertung ein. Biodiversitätswert ist hier bereits
berücksichtigt.
Dringlichkeitsstufen und Maßnahmenempfehlungen
Im Rahmen der Begutachtung werden Maßnahmenempfehlungen formuliert, die sich an den
Standards der ZTV-Baumpflege orientieren und die Verkehrssicherheit betreffen, bzw.
Vorschläge für die Umsetzung enthalten, die sich auf das jeweilige Projekt vor Ort beziehen.
Die zeitliche Dringlichkeit für die Umsetzung dieser Maßnahmen wird in folgende Kategorien
unterteilt:
Keine Festlegung: Keine Maßnahmen erforderlich.
Stufe 1 – Sofort: Maßnahmen sind ohne schuldhafte Verzögerung durchzuführen -
nicht vergeben im aktuellen Projekt
Stufe 2 – Innerhalb von 2 Monaten: Dringliche Maßnahmen - nicht vergeben im
aktuellen Projekt
Stufe 3 – Innerhalb von 6 Monaten: Maßnahmen mit geringerem, aber nötigem
Handlungsbedarf in Bezug auf die Verkehrssicherheit.
Stufe 4 – Pflegevorschlag: Maßnahmen sind optional in Bezug auf die
Verkehrssicherheit.
4
2. Methodik
Allgemeiner Teil zur Erstaufnahme
Beurteilung des Baumbestandes (Dokumentation)
Um den Bestand in den beauftragten Bereichen zu untersuchen und Aussagen über den
Gesundheitszustand zu treffen, wird eine Baumbeurteilung durchgeführt.
Die visuelle Baumkontrolle nach der FLL-Richtlinie ist ein Verfahren zur Überprüfung des
Zustands von Bäumen. Dabei werden verschiedene Merkmale wie der Kronenaufbau, der
Stamm und die Wurzeln des Baumes begutachtet. Ziel ist es, mögliche Schäden, schlechte
Prognosen oder anderweitige Merkmale frühzeitig zu erkennen und entsprechende
Maßnahmen einzuleiten.
Die FLL-Richtlinie gibt dabei genaue Vorgaben zur Durchführung der Baumkontrolle und zur
Bewertung der Ergebnisse. Auf Basis der Ergebnisse können dann gezielte Pflegemaßnahmen
oder auch Fällungen von Bäumen veranlasst werden, um die Sicherheit im öffentlichen Raum
zu gewährleisten.
Auch die Standortbedingungen und Umwelteinflüsse werden berücksichtigt. Festgestellte
Defizite können zu baumpflegerischen Maßnahmen führen.
2.1 Protokoll zur Baumkontrolle
Die Untersuchung der 29 Bestandsbäume auf dem Karl-Plagge-Platz wurde auf Basis einer
systematischen Erstaufnahme durchgeführt. Hierbei erfolgte eine visuelle Baumkontrolle
gemäß der FLL-Richtlinie für Baumkontrollen, die den anerkannten Stand der Technik für
die fachliche Beurteilung von Bäumen darstellt. Ziel war es, den Zustand der Bäume objektiv
zu bewerten, Vorschädigungen zu erkennen und fundierte Aussagen über deren
Verkehrssicherheit, Erhaltungsfähigkeit, Erhaltungswürdigkeit und Vitalität zu treffen.
2.2 Verfahren zur Beurteilung des Baumbestandes
Die Baumbeurteilung umfasst die Begutachtung aller relevanten Baumteile nach den
Vorgaben der FLL-Baumkontrollrichtlinie:
Kronenaufbau: Überprüfung auf Absterbeerscheinungen, Lichtdurchlässigkeit und
Schädlingsbefall.
Stamm: Untersuchung auf Fäule, Risse, Schädigungen.
Wurzelbereich und Baumumfeld: Analyse auf mögliche Schäden durch
Bodenverdichtung, mechanische Einwirkungen oder Pilzbefall.
Die visuellen Kontrollen können unterirdische Defizite von Bäumen, wie mangelnde
Nährstoffversorgung, Wassermangel, Wurzelverletzungen oder Wurzelrisse nicht offenlegen.
2.3 Anwendung der FLL-Richtlinie
Die FLL-Richtlinie diente als Grundlage, um alle Bäume nach einem einheitlichen und
praxisbewährten Standard zu untersuchen. Sie liefert klare Vorgaben für:
Durchführung der Baumkontrolle: Festgelegte Prüfparameter wie Kronenzustand,
Stamm- und Wurzelschäden und die Bewertung des Baumumfeldes.
5
Bewertung der Ergebnisse: Auffällige Kriterien, um Erhaltungsmaßnahmen oder -
falls erforderlich - Maßnahmen, die sich ableiten.
Diese methodische Herangehensweise gewährleistet eine nachvollziehbare und rechtssichere
Beurteilung, insbesondere in Hinblick auf die Verkehrssicherheit der Bäume im öffentlichen
Raum.
2.4 Dokumentation der Ergebnisse
Die Ergebnisse der Baumkontrollen wurden systematisch erfasst und in einem Baumkataster
mit der Software d.b.g. dokumentiert, die am Ende des Dokumentes angehängt sind.
Zusätzlich wurden Bilder im belaubten und unbelaubten Zustand verwendet zur
Visualisierung der Ergebnisse:
Fotodokumentation: Vorher-Nachher-Bilder (belaubter und unbelaubter Zustand),
um den Zustand der Bäume transparent darzustellen (dort wo Bilder vorhanden
waren).
2.5 Übersicht der Baustelle
Zur Veranschaulichung der örtlichen Gegebenheiten und des genauen Standorts der
begutachteten Bäume dient die folgende Übersicht des Karl-Plagge-Platzes im
Bauplan. Sie bietet eine Grundlage, um die räumlichen Zusammenhänge sowie die
jeweilige Baumposition besser nachzuvollziehen.
6
Abb. 2: Karl-Plagge-Platz Übersicht
3. Ergebnisse der Baumkontrollen
Bilddokumentation mit Vorher-Nachher-Bildern nach östlich, nördlich, Platzmitte und
südlich des Platzes gegliedert:
3.1. Bilddokumentation östliche Reihe Karl-Plagge-Platz Nr. 281 – 289
7
Abb. 3: Zufahrt Karl-Plagge-Platz Baum 281,282 und Baum 283 31.06.2023
Abb. 4: Baumreihe zum östlichen Bereich hin 31.06.2023
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Abb. 5: Baumreihe Vergleich am 13.09.2024 Abb. 6: Baum 284
Abb. 7: Baumreihe Vergleich am 04.12.2024
3.1.2. Fazit östlicher Bereich:
Beurteilung der Bäume östlich des Karl-Plagge-Platzes (Nr. 281–289)
Die Bäume entlang der östlichen Seite des Karl-Plagge-Platzes (Nr. 281–289) weisen einen
insgesamt abnehmenden Vitalitätszustand auf, der durchschnittlich mit der Vitalitätsstufe 2
nach Roloff bewertet wurde. Diese Stufe signalisiert eine bereits eingeschränkte Vitalität, die
sich durch eine geringere Blattmasse, absterbende Äste und Stresssymptome bemerkbar
macht. Die Bäume wirken insgesamt weniger kräftig und gesund als solche in höheren
Vitalitätsstufen.
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Abb. 8: Baum 286
Besonders auffällig ist Baum Nr. 286, der sich bereits im beginnenden Übergang zur
Vitalitätsstufe 3 befindet. Dieser Baum zeigt in der Kronenperipherie deutliche Anzeichen
von Stress (vgl. Abb. 7). Die Symptome lassen auf Wurzelschäden schließen, die entweder
durch Absterben oder Verlust von Wurzelmasse verursacht wurden. Auch andere Faktoren
wie Trockenstress oder Bodenverdichtung könnten hierzu beigetragen haben.
Schäden und Prognose
Viele der Bäume in diesem Bereich zeigen Schäden, die einen dauerhaften Erhalt erschweren.
Die eingeschränkte Vitalität ist oft mit äußerlich sichtbaren Symptomen verbunden, wie:
Totholz, Rücktrocknungserscheinungen
Deutlich reduzierte Blattmasse
Wipfeldürre
Die Kastanienminiermotte stellt einen zusätzlichen Belastungsfaktor dar. Der starke Befall
führt zu einer frühzeitigen Unterbrechung der Photosyntheseleistung bereits im Juni, was die
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Vitalität weiter schwächt. Diese kontinuierliche Beeinträchtigung durch die Motte verschärft
die ohnehin schlechte Prognose für die betroffenen Bäume erheblich.
Eingeschränkte Erhaltungswürdigkeit und -fähigkeit
Zwar wäre es theoretisch möglich, die Bäume mit aufwendigen Maßnahmen wie
Bodenbelüftung, Substrataustausch und regelmäßigen Wassergaben zu stabilisieren, jedoch ist
die Wirksamkeit solcher Maßnahmen ungewiss, da die genauen Ursachen des
Vitalitätsrückgangs nicht abschließend geklärt sind. Derartige Eingriffe wären zudem mit
hohen Folgekosten verbunden, die in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen, da die
Reststandzeit der Bäume stark reduziert ist. Die Erhaltungswürdigkeit der Bäume ist nur
kurzfristig möglich, mittel- bis langfristig aus sachverständiger Sicht jedoch tendenziell nicht.
Erfahrungsgemäß lässt sich feststellen, dass sich der Zustand von gewöhnlichen
Rosskastanien in dieser Vitalitätsstufe mit dem zusätzlichen Schädlingsbefall und den
Bodenbedingungen nicht verbessert, sondern eher weiter verschlechtert.
Verpflanzbarkeit Baum 285
Baum Nr. 285 ist ein junger Baum mit einem geschätzten Alter von etwa 10 Jahren, der im
Vergleich zu den anderen Bäumen auf der östlichen Seite des Platzes durch eine deutlich
bessere Vitalitätsstufe hervorsticht. Der Baum zeigt aktuell eine gute Blattmasse und eine
insgesamt ausgeglichene Kronenstruktur.
Jedoch ist auch Baum Nr. 285 stark von der Kastanienminiermotte betroffen. Der
wiederkehrende Befall beeinträchtigt die Photosyntheseleistung des Baumes massiv, da der
Blattapparat bereits im Frühsommer geschädigt wird. Ohne ausreichend gespeicherte Energie
ist der Baum langfristig nicht in der Lage, seine Vitalität aufrechtzuerhalten. Dieser
schädigende Einfluss lässt sich gegenwärtig nicht wirksam bekämpfen, da es derzeit keine
verlässlichen Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Kastanienminiermotte gibt.
Die Verpflanzung an einen neuen Standort würde den Baum zusätzlich erheblich belasten, da
solche Maßnahmen immer mit Wurzelverlusten und einer Übergangsphase von Stress
verbunden sind. In Kombination mit dem anhaltenden Schädlingsdruck wäre auch an einem
neuen Standort keine Verbesserung der Prognose zu erwarten.
11
Abb. 9: Baum 285 am 13.09.2024 Abb. 10: Baum am 04.12.2024
Unter Berücksichtigung dieser Faktoren wird daher für Baum 285, als auch für die anderen
Bäume im östlichen Bereich von einer Verpflanzung abgeraten. Stattdessen empfiehlt sich
der Ersatz durch einen Mix an klimaresilienten Baumarten, die sich besser an die gegebenen
Standortbedingungen anpassen können und langfristig eine Prognose bieten und hohe
Ökosystemdienstleistungen bieten, die für die östliche Reihe aktuell gering ist durch den
schlechten Vitalitätszustand.
Empfehlung
Unter Berücksichtigung aller Faktoren – des abnehmenden Gesundheitszustands, der Schäden
durch die Kastanienminiermotte, der ungewissen Erfolgsaussichten aufwendiger
Pflegemaßnahmen und der aktuell niedrigen Ökosystemdientstleistungen durch die
nachlassende Vitalität – wird empfohlen, die wenig zukunftsträchtigen Rosskastanien durch
mehrere verschiedene, klimaangepasste Baumarten zu ersetzen. Diese Neupflanzungen
können besser auf die veränderten Umweltbedingungen reagieren und langfristig Mehrwert
bieten.
Auch wenn die Bäume in ihrem aktuellen Zustand als erhaltungsfähig eingestuft werden
können, sind sie aus sachverständiger Sicht nicht erhaltungswürdig.
12
3.2. Bilddokumentation nördliche Reihe Karl-Plagge-Platz Nr. 291 – 294
Abb. 11: nördliche Baumreihe am 31.06.2023
Abb. 12: nördliche Baumreihe am 04.12.2024
13
3.2.1. Beurteilung der Bäume nördlich d. Karl-Plagge-Platzes (Nr. 291–294)
Die Bäume entlang der nördlichen Seite des Karl-Plagge-Platzes (Nr. 291–294) befinden sich
in einem insgesamt guten Zustand. Sie wurden nach der Vitalitätsstufen-Bewertung nach
Roloff in die Stufe 1 eingestuft, was eine sehr hohe Vitalität signalisiert. Die Gewöhnlichen
Rosskastanien in diesem Bereich wurden zudem kürzlich einer professionellen Baumpflege
unterzogen. Dabei wurde sämtliches Totholz entfernt, wodurch die Verkehrssicherheit
gewährleistet ist und die Bäume insgesamt einen gepflegten Eindruck hinterlassen.
Pflegezustand und Prognose
Die Kronen der Rosskastanien sind gut ausgebildet und zeigen aktuell keine Anzeichen von
Wipfeldürre oder kritischem Vitaliätsverlust. Aufgrund des momentanen Pflegezustands und
der aktuell guten Vitalität wird für die Bäume eine langfristig positive Entwicklung
prognostiziert. Diese Bäume bieten sowohl ökologisch als auch gestalterisch einen hohen
Wert und tragen wesentlich zum Erscheinungsbild des Platzes bei. Auch die anderen
Ökosystemdienstleistungen wie Schattenwurf, C02-Speicherleistung, Schadstofffilterung,
Kühlwirkung, etc. sind in hohem Maße erfüllt von den Bestandsbäumen.
Empfehlung
Für den nördlichen Bereich des Platzes wird keine weitere Maßnahme empfohlen, da die
Bäume in einem vitalen und gepflegten Zustand sind. Eine regelmäßige Überprüfung der
Vitalität sowie die Fortsetzung gezielter Pflegearbeiten sichern den langfristigen Erhalt dieser
Bäume. Sowohl die Erhaltungswürdigkeit als auch die Erhaltungsfähigkeit sind bei den
Bäumen gegeben.
Die Bäume 294 und 295 können aufgrund der Planung nicht erhalten werden, eignen
sich aber aufgrund ihres Alters, der Größe, der Flachwurzeldynamik bei Rosskastanie und der
Vorschädigung mit der Kastanienminiermotte auch nicht zur Großbaumverpflanzung.
3.3. Beurteilung der Bäume Mitte Karl-Plagge-Platz nördlich Nr. 297, 298 und 310 sowie
südlich Nr. 303 und 304
Die Bäume 297 Feld-Ahorn (Acer campestre), 298 Feld-Ahorn (Acer campestre) und 310
Hainbuche (Carpinus betulus) in der nördlichen Mitte des Karl-Plagge-Platzes und die Bäume
303 Feld-Ahorn (Acer campestre) und 304 Feld-Ahorn (Acer campestre) am südlichen Ende
des Karl-Plagge-Platzes sind einzeln zu bewerten.
Bilddokumentation:
14
Abb. 13: Baum-Nr. 297, 298 und 310
Abb. 14: Baum-Nr. 304 und 303
15
Abb. 15: Baum 304 im Sommer 2023 Abb. 16: Baum 304 am 04.12.2024
3.3.1.
Beurteilung der Bäume in der Platzmitte (Nr. 297, 298, 303, 310 und 304)
Bäume Nr. 297, 298, 303 und 310
Die Bäume Nr. 297, 298 und 310 sowie der südlich gelegene Baum Nr. 303 zeigen eine gute
bis sehr gute Vitalität, die nach der Bewertung nach Roloff in die Stufen 0 bis 1 eingeordnet
wurden. Sie verfügen über eine intakte Kronenstruktur, eine relativ dichte Blattmasse und
keine erheblichen zukunftsmindernden Symptome. Die Bäume sind verkehrssicher und tragen
zur gestalterischen Qualität des Platzes bei.
Baum Nr. 304
Baum Nr. 304 weist hingegen einen eingeschränkten Vitalitätszustand auf und wurde in die
Vitalitätsstufe 2 eingestuft. Der Baum zeigt deutliche Probleme in der Kronenperipherie wie
man schon im Sommer 2023 erkennen kann (Vgl. Abb. 14). Rücktrocknungserscheinungen
mit Totholzbildung und einer insgesamt reduzierten Vitalität waren damals schon existent.
Der Zustand hat sich tendenziell noch etwas verschlechtert, wenn auch nur in Nuancen.
Pflegezustand und Prognose
Die Bäume Nr. 297, 298, 303 und 310 sind verkehrssicher und benötigen aktuell keine
weiteren Maßnahmen. Die aktuelle Vitalität der Bäume deutet auf eine mittel-langfristige
positive Entwicklung hin.
Baum Nr. 304 zeigt eine stagnierende bzw. leicht rückläufige Vitalität. Aufgrund der bereits
sichtbaren Schäden und der vermutlich starken Einwirkungen im Wurzelraum ist davon
auszugehen, dass sich sein Zustand eher verschlechtert als verbessert. Der Erhalt des Baumes
16
wäre mit erhöhten Pflegemaßnahmen und Kosten verbunden, ohne dass eine langfristig
positive Entwicklung realistisch wäre aus sachverständiger Sicht.
Empfehlung
Für Bäume Nr. 297, 298, 303 und 310 wird empfohlen, diese am Standort zu
belassen. Eine regelmäßige Kontrolle und Pflege sichert die Vitalität und
Verkehrssicherheit der Bäume und ermöglicht eine langfristige Nutzung als
ökologische, ökosystemdienstleistende und gestalterische Elemente des Platzes.
Für Baum Nr. 304 wird empfohlen, diesen zu ersetzen. Trotz seiner
Erhaltungsfähigkeit ist der Baum aufgrund seines reduzierten Gesundheitszustands
und der schlechten Prognose aus sachverständiger Sicht nicht erhaltungswürdig. Ein
Ersatz durch eine klimaresiliente Baumart, die besser an die Standortbedingungen
angepasst ist, wird empfohlen, um langfristig hohe Ökosystemdienstleistungen
sicherzustellen.
3.4. Beurteilung der Bäume südlich des Karl-Plagge-Platzes Nr. 269-277
Bilddokumentation
Abb. 17: Baum 277 und Baum 276 im Sommer 2023
17
Abb. 18: Zufahrt Karl-Plagge-Platz südlich Baum 276 und 275 im Sommer 2023
Abb. 19: Zufahrt Karl-Plagge-Platz Baum Nr. 277-274 im Juni 2023
18
Abb. 20: südlich Karl-Plagge-Platz Baumnr. 272-269
3.4.1. Beurteilung der Bäume südlich d. Karl-Plagge-Platzes (Nr. 269–277)
Die Bäume entlang der südlichen Seite des Karl-Plagge-Platzes (Nr. 269-277) befinden sich
in einen unterschiedlichen Vitalitätszustand. Sie wurden nach der Vitalitätsstufen-Bewertung
nach Roloff in die Stufe 1 oder 2 eingestuft. Die Gewöhnlichen Rosskastanien in diesem
Bereich wurden kürzlich einer professionellen Baumpflege unterzogen. Der Totholzanteil, der
zur Beurteilung des Gesundheitszustandes hier sinnvoll gewesen wäre, kann somit nicht
berücksichtigt werden. Bäume, die mit einer 1 bewertet sind, können auch zur 2 gehören.
Der Baum 269 kann aufgrund der Planung nicht erhalten werden. Da die Eingriffe in den
Wurzelraum des Baumes fast direkt an den Stammfuß des Baumes heranreichen, kann die
Standsicherheit beeinträchtigt sein. Zudem existiert ein Astbruch, der die
Verkehrssicherheit des Baumes betrifft. Maßnahmen sollten hier rasch durchgeführt
werden (Fällung). Eine Verpflanzbarkeit ist aufgrund der enormen Vorschädigung nicht
möglich.
Beurteilung der Bäume Nr. 272 und 273
Die Bäume entlang der südlichen Seite des Karl-Plagge-Platzes weisen einen insgesamt
abnehmenden Vitalitätszustand auf, der mit der Vitalitätsstufe 2 nach Roloff bewertet wurde.
Diese Stufe signalisiert eine bereits eingeschränkte Vitalität, die sich durch eine geringere
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Blattmasse, absterbende Äste und Stresssymptome bemerkbar macht. Die Bäume wirken
insgesamt weniger kräftig und gesund als solche in höheren Vitalitätsstufen.
Die Bäume 272 und 273 zeigten bei der Begehung im September bereits einen schlechteren
Allgemeinzustand als ihre Bestandsnachbarn, der jetzt mit der Einteilung in die Vitalitätsstufe
2 bestätigt wurde.
Schäden und Prognose
Die beiden Bäume in diesem Bereich zeigen Schäden, die einen dauerhaften Erhalt
erschweren. Die eingeschränkte Vitalität ist oft mit äußerlich sichtbaren Symptomen
verbunden, wie:
Deutlich reduzierte Blattmasse
Wipfeldürre
Reduzierte Ökosystemdienstleistungen
Die Kastanienminiermotte stellt einen zusätzlichen Belastungsfaktor dar. Der starke Befall
führt zu einer frühzeitigen Unterbrechung der Photosyntheseleistung bereits im Juni, was die
Vitalität weiter schwächt. Diese kontinuierliche Beeinträchtigung durch die Motte verschärft
die ohnehin schlechte Prognose für die betroffenen Bäume erheblich.
Eingeschränkte Erhaltungswürdigkeit und -fähigkeit
Zwar wäre es theoretisch möglich, die Bäume mit aufwendigen Maßnahmen wie
Bodenbelüftung, Substrataustausch und regelmäßigen Wassergaben zu stabilisieren, jedoch ist
die Wirksamkeit solcher Maßnahmen ungewiss, da die genauen Ursachen des
Vitalitätsrückgangs nicht abschließend geklärt sind. Derartige Eingriffe wären zudem mit
hohen Folgekosten verbunden, die in keinem Verhältnis zum Nutzen stehen, da die
Reststandzeit der Bäume stark reduziert ist. Die Erhaltungswürdigkeit der Bäume ist nur
kurzfristig möglich, mittel- bis langfristig aus sachverständiger Sicht jedoch tendenziell nicht.
Erfahrungsgemäß lässt sich feststellen, dass sich der Zustand von Gewöhnlichen
Rosskastanien in dieser Vitalitätsstufe mit dem zusätzlichen Schädlingsbefall und den
Bodenbedingungen nicht verbessert, sondern eher weiter verschlechtert.
Verpflanzbarkeit
Die 2 Rosskastanien eigenen sich aufgrund ihres Alters, der Größe, der Flachwurzeldynamik
bei Rosskastanie und der Vorschädigung mit der Kastanienminiermotte sowie der
Vitalitätsstufe nicht zur Großbaumverpflanzung.
Empfehlung
Unter Berücksichtigung aller Faktoren – des abnehmenden Gesundheitszustands, der Schäden
durch die Kastanienminiermotte, der ungewissen Erfolgsaussichten aufwendiger
Pflegemaßnahmen und der aktuell niedrigen Ökosystemdientstleistungen durch die
nachlassende Vitalität – wird empfohlen, die wenig zukunftsträchtigen Rosskastanien durch
zwei klimaangepasste Baumarten zu ersetzen. Diese Neupflanzungen können besser auf die
veränderten Umweltbedingungen reagieren und langfristig Mehrwert bieten.
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Auch wenn die Bäume in ihrem aktuellen Zustand als erhaltungsfähig eingestuft werden
können, sind sie aus sachverständiger Sicht nicht erhaltungswürdig.
Beurteilung der Bäume Nr. 270, 271, 274 – 277
Die restlichen Bestandsbäume entlang der südlichen Seite des Karl-Plagge-Platzes bis hin zur
südöstlichen Zufahrt, befinden sich in einem insgesamt guten Zustand. Sie wurden nach der
Vitalitätsstufen-Bewertung nach Roloff in die Stufe 1 eingestuft. Die Gewöhnlichen
Rosskastanien in diesem Bereich wurden zudem kürzlich einer professionellen Baumpflege
unterzogen. Dabei wurde sämtliches Totholz entfernt, wodurch die Verkehrssicherheit
gewährleistet ist und die Bäume insgesamt einen gepflegten Eindruck hinterlassen.
Pflegezustand und Prognose
Die Kronen der Rosskastanien zeigen aktuell keine Anzeichen von Wipfeldürre oder
kritischem Vitaliätsverlust. Aufgrund des momentanen Pflegezustands und der aktuell guten
Vitalität wird für die Bäume eine langfristig positive Entwicklung prognostiziert. Diese
Bäume bieten sowohl ökologisch als auch gestalterisch einen hohen Wert und tragen
wesentlich zum Erscheinungsbild des Platzes bei. Auch die anderen
Ökosystemdienstleistungen wie Schattenwurf, C02-Speicherleistung, Schadstofffilterung,
Kühlwirkung, etc. sind in hohem Maße erfüllt von den Bestandsbäumen.
Empfehlung
Für den südlichen Bereich des Platzes wird keine weitere baumpflegerische Maßnahme
empfohlen, da die Bäume in einem vitalen und gepflegten Zustand sind. Eine regelmäßige
Überprüfung der Vitalität sowie die Fortsetzung gezielter Pflegearbeiten sichern den
langfristigen Erhalt dieser Bäume. Sowohl die Erhaltungswürdigkeit als auch die
Erhaltungsfähigkeit sind bei den Bäumen gegeben.
4. Revitalisierungsmaßnahmen und Standortstabilisierung
Der Bereich ist durch die Baustellentätigkeit und die Entsiegelung erheblichen
Veränderungen ausgesetzt, die neue Dynamiken im Wasserhaushalt der Bäume geschaffen
haben. Faktoren wie erhöhte Verdunstung, direkte Sonneneinstrahlung auf den Boden und
eine damit einhergehende Erhitzung beeinflussen die Bodenverhältnisse maßgeblich.
Als Sachverständige kann ich aufgrund fehlender Bodenanalysen für den Standort keine
fundierte Empfehlung zur Revitalisierung der Bäume geben, da keine belastbaren Daten zum
Ist-Zustand, wie zum Beispiel Verdichtung oder Nährstoffgehalt, vorliegen. Besonders die
Einschätzung der Bodenverdichtung wäre essenziell, um Maßnahmen wie eine gezielte
Bodenbelüftung oder -lockerung zu beurteilen.
Eine allgemeine Anreicherung des Bodens mit organischen Materialien oder
Bodenverbesserungsmitteln könnte potenziell sinnvoll sein, doch diese Einschätzung basiert
lediglich auf Vermutungen. Ohne eine detaillierte Analyse der Bodenparameter bleibt jede
Empfehlung unspezifisch und mit Unsicherheiten behaftet.
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Es wird daher dringend empfohlen, vor weiteren Maßnahmen eine Bodenuntersuchung
durchzuführen, um den Zustand des Substrats zu bewerten und darauf aufbauend gezielte
Revitalisierungsmaßnahmen ableiten zu können.
5. Bewertung von Mikrohabitaten, hier „Höhlenbäume“
Im Zuge der Beurteilung sollten auch eine Bewertung von „Höhlenbäumen“ vorgenommen
werden. Als studierte Ökologin möchte ich anmerken, dass Höhlen – wie etwa Spechthöhlen
– nur eine von insgesamt 47 bekannten Mikrohabitatstrukturen in Bäumen darstellen. Diese
Mikrohabitate spielen eine wesentliche Rolle für die Biodiversität, da sie unterschiedlichsten
Tier-, Pflanzen- und Pilzarten Lebensraum bieten.
Eine fachlich fundierte Beurteilung von Bäumen im Hinblick auf ihre Bedeutung für den
Artenschutz sollte daher nicht allein auf das Vorhandensein von Höhlen beschränkt bleiben.
Vielmehr müssten auch andere, teilweise sogar relevantere Aspekte der Mikrohabitate
berücksichtigt werden, wie beispielsweise Rindenstrukturen, aber insbesondere das Alter
eines Baumes.
In der vorliegenden Untersuchung wurde dieser Zusammenhang bereits indirekt im Rahmen
der Bewertung der Erhaltungswürdigkeit berücksichtigt. Keiner der untersuchten Bäume hat
ein Alter erreicht, das typischerweise mit einer hohen Mikrohabitatausbildung einhergeht. Es
sind keine Bäume enthalten, die im Hinblick auf den Artenschutz besonders hervorzuheben
wären. Es sind keine Spechthöhlen an den untersuchten Bäumen festgestellt worden.
Sollte eine weitergehende Prüfung auf spezifische Mikrohabitate erforderlich sein, wäre eine
zusätzliche, umfassendere Habitatstrukturanalyse zu empfehlen, um das gesamte ökologische
Potenzial der Bäume zu bewerten.
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Sachverständigenbüro Daniela Antoni
Daniela Antoni, B.Sc. Forstwissenschaften und Waldökologie,
FLL zertifizierte Baumkontrolleurin, personenzertifizierte Sachverständige
Umweltbaubegleitung
Stockstadt, 09.12.2024
Dokument enthält 21 Seiten
plus Anhänge Baumkontrolle
anlage 1
1565 Zeichen
MobilitätszentraleBike-SharingCar-Sharing Haltestelle Nahversorger Tram-Trasse (Planung durch Schüßler-Plan) Familienzentrum Achse 1 Achse 1 Haltestelle Tram-Trasse(Planung durch Schüßler-Plan) Mulde Karl-Plagge-Platz 359 374 E KE KE K E K E K E K E K 78 76 77 73 1 2 3 46 8 7 9 269 272273 281282 283 284 286 287 288 289 295296 Kastanie umpflanzen(Landschafts- Treppe) 285 GeprüftArt Nr.Datum BearbeitetÄnderungenZur Ausführung freigegebenPlanung abgeschlossen Datum: M. = gezeichnet: Plan-Nr.: Anlage: Planart: SB SGLABL WissenschaftsstadtDarmstadtder MagistratMobilitätsamt Mobilitätsamt Projekt: Planinhalt: Dipl. Ing. Freier Garten- und Landschaftsarchitekt 69469 Weinheim Michael PalmKarrillonstraße 20 Planverfasser:Bauherr: Weinheim, 11 - 12 - 2024 gez. Stumpf Tel.: 062 01 - 18 10 30Fax.: 062 01 - 18 10 11 bvd new living64289 DarmstadtSiemensstraße 20Tel.: +49 6151 2815 - 463Fax.: +49 7231 583 250landschaftsarchitekt@m-palm.de BVD New Living GmbH & Co. KGErschließung "Ludwigshöhviertel"Fällplan [2401_LHV_DA]AUSFÜHRUNG1:500 12.12.2024 FREIGABE:................................................................................................ORT DATUM UNTERSCHRIFT................................................................................................ORT DATUM UNTERSCHRIFT................................................................................................ORT DATUM UNTERSCHRIFT Legende: Planmaße: 420 x 297 mm 0 10 20 30 40 50 Fällende Bäume H:\2024\2401_LHV_DA\Zeichnungen\3_EP\2401_241212_EP.dwg 3_Fällplan_M500 Bäume Bestand
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Baumkataster Daniela Antoni DA Ludwigshöhviertel, Karl-Plagge-PIatz Nr. Vitalität/ Erhaltungszustand Ga%ung/Art Baumhöhe Kronendurchm. Stammdurchm. Stammumfang 269 2 3 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Baumfällung Standsicherheit, abgängig 12 10 55 173 270 1 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 12 13 55 173 271 2 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 12 10 55 173 272 2 4 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Fällung Nicht zukun7sträch8g 11 10 45 141 273 2 4 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Baumfällung abgängig 9 7 40 126 274 1 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 10 8 45 141 275 1 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 10 10 50 157 276 1 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 12 9 55 173 277 1 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 12 11 63 198 281 4 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Fällung Nicht zukun7sträch8g 5 3 35 110 282 2 4 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Fällung Nicht zukun7sträch8g 6 4 30 94 283 1 4 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Baumfällung Nicht zukun7sträch8g 6 5 28 88 284 1 4 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Baumfällung Nicht zukun7sträch8g 6 5 28 88 285 0 4 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Baumfällung Nicht zukun7sträch8g 4 2 12 38 286 2-3 3 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Baumfällung Abgängig, Totholz 10 11 45 141 287 2 3 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Baumfällung abgängig 8 6 33 104 288 2 4 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Baumfällung Nicht zukun7sträch8g 9 10 45 141 289 1 4 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Baumfällung Nicht zuku7sträch8g 7 4 40 126 291 1 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 11 11 67 211 292 1 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 10 8 45 141 293 1 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 11 13 46 145 294 1 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 12 11 55 173 295 1 4 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Baumfällung Wegebau, Straßenbau 12 10 45 141 296 1 4 Aesculus hippocastanum, Roßkastanie 4122024 DAN Baumfällung Wegebau, Straßenbau 8 8 30 94 297 1 Acer campestre, Feldahorn 6 5 24 75 298 1 Acer campestre, Feldahorn 8 9 35 110 303 1 4 Acer campestre, Feldahorn 4122024 DAN Kronenpflege 12 10 49 154 304 2 4 Acer campestre, Feldahorn 4122024 DAN Baumfällung abgängig 7 6 26 82 310 1 Carpinus betulus, Hainbuche 16 16 53 167 Anzahl der Datensätze : 29 Erstellt : 08.12.2024 12:12:32
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Siemensstraße 20
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2025/0002
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 17.12.2024
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00