V/0062/2022
Variantenuntersuchung zur Verbesserung der Radverkehrsführung am Aegidiitor
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Anlage A
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Anlage A zur V/0062/2022 Kurzüberblick Die Variantenuntersuchung „Aegidiitor“ stellt mehrere Planungsvarianten gegenüber um die bestmögliche und komfortable Wegeverbindung zwischen Bismarckallee und Promenade sowie im weiteren Verlauf der Promenade herauszustellen. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwickeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Finanzierung Produktgruppe: 1201 Bereitstellung von Verkehrsflächen und -anlagen Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja X Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2022 enthalten? Ja X Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan 2023 enthalten? Ja X Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja X Nein Bereits veranschlagt? Ja X Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig X überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Rechtliche Grundlagen: Grundgesetz (GG), Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), Bundesfernstraßengesetz (FStrG), Straßen- und Wegegesetz des Landes Nordrhein-Westfalen (StrWG NRW) Beeinflussbarkeit der finanziellen Auswirkungen: Eine Reduzierung der finanziellen Auswirkungen ist nicht möglich bzw. ist der in der Vorlage aufgeführten Reduktionsvariante zu entnehmen. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Querschnittsthemen Klimaschutz und Demographie sind durch geplante Radverkehrsmaßnahmen maßgeblich berührt, denn Radverkehrsförderung ist ein zentrales Instrument zur Stärkung von Klimafreundlicher Mobilität bei gleichzeitig steigenden Bevölkerungszahlen.
Anlage 2: Lagepläne zur Variantenuntersuchung
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11.03.2022 ANLAGENTEIL Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Auftraggeber Stadt Münster Albersloher Weg 33 48155 Münster Verfasser nts Ingenieurgesellschaft mbH Hansestraße 63 48165 Münster T. 025 01 27 60 – 0 F. 025 01 27 60 – 33 info@nts-plan.de www.nts-plan.de Ansprechpartner Olaf Timm T. 025 01 27 60 – 20 olaf.timm@nts-plan.de Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gl eichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. S ämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter. O:\Münster, Stadt\Aegidiitor\16 Dokumentation\05 Berichte\2022-03-10_VU_Aegidiitor_Anlagenteil.docx Anlagenteil zur Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 2 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Anlagenverzeichnis 1. Lageplan Bestand 2. Lageplan Variante 1 3. Lageplan Variante 2 4. Lageplan Variante 3 5. Lageplan Variante 4 6. Lageplan Variante 5 7. Lageplan Variante 6 8. Lageplan Variante 7 9. Lageplan Variante 8
Anlage 1: Prüfergebnis
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11.03.2022 Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Auftraggeber Stadt Münster Albersloher Weg 33 48155 Münster Verfasser nts Ingenieurgesellschaft mbH Hansestraße 63 48165 Münster T. 025 01 27 60 – 0 F. 025 01 27 60 – 33 info@nts-plan.de www.nts-plan.de Ansprechpartner Olaf Timm T. 025 01 27 60 – 20 olaf.timm@nts-plan.de Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung der Sprachformen männlich, weiblich und divers (m/w/d) verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für alle Geschlechter. O:\Münster, Stadt\Aegidiitor\16 Dokumentation\05 Berichte\2022-03-10_VU_Aegidiitor.docx Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 2 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Inhalt 1. Ausgangssituation .................................................................................................................... 5 2. Aufgabenstellung .................................................................................................................... 11 3. Prämissen für die Planung ..................................................................................................... 12 4. Verkehrsdaten ........................................................................................................................ 14 4.1. Ermittlung einer Prognosebelastung 2035 Prognose-0-Fall .................................................. 16 5. Unfalldaten ............................................................................................................................. 18 6. Alternative Wegeverbindungen und Lösungen ...................................................................... 20 7. Planungsvarianten .................................................................................................................. 29 8. Vergleich der Varianten .......................................................................................................... 42 9. Fazit ........................................................................................................................................ 46 10. Literaturverzeichnis ................................................................................................................ 49 Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 3 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildungen Abbildung 1: Übersichtskarte mit Kennzeichnung des Untersuchungsgebietes [1] ............................. 6 Abbildung 2: Untersuchungsgebiet [1] .................................................................................................. 7 Abbildung 3: Untersuchungsgebiet Aegidii Bestand ............................................................................. 8 Abbildung 4: Verkehrsbeobachtung Aegidii Bestand (Blick Richtung Süden) ...................................... 9 Abbildung 5: Überlagerung einer historischen Karte mit einer Grundkarte [1] ..................................... 9 Abbildung 6: Visualisierung einer Radwegebrücke über die Weseler Straße .................................... 10 Abbildung 7: Radverkehrsmatrix Rad/24h [2] korrigierte Fassung ..................................................... 14 Abbildung 8: Verkehrsbelastung Stadt Münster Analyse 2019 ........................................................... 15 Abbildung 9: Buslinienplan Stadt Münster 2021 [7] ............................................................................ 17 Abbildung 10: Unfalldaten Aegidiistraße/Promenade 2018-2020 [8] .................................................. 18 Abbildung 11: Unfalldaten 2021 Aegidiistraße/Promenade [8] ........................................................... 19 Abbildung 12: Unfalldaten Weseler Straße/Aegidiistraße 2021 [8] ..................................................... 19 Abbildung 13: Zusätzliche Radwegeverbindung von der Promenade Ost zur Bismarckallee [1] ....... 20 Abbildung 14: Konflikt mit Nutzung als Spielfläche und ortsprägenden Solitärbäumen ..................... 21 Abbildung 15: Konflikt mit Nutzung als Aufenthalts- und Erholungsfläche ......................................... 21 Abbildung 16: Konflikt mit vorhandener Treppenanlage ..................................................................... 22 Abbildung 17: Wegeverbindung über historische Promenadenführung [1] ........................................ 22 Abbildung 18: Nutzung einer vorhandenen Treppenanlage ............................................................... 23 Abbildung 19: Wegeführung durch die Gräfte [1] ................................................................................ 24 Abbildung 20: vorhandene Wegeführung durch die Gräfte mit 3,2 m Höhendifferenz ....................... 24 Abbildung 21: Konflikte mit dem Baumbestand .................................................................................. 25 Abbildung 22: Zusätzliche Verbindung zur Aegidiistraße [1] .............................................................. 25 Abbildung 23: Vorhandene Treppenanlage von der Promenade Ost zur Wallgasse ......................... 26 Abbildung 24: Zusätzliche Wegeverbindung durch die Grünfläche [1] ............................................... 26 Abbildung 25: Zusätzliche Wegeverbindung durch die Grünfläche .................................................... 27 Abbildung 26: Querungsbedingungen für Fußgänger......................................................................... 28 Abbildung 27: Rückbau der Weseler Straße auf 4 Fahrspuren .......................................................... 29 Abbildung 28: Makroskopische Auswirkungen der Variante 1 ............................................................ 31 Abbildung 29: Rückbau der Weseler Straße auf 5 Fahrspuren .......................................................... 32 Abbildung 30: Rückbau der Weseler Straße auf 6 Fahrspuren .......................................................... 33 Abbildung 31: Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren und Adenauerallee wie im Bestand ........................................................................................................................ 34 Abbildung 32: Variante 5, Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren und Optimierung der Promenade ................................................................................................................... 35 Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 4 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 33: Variante 6, Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren und Signalanlage Bismarckallee ............................................................................................................... 35 Abbildung 34: Optimierung des Bestandes und Signalisierung der Promenade über die Aegidiistraße ..................................................................................................................................... 36 Abbildung 35: Begradigung und Signalisierung der Promenade über die Aegidiistraße .................... 36 Abbildung 36: Optimierung des Bestandes und Flyover ..................................................................... 39 Tabellen Tabelle 1: Verkehrsbelastungen, Analyse 2019 (Summe der zufließenden Verkehre am Knotenpunkt) ................................................................................................................ 15 Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 5 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft 1. Ausgangssituation Der Bereich Aegidiitor in Münster ist einer der am höchsten belasteten Knotenpunkte in Münster. Die Summe der zufließenden Verkehr e liegt bei 3 5.000 Kfz/24h , 30.000 Rad/24h und 20.000 Fußgänger/24h. Der Promenadenring in Münster hat al s ehemaliger Befestigungswall der Altstadt von Münster heute auch eine hohe Bedeutung für den Radverkehr. Insbesondere in den östlichen Abschnitten hat der Promenadenring mit teilweise über 20.000 Rad/24h eine wichtige Verteilungs - und Verbindungsfunktion für den Radverkehr und somit für den Gesamtverkehr der Stadt . Der westliche Promenadenring hat für den Radverkehr eine deutlich geringere Bedeutung. Der bis vor zwei Jahren als Bundesstraße klassifizierte Straßenzug Weseler Straße / Am Stadtgraben als eine von zwei Sekanten des Promenadenrings hat eine trennende Wirkung für den Radverkehr im Bereich des Aegidiitors und im Bereich des Neutors. Die Weseler Straße und die Straße „Am Stadtgraben“ wurden nun als Kreisstraße zurückgestuft. Die Stadtregion Münster plant zurzeit ein Velorouten-Netz, welches die Umlandgemeinden sternförmig mit dem Promadenring verbindet. Ziel ist es, unterhalb von Radschnellwegen (die es in Münster noch nicht gibt) aber oberhalb von Hauptrouten und Nebenrouten des Radverkehrs eine zusätzliche Netzhierarchie einzuführen. Kompromisse in den Ausbaustandards gegenüber Radschnellwegen sollen zu einer höheren Umsetzungsgeschwindigkeit führen und dennoch attraktive Reisegeschwindigkeiten für den Radverkehr ermöglichen. Der Radfahrer i n Münster legt heute im Mittel Entfernungen um 3,5 km zurück. Ziel dieser Planungen ist, Entfernungen von bis zu 10 km und darüber hinaus zu ermöglichen. Damit solche Wege in 30 Minuten zurückgelegt werden können, müssen mittlere Reisegeschwindigkeiten von 20 km/h erreicht werden . Die Verlustzeiten an Knotenpunkten müssen entsprechend gering ausfallen. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 6 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 1: Übersichtskarte mit Kennzeichnung des Untersuchungsgebietes [1] Die Achsen Annette -AlleeHimmelreichalleePromenade-Ost und Bismarckallee -Promenade-Ost haben für den Radverkehr eine wichtige Verbindungsfunktion von den östlichen Stadtteilen und dem Zentrum zu den universitären Einrichtungen im Westen de r Stadt. Die Bismarckallee ist bereits Bestandteil der Veloroute Münster-Senden. Durch die Umsetzung der Fahrradstraßen-Standards 2.0 wurde hier eine höhere Verbindungsqualität für den Radverkehr geschaffen. Weitere Streckenabschnitte bis nach Senden werden folgen. Auch die Weseler Straße (Veloroute Münster - Ascheberg und Münster-Drensteinfurt) und die Promenade (als Ziel aller Velorouten) haben zukünftig den Status einer Veloroute. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 7 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 2: Untersuchungsgebiet [1] Aufgrund der historischen Situation des Promenadenrings als ehemalige Befestigungsanlage der Altstadt und den Nachfolgenutzungen sind im Untersuchungsgebiet Bau -, Boden - und Gartendenkmäler sowie geschützte Flächen der Altstadtsatzung zu finden. Die Promenade gilt heute als prägende historische Parkanlage mit zum Teil raumprägenden Solitärbäumen. Die Flächen dienen als Ruheraum, Aktionsraum und auch als Spielflächen. Es sind zahlreiche fußläufige Wegeverbindungen zu finden. Der westlich angrenzende Aasee hat eine wichtige Funktion für die Naherholung. Der Aasee und die Freianlagen stellen eine wichtige Frischluftschneise für die Innenstadt dar. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 8 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 3: Untersuchungsgebiet Aegidii Bestand Die Aegidiistraße ist eine der wichtigen Einfallstraßen der Altstadt . Neben dem durch die WBI betriebenen Aegidiiparkhaus wird ein Teil der Altstadt auch für den Busverkehr über die Aegidiistraße erschlossen. Mit ca. 7.200 Rad/24h ist hier der Radverkehr die dominierende Verkehrsart. Im Rahmen einer ergänzenden Verkehrsbeobachtung mittels Drohne wurden die verschiedenen Verkehrsteilnehmer identifiziert und getrackt (siehe Abbildung 4). Auffallend sind die diffusen Wegebeziehungen sowie die zahlreichen Radfahrer die entlang der Promenade am Kanonengraben vorbei, dann eine Treppenanlage hinunter bis zur Weseler Straße fahren. Nicht ortskundige Radfahrer werden durch die Führung der Promenade Ost in die Irre geführt. Neben dieser nicht repräsentativen Verkehrsbeobachtung wurde durch das Büro DTV-Verkehrsconsult eine Verkehrszählung des Radverkehrs durchgeführt, die die Grundlage für die weiteren Überlegungen darstellt. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 9 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 4: Verkehrsbeobachtung Aegidii Bestand (Blick Richtung Süden) Das eigentliche Aegidiitor als Stadttor ist ursprünglich westlich der Weseler Straße und südlich der Adenauer-Allee, also auf den heutigen Aasee -Wiesen verortet. Dies erklärt auch den Verlauf der Promenade entlang des Kanonengrabens, welcher für die Radfahrer heute in eine Sackgasse führt. Abbildung 5: Überlagerung einer historischen Karte mit einer Grundkarte [1] Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 10 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Durch die Verwaltung wurde ein Vorschlag mit einem Brückenbauwerk für Radfahrer über die Weseler Straße ausgearbeitet. Das Brückenbauwerk hatte u.a. zum Ziel, die Achse Bismarckallee - Promenade für den Radverkehr zu stärken. Die Radfahrer in dieser Achse könn ten dann konfliktfrei und ohne Verlustzeiten diesen neuralgischen Punkt passieren. Zusätzlich sollen plangleiche Varianten, die zu einer Verbesserung der R adverkehrsverbindung Aegidiitor - Bismarckallee führen, untersucht werden . Restriktionen ergeben sich durch den Denkmalschutz, den Grünbestand und verkehrliche Rahmenbedingungen. Abbildung 6: Visualisierung einer Radwegebrücke über die Weseler Straße Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 11 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft 2. Aufgabenstellung Folgende Arbeitsschritte wurden durchgeführt: Bereits zu einem frühen Zeitpunkt w urde ein Abstimmungstermin mit den Entscheidungsträgern der Verwaltung durchgeführt. Ziel dieses ersten Abstimmungstermins war u.a. die Feststellung der „Roten Linien“, die aufgrund von Denkmalschutz, Grünerhalt oder verkehrlichen Rahmenbedingungen nicht überschritten werden können. Es wurden Ziele der Planung definiert und eine Entscheidungsmatrix abgestimmt. Im Anschluss w urden Ideen und Anregungen der Stakeholder von Münster im Rahmen eines kurzen Workshops gesammelt. Es wurden einige Varianten in der Entwurfstiefe eines sehr vereinfachten Vorentwurfs erstellt. Die Bandbreite der Vorschläge reicht e dabei von bestandsorientiert en Minimallösungen bis hin zu radikalen verkehrlichen Lösungen mit Verdrängung des Durchgangsverkehrs oder baulichen planfreien bzw. plangleichen Detaillösungen. Auch geänderte Anbindungen für die untergeordneten Straßenzüge wie Bismarckallee, Adenaueralle e und Aegidiistraße w urden in die Überlegungen mit einbezogen. In einem Abstimmungstermin mit der Verwaltung w urden einige der aufgezeigten Varianten, die sachlogisch als nicht oder nur schwierig umsetzbar gelten, verworfen. Drei der verbliebenen Varianten wurden dann in einem weiteren Iterationsschritt optimiert. Die vorhandene Radverkehrsmatrix w urde in den Prognosezielhorizont 2035 gesetzt. Dabei w urden Teile aus der Kfz-Matrix des Verkehrsmodells der Stadt mit relevanten Entfernungen von 3,5 -10 km unter Berücksichtigung der Veloroutenplanungen auf den Radverkehr umgelegt. Die Kfz-Matrix wurde für den Zielhorizont 2035 berücksichtigt. Für die verbliebenen Varianten w urden dann die Wirkungen im Netz, z.B. Mehrbelastungen in anderen Straßenzügen, aufgezeigt und abgestimmt. Diese Varianten w urden im Rahmen einer mikroskopischen Verkehrsflusssimulation untersucht und hinsichtlich Reisezeiten und Verlustzeiten ausgewertet. Für alle Verkehrsarten und Ströme w urde die Verkehrsqualitäten ermittelt. Unter Ber ücksichtigung der zuvor abgestimmten Ziele und der Bewertungsmatrix w urden die Varianten vergleichend gegenübergestellt und im Rahmen eines kurzen Erläuterungsberichtes zusammengefasst. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 12 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft 3. Prämissen für die Planung Für das Untersuchungsgebiet kommen z ahlreiche Nutzungen zusammen, die alle wichtig für eine funktionierende Stadt sind. Ziel einer Planung für eine Umgestaltung des Bereichs Aegidii muss es daher sein, diese Nutz ungen zu stärken und auszubauen und gleichzeitig die Belange des Klimaschutzes zu berücksichtigen. Für die weiteren Planungen werden folgende Prämissen verfolgt: Vision Zero: Keine Verletzten und Getöteten im Straßenverkehr. Im Untersuchungsgebiet treffen ca. 100.000 Verkehrsteilnehmer jeden Tag aufeinander. Neben 35.000 Kfz sind da s vor allem die „schwächeren“ Verkehrsteilnehmer, das heißt 30.000 Radfahrer und 20.000 Fußgänger, sowie geschätzte 15.000 Busfahrgäste. Der Bereich Aegidii kann daher als einer der wichtigsten Orte für die „Vis ion Zero“ in Münster angesehen werden. Stärkung der Innenstadt: Der Innenstadt des Oberzentrums Münster im ländlich geprägtem Münsterland kommt eine besondere Bedeutung zu. 1.500.000 Menschen sind auf die Strukturen und Angebote der Innenstadt und der Altstadt angewiesen. Eine Erreichbarkeit d er Innenstadt für alle Mensc hen muss weiterhin gegeben sein und insbesondere im Bereich der nachhaltigen Mobilität ausgebaut werden. Barrierefreiheit und das 2-Sinne-Prinzip: An so einem für die Stadt wichtigen Ort darf niemand ausgegrenzt werden. Ein hoher Standard in der Barrierefreiheit und eine konsequente Umsetzung des 2 -Sinne-Prinzips sind ein wichtiges Ziel in der Planung. Stärkung des Fußverkehrs und der Barrierefreiheit Die am häufigsten unterschätzte Verkehrsart ist der Fußverkehr. Jeder Men sch wird als Fußgänger geboren. In Münster leben 320.000 Fußgänger. Die Altstadt von Münster innerhalb des Promenadenrings ist nahezu perfekt für den Fußverkehr ausgelegt. Hier kann jeder Punkt mühelos zu Fuß innerhalb von 15 Minuten erreicht werden. Stärkung des Radverkehrs: Die für die Einwohnerzuwächse geplanten großen Wohngebiete in Münster entstehen u.a. in Albachten. Ein wichtiges Ziel ist es daher, auch die Stadtteile über die Velorouten an das Zentrum anzubinden. Geringe Verlustzeiten an den Knotenpunkten und damit verbunden attraktive Reisezeiten von maximal 30 Minuten für Strecken bis zu 10 Kilometer sind das Ziel. Verträgliche Abwicklung des vorhandenen motorisierten Individualverkehrs : Das Straßenverkehrsnetz in Münster hat seit einigen Jahren die Grenzen der Leistungsfähigkeit erreicht. In den Nullerjahren konnten durch Optimierungen Reserven in den Kapazitäten gefunden werden. Heute sind die Möglichkeiten der Optimierung weitestgehend ausgeschöpft. Tendenziell sinken die Kapazitäten an einigen Knotenpunkten, um Sicherheitsdefizite zu eliminieren . Ein Ausbau des Verkehrsnetzes zur Erhöhung der Kapazitäten hätte weitreichende städtebauliche Auswirkungen zur Folge, da auch im Bereich der Lärmvorsorge die Grenzen erreicht sind. Neben Knoten punkten mit Radwegen oder Radfahrstreifen und Radfahrertaschen für indirektes Linksabbiegen wurden in Münster jahrzehntelang Knotenpunkte vergleichbar mit geschützten Kreuzungen nach niederländischem Vorbild gebaut. Die zu erstellenden Planungen sollten si ch an Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 13 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft diesen Vorbildern orientieren. Die Kapazitäten der zu planenden Knotenpunkte sollten in einer mit dem Bestand vergleichbaren Größenordnung liegen. Ermöglichung von Ausbaureserven für den ÖPNV: Münster ist die größte Stadt in Deutschland ohne Straßenbahn. Der vorhandene Busverkehr stellt ein gutes Basisnetz dar. Er deckt mit sehr kleinteiligen und ausgewogenen Linienführungen und dichten Haltestellenabständen von 300 m große Bereiche der Stadt ab . Die Aegidiistraße wird aktuell durch vier Buslinien befahren. In der Planung wird berücksichtigt, dass zukünftig auch Fahrte n über die Achse Weseler Straße Am Stadtgraben möglich wären. Stärkung der Aufenthalts- und Begegnungsfunktion von Promenade und Aasee: Die Promenade gilt heute als prägende historische Parkanlage mit zum Teil raumprägenden Solitärbäumen. Die Flächen dienen als Ruheraum, Aktionsraum und auch als Spielflächen. Es sind zahlreiche fußläufige Wegeverbindungen zu finden. Im hoch verd ichteten Innenstadtbereich sind Grünflächen für die Naherholung, als Raum für Begegnung und zur Verbesserung des Stadtklimas besonders wertvoll und müssen gestärkt werden. Denkmalschutz Der Denkmalschutz hat in der historischen Stadt Münster einen hohen S tellenwert und wird auch in den anstehenden Planungen berücksichtigt. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 14 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft 4. Verkehrsdaten Für den Radverkehr wurde im Jahre 2019 eine umfangreiche Verkehrserhebung durch das Büro DTV-Verkehrsconsult [2] durchgeführt und ausgewertet. Abbildung 7: Radverkehrsmatrix Rad/24h [2] korrigierte Fassung Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 15 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Durch die Stadt Münster wurde n darüber hinaus Knotenstrombelastungspläne für die maßgeblichen Knotenpunkte zur Verfügung gestellt. [3] Tabelle 1: Verkehrsbelastungen, Analyse 2019 (Summe der zufließenden Verkehre am Knotenpunkt) Knoten Name Morgenspitze [Kfz/h] Nachmittagsspitze [Kfz/h] 1 Weseler Straße / Bismarckallee 2.242 (11:00 bis 12:00 Uhr) 2.568 (17:00 bis 18:00 Uhr) 2 Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer-allee / Am Stadtgraben 2.292 (11:00 bis 12:00 Uhr) 2.590 (17:00 bis 18:00 Uhr) Für makroskopische Betrachtungen steht außerdem das Verkehrsmodell der Stadt Münster zur Verfügung. Abbildung 8: Verkehrsbelastung Stadt Münster Analyse 2019 >25.000 Kfz/24h 10.000 -15.000 Kfz/24h 5.000 -10.000 Kfz/24h 15.000 -20.000 Kfz/24h 0 - 5.000 Kfz/24h Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 16 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft 4.1. Ermittlung einer Prognosebelastung einer Prognosebelastung 2035, Prognose-0-Fall Der Prognose-0-Fall beschreibt die zukünftig zu erwartende verkehrlich e Entwicklung bis zum Jahre 2035 auf Grundlage der allgemeinen strukturellen Entwicklung in Münster. Die Prognose-0 wird in der Regel für die nächsten 10 bis 15 Jahre betrachtet, sodass eine Planungssicherheit für zukünftige Entwicklungen erreicht werden kann. Bezüglich einer Netzbetrachtung werden zurzeit zahlreiche Maßnahmen diskutiert, von denen im Moment nicht realistisch gesagt werden kann, welche wann umgesetzt werden. Für dieses räumlich begrenzte Projekt wird daher das bestehende Netz angenommen. Pkw-Verkehr Zur Ermittlung eines für Münster typischen Prognosefaktor s im Pkw -Verkehr werden Bevölkerungsvorausberechnungen vom Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) [4] herangezogen. Insgesamt ist bis 203 5 eine zunehmende Bevölkerungsentwicklung von ca. 316.541 Einwohnern (01.01.2019 ) auf ca. 349.857 Einwohner (01.01.203 5) zu erwarten. Mit Annahme eines gleichbleibenden Verkehrsverhaltens (Anzahl Wege und Verkehrsmittelwahl) der Bevölkerung ergäben sich bis 2035 etwa 10,5 % mehr Pkw-Fahrten in Münster als heute. Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass die Bevölkeru ngszunahme zu einer Zunahme im m otorisierten Individualverkehr (MIV) in gleicher Größenordnung führt. Die Stadt Münster strebt u.a. durch die Einführung der Velorouten eine Erhöhung des Radverkehrsanteils von heute 40 % auf zukünftig 50 % an. [5] Damit verbunden ist eine Reduktion des MIV-Anteils. Es wird daher angenommen, dass der im Untersuchungsgebiet nicht weiter zunimmt. Schwerlastverkehr Gemäß der Verflechtungsprognose 2030 [6] ist für die Bundesfernstraßen deutschlandweit zukünftig ein immenser Anstieg des Schwerlastverkehrs (> 40 %) bis 2030 zu erwarten. Für die Stadt Münster wird dagegen ein vergleichsweise geringer Anstieg des Transportaufkommens zwischen 0 % und 10 % im Zeitraum von 2010 bis 2030 erwartet. Dieser wird sich vornehmlich auf die Bundesstraßen und Autobahnen konzentrieren. Für das aktuelle Untersuchungsgebiet ist davon auszugehen , dass der Schwerlastverkehr nicht zunimmt. Radverkehr Gemäß dem Radverkehrskonzept der Stadt Münster soll als Ziel der Radverkehrsanteil von 40 auf 50 % steigen. Das entspricht einer stadtweiten Zunahme von ca. 25 %. [5] Es wird angenommen, dass sich die Zunahme eher auf die Velorouten und weniger auf die Haup t- und Nebenrouten des Radverkehrs konzentriert. Die Zunahme für Bismarckallee, Wes eler Straße , Promenade Ost, Promenade West und Aegidiistraße wird mit ca. 50 % angenommen, in den übrigen Zufahrten wird eine Zunahme von ca. 10 % angenommen. Die Aegidiistraße wird zwar keine Veloroute. Die Altstadt ist jedoch ein wichtiges Ziel der Velorouten. In der Summe erhöht sich unter den zuvor genannten Annahmen die Radverkehrsmatrix für das Untersuchungsgebiet um 25 %. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 17 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft ÖPNV Für den ÖPNV sind zahlr eiche Verbesserungen des Angebotes in der Planung . Es wird davon ausgegangen, dass die Verkehrsleistung des ÖPNVs weiter zunimmt, damit der motorisierte Individualverkehr trotz Steigerung der Einwohnerzahlen nicht weiter steigt. Für die Achse Weseler Straße, Am Stadtgraben und Schlossplatz werden zusätzliche ÖV-Fahrten angenommen. Abbildung 9: Buslinienplan Stadt Münster 2021 [7] Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 18 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft 5. Unfalldaten Eine aktuelle Unfalldatenauswertung, die uns die Stadt Münster zur Verfügung gestellt hat, zeigt auf, dass insbesondere die Promenadenquerung im Bereich der Aegidiistraße problematisch ist. Hier sind zahlreiche Unfälle unter anderem zwischen Fußgängern und Radfahrern zu verzeichnen. In allen anderen Bereichen des Untersuchungsgebietes ist das Unfallgeschehen unauffällig bzw. es wurde durch eine Entscheidung der Unfallkommission bereits behoben. Da fast alle Fahrbeziehungen konfliktfrei geschaltet sind, ist hier auch für die Zukunft keine Veränderung zu erwarten. Abbildung 10: Unfalldaten Aegidiistraße/Promenade 2018-2020 [8] Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 19 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 11: Unfalldaten 2021 Aegidiistraße/Promenade [8] Abbildung 12: Unfalldaten Weseler Straße/Aegidiistraße 2021 [8] Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 20 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft 6. Alternative Wegeverbindungen und Lösungen Im Rahmen einer Ortsbegehung wurden alternative Wegeverbindungen untersucht und hinsichtlich ihrer Ausbaumöglichkeiten geprüft. In der in Abbildung 13 aufgezeigten Wegeverbindung bestehen Konflikte mit angrenzenden Spiel- und Aufenthaltsflächen, die nicht verkehrssicher zu lösen wären. Abbildung 13: Zusätzliche Radwegeverbindung von der Promenade Ost zur Bismarckallee [1] Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 21 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft In der gestrichelt dargestellten Variante ergibt sich zusätzlich eine Höhendifferenz von 2,8 m über 48 m. Diese für Radfahrer zu steile Neigung , ließe sich nur durch einen Eingriff in das Gewässer Kanonengraben entschärfen. Die Bestandssituation ist in den nachfolgenden Abbildungen dargestellt. Abbildung 14: Konflikt mit Nutzung als Spielfläche und ortsprägenden Solitärbäumen Abbildung 15: Konflikt mit Nutzung als Aufenthalts- und Erholungsfläche Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 22 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 16: Konflikt mit vorhandener Treppenanlage Bei der in Abbildung 17 dargestellten Wegeverbindung über die historische Promenadenführung ist eine Höhendifferenz von 2,3 m über eine Strecke von 40 m zu überwinden, die heute über eine Treppenanlage gestaltet ist. Für Radfahrer oder mobilitätseingeschränkte Menschen ist die sich daraus ergebende Neigung zu steil. Abbildung 17: Wegeverbindung über historische Promenadenführung [1] Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 23 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 18: Nutzung einer vorhandenen Treppenanlage Ebenfalls bei der in Abbildung 19 dargestellten Wegeführung durch die Gräfte westlich eines vorhandenen Biergartens ergeben sich Höhendifferenzen von 3,2 m. Diese sind für Radfahrer zu steil. Um die Wege für Radfahrer zu verbreitern , müsste in den prägenden Baumbestand eingegriffen werden. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 24 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 19: Wegeführung durch die Gräfte [1] Abbildung 20: vorhandene Wegeführung durch die Gräfte mit 3,2 m Höhendifferenz Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 25 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 21: Konflikte mit dem Baumbestand Bei der in Abbildung 22 dargestellten Verbindung von der Promenade Ost zur Wallgasse gilt es heute eine Treppenanlage zu überwinden. Bei dem Umbau der Treppenanlage zu einer Rampe ergäbe sich eine Neigung von 8,7 %, die für Radfahrer nicht geeignet ist. Abbildung 22: Zusätzliche Verbindung zur Aegidiistraße [1] Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 26 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 23: Vorhandene Treppenanlage von der Promenade Ost zur Wallgasse Die in der Abbildung 24 dargestellte Wegeverbindung durch eine vorhanden e Grünfläche ist mit dem prägenden Baumbestand nicht vereinbar. Abbildung 24: Zusätzliche Wegeverbindung durch die Grünfläche [1] Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 27 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 25: Zusätzliche Wegeverbindung durch die Grünfläche Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die alternativen Wegeverbindungen nicht über das heutige Maß hinaus ausgebaut werden können, ohne erheblich in den Baumbestand oder eine bestehende Nutzung wie Spielen oder Aufenthalt einzugreifen. Es wurden im Umfeld auch planfreie Lösungen für den Fuß- und Radverkehr gesucht. Eine Variante wäre eine Tunnellösung für den Fuß - und Radverkehr. Aufgrund der einzuhalten barrierefreien Rampenneigungen mit 4 -6 % konnten hier keine Ansätze gefunden werden, die nicht einen erheblichen Eingriff in die Grünstrukturen mit sich gebracht hätten. Durch einen Tunnel für den Kfz -Verkehr entlang der Weseler Straße, der den Durchgangsverkehr aufnimmt, könnte der Kfz-Verkehr oberirdisch reduziert werden. Grundsätzlich würden im Tunnel zwei Fahrspuren ohne den Widerstand einer Signalanlage ausreichen. Mit einer Rampenneigung von 10 % über eine Länge von 60 m könnten zwei Fahrspuren um -6,0 m ab gesenkt werden . Die Rampenneigung würde von der Scharnhorststraße bis zur Bismarckallee bzw. von der Promenade bis zur Aabrücke reichen. Von den 2.600 Kfz/h im Querschnitt zwischen Bismarckallee und Aegidiistraße wären dann nur noch 700 Kfz/h sichtbar. Das wären nur die ein - und abbiegenden Verkehre der Nebenstraßen. Eine Lichtsignalanlage zur Regelung der Querungen wäre dennoch no twendig, so dass Aufwand und Nutzen einer Tunnellösung nicht in einem ausgewogenen Verhältnis st ünden. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 28 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 26: Querungsbedingungen für Fußgänger Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 29 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft 7. Planungsvarianten Mit dem Ziel, die Wartezeiten und Querungsbedingungen für die Fußgänger und Radfahrer insgesamt zu verbessern werden plangleiche Varianten entwickelt. In allen Planvarianten sind Entwurfselemente zu finden, die mit Elementen anderer Varianten zu kombinieren sind. Variante 1: Rückbau der Weseler Straße auf vier Fahrspuren Abbildung 27: Rückbau der Weseler Straße auf 4 Fahrspuren Das Grundprinzip der Variante In der Variante 1 werden die äußeren Fahrspuren der heute sieben Fahrspuren zurückgebaut, so dass nur noch zwei Fahrspuren je Richtung verbleiben. Durch den gewonnenen Raum wird auf der Ostseite der Weseler Straße ein 5,0 m breiter 2 -Richtungsradweg erstellt. Dieser Zweirichtungsradweg würde die Achsen Promenade -Ost, Aegidiistraße, Bismarckallee und Weseler Straße für den Radverkehr verknüpfen. Die Belastung läge bei ca. 8.000 Rad/24h. Die Einrichtungsradwege erhalten eine Breite von 3,0 m. Zwei nebeneinander fahrende Radfahrer können dabei noch durch einen dritten Radfahrer überholt werden. Auch die Gehwege erhalten eine komfortable Breite von mindestens 3,0 m. Vor den Querungsstellen wird ein 3,0 m breiter Aufstellbereich für Fußgänger und Radfahrer geschaffen, der sich im weiteren Verlauf der Weseler Straße als 3,0 m breiter Grünst reifen zwischen Fahrbahn und Radweg fortsetzt. Alle Querungsstellen werden mit Fußgängerschutzanlagen geregelt. Sie werden mit Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 30 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft halbierter Umlaufzeit (45 s) betrieben. Dadurch bleiben die Signalanlagen im Koordinierungstakt der Weseler Straße. Auch die Quer ung Promenade über die Aegidiistraße wird mit einer Fußgängerschutzanlage geregelt, da die Promenade hier ein Gefälle zur Aegidiistraße aufweist und die Geschwindigkeit der Radfahrer entsprechend hoch ist. Die Querung der Radwege für die Fußgänger erfolgt in dieser Variante mit Fußgängerüberwegen, die dann entsprechend beleuchtet werden müssen. Es wäre auch denkbar, die Fußgänger wie in der Variante 7 in die Signalisierung mit einzubeziehen. Auswirkungen für den Fußverkehr Für die Fußgänger als „schwächste“ Verkehrsteilnehmer ergeben sich wegen der Fußgängerschutzanlagen und der damit verbundenen geringen Umlaufzeiten sehr geringe Wartezeiten. Dadurch, dass die Fußgänger durch die Signalanlage vollständig abgesichert sind, ergibt sich ein hohes Sicherheitsniveau. Wegen der abgesetzten Furten ergeben sich kleinere Umwege für die Fußgänger. Auswirkungen für den Radverkehr Auch für die Radfahrer ergeben sich sehr geringe Wartezeiten. Es stellt sich an allen Furten die Qualitätsstufe A mit Wartezeite n < 30 Sekunden ein. Durch die Absetzung der Furten werden die müssen die Radfahrer die Geschwindigkeit etwas reduzieren. Im Bereich der Promenade/Aegidiistraße entsteht ein Verflechtungsbereich, in dem sich viele Radfahrer zu beachten haben. Das bedingt eine Signalisierung dieser Furt. Auswirkungen auf den ÖPNV Die nun fehlenden Fahrbeziehungen stellen einen empfindlichen Eingriff in das ÖPNV -Basisnetz dar. Für die Linien 2, 4, 10 und 14 müssten neue Linienverläufe, z.B. über die Universitätsstraße gefunden werden. Hier wäre mit erheblichen Abstimmungs - und Umstellungsbedarf zu rechnen. Es müsste geprüft werden, ob die Universitätsstraße zusätzliche Busverkehre in diesem Umfang aufnehmen kann. Auswirkungen auf den motorisierten Individualverkehr Die Adenauerallee und die Aegidiistraße sind nur noch über „Rechts-Rein-Rechts-Raus“ angebunden. Dies hat zur Folge, dass von der Weseler Straße nicht mehr in die Adenauerallee links abgebogen werden kann. Hierdurch entstehen Umwege und Mehrbelastungen z.B. a uf der Gerichtsstraße. Durch die fehlenden Fahrbeziehungen ergibt sich eine Entlastung von Aegidiistraße und Adenauerallee sowie eine Mehrbelastung für die Gerichtsstraße, die Scharnhorststraße und den Kolde-Ring. Diese Mehrbelastungen wären innerhalb der bestehenden Verkehrsanlagen verkehrstechnisch regelbar. Die Leistungsfähigkeit für den motorisierten fließenden Verkehr kann rechnerisch und auch im Rahmen der Mikrosimulation nachgewiesen werden. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 31 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 28: Makroskopische Auswirkungen der Variante 1 Auswirkungen auf Städtebau, Grünflächen und Denkmalschutz Durch den Rückbau ergeben sich keine Eingriffe in den Grünflächenbestand. Auch der Denkmalschutz ist nicht betroffen. Variante 2: Rückbau der Weseler Straße auf fünf Fahrspuren Das Grundprinzip der Variante Die Variante 2 basiert auf der Variante 1, allerdings werden hier für die Adenauerallee und die Aegidiistraße alle Fahrbeziehungen ermöglicht. Die Fußgängersignalanlagen werden so geschaltet, dass feindliche Ströme verriegelt werden. Der rechnerische Leistungsfähigkeitsnachweis hatte eine Funktionsfähigkeit zum Ergebnis. Um die konkrete Funktionsweise eines solchen Systems zu überprüfen, wurde eine ergänzende Mikrosimulation aufgebaut. Auch nach mehreren Iterationsläufen und Optimierungen an den Signalprogrammen, konnte hier kein funktionsfähiger sicherer Ablauf gefunden werden. Diese Variante wird daher nicht weiterverfolgt. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 32 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 29: Rückbau der Weseler Straße auf 5 Fahrspuren Variante 3: Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren und Aegidiistraße wie im Bestand Das Grundprinzip der Variante Die Variante 3 basiert ebenfalls auf der Variante 1. Die Aegidiistraße wird in der Variante so gestaltet wie im Bestand und erhält zusätzlich einen Zweirichtungsradweg. Der Zweirichtungsradweg wird östlich der Weseler Straße bis zum Knotenpunkt Weseler Straße / Bismarckallee fortgesetzt. In dieser Variante wird de r Knotenpunkt Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauerallee über eine Vollsignalanlage geschaltet. In der Variante konnte kein verkehrssicherer bzw. leistungsfähiger Ablauf für die Rechtsabbieger aus der Adenauerallee in die Weseler Straße gefunden werden. Der gewünschte Komfort und die Sicherheit des Radverkehrs sind nicht mehr gegeben. Die Außenkante des Gehweges östlich der Weseler Straße liegt um ca. 3 m versetzt in der Grünfläche und damit näher am Denkmal. Aus vorgenannten Gründen kann die Variante nicht weiterentwickelt werden. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 33 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 30: Rückbau der Weseler Straße auf 6 Fahrspuren Variante 4: Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren und Adenauerallee wie im Bestand, Variante 5: Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren und Optimierung der Promenade, Variante 6: Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren und Signalanlage Bismarckallee Die Variante 4 sieht einen Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren vor. Im Vergleich zur Variante 3 wird hier ebenfalls die Adenauerallee wie im Bestand gelassen. Es ist ein Zweirichtungsradweg auf der östlichen Seite vorgesehen. In der Variante 5 sind die gleichen Maßnahmen angesetzt. Es wird zusätzlich die Promenade im Bereich der Aegidiistraße und der Straße Am Kanonengraben begradigt. Die Variante 6 baut wiederum auf der Variante 5 auf, es ist allerdings eine Änderung im Bereich des Knotenpunkte Weseler Straße / Bismarckallee vorgesehen. Hier könnte die Lichtsignalanlage zurückgebaut werden und der Verkehr ausschließlich über eine Lichtsignalanlage geregelt werden. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 34 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 31: Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren und Adenauerallee wie im Bestand Beim Aufb au der Mikrosimulation für die Variante 4 wurde festgestellt, dass die sich kreuzenden Radfahrerströme im südöstlichen Quad ranten des Knotenpunktes Weseler Straße / Adenauerallee / Aegidiistraße ohne Signalisierung und weitere Regelungen nicht verkehrssicher abgebildet werden können. Nur mit einer sehr aufwändigen Signalisierung ließen sich die Rad - und Fußgängerströme regeln. Dabei entstehen in der Summe so hohe Verlustzeiten, dass der eigentliche Vorteil des Zweirichtungsradweges nicht mehr gegeben ist. Die Variante wird daher nicht weiterverfolgt. Das gilt auch für die Varianten 5 und 6, die auf einer ähnlichen Grundlage bas ieren. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 35 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Abbildung 32: Variante 5, Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren und Optimierung der Promenade Abbildung 33: Variante 6, Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren und Signalanlage Bismarckallee Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 36 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Variante 7: Bestandsoptimierung und Neugestaltung Promenade Abbildung 34: Optimierung des Bestandes und Signalisierung der Promenade über die Aegidiistraße Abbildung 35: Begradigung und Signalisierung der Promenade über die Aegidiistraße Das Grundprinzip der Variante In der Varianten 7 werden alle Wege- und Fahrbeziehungen wie im Bestand angeboten. Die Querung der Promenade über die Aegidiistraße wird mit einer Umlaufzeit von 45 s signalisiert. Der Knotenpunkt Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 37 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Weseler Straße / Aegidiistraße wird weiterhin mit einer Umlaufzeit von 90 s Sekunden signalisiert. Die Signalanlagen bleiben also im heutigen Koordinierungstakt. Auswirkungen für den Fußverkehr Die Fußgänger im Zuge der Aegidiistraße werden in die Signalisierung mit einbezogen, um Konflikte zwischen den Fußgängern und Radfahrern zu vermeiden. Die Sicherheit für den Fußverkehr wird dabei deutlich erhöht. Die Grünzeiten für den Fußverkehr werden so eingestellt, dass sich die Qualitätsstufe D einstellt. Das entspricht einer maximalen Wartezeit von weniger als 70 s. Für die Querung der Aegidiistraße ergibt sich die Qualitätsstufe A, also eine maximale Wartezeit von weniger als 30 Sekunden. Auswirkungen für den Radverkehr Die Radwege erhalten e ine einheitliche Breite von 2,5 m zzgl. 0,5 m Sicherheitstrennstreifen. Zwei Radfahrer können bequem nebeneinander fahren und miteinander kommunizieren. Die Radfahrer können überall ohne Signal frei rech ts abbiegen. Nur die rechtsabbiegenden Radfahrer aus der Promenade in die Aegidiistraße und in die Straße „Am Stadtgraben“ sowie die von der Aegidiistraße in die Promenade abbiegenden Radfahrer sind aufgrund der engen räumlichen V erhältnisse in die Signalisierung mit einbezogen. Für alle linksabbiegenden Radfahrer wird ein indirektes Linksabbiegen mit Radfahrertaschen angeboten. Die Aegidiistraße wird als Fahrradstraße eingerichtet. Sie endet an der Promenade. Für die Radfahrer, die aus der Aegidiistraße au sfahren wird wie im Bestand eine Radfahrerschleuse angeboten. Der Querschnitt der Promenade Ost und West wird fortgeführt. Die Fahrbahn für Radfahrer erhält eine Breite von 4,5 m. Die Fahrbahn wird auf beiden Seiten durch eine Allee mit Linden und einen Gehweg mit einer Breite ≥ 2,5 m eingefasst. Im Bereich von Aegidiistraße und Am Stadtgraben wird die den Radfahrer n vorbehaltene Fahrbahn auf 6,0 m verbreitert. Der Querschnitt ist hier als 3-streifiger Querschnitt mit innenliegender Linksabbiegespur ausgelegt. Die Radfahrer von der Promenade-Ost fahren mit einem Gefälle in Richtung Aegidiistraße und es sind hier höhere Geschwindigkeiten im Radverkehr zu beobachten. Die Führung der Radfahrer wird dahingehend geändert, dass die Radfahrer nicht meh r in Richtung Kanonengraben in die Sackgasse geleitet werden, sondern direkt zur Aegidiistraße. Die Radfahrer , die von der Promenade West in Richtung Promenade Ost bei Grünbeginn losfahren, können ohne Halt durchfahren. In umgekehrter Fahrtrichtung gilt dies nur bei jeder 2. Grünphase. Die sich dann ergebenden W artezeiten liegen bei ca. 43 s. Die Radfahrer, die aus der Marks-Haindorf-Stiege kommen, werden in dieser Variante über die Straße „Am Kanonengraben“ bis zur Weseler Straße geführt. Eine direkte Führung zur Aegidiistraße ist nicht mehr vorgesehen, da zu viele Konflikte mit Fußgängern, Erholungssuchenden und spielenden Kindern gesehen werden. Im Bereich der Bismarckallee wird die Dreiecksinsel zurückgebaut, um den Radfahrern und Fußgängern eine dire kte und komfortable Führung anbieten zu können. Die rechtsabbiegenden Kfz werden dabei getrennt signalisiert. Die Führung der sonstigen Radfahrer und Fußgänger im Bereich der Bismarckallee wird aus dem Bestand übernommen. Auswirkungen auf den ÖPNV Für di e bestehenden Buslinien ergeben sich in dieser Variante keine Einschränkungen. Auch möglicherweise zukünftige Buslinien im Zuge der Weseler Straße stehen nicht im Wide rspruch zu dieser Variante. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 38 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Auswirkungen auf den motorisierten Individualverkehr Zur Sicherstellung der Verkehrsqualität der Fußgänger und Radfahrer werden die Grünzeiten für die Fußgänger und Radfahrer über die Weseler Straße erhöht. Das führt zu einer etwas schlechteren Verkehrsqualität für die Weseler Straße gegenüber dem Bestand. Grundsätzlich werden in dieser Variante alle Rechtsabbieger getrennt signalisiert. Eine Ausnahme stellt hier nur der Rechtsabbieger aus der Straße „Am Stadtgraben“ in die Adenauerallee dar, da hier kein Raum für eine getrennte Rechtsabbiegespur zur Verfügu ng steht. Allerdings sind hier praktisch keine Rechtsabbieger zu beobachten und die Situation ist unfalltechnisch unauffällig. Auswirkungen auf Städtebau, Grünflächen und Denkmalschutz Durch die breiteren Nebenanlagen liegt die zukünftige Außenkante Gehweg um ca. 1-1,5 m weiter in der Grünfläche östlich wie westlich der Weseler Straße. Zur Kompensation werden die Rechtsabbiegespuren in die Aegidiistraße und in die Bismarckallee auf ihr verkehrstechnisches Mindestmaß zurückgebaut und als Grünfläche ang elegt. Aus Sicht des Denkmalschutzes ergeben sich keine Einschränkungen. Für die Promenade wird im Bereich der Aegidiistraße gestalterisch eine Lücke geschlossen, wenn auch nicht in der historischen Lage. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 39 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Variante 8: Bestandsoptimierung, Neugestaltung der Promenade und Flyover In der Variante 8 wird die zuvor beschriebene Variante 7 mit dem Flyover kombiniert. Abbildung 36: Optimierung des Bestandes und Flyover Das Grundprinzip der Variante In der Variante 8 wird die Varia nte 7 mit dem Flyover kombiniert. Grundsätzlich lassen sich alle Varianten mit dem Flyover kombinieren. Der Zweirichtungsradweg auf der Ost seite der Weseler Straße in den Varianten 1-6 stellt eine ebenerdige Alternative dar. Hier fallen nur geringe Verlustzeiten an den Fußgängerschutzanlagen an, so dass ein zusätzlicher Flyover in den Varianten 1-6 entbehrlich wäre. Die Linienführung der Bismarckallee muss in der Variante 8 nach Süden verschoben werden, um dem Brückenbauwerk auszuweichen. Die Linienführung des Flyover (Vorlage V/0261/2021 ) [9] sollte auf den zwischenzeitlich eingemessenen Baumbestand hin optimiert werden. Auswirkungen für den Fußverkehr Für alle Gehbeziehungen ändert sich nichts gegenüber der Variante 7 bzw. es ergeben sich geringfügig geringere Wartezeiten gegenüber dem Bestand. Auswirkungen für den Radverkehr Die Auswirkungen für den Radverkehr sind die gleichen wie für den Fußverkehr. Die Wegebeziehung Promenade-Ost Bismarckallee profitiert von dem Flyover. Unmittelbar können ungefähr 4.000 Radfahrer den Flyover konfliktfrei und ohne Zeitverlust nutzen. Die ersten Ergebnisse der Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 40 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Fahrradnetzplanung bestätigen, dass die Steigerung des Fahrkomforts und der Sicherheitsgewinn für die Radfahrer aller Altersgruppen einen weiteren Schub zur Nutzung auslösen kann und von mittel - bis langfristig mindestens von einer Verdopplung der Fahrten in der Wegebeziehung auszugehen ist, so dass zukünftig mit einem Potenzial für den Radverkehr von 5.500 bis 6.000 Fahrten pro Tag z u rechnen sein kann. Auswirkungen auf den ÖPNV Die Aegidiistraße im Einmündungsbereich Weseler Straße wird durch den Flyover um die Verkehrsbelastung der Radfahrer Promenade-Ost Bismarckallee entlastet. Der Verkehrsablauf für den Busverkehr würde sich hier entsprechend verbessern. Auswirkungen auf den motorisierten Individualverkehr Das für den Busverkehr gesagte ergibt sich im übertragenden Sinne auch für den motorisierten Individualverkehr. Ansonsten ergeben sich keine Änderungen gegenüber Variante 7. Für den Fahrverkehr ergibt sich insgesamt die Qualitätsstufe D. Auswirkungen auf Städtebau, Grünflächen und Denkmalschutz Die städtebaulichen Auswirkungen sind sehr stark von dem Brückenentwurf des planenden Architekten abhängig. Im Rahmen des beabsich tigten Wettbewerbsverfahrens werden dem Städtebau, die Integration in die Grünflächen sowie dem Denkmalschutz hohe Bedeutung beigemessen. Die Auswirkungen können ohne Kenntnis des Siegerentwurfs nicht bewertet werden. Während die Varianten 1 – 7 im Wesentlichen Veränderungen der Oberflächengestaltung zur Folge haben, die insgesamt den vorhandenen Raumeindruck nur geringfügig überprägen , stellt der Flyover der Variante 8 eine deutlich wahrnehmbare Veränderung des erlebbaren Stadtraumes dar. Innerhalb der historischen Struktur de s Promenadenrings mit deutlich erkennbaren Relikten der mittelalterlichen Stadtbefestigung wird eine neue, moderne Struktur installiert, die unter anderem über die Sichtachse der Weseler bereits von W eitem wahrnehmbar sein werden. F ür die Besucher und Spaziergänger der Promenade, auch vom Kanonengraben kommend und Richtung Aasee schauend, wird das Brückenbauwerk hingegen etwas abseits liegend unauffälliger sein. Die Aufenthaltsbereiche der Aaseewiese werden nur am Rande tangiert, der Spielplatz am Kanonengraben läge zukünftig jedoch im Nahbereich des Fly overs. Rückzugsorte wären damit aus der H öhe einsehbar, Bewegungsachsen liegen unmittelbar neben Aufenthaltsflächen – für den städtischen Kontext und zunehmend verdichtetes Bauen keine ungewöhnliche Situation. Die Grünflächen des Altstadtringes werden durch die alte Lindenallee und die vorgelagerten Bäume der Parkflächen geprägt. Die Bäume prägen die Wegeachsen und schaffen einen grünen Raum der Erholung im Kontrast zum weitgehend befestigten Zentrum der Altstadt. Mit dem Flyover kann sensibel durch die Stützenanordnung auf Baumstandorte und Wurzelbereiche reagiert werden und trotzdem wird ein neues Element im Raum installiert, das allein aufgrund seiner Höhe die Wirkung der Baumstandorte auf die Grünflächen insgesamt verändern wird. Eine Radwegeverbindung als Brückenkonstruktion wird neben der Fernwirkung in den Sichtachsen vor allem im Nahbereich der Brücke Auswirkungen haben. Unter anderem Verschattung, wahrnehmbare Stützenkonstru ktionen, veränderte Vegetationsbedingungen unterhalb der Brücke Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 41 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft oder auch sich in den Rasenflächen abzeichnender Tropfenschlag werden eine veränderte Wahrnehmung des Raumes nach sich ziehen. Das Brückenbauwerk als technische Konstruktion wird den Raum, wi e die Münsteraner ihn aktuell erleben und schätzen , neu prägen . Das kann kritisch gesehen werden, es bietet aber auch die Chance, einen neuen „Hingucker“ der Fahrradstadt Münster zu schaffen. Dabei ist die Linienführung der Radwegeverbindung unerheblich, alleine die architektonische Qualität des Bauwerks wird darüber entscheiden, ob der Flyover ein neues, bereicherndes Stadtmotiv von Münster sein wird. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 42 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft 8. Vergleich der Varianten In der Variante 1 wurde eine ebenerdige Alternative für den Flyover mit einem Zweirichtungsradweg auf der Ostseite der Weseler Straße geprüft. Hier ergeben sich jedoch Restriktionen für den Kfz - Verkehr sowie für den Busverkehr. In den Varianten 2 -6 wurde die grundsätzliche Entwurfsidee übernommen und geprüft, ob die Restriktionen vermieden werden können. Die damit verbundenen Nachteile hinsichtlich Verkehrssicherheit und Verkehrsablauf waren jeweils so groß, dass keine der Varianten 2-6 weiterverfolgt werden kann. In der Gegenüberstellung werden daher die Varianten 1, 7 und 8 mit dem Bestand hinsichtlich der Planungsziele verglichen. Vision Zero Im Bestand stellen insbesondere die Promenadenquerungen über die Aegidiistraße und über die Straße am Stadtgraben ein Problem dar. Hier sind regelmäßig Konflikte zwischen den Radfahrern, zwischen Radfahrern und Fußgängern und auch zum Kfz -Verkehr zu beobachten. Aufgrund der Gefällesituation zur Aegidiistraße ist das Geschwindigkeitsniveau des Radverkehrs teilweise zu hoch. In den Varianten 1, 7 und 8 sind die Promenadenquerungen jeweils signa lisiert, so dass sich hier ein höheres Sicherheitsniveau einstellt. In der Variante 8 werden ca. 4.000 Radfahrer über den Flyover abgewickelt. Diese tauchen als Konflikt an den Signalanlagen nicht mehr auf, so dass das Sicherheitsniveau nochmals höher eingeschätzt werden kann. Stärkung der Innenstadt Im Bestand und in den Varianten 7 und 8 werden die bestehenden Erschließungsfunktionen vollständig abgebildet. In der Variante 1 ergeben sich Umwege für die Erschließung der Aegidiistraße und damit verbunden auch für das Aegidiiparkhaus. Besucher, die aus Süden in die Innenstadt fahren, müssen über die Universitätsstraße die Innenstadt verlassen. Im Busv erkehr müssten für die Variante 1 insgesamt 4 Buslinien verlegt werden. Das betrifft somit wesentliche Teile der Altstadt. Ob das am Ende umsetzbar wäre, kann im Rahmen dieses Projektes nicht abschließend beurteilt werden. Stärkung Fußverkehr und Barrierefreiheit Im Zuge der Promenadenquerungen sind die Fußgänger im Bestand nicht signalisiert. Dies führt immer wieder zu Konflikten mit dem Radverkehr, dem Kfz -Verkehr und dem ÖPNV, auch hinsichtlich der Barrierefreiheit. In den Varianten 1, 7 und 8 wurden die Konfliktstellen zum Kfz -Verkehr überall konfliktfrei bzw. konfliktarm signalisiert. Es ergibt sich somit ein bessere Begreifbarkeit für den Fußverkehr, der sich im Bestand dem Stärkerem unterordnet. Durch den Einsatz von Fußgängerschutzanlagen ergeben sich für den Fußverkehr und die Mobilitätseingeschränkten in der Variante 1 deutlich kürzere Wartezeiten. Hier wird der Fußverkehr deutlich gestärkt. Jeder Fußgänger hat in der Variante 1 eine durchschnittliche Wartezeit von 11 s zu erwarten. In der Variante 7 ergeben sich Wartezeiten von etwa 53 s und in der Variante 8 liegen die durchschnittlichen Wartezeiten b ei 47 s. In der Variante 1 werden dem Fußgänger wegen der abgesetzten Furten Umwege zugemutet. Stärkung des Radverkehrs Für den Radverkehr ergeben sich in der Variante 1 die gerin gsten Verlust- bzw. Wartezeiten, siehe Erläuterungen zum Fußverkehr. Im Best and sind die Wartezeiten für den Radverkehr teilweise so hoch, dass sich die Qualitätsstufe E, d.h. ein Mangelhaft, ergibt. In den Varianten 7 und 8 konnten die Wartezeiten über die Signalisierung so optimiert werden, dass sich die Qualitätsstufe D (ausreichend) einstellt. Auch die in den Varianten 7 und 8 geschaffenen Aufstellflächen und Abbiegemöglichkeiten stellen eine deutliche Verbesserung für den Verkehrsablauf und die Verkehrssicherheit des Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 43 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Radverkehrs dar. Durch den Flyover wird zusätzlich in der Va riante 8 die Fahrbeziehung Bismarckallee - Promenade Ost, d.h. die Veloroute Münster - Senden beschleunigt und der Radfahrer in dieser Fahrbeziehung gefördert. Durch die Begradigung der Promenadenführung und eine Verbreiterung der Promenadenquerungen ergib t sich in allen Varianten eine deutliche Verbesserung auch hinsichtlich der Verkehrssicherheit. Die Radfahrer müssen in der Variante 1 wegen der abgesetzten Furten die Geschwindigkeit reduzieren. Ausbaureserven für den ÖPNV In der Variante 1 sind einige F ahrbeziehungen nicht mehr möglich, die ebenfalls dem ÖPNV auch nicht mehr zur Verfügung stehen. Das gilt auch für mögliche zukünftige Entwicklungen wie z.B. On - Demand-Dienste für die Altstadt. Es ist nicht sicher, ob die Universitätsstraße ersatzweise Busverkehre der Aegidiistraße alternativ aufnehmen kann. In den Varianten 7 und 8 ergeben sich keine Einschränkungen auch für zukünftige Entwicklungen. In der Variante 8 werden 4.000 Radfahrer von der Aegidiistraße zum Flyover verlagert, wodurch sich eine Verb esserung für den Busverkehr in dieser Fahrbeziehung ergibt. Für den Straßenzug Weseler Straße - Am Stadtgraben ergeben sich in allen Varianten gleichermaßen Ausbaureserven für den ÖPNV. Stärkung der Aufenthalts- und Begegnungsfunktion In der Variante 1 si nd nur vier Fahrspuren für die Weseler Straße vorgesehen. Zwischen dem Geh - und Radweg und der Fahrbahn ist außerdem noch ein 3,0 m breiter Grünstreifen geplant. Die trennende Wirkung der Weseler Straße sinkt dadurch. Die parallel zur Weseler Straße geführ ten Gehwege haben einen um 3 -4 m gr oßen Abstand zur Fahrbahn, wodurch die Aufenthaltsqualität steigt. In der Variante 7 ändert sich hinsichtlich der Begegnungs - und Aufenthaltsfunktion gegenüber dem Bestand wenig. Die Nebenanlagen werden etwas breiter und somit auch komfortabler für den Fuß- und Radverkehr. Die Außenkante Gehweg verschiebt sich dabei um ca. 1,0-1,5 m in die heutige Grünfläche. Mit flankierenden Maßnahmen wie z.B. Wurzelbrücken im Kronen-Trauf-Bereich kann das umgesetzt werden, ohne dass Bäu me zu Schaden kommen. Als Kompensation werden außerdem die Rechtsabbiegespuren zurückgebaut und entsiegelt, so dass die trennende Wirkung der Weseler Straße reduziert wird. In der Variante 8 werden die Aufenthalts - und Ruhemöglichkeiten durch den Flyover hauptsächlich im Bereich des Kanonengrabens gestört. In allen anderen Bereichen wäre es die Aufgabe der konkreten Brücken- und Architektenplanung die weiteren Funktionen wie z.B. Spielen oder den Baumschutz in die Planung zu integrieren. Denkmalschutz Die Varianten 1 und 7 haben keine Auswirkungen auf den Denkmalschutz. Alle Varianten bieten vielmehr die Chance, einen Lückenschluss für die Promenade vorzunehmen, wenn auch nicht in der historischen Lage. In der Variante 8 kommt der Flyover der ursprüngli chen Bastion und der Gräfte (Kanonengraben) sehr nahe. Auch hier wäre die Frage, wie ein Architekt in einer konkreten Planung verantwortungsvoll mit der Situation umgeht. Verträgliche Abwicklung des MIV In den Varianten 7 und 8 sind der Verkehrsablauf und die Leistungsfähigkeit für den MIV vergleichbar mit dem Bestand. Durch die deutlich großzügigeren Fuß - und Radverkehrsanlagen und die zusätzlichen Aufstellbereiche und Radfahrertaschen für indirektes Linksabbiegen ergibt sich eine bessere Verträglichkeit mit dem Fuß - und Radverkehr. In der Variante 1 stellt sich rechnerisch eine höhere Leistungsfähigkeit für den MIV ein. Allerdings ergibt sich durch die 3 hintereinanderliegenden Fußgängerschutzanlagen ein beruhigter und geschwindigkeitsdämpfender Verkehrs ablauf für den MIV. Insgesamt lässt sich sagen, dass der MIV hier verträglicher mit den sonstigen Nutzungen Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 44 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft abgewickelt wird. Durch die reduzierte Anbindung von Adenauerallee und Aegidiistraße ergeben sich aber Mehrbelastungen z.B. für die Scharnhorststraß e und die Gerichtsstraße und entsprechende Umwege für die Verkehrsteilnehmer . Die Belastungen durch den motorisierten fließenden Verkehr werden in der Variante 1 verlagert in Richtung Scharnhoststraße oder Gerichtsstraße bzw. Wilhelmstraße. Aus diesem Grun d werden die Varianten 1, 7 und 8 als gleichrangig hinsichtlich der verträglichen Abwicklung des MIV angesehen. In der Anlage 1 sind alle signaltechnischen Berechnungen für die Varianten 1, 7 und 8 sowie für den Bestand zu finden. Darüber hinaus wurde für die Varianten 1, 7 und 8 jeweils eine Mikroskopische Verkehrsflusssimulation durchgeführt und ausgewertet. Die jeweiligen Ergebnisse liegen in etwa in einer gleichen Größenordnung. Nur über eine verkehrstechnische Berechnung mit ergänzender Mikrosimulation kann die Funktionsfähigkeit mit vielen kausalen Abhängigkeiten nachgewiesen werden. In der Anlage 2 wurde eine Auswertung der Wartezeiten der Fußgänger und Radfahrer vorgenommen. Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 45 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 46 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft 9. Fazit Der Bereich Aegidiitor in Münster ist einer der am höchsten belasteten Knotenpunkte in Münster. 35.000 Kfz/24h treffen hier auf 30 .000 Radfahrer/24h und geschätzte 20.000 Fußgänger/24h. Auch der Busverkehr spielt hier eine maßgebliche Rolle für die Erschließung der Innenstadt. Durch das in der Planung und Umsetzung befindliche Veloroutennetz und den damit verbundenen höheren Reisegeschwindigkeiten werden auch die Ortsteile und das Umland an die Innenstadt angebunden. Der Radverkehr wird hier tendenziell weiter zunehmen. Die Promenade ist heute eine historische Parkanlage mit raumprägenden Bäumen. Die umliegenden Flächen werden für Naherholung oder als Spielflächen genutzt. Der Aasee mit seinen umliegenden Freiflächen hat eine ähnliche Funktion. Die Weseler Straße war bis vor zwei Jahren als Bundesstraße klassifiziert und weist noch immer ein entsprechendes Verkehrsaufkommen auf. Die Weseler Straße hat daher eine trennende Wirkung für die Promenade aber auch zum Aasee und den umliegenden Freiflächen. Der eigentliche Verlauf der Promenade entlang des Kanonengrabens erklärt sich durch die historische Lage des Aegidiitors welche in den heutigen Aaseewiesen westlich der Weseler Straße verortet ist. Diese Führung führt zu Irritationen bei nicht ortskundige n Radfahrern, die dann in einer Sackgasse landen. Die Verwaltung der Stadt Münster hatte einen Vorschlag für ein Brückenbauwerk über die Weseler Straße namentlich Flyover in die Gremien eingebracht. In der Abstimmung mit der Politik gab es den Wunsch, ebe nerdige Alternativen /Ergänzungen im Rahmen einer Variantenuntersuchung aufzuzeigen. Es wurden folgende Ziele für die Planung der Umgestaltung des Bereichs festgehalten: - Vision Zero, keine Getöteten und Verletzten im Straßenverkehr - Stärkung der Innenstadt - Förderung des Fußverkehrs und der Barrierefreiheit - Stärkung des Radverkehrs - Verträgliche Abwicklung des vorhandenen motorisierten Individualverkehrs - Ausbaureserven für den ÖPNV - Stärkung der Aufenthalts- und Begegnungsfunktion von Promenade und Aasee - Denkmalschutz Durch die Stadt Münster wurden umfangreich Verkehrsdaten zur Verfügung gestellt. Neben dem Verkehrsmodell der Stadt Münster waren das Knotenstrombelastungspläne sowie eine umfangreiche Radverkehrsmatrix aus dem Jahre 2019. Eine aktuelle Unfalldatenauswertung, die uns die Stadt Münster zur Verfügung gestellt hat, zeigt auf, dass insbesondere die Promenadenquerung im Bereich der Aegidiistraße problematisch ist. Hier sind zahlreiche Unfälle unter anderem zwischen Fußgängern und Radfahrern zu verzeichnen. Im Bereich der historischen Parkanlagen wurden zahlreiche Vorschläge für alternative oder auszubauende Wegebeziehungen untersucht. Eine Umsetzbarkeit war hier nicht gegeben, da Konflikte mit spielenden Kindern, dem Baumschutz oder der Barrieref reiheit festgestellt wurden. Es wurde außerdem untersucht, ob 2 Fahrspuren in Tieflage den Durchgangsverkehr der Weseler Straße Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 47 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft aufnehmen können. Das verblieben de und sichtbare Verkehrsaufkommen wäre aber immer noch so hoch, dass weiterhin Lichtsignalanlag en für die Fußgängerquerungen notwendig wären, so dass Aufwand und Nutzen in keinem guten Verhältnis stünden. Für die weitere Planung wurden insgesamt 8 Varianten erstellt. In der Variante 1 wurde die Weseler Straße auf 4 Fahrspuren reduziert. Die Querungen der Fußgänger und Radfahrer werden durch Fußgängerschutzanlagen geregelt. Durch den gewonnenen Raum wird eine 5 m breite Radwegetrasse für den Zweirichtungsverkehr auf der östlichen Seite der Weseler Straße von der Aegidiistraße bis zur Bismarckallee g eschaffen. Mit der bestehenden Radverkehrsmatrix würden auf dieser Achse dann ca. 8.000 Radfahrer/24h fahren. Die Aegidiistraße und die Adenauerallee wären nur noch über rechts -rein-rechts-raus angebunden. Der Busverkehr müsste umgelegt werden, was einen e rheblichen Abstimmungsaufwand mit Politik und Bürgern mit sich bringen würde. Im Prinzip wäre das eine Fragestellung, die an den Masterplan Verkehr 2035 zurückgespielt werden müsste, da die Frage beantwortet werden muss, wie die Altstadt zukünftig für den ÖPNV erschlossen werden soll. Für das Aegidiiparkhaus mit hohen Anteil an Besucherverkehren der Altstadt ergibt sich eine ungünstigere Erschließungssituation. Die Verkehrsteilnehmer müssen Umwege in Kauf nehmen. Die Beschilderung müsste wegen unterschiedlicher Routen bei Hin - und Rückfahrt angepasst werden. In den Varianten 2 -6 wurde der Versuch unternommen, die grundsätzliche Entwurfsidee des Zweirichtungsradweges zu übernehmen und die Nachteile der Variante 1 zu vermeiden. Über die ergänzenden Mikrosimulationen dieser Varianten oder durch sachlogische Überlegungen ergaben sich jeweils Sachzwänge, die dazu führten, dass die Varianten nicht weiterverfolgt werden konnten. In der Variante 7 wurde der Bestand optimiert. Die Promenadenquerungen wurden begradigt und in ihrem historischen Erscheinungsbild nachempfunden. Die Promenadenquerung mit der Aegidiistraße wurde signalisiert, deutlich verbreitert und die Fußgä nger wurden im Signalisierungskonzept berücksichtigt, so dass hier das Unfallgeschehen zukünftig vermieden werden sollte. An allen Querungsstellen wurden Aufstellbereiche und Radfahrertaschen für indirektes Linksabbiegen geschaffen. Die Radwege werden mit 2,5 m Breite zzgl. eines Sicherheitstrennstreifens deutlich komfortabler gestaltet. Insgesamt kann der Knotenpunkt Weseler Straße/ Aegidiistraße so optimiert werden, dass sich die Qualitätsstufe von E (mangelhaft) auf D (ausreichend) verbessert. In der Variante 8 wurde zusätzlich zur Variante 7 der Flyover berücksichtigt. Dieser stärkt die Achse Promenade Ost - Bismarckallee und entlastet die Einmündung der Aegidiistraße in die Weseler Straße. Hiervon profitiert auch der Busverkehr, der weniger Radfahrer zu beachten hat. Den größten verkehrlichen Nutzen für den Fuß - und Radverkehr hat die V ariante 1. Hier fallen nur sehr geringe Wartezeiten für den Fuß - und Radverkehr an. Eine Umsetzung ist jedoch zurzeit nicht möglich werden, da sich für den ÖPNV und auch für die Erschließung des Aegidiiparkhauses Restriktionen ergeben, die an den Masterplan Verkehr 2035 zurückgespielt werden müssen. Die Probleme durch den motorisierten fließenden Verkehr werden wegen der fehlenden Abbiegebeziehungen in andere Straßenzüge verdrängt und schaffen hier neue Probleme. Von den ebenerdigen Varianten wird die Variante 7 zur Umsetzung empfohlen, die um die Radverkehrsbrücke Flyover ergänzt werden kann (Variante 8). Sie sind geeignet, das Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 48 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft Radverkehrsaufkommen in seiner Quantität un ter Berücksichtigung der Verkehrssicherheit aufzunehmen. Münster, 11.03.2022 Variantenuntersuchung Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster 49 PN07210001 ▪ 11.03.2022 nts Ingenieurgesellschaft 10. Literaturverzeichnis [1] Datenlizenz Deutschland, „tim-online.nrw - Version 2.0,“ 2020. [Online]. Available: www.govdata.de/dl-de/by-2-0. [Zugriff am 25 02 2020]. [2] DTV-Verkehrsconsult GmbH, Verkehrserhebung Aegidiitor, 2019. [3] Stadt Münster, Verkehrsdaten Universitätsstraße / Am Stadtgraben, Weseler Straße / Adenauerallee, Weseler Straße / Bismarckallee, Weseler Straße / Moltkestraße, 2017 - 2019. [4] Landesbetrieb für Informationen und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), „Landesdatenbank NRW,“ 2020. [Online]. Available: https://www.landesdatenbank.nrw.de/ldbnrw/online/. [Zugriff am 25 02 2020]. [5] Stadt Münster, Radverkehrskonzept Münster 2025, 2016. [6] Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Verkehrsverflechtungsprognose 2030, 2014. [7] Stadtwerke Münster GmbH, Liniennetzplan Bereich Aegidii, 2021. [8] Stadt Münster, Unfalldaten Aegidiistraße / Promenade 2018 - 2020, 2020. [9] Stadt Münster, Amt für Mobilität und Tiefbau, V/0261/2021 Öffentliche Beschlussvorlage, Radverkehrsinfrastrukturmaßnahme "Flyover Aegidiitor", Münster, 2021.
Beschlussvorlage
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V/0062/2022 V/0062/2022 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Variantenuntersuchung zur Verbesserung der Radverkehrsführung am Aegidiitor Beratungsfolge 22.03.2022 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 30.03.2022 Ausschuss für Verkehr und Mobilität Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Die Verwaltung wird beauftragt, auf der Grundlage der Variantenuntersuchung „Weseler Straße / Aegidiistraße / Adenauer Allee / Bismarckallee in Münster“ eine Bürger*innenbeteiligung durchzuführen. II. Finanzielle Auswirkungen: Es entstehen keine finanziellen Auswirkungen. Begründung: 1. Voraussetzungen Im Juli 2021 wurde das ortsansässige Planungsbüro nts Ingenieurgesellschaft mbH mit einer Untersuchung verschiedener Varianten für den Bereich des Aegidiitors beauftragt. Es sollten Varianten erarbeitet werden, die den Radverkehrskomfort auf den Wegebeziehungen Promenade/Bismarckallee und entlang des Promenadenringes steigern. Mit der Vorlage V/0261/2021/1 Radverkehrsinfrastrukturmaßnahme „Flyover Aegidiitor“ wurde mit dem Beschlusspunkt 4 die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für den Knotenpunkt Aegidiitor beschlossen. Die Variantenuntersuchung und die im Rahmen der Planungsdiskussion eingegangen Vorschläge bildeten die Grundlage für den weiteren Planungsprozess für den gesamten Bereich des Aegidiitores. Amt für Mobilität und Tiefbau Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Rüller T elefon:492-6920 Rueller@stadt-muenster.de - 2 - V/0062/2022 2. Beschreibung der Varianten Unter Berücksichtigung der Kriterien: - Denkmalschutz - Grünflächenerhaltung - Verkehrssicherheit - Stärkung der Innenstadt - Stärkung des Fußverkehrs und Barrierefreiheit - Stärkung des Radverkehrs - Ausbaureserven für den ÖPNV - Stärkung der Aufenthalts- und Begegnungsfunktion - prognostizierte steigende Verkehrszahlen hat das Planungsbüro mehrere Varianten betrachtet, die im Folgenden kurz erläutert werden. Variante 1: Rückbau der Weseler Straße auf 4 Fahrspuren In der Variante 1 werden die äußeren Fahrspuren der Weseler Straße zurückgebaut sodass das Linksabbiegen aus allen Fahrtrichtungen unterbunden ist. Es verbleiben nur noch zwei Fahrspuren je Richtung. Auch die Geradeausverbindung Adenauerallee/Aegidiistraße wird unterbunden. Der Radverkehr wird über einen Zweirichtungsradweg auf der Ostseite der Weseler Straße abgewickelt. Durch diese Führung sind in der Beziehung Promenade/Bismarckallee weniger Abbiegungen und die Wartezeiten werden somit verringert. Dafür entsteht ein neuer Konfliktpunkt im Bereich Aegidiistraße/Promenade. Dort treffen zwei Zweirichtungsradwege aufeinander und dies kann zu einem erhöhten Unfallrisiko führen. Diese Variante bedingt eine Verlagerung des ÖPNV aus der Aegidiistraße. Die Anbindung des ÖPNV über die Aegidiistraße an die Innenstadt ist aber zwingend erforderlich und unverzichtbar. Variante 2: Rückbau der Weseler Straße auf 5 Fahrspuren Die Variante 2 ähnelt der ersten Variante mit dem Unterschied, dass alle Abbiegebeziehungen beibehalten bleiben. Die Fußgänger- und Radfahrerfurten sind jeweils über eine eigene Lichtsignalanlage gesichert. Nach einer Simulation des Verkehrsablaufs stellte sich heraus, dass diese Variante nicht leistungsfähig umsetzbar ist. Es ist nicht möglich die Verkehrsmengen für alle Verkehrsarten sicher abzuwickeln. Aus diesem Grund wird die Variante 2 nicht weiterverfolgt. Variante 3: Rückbau der Weseler Straße auf 6 Fahrspuren Als Basis für die Variante 3 dient die zweite Variante mit einer angepassten Lichtsignalanlage. Hier ist die Aegidiistraße am derzeitigen Bestand orientiert und sieht eine Fahrradschleuse im Knotenpunktbereich vor. Im Vergleich zu den vorherigen Varianten ist der Knotenpunkt wie im Bestand mit einer Vollsignalisierung versehen. Anhand der Simulation des Verkehrsablaufes ist festzustellen, dass auch hier ein sicherer und leistungsfähiger Ablauf nicht möglich ist. Aus diesem Grund wird die Variante 3 nicht weiterverfolgt. Variante 4-6: Rückbau der Weseler Straße auf sechs Fahrspuren und (4) Adenauerallee wie im Bestand | (5) Optimierung der Promenade | (6) Signalanlage Bismarckallee Diese Varianten basieren auf der Variante 3 und zeigen in den Knotenpunkten den jeweiligen Unterschied. Bei der Variante 4 wird für die Adenauerallee der Bestand angenommen. Eine Optimierung an der Querung Promenade/Aegidiistraße ist durch einen zusätzlichen Fußgängerüberweg in der Variante 5 vorgesehen. Der Knotenpunkt Weseler Straße/Bismarckallee ist in der Variante 6 um zwei zusätzliche Radfahrerfurten ergänzt. Variante 7: Bestandsoptimierung und Neugestaltung Promenade Die Variante 7 ist bestandsorientierter und hat im Vergleich zu den vorherigen Varianten keinen Zweirichtungsradweg. Die Promenade wird im Bereich des Aegidiitors verbreitert und erhält eine zusätzliche Lichtsignalanlage an der Querung über die Aegidiistraße. Dies begünstigt eine sichere Aufteilung der Wegebeziehungen und vermindert das Konfliktrisiko zwischen Radfahrenden und kreuzenden Zufußgehenden oder Radfahrenden. Die vorhandenen Nebenanlagen werden verbreitert und erhöhen somit den Rad- und Fußverkehrskomfort. Eine optimierte Lichtsignalschaltung sorgt für - 2 - V/0062/2022 minimale Wartezeiten. Variante 8: Bestandsoptimierung, Neugestaltung der Promenade und Flyover In der Variante 8 wird die Variante 7 um die Radverkehrsbrücke Flyover ergänzt. Diese stärkt die Verbindung Bismarckallee/Promenade als Bestandteil der Veloroute 6 Münster-Senden, da sich dort keine Wartezeiten ergeben. Der Promenadenverlauf wird, wie bereits in Variante 7 beschrieben, verkehrssicherer ausgebaut. Die Verkehrssicherheit wird durch den Bau des Flyovers noch gestärkt (Entlastung des Knotenpunktes Promenade / Aegidiistraße) Fazit der Variantenuntersuchung Das Planungsbüro nts hat insgesamt 8 Varianten für das Aegidiitor erarbeitet, gegenübergestellt und bewertet. In allen Varianten sind eine Promenadenbegradigung sowie eine verbesserte Querungshilfe der Aegidiistraße vorgesehen. Die Varianten 1 bis 6 haben einen Zweirichtungsradweg und unterscheiden sich maßgeblich in der Knotenpunktgestaltung. Bei diesen Varianten zeichnet sich nach mikro- oder makroskopischer Betrachtung ab, dass diese nicht umsetzbar sind. Das Planungsbüro nts schlägt vor, von den ebenerdigen Varianten die Variante 7 umzusetzen. Durch auskömmliche Breiten und verringerte Wartezeiten, stellt diese Variante eine Verbesserung der Wegebeziehungen Promenade/Bismarckallee und Promenade/Promenade dar. Die Variante eröffnet zudem die Möglichkeit, den Flyover (Variante 8) im weiteren Verlauf der Planung noch zu ergänzen. Alle Varianten sehen grundsätzlich die Möglichkeit vor, dass die Aegidiistraße als Fahrradstraße ausgebildet und an die vorgesehenen Verkehrsführungen angebunden werden kann. Der aktuelle Stand der Fahrradnetzplanung weist für die Aegidiistraße eine hohe Bedeutung für den Radverkehr aus. Im Zuge des weiteren Prozesses zur Erarbeitung des Fahrradnetzes 2.0 erfolgt eine Konkretisierung der für die Einstufung empfohlenen Führungsformen des Radverkehrs. Insofern wird der Beschlusspunkt 2 der Vorlage V/0261/2021/1 berücksichtigt. Beteiligung Der gesamte Bereich des Aegidiitores ist aufgrund der vielfältigen Nutzungs-, Denkmal- und Grünanforderungen ein städtebaulich prägender, wichtiger und sensibler Raum im Stadtgebiet Münster. Gleichzeitig handelt es sich um einen wichtigen Verkehrsraum, in dem viele Verknüpfungen unterschiedlicher Verkehrsarten und –beziehungen zusammentreffen. Somit bestehen neben den im Rahmen des Gutachtens betrachteten komfortsteigernden Aspekten für den Radverkehr, sehr hohe Anforderungen an eine verständliche, verkehrssichere und leistungsfähige, aber auch städtebaulich geeignete Gestaltung. Für die Ausgestaltung und Überplanung dieses Verkehrsraumes ist die Einbeziehung der unterschiedlichen Interessenslagen und Erfahrungswerte der Nutzenden von hoher Bedeutung. Die Verwaltung schlägt daher vor, die Ergebnisse der Variantenuntersuchung (alle Varianten) mit Bürger*innen in analogen und digitalen Beteiligungsformaten zu erörtern und den politischen Gremien das Ergebnis zur Beratung vorzulegen. 3. Beiträge Dritter/Zuschüsse Es wird angestrebt, für die anfallenden Umbaukosten Fördermittel zu beantragen. Die Verwaltung steht hierzu in Kontakt mit den relevanten Stellen von Land und Bund. Zum jetzigen Zeitpunkt wurde auf eine Kostenschätzung verzichtet. Die Verwaltung geht davon aus, dass der Umbau entsprechend der „Variante 7“ voraussichtlich nach FöRi-kom-Stra förderfähig ist. Es wird eine Förderung von 70% der zuwendungsfähigen Kosten erwartet. Inwieweit noch eine höhere Förderung aus dem Fördertopf „Innovative Radwegeprojekte“ (wie für den Flyover vorgesehen) möglich ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend zu klären. - 2 - V/0062/2022 i.V. gez. Denstorff Stadtbaurat Anlage: Anlage 1: Prüfergebnis Variantenuntersuchung Anlage 2: Lagepläne zum Prüfergebnis
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: mehrheitlich abgelehnt
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (21)
- Weseler Straße
- Aegidiistraße 2021
- Bismarckallee 2
- Hansestraße 63
- Wallgasse
- Himmelreichallee
- Scharnhorststraße
- Universitätsstraße
- Adenauerallee
- Gerichtsstraße
- Lindenallee
- Wilhelmstraße
- Moltkestraße
- Albersloher Weg 33
- Kolde-Ring
- Am Stadtgraben 2
- Am Kanonengraben
- Marks-Haindorf-Stiege
- Annette-Allee
- Schlossplatz
- Promenade 2018
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- V/0062/2022
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 02.03.2022
- Erstellt
- 24.01.2022 07:27