0941/2020
Schenkung von 6 Papierarbeiten des Künstlers Wade Guyton für das Museum Ludwig
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Beschlussvorlage Rat
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle VII/4511 Vorlagen-Nummer 0941/2020 Freigabedatum 04.06.2020 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Schenkung von 6 Papierarbeiten des Künstlers Wade Guyton für das Museum Ludwig Beschlussorgan Rat Gremium Datum Beschluss: Der Rat nimmt die Schenkung von 6 Papierarbeiten des Künstlers Wade Guyton mit einem Gesamtwert von insgesamt 60.000 € an das Museum Ludwig an. Ausschuss Kunst und Kultur 09.06.2020 Rat 18.06.2020 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung Wade Guyton *1972 in Hammond (IN, USA), lebt in New York Der 1972 geborene amerikanische Künstler Wade Guyton hat über zwei Jahrzehnte ein multimedia- les Werk geschaffen, das jüngst in der Überblicksausstellung ZWEI DEKADEN MCMXCIX–MMXIX (16. November 2019 bis 1. März 2020) im Museum Ludwig umfangreich präsentiert wurde. Bekannt geworden ist er in den 2000er Jahren vor allem für seine mit einem herkömmlichen Tintenstrahldru- cker hergestellten großformatigen Leinwandbilder, also durch die Zusammenführung von digitaler Technologie und einem traditionellem Medium und seine dadurch vollzogene Weiterentwicklung der Gattung Malerei. Dabei schöpft Guyton konsequent aus dem sich stetig erweiternden Bildpool der Kunstgeschichte und Massenmedien. Referenzen zur Pop Art, Minimal Art, Konzeptkunst, Instituti- onskritik, zur abstrakten Malerei oder Architektur- und Designgeschichte finden in seinem Werk eben- so ihren Nachhall wie Zeitungs(web)seiten und iPhone-Werbung. Dabei überzeugt er mit seiner Über- führung kunsthistorischer Strategien von in der Sammlung vertretenden Vorläufern wie Laszlo Moholy-Nagy, Andy Warhol oder Marcel Duchamp in die Kunst des 21. Jahrhunderts. In der Retrospektive in Köln waren unter anderem 90 einzeln gerahmte Papierarbeiten zu sehen, die vom Künstler als Zeichnungen verstanden werden. Ähnlich wie bei seinen Gemälden nutzt Guyton auch für seine Zeichnungen in der Produktion Tintenstrahldrucker, hier jedoch um seine Motive auf Seiten zu übertragen, die er aus historischen Kunstkatalogen oder Designbüchern gerissen hat. Eini- ge dieser Blätter sind mit dem Zeichnen-Programm von Microsoft Word entstanden, für andere hat der Künstler sich an Bildern aus dem Internet bedient und Screenshots von Websites ausgedruckt. Im Vergleich zu seinen Gemälden zeigen sich einige Parallelen, Vorwegnahmen und Rückgriffe am Bei- spiel von zentralen Motiven wie den Buchstaben X und U, Flammen oder den Websites der New York Times. Die 6 vom Künstler zur Schenkung angebotenen Arbeiten bieten gemeinsam mit 25 dieser Arbeiten, die das Museum ankaufen wird, einen sehr präzisen Querschnitt dieses grafischen Werks und folgt dem Kriterium, dass sich alle oben genannten Schlüsselstrategien, Motive, und Themen seines Werks darin wiederfinden. Viele Arbeiten weisen überdies direkte Verbindungslinien zur Sammlung des Museum Ludwig und zur Stadt Köln auf. Einige der bedruckten Buchseiten zeigen zum Beispiel Werke von Vertretern der Russischen Avantgarde, wie etwa von Antoine Pevsner oder Naum Gabo, sowie von Marcel Broodthaers oder Daniel Buren, eine weitere verweist auf die Geschichte der Art Cologne. Außerdem ist im Konvolut sowohl eine frühe Filzstift-Zeichnung enthalten, die den Beginn der Zeichnungen markiert, als auch ein Tintenstrahldruck auf der Hälfte einer Zeitungsseite der New York Times, von der sich die zweite im Besitz des Künstlers befindet. Der Ankauf bzw. die Schenkung der Zeichnungen knüpft außerdem an Guytons Ausstellungsgeschichte im Museum Ludwig an: Als Teil seiner Präsentation in Köln 2010 zeigte Guyton Zeichnungen wie diese zum ersten Mal in Vitri- nen, anlässlich dessen auch sein erstes Künstlerbuch der Zeichnungen herausgegeben wurde. Das Museum wird 25 Papierarbeiten desselben Künstlers im Wert von insgesamt 250.000 Euro an- 3 kaufen. Mit der Schenkung und diesem Ankauf bzw. dieser Auswahl wird das Museum Ludwig ein bedeutendes und repräsentatives Konvolut der Papierarbeiten des Künstlers besitzen, das sowohl eine logische Erweiterung der Sammlung als auch der Repräsentation seines Oeuvres darin – bisher ausschließlich durch Gemälde – darstellt. Schenkung der 5 Papierarbeiten Die 6 geschenkten Papierarbeiten haben ausweislich eines externen Gutachtens einen Gesamtwert von 60.000 Euro. Mit der Annahme der Werke ist keine Fertigung einer Spendenbescheinigung verbunden. Ankauf der 25 Zeichnungen Der Ankaufspreis der Kunstwerke beträgt ausweislich eines externen Gutachtens insgesamt 250.000 Euro (einschließlich 7% Einfuhrumsatzsteuer). Gemäß der Zuständigkeitsordnung der Stadt Köln ist ein Ankaufsbeschluss des Ausschusses Kunst und Kultur erst ab einer Ankaufssumme von 300.000 Euro erforderlich. Der Ankauf wird nachrichtlich erwähnt, um die bestehende Verbindung der Werke aufzuzeigen. Der Ankauf wird aus dem Ankaufsetat des Museum Ludwig bestritten. Die Peter und Irene Ludwig Stiftung bezuschusst den Erwerb von Kunstwerken des Museum Ludwig bis einschließlich 2020 in Höhe von jährlich 500.000 €. Im Gegenzug hat sich die Stadt Köln vertraglich dazu verpflichtet, städ- tische Eigenmittel in gleicher Höhe zur Verfügung zu stellen, so dass das Museum über einen jährli- chen Ankaufsetat von 1 Mio. Euro verfügen kann. Begründung der Dringlichkeit: Die Werke befinden sich bereits seit der Eröffnung der Sonderausstellung Wade Guyton im Novem- ber 2019 als Leihgabe im Museum. Der Künstler hat sich die Annahme der Schenkung bis Ende Juni erbeten.
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0941/2020
- Typ
- Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
- Datum
- 04.06.2020
- Erstellt
- 23.03.2020 16:12