3901/2018
Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren am 06.12.2018
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Bericht des Jobcenter Köln Anlage 1 KFL Jahresbericht 2017
102777 Zeichen
Die kommunalen
Eingliederungsleistungen
Jahresbericht 2017
2
Inhalt
1 Vorwort 3
2 Blitzlicht 5
3 Zahlen, Daten, Fakten 7
4 Angebote 10
4.1 Angebote der Kinderbetreuung nach § 16a Nr. 1 SGB II ............................................... 10
4.2 Angebote der Schuldnerberatung nach § 16a Nr. 2 SGB II ........................................... 12
4.3 Angebote der psychosozialen Betreuung nach §16a Nr. 3 SGB II ................................ 16
4.3.1 Allgemeine psychosoziale Betreuung ................................................................ 17
4.3.2 Frauenspezifische Angebote und Angebote für Erziehende .............................. 21
4.3.3 Angebote im Rahmen des Gewaltschutzes ....................................................... 23
4.3.4 Psychosoziale Betreuung als flankierende Hilfe in Arbeitsgelegenheiten ......... 24
4.4 Angebote der Suchtberatung nach § 16a Nr. 4 SGB II .................................................. 26
5 Fallbeispiele aus dem Bereich der kommunalen Eingliederungsleistungen
gemäß § 16a SGB II 28
Übersicht der Angebote nach § 16a SGB II in Köln 35
3
1 Vorwort
Der Mensch steht im Mittelpunkt.
Dieser fest verankerte Leitsatz des Jobcenter Köln erstreckt sich auch auf die kommunalen
Eingliederungsleistungen.
Viele Menschen im Leistungsbezug nach SGB II 1 sahen sich in 2017 - wie bereits in den
vergangenen Jahren - großen Herausforderungen gegenübergestellt. Insbesondere durch die
Digitalisierung der Gesellschaft, weitere technologische Fortschritte, rasante Veränderungen
in der Bildungs - und Arbeitswelt . A ber auch durch Veränderungen und Ambivalenzen im
Rahmen des sozialen Wandels.
Die Mentalität und Haltung vieler Kundinnen und Kunden war zu Beginn ihrer Teilnahme an
Angeboten gemäß §16a SGB II von Hilflosigkeit, Frustration, mitunter sogar von Resignation
geprägt. Oft waren diese Menschen an einem Punkt in ihrem Leben angelangt, an dem sie
sich überfordert fühlten. Einem Punkt, an dem sie keine Lösungsansätze für ihre oft vielfältigen
Probleme fanden und keine Perspektiven für ihre Lebenswelt oder gar ihre berufliche
Entwicklung erkannten.
Menschen dort abzuholen, wo sie stehen, sie in den Mittelpunkt des Beratungsprozesses zu
stellen, ist für die erfolgreiche berufliche und soziale Integration notwendig und wichtig. Hier
setzen die kommunalen Eingliederungsleistungen an. Charakteristisch für diese Leistungen
ist, dass sie eine ganzheitliche und umfassende Betreuung bei der Eingliederung in Arbeit
ermöglichen.
Mithin eröffnen, flankieren und unterstützen diese Angebote passgenau den individuellen Weg
der Kundinnen und Kunden des Jobcenter. In Köln kann dabei auf ein umfassendes und
bewährtes Portfolio sozialintegrativer Angebote zurückgegriffen werden.
Ein Portfolio, worin die intensive Zusammenarbeit von Jobcenter und Kommune für die
hilfesuchenden Menschen in Köln zum Ausdruck kommt. Die Stadt stellt dem Jobcenter ein
Budget für kommunal flankierende Leistungen zur Verfügung. Im anschließenden Planungs-
und Umsetzungsprozess erfolgt eine fortlaufende und enge Abstimmung.
Auch dies gewährleistet die effektive Verzahnung von Arbeitsmarkt – und Sozialpolitik in Köln.
Die Stadt und das Jobcenter sind von der Wirkung und dem Nutzen dieser Leistungen für die
Kölner Bürgerinnen und Bürger überzeugt.
2017 waren in Köln rund 118.000 Menschen auf die Hilfen nach dem SGB II angewiesen -
nahezu 13 % der Kölner Bürgerinnen und Bürger. Rund 11.600 Menschen nahmen im
Berichtsjahr kommunale E ingliederungsleistungen in Anspruch, d.h. jede(r) 10.
Leistungsempfänger*in konnte partizipieren.
Das im städtischen Haushaltsplan 2016/17 eingestellte Finanzbudget für diese Leistungen ermöglichte
nicht nur die Fortführung der Vielfalt an Angeboten und i nsofern die spezifische Unterstützung der
Kundinnen und Kunden. Auch die bedarfsgerechte Ausweitung frauenspezifischer Angebote war in 2017
erstmals möglich.
1 Sozialgesetzbuch Zweites Buch
4
Gleichwohl sind die Bedarfe weiterhin hoch. Und auch wenn diese Angebote oftmals keine un-
mittelbaren Integrationserfolge erwirken, erzielen sie Wirkungen, die für den Beratungs - und
Integrationsprozess wesentlich sind: Die Teilnehmenden entdecken neue Perspektiven, gewin-
nen an Zuversicht und Motivation und erarbeiten individuelle Lösungsansätze.
So komplex die Problemlagen und Voraussetzungen sind, mit denen die Teilnehmenden die
flankierenden Hilfen in Anspruch nehmen, so verschieden sind die Wirkungen, die erzielt wer-
den.
Insofern stellt d ieser Jahresbericht nicht allein die statistischen Daten , Ergebnisse und
Entwicklungen im Rahmen der im Jahre 201 7 erbrachten Angebote kommunaler
Eingliederungsleistungen gemäß § 16a Nr. 1 - 4 SGB II dar.
Vielmehr illustriert e ine Auswahl an Fallbeispielen aus diesen Angeboten die Bandbreite an
Bedingungen und Wirkungen im Rahmen der kommunalen Eingliederungsleistungen.
Eine Übersicht des gesamten Portfolio der Angebote gemäß §16a SGB II in Köln ist dem
Anhang zu entnehmen.
Ich wünsche Ihnen eine anregende Lektüre.
Olaf Wagner
Geschäftsführer
des Jobcenter Köln
5
2 Blitzlicht
Finanzbudget
Der Haushaltsplan der Stadt Köln für 2016/2017 sah in Bezug auf die kommunalen Eingliede-
rungsleistungen folgende Haushaltsansätze für das Jahr 2017 vor:
§ 16a Nr. 1 SGB II (Kinderbetreuung): 172.550 €
§ 16a Nr. 2 SGB II (Schuldnerberatung): 2.100.000 €
§ 16a Nr. 3 SGB II (Psychosoziale Betreuung): 2.673.815 €
§ 16a Nr. 4 SGB II (Suchtberatung): 344.889 €
Gesamtsumme: 5.291.254 €
Anzahl der Teilnehmenden
Mit den flankierenden Leistungen nach § 16a SGB II wurden insgesamt 11.620 Menschen
erreicht.
Die Anzahl der Teilnehmenden je Bereich gliedert sich auf die einzelnen Bereiche wie folgt
auf:
§ 16a Nr. 1 SGB II (Kinderbetreuung): 80 Teilnehmende
§ 16a Nr. 2 SGB II (Schuldnerberatung): 4.882 Teilnehmende
§ 16a Nr. 3 SGB II (Psychosoziale Betreuung): 6.198 Teilnehmende
§ 16a Nr. 4 SGB II (Suchtberatung): 460 Teilnehmende
Gesamtsumme: 11.620 Teilnehmende
Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr
Statistische Daten
Im Vergleich zum Vorjahr weisen einzig die statistischen Daten in Bezug auf die Dauer der
Beratungsprozesse erheblichere Veränderungen auf:
Dauer der Beratung 2016 2017
6 bis 12 Monate 14,97 % 15,21 %
Mehr als 12 Monate 8,10 % 10,26 %
Der Anstieg der Beratungsdauer korrespondiert mit den zunehmend komplexeren Problemla-
gen und Vermittlungshemmnissen. Es beansprucht Zeit, diese zu eruieren, zu priorisieren und
adäquate Lösungsansätze zu entwickeln. Hinzu kommt, dass 40% der Teilnehmenden bereits
6
über zwei Jahre arbeitslos waren und d ie dauerhafte Exklusion vom Arbeitsmarkt häufig mit
einer Verschärfung bzw. Verste tigung der ohnehin bestehenden Problem - und Lebenslagen
einhergeht.
In diesen oftmals von Mutlosigke it, Frustration und Skepsis geprägten Situationen muss für
den weiteren Beratungs- und Unterstützungsprozess zunächst eine Vertrauensbasis geschaf-
fen werden. Je komplexer die Problemlagen sind, je länger diese bereits andauern, desto
mehr Zeit benötigt speziell die (An-)Bindung der Kundinnen und Kunden.
Portfolio der Angebote
Da der Anteil der Teilnehmenden ohne Berufsausbildung bzw. ohne Schulabschluss in den
letzten Jahren konstant hoch war und das Thema „Grundbildung“ auch in Köln zunehmend an
Bedeutung gewann, wurde zum 01.07.2017 ein neues Projekt implementiert:
Ein im Sozialraum Meschenich verortetes Projekt für sozial benachteiligte Jugendliche und
junge Erwachsene bis maximal 30 Jahre. Es soll den Erwerb bzw. die Entwicklung u nd Ver-
tiefung im Kontext der sogenannten „Grundbildung“ ermöglichen: Hierzu zählen neben
Lese-, Schreib- und Rechenfertigkeiten auch Kompetenzen in den Grunddimensionen kultu-
reller und gesellschaftlicher Teilhabe wie beispielsweise Grundfähigkeiten im IT -Bereich, in
der Gesundheitsbildung, in der finanziellen Grundbildung sowie soziale Grundkompetenzen.
Defizite in der „Grundbildung“ erschweren bzw verhindern die Integration zum Ausbildungs -
und Arbeitsmarkt, auch zur gesellschaftlichen Teilhabe, oft erheblich. Das Projekt soll vor Ort,
unmittelbar in der Lebenswelt der jungen Menschen, eine unbürokratische, niederschwellige
und effektive Hilfe- und Betreuungsstruktur bieten. Zudem beinhaltet es eine Clearing-funktion
und wenn erforderlich, die Überleitung in weiterführenden Beratungs- und Unterstützungsan-
gebote
Wirkungen der kommunalen Eingliederungsleistungen
Grundsätzlich werden im Rahmen der Angebote gemäß §16a SGB II vielfältige Veränderun-
gen erreicht. Um perspektivisch die Eingliederung in das Erwerbsleben zu ermöglichen, steht
jedoch zumeist die Stabilisierung der Kundinnen und Kunden in ihren unterschiedlichen Prob-
lem- und Belastungslagen im Fokus.
Gleichwohl konnten mit den kommunalen Eingliederungsleistungen auch integrative Erfolge
erzielt werden:
Im Bereich der psychosozialen Betreuung und im Bereich der Suchtberatung konnten jeweils
9% der Teilnehmenden eine Ausbildung, Qualifizierung oder Arbeit aufnehmen.
Mit Hilfe der Angebote im Bereich der Kinderbetreuung wurden 12% der Teilnehmenden bei
der Aufnahme bzw. der Ausübung einer Ausbildung, Qualifizierung oder Arbeit unterstützt.
Die Schuldnerberatung gemäß § 16a Nr. 2 SGB II dient dem Abbau und der Vermeidung einer
Überschuldung. Sie zielt dabei vor allem auf die Vermeidung bzw. die Überwindung laufender
Hilfebedürftigkeit ab. Gerade auch im Hinblick auf den Eingliederungsprozess erwerbsloser
Personen ist die Schuldnerberatung eine unverzichtbare Hilfe zur Stab ilisierung und Verbes-
serung der persönlichen Lebenssituation und zum Abbau von Vermittlungshemmnissen.
7
69% der Beratungsfälle im Rahmen der Budget- und Schuldnerberatung im Jobcenter Köln
konnten im Jahr 2017 mit der Überwindung des Vermittlungshemmnisses „Schulden“ abge-
schlossen werden.
Die Vermeidung des SGB II-Leistungsbezuges gelang in 24 % der Beratungsfälle. In 8 % der
Beratungsfälle konnte der SGB II -Leistungsbezug gemindert, in 8 % sogar überwunden wer-
den.
Punkt 4 dieses Jahresberichtes umfasst detailliertere Darstellungen der erzielten Wirkungen.
3 Zahlen, Daten, Fakten
Gemäß der vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik veröffentlichten
„Kölner Stadtteilinformation“ für das Jahr 201 7 ist die Kölner Bevölkerung in diesem Jahr auf
1.084.795 Einwohner*innen gestiegen.
Im Dezember 2017 erhielten gemäß der Bundesagentur für Arbeit 117.862 Kölner Bürgerin-
nen und Bürger Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch So-
zialgesetzbuch (SGB II).
Die Analyse der Kundenstruktur basiert auf der sogenannten „Integrationsprognose“: Sie ist
das Ergebnis der vermittlerischen Einschätzung zur Mark tnähe der Kundinnen und Kunden .
Hierbei wird wie folgt unterschieden:
Marktnah: Eine Integration ist innerhalb von 6 Monaten zu erwarten (Hierunter fallen
die früheren Markt-, Aktivierungs- und Förderprofile).
8
Nicht marktnah: Eine Integration wird voraussichtlich erst nach mehr als 6 Monaten
gelingen (Hierunter fallen die früheren Entwicklungs-, Stabilisierungs- und Unterstüt-
zungsprofile).
Die sonstigen Profillagen „Zuordnung nicht erforderlich“ und "Integriert, aber hil-
febedürftig“ (Hierunter fallen beispielweise Kundinnen und Kunden, die bereits be-
ruflich integriert, aber noch hilfebedürftig sind. Oder solche, bei denen aktuell kein
Handlungsbedarf besteht, weil beispielsweise eine Familienangehörige/ein Familien-
angehöriger gepflegt wird.)
Die Kundenstruktur der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Jobcenter Köln stellte sich
im Dezember 2017 wie folgt dar:
Der Anteil der Kundinnen und Kunden, bei welchen eine Integration frühstens nach 6 Monaten
erwartet wurde, lag somit - wie im Vorjahr - bei über 50%.
Eine Integrationsprognose „nicht marktnah“ impliziert Handlungsstrategien bzw. Strategiebün-
del, welche zumeist auf mehreren Handlungsbedarfen basieren.
Zwar können und werden kommunale Eingliederungsleistungen im Rahmen sämtlicher Klas-
sifikationen erbracht, gleichwohl indiziert die Prognose „nicht marktnah“ oftmals mehrere bzw.
komplexere vermittlungshemmende Kriterien. Dazu gehören insbesondere fehlende oder ge-
ringe schulische und berufliche Qualifikationen, sprachliche Defizite, gesundheitliche Ein-
schränkungen, ein höheres Lebensalter, aber auch die alleinige Erziehungsverantwortung .
Im Jahr 2017 nahmen 11.620 Kundinnen und Kunden kommunale Eingliederungsleistungen
in Anpruch (2016: 11.263 Teilnehmende).
Die nachfolgenden statistische Daten in Bezug auf die Teilnehmenden verdeutlichen
die strukturellen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen.
9
2016
2017
Alter
- unter 25
- 25 bis 44
- 45 bis 64
- ohne Angaben
12 %
52 %
32 %
4 %
10 %
52 %
37 %
1 %
Nationalität
- Deutschland
- Türkei
- Europa
- GUS
- Sonstige
- ohne Angaben
46 %
13 %
12 %
4 %
24 %
1 %
46 %
14 %
10 %
7 %
22 %
1 %
Migrationshintergrund 62 % 63 %
Haushaltssituation
- alleinstehend
- 2 Personen
- 3 Personen
- 4 Personen und mehr
- ohne Angaben
39 %
20 %
18 %
21 %
2 %
39 %
20 %
17 %
22 %
2 %
Alleinerziehend 22 % 20 %
Schulbildung
- Hauptschulabschluss
- Fachoberschulreife
- Fachhochschulreife
- ohne Schulbildung
- nicht alphabetisiert
- ohne Angaben
31 %
15 %
13 %
28 %
3 %
10%
29 %
14 %
13 %
30 %
4%
10%
Berufsausbildung
- ohne/nicht abgeschlossene
Berufsausbildung/Studium
- abgeschlossene Berufs-
ausbildung/Studium
- ohne Angaben
58 %
30 %
12 %
60 %
30 %
10 %
Dauer der Arbeitslosigkeit
- bis 1 Jahr
- > 1 Jahr
- > 2 Jahre
- ohne Angaben
33 %
11 %
40 %
16 %
31 %
13 %
41 %
15 %
10
Das Budget für Leistungen gemäß § 16a SGB II stellte sich in den Jahren 2010 bis 2017 wie
folgt dar:
4 Angebote
4.1 Angebote der Kinderbetreuung nach § 16a Nr. 1 SGB II
Das Angebot der Kinderbetreuung wird in den Projekten „M.I.m.i.K. – M.iteinander I.ntegration
m.eistern i.n K.öln“, „Xenia“ und „BiSKids, Betreuung im Stadtteil – Kids in Mülheim“ vorgehal-
ten.
Ziele dieser Angebote sind insbesondere die Sicherstellung der Betreuung in Notsituationen
bzw. während der Teilnahme am Projekt oder der Arbeitsgelegenheit, die Organisation einer
Regelbetreuung sowie Hilfestellung im Rahmen der Kinderbetreuung und –erziehung.
Exemplarisch werden die Ergebnisse des Angebots „BiSKids“ dargestellt.
11
BiSKids
Ziel des stadtteil- und sozialraumorientierten Projekts „BiSKids“ ist es, ein kurzfristiges und
flexibles Kinderbetreuungsangebot für Arbeitssuchende, in Arbeit vermittelte Personen sowie
für Teilnehmende an Qualifizierungsmaßnahmen zur Verfügung zu stellen.
Im Projekt selbst werden SGB II -Leistungsbezieher/-innen mit erzieherischem,
kinderpflegerischem oder pädagogischem Hintergrund im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit
gemäß § 16 d SGB II (AGH) entsprechend ihren Fähigkeiten im Kinderbetreuungsservice
eingesetzt.
Im Berichtsjahr bearbeitete „BiSKids“ rund 60 Anfragen von Kundinnen und Kunden des
Jobcenter Köln sowie von Eltern im Stadtteil . 49 Eltern bzw. Alleinerziehende wurden
nachhaltig bei der Arbeitsaufnahme, Qualifizierung sowie beim Erhalt ihrer Arbeit unterstützt.
Neben Hol- und Bringdiensten, Ferien -, Randzeiten - und Übermittagsbetreuungen gehörte
auch die Vermittlung in weiterführende Angebote der Kinderbetreuung oder der Familienhilfe
zu den Dienstleistungen von BiSKids.
Erheblich war auch der Bedarf der individuellen Kinderbetreuung für die Teilnehmenden der
AGH selbst: Insgesamt haben 26 Teilnehmende mit Kindern an der AGH teilgenommen.
17 davon haben zeitweise ihre Kinder bei BiSKids betreuen lassen, um selbst Zeit für
Praxiseinsätze zu haben und gleichzeitig ein eigenes Modell der Kinderbetreuung aufbauen
zu können.
Rund 73% der Familien, die unterstützt wurden, nahmen die Betreuung regelmäßig und mit
einer hohen Betreuungsdichte von mehr als 4 Tagen pro Woche in Anspruch. 51% nutzte n
das Angebot, weil sie Kinder zwischen zwei und vier Jahren hatten, aber keinen zeit - und
ortsnahen Platz in einer regulären Kindertageseinrichtung fanden. 37% nahmen an einer
Ausbildung bzw. Umschulungsmaßnahme teil.
12
49% gingen einer Arbeit nach. Viele konnten dieser Arbeit nur nachgehen, weil sie durch das
Angebot entlastet wurden. 14% hatten für die Inanspruchnahme andere Gründe,
beispielsweise die Entlastung in persönlichen Überforderungssituationen.
4.2 Angebote der Schuldnerberatung nach § 16a Nr. 2 SGB II
Laut SchuldnerAtlas Deutschland (creditreform) gab es im Berichtsjahr 6,9 Mio überschuldete
Personen (3,41 überschuldete Haushalte ) in Deutschland . Die Schuldnerquote, berechnet
nach Großstädten (mit über 400.000 Einwohnern/Einwohnerinnen), wies für Köln eine Quote
von 11,78 % aus. Das heißt fast jede(r) 9. Kölner*in war überschuldet.
In Köln betrug die Höhe des durchschnittlichen Verschuldungsbetrages im Kontext der
Schuldnerberatung gemäß §16a Nr. 2 SGB II rund 25.000 €. Bei rund einem Drittel der
Kundinnen und Kunden mussten Verabredungen mit bis zu 50 unterschiedlichen
Gläubigern/Gläubigerinnen getroffen werden.
Die Ursachen von Ver - und Überschuldung sind sehr vielfältig. Oftmals korrelieren die
Einflussfaktoren und implizieren eine Komplexität der Beratungsfälle. Die Begleitung der
Ratsuchenden bindet hierbei zunehmend zeitliche Ressourcen.
Zu den Hauptauslösern für die private Überschuldung zähl ten nach wie vor ökonomische
Faktoren wie Arbeitslosigkeit und gescheiterte Selbstständigkeit, auch wenn diese in den
vergangenen 10 Jahren an Bedeutung verloren haben. Demgegenüber haben z.B. Erkran -
kung, Sucht, Wunsch auf Konsumteilhabe sowie mangelnde Haushaltsführungskompetenzen
als Überschuldungsauslöser zugenommen.
Das Jobcenter Köln führte das System der Budget- und Schuldnerberatung auch in 2017 fort:
Die Integrationsfachkräfte weisen Ratsuchende im SGB II -Bezug bei Bedarf zunächst der
Budgetberatung zu. Diese umfasst eine begrenzte Zahl von Beratungseinheiten. Nach
Klärung der Problemlage und bei Vorliegen einer erfolgversprechenden Prognose erfolgt
gegebenenfalls eine Weitervermittlung in eine Schuldnerberatung.
Die Hauptthemen in der Budgetberatung waren die Sicherung und Regulierung von
Primärschulden (Miete und Strom) und Schulden aus nicht erfüllten Verträgen mit
Telekommunikationsanbietern oder dem Online -Handel. Aber auch der Ausgleich von
Strafzahlungen durch „Schwarzfahren“ und Probleme mit der kontoführenden Bank. Häufig
lag eine umfängliche, ungeklärte Schuldensituation vor, die einer weiterführenden Beratung
bedurfte.
Die Inanspruchnahme der Budgetberatung bedeutete für viele Kundinnen und Kunden
gleichsam den ersten Kontakt zu einer Schuldnerberatung. Häufig setzten die Betroffenen sich
hier erstmalig qualifiziert mit ihrer Überschuldungsproblematik auseinander. Der bisherige
Umgang war vorrangig geprägt durch Perspektiv - und Hilflosigkeit, aber auch beeinflusst
durch Fehlinformationen ü ber die Möglichkeiten des Schuldnerschutz es und der
Schuldenregulierung. Verdrängungsprozesse, die eine Auseinandersetzung mit der
persönlichen und finanziellen Situation verhinderten, prägten Verhaltensmuster in der
belastenden Lebenssituation
Insofern stellte auch die Präventionsarbeit in 2017 einen wesentlichen Inhalt der
Schuldnerberatung dar . Wichtige Zielgruppen waren hierbei junge Erwachsene, Menschen
mit Migrationshintergund und Menschen mit Fluchterfahrung.
13
So war beispielsweise für viele Menschen mit Fluchterfahrung der Kontakt zu Familien und
Freunden in die alte Heimat unentbehrlich. Der Besitz eines Smartphones hatte infolgedessen
große Bedeutung, barg aber, wie auch das World Wide Web als Kommunikationsmöglichkeit,
viele Kostenfallen.
„Abzocke“, fehlendes Wissen hinsichtlich Verbraucher- und Rechtsschutz, der Abschluss von
Kaufverträgen und die Unkenntnis über die Folgen bargeldlosen Zahlungsverkehrs hat auch
im Berichtsjahr dazu geführt, dass viele dieser Menschen sich berei ts verschuldet haben,
bevor sie überhaupt Anspruch auf Transferleistungen nach dem SGB II hatten.
Auch die in den letzten Jahren bereits genutzten und zum Teil ausgebauten zusätzlichen
Formate der Schuldnerberatung haben sich im Berichtsjahr weiterhin bewährt. Beispielsweise
die Telefon- und Onlineberatung. Oder die ergänzende Beratung im Sozialraum selbst , wie
etwa die Außensprechstunden der Schuldnerhilfe Köln e.V. im „Vingster Treff“ und die
wöchentliche Kurzberatung des Sozialdienst Katholischer Frauen e.V. in Bilderstöckchen.
Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Schuldenregulierung zum Einen zweifellos
einen unmittelbaren Einfluss auf die Integration in Arbeit sowie den Bezug von SGB II -
Leistungen hat.
Zum Anderen sind aber auch die psycho-sozialen Wirkungen wesentlich und bedeutend: Die
Entspannung der finanziellen Situation, das Erlangen eines Überblicks über die Finanzen, die
Gewährleistung regelmäßiger Zahlungen sowie planvolles Handeln sind Faktoren, die einen
positiven Einfluss in durchaus kritischen Situationen ausüben und den Druck auf die
Betroffenen und ihre Angehörigen deutlich vermindern.
Dadurch bedingt steigt die Motivation zur Initiierung von Verä nderungsprozessen und zur
Entwicklung von Perspektiven zumeist erheblich.
Die Ergebnisse der Budget- und Schuldnerberatung im Einzelnen:
14
15
16
4.3 Angebote der psychosozialen Betreuung nach
§ 16a Nr. 3 SGB II
Auch im Rahmen der Projekte und Angebote gemäß §16a Nr. 3 SGB II steht der Mensch im
Mittelpunkt. Insofern ist das Angebotsportfolio äußerst heterogen und vielfältig.
Inhaltlich können die Angebote zu folgenden Gruppen zusammengefasst werden:
Allgemeine psychosoziale Betreuung
Hierunter fallen die Projekte „Arbeit sofort“, „Claro“, „Kellerladen“, „JobAktiv“,
„JobLotsen DiMa“, „JobLotsen Reso“ , „Psychosoziale Betreuung für Jugendliche
und junge Erwachsene im Sozialraum Meschenich“ sowie das Projekt
„Orientierungsberatung“
Frauenspezifische Angebote
Hierunter fallen die Projekte „FrauenLeben“, „Miga 40“, „Strickleiter I“, „Strickleiter II“,
„Der Wendepunkt“ sowie „Alternative Wege in den Job“
Angebote für Erziehende
Hierunter fallen die Projekte „MImiK“ und „Xenia“
Angebote im Rahmen des Gewaltschutzes
Hierunter fallen die Projekte „Mann sein ohne Gewalt“ und „Coolnesstraining“
Psychosoziale Betreuung als flankierende Hilfe in Arbeitsgelegenheiten
Hierunter fallen die Projekte „Müllemer Wäsch- und Kochwiever“, „Gulliver und
Lore“, „Zweiradwerkstatt 180°“, „HIVissimo“ und „Kölner Feger“.
Die in den letzten Jahresberichten konstatierten komplexen Problemlagen konnten im
Rahmen aller Angebote der kommunalen Eingliederungsleistungen auch im Jahr 2017
festgestellt werden. Die wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Entwicklungen
setzten sich im Bericht sjahr fort. Insofern wird in diesem Bericht auf korrespondierende
Ausführungen verzichtet und auf diese Aspekte lediglich partiell eingegangen.
Im Bereich der psychosozialen Angebote wurde erneut deutlich, wie vielfältig die individuellen
Bedürfnisse und Bedarfe, wie unterschiedlich die Bedingungen und wie differenziert die
Zugänge und Lösungsansätze sind. Unverkennbar stellen diese Angebote den Mensch in
den Mittelpunkt und verfolgen einen ganzheitlichen, umfassenden, oftmals niedrigschwelligen
Ansatz bei der Betreuung und Unterstützung der Kundinnen und Kunden.
Der Erfolg solcher Projekte bemisst sich daran, wie viel Wirkung sie erzielt haben. Mithin
impliziert die Wirkung jene Veränderungen, die durch die (Projekt-) Arbeit bei den jeweiligen
Zielgruppen und bei deren Lebensumfeld erreicht werden. Unterscheiden lassen sich hierbei
besonders die erzielten Veränderung von Fähigkeiten und Verhalten der Kundinnen und
Kunden sowie die erwirkten Veränderung in Bezug auf die Lebenslage der Zielgruppe(n).
17
Die Darstellung der Wirkungen umfasst in diesem Bericht ausgewählte Indikatoren im Rahmen
der psycho -sozialen Betreuung sowie des Integrationsprozesses der oben aufgeführten
Gruppen.
Im 5. Kapitel dieses Berichts werden zudem einzelne Fallbeispiele aus einigen dieser
Angebote geschildert.
4.3.1 Allgemeine psychosoziale Betreuung
Gerade die Projekte für Jugendliche und junge Erwachsene haben in 2017 erneut deutlich
gemacht, dass Bildung ein wesentlicher Schlüssel zur beruflichen und gesellsc haftlichen
Teilhabe ist.
Die oftmals mit komplexen psychischen und physischen Problemlagen einhergehenden
gravierenden schulischen Defizite , konnten zumeist erst durch intensive, teilweise sehr
individuelle Betreuung sowie einen ganzheitlichen Ansatz bewältigt werden. Erneut erwiesen
sich hierbei der offene und niederschwellige, in der Lebenswelt der jungen Menschen bzw. im
Sozialraum verankerte Zugang als äußerst hilfreich und nutzbringend.
Für nahezu jede Zielgruppe der flankierenden Angebote nach §16a SGB II ist die
Vertrauensbildung ein zentraler Aspekt, um Veränderungsprozesse überhaupt initiieren und
durchhalten zu können. Doch gerade die Arbeit mit jungen Menschen erfordert flexible,
unkonventionelle Zugangs -, Kommunikations - und Lösungswege. Dies zeigte sich im
Berichtsjahr beispielsweise auch daran, dass trotz weiterhin großer Anzahl an face -to-face-
Kontakten die Anzahl der Whats -App-Kontakte stieg. Insbesondere als Möglichkeit der
Terminierung bzw. der Beantwortung von Kurzanfragen.
Der digitale Kommunikationsbereich hat sich insgesamt stark erweitert bzw. ausgebaut. Die
(neuen) medialen Kommunikationsformen, mithin die „socialmedi a“-Umgebung, sind
einerseits hilfreich, stellen andererseits sowohl die jungen Teilnehmenden als auch die
Mitarbeitenden vor neue Herausforderungen.
Die Beratungsinhalte und –ergebnisse der gesamten Angebote der allgemeinen
psychosozialen Betreuung konsta tieren für das Berichtsjahr , dass die Problemlagen der
Kundinnen und Kunden weiterhin auffallend komplex und die Hilfebedarfe insofern oft
umfangreich sind. Infolgedessen stieg beispielsweise auch der Anteil an aufsuchender Arbeit.
Im Kontext des Kölner Immobilienmarktes stellte die Wohnungs - und Schuldensituation auch
2017 ein für die Kundinnen und Kunden häufig allein kaum zu überwindendes, sehr
belastendes Problem dar. Häufig verursachte bzw. verstärkte dies vorhandene
gesundheitliche und soziale Problemlagen.
Ohnehin lagen der Zuweisung zu einem Projekt vielfach vermutete oder bekannte
gesundheitliche bzw. psychische Beeinträchtigungen zugrunde. Insofern stellen die Klärung
der gesundheitlichen Situation bzw. die korrespondierend e Anbindung an das Hilfesystem,
auch die Vermittlung in andere Leistungssysteme, ein wesentliches Ergebnis bzw. eine
essentielle Wirkung dieser Angebote dar.
18
Die Ergebnisse der Angebote der allgemeinen psychosozialen Betreuung im Einzelnen:
Die in den Angeboten „JobLotsen“, „Claro“ und in der „Orientierungsberatung“
erzielten Ergebnisse werden nachfolgend separat dargestellt:
19
20
21
4.3.2 Frauenspezifische Angebote und Angebote für
Erziehende
Die oben beschriebenen Problem -und Bedarfslagen spiegeln sich ebenso deutlich in den
Angeboten für Frauen und Erziehende wieder. Gleichwohl tragen diese Projekte den eigenen
Bedürfnissen und Bedarfen dieser Zielgruppen Rechnung.
Wesentliche Aspekte und Themen im Rahmen der dortigen psychoszialen Betreuung sind
beispielsweise: Gewalterfahrung, Trennung bzw. Scheidung, ( traditionelle) Rollenfixierung,
Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Sicherstellung der Kinderbetreuung, unvollständige oder
fehlenden Kenntnissen über Arbeitsmarktzugänge und Berufsbilder , Sprachförderung und
Steigerung des Selbstwertgefühls.
Im Projekt „Xenia“ war Bildung im Berichtsjahr gleichfalls ein wichtiges Thema:
Am Projekt nahmen vermehrt Frauen teil, die in Ihrer Heimat keine Schule oder nur die
Grundschule für kurze Zeit besuchen konnten. Infolgedessen hatten sie kaum
Lernerfahrungen, einen erhöhten Alphabetisierungsbedarf und oft nur geringe Kenntnisse der
Grundrechenarten. Überdies fehlte ihnen größtenteils Wissen über das deutsche
Ausbildungssystem und Ausbildungswege.
An Angeboten zur Berufsorientierung, die üblicherweise an Schulen stattfinden, hatten diese
Frauen aufgrund ihrer Biografie in der Regel nicht teilnehmen können. Zumeist hatten sie sich
nicht mit ihren eigenen Kompetenzen, Interessen und Fähigkeiten bewusst
auseinandergesetzt. Kenntnisse über Wege in den Arbeitsmarkt und die verschiedenen
Berufsbilder, Formen der Arbeit und Bewerbungsverfahren lagen selten vor. In der
Herkunftsfamilie hatten sie kaum Unterstützungsmöglichkeiten im Prozess der
Berufsorientierung und Bewerbung.
Obschon Xenia sich an (allein)erziehende Migrantinnen im Alter von 18 -35 Jahren richtet,
erstreckt sich die oben geschi lderte Problematik im Wesentlichen auf viele der Frauen - und
Erziehendenprojekte gemäß §16a SGB II. Ein direkter Einstieg in Qualifizierungs - oder reine
Vermittlungsmaßnahmen ist aufgrund mehrdimensionaler Vermittlungshemmnisse zumeist
unrealistisch. Zudem erschweren fehlende Erfolgserlebnisse, Unsicherheiten und Ängste im
Bezug auf den eigenen Alltag, die eigenen Ressourcen, aber auch die Anforderungen durch
Ausbildung und Beruf die für den mitunter langen Weg zur Integration erforderliche Motivation
tiefgehend.
Wirkung entfaltet sich insofern durch den Abbau von Vermittlungshemmnissen, die
Entwicklung und allenfalls die Realisierung beruflicher Perspektiven.
22
Die Ergebnisse der frauen- und erziehendenspezifischen Angebote im Einzelnen:
23
4.3.3 Angebote im Rahmen des Gewaltschutzes
Zur Zielgruppe des Projektes „Mann sein ohne Gewalt“ gehören Männer, die gegen ihre
Partnerin und/oder ihre Kinder, unter Umständen auch gegen andere Familienmitglieder
gewalttätig, geworden sind bzw. aktuell noch sind.
„Coolnesstraining“ ist ein niedrigschwelliges, ganzheitlich konzipiertes Angebot für Frauen
und Männer, die gegenüber potentiellen Arbeitgebern oder Fachkräften des Jobcenter Köln
ein unangemessenes (z.B. aggressives, grenzüberschreitendes, gewaltt ätiges) Verhalten
zeigen.
Wirkung im Rahmen dieser Angebote entfaltet sich insbesondere im Hinblick auf die Erhöhung
sozialer Kompetenzen und die Verbesserung der Kommunikations - und Konfliktfähigkeit.
Gleichwohl sind weitere wesentliche Veränderungen erk ennbar. Beispielsweise die
Entwicklung realistischer (Anschluss -) Perspektiven, die Verbesserung der gesundheitlichen
und familiären Situation oder die Vermittlung in weiterführende Hilfsangebote.
Die Ergebnisse der Angebote im Rahmen des Gewaltschutzes im Einzelnen:
24
4.3.4 Psychosoziale Betreuung als flankierende Hilfe in
Arbeitsgelegenheiten
Die in den letzten Jahren zunehmend diffizilen sozialen und gesundheitlichen Problemlagen
der Teilnehmenden zeigten sich 2017 gleichermaßen in den Angeboten der psychosozialen
Betreuung im Rahmen spezifischer Arbeitsgelegenheiten gemäß § 16 d SGB II (AGH).
Die flankierende Hilfe nach §16a Nr. 3 SGB II ermöglichte den Teilnehmenden eigene
Ressourcen zu aktivieren und Probleme aktiv anzugehen. Oftmals konnten g erade durch
diese intensive pädagogische Betreuung Krisen- und Konfliktsituationen, die allenfalls zum
Abbruch der Arbeitsgelegenheit geführt hätten, bewältigt werden.
25
Insgesamt lassen sich die Ergebnisse der kommunalen Eingliederungsleistungen
gemäß § 16a Nr. 3 SGB II für 2017 wie folgt zusammenfassen:
26
4.4 Angebote der Suchtberatung nach § 16a Nr. 4 SGB II
Die Angebote der Suchtberatung nach §16a Nr. 4 SGB II ergänzen das i n Köln vorhandene,
breitgefächerte Hilfesystem für suchtgefährdete und suchterkrankte Menschen mit dem Ziel,
Menschen mit Suchterkrankungen im SGB II-Bezug in dieses System zu integrieren und ihnen
bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt zu helfen.
Die Entwicklungen und Problemlagen im Rahmen dieser Angebote stimmen im Berichtsjahr
überwiegend mit denen des Vorjahres überein . Charakteristisch sind weiterhin die
gesundheitlichen und damit oft korrelierenden psychischen Problemlagen in Folge der
Suchterkrankung.
Die suchtbedingten Problemlagen im Einzelnen:
Obschon die Anbindung an das Hilfesystem im Fokus dieser Angebote steht, konnten
darüber hinaus auch in 2017 andere Veränderungen bewirkt werden.
27
Die Ergebnisse der Angebote der Suchtberatung im Einzelnen:
28
5 Fallbeispiele aus dem Bereich der kommunalen
Eingliederungsleistungen gemäß § 16a SGB II
Die Eingliederungsleistungen nach §16a SGB II sollen eine ganzheitliche und umfassende
Betreuung und Unterstützung bei der Eingliederung in Arbeit ermöglichen. Insofern kann und
soll der Maßstab für Erfolg und Wirkung nicht allein die Integration in Ausbildung oder Arbeit
sein, sondern muss die individuellen Voraussetzungen und Lebensumstände der
Teilnehmenden sowie die jeweiligen Angebots- und Teilnahmeziele berücksichtigen.
Wirkungen sind mithin Veränderungen, die bei der Zielgruppe, deren Lebensumfeld oder der
Gesellschaft erreicht wurden.
Es sind solche Veränderungen, die den Weg zur sozialen und beruflichen Teilhabe eröffnen,
flankieren, unterstützen und sicherstellen.
Eine Auswahl an Fallbeispielen illustriert, wie verschieden die individuellen (Lebens -)
Umstände, damit einhergehend auch die notwendigen Schritte auf dem Weg der Kundinnen
und Kunden und letztlich die erzielten Wirkungen und Erfolge sind.
Projekt „BisKids“ – Angebot nach §16a Nr. 1 SGB II
Frau A. ist 45 Jahre alt und Mutter zweier Kinder (4 und 11 Jahre). Der ältere Sohn ist
lernbehindert und geht auf eine Förderschule. Der Ehemann besucht eine Maßnahme.
Frau A. hat zwar einen Hauptschulabschluss, aber we der eine Berufsausbildung noch
Berufserfahrung.
Dadurch, dass der älteste Sohn intensive Begleitung und Betreuung benötigte, beispielsweise
im Rahmen des täglichen Schulwegs, stand Frau A. bei der Suche nach einer geeigneten
Beschäftigung nur ein sehr beschränkter Zeitrahmen zur Verfügung.
Ein großes Vermittlungshemmnis für die sehr motivierte und freundliche Teilnehmerin, die
durch gute Deutschkenntnisse sowie ausgeprägte Schlüssel - und Sozialkompetenzen
überzeugte.
Als Ziele wurden insofern die Stab ilisierung der Kinderbetreuung und die Entwicklung
beruflicher Perspektiven vereinbart.
In „BisKids“ erhielt sie Unterstützung, um die Betreuung ihres Sohnes anders zu organisieren.
So wurde beispielsweise ein Fahrdienst organisiert und der Vater vermehrt in die Betreuung
eingebunden. Infolgedessen konnte Frau A. im Kontext der Anforderungen der
Arbeitgeber*innen an die Arbeitszeit deutlich flexibler werden. Sogar Frühschichten waren ihr
hierdurch möglich.
Frau A. bewarb sich alsdann in der Küche einer Ganz tagsschule. Dank ihrer
aufgeschlossenen, freundlichen Art und der nunmehr größeren und flexibleren Zeitressourcen
bekam sie die Arbeitsstelle.
29
Projekt „Arbeit Sofort“ – Angebot nach §16a Nr. 3 SGB II
Herr W. ist 31 Jahre alt. Er hat einen afrikanischen Migrationshintergrund, lebt aber seit seiner
Kindheit in Deutschland.
Im September 2017 wurde er dem Projekt als mittellos zugewiesen. Zum Zeitpunkt der
Zuweisung lebte er in einem Hotel.
Für seine aus einer Beziehung stammend e Tochter hatte er lediglich Besuchsrecht. Das
Sorgerecht lag bei der Mutter.
Ein Umstand, der Herrn W. sehr belastete.
Weitere Problem lagen stellten die Obdachlosigkeit, Schulden in unbekannter Höhe, zudem
fünf Geldstrafen bzw. Bußgelder mit Haftandrohung, starke gesundheitliche Probleme und
psychische Belastung dar. Überdies hat Herr W. keine Ausbildung.
Er zeigte sich von Beginn an kooperativ und öffnete sich den Mitarbeitenden des
Internationalen Bund gegenüber relativ sc hnell, als er merkte, dass die a ngebotene
Unterstützung auch langfristig angelegt ist.
Die Mitarbeitenden konnten sein Vertrauen zu Beginn dadurch gewinnen, dass sie eine
drohende Erzwingungshaft abwendeten und auch in den übrigen Fällen um gehend mit der
Staatsanwaltschaft Kontakt aufnahmen.
Gleichzeitig nahm er das Angebot, in eine Arbeitsgelegenheit im Gartenbereich zu wechseln ,
an.
Es konnten Vereinbarungen zur Abtragung der Schulden getroffen und in zwei Fällen
Stundungen erreicht werd en. Dies entlastete seine finanzielle Situation ebenso wie es den
psychischen Druck von ihm nahm.
Zugleich konnte er motiviert werden, seine gesundheitliche Situation in Angriff zu nehmen
(Herzprobleme). Ihm wurde im weiteren Verlauf ein Herzschrittmacher implantiert.
Infolgedessen wurde er auch in seinem Arbeitsbereich zunehmend belastbarer. Er arbeitete
gerne und zuverlässig im Gartenbereich des Trägers.
Doch obschon für einige Aspekte bereits Lösungsansätze gefunden und angestoßen wurden,
konnten die weiteren Probleme erst sukszessive angegangen werden.
Einerseits, weil es sehr viel Zeit benötigt, den tatsächlichen und zielführenden Bedarf zu
ermitteln und auch zielgerichtet umzusetzen.
Andererseits, weil ein großes Augenmerk auch auf den persönl ichen Ressourcen und
Möglichkeiten der einzelnen Teilnehmer *innen liegt . Sie müssen ihre Probleme zunächst
selbst (an-)erkennen, um im eigenen, individuellen Rahmen tragbaren Lösungen zu erarbeiten
und zu realisieren.
Inzwischen hat Herr W. einen Rechtsb eistand, um das Sorgerecht für seine Tochter zu
bekommen. Zudem wird er in absehbarer Zeit eine eigene Wohnung beziehen. Auch seine
Schuldensituation konnte weiter geklärt werden und wird voraussichtlich in einer
Privatinsolvenz münden. Sein gesundheitlich er und psychischer Status haben sich
weitgehend stabilisiert, wenngleich es auch immer wieder kleinere Krisen gibt.
Infolgedessen kann und wird der nächste Schritt die Erarbeitung einer beruflichen Perspektive
sein.
30
Projekt „Miga 40“ – Angebot nach §16a Nr. 3 SGB II
Frau M. ist 50 Jahre alt und stammt aus Tunesien.
2006 reiste sie mit ihrem Mann aus Tunesien nach Deutschland ein. Ihre zwei Kinder sind in
Deutschland geboren.
Der ältere Sohn ist heute zehn Jahre alt, besucht die Grundschule ohne OGS-Betreuung. Der
jüngere Sohn ist fünfeinhalb Jahre alt und besucht den Kindergarten.
Die Ehe ist vor rund 4 Jahren gescheitert. Das Ehepaar trennte sich, nachdem Herr M . in
Deutschland eine andere Frau kennen gelernt hatte. Er ging mit ihr zurück nach Tunesien .
Nach wie vor leben sie dort und haben inzwischen ein gemeinsames Kind.
Frau M. wurde insbesondere mit folgenden Hilfebedarfen zugewiesen:
Verbesserung der Sprachkenntnisse
Orientierung
Unterstützung bei der Organsiation der Alltagsstruktur
Hilfe bei familiären Problemen
Hilfe bei Wohnungsproblemen
Klärung der psychosozialen Belastungen
Aufbau von Netzwerken und Kontakten
Im Rahmen des Angebotes zeichneten sich folgende Handlungsbedarfe ab:
Berufliche Erfahrungen
Frau M. ist langzeitarbeitslos und bezieht seit Jahren Leistungen nach SGB II.
Im Herkunftsland hat sie 5 Jahre die Grundschule besucht, aber keine Ausbildung absolviert.
Über Arbeitserfahrung verfügt sie gar nicht.
Sie zeigte jedoch eine hohe Motivation, für sich und ihre Kinder eine schulische bzw. berufliche
Zukunftsperspektive in Deutschland zu entwickeln. E in Leben in Tunesien konnte sie sich
nicht mehr vorstellen.
Ihre Lebens- und Berufswünsche waren ihr wichtig: Die deutsche Sprache zu lernen bzw. zu
verbessern, in die Gesellschaft integriert zu werden, Kontakte und Freunde zu finden, eine
Arbeit zu bekommen. Zudem wollte sie ihren Kindern einen guten Lebensstart sichern,
insbesondere durch Schule und Ausbildung. Sie wollte nach eigener Aussage „alles richtig
machen“ in Deutschland.
Sprachkenntnisse
Frau M. war sehr unsicher im Sprachgebrauch und hatte Verständnisschwierigkeiten, sowohl
schriftlich als auch mündlich.
Obwohl sie bereits entsprechende Sprachkurse absolviert hat te, war ihre mündliche
Ausdrucksfähigkeit durch fehlende Übung stark verlangsamt und teilweise undeutlich bzw.
schwer zu verstehen.
31
Gesundheitliche Belastungen und psychosoziale Situation
Bereits in den ersten Beratungsgesprächen stellte sich heraus, dass eine schnelle Integration
in Arbeit unrealistisch war.
Die psychischen Belastungen durch die Trennung, die erfahrenen Verletzungen und
Kränkungen waren so massiv, dass zunächst die S tabilisierung der persönlichen und
familiären Situation Priorität hatte.
Frau M. leidete nach eigenen Angaben unter starken depressiven Verstimmungen. Sie wirkte
gestresst, klagt e über Versagensängste, Gefühle der Lebensüberforderung, hat te längere
Schlaflosigkeitsphasen, fühlte sich der Alleinerziehung gegenüber hilflos.
Darüberhinaus wurde sie wegen anhaltender Schmerzen in Kopf und Rücken behandelt.
Beide Kinder litten unter den Folgen der Trennung und dem Verlust des Vaters. Sie zeig ten
starke psychosomatische Störungen. Beide wurden therapeutisch behandelt.
Wohnsituation:
Frau M. klagte über Schimmelbelastung in der Wohnung. Zudem lag die Wohnung in einer für
sie sehr beängstigenden Wohngegend. Sie hatte schon öfter vergeblich versucht , Kontakt zur
Hausverwaltung aufzunehmen.
Vom Jobcenter hat te sie die Zustimmung erhalten, eine andere Wohnung zu suchen bzw.
mieten, war jedoch mit der Suche überfordert.
Zeitmanagement und Alltagsstruktur:
Frau M. hatte Schwierigkeiten mit dem alltäglichen Zeitmanagement.
Die Familie hatte wöchentlich eine sehr hohe Anzahl ärztlicher Termine zu erledigen sowie
Termine zur Förderung der Kinder (Ergotherapie, Sprachtherapie…etc.) einzuhalten.
Frau M. sorgt e sich sehr um das Wohlergehen ihrer Kinder. Sie brachte beide Kinder
persönlich zur Schule bzw. Kita und holte sie wieder ab. Nachmittags ging sie täglich mit den
Kindern zum nächstgelegenen Kinderspielplatz (ca.15-20 Minuten Fußweg von der Wohnung
entfernt).
Dies nahm ihre Zeit so sehr in Anspruch, dass für eigene Bedürfnisse (Sprachkurs, Therapie,
Kontakte etc.) kaum Zeit zur Verfügung blieb.
Es wurde schnell deutlich, dass sie mit der Organisation der Alltagststruktur überfordert war.
Es schien zudem, dass Frau M . bewusst ihren Terminkalender (über)füllt e. Sie selbst sagte
dazu, dass dies ihr die Möglichkeit biete, den Ängsten und Gedanken zu entfliehen.
Augenscheinlich manövrierte sie sich jedoch in eine zeitlich völlig überfordernde Situation,
welche weiteren Stress für die Familie nach sich zog.
Finanzielle Situation
Die finanzielle Situation war angespannt.
Frau M . hatte Schulden. So hatte sie s ich beispielsweise per Ratenzahlung zum
Führerscheinerwerb angemeldet, um ihre beruflichen Chancen erweitern zu können, die
Fahrschule jedoch aufgrund ihrer aktuellen Situation (fehlende zeitlichen Ressourcen ,
unzureichende Sprachkompetenzen, etc.) abgebrochen.
Zudem hat sie Schwierigkeiten, ihre Unterlagen, wichtige Dokumente, Behördenbriefe etc. zu
verwalten und einen Überblick über ausstehende Rechnungen, Forderungen etc. zu behalten.
32
Während der Projektteilnahme wurde ein Katalog der unterschiedlichen
Belastungen/Handlungsbedarfe erarbeitet und im Rahmen der Gruppenangebote und
Einzelgespräche entsprechende Lösungen initiiert bzw. realisiert.
Beispielsweise:
Kontaktieren der Fahrschule zwecks Lösung bzw. „Einfrieren“ des Führerschein -
Vertrages. Zugleich wurde Kontakt zur Schuldnerhilfe hergestellt. Zudem wurde e in
Ordner angelegt und gemeinsam mit der Beraterin wurden Dokumente gesichtet,
sortiert und abgeheftet.
Es wurde ein Mobilitätstraining erarbeitet. M it dem Ziel, Frau M. zu en tlasten. So
wurde beispielsweise das Mobilitätstraining mit dem älteren Sohn geübt: Frau M.
begleitete bewusst den Sohn auf dem Schulweg, damit er sich den We g einprägen
konnte, und beschrieb „schwierige Stellen“ . So konnte Frau M. Vertrauen in die
Autonomie des Sohnes fassen und ihn den Weg künftig allein gehen lassen.
Gleichzeitig wurde Kontakt zu anderen Schülern in der Nachbarschaft aufgenommen,
mit dem Ziel, den Schulweg gemeinsam zu meistern.
Im Hinblick auf die Nachmittagsbetreuung (Kinderspielplatz) wurden für Frau M.
entlastende Alternativen überlegt. Es wurde ein Sportverein (Fußball) gefunden, der
in der Nähe trainiert und auch für jüngere Kinder geeignet ist. Ein Antrag auf
Förderung durch das Bildungs- und Teilhabepaket für beide Söhne wurde gemeinsam
mit Frau M. gestellt.
Frau M . besuchte die im Projekt angebotenen Kurse mit den zusätzlichen
Sprachübungen und konnte bereits erlerntes Wissen wieder auffrischen. Sie wurde im
Umgang mit der deutschen Sprache deutlich sicherer.
Der Austausch innerhalb der Gruppenangebote, die Kontakte zu Anderen und die
Reflexionsmöglichkeiten stärk ten das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein
von Frau M.
Sowohl in den Einzelberatungen als auch den Modulen bzw. Workshops erhält Frau
M. Informationen und Unterstützung zum Umgang mit den persönlichen
Problemlagen und Themen wie Schulden, Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder
Wohnungswechsel bzw. Mietmängel.
Im Laufe der Projektteilnahme konnte so eine Stabilisierung ihrer psycho -sozialen Lage
bewirkt werden. Sie selbst äußerte , es gehe ihr besser und sie sei beruhigt, habe mehr
Zuversicht erlangt und merke, dass sie sich langsam stärker fühle. Auch täte es ihr gut, mit
Anderen in Kontakt zu sein und über ihre Probleme sprechen zu können.
Ihre Bereitschaft , therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen, stieg. G emeinsam mit der
Beraterin wurde eine Psychotherapeutin gefunden, die auch in französischer Sprache
behandelt.
Frau M. hat im Projekt deutlich von der kleineren Gruppengröße und der individuelleren
Betreuung als auch von der vertrauensvollen Atmosphäre profitiert, in der sie sich auch
zutraute, Fehler zu machen und die deutsche Sprache weitestgehend vorbehaltslos
33
anzuwenden. Dies führte sowohl zu einer deutlichen Verbesserung in der Aussprache als
auch zu einer Erweiterung des Wortschatzes und einer Verbesserung in der
grammatikalischen Anwendung.
Vornehmlich in Einzelberatungsgesprächen wurde mit ihr erarbeitet, ob sie sich eine
wohnortnahe Tätigkeit im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung vorstellen könne.
Es wurden von ihr bevorzugte Tätigkeitsfelder erarbeitet (Küchenhilfe und Bügelhilfe).
Zusammen mit Frau M. wurden Initiativvorst ellungsgespräche eingeübt, ein Lebenslauf
erstellt. Es wurde ihr angeraten, anfangs - wegen der von ihr bevorzugten Wohnortnähe des
Arbeitsplatzes - auf Aushänge an Geschäften in ihren Umgebung zu achten und persönlich in
für sie interessanten Lokalen, Ei nrichtungen vorzuzusprechen, ggf. auch in Kindergärten ,
offenen Ganztagsschulen usw.
Die einzelnen Schritte wurden immer wieder im Austausch mit Frau M. begleitet und ihr wurde
stets Mut zugesprochen.
Wenige Wochen nach Projektende fand sie schließlich - über einen Aushang - eine
geringfügige Beschäftigung als Bügelhilfe in einem Reinigungsunternehmen.
Projekt „Claro Mobil“ – Angebot nach §16a Nr. 4 SGB II
Herr M. war bei Zuweisung zum Angebot 51 Jahr alt.
Fast die Hälfte seines Lebens war er Alkoholiker, in den letzten Jahren war sein Konsum
exzessiv. Er selbst sprach von mindestens fünf Litern Bier, einem Liter Rotwein und
hochprozentigem Alkohol, wenn sich die Gelegenheit biete, die er pro Tag konsumiere.
Kontakte hatte er seit Jahren nur noch in die rechte Hooligan- und in die Trinkerszene.
Daher fand der erste Kontakt zu ihm an einem Kiosk, um das sich herum sich das Leben von
Herrn M. abspielte, statt. Gespräche dauerten anfangs selten mehr als 15 Minuten, weil Herr
M. sich nicht auf mehr Zeit einlassen wollte oder konnte. Zu diesem Zeitpunkt war er der
Kontaktaufnahme durch Mitarbeitende von „Claro Mobil“ nicht abgeneigt, lehnte aber jede
Hilfe ab, weil er sich ohnehin „zu Tode saufen“ würde und zudem Angst davor habe, in einer
Klinik eingesperrt zu werden.
Eine Wende trat ein, nachdem die Mitarbeiterin des Projektes bei einem nächsten Treffen
einen Rettungswagen alarmieren musste, weil Herr M. einen alkoholbedingten Kollaps erlitten
hatte. Herr M. wurde in die Suchtambulanz des Alexianer Krankenhauses begleitet. Nach
einem Gespräch mit der diensthabenden Ärztin bestand er auf Entlassung und Rückkehr in
seine vermüllte und verwahrloste Wohnung, die die „Claro Mobil“ -Mitarbeiterin bei dieser
Gelegenheit erstmals betrat.
Nach diesem Erlebni s entschloss er sich zu einer Entgiftung im Alexianer -Krankenhaus,
woraufhin er von der Mitarbeiterin des Projektes zur offenen Sprechstunde in der
Suchtambulanz und dann während des Aufenthaltes auf der Station Alexius begleitet wurde.
Obwohl Herr M. ein e weitere Therapie als zu hochschwellig ablehnte, blieb er auch nach
seiner Entlassung aus der Entgiftung abstinent. Begleitet und unterstützt durch die
Mitarbeiterin des Angebotes, der er zunehmend vertraute, baute er wieder Kontakt zu
Verwandten und Beka nnten außerhalb seiner alten Szene auf, räumte mit deren Hilfe seine
Wohnung auf und versuchte, wieder Struktur in seinen Alltag zu bringen.
34
Unterschiedlichste Hilfebedarfe wurden zwischenzeitlich bearbeitet. Beispielsweise wurde
eine Zuzahlungsbefreiung beantragt, Gespräche bei einem Psychiater und Termine bei einem
Ergotherapeuten vereinbart. Bislang hielt Herr M. sämtliche Termine gewissenhaft ein.
Zum Zeitpunkt der Berichtserstellung hatte er sich sogar für Ambulante Hilfen zum
Selbstständigen Wohnen entschlossen. Und selbst eine Entwöhnungstherapie war nach
eingehender Suchtberatung zu einer realistischen Option geworden.
35
Anlage
Übersicht der Angebote nach § 16a SGB II in Köln
1. Angebote der Kinderbetreuung nach § 16a Nr. 1 SGB II
BiSKids (Betreuung im Stadtteil – Kids in Mülheim)
Das Angebot wird durchgeführt durch die Christliche Sozialhilfe Köln e.V.
(CSH).
Ziel ist das Vorhalten eines kurzfristigen, flexiblen Kinderbetreuungsangebotes für
Arbeitsuchende, in Arbeit vermittelte Personen und Teilnehmende an Qualifizie-
rungsmaßnahmen im Stadtbezirk Mülheim (ggf. in angrenzenden Stadtbezirken).
BiSKids umfasst Dienstleistungen wie: Hol - und Bringdienste, Ferien -, Randzeit-
und Übermittagsbetreuungen, Vermittlung in weiterführende Angebote der Kinder-
betreuung oder der Familienhilfe.
Die Eltern werden in der vorübergehenden Bet reuung ihrer Kinder unterstützt.
Auch werden neue und nachhaltige Modelle der Kinderbetreuung mit ihnen erar-
beitet. Sie werden über verschiedene Formen der Kinderbetreuung wie Kinderta-
gespflege, OGTS, das Nutzen nachbarschaftlicher Netzwerke informiert.
Eltern, meist Alleinerziehende, werden oft, um ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen
bzw. ei ne Ausbildung machen zu können, allein durch Wegbegleitungen und
Randzeitbetreuungen entlastet.
„BiSKids“ ist zentral in Mülheim verortet. Von 6 bis 20 Uhr – je nach Bedarf der
Eltern und nach Kapazität der Betreuer *innen, werden hier Kinder im Alter von 1
bis 10 Jahre betreut.
Zusätzlich biet et das Angebot in der Einrichtung Henry´s H.O.P.E im Stadtteil
Dünnwald die stundenweise Betreuung für Kinder im Alter von 1 bis 10 Jahren.
dienstags bis donnerstags in der Zeit von 09:00 bis 14:00 Uhr an.
Bei Bedarf kann zu diesen Zeiten auch Beratung in Bezug auf Themen im Rahmen
der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, beispielsweise zur Kinderbetreuung, in
Anspruch genommen werden.
2. Angebote der Schuldnerberatung nach § 16a Nr. 2 SGB II
Die Schuldnerberatung bietet Hilfen für Menschen mit Schuldenp roblemen. Sie
umfasst neben der reinen Schuldenregulierung rechtliche, finanzielle wie auch
psychosoziale Fragestellungen.
Grundsätzlich wird in Köln zwischen der Budget- und Schuldnerberatung unter-
schieden.
Themen und Aspekte der Budget- und Schuldnerberatung sind beispielsweise:
Einnahmen/Ausgaben
Haushaltsplanung
Mahnverfahren und Vollstreckung
Inkassounternehmen und Pfändung
36
Insolvenzverfahren
Ratsuchende im SGB II Bezug werden vom Jobcenter zunächst in die, eine be-
grenzte Zahl von Beratungseinheiten umfassende, Budgetberatung zugewiesen.
Die folgenden Träger sind mit der Durchführung der Budgetberatung durch das
Jobcenter Köln beauftragt:
• Diakonisches Werk Köln und Region
• Interfamilia Kreisverband Köln e.V.
• Schuldnerhilfe Köln e.V.
• Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) e.V.
• Sozialdienst katholischer Männer (SKM) e.V.
Die Budgetberatung beinhaltet unter anderem die folgenden Beratungsangebote:
Informationen rund um das Thema „Schulden“
Einen Überblick über die Schuldensituation verschaffen
Prüfung der Einnahmen-/Ausgaben-Situation
Krisenintervention insbesondere bei: drohender Energie-Sperrung,
Konto-Pfändung, Mietschulden
Unterstützung bei der Einrichtung eines Pfändungsschutz-
Kontos
Bei Bedarf Weitervermittlung in eine Schuldnerberatung
Nach Klärung der Problemlage erfolgt bei weitergehendem Bedarf und bei Vorlie-
gen einer erfolgversprechenden Prognose eine Vermittlung in die Schuldnerbe-
ratung. Der Zugang zur Schuldnerberatung ist bei allen Trägern entweder üb er
die Vermittlung aus der Budgetberatung oder über den freien Zugang in die offe-
nen Sprechstunden möglich.
Auch SGB II-Leistungsempfänger/-innen, die aus unterschiedlichen Gründen die
Schuldenproblematik im Jobcenter nicht ansprechen wollen, können sich über den
freien Zugang direkt an die Schuldnerberatungsstellen wenden.
Weitere schnelle Kontaktaufnahmen, um Ratsuchenden erste Hilfestellung zu leis-
ten und Notsituationen zu vermeiden, erfolgen über telefonische Anfragen
(„Schuldenhelpline“).
In Köln sind neun gemeinnützige Beratungsstellen mit der Durchführung der
Schuldnerberatung nach §16a Nr. 2 SGB II durch das Jobcenter Köln beauftragt:
• Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V.,
• Caritasverband für die Stadt Köln e.V.
• Diakonisches Werk Köln und Region
• Interfamilia Kreisverband Köln e.V.
• Internationaler Bund (IB)
• Schuldnerhilfe Köln e.V.
• Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) e.V.
• Sozialdienst katholischer Männer (SKM) e.V.
• Verein für soziale Schuldnerberatung (VSSB) e.V.
37
3. Angebote psychosozialen Betreuung nach § 16a Nr. 3 SGB II
Alternative Wege in den Job
Dieses Angebot wird von der förderungs - & bildungsgemeinschaft jugend -
und altenarbeit vingst/ostheim (Vingster Treff) umgesetzt.
Ziel ist es, Frauen zu erreichen, die noch nicht in Maßnahmen bzw. Angebote des
Jobcenter eingebunden sind, sich aber mit der Frage der beruflichen Orientierung
befassen.
Es richtet sich an erwerbslose Frauen mit und ohne Migrationshintergrund, die ih-
ren beruflichen Wiedereinstieg planen, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf er-
reichen wollen oder noch keine berufliche Orientierung haben.
Der systemische Ansatz in der Beratung berücksichtigt die aktuelle Lebenssitua-
tion der Frauen. Es werden sowohl persönliche und familiäre Ressourcen als auch
allgemeine persönliche Voraussetzungen ( zum Beispiel Schul- und Ausbildungs-
abschlüsse) sowie berufliche Erfahrungen betrachtet. Die Teilnehmerinnen wer-
den aktiviert, unterstützende Netzwerke aufzubauen u nd vorhandene optimal zu
nutzen.
Die berufliche Beratung umfasst beispielsweise die Analyse der Ausgangssitua-
tion, die Abklärung vorhandener formeller und persönlicher Ressourcen, die Ent-
wicklung realistischer Zielformulierungen, die Erstellung eines Berufswegeplanes,
Informationen über weitere (sowohl für die berufliche Entwicklung als auch für die
psychosoziale Stabilisierung) hilfreiche Anlaufstellen.
Der Schwerpunkte der individuellen Beratung liegt auf der psychosozialen Stabili-
sierung und Motivationsstärkung.
Weitere Themen des individuellen Einzelcoachings sind beispielsweise: die beruf-
liche Orientierung, Berufswegeplanung, Infos über Weiterbildungen/Projekte/Maß-
nahmen sowie unterstützende Fachdienste, Inf os über geeignete Stellenbörsen
und das Aufzeigen von Orten der Beratung sowie Unterstützung bei Bewerbungen.
Arbeit sofort
Dieses Angebot wird vom Sozialdienst katholischer Männer e.V. Köln
(SKM), dem Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Köln (SKF) und dem In-
ternationale Bund GmbH Köln vorgehalten.
Es richtet sich an SGB II-leistungsberechtigte Personen, die neben den komple-
xen sozialen Problemen häufig von Wohnungslosigkeit betroffen und weder in
Beschäftigungsangebote noch in Integrationsjobs zu vermitteln sind.
Die Teilnehmer*innen rekrutieren sich ausschließlich aus dem Bereich der soge-
nannten „Resodienste“ der Stadt Köln.
Ziel des Angebotes ist die Heranführung an Arbeit bzw. Beschäftigung durch die
Bereitstellung eines niederschwelligen Tätigkeitsangebots.
Die Stabilisierung der Teilnehmenden erfolgt über persönliche und psychosoziale
Beratung und Betreuung sowie über alltagspraktische Anleitung.
38
Claro
Das Angebot wird in Kooperation der drei Träger Diakonisches Werk des
evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region (Diakonie), Sozialdienst
katholischer Frauen e.V. Köln (SKF) und Sozialdienst katholischer Männer
e.V. Köln (SKM) durchgeführt.
Es richtet sich an SGB II-leistungsberechtigte Personen mit komplexen, meist
diffusen Problemlagen, denen die Integrationsfachkräfte kein passgenaues
Angebot unterbreiten können.
Claro bietet diesen Kundinnen und Kunden ein Clearing, gibt
Handlungsempfehlungen und vermittelt in andere Hilfsangebote bzw.
Hilfesysteme.
Beispielsweise: Therapeutische Hilfsangebote, Wohnungslosenhilfe,
Straffälligenhilfe, Schuldnerberatung, Migrationsberatung, Familien - und
Lebensberatung, frauenspezifische Beratungsstellen.
Das Ausmaß der multiplen Problemlagen vieler Kundinnen und Kunden hat sich
zunehmend vergrößert. Insofern bietet Claro eine umfassende Beratung und falls
erforderlich die Begleitung bis zur Vermittlung in ein weiterführendes Angebot.
Coolnesstraining
Die Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V. (AWO) bietet für Kundinnen
und Kunden des Jobcenter Köln ein Angebot an, welches sich mit sozial
unangemessenem Verhalten als Vermittlungshemmnis beschäftigt.
Die Zielgruppe umfasst Kundinnen und Kunden, die gegenüber potentiellen
Arbeitgebern oder Fachkräften des Jobcenter unangemessenes (z.B.
aggressives, grenzüberschreitend es, gewalttätig es) Verhalten, das einer
Integration in den ersten Arbeitsmarkt entgegensteht bzw. diese erschwert,
zeigen.
Dies kann sich in impulsiven, teils gewalttätigen Ausbrüchen anlässlich von
Konflikten mit Vorgesetzten, Kolleginnen/Kollegen und Fachkräften äußern. Aber
auch in Maßnahmeabbrüchen aus „nicht igem“ bzw. nicht nachvollziehbarem
Anlass, die auf unterdrückte Aggressionen und Rückzugstendenzen hinweisen.
Das Angebot ist als ganzheitliches Verhaltenstraining konzipiert. Es befasst sich
mit den Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes und gewaltfrei es Leben.
Hierfür bedarf es unter anderem klarer Zielversionen, Selbstvertrauen s und der
Fähigkeit, mit anderen zu kommunizieren.
Insofern erfolgt ein i ntensives Arbeiten an eigenen Zielen und Wünschen sowie
ein Reflektieren des bisherigen privaten und beruflichen Weges.
Die Teilnehmenden beschäftigen sich mit Prozessen und Mustern der
Kommunikation und Konfliktlösung. Dies wird praxisnah trainiert. Ziel ist hier ein
sozial kompetentes und damit gesellschaftlich angemessene s Verhalten. Damit
soll langfristig eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht werden.
Das niedrigschwellige Angebot ist auch für Kundinnen und Kunden geeignet, die
über erhebliche Vermittlungshemmnisse verfügen und bei denen eine
Arbeitsmarktnähe selbst langfristig nur teilweise oder gar nicht erreichbar scheint.
39
Eine parallele Teilnahme an anderen Maßnahmen oder Angeboten ist kein
Ausschlusskriterium für das Coolnesstraining.
„Coolnesstraining“ gliedert sich in zwei Phasen: die Anamnese und das Training.
Letzteres teilt sich in Einzelgespräche und Gruppenangebote.
Vor Beginn der Teilnahme wird die Eignung für die Maßnahme geprüft
(Ausschlusskriterien sind z. B. vollständiges Leugnen der Tat, akute
psychotische Erkrankungen, Suizidalität, schwerwiegende
Persönlichkeitsstörungen, Psychopathie).
Der Wendepunkt
Träger dieses Angebotes ist die Diakonie Michaelshoven.
Die Frauenberatungsstelle "Der Wendepunkt" ist in Mülheim und Kalk verortet
und bietet ein psychosoziales Beratungs - und Unterstützungsangebot für
gewaltbetroffene Frauen, insbesondere auch Frauen mit Migrations - oder
Fluchthintergrund an.
Von Gewalt betroffene Frauen zeigen vielfach physische und/oder psychische
Belastungssymptome. Eine Vermittlung in Ausbildung oder Arbeit ist oft erst nach
Bewältigung der zum Teil komplexen Probleme möglich.
Die s ozialräumliche Nä he stellt einen wichtigen Aspekt dar. Gerade n ach
häuslicher Gewalt und/oder Gewaltandrohung sowie bei Alleinerziehenden
würde eine weite Anfahrt eine zusätzliche Hürde darstellen.
Die Beratungssprachen sind deutsch, türkisch, russisch und englisch. Bei Bedarf
können auch Dolmetscher hinzugezogen werden.
Eine solche (muttersprachliche) Beratung überwindet sprachliche Hindernisse,
profitiert darüberhinaus aber auch vom gemeinsamen kulturellen Hintergrund.
Mithin können Sachverhalte dadurch schneller und effizienter geklärt werden .
Beispielsweise in Bezug auf Probleme im Kontext der familiären Situation.
Im Angebot werden Problemstellungen aus den Bereichen Wohnung,
Verschuldung, Trennung, Gewalt sowie Familie bearbeitet. Die Beratung zielt auf
die Stabilisierung der psychosozialen Gesamtsituation der Frauen und ihrer
Familien ab und bietet Unterstützung bei der Beseitigung von
Vermittlungshemmnissen.
Die Beratung und Begleitung von Migrantinnen ist davon geprägt, eine Stärkung
und Verselbständigung der Frauen zu erreichen.
Frauenberatungsstelle (FrauenLeben)
Die Frauenberatungsstelle steht in der Trägerschaft des gemeinnützigen
Vereins FrauenLeben e.V.
40
Sie bietet Frauen im SGB II -Bezug, die aufgrund traumatisierender
Gewalterfahrungen und /oder familiärer Probleme gravierend in ihrer
Leistungsfähigkeit eingeschränkt sind, psychosoziale Betreuung an.
Die Einrichtung fokussiert sich auf Frauen mit Migrationshintergrund,
alleinerziehende Frauen, Frauen mit psychischen Auffälligkeiten und Frauen, die
unangemessenes Verhalten zeigen und/oder im Arbeitskontext überfordert sind.
Damit eine berufliche Integration gelingen kann, wird den betroffenen Frauen Hilfe
bei der Bewältigung von Konflikten und psychischen Erkrankungen sowie sozialen
Problemlagen geboten.
Zu den Arbeitsschwerpunkten gehören unter anderem:
gestörtes Essverhalten (Magersucht, Bulimie, Binge Eating und Adipositas)
Unterstützung bei Gewalterfahrung (häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt,
Stalking u.a.)
Probleme in der Familie und Partnerschaft, Trennung/ Scheidung
psychische Erkrankungen wie Depressionen, Ängste u.a.
berufsbezogene Problemlagen ( Arbeitslosigkeit und deren psychosoziale
Folgen, Selbstwertprobleme)
Über die Beratung hinaus werden Krisen- und Orientierungsgespräche,
themenbezogene Gruppen, Beratung für Angehörige sowie Vortrags - und
Themenabende angeboten.
Die von der Frauenberatungsstelle angebotenen Gespräche mit Psychologen zur
therapeutischen Unterstützung in akuten Krisen erfahren eine hohe Nachfrage.
Denn diese Gespräche mit Psychologen /-innen helfen gerade auch Frauen, d ie
auf einen längerfristigen Therapieplatz warten.
Spezifische Zielsetzungen der Beratung:
Stärkung des Selbstwertgefühls
Aufbau von Selbstwirksamkeitserwartung
Bewusstmachen eigener Ressourcen und Fähigkeiten
Aufbau von Veränderungsmotivation
Krisenintervention
Stärkung von gesundheitsförderndem und selbstfürsorgendem Verhalten
Stabilisierung/ Klärung der häuslichen und/ oder familiären Situation
Förderung von Ich-Stärke und Abgrenzungsfähigkeit
Informationsvermittlung zum Gewaltschutzgesetz und Unterstützung im
Trennungsprozess
Abbau von Ängsten und Unsicherheiten und Aufbau selbstsicheren
Verhaltens
Verbesserung von Konflikt- und Problemlösefertigkeiten,
Stressmanagement
Förderung der Selbstwahrnehmung zur Verbesserung der Individual-, Sozial-
und Handlungskompetenz
Förderung realistischer Selbsteinschätzung
Hilfestellung im Umgang mit Depressionen und Ängsten
41
Einleitung und Vermittlung zu weiterführenden therapeutischen Hilfen oder
anderen Beratungsangeboten
Identifikation spezifischer individueller Verhaltensdefizite, welche die
Erwerbstätigkeit blockieren und Erarbeitung von Strategien zum Erwerb
entsprechender Kompetenzen
Entwicklung realistischer beruflicher Zukunftsperspektiven
Motivation für spezifische Angebote, die notwendige Voraussetzungen zur
Teilhabe am Erwerbsleben schaffen, z.B. Nachholen von Schulabschlüssen,
Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen, Praktika.
Die Frauenberatungsstelle bietet zudem Kinder- und Jugendberatung
(Verarbeitung der miterlebten Gewalt bei den Eltern) an.
Gulliver und Lore
Es handelt sich um Arbeitsprojekte des Köl ner Arbeitslosenzentrums
„KALZ“.
Sie richten sich an Menschen, die meist ohne festen Wohnsitz sind und unter
multiplen Problemlagen wie Sucht, Schulden, physische n und psychische n
Einschränkungen leiden.
Gulliver ist eine Anlaufstelle für Obdachlose und fungiert als
Kommunikationszentrum. Das Projekt hat eine Cafeteria, einen Waschsalon und
einen Aufenthaltsraum.
Lore ist ein Lobbyrestaurant und bietet zum Beispiel ein gesundes Mittagessen an.
Die psychosoziale Begleitung in Ergänzung zur hier vorgehaltenen AGH
ermöglicht den Teilnehmenden eine Stabilisierung der persönlichen, familiären
oder gesundheitlichen Situation.
Beispielsweise: die Kontaktaufnahme zur Familie/zu den Kindern, die Vermittlung
in Sucht- oder Schuldnerberatungsstellen.
Die Teilnehm enden erwerben Schlüsselqualifikationen wie Pünktlichkeit,
Sauberkeit, Zuverlässigkeit, Teamfähigkeit, Übernahme von Verantwortung.
Überdies erlangen sie fachliche Fertigkeiten und Kenntnisse in den
Beschäftigungsfeldern: Reinigung, Hauswirtschaft, Gastronomie.
Regelmäßig findet ein Deeskalationstraining statt. Hier können die Kundinnen und
Kunden Problemlösungsstrategien für schwierige Situationen mit Gästen und/oder
Kollegen/-innen entwickeln.
Um Beschäftigungsabbrüche zu vermeiden, findet eine intensive
Krisenintervention bei den Teilnehmenden statt.
Suchtproblematik und geringe Frustrationstoleranz führen immer wieder zu
Rückschlägen.
Diese zu überwinden, erfordert ein hohes Maß an Kontinuität und
Einfühlungsvermögen in der Betreuung.
42
HIVissimo
Die Zielgruppe des Angebots der „Aidshilfe Köln e.V.“ sind SGB II-leistungsbe-
rechtigte Personen , die HIV -infiziert bzw. an AIDS erkrankt sind und multiple
Vermittlungshemmnisse aufweisen.
Ein Teil der Zielgruppe hat keine qualifizierte Berufsausbildung. Für den
beruflichen (Wieder)Einstieg bietet das Arbei ts- und Qualifizierungsprojekt
HIVissimo angemessene Qualifizierungsmöglichkeiten in den Bereichen :
Gastronomie, Hauswirtschaft, Hausreinigung und Hausmeisterei.
Parallel zur hier vorgehaltenen AGH erhalten Teilnehmer die für eine erfolgreiche
Eingliederung notwendige, psychosoziale Betreuung.
JobAktiv
Träger des Angebots ist das Katholische Jugendwerk e.V. , Fachbereich
Jugendsozialarbeit.
Das Angebot richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene von 15 bis 27
Jahre.
Es versteht sich als Bindeglied zwischen der Jugendberufshilfe und den
Jugendzentren im Kölner Norden (Chorweiler, Blumenberg und Seeberg-Nord).
Die Besonderheit des Angebotes besteht im präventiven Ansatz:
Über den offenen und niederschwelligen Zugang (aufsuchende Arbeit) kommen
die Mitarbeitenden des Projektes in Kontakt mit Jugendlichen und jungen
Erwachsenen und helfen ihnen bei der Entwicklung einer realistischen schulischen
und/oder beruflichen Perspektive, bei der Suche nach Ausbildungsplätzen etc.
Die sozialpädagogische Hilfe basiert auf den Bausteinen Kontaktaufnahme,
Erfassung der schulischen oder beruflichen Situation, konkrete Hilfestellung und
begleitende Betreuung.
Im Mittelpunkt der Beratung stehen die Arbeitsschwerpunkte Übergang
Schule/Beruf, Berufswahlorientierung und die Entwicklung realistischer beruflicher
Perspektiven. Auch begleiten JobAktiv -Mitarbeiter/-innen geeignete Jugendliche
zu Ausbildungsmessen und Veranstaltungen, bei denen Firmen Ausbildungs- und
Praktikumsplätze anbieten.
Das Beratungs- und Betreuungsangebot umfasst beispielsweise:
Stellenrecherchen
individuelle und ressourcenorientierte Beratung
Vervollständigung der Bewerbungsunterlagen
Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche/Einstellungstests
Betriebsbesichtigungen
43
Die ganzheitliche Unterstützung erstreckt sich über die Begleitung im
Bewerbungsprozess hinaus auch auf die Bewältigung sozialer Bedarfe und
Problemlagen.
JobLotsen DiMa
Das Angebot wird vom Träger BTZ Berufliche Bildung Köln GmbH realisiert.
Die Job Lotsen DiMa bieten zielgruppenspezifische Unterstützung bei der
Identifizierung von Problemlagen sowie Hilfe im Umgang mit behördlichen
Angelegenheiten, Finanzen, dem Wohnumfeld, etc. an.
Das Ziel besteht im Erkennen und Bearbeiten bestehender
Vermittlungshemmnisse sowie der Entwicklung und Umsetzung tragfähiger
Hilfepläne in enger Zusammenarbeit mit den Kundinnen und Kunden.
Die individuelle, intensive und kontinuierliche Beratung und Begleitung bewirkt die
Aktivierung bzw.Reaktivierung der Teilnehmenden.
Die Begleitung der Kundinnen und Kunden zu Angeboten, Behörden, zu Ärzten
und in Therapie, nimmt diesen die Unsicherheit und Scheu und stärkt so deren
Selbsthilfepotenzial.
Die Zielgruppe weist beispielsweise folgende Merkmale auf:
Schwierigkeiten im Umgang mit Geld und/oder Geldinstituten und
Bankkonten
Schulden
Schwierigkeiten mit der Wohnung, v.a. in Form einer unzureichenden
Unterkunft oder Konflikten mit Vermietern
Sprachprobleme
Unzuverlässigkeit
Überforderung mit Strukturierung des eigenen Alltags
fehlendes Zeit- und Selbstmanagement
Suchtproblematik
gesundheitliche Probleme (insb. psychische und körperliche Erkrankungen)
familiäre Schwierigkeiten
Im Rahmen der sozialpädagogisch orientierten Intervention arbeiten die JobLotsen
mit vielen Fachdiensten, Beratungsstellen, Behörden und Ämtern zusammen.
Dabei spielen der Sozialraum und das darin befindliche Netzwerk eine große Rolle.
So arbeiten sie beispielsweise zusammen mit:
dem Sozialamt/ der Fachstelle Wohnen
diversen Wohnungsbaugenossenschaften
Gebrauchtmöbellagern
der Handwerkskammer
den Sozialpsychiatrischen Zentren
Tageskliniken
44
der Suchtambulanz der LVR Klinik Köln-Merheim
der Suchtberatung
den Budgetberatungen
verschiedenen Bildungsträgern
verschiedenen Krankenkassen
dem Therapiezentrum für Folteropfer
der Flüchtlingsberatung.
JobLotsen Reso
Das Angebot wird vom Träger BTZ Berufliche Bildung Köln GmbH realisiert.
Die Joblotsen Reso begleiten Menschen ohne festen Wohnsitz.
Die Problemstellungen dieser Kundengruppe erfordern einen spezialisierten Blick
auf den Be reich Wohnen und Wohnungssuche und eine auf diese Zielgru ppe
abgestimmte Kontaktaufnahme bzw. Beziehungsarbeit.
Die Lotsen arbeiten in erster Linie aufsuchend. Häufig wird die sogenannte „warme
Übergabe“ von den Fallmangern genutzt, d.h. sie übergeben die Kundinnen und
Kunden unmittelbar an die Lotsin bzw. den Lotsen. Zusätzlich bieten die
JobLotsen Reso einmal pro Woche eine offene Sprechstunde an.
Das Ziel besteht im Erkennen und Bearbeiten bestehender
Vermittlungshemmnisse sowie der Entwicklung und Umsetzung tragfähiger
Hilfepläne in enger Zusammenarbeit mit den Kundinnen und Kunden.
Die individuelle, intensive und kontinuierliche Beratung und Begleitung bewirkt die
Aktivierung bzw. Reaktivierung der Teilnehmenden.
Die Begleitung der Kundinnen und Kunden zu Angeboten, Behörden, zu Ärzten
und in Therapie, nimmt ihnen Unsicherheit und Sche u und stärkt so das
Selbsthilfepotenzial des Einzelnen.
Die Zielgruppe weist beispielsweise folgende Merkmale auf:
Schwierigkeiten im Umgang mit Geld und/oder Geldinstituten und
Bankkonten
Schulden
Schwierigkeiten mit der Wohnung, v.a. in Form einer unzureichenden
Unterkunft oder Konflikten mit Vermietern
Sprachprobleme
Unzuverlässigkeit
Überforderung mit Strukturierung des eigenen Alltags
fehlendes Zeit- und Selbstmanagement
Suchtproblematik
gesundheitliche Probleme (insb. psychische und körperliche
Erkrankungen)
familiäre Schwierigkeiten
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Im Rahmen der sozialpädagogisch orientierten Intervention arbeiten die JobLotsen
mit vielen Fachdiensten, Beratungsstellen, Behörden und Ämtern zusammen.
Dabei spielen der Sozialraum und das darin befindliche Netzwerk eine große Rolle.
So arbeiten sie beispielsweise zusammen mit
dem Sozialamt/ der Fachstelle Wohnen
diversen Wohnungsbaugenossenschaften
Notschlafstellen
den Sozialpsychiatrischen Zentren
der LVR-Klinik in Merheim
der dortigen Suchtambulanz
der Suchtberatung
den Budgetberatungen
der Bewährungshilfe
verschiedenen Krankenkassen
verschiedenen Haus- und Fachärzten/-innen
Kellerladen
Der Kellerladen des Vereins Kellerladen e.V. leistet Jugendarbeit in
Bilderstöckchen.
Zielgruppe des Vereins sind Jugendliche und junge Erwachsene bis 30 Jahre, die
im Angebot eine Tagesstruktur erhalten und dabei ihre beruflichen
(konzeptionellen, kalkulatorischen, handwerklichen) und sozialen Fähigkeiten
entwickeln können.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der P rävention. Das Angebot Kellerladen ist
auf dem Hintergrund der besonderen sozialräumlichen Ausrichtung und
Einbindung im Stadtteil ausgerichtet.
Ziel ist die psychosoziale Stabilisierung und die Verhinderung drohender
Nichtbeschäftigung sowie die Einleit ung von Maßnahmen, die an Ausbildung und
Arbeitsaufnahme heranführen.
Die Komplexität des Betreuungsangebots umfasst unter anderem:
psychosoziale, persönlichkeitsstabilisierende Elemente
Vermittlung technischer Fertigkeiten (Computer, manuelle Erfahrung mit
Werkzeugen und Maschinen)
schulisch-theoretische Hilfen
Einstellungstest-Trainings
Telefontraining
Verhaltenstraining
Erhöhung der Kommunikationsfähigkeit
Kompetenzcheck
Der Träger arbeitet intensiv mit Ausbildungsbetrieben, Schule n und
Bewerbungscoaches zusammen.
46
Neben der täglichen Arbeit bietet der Träger auch verschiedene, oft
projektorientierte Aktivitäten wie den „Markt der Möglichkeiten“ (Ausbildungsmarkt
im Altenberger Hof/ Nippes), das Suchtprä ventionsprojekt „Stoffwechsel“ oder
Projektfahrten an.
Der in 2015 umgestaltete Computerraum im Jugendbüro bietet mehr Raum für
„Intimität“. Denn die Beziehungsarbeit hat sich massiv in Richtung psychologischer
Problematiken verschobe n. Häufig ist zunächst das Aufbrechen der auf
psychologischen Störbildern, Suchtproblematiken und delinquenten
Verhaltensauffälligkeiten basierenden Verhaltens - und Abwehrmechanismen wie
„cooles Gehabe“ oder „wortkarg und zurückhaltend“ erforderlich. Oft ist die Haltung
der Jugendlichen und jungen Erwchsenen i n Kombination mit Versagensängsten
und fehlendem Selbstbewusstsein von Misstrauen, Frustration, Demotivation,
Abwehr und Fassadenverhalten geprägt.
Hier ist zunächst intensive und vertrauensschaffen de Gesprächsarbeit
erforderlich. Meist finden Bewerbungscoaching und Jobrecherche e rst in einer
späteren Betreuungsphase statt.
Kölner Feger
Das Angebot des Sozialdienst katholischer Männer e.V. richtet sich
ausschließlich an Substituierte mit Leistungsansprüchen nach SGB II.
Die Förderung des Projektes „Kölner Feger“, mithin die psychosoziale Betreuung,
erfolgt in Anlehnung an die Durchführung der Arbeitsgelegenheiten (AGH)
gem. § 16d SGB II.
Die Tätigkeitsinhalte bestehen in der Reinigung und Entmüllung von besonders
durch Drogenabhängige/Wohnungslosen belasteten Orten, (zusätzlich zu den
Reinigungen durch die Abfallwirtschaftsbetriebe Köln) und an Orten, die durch die
Abfallwirtschaftsbetriebe Köln nicht abgedeckt werden (beispielsweise
Kinderspielplätze, Vorgärten in Wohnkomplexen).
Die Reinigung erfolgt unter Anleitung auf zwei bis drei festgelegten Routen. Die
Routen werden in Absprache mit den Abfallwirtschaftsbetrieben Köln, dem
Ordnungsamt, den Bezirksämtern und anderen örtlichen Beteiligten entwickelt.
Ziel des Projektes ist es, das Sozial - und Arbeitsverhalten der Teilnehmenden zu
verbessern. Beispielsweise Konfliktfähigkeit, Pflichtbewusstsein, Zuverlässigkeit
und Teamfähigkeit.
Die Teilnehmenden sollen lernen, ihren Alltag zu strukturieren und in Problemlagen
Lösungen zu entwickeln.
Mit Hilfe intensiver Arbeitsanleitung und Unterstützung im Alltag soll erprobt
werden, welche Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt bzw. im Rahmen der
beruflichen Integration möglich sind.
Überdies soll den T eilnehmenden durch ihre aktive Beteiligung an der
Verbesserung des öffentlichen Erscheinungsbildes bzw. der Reinigung der von
47
Randgruppenangehörigen vermüllten und verdreckten Orte die Möglichkeit der
gesellschaftlichen Inklusion eröffnet werden.
Mann sein ohne Gewalt
Dieses Angebot der Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V. (AWO) richtet
sich nicht an Opfer, sondern an die Täter.
Die Zielgruppe besteht aus Männern, die gegen ihre Partnerin und/oder ihre
Kinder, unter Umständen auch gegen andere Famil ienmitglieder, gewalttätig
geworden sind bzw. aktuell noch gewalttätig sind.
Die Männer werden vom Gericht, von der Staatsanwaltschaft, von
Beratungsstellen oder von der Polizei zugewiesen. Es gibt jedoch auch
Selbstmelder.
Auch Partnerinnen erhalten – sofern realisierbar - Informationen über
Möglichkeiten und Grenzen des Angebotes sowie eigene Hilfsangebote.
Familienangehörige werden beraten oder an passende Hilfeeinrichtungen
vermittelt.
„Mann sein ohne Gewalt“ arbeitet nach den Standards und Empfeh lungen für die
Arbeit mit männlichen Tätern im Rahmen von interinstitutionellen
Kooperationsbündnissen gegen häusliche Gewalt (Bundesarbeitsgemeinschaft
Täterarbeit häusliche Gewalt e.V., 2007).
Es beinhaltet sowohl Einzel- als auch Gruppensettings.
Zunächst erfolgt eine Einzelberatung inklusive psychodiagnostischer Tests zur
Abklärung schwerwiegender Persönlichkeitsstörungen oder anderer
Ausschlusskriterien.
In den Einzelterminen werden konkrete Alltagskonflikte und mögliche Lösungen
erörtert. Die Kunden sollen für problematische Denk - und Verhaltensweisen
sensibilisiert werden, um ein Problembewusstsein und eine Motivation zur
Teilnahme am Trainingsprogramm zu wecken.
Die Mindestteilnahmedauer am Gruppenangebot beträgt 34 Sitzungstermine. Die
durchschnittliche Teilnahmedauer 9 -11 Monate.
Bei akuten Krisen besteht die Möglichkeit kurzfristiger Gespräche im Einzelsetting,
mit dem Ziel der Deeskalation und der Vorbeugung neuerlicher Gewalt.
Es findet oft eine sehr enge, fallbezogene Zusammenarbeit mit Einrichtungen des
Kinder- und Jugendschutzes , der Polizei und Beratungsstellen statt.
Miga 40
Der Verein Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V. bietet dieses Angebot für
erwerbslose Migrantinnen ab 40 Jahren an.
48
Zielgruppe von „Miga 40“ sind nach Deutschland immigrierte, SGB II-leistungsbe-
rechtigte Frauen.
Der Verein bietet Beratungs -, Qualifizierungs - und Lernangebot e an. Diese
betreffen berufliche Eingliederungshemmnisse, familiäre Probleme, fehlende
berufliche Qualifikationen sowie Sprachprobleme.
Die Förderangebote sind überwiegend im niederschwelligen Bereich angesiedelt
(einfache Sprache, häufige Wiederholungen).
In der Projektarbe it wird ein ganzheitlicher Ansatz genutzt. Die Angebote stehen
zumeist im engen Bezug zum praktischen Leben der Teilnehmenden.
Elemente der Beratung sind beispielsweise ressourcenorientierte Methoden,
Biografiearbeit, soziale Gruppenarbeit. Zudem theaterpädagogische Elemente und
Rollenspiele.
Sprachförderung ist ein wesentliches Element des Angebotes. Teilnehmerinnen
mit Sprachhemmungen werden durch eine spielerische Herangehensweise
gefördert (Sprachcafé, Rollenspiele, Alltagsgeschichten).
Überdies bieten Dozentinnen Vorträge, Seminare und Infoveranstaltungen zu
verschiedenen Themen an.
Ziele der Projektearbeit sind beispielsweise:
Verbesserung der Sprachkompetenz (schriftlich/mündlich)
Aneignung von Wissen/Kenntnissen im Bereich Arbeitsmarkt,
Sozialversicherungssysteme, Bildungssystem
Übergang in andere weiterführende Maßnahmen wie z.B.
Arbeitsgelegenheit, Jobbörse, Qualifizierung
Anerkennung im Ausland erworbener Zeugnisse
Erstellung Lebenslauf/Bewerbungsmappe
Bewerbungstraining
Motivationstraining
Entwicklung/Verbesserung IT-Medienkompetenz
Erweiterung des Wissensspektrums über die Stadt Köln und die Nutzung
ihrer Angebote (Stadtbibliothek, AWB, Museen, Flora)
Weiterleitung/Anbindung an andere fachliche Dienste wie z.B.
psychologische Ambulanzen, Therapeuten, psycho-somatische Kliniken
Der Träger hat ein interkulturelles und interdisziplinäres Team. Die
Mehrsprachigkeit umfasst z.B. auch persisch/farsi, eritreisch/triginya und kroatisch.
MImiK
„M.I.m.i.K.– M.iteinander I.ntegration m.eistern i.n K.öln“ ist ein im rechts-
rheinischen Köln verortetes Angebot der förderungs - &
49
bildungsgemeinschaft jugend - und altenarbeit vingst/ostheim e.V.(Vingster
Treff).
Das Angebot richtet sich an junge alleiner ziehende Frauen im Alter von 16 bis 25
Jahre, mit und ohne Migrationshintergrund, die aufgrund vielfacher Benachteili-
gung die Integration in das Ausbildungssystem oder in den Arbeitsmarkt nicht voll-
ziehen konnten.
Ziel ist die individuelle Stabilisierung von jungen Frauen in ihrer Persönlichkeit so-
wie in ihrem Umfeld mit der Perspektive, sich für eine berufliche Entwicklung zu
öffnen und diese langfristig zu realisieren.
Die Kinderbetreuung vor Ort sichert jungen Frauen und ihren Kindern unbürokra-
tisch und mit direktem Einstieg die Teilnahme am Projekt, wenn keine regulären
Betreuungsmöglichkeiten bestehen.
Merkmale der Zielgruppe sind beispielsweise:
hoher Bedarf an psychosozialer Stabilisierung
keine ausreichenden sozialen Netzwerke (soziale Isolierung)
fehlende Schul- und Berufsabschlüsse
fehlende Kenntnisse über Arbeitsmarktzugänge und Berufsbilder
unzureichende reguläre Betreuungsmöglichkeiten der Kinder
Ziele der Beratung und Unterstützung sind insbesondere:
individuelle psychosoziale Stabilisierung (Erkennen der eigenen Ressourcen,
Kommunikationstraining, Stärkung der persönlichen/sozialen/interkulturel-
len/fachlichen und organisatorischen Kompetenzen)
Stärkung der Mutter-Kind-Beziehung (auch Fragen und Hilfestellungen bezüg-
lich der Kinderbetreuung und –erziehung)
Erlernen fester Strukturen/Haushaltsplanung und Zeitmanagement
Einbindung in soziale Netzwerke
Motivations- und Mobilitätssteigerung
Sicherung einer geregelten Kinderbetreuung
Gesundheitsförderung
Entwicklung einer beruflichen Perspektive in Verbindung mit der Vereinbarkeit
von Familie und Beruf (z.B. Konkretisierung und Visualisierung einer Berufs -
und Lebenswegplanung)
Abbau persönlicher Belastungen (z.B. Regulierung Schuldenabbau, Kenntnis-
vermittlung Methoden Stressbewältigung, Seminare Gesundheitsprävention)
Das Angebot sieht Einzelgespräche und ein zielgruppenorientiertes Seminarange-
bot vor. Überdies Bewerbungshilfen und Bewerbungstraining, den Besuch von
Ausbildungsbörsen, die Begleitung während eines Praktikums , die Weiterleitung
sowie die Begleitung zu Fachstellen.
Weitere unregelmäßig stattfindende Angebote und Aktivitäten umfassen beispiels-
weise die „Schreibwerkstatt“, Informationsveranstaltungen zu Energiesparen und
anderen Themen sowie verschiedenste Exkursionen.
50
Müllemer Wäsch und Kochwiever
Die Christliche Sozialhilfe Köln e.V. (CSH) bietet mit diesem Angebot
Unterstützungsleistungen im Hauswirtschafts - und Küchenbereich, Hol - und
Bringdienste, Begleitung und Betreuung für alte, behinderte und kranke Menschen
sowie Familien in Not in Mülheim und in angrenzenden Stadtteilen an.
Das niedrigschwellige Beschäftigungsangebot im Bereich der
Arbeitsgelegenheiten bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, berufliche
Erfahrungen in hauswirtschaftlichen Dienstl eistungen, der Seniorenbetreuung, in
der Küche und im Service zu machen.
Zusätzlich zur Arbeitsgelegenheit wird eine intensive psychosoziale Begleitung
und Betreuung für Teilnehmende mit folgenden Merkmalen vorgehalten:
körperliche und gravierende psychische Erkrankungen
Lernbehinderungen oder leichte geistige Behinderungen
unsichere Wohnverhältnisse
Suchterkrankungen
Vorstrafen
fehlende oder geringe Schreib- und Lesekenntnisse
Überschuldung und/oder private Insolvenz
fehlende oder geringe Deutschkenntnisse
Flucht- und Verfolgungserfahrungen
fehlende Schul- und Berufsabschlüsse
familiäre Problemlagen
Die intensive sozialpädagogische Betreuung zur Stabilisierung, Unterstützung und
Aktivierung ist hier notwendig, um die den Integrationsprozess zusätzlich
belastenden Themen wie beispielsweise die Instabilität der gesundheitlichen
Situation, geringe Belastbarkeit/hohe Ausfallzeiten, schwere körperliche und
psychische Erkrankungen (Depressionen, Psychosen und Phobien),
Verhaltensauffälligkeiten, geringes Vorhandensein von Schlüsselqualifikationen
wie Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit, berufliche Orientierungslosigkeit,
mangelndes Selbstwertgefühl, mangelndes Konfliktmanagement, fehlende
Kompetenz in der Organisation der eigenen Kinderbetreuung zu bearbeiten.
Der Träger arbeitet hierbei l ösungsorientiert und ganzheitlich mit der Zielrichtung
der Heranführung an den allgemeinen Arbeitsmark.
Orientierungsberatung
Die „Orientierungsberatung“ wird von einem Trägerverbund unter der
Federführung des Diakonischen Werks Köln und Region angeboten.
Folgende Vereine sind im Trägerverbund zusammengeschlossen:
Arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistische
Ausbeutung (Agisra)
Allerweltshaus e.V.
51
Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Köln e.V. (AWO)
Begegnungs- und Fortbildungszentrum muslimischer Frauen e.V.
(BFMF)
Caritasverband für die Stadt Köln e.V.
Christliche Sozialhilfe Köln e.V. (CSH)
Diakonie Michaelshoven e.V.
Diakonisches Werk Köln und Region
Deutsches Rotes Kreuz (DRK)
Pari Sozial Köln gGmbH - Echo e.V.
Familienladen Buchheim
Förderungs- und Bildungsgemeinschaft, Jugend- und Altenarbeit
Vingst/Ostheim e.V., (Vingster Treff)
Frauen gegen Erwerbslosigkeit e.V.
Kölner Arbeitslosenzentrum e.V. (KALZ)
Synagogengemeinde Köln
Sozialdienst katholischer Frauen e.V. Köln (SKF)
Sozialdienst Katholischer Männer e.V. (SKM)
Veedel e.V.
Die Orientierungsberatung hilft bei der Klärung beruflicher Interessen und
vermittelt Informationen zu beruflichen und qualifizierenden Maßnahmen.
Überdies gewährleistet das Angebot kurzfristig Beratung und Soforthilfe bei
persönlichen Krisen durch die Weiterleitung an entsprechende Fachstellen.
Im Fokus steht zudem d ie Klärung leistungsrechtlicher und psychosozialer
Problemlagen.
Die ganzheitliche Beratung bietet sozialrechtliche Informationen und Hilfe n, leistet
Unterstützung beim Ausfüllen von Anträgen und vermittelt sprachliche Hilfen bei
Konflikten mit Behörden.
Die sozialraumorientierten und zentral gelegenen Beratungsstellen sind über das
Stadtgebiet verteilt und gewährleisten den Kundinnen und Kunden einen
wohnortnahen und niederschwelligen Zugang.
Psychosoziale Betreuung für Jugendliche und junge Erwachsene
im Sozialraum Meschenich
Es handelt sich um ein im Sozialraum verortetes Angebot der Jugendhilfe
Köln e.V.
Zielgruppe des Projektes sind sozial benachteiligte Jugendliche und junge
Erwachsene bis maximal 30 Jahre, die aus dem Stadtteil Meschenich stammen
und die mehrheitlich einen SGB II Leistungsanspruch besitzen.
Das Projekt ermöglicht den Erwerb bzw. die Entwicklung und Vertiefung im
Kontext der sogenannten „Grundbildung“: Hierzu zählen neben Lese- und
Schreibfertigkeiten sowie Rechenfähigkeit auch Kompetenzen in den
Grunddimensionen kultureller und gesellschaftlicher Teilhabe wie beispielsweise
52
Grundfähigkeiten im IT-Bereich, in der Gesundheitsbildung, in der finanziellen
Grundbildung sowie soziale Grundkompetenzen.
Solche Defizite verhindern oder erschweren den Zugang zur Arbeitsmarkt-
integration, mithin zur gesellschaftlichen Teilhabe, erheblich.
Das Projekt bietet vor Ort, unmittelbar in der Lebenswelt der jungen Menschen,
eine unbürokratische, niederschwellige und effektive Hilfe- und Betreuungs-
struktur. Neben Angeboten im Bereich der Grundbildung hält es auch ein
Clearing sowie der Zugang zu weiterführenden Angeboten vor.
Die Themenfelder und Ziele der psychosozialen Betreuung sind vielfältig.
Beispielsweise:
• Erwerb/Erweiterung von Kenntnissen im Bereich des sozialen und praktischen
Lebens (Alltagswissen)
• Verbesserung des Kommunikationsverhaltens
• Erwerb/Erweiterung von Schlüsselqualifikationen
• Erwerb/Erweiterung von Kenntnissen in Bezug auf Dokumente und deren
Kontext (Schreiben von Behörden etc.)
• Erwerb/Erweiterung von soziale Kompetenzen
• Erwerb/Erweiterung von Grundkenntnissen in Bezug auf Lesen, Schreiben und
Rechnen
• Erwerb/Erweiterung der Fähigkeit(en) im Kontext der Bewerbungssituation
• Klärung, Stabilisierung, Sicherung im Rahmen der Wohnsituation
• Aufnahme einer Beschäftigung/Ausbildung
• Verbesserte Grundbildung und Organisationsfähigkeit in Bezug auf
gesellschaftliche und berufliche Anforderungen
Strickleiter I
Es handelt sich um ein Angebot des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V.
Köln.
Strickleiter I ist ein Angebot für Frauen und Männer, die von häuslicher Gewalt
betroffen sind oder waren und aufgrund der damit verbundenen körperlichen und
psychischen Beeinträchtigungen drohen, ihre Erwerbsfähigkeit dauerhaft oder
zumindest zweitweise zu verlieren.
Die (oft über einen längeren Zeitraum ertragenen) Gewalterlebnisse haben
zumeist gravierende physische, psychi sche, soziale und ökonomische
Auswirkungen. Zumeist weisen die Teilnehmenden Multiproblemlagen auf.
53
Es handelt sich mehrheitlich um Frauen, die durch die Gewalterfahrung existentiell
verunsichert sind und das Gefühl für die eigenen Stärken, Ressourcen und
Möglichkeiten verloren haben. Überwiegend sind diese alleinerziehend, oft mit
mehreren Kindern. Sie müssen, wenn sie die von Gewalt geprägte Beziehung
verlassen haben, nahezu ihr gesamtes soziales und berufliches Umfeld neu
organisieren bzw. den neuen Lebensumständen anpassen (Wohnsituation, soziale
Absicherung, Kinderbetreuung). Dies führt in der Regel zu einer tiefgreifenden
Verunsicherung. Häufig werden die Möglichkeiten der Lebensgestaltung von
Schulden bzw. geringem Einkommen eingeschränkt. Überdies sind die Frauen
vielfach durch f amiliäre Probleme, die aus Gewalterleben/Trennung resultieren
und die sowohl die Kinder als auch das gesamte familiäre bzw. soziale
Bezugssystem betreffen, zusätzlich belastet.
Das Angebot funktioniert als Lotse in das Hilfesystem: Strickleiter I stellt im
Rahmen des Casemanagements sicher, dass die Opfer (und deren Kinder) die
notwendigen und möglichen Hilfen erhalten.
So können Prozesse initialisiert und begleitet werden, die ineinander greifen und
aufeinander aufbauen. Auch nach einem Einstieg in die Berufstätigkeit sichert eine
weitergehende Betreuung die erreichte Stabilität und verhindert ein Scheitern in
der Arbeitswelt.
Strickleiter II
Auch dies ist ein Angebot des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. Köln.
Strickleiter II ist ein Angebot für Frauen mit massiven Problemlagen, die einer
Arbeits- oder Beschäftigungsaufnahme entgegenstehen. Ziel ist die Klärung und
Bearbeitung der multiplen psychosozialen Problemlagen.
Inhalte und Ziele der Beratung sind beispielsweise:
Wirtschaftliche bzw.existenzsichernde Stabilisierung (Schuldenermittlung und
– regulierung, Vermittlung in Schuldnerberatung, Hilfe beim Bezug einer
neuen Wohnung, Unterstützung bei der Wohnraumsuche)
psychische und psychosoziale Stabilisierung und Entlastung (auch
psychische/wirtschaftliche Krisenintervention)
Erarbeitung von Tagesstruktur
Erziehungsthemen (Erziehungsfragen, Klärung Umgangsrecht,
Zusammenarbeit mit Jugendamt)
Klärung medizinisch-therapeutischer Versorgung (medizinische Abklärung,
notwendige Vermittlung Psychotherapie)
berufliche Entwicklung (Anerkennung ausländischer Abschlüsse, Aufnahme
geringfügige Beschäftigung, Kontaktaufnahme zu bildungs- und
berufsfördernden Angeboten, Vermittlung zu Sprach- und Integrationskursen)
Rechtsberatung
Begleitung bei Behördengängen
Strickleiter II wird überwiegend von folgenden Personengruppen in Anspruch
genommen:
54
alleinerziehende Frauen, zum Teil mit mehreren Kindern
Frauen mit massiven Beziehungsschwierigkeiten
Frauen in Krisen mit einer existenziell unsicheren Lebensperspektive
Frauen mit multiplen sozialen Problemlagen
Frauen mit noch nicht diagnostizierten Suchterkrankungen, psychischen
und/oder somatischen Erkrankungen
Die einzelnen Angebote und Aktivitäten richten sich nach den Bedarfs - und
Problemlagen der Frauen.
Die Kontakt - und Beratungstreffen, Kriseneinsätze und alltagspraktischen Hilfen
wie Begleitung zu Ämtern und Beratungsstellen erfolgen zeitlich flexibel und
bedarfsgerecht.
Xenia
„Xenia – Chance für Migrantinnen“ ist ein Angebot des Vereins Frauen gegen
Erwerbslosigkeit e.V.
Das Ziel ist die psychosoziale Stabilisierung und Unterstützung, insbesondere mit
Blick auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, für (allein) erziehende
Migrantinnen im Alter von 18 -35 Jahren (In Ausnahmefällen ist die Teilnahme auch
für Frauen über 35 Jahre möglich).
Zur Zielgruppe zählen sowohl nach Deutschland immigrierte Frauen als auch
Frauen mit Migrationshintergrund, die in Deutschland aufgewachsen sind.
Das Projekt bietet ein ganzheitliches Beratungs -, Qualifizierungs- und
Orientierungsangebot in Form von Einzelgesprächen, Gruppenangeboten,
modularen Kursangeboten, Sprachförderung und Kinderbetreuung an.
Die Kinderbetreuung während der Maßnahme ist sichergestellt.
Ziele sind beispielsweise:
Aufbau einer Struktur im Alltag
Aufbau und Ausbau von Freundschaften/Kontakten
Bewältigung vonTrennungen/Scheidungen
Ordnen/Organisieren von Papieren und Post
Organisation/Ausweitung der Kinderbetreuung
Verbesserung der Sprachkompetenz
Mobilität/Orientierung im Alltag/in Köln
Absolvieren eines Praktikums
Entwicklung einer Bewerbungsmappe
Übergang in andere weiterführende Maßnahmen wie „Kölner Alleinerziehende im
Aufbruch“
Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung/eines Minijobs
Die Gruppenangebote beinhalten ein modular aufgebautes, flexibles
Qualifizierungsangebot. Xenia verfügt unter anderem über folgende Angebote:
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Profiling (Stärkenanalyse und Ressourcentraining)
binnendifferenzierte Sprachförderung
Berufsorientierung und Berufswegeplanung
Stellenrecherche und Bewerbungstraining inklusive IT-und Medienkompetenz
Angebote zur Stressbewältigung
Angebote zur aktiven Elternarbeit
Angebote im Rahmen kreativen Gestaltens (Dies bietet einerseits Raum für
zwanglosen Austausch und Gespräche, andererseits aber auch die Möglichkeit ,
eigene Kenntnissen und Fähigkeiten wie Ausdauer, Arbeitsorganisation,
Konzentration, Sorgfalt, Entwickeln von Problemlösungsstrategien zu entdecken,
zu stärken und zu entwickeln)
Workshops zu Themen wie „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, „Achtsamkeit“,
„Zeitmanagement“, „Veränderungsprozesse“, „Formen von Arbeit und
Arbeitszeitmodellen“
Referenten aus dem Kölner Hilfs - und Beratungsangebot halten Vorträge zu
Themen wie „Der Stromsparcheck“, „Frauengesundheit und Verhütung“,
„Ausbildungswege und –möglichkeiten“.
Überdies finden Exkursionen , wie beispielsweise eine Führung durch das
Verlagshaus „Neven DuMont“ oder zum Tag der Ausbildung des LVR, statt.
Zweiradwerkstatt
Die Zweiradwerkstatt 180° wird in Kooperation zwischen der Aidshilfe Köln
e.V. und der IB-gGmbH West, Arbeitsprojekt, geführt.
Sie bietet für die Zielgruppe der akut Drogengebrauchenden ab 18 Jahren, die
ihren Wohnort oder ihren ständigen Aufenthalt in Köln haben und Leistungen nach
SGB II beziehen, Beschäftigung und Qualifizierung an.
Die Zielgruppe besteht aus schwerst und akut drogenabhängigen Menschen, die
durch handwerkliche Tätigkeiten und sozialpädagogische Begleitung stabilisiert
werden sollen, so dass eine Beschäftigung erreicht werden kann.
Die Zweiradwerkstatt 180° ist ein regulärer, bei der Handwerkskammer
eingetragener Zweiradbetrieb, der bewusst als offene Werkstatt mit Kundenkontakt
konzipiert ist.
Das Arbeitsfeld einer Zweirad - bzw. Fahrradwerkstatt bietet der Zielgruppe die
Möglichkeit, ihre Arbeits - und Leistungsfähigkeit zu erproben und zu verbessern
sowie berufsbezogene Interessen und Fähigkeiten herausarbeiten zu können.
Die zusätzlich zur hier vorgehaltenen Arbeitsgelegenheit erfolgende psychosoziale
Betreuung basiert auf einem konzeptionellen Ansatz und berücksichtigt, dass die
Abhängigkeit bei einem große n Teil der Betroffenen über lange Jahre eine
chronische Rückfallkrankheit ist, aus der diese nur schrittweise „herauswachsen“
können.
56
4. Angebote der Suchtberatung nach § 16a Nr. 4 SGB II
Claro Mobil
Das Angebot wird in Kooperation der Träger Sozialdienst katholischer Frauen
e.V. Köln (SKF) und Sozialdienst katholischer Männer e.V. Köln (SKM) durch-
geführt.
Es handelt sich um ein flexibles und schnell einsetzbares Instrume nt im Bereich
der Suchtberatung. Die Mitarbeiter/-innen von „Claro Mobil“ sind für die Integrati-
onsfachkräfte des Jobcenter Köln verlässlich und unmittelbar erreichbar.
Ersttermine können sowohl im Jobcenter als auch im privaten Umfeld der Kundin-
nen und Kunden stattfinden. Die Mitarbeiter/-innen arbeiten ausschließlich aufsu-
chend und begleitend.
Gerade die Flexibilität und Unmittelbarkeit ist - in Bezug auf die Zielgruppe - äu-
ßerst zielführend: Besonderes Merkmal der suchtkranken Menschen ist ein gerin-
ges Selbstbewusstsein, eine geringe Ich -Stabilität und häufig eine unzureichende
Zuverlässigkeit. Daraus folgt, dass notwendige Hilfsangebote zur Überwindung ih-
rer Sucht, auf herkömmlichen Kontakt - und Beratungswegen zumeist nicht ange-
nommen bzw. die Kundinnen und Kunden so nicht erreicht werden.
Claro Mobil identifiziert neben der Suchtproblematik auch die oftmals vorhandenen
weiteren prekären Problemlagen, ohne dabei das Suchtproblem und eine Anbin-
dung an die Einrichtungen des Suchthilfesystems aus den Augen zu verlieren.
Eine Hierarchisierung der Themen bestimmt die Vorgehensweise. Die Kundinnen
und Kunden werden nicht nur über Angebote informiert, sondern auch zur Inan-
spruchnahme der Hilfen begleitet.
Ziel von Claro Mobil ist die nachhaltige Anbindung der Teilnehmenden an das
Suchthilfesystem und damit die Vorbereitung der Integrationsfähigkeit der Hilfebe-
dürftigen.
Ziele sind unter anderem:
Anbindung an Suchtberatungsstellen
Vermittlung in weiterführende Therapien
Vermittlung in ambulant betreutes Wohnen für Suchtkranke
Vermittlung in andere Hilfsangebote, zum Beispiel Schuldnerberatung
Hilfe bei Wohnungs- und Wohnraumproblemen
Suchtberatung
Die folgenden Träger sind mit der Durchführung der Suchtberatung für SGB II -
Leistungsempfänger gemäß § 16a Nr. 4 SGB II beauftragt:
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• Diakonisches Werk des ev. Kirchenverbandes Köln und Region,
• Sozialdienst katholischer Männer e. V. (SKM),
• Blaues Kreuz e.V.,
• Psychosomatische Klinik Bergisch Gladbach,
• Drogenhilfe Köln Projekt gGmbH
Die Träger haben sich zu einem Verbund zusammengeschlossen.
Über eine zentrale Telefonnummer sind die Erreichbarkeit und eine schnelle
Terminvergabe gewährleistet. Die Zuweisungen zum jeweils für die
Suchterkrankung relevanten Träger werden intern verteilt. Denn obschon ein
Trägerverbund, der ein einheitliches A uftreten gewährleistet, besteht, haben die
einzelnen Träger unterschiedliche Schwerpunkte in fachlicher Hinsicht oder in der
Präsenz in den Stadtvierteln.
Inhaltlich gliedert die Suchtberatung sich in zwei Phasen: das Clearing sowie die
eigentliche Betreuung.
Das Clearing stellt den Suchtstatus fest und klärt die aktuellen Problemlagen der
Kundin bzw. des Kunden, um deren bzw. dessen Fähigkeit zur
Auseinandersetzung mit der Suchtproblematik festzustellen.
Die Betreuungsphase umfasst die Erstellung einer detaillierten Suchtanamnese,
die biographische Anamnese mit Klärung von Arbeitsfähigkeit, Sicherung des
Lebensunterhaltes, offene juristische Verfahren etc.
In dieser Phase werden Vorbefunde eingeholt, Kundinne und Kunden im
Ausnahmefall zu wichtigen Terminen begleitet und in weiterführende Angebote des
Suchthilfesystems vermittelt.
Es wird überprüft, ob die Klientin bzw. der Klient für ein ambulantes Suchtsetting
geeignet ist oder zunächst stationär behandelt werden muss.
Ebenso wird Hilfestellung im Antragsverfahren gegeben, z.B. auf
Entwöhnungsbehandlung.
Das Angebot umfasst neben dem Clearing die Beratung, Motivation und
Begleitung.
Der Fokus liegt hierbei auf den weiterführenden Angebote des Suchthilfesystems,
in die nach Möglichkeit vermittelt wird.
Mitteilung Ausschuss
652 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/5000 JC Vorlagen-Nummer 27.11.2018 3901/2018 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss Soziales und Senioren 06.12.2018 Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses für Soziales und Senioren am 06.12.2018 Die Verwaltung legt dem Ausschuss für Soziales und Senioren – auf Wunsch des Jobcenter Köln – den folgenden Bericht vor. Anlagen: Bericht des Jobcenter Köln Anlage 1 zum Bericht des Jobcenter Köln: Die kommunalen Eingliederungsleistungen – Jahresbericht 2017 Anlage 2 zum Bericht des Jobcenter Köln: Ergebnismonitoring Oktober 2018 Gez. Dr. Rau
Bericht des Jobcenter Köln Anlage 2 Ergebnismonitoring Oktober 2018
11246 Zeichen
Zielvereinbarung Jobcenter Köln 2010 Anlage 2 zum Bericht des Jobcenter Köln zur Sitzung des Ausschusses Soziales und Senioren am 6.12.2018 Zielvereinbarung Jobcenter Köln 2018 Ergebnismonitoring Oktober 2018 \\Dst.baintern.de\dfs\357\Ablagen\D35702-JC-Koeln-F-C\Controlling\00_Controlling JC\2018\07_Monitoring\2018-10\2018-10 Monitoring.xlsx ErwartungswertPrognose Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt in Tausend EUR - 273.235 262.111 -11.124 -4,1% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2018 27.399,2 54.968,7 82.585,9 110.138,1 137.660,2 165.198,9 192.751,8 220.168,6 247.240,8 273.235,0 300.349,2 327.344,2 Ist 2018 26.513,4 53.049,4 79.650,4 106.164,4 132.558,4 158.953,7 185.253,7 211.395,4 237.195,8 262.111,5 - - Ist 2017 26.447,1 53.058,6 79.716,2 106.310,9 132.876,6 159.458,4 186.053,8 212.557,5 238.928,7 265.078,4 291.133,4 317.032,1 Zielmonitoring Jobcenter Köln Verringerung der Hilfebedürftigkeit Oktober 2018 - 50.000,0 100.000,0 150.000,0 200.000,0 250.000,0 300.000,0 350.000,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Summe der Leistungen zum Lebensunterhalt (ohne LUH ) in T EUR Ist 2018 Ist 2017 Soll 2018 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 2 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Integrationsquote 0,0% 20,2% 20,0% -0,22%-Pkte -1,1% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2018 1,6% 3,3% 5,2% 7,3% 9,4% 11,3% 13,5% 16,1% 18,7% 20,2% 22,3% 24,2% Ist 2018 1,7% 3,6% 5,6% 7,5% 9,5% 11,4% 13,4% 15,9% 18,5% 20,0% Ist 2017 1,6% 3,3% 5,3% 7,4% 9,5% 11,4% 13,6% 16,4% 19,3% 21,5% 23,4% 25,0% Anzahl der Integrationen (Jahresfortschrittswert) Ist 2018 1.433 3.014 4.652 6.268 7.902 9.461 11.173 13.269 15.329 16.503 - - Ist 2017 1.343 2.804 4.419 6.231 8.035 9.647 11.524 13.882 16.332 18.185 19.844 21.178 Zielmonitoring Jobcenter Köln Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit Oktober 2018 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% 30,0% Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integrationsquote Ist 2018 Ist 2017 Soll 2018 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 3 ErwartungswertSoll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Bestand an Langzeitleistungsbeziehern - 59.223 57.498 -1.725 -2,9% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2018 59.359 59.423 59.415 59.437 59.445 59.453 59.466 59.438 59.363 59.223 59.167 59.116 Ist 2018 57.101 57.177 57.207 57.228 57.291 57.357 57.420 57.458 57.506 57.498 - - Ist 2017 57.763 57.809 57.866 57.873 57.897 57.909 57.921 57.935 57.905 57.847 57.784 57.721 Oktober 2018Zielmonitoring Jobcenter Köln Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug 55.500 56.000 56.500 57.000 57.500 58.000 58.500 59.000 59.500 60.000 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Bestand an Langzeitleistungsbeziehern - JDW Ist 2018 Ist 2017 Soll 2018 Datenquelle: Controllingbericht SGB II, S2S-Cockpit Seite 4 Erwartungswert Soll Berichtsmonat Ist Berichtsmonat Differenz absolut Differenz in % Kosten der Unterkunft (kumuliert, in Tausend EUR) 291.137,86 290.482,59 655,3 - -0,2% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2018 28.500,7 56.858,9 85.661,4 114.547,4 144.305,7 173.043,3 203.020,9 233.054,0 262.019,3 291.137,9 320.320,1 350.000,0 Ist 2018 28.346,5 56.458,3 85.464,0 114.819,6 143.952,2 173.623,3 202.834,1 232.051,4 260.923,9 290.482,6 - - Ist 2017 27.571,7 55.005,5 82.869,2 110.813,5 139.601,8 167.402,7 196.403,1 225.457,2 253.478,4 281.647,7 309.878,7 338.591,2 Zielmonitoring Jobcenter Köln Kosten der Unterkunft Oktober 2018 - 50.000,0 100.000,0 150.000,0 200.000,0 250.000,0 300.000,0 350.000,0 400.000,0 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Kosten der Unterkunft (kumuliert, in Tausend EUR) Ist 2018 Ist 2017 Soll 2018 Datenquelle: ERP Seite 5 Mitteilung zur Sitzung des Sozialausschusses am 26.01.2017 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Ist 2018 161 355 554 774 971 1.173 1.384 1.581 1.814 2.000 - - Ist 2017 153 314 507 762 986 1.163 1.389 1.594 1.859 2.098 2.322 2.500 Zielmonitoring Jobcenter Köln JOB-Offensive KÖLN Oktober 2018 - 500 1.000 1.500 2.000 2.500 3.000 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integrationen (Jahresfortschrittswert) der JOB-Offensive KÖLN Ist 2018 Ist 2017 Datenquelle: eigene Auswertung Seite 6 Erwartungswert Soll akt. Monat Ist akt. Monat Diff. abs. (Soll) Diff % (Soll) Integration Schwerbehinderte 299 265 -34 -11,5% 81596 Daten Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Soll 2018 25 48 71 101 132 169 211 238 268 299 325 354 Ist 2018 18 41 69 101 136 157 179 204 234 265 - - Ist 2017 25 48 71 100 131 168 210 237 267 298 323 352 Zielmonitoring Jobcenter Köln Integration Schwerbehinderte Oktober 2018 - 50 100 150 200 250 300 350 400 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Integration Schwerbehinderte Ist 2018 Ist 2017 Soll 2018 Datenquelle: eigene Auswertung Seite 7 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Verbesserung der Integration in Erwerbstätigkeit Hochrechnung Anzahl Bedarfsgemeinschaften zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2018 60.977 60.941 60.967 60.876 60.788 60.647 60.474 60.230 60.067 59.885 Ist 2017 61.763 62.073 62.234 62.395 62.337 62.407 62.322 62.160 61.764 61.490 61.213 61.015 Anzahl Personen in Bedarfsgemeinschaften zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport Ist 2018 120.697 120.780 120.820 120.664 120.536 120.417 Ist 2017 121.149 121.835 122.099 122.588 122.547 122.899 122.862 122.584 121.845 121.845 120.945 120.622 Anzahl Regelleistungsberechtigte zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2018 116.771 116.819 116.909 116.726 116.620 116.548 116.202 115.688 115.286 114.878 Ist 2017 116.888 117.589 117.901 118.450 118.372 118.839 118.871 118.505 117.906 117.467 116.917 116.638 Anzahl erwerbsfähige Leistungsberechtigte zweites Sozialgesetzbuch Datenquelle: Arbeitsmarktreport, Hochrechnung: Statistik Bundesagentur für Arbeit Ist 2018 83.287 83.303 83.456 83.341 83.250 83.152 82.932 82.509 82.148 81.708 Ist 2017 84.105 84.651 84.892 85.164 85.124 85.329 85.296 84.942 84.389 83.936 83.481 83.217 Quote der Leistungsberechtigten nach dem zweiten Sozialgesetzbuch* Datenquelle: Kreisreport, Daten mit Wartezeit von 3 Monaten Ist 2018 13,1% 13,1% 13,1% 13,1% 13,1% 13,1% Ist 2017 13,3% 13,4% 13,4% 13,5% 13,5% 13,5% 13,5% 13,5% 13,2% 13,2% 13,1% 13,1% Vermeidung von langfristigem Leistungsbezug Anzahl Arbeitslose nach dem zweiten Sozialgesetzbuch gesamt Datenquelle: Arbeitsmarktreport Ist 2018 34.786 34.552 34.092 34.119 33.738 33.382 33.076 33.372 32.228 31.559 Ist 2017 35.238 35.052 35.351 35.973 36.180 36.130 35.980 35.887 35.361 34.878 34.683 34.304 Kosten der Unterkunft Kosten der Unterkunft - Veränderungsquote zum kumulierten Vorjahreswert Datenquelle: Finanzen Jobcenter Köln Ist 2018 28.346,52 56.458,31 85.464,04 114.819,58 143.952,16 173.623,30 202.834,08 232.051,39 260.923,91 290.482,59 - - Ist 2017 27.571,70 55.005,51 82.869,15 110.813,49 139.601,80 167.402,67 196.403,07 225.457,24 253.478,37 281.647,73 309.878,70 338.591,16 Ist / Ist-Vergleich 2,8% 2,6% 3,1% 3,6% 3,1% 3,7% 3,3% 2,9% 2,9% 3,1% - - Oktober 2018Zielmonitoring Jobcenter Köln Indikatoren * Zähler = Leistungsberechtigte nach dem zweiten Sozialgesetzbuch (erwerbsfähigeLeistungsberechtigte, nicht erwerbsfähige Leistungsberechtigte, sonstige Leistungsberechtigte [z.B. Bildung und Teilhabe nach § 28 SGB II]) / Nenner = Bevölkerung unter 65 Jahre Seite 8 Jan Feb Mrz Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez Oktober 2018Zielmonitoring Jobcenter Köln Indikatoren Seite 9
TOP 8.2 Bericht des Jobcenter Köln
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1
Bericht des Jobcenter Köln
1. Aktueller Sachstand zum Teilhabechancengesetz und zur Umsetzung im
Jobcenter Köln
Sachstand zum Teilhabechancengesetz
Der Deutsche Bundestag hat am 08.11.2018 das 10. Änderungsgesetz zum SGB II
(Teilhabechancengesetz) beschlossen.
Die wesentlichen Änderungen gegenüber dem Regierungsentwurf vom 18.07.2018 sind
im Folgenden dargestellt.
§ 16i SGB II:
Die Bemessung des Lohnkostenzuschusses nach § 16i Abs. 1 SGB II wird für
tarifgebundene und tariforientierte Arbeitgeber auf Basis des zu zahlenden
Arbeitsentgelts festgelegt.
Gefördert werden Personen
o über 25 Jahre, die in sieben Jahren mindestens sechs Jahre
Arbeitslosengeld II bezogen haben und in dieser Zeit allenfalls kurz
erwerbstätig waren oder
o in den letzten fünf Jahren Arbeitslosengeld II bezogen haben und eine
anerkannte Schwerbehinderung haben oder mit mindestens einem
minderjährigen Kind in einer Bedarfsgemeinschaft leben.
Für Weiterbildungen können die Arbeitgeber je Förderfall insgesamt bis zu 3.000
EUR erhalten.
Neu ebenfalls:
o Vorgelagertes Coaching
In der Regel soll die erwerbsfähige leistungsberechtigte Person bereits
vor Zuweisung für mindestens zwei Monate eine ganzheitliche
Unterstützung erhalten haben.
o Nachgelagertes Coaching
Eine ganzheitliche beschäftigungsbegleitende Betreuung nach § 16i Abs.
4 Satz 1 SGB II kann auch bis zu sechs Monate nach Aufnahme einer
Anschlussbeschäftigung erbracht werden, auch wenn die
Anlage zur Mitteilung „Bericht des
Jobcenter Köln“ zur Sitzung des
Ausschusses für Soziales und
Senioren am 06.12.2018
2
Hilfebedürftigkeit während der Förderung nach § 16i Abs.1 SGB II
entfallen ist.
o Weicht ein Jobcenter bei der Festlegung der Einsatzfelder von der
einvernehmlichen Stellungnahme der Sozialpartner im Beirat ab, dann muss
es dies schriftlich begründen (Ergänzung zu § 16i Abs. 9 SGB II).
o Die Regelung des § 16i SGB II tritt am 01.01.2025 außer Kraft. Gefördert
werden kann längstens bis zum 31.12.2029.
§ 16e (neu) SGB II:
Die bislang vorgesehene Nachbeschäftigungspflicht fällt weg.
Die Begrenzung des Einsatzes von Eingliederungsmitteln durch die Jobcenter
für Leistungen nach den §§ 16e, 16f und 16h auf insgesamt bis zu 20 % wird
aufgehoben.
Umsetzung im Jobcenter Köln
Durch den Beschluss der Trägerversammlung des Jobcenter Köln vom 05.11.2018
konnte zum 19.11.2018 das neue Team „MitArbeit“ gegründet werden.
Die Aktivierung und Identifizierung förderungsfähiger Kundinnen und Kunden wird nun
mit Einführung des Teams intensiviert. Der Schwerpunkt des Teams werden die
Arbeitgeber-Ansprache und die Vermittlung in nach §16i geförderte
Beschäftigungsverhältnisse sein.
In derselben Trägerversammlung wurde auch die Gründung eines Teams zur
Durchführung des ganzheitlichen beschäftigungsbegleitenden Coachings beschlossen.
Perspektivisch werden sich bis zu 15 Coaches unter Führung einer Teamleitung um
die Kundinnen und Kunden in nach §16i geförderten Beschäftigungsverhältnissen
kümmern. Dies reicht jedoch nur für einen Teil der angestrebten
Beschäftigungsverhältnisse. Die restlichen Beschäftigungsverhältnisse werden über
Vergabemaßnahmen nach §45 SGB III betreut und unterstützt werden.
Bis Ende November wird die einheitliche Diagnostik der ca. 1.500 AGH-Teilnehmenden
abgeschlossen sein. Der Abschlussbericht ist für Mitte Dezember angekündigt und wird
wichtige Hinweise zur Ausrichtung der Arbeitgeberakquise geben.
Der Start der eingekauften vorbereitenden Maßnahme konnte zum 01.11.2018
realisiert werden. An zwei linksrheinischen und einem rechtsrheinischen Standort
können jetzt 150 Teilnehmende unterstützt werden. Ein zweiter rechtsrheinischer
Standort muss neu mit nochmals 50 Plätzen ausgeschrieben werden.
Schwerpunkte der Maßnahme sind die Aktivierung, berufliche Orientierung und ein
intensives individuelles Coaching mit dem Ziel der Beschäftigungsaufnahme.
Es erfolgte im Vorfeld die Einrichtung eines „agilen Teams“ zur frühzeitigen Investition
in die Zielgruppe:
Die 6 Ü25-Geschäftsbereiche stellten je zwei Integrationsfachkräfte in eine
Projektgruppe ab.
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Knapp 26.000 Kundinnen und Kunden wurden hierzu über Gruppeninfos und
Anschreibeaktionen aktiviert.
Ziel: Die Ausgabe und Einlösung von 1.530 Aktivierungs- und
Vermittlungsgutscheine (AVGS) mit Schwerpunkt Coaching im 1:1 Verhältnis
o Bis Ende September konnten bereits 1.526 AVGS bei Trägern eingelöst
werden
o Hinzu kommen noch eingelöste Gutscheine aus den o.g.
Anschreibeaktionen, deren Anzahl nicht zentral abgefragt werden kann.
2. Prognose zu Integrationen in den Arbeitsmarkt 2018
a. Das Jahr 2017 und die Auswirkungen auf 2018
Im Jahr 2017 hat das Jobcenter Köln eine Integrationsquote von 24,4% erreicht und
dabei insgesamt 20.553 Integrationen sichergestellt. Das ursprüngliche Ziel für das Jahr
2017 lag bei 23,3%. Hier wären zur Zielerreichung nur 19.610 Integrationen rechnerisch
notwendig gewesen. Das Jobcenter Köln hat daher im Jahr 2017 943 Integrationen
mehr erreicht als zur Zielerreichung erforderlich.
Die Zielerreichung im Jahr 2017 hat Auswirkungen auf die Höhe des Zieles für das Jahr
2018, da die Messlogik für das Folgejahr auf dem Monat Dezember gemeinsam mit
dem vereinbarten Prozentsatz der Veränderung basiert.
Mit dem guten Ergebnis des Jahres 2017 hat sich daher die zu erreichende
Integrationsquote 2018 deutlich erhöht.
b. Prognose für das Jahr 2018
Das Jobcenter Köln hat im Jahr 2018 eine Integrationsquote von 24,2% mit seinen
Trägern vereinbart.
Zum jetzigen Zeitpunkt (Berichtsmonat September) geht das Jobcenter Köln davon aus,
die vereinbarte Integrationsquote im Berichtsmonat Dezember 2018 zu erreichen und
dabei rund 20.050 Integrationen sicherzustellen.
3. Integration von schwerbehinderten Menschen
Im Rahmen der lokalen Zielvereinbarung 2018 hat das Jobcenter Köln mit seinen
Trägern vereinbart, insgesamt 354 Integrationen von schwerbehinderten Menschen
sicherzustellen.
Im Berichtsmonat Oktober 2018 liegt die erreichte Anzahl bei 265 Integrationen, der
Sollwert beträgt 299 Integrationen. Damit wird zu diesem Zeitpunkt das Soll um 34
Integrationen bzw. -11,4% verfehlt.
Die Entwicklung der Jahre 2017 und 2018 gestaltet sich wie folgt:
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2017 2018
Jan 25 18
Feb 48 41
Mrz 71 69
Apr 100 101
Mai 131 136
Jun 168 157
Jul 210 179
Aug 237 204
Sep 267 234
Okt 298 265
Nov 323
Dez 352
Für das Jahresende prognostiziert das Jobcenter Köln eine Anzahl von 315
Integrationen von schwerbehinderten Menschen. Dies bedeutet, dass das Ziel im Jahr
2018 um 11,0% verfehlt wird.
Eine wesentliche Ursache ist im Auslaufen des Projekts „MitArbeit! In Köln.“ (nicht zu
verwechseln mit „MitArbeit“ – siehe Abschnitt 1. des Berichts, „Aktueller Sachstand zum
Teilhabechancengesetz und zur Umsetzung im Jobcenter Köln“) zu sehen. Die dort
geleistete intensive Beratung und Integrationsarbeit konnte bisher nach Projektende
nicht in das Regelgeschäft des Jobcenter Köln überführt werden. Die Ergebnisse des
Projekts haben gezeigt, dass die entscheidenden Erfolgsfaktoren für die Vermittlung
von Menschen mit Schwerbehinderung zielgruppenorientierte Arbeitgeberkontakte, eine
intensive Vernetzung der Beteiligten und eine qualifizierte Beratung sind.
Erste Schulungen haben in den vergangenen Monaten in den einzelnen
Geschäftsbereichen des Jobcenter Köln stattgefunden. Dabei ging es im Schwerpunkt
um die Themenbereiche berufliche Rehabilitation, Fördermöglichkeiten für Menschen
mit Schwerbehinderung nach dem SGB III sowie den Kündigungsschutz. Diese
Schulungen wurden in 2018 als freiwilliges Angebot vorgehalten; in 2019 sollen diese
verpflichtend in allen Integrationsteams erfolgen. Die Integrationsfachkräfte müssen
dabei insbesondere auch auf Kontakte zu Arbeitgebern vorbereitet werden, um
Argumente gegen die weit verbreitete Haltung zu haben, dass Menschen mit
Schwerbehinderung unkündbar seien. Diese Haltung führt in vielen Fällen dazu, dass
es nicht zu einer Einstellung kommt, auch wenn die fachlichen Qualifikationen
vorhanden sind.
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Unterstützt werden soll die Arbeit der Integrationsfachkräfte auch durch
Maßnahmeangebote. Unter anderem wird es dazu ein Angebot auf der Grundlage des
§16f SGB II (Freie Förderung) geben, welches auf das Programm der Bundesregierung
zu Schaffung neuer Teilhabechancen für Langzeitarbeitslose vorbereitet. Dieses
Programm richtet sich nicht ausschließlich an Menschen mit Schwerbehinderung,
soweit die Voraussetzungen aber für diese vorliegen, werden aber auch sie in
entsprechende Beschäftigungen integriert. Der künftige §16i SGB II sieht
Fördermöglichkeiten für Leistungsberechtigte nach dem SGB II vor, die seit mehr als
sechs Jahren im Leistungsbezug sind. Bei Menschen mit Schwerbehinderung werden
fünf Jahre Leistungsbezug ausreichend sein, um einem Arbeitgeber im Rahmen des
neuen Regelinstrumentes zugewiesen werden zu können.
Das Jobcenter Köln ist dem Aufruf des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales
gefolgt und hat einen Antrag auf Förderung eines Modellprojekts gestellt. Das
Antragsverfahren läuft noch.
Das Projekt zielt auf eine Verhinderung der Erwerbsminderung und setzt dabei auch auf
eine gezielte Integration von Menschen mit komplexen gesundheitlichen
Einschränkungen. Der Ansatz geht dabei davon aus, dass Arbeit einen stabilisierenden
Faktor für die gesundheitliche Situation der Betroffenen haben kann. Davon sollen auch
Personen mit Schwerbehinderung profitieren, indem sie durch gezielte
Arbeitgeberansprache integriert werden. Dabei stehen die Bedürfnisse und
Anforderungen der Betroffenen an eine Arbeitsstelle im Vordergrund. Die Menschen mit
Schwerbehinderung werden dabei ganzheitlich betrachtet, um eine möglichst
dauerhafte Integration erreichen zu können.
In 2019 sollten Menschen mit Schwerbehinderung stärker auch in die sogenannte
verlaufsbezogene Kundenbetrachtung einbezogen werden. Dies gibt im Rahmen der
Fachaufsicht ein genaueres Bild, an welchen Stellen mit gezielter Nachsteuerung
angesetzt werden muss. Es ist davon auszugehen, dass die genannten Maßnahmen
geeignet sind, die Integration von Menschen mit Schwerbehinderung zu verbessern.
4. Aktueller Sachstand zu den Verausgabungen aus dem Eingliederungstitel
2018
Das Jobcenter Köln unterlag im Jahr 2018, wie alle Jobcenter bundesweit, der
vorläufigen Haushaltsführung.
Bis zur endgültigen Mittelzuteilung am 23.07.2018 konnten nur die absolut
notwendigsten Ausgaben getätigt werden, da bis dahin nur 80% der Gesamtsumme
des Eingliederungstitels 2018 zur Verfügung standen und keine darüber hinaus
gehenden Bindungen getätigt werden konnten. Ausschreibungen von Maßnahmen
unterlagen generell den Beschränkungen der vorläufigen Haushaltsführung.
Der wegen dieses Hemmnisses vorsichtige Start zu Jahresbeginn zog zunächst eine
relativ geringe Anzahl von Eintritten nach sich. Über entsprechende
Steuerungsmaßnahmen konnte die Zahl der Eintritte zum Jahresende hin über den
Planwert hinaus gesteigert werden, aufgrund der Laufzeit der Maßnahmen können die
Ausgaben jedoch teilweise erst im Jahr 2019 wirksam werden.
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In der Mittelzuteilung zum 23.07.2018 befanden sich zusätzliche, für die Vorbereitung
der §§ 16e, 16i SGB II bereitgestellte Gelder in Höhe von ca. 6 Mio. EUR. Die
Bereitstellung dieser Gelder wurde erst gegen Mitte des Jahres im Zuge der
regierungsseitigen Vorbereitungen zum Teilhabechancengesetz bekannt.
Durch eine Projektgruppe wurden verschiedenste Aktivitäten initiiert, um die
Vorbereitung für die Einrichtung der §§ 16e und 16i für 2019 zu starten. Dazu gehören
u.a. die durch die AGH-Träger vorgenommenen Potentialanalysen und die Konzeption
einer vorbereitenden Maßnahme „Haus der Perspektiven“.
Die Ausschreibung für diese Maßnahme ist unter hohem zeitlichen Druck erfolgt; sie
konnte noch in diesem Jahr, nämlich zum 01.11.2018 starten. Wegen des späten
Beginn - Datums entfaltet das „Haus der Perspektiven“ aber kaum noch
Ausgabewirkung in 2018.
Mithin fehlte es an einer entsprechenden Vorlaufzeit, um weitere bedarfsgerechte und
sinnvolle neue Maßnahmen zur Vorbereitung auf das Teilhabechancengesetz zu
planen und auszuschreiben, sodass diese Gelder leider nicht in vollem Maße
verausgabt werden konnten.
Die Problematik der langwährenden vorläufigen Haushaltsführung, verbunden mit der
bis Juli 2018 nicht einplanbaren Bereitstellung zusätzlicher Mittel, hat auf alle Jobcenter
Auswirkungen; die bundesweite Ausgabenquote wird im Jahre 2018 deutlich niedriger
sein als im Vorjahr.
Auch das Jobcenter Köln rechnet mit einer gegenüber den vergangenen Jahren (100%
in 2017) geringeren Ausgabenquote. Unter Berücksichtigung der zusätzlich
bereitgestellten Mittel in Höhe von 6 Mio. EUR wird von einer Ausgabenquote von
knapp über 90% ausgegangen. Bezogen auf die ursprünglich zu erwartenden
Eingliederungsmittel 2018 würde das Jobcenter Köln zum Jahresende 2018 eine EGT-
Ausgabenquote von so gut wie 100% erreichen, wenn die zusätzlichen kaum im Jahr
2018 zu verausgabenden Mittel nicht zugeteilt worden wären.
5. Erweiterung der Kooperation von Jobcenter Köln und
Berufsförderungswerk Michaelshoven (BFW)
Im Rahmen eines gemeinsamen Fach- und Führungstreffens im Berufsförderungswerk
Köln der Diakonie Michaelshoven unterzeichneten die Geschäftsführer beider
Unternehmen am 21.11.2018 einen erweiterten Kooperationsvertrag. Ab Januar 2019
können Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, die im BFW Köln eine Umschulung
zur/zum Verwaltungsangestellten absolvieren, sich für ein ausbildungsbegleitendes
Praktikum im Jobcenter bewerben.
Bislang bezog sich die Kooperation auf die kaufmännischen Berufsbilder „Kaufleute für
Büromanagement“, „Kaufleute im Gesundheitswesen“ sowie „Fachpraktiker für
Bürokommunikation“. Ab Januar 2019 wird das Jobcenter Köln auch Teilnehmerinnen
und Teilnehmer des BFW Köln, die eine Qualifizierung zur/zum
„Verwaltungsfachangestellten für kommunale Verwaltung“ absolvieren, als
Praktikantinnen und Praktikanten annehmen.
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Von den 102 Rehabilitandinnen und Rehabilitanden, die seit Beginn der Kooperation im
Jahr 2015 ein Praktikum im Jobcenter absolvierten, wurden bis heute 93 eingestellt. Die
erfolgreiche Zusammenarbeit wird mit dem neuen Kooperationsvertrag fortgesetzt und
ausgebaut.
Die Vorteile des ausbildungsbegleitenden Praktikums: Der Arbeitgeber, der
Praktikumsplätze zur Verfügung stellt, gewinnt zukünftige Fachkräfte, die ihr späteres
Aufgabenfeld und viele Kolleginnen und Kollegen im Betrieb bereits kennen. Das macht
den Einstieg leichter – nicht nur für die Absolventinnen und Absolventen des BFW, die
sich im Praktikum bereits ein realistisches Bild ihres Arbeitsplatzes machen konnten,
sondern auch für die Führungskräfte des Jobcenters, die während des Praktikums die
Eignung für den konkreten Job prüfen. So kann die Einstellung dann unkompliziert
erfolgen.
Die Kooperation lohnt sich für alle Akteure: Dem Jobcenter Köln hilft die Kooperation,
gut ausgebildete neue Mitarbeitende zu gewinnen und damit den langfristigen
Fachkräftebedarf zu sichern. Das BFW kann seinem Auftrag gerecht werden, durch
maßgeschneiderte Ausbildungsmodule und enge Betreuung die Absolventinnen und
Absolventen in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Für die Rehabilitandinnen und
Rehabilitanden schließlich ist, wie die Zahlen belegen, ein erfolgreich absolviertes
Praktikum im Jobcenter Köln eine große Chance, nach dem Abschluss ihrer Ausbildung
in eine Festanstellung übernommen zu werden.
6. Aktueller Sachstand Integration Point
Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften und Bestandskundinnen und
Bestandskunden
Der Integration Point des Jobcenter Köln betreut derzeit 4.309 Kundinnen und Kunden
(Stand Oktober 2018).
Die Anzahl der neuantragsstellenden Bedarfsgemeinschaften bleibt aktuell konstant.
Schwankungen sind derzeit nicht zu erkennen.
Die Verteilung der Kundinnen und Kunden im Integration Point des Jobcenter Köln stellt
sich im Einzelnen ist wie folgt dar*:
Tabelle 1: Stand Oktober 2018 (Jahresfortschrittswert)
* Aus dem Bereich SGB III liegen zum Berichtszeitpunkt leider keine aktuellen Zahlen vor.
Bestand Okt 2018 SGB II Anteil an
gesamt in %
Anzahl Gesamt 4.309
Geschlecht
männlich 2.344 54%
Geschlecht weiblich 1.965 46%
Insgesamt (U25) 815 19%
Insgesamt (Ü25) 3.494 81%
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Maßnahmenbesetzung und Integration
Zum 01.09.2018 sind zwei neue Maßnahmen für die Zielgruppe der geflüchteten
Frauen gestartet:
Work – First für geflüchtete Frauen
Das Angebot richtet sich an geflüchtete Frauen im SGB II-Leistungsbezug und
unterstützt diese im Rahmen eines individuellen Jobcoachings bei der beruflichen
Orientierung, beim Erstellen von Bewerbungsunterlagen sowie bei der Stellen- und
Ausbildungsplatzsuche.
- Lebens:ART – ein Theaterprojekt für Migrantinnen und geflüchtete Frauen
Das Projekt richtet sich an erziehende Frauen mit Migrations- und Fluchtgeschichte
und soll ihnen helfen, die spezifischen Herausforderungen durch Familienpflichten,
Berufsorientierung und Berufseinstieg zu vereinen.
Die Theaterarbeit soll den Teilnehmenden das bessere Kennenlernen eigener
Stärken und Fähigkeiten ermöglichen und zudem zur Schulung der Sprache und der
Ausdrucksfähigkeit beitragen.
Es erfolgt eine durchgehende Begleitung der Teilnehmenden durch ein intensives
Einzelcoaching, welches neben den persönlichen und beruflichen Belangen bei
Bedarf auch eine kompetente individuelle Begleitung bei Erziehungsfragen
einschließt.
Am Ende der auf neun Monate angelegten Teilnahme soll die Integration in
Ausbildung oder Arbeit stehen. Anschließend sichern sechs Monate
berufsbegleitendes Coaching die Nachhaltigkeit der Integration.
Das ESF-Bundesprogramm „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund
steigen ein“ ist eine weitere Maßnahme, die Frauen mit Fluchtgeschichte offensteht.
Das Programm wird 2019 in die zweite Förderphase eintreten. Derzeit befindet sich
diese in der Ausschreibung.
Die Zielsetzung von „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“
bleibt auch in der zweiten Förderphase, den Erwerbseinstieg für Mütter mit
Migrationshintergrund zu erleichtern und den Zugang zu vorhandenen Angeboten der
Arbeitsmarktintegration zu verbessern. Das bisherige Projekt in der aktuellen
Förderphase läuft in Köln sehr erfolgreich.
Sobald erste Erfahrungen über die drei neuen Projekte vorliegen, wird das Jobcenter
Köln ausführlich berichten.
7. Die kommunalen Eingliederungsleistungen – Jahresbericht 2017
Das Jobcenter Köln stellt den beigefügten Jahresbericht (Anlage 1) der kommunal
flankierenden Leistungen für das Jahr 2017 vor.
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8. Ergebnismonitoring zu den vereinbarten Zielen mit dem
Bundesministerium für Arbeit und Soziales (Bundesziele) und der Stadt
Köln (Kommunale Ziele) – Stand Oktober 2018
Das Jobcenter Köln geht in dem Ergebnismonitoring-Bericht für den Monat Oktober
2018 (Anlage 2) auf die Zielerreichung bezüglich der mit dem Bund und mit der Stadt
Köln vereinbarten Ziele für das Jahr 2018 ein.
Gez. Wagner
Anlagen:
1) Die kommunalen Eingliederungsleistungen – Jahresbericht 2017
2) Ergebnismonitoring Oktober 2018
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3901/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 27.11.2018
- Erstellt
- 23.11.2018 16:28