2034/2024
Medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen in Köln - Jahresbericht 2023
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Anlage 1 - Jahresbericht MMD 2023
29683 Zeichen
Mobiler Medizinischer Dienst
Medizinische Versorgung
wohnungsloser Menschen in
Köln
Jahresbericht 2023
Stadt Köln - Gesundheitsamt - Mobiler medizinischer Dienst ………….
2
2
I n h a l t
1. Grundlegendes in Kürze vorweg S. 3
2. 2023 – Zahlen und Fakten S. 6
3. Anhang: Ergänzende Informationen S. 17
3
3
1. Grundlegendes in Kürze vorweg
Menschen, die wohnungslos und insbesondere obdachlos leben, leiden un-
ter einer erhöhten Krankheitslast. Sowohl körperliche als auch psychiatrische
Erkrankungen (inkl. Suchtkrankheiten) treten um ein Vielfaches häufiger als
in der sog. Wohnbevölkerung auf. Darüber hinaus ist ihnen der Zugang zum
etablierten System der medizinischen Versorgung oft verschlossen oder zu-
mindest erschwert.
Aus diesem Grund bietet der mobile medizinische Dienst (MMD) des Ge-
sundheitsamtes in Köln bereits seit mehr als 30 Jahren, genauer seit 1993,
eine medizinische Grundversorgung für diesen Personenkreis an (für die von
illegalen Drogen abhängigen Menschen bzw. Patientinnen und Patienten in
Form einer drogentherapeutischen Ambulanz / DTA).
Den betroffenen Menschen wird entsprechend ihr en besonderen Lebensbe-
dingungen und ihrer jeweiligen psychosozialen Situation ein explizit nieder-
schwelliges Behandlungsangebot gemacht. Dieses erfolgt grundsätzlich aus
einer akzeptierenden Haltung und mit einem Konzept aufsuchender Arbeit, im
direkten Lebensumfeld, „vor Ort“. Die Sprechstunden finden daher in Behand-
lungsräumen, die verschiedenste Hilfseinrichtungen im gesamten Stadtgebiet
für den MMD vorhalten , statt. Dieses trägerübergreifende Konzept mit Nut-
zung gewachsener Strukturen hat sich gut bewährt.
Die Inanspruchnahme ist auf Wunsch anonym, und selbstverständlich unent-
geltlich, d.h. nicht an eine Krankenversicherung gebunden.
Eine erfolgreiche medizinische Hilfe durch den MMD beruht vor allem auf ei-
nem tragfähigen und vertrauensvollen Kontakt, der oft erst nach einer langen
Kontaktanbahnung in der Lebenswirklichkeit der Betroffenen möglich ist.
Viele von ihnen begegnen institutioneller Hilfe aufgrund häufiger vorheriger
negativer Erfahrungen mit einem Grundmisstrauen (vgl.S.7).
Besonders wichtig ist daher die zuverlässige Erreichbarkeit der Versorgungs-
angebote und die (insbesondere auch personale) Behandlungskontinuität.
In den letzten 20 Jahren wurden auf diese Weise jährlich stets zwischen
1200 und 1500 verschiedene Menschen erreicht. Ein großer Teil der Patien-
tinnen und Patienten kennt und nutzt den MMD dabei bereits über viele
Jahre.
Der Rat der Stadt Köln hat im Juni 2023 die Umsetzung eines Konzeptes zum
Anonymen Krankenschein (AKS Köln) (1195/2023) als Projekt mit einer Lauf-
zeit von 18 Monaten beschlossen. Derzeit ist die Finanzierung bis Dezember
2024 befristet. Zielgruppe sind Men schen, die sich seit mindestens drei Mo-
naten mittellos und ohne Zugang zur Regelversorgung mit medizinischem Be-
handlungsbedarf in Köln aufhalten. Diese Bedingungen treffen auf viele der-
jenigen, die den MMD konsultieren, zu: Für diesen Personenkreis sind nu n
Überweisungen an Fachärzte oder Kliniken zu diagnostischen oder therapeu-
tischen Zwecken in einem bestimmten Rahmen möglich, was zu einer sub-
stantiellen Verbesserung des Versorgungsangebotes führt.
4
4
Im Rahmen der Sprechstundentätigkeit beruhen die therapeutischen Ent-
scheidungen oft lediglich auf einer genauen und gezielten Anamnese sowie
einer symptombezogenen körperlichen Untersuchung und setzen ein hohes
Maß klinischer Erfahrung voraus.
Ergänzend werden vor Ort bei Bedarf diagnostische Hilfsmittel wie mobile
Sonographie- und 12-Kanal-EKG-Geräte eingesetzt. Die übliche Teststrei-
fen-Diagnostik (Urin, Blutzucker, Schwangerschaft etc.) ist verfügbar.
Weitere apparative Diagnostik (Röntgen, Lungenfunktion, Labor) steht im
Gebäude des Gesundheitsamtes zur Verfügung. Etliche Patientinnen und
Patienten halten die dort vereinbarten Termine jedoch nicht ein: Bereits die-
ses Angebot ist somit zu hochschwellig.
Ärztlich verordnete Medikamente werden in geringen Mengen kontrolliert
ausgegeben, der Therapieverlauf wird überwacht.
Die angebotenen krankenpflegerischen Hilfen gehen in hohem Maße über
eine eher somatisch ausgerichtete ambulante Grund- und Behandlungs-
pflege hinaus und erfordern neben gezielter Kontaktaufnahme auch psycho-
soziales Krisenmanagement, Einüben lebenspraktischer Fähigkeiten u.a.
Der Zugang zu den Klientinnen und Klienten über die Kombination aus ärztli-
cher und pflegerischer Versorgung erweist sich als äußerst effektiv. Er bietet
die Möglichkeit, Personengruppen, die bisher vom Hilfesystem nicht erreicht
wurden, gesundheitlich und psychosozial zu stabilisieren.
Der MMD nutzt die sozialarbeiterische und sozialpädagogische Kompetenz
der freien Träger im engen Austausch und vernetzt die niedrigschwelligen
Kontaktangebote der Suchthilfe und der Wohnungslosenhilfe in Köln mit den
weiteren medizinischen Angeboten des städtischen Gesundheitsamtes (wie
bspw. Gynäkologie, STI-Ambulanz, Tbc-Beratungsstelle, …), niedergelasse-
ner Ärztinnen und Ärzte und der Krankenhäuser.
So ist eine bestmögliche Ausschöpfung der psychosozialen und medizini-
schen Ressourcen und auch eine Weiterentwicklung der Behandlungsan-
sätze gewährleistet. Die gewünschten Synergieeffekte können nur im ständi-
gen Diskurs zwischen den Partnern und Partnerinnen in den unterschiedli-
chen Hilfsangeboten sinnvoll genutzt werden.
Ein Ziel der aufsuchenden medizinischen Versorgung ist es, den durch viel-
fältige psychosoziale Probleme belasteten Menschen den Zugang zu der
auch ihnen grundsätzlich zur Verfügung stehenden medizinischen Regelver-
sorgung (wieder) zu eröffnen. Oft werden erst nach langen Zeiträumen und
unter enger Begleitung auch weiterführende Kontakte in das etablierte medi-
zinische Hilfesystem möglich.
Trotz aller Bemühungen müssen die Therapieziele in vielen Fällen sehr
kleinschrittig gewählt und mit großer Geduld verfolgt werden.
Gemäß dem Konzept der „harm reduction“ geht es oftmals nur darum, zu-
mindest weiteren gesundheitlichen Schaden zu vermeiden oder zu mildern
sowie noch bestehende Therapie- bzw. Rehabilitationsoptionen möglichst
lange zu erhalten.
5
5
Die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten ist aufgrund ih-
rer multiplen Problemlagen auch auf der Behandlerseite oft schwierig und
belastend. Sie bedarf regelmäßiger interner Austausche und Absprachen,
außerdem regelmäßiger Supervision und Förderung persönlicher Resilienz.
Der mobile medizinische Dienst ist Mitglied in der Bundesarbeitsgemein-
schaft Wohnungslosenhilfe (BAG W).
Dem Leiter des MMD ist im Fachgebiet „Allgemeinmedizin“ von der Ärzte-
kammer Nordrhein die Befugnis zur Weiterbildung angehender Fachärztin-
nen und Fachärzte erteilt worden.
Durch die medizinischen Fakultäten der Universität zu Köln sowie der Uni-
versität Witten/Herdecke ist der MMD als Ausbildungspraxis für Studierende
der Medizin, die hier Blockpraktika absolvieren, anerkannt.
Der MMD hat zudem fachärztlich internistische, psychiatrische, sozialmedizi-
nische und suchtmedizinische Kompetenz.
6
6
2. 2023– Zahlen und Fakten
Patientinnen/Patienten und Behandlungen
Im Jahr 2023 wurden in Köln durch den mobilen medizinischen Dienst
(MMD) des Gesundheitsamtes 1454 verschiedene Menschen behandelt
bzw. betreut, davon 1208 (83%) Männer und 223 (17%) Frauen.
Es kam dabei zu 8029 Behandlungskontakten.
Die Zahl der Behandlungskontakte ist seit 2014, seit der vollen Freizügigkeit
der EU-Bürger und EU-Bürgerinnen auch Osteuropas, angestiegen und liegt
2023 wieder im langjährigen Mittel dieser letzten Jahre (vgl. Übersichten auf
Seiten 6,7).
Der im Jahr 2021 beobachtete starke Anstieg der Zahl der Menschen, die
den MMD als Patientinnen oder Patienten in Anspruch nahmen (mit 1527
Personen erstmals mehr als 1500), ist somit als besonderer und vorüberge-
hender Effekt der SARS-CoV-2-Pandemie, hier insbes. der Notwendigkeit
von Impfungen (vgl. S. 10), zu beurteilen.
Die Behandlungsfrequenz ist demgegenüber im Jahr 2023 im Wesentlichen
gleichgeblieben.
0
1000
2000
3000
4000
5000
6000
7000
8000
9000
10000
Behandlungskontakte 2000-2023
7
7
Wenn wohnungslose bzw. drogenabhängige Menschen trotz der eingangs
beschriebenen Probleme das in Deutschland sehr gut ausgebaute und aus-
gestattete medizinische Versorgungssystem aufsuchen, so ist die Akzeptanz
oft gering: Sie beanspruchen viel Zeit und stören damit die gewohnten Ab-
läufe, manche Mitpatienten und Mitpatientinnen fühlen sich durch das äu-
ßere Erscheinungsbild oder das Verhalten dieser Patientengruppe beein-
trächtigt, mitgeführte Hunde oder andere Tiere können nicht geduldet wer-
den, usw. Viele Patientinnen oder Patienten stehen bei Behandlungsbeginn
zudem unter dem Einfluss von Alkohol u./o. Drogen, was zu verhaltensbe-
dingten Auffälligkeiten und in der Folge weiter reduzierter Akzeptanz bei-
trägt.
Vielfach beruhen hierauf im Sinne einer gegenseitigen negativen Verstär-
kung die Vorurteile der Betroffenen gegenüber dem etablierten medizini-
schen System: Im Ergebnis fühlen sie sich mit ihren Beschwerden nicht aus-
reichend akzeptiert und tlw. auch abgelehnt.
Oft führt aber auch eine gestörte Selbstwahrnehmung, sei es durch psychi-
sche Störungen oder infolge Alkohol- oder Drogenkonsums, zur Bagatellisie-
rung von Krankheitssymptomen und infolge dessen zur Nicht-Inanspruch-
nahme bestehender Angebote.
559 Menschen, davon 453 Männer und 105 Frauen, wurden im Jahr 2023
erstmals vom Mobilen Medizinischen Dienst behandelt; bei 38,4% der insge-
samt behandelten Patientinnen und Patienten handelte es sich somit um Erst-
kontakte. Auch in den Vorjahren machte diese Untergruppe stets ca. ein Drittel
der gesamten Behandlungsfälle aus.
542 586 565 541 493 473 448 450
550 508 572 520 536 580
488 552 521 495 503 566 624
515 552
13541427136913861321128812471224
133412981349129813331405
132714001393136113891376
1527
13981454
0
200
400
600
800
1000
1200
1400
1600
1800
Patientinnen und Patienten gesamt / Erstkontakte
2001-2023
8
8
Nationalitäten
Von den 2023 durch den MMD Behandelten war ca. die Hälfte (768 / 52,8%)
deutscher Nationalität.
Wohnungslose EU-Bürgerinnen und -Bürger aus den östlichen Ländern Eu-
ropas, von den baltischen Staaten über Polen bis zu den Staaten des Bal-
kans und Südosteuropas, machen seit 2013 ca. 20% der durch den MMD
Köln behandelten Patientinnen und Patienten aus, wobei ein langsamer An-
stieg der Patientenzahl aus dieser Subgruppe festzustellen ist. Im Jahr 2023
handelte es sich um 346 (23,8%) verschiedene Menschen aus dieser Perso-
nengruppe.
Die zuletzt Genannten haben, von Notfällen abgesehen, in Deutschland kei-
nen Anspruch auf medizinische Regelversorgung. Sie machen in Metropolre-
gionen wie Köln bis zu 50% der Obdachlosen aus1. Es gibt zwar internatio-
nale Abkommen, die die Inanspruchnahme des Gesundheitssystems in an-
deren Ländern regeln, wenn entsprechende Bescheinigungen bzw. Versi-
cherungsnachweise (bspw. EHIC) aus den Herkunftsländern vorgelegt wer-
den können. Diese Möglichkeit ist Jenen entweder unbekannt, oder die Be-
schaffung im Heimatland ist nur schwierig zu bewerkstelligen und/oder mit
Kosten verbunden. Deshalb, oder aus anderen Gründen, bleiben sie letztlich
oft ohne Krankenversicherungsschutz. Dieser Personenkreis nutzt daher
auch die Behandlungsangebote des MMD.
Aus der Ukraine Geflüchtete haben nur ganz vereinzelt die Hilfe des MMD
gesucht, da für diesen Personenkreis ein alternatives und gut funktionieren-
des Hilfesystem etabliert ist.
71 (4,9%) der Patientinnen und Patienten stammten aus anderen europäi-
schen Ländern (EU / Nicht-EU), 155 (10,6%) aus nichteuropäischen Län-
dern. Bei 115 Personen liegen keine Angaben zur Nationalität vor.
Herkunft der Patientinnen und Patienten 2023
Deutschland 768
Osteuropäische Länder 346
Übrige europäische Länder 71
Länder außerhalb Europas 155
Keine Angabe 115
Sprechstundenangebot
Die medizinischen Sprechstunden werden ganz überwiegend in festen
Räumlichkeiten, d.h. in verschiedenen Kontaktcafés, Kontakt- und Bera-
tungsstellen, Anlaufstellen etc. für unterschiedliche Zielgruppen angeboten,
1 Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAG W) 2020
9
9
darunter eine Einrichtung für Jugendliche und junge Erwachsene, zwei Dro-
genkonsumräume und eine Einrichtung im Bereich der mann-männlichen
Sexarbeit. Mit dem Behandlungsbus werden in drei weiteren Angeboten
bzw. Einrichtungen für wohnungslose Menschen medizinische Sprechstun-
den angeboten.
Die Sprechstunden finden mit großer Regelmäßigkeit zu festen Zeiten und
an festen Orten statt.
Nach gesonderter Vereinbarung oder auf Veranlassung werden Betroffene
auch auf der Straße, auf ihrer „Platte“, besucht, oder im Rahmen von „medi-
cal streetwork“ gemeinsam mit Streetworkern und Streetworkerinnen unter-
schiedlicher Träger in der Szene aufgesucht.
Auch erfolgen nach vorheriger Absprache Hausbesuche im betreuten Woh-
nen, in Notschlafstellen bzw. Obdachlosenhotels, auf Bauwagenplätzen. In
Einzelfällen werden Betroffene ins Krankenhaus begleitet oder dort besucht.
Im Gesundheitsamt selbst werden bei Bedarf ergänzende Untersuchungen
durchgeführt (s.u.).
Sprechstundenangebot 2023
Beratungsbus B.O.J.E.
(Auf Achse e.V. / Behandlungsbus)
2x wöchentlich
Krankenwohnung Salierring
(Diakonie)
2x wöchentlich
Café Victoria
(Drogenhilfe Köln e.V.)
5x wöchentlich
Wohnheim / Notschlafstelle in der Annostrasse
(Johannesbund)
5x wöchentlich
Drogenkonsumraum Neumarkt
(Gesundheitsamt)
3x wöchentlich
Kontakt- und Beratungsstelle für männliche Sexarbeiter
(Looks e.V.)
1x wöchentlich
Humanitäre Hilfen
(Sozialdienst kath. Männer, Vorgebirgsstr.)
2x wöchentlich
Café Rochus (bis 06/2023)
(Sozialdienst kath. Männer)
2x wöchentlich
Kontakt- und Beratungsstelle für Drogenabhängige
(Sozialdienst kath. Männer, Hauptbahnhof)
5x wöchentlich
Kontakt- und Beratungsstelle für Wohnungslose
(Sozialdienst kath. Männer, Hauptbahnhof)
5x wöchentlich
Krankenwohnung Kosmidion
(Spiritaner-Stiftung)
5x wöchentlich
Kontakt- und Beratungsstelle für Drogenabhängige
(Vision e.V. / Behandlungsbus)
1x wöchentlich
Straßensprechstunde am Appellhofplatz
(mit Gesundheit für Wohnungslose e.V. / Behandlungsbus)
2x wöchentlich
Das Sprechstundenangebot wird im Hinblick auf die Erreichung der Zielgrup-
pen regelmäßig überprüft und dem Bedarf angepasst.
10
1
0
Impfungen
Als wichtige präventivmedizinische Maßnahme werden Schutzimpfungen an-
geboten. Im Jahr 2023 wurden insgesamt 119 Personen geimpft.
Impfungen gg. SARS-CoV-2/COVID-19 wurden zwar weiter angeboten, je-
doch wurden diese nach Wegfall des öffentlich-administrativen Drucks nur
noch in sehr geringem Umfang nachgefragt und in Anspruch genommen.
Auch wurde, wie in jedem Jahr, im Herbst allen Patientinnen und Patienten
eine Grippeschutzimpfung angeboten. Diese Impfung, die für die vulnerable
Gruppe der Wohnungslosen u./o. Drogenabhängigen durchweg indiziert ist
und in allen Sprechstunden beworben wurde, ist 2023 im Vergleich zum Vor-
jahr deutlich seltener durchgeführt worden, da sich trotz intensiver Beratung
weniger Menschen dazu entschlossen haben.
Selbstverständlich erfolgen bei ungenügendem oder unklarem Impfschutz
nach Verletzungen Tetanus (Tdap)-Schutzimpfungen. Auch weitere Impfun-
gen (bspw. gg. Hepatitis-A / -B, Pneumokokken, …) werden nach individuel-
ler Absprache vorgenommen.
Die Impfungen wurden tlw. auch nach Absprache mit den entsprechenden
Trägern vor Ort in Form besonderer Impfaktionen, z.B. für Patientinnen und
Patienten im „betreuten Wohnen“, im Frauenhaus oder im Umfeld von Sexar-
beit, durchgeführt.
11
1
1
Kostenträger / Versicherungsstatus
Einen wesentlichen Hinderungsgrund, der wohnungslosen Menschen den
Zugang zu einer medizinischen Versorgung im Regelsystem erschwert, stellt
vielfach die Kostenträgerfrage dar. So scheitern viele Patientinnen und Pati-
enten bereits an der Annahmetheke einer Arztpraxis oder Anmeldung in ei-
nem Krankenhaus, weil sie keine Versicherungskarte einer gesetzlichen
Krankenkasse vorlegen können - obwohl in vielen Fällen ein Anspruch ge-
genüber einer gesetzlichen Versicherung oder dem Sozialamt besteht. Um
die Behandlung trotzdem sicherstellen zu können ist hier eine unbürokrati-
sche Vorgehensweise erforderlich, bei der die aktuelle Erkrankung und kei-
nesfalls die Kostenfrage im Vordergrund stehen darf.
Gelegentlich ändert sich im Verlauf des Berichtszeitraumes der Versiche-
rungsstatus, bspw. infolge der Inanspruchnahme von Beratungs- und Clea-
ringangeboten etc., weshalb es zu Mehrfachnennungen kommt.
Von den Patientinnen und Patienten, die im Jahr 2023 in den Sprechstunden
medizinisch versorgt wurden, hatten 804 (52,5%) Ansprüche gegenüber ei-
ner gesetzlichen Krankenversicherung (davon 11 Betroffene im Basistarif ei-
ner privaten Krankenversicherung). 17 (1,1%) gaben an, über das örtliche
Sozialamt versichert zu sein. 493 (32,2%) verfügten über keinen Krankenver-
sicherungsschutz.
Nach Haftentlassung kann es zunächst zu einer „Versicherungslücke“ kom-
men, wenn die Patientinnen oder Patienten sich nicht sofort beim Jobcenter
oder dem örtlichen Sozialamt melden, um bei einer gesetzlichen Krankenver-
sicherung angemeldet zu werden.
52,6
1,1
32,2
8,5
5,6
Versicherungsschutz bzw. Kostenträger 2023 (%) [n=1529]
GKV
Sozialamt
keine
k.Angabe
ungeklärt
12
1
2
Bei 215 (14,1%) der Menschen fehlt eine Angabe zu ihrem Versicherungs-
status, oder der Versicherungsstatus lässt sich nicht klären. Erfahrungsge-
mäß haben ca. 20% der Patientinnen und Patienten beim Erstkontakt
Schwierigkeiten ihren Kostenträger zu benennen. Bei mehrfacher Inan-
spruchnahme der medizinischen Versorgung lässt sich häufig doch ein Kos-
tenträger ermitteln. Es ist anzunehmen, dass die Verteilung bei den Fällen
„ohne Angabe“ oder „ungeklärt“ ähnlich ist wie bei denen, deren Kostenträ-
ger bekannt ist, so dass letztlich davon ausgegangen werden kann, dass ca.
zwei Drittel derjenigen, die den mobilen medizinischen Dienst konsultieren,
Ansprüche gegenüber einer gesetzlichen Krankenversicherung oder dem
Sozialamt haben.
Behandlungskontakte
Bei 8029 Behandlungskontakten ergibt sich eine durchschnittliche Zahl der
Kontakte von 669 Kontakten pro Monat.
Sie ist im Vergleich zum Vorjahr i. W. unverändert.
Erneut war im November die Inanspruchnahme der Sprechstunden in den
verschiedenen Einrichtungen am höchsten (782 Kontakte).
Die geringste Anzahl mit 573 resp. 574 Kontakten war im April und Dezem-
ber 2023 zu verzeichnen.
Die Intensität der Kontakte und der Zeitaufwand pro Behandlungskontakt ist
hoch, da auch viele Patientinnen und Patienten mit tlw. gravierenden chroni-
schen Erkrankungen sowie die Kommunikation tlw. stark beeinträchtigenden
Verhaltensauffälligkeiten die Sprechstunden in Anspruch nehmen.
757
611
760
574
627
682
615 660 634
754 782
573
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
monatl. Behandlungskontakte 2023 [n=8029]
13
1
3
Insbesondere ist die Versorgung von oft großflächigen und superinfizierten
chronischen Wunden, z.B. nach injektionsbedingten Infektionen oder Abszes-
sen, sehr langwierig und zeitaufwändig.
Dies führt teilweise zu Wartezeiten für Andere, die nicht immer toleriert wer-
den.
Altersstruktur
Bei der Altersstruktur ergab sich im Jahr 2023 eine Spannweite von 17 bis 88
Jahren, dabei waren die Frauen im Mittel 44,5 Jahre, die Männer 46,9 Jahre
alt. Nur 5 Personen waren jünger als 18 Jahre , aber 210 waren älter als 60
Jahre, davon 56 über 70 Jahre (48 Männer, 8 Frauen) und 7 (6 Männer, eine
Frau) sogar über 80 Jahre alt; im Vergleich zu den Vorjahren hat der Anteil
älterer und hochbetagter Patientinnen und Patienten zugenommen.
Der Altersgipfel liegt bei den Frauen zwischen 28 und 40 Jahren, bei den Män-
nern zwischen 41 und 50 Jahren; die Frauen, die den MMD aufsuchen, sind
tendenziell jünger.
Überweisung und Vermittlung
In 73 Fällen wurde eine fachärztliche Mit- oder Weiterbehandlung in Praxen
niedergelassener Ärztinnen und Ärzte veranlasst. 157 Patientinnen und Pati-
enten wurden wegen somatischer Erkrankungen in Krankenhäuser einge-
wiesen. 7 Einweisungen erfolgten in die allgemeine Psychiatrie, 42 in die
qualifizierte Entzugsbehandlung. Zudem erfolgte zur Einleitung einer neuen
14
1
4
Substitutionsbehandlung eine Vermittlung zu einer der Substitutionsambu-
lanzen bzw. zu niedergelassenen substituierenden Ärztinnen und Ärzten.
11 Patientinnen und Patienten, bei denen der Verdacht auf eine sexuell
übertragbare Krankheit bestand, wurden an die STI-Ambulanz des Gesund-
heitsamtes überwiesen. Bei 34 Patientinnen und Patienten ergaben sich aus
der medizinischen Behandlung heraus Probleme, die eine Sofortvermittlung
zur Sozialberatung erforderlich machten, um eine adäquate Behandlung erst
zu ermöglichen. In 13 Fällen erfolgte eine Vermittlung zur zahnmedizini-
schen Akutversorgung. 32 Patienten und Patientinnen wurden in die Sprech-
stunde der Malteser Migranten Medizin weiter verwiesen.
Im Gesundheitsamt wurde immer dann eine weiterführende Diagnostik
(Röntgenuntersuchung der Lunge, STI-Ambulanz und Gynäkologie, Ultra-
schall, EKG, Labor etc.) durchgeführt, wenn die entsprechende Untersu-
chung zwar erforderlich, aber vor Ort nicht ausführbar bzw. eine Vermittlung
an niedergelassene Ärztinnen oder Ärzte nicht möglich war (bspw. weil Un-
klarheit über einen Kostenträger bestand), die Art der Erkrankung ein weite-
res Abwarten aber nicht zuließ.
Ein besonders wichtiges Angebot für wohnungslose oder obdachlose Men-
schen, die aktuell (insbes. bettlägerig) erkranken, aber keiner Krankenhaus-
behandlung bedürfen, sind die Krankenwohnungen, die sich in Trägerschaft
der Diakonie (Salierring) und der Spiritaner-Stiftung (Kosmidion, Victoria-
straße) befinden. Dorthin können sie, wenn Krankheitsbilder vorliegen, die
bei einem Leben auf der Straße, „auf der Platte“, nicht ausheilen würden,
vermittelt werden. Dadurch steht ein kurzfristiges, häuslicher Pflege ver-
gleichbares Angebot zur Verfügung. Im Jahr 2023 ergaben sich bei der Be-
treuung der Patientinnen und Patienten durch den mobilen medizinischen
Dienst in diesem Setting (Visitentätigkeit) 392 Behandlungskontakte.
0 20 40 60 80 100 120 140 160 180
Entgiftung Alkohol
EntgiftungDrogen
Krankenhaus
Psychiatrie
Zahnarzt
Sozialarbeiter
Praxis Facharzt
Gesundheitsamt STI Tbc etc.
Malteser MMM
Vermittlungen 2023 [n=419]
15
1
5
Konsultationsgründe
Betrachtet man die Konsultationsgründe in den Sprechstunden des Mobilen
Medizinischen Dienstes nach den Hauptgruppen der „Internationalen statisti-
schen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme“
(ICD-10-GM), so dominieren
Chirurgische Krankheitsbilder, darunter viele Verletzungen durch Un-
fälle und körperliche Auseinandersetzungen, und
internistische Erkrankungen, wobei zunehmend auch chronische
Krankheitsbilder auftreten (z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atem-
wegserkrankungen, onkologische Krankheitsbilder, Stoffwechsel-
krankheiten…)
Eine Häufung ist ebenfalls bei
Erkrankungen der Haut festzustellen, worunter i.W. viele teilweise
großflächige chronische Wunden bzw. Ulcera sowie Parasitosen (Be-
fall mit Kopf- u./o. Kleiderläusen, Krätze, Maden,…) subsummiert
sind.
Psychiatrische Erkrankungen wurden ebenfalls häufig in den Sprech-
stunden des MMD diagnostiziert, meist als Komorbidität. Bei dem
überwiegenden Anteil der psychiatrischen Erkrankungen (ca. 2/3)
handelte es sich dabei erwartungsgemäß um Abhängigkeitserkran-
kungen, zudem wurden häufig andere psychiatrische Krankheitsbil-
der, darunter viele chronische Psychosen (die wegen fehlender
Krankheitseinsicht meist unbehandelt sind), diagnostiziert - oft zusam-
men mit einer gravierenden Suchterkrankung als sog. Doppeldiagno-
sen.
In 17 Fällen war die Sofortbehandlung vital bedrohlicher akuter Notfälle (ins-
bes. Drogennotfälle) notwendig.
16
1
6
Bei Betrachtung der absoluten Zahlen ist evident, dass viele Patientinnen
und Patienten Mehrfacherkrankungen an verschiedenen Organsystemen
aufwiesen.
93
3185
60
1285
280
2212
246
420
1212
102
158
0 500 1000 1500 2000 2500 3000 3500
Augen
Chirurgie
Gynäkologie
Haut
HNO
Innere Medizin
Neurologie
Orthopädie
Psychiatrie
Urologie
Zahnmedizin
Behandlungen nach Fachgebiet 2023 [n=9253]
17
1
7
3. Anhang: Ergänzende Informationen
Detailliertere Angaben zur Tätigkeit in tabellarischer Form
Erschwerende Faktoren bei der medizinischen Versorgung Wohnungslo-
ser
Häufig schlechte Körper- und Kleidungshygiene
Verändertes Krankheitsbewusstsein durch Suchtmittel oder Entzugssymp-
tome, dadurch erschwerte Diagnostik und Behandlung
Fremd- und eigenaggressives Verhalten – oft aus denselben Gründen
Misstrauen der Betroffenen gegenüber institutioneller Hilfe
Häufige Sprachbarriere
Vor Ort Unruhe, hoher Geräuschpegel, tlw. Arbeit in einem Behandlungs-
bus - und noch gelegentlich Zigarettenrauch
Beengte räumliche Be handlungsbedingungen, tlw. alternierend gemein-
same Raumnutzung mit anderen Diensten
Verschiedene Einsatzorte mit z.T. längeren Anfahrtszeiten
Arbeit innerhalb unterschiedlicher Teamstrukturen
Beratung und Vermittlung im Erkrankungsfall
Beratung zur Inanspruchnahme der Hilfen medizinischer Regelleistungen
Beratung und Vermittlung zur Suchtmittelentgiftung und Langzeitentwöh-
nung
Vermittlung zur Inanspruchnahme von Sozialberatung in den entsprechen-
den Einrichtungen (Clearingstellen), aber auch zu Ämtern (u.a. Sozialamt,
Jobcenter)
Terminabsprachen und Vermittlung zu weitergehender Diagnostik und Be-
handlung in Krankenhäuser, Praxen, Gesundheitsamt (Röntgen/Tuberku-
loseüberwachung, STI-Ambulanz, Schwangerschaftskonfliktberatung etc.)
Begleitung zu Fachärztinnen/Fachärzten
Krankenhausbesuche
Seit 07/2023: Ausstellung von sog. Anonymen Krankenscheinen (AKS)
Präventive Maßnahmen
Impfungen, bspw. gg. Influenza, Tetanus/Diphterie/Keuchhusten (Td,
Tdap), Hepatitis A, Hepatitis B etc., seit 2021 auch gg. SARS-CoV-2 /
COVID-19 und – bei Ausbrüchen – auch gg. MPox
Ernährungsberatung
Hygieneberatung (Körperhygiene, Hygiene des Schlafplatzes, Kleidungs-
hygiene, „safer use“ bei i.v.-Drogenabhängigkeit, Nahrungshygiene, etc.)
Venenpflege / Beratung zur Injektionstechnik bei i.v.-Drogenabhängigen
Aufklärung zur Vermeidung von übertragbaren Krankheiten (u.a. STI, He-
patitiden, HIV, Tuberkulose; „safer sex“ bei Sexarbeit)
18
1
8
Problematisierung lebenslagenspezifischer Verhaltensweisen bezüglich
ihrer gesundheitlichen Relevanz (bspw. Umgang mit Drogenkonsum nach
erzwungener Abstinenz durch Haft / veränderte Opiattoleranz; Unterblei-
ben erforderlicher Dauerbehandlung chronischer Erkrankungen wie Hyper-
tonie, Diabetes mell., COPD, Psychosen mit sich hieraus ergebenden Kon-
sequenzen; Alkoholkonsum / Entzugssymptomatik etc.)
Rehabilitation nach schweren Erkrankungen (z.B. Unfall- oder Operations-
folgen wie bspw. Amputationen, Stomaversorgung etc.)
Vernetzung, Koordination und Kommunikation
Teamsitzungen und Supervisionen mit den Kooperationspartnern sowie
dienstintern
Teilnahme an unterschiedlichen Arbeitskreisen und Planungsgruppen
(z.B. PSAG -Sitzungen, Planungsgruppen auf kommunaler und Landes-
ebene, Dienstbesprechungen innerhalb des Gesundheitsamts)
Mitglied des Arbeitskreises „Anonymer Krankenschein Köln“
Kooperation mit ehrenamtlich tätigen Initiativen und Vereinen
Kooperation mit anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens in ambu-
lanter und stationärer Versorgung
Kooperation mit Einrichtungen des Sozialhilfewesens
Vernetzung mit vergleichbaren Projekten un d Initiativen in anderen Kom-
munen
Mitgliedschaft und Mitarbeit in der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungs-
losenhilfe (BAG W)
Weiterentwicklung des Konzeptes, Anpassung an Änderungen der jeweili-
gen Rahmenbedingungen
Kommunikation mit Medien und interessierter Öffentlichkeit zur Positionie-
rung der Arbeit im Hilfesystem und im städtischen Umfeld
Weiterbildung externer Helferinnen und Helfer in medizinischen Fragen
Vorträge bzw. Vorlesungen für Studierende der Sozialen Arbeit und der
Medizin, und für andere interessierte Gruppen
Betreuung von Praktika u. Famulaturen für Studierende der Medizin
Ausbildungsabschnitte von Auszubildenden der Gesundheits- und Kran-
kenpflege
Administrative Tätigkeiten
Behandlungsdokumentation
Ausstellung von Bescheinigungen u. Attesten für Behörden, Versicherun-
gen u.ä.
Kurze medizinische Gutachten
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Logistik
Vorratshaltung von medizinischem Verbrauchsmaterial (Medikamente,
Verbandsstoffe u. ä.)
Instrumentenpflege und -aufarbeitung
Bestandhaltung im Behandlungsfahrzeug
Fahrten zu verschiedenen Einsatzorten
Fahrzeuglogistik und Fahrzeugunterhaltung
Fortbildung und Supervision
Teilnahme an regionalen und überregionalen Kongressen und Tagungen
zu relevanten Themen (gesundheitliche Folgen von Wohnungslosigkeit,
Abhängigkeit von legalen und illegalen Suchtmitteln, …)
Interne Fortbildung mit Schwerpunkt auf zielgruppenspezifischen Behand-
lungsstrategien
Monatliche Fallsupervisionen
Mitteilung Ausschuss
2157 Zeichen
Dezernat, Dienststelle V/53 Vorlagen-Nummer 12.08.2024 2034/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 05.09.2024 Gesundheitsausschuss 10.09.2024 Medizinische Versorgung wohnungsloser Menschen in Köln - Jahresbericht 2023 Der Mobile Medizinische Dienst (MMD) des Gesundheitsamtes der Stadt Köln bietet bereits seit 1993 eine medizinische Grundversorgung für wohnungslose und/oder dro- genabhängige Menschen an. Im Jahr 2023 wurden durch den MMD 1.454 (1.398 in 2022) verschiedene Menschen behandelt bzw. betreut. 559 Patient*innen waren zum ersten Mal in Behandlung, ein großer Teil der Pati- ent*innen kennt und nutzt den MMD darüber hinaus über viele Jahre. 2023 erfolgten in Kooperation insgesamt 8029 Behandlungskontakte an 11 verschiedenen Sprech- stundenorten und den Krankenwohnungen am Salierring und der Victoriastraße. Seit Mitte des Jahres 2023 partizipiert der MMD auch an der Umsetzung des Konzep- tes zum Anonymen Krankenschein (AKS Köln). Zielgruppe sind Menschen, die sich seit mindestens drei Monaten mittellos und ohne Zugang zur Regelversorgung mit medizinischem Behandlungsbedarf in Köln aufhalten. Für diesen Personenkreis sind nun auch durch den MMD Überweisungen an Fachärzte oder Kliniken zu diagnosti- schen oder therapeutischen Zwecken in einem bestimmten Rahmen möglich, was zu einer substantiellen Verbesserung des Versorgungsangebotes führt. Die Finanzierung des Anonymen Krankenscheins (1195/2023) ist bis Ende 2024 befristet. Neben der unmittelbaren Behandlung ist der MMD in der gesundheitspflegerischen und medizinstudentischen Ausbildung engagiert. Der MMD ist Kooperationspartner der medizinischen Fakultäten der Universität zu Köln sowie der Universität Wit- ten/Herdecke. Studierende der Medizin absolvieren hier Blockpraktika. Weiterhin er- folgt ein gesundheitspolitisches Engagement durch aktive Mitgliedschaft in der Bun- desarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe (BAGW). Der Jahresbericht 2023 des MMD zur „Medizinischen Versorgung wohnungsloser Menschen in Köln“ befindet sich in der Anlage. Gez. Dr. Rau Anlage
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 2034/2024
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 12.08.2024
- Erstellt
- 24.06.2024 10:25