A-R/0036/2021
Wie wird Münster wieder sauberer? Die Stadt geht die zunehmende Vermüllung des öffentlichen Raums nachdrücklich an
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
a-r-0036-2021-CDU-Wie wird Münster wieder sauberer
9103 Zeichen
Antrag an den Rat Nr.: A-R/0036/2021 RATSANTRAG Münster, 23.04.2021 Wie wird Münster wieder sauberer? Die Stadt geht die zunehmende Vermüllung des öffentlichen Raumes nachdrücklich an Der Rat der Stadt Münster beschließt: I. Die Fachverwaltung erarbeitet und etabliert in Kooperation mit den AWM und weiteren Akteuren eine Strategie für mehr nachhaltige Sauberkeit in der gesamten Stadt. II. Die Strategie umfasst insbesondere folgende Ansätze: 1. Münster bekommt erheblich mehr und deutlich größere Müllbehältnisse im öffentlichen Raum. 2. Bei der Aufstellung werden besonders hoch frequentierte Plätze in der Innenstadt ebenso berücksichtigt wie Grün- und Erholungsflächen in den Stadtteilen, das gesamte Kanalufer, der Bereich um Aasee und Hiltruper See, Autohöfe, Rast- und Parkplätze etc. 3. An beliebten Spazierwegen, v.a. in den Stadtteilen und im Außenbereich, wird die Zahl der Müllbehälter ebenfalls verstärkt. 4. An besonders belasteten Plätzen wird mit positiven Erinnerungsanreizen (Nudgets) auf Möglichkeiten zur Müllentsorgung hingewiesen. 5. Die Leerungsfrequenzen werden so angepasst, dass einer weiteren Zunahme von Müll im öffentlichen Raum wirksam begegnet wird. 6. Mögliche gestiegene Personalkapazitäten für die Leerung der Mülleimer werden über den sozialen Arbeitsmarkt abgedeckt (Finanzierung via Teilhabechancengesetz). 7. In direkter Zusammenarbeit mit Gastronomen, die viel ToGo verkaufen, wird die Einführung eines Mehrwegsystems für ToGo Speisen und Getränke auf den Weg gebracht. 8. Der Kommunale Ordnungsdienst (KOD) geht verstärkt gegen Müllsünder vor. Die Verwaltung prüft eine deutliche Erhöhung der Geldbußen für das Wegwerfen und Liegenlassen von Müll und legt den zuständigen Fachausschüssen AUKB und APDOSO einen entsprechenden Vorschlag vor. Weiterhin wird die Einstellung von Müllscouts nach dem Vorbild anderer Kommunen geprüft. 9. Gegen Vermüllung rund um bestimmte Großimmobilien und an sozialen Brennpunkten wird plakative und international verständliche Schockwerbung nach dem Vorbild der Verkehrswerbung getestet. 2 10. Für Großimmobilien wird der Schlüssel von Müllbehältnissen pro Kopf überprüft und ggf. erhöht. Bei fortdauernder Ablage von Müll an Großimmobilien außerhalb der Müllbehältnisse wird der Vermieter in die Pflicht genommen. 11. Es werden wirksame Maßnahmen entwickelt, die eine Ablagerung von Sperrmüll außerhalb des Abfuhrkalenders verhindern. 12. Für Hundekot wird geprüft, ob es neue zuverlässige umweltverträgliche Entsorgungsmöglichkeiten gibt, mit denen die Zahl der derzeit verwendeten Tüten reduziert werden kann. Die Zahl der Hinweisschilder zur ordnungsgerechten Entsorgung wird erhöht. Begründung: Die zunehmende Vermüllung ist in vielen Großstädten ein sich kontinuierlich verschärfendes Problem. Auch in Münster häufen sich seit Jahren Klagen der Bürgerinnen und Bürger über Vermüllung im öffentlichen Raum. Die Coronakrise hat auch dieses Problem in Münster noch deutlich verschärft. Betroffen sind nicht nur zentrale Freizeitorte wie die Aaseewiesen, das Kanalufer oder der Bahnhofsbereich: Auch in den Stadtteilen, an Rastplätzen, Autohöfen und in Quartieren mit einem hohen Anteil von Menschen mit sozialen Bedarfen beeinträchtigt der zunehmende Müll die Lebensqualität und Hygiene erheblich. Im Weiteren wird zunehmend über viel zu wenig Mülleimer im Bereich von Spazierwegen in den Stadtteilen und auf Grün- und Erholungsflächen geklagt. Die AWM und das Grünflächenamt haben bisher nicht mehr Mülleimer aufgestellt. Verwiesen wird in diesem Zusammenhang stets darauf, mehr Mülleimer würden nur mehr Müll produzieren. Stattdessen wird mit mehr Personal versucht, den Müll im öffentlichen Raum zu beseitigen. Diese Strategie ist jedoch nachweislich fehlgeschlagen: Die Vermüllung nimmt stetig zu, die Personalkosten steigen und die Situation verschärft sich von Jahr zu Jahr. Deshalb braucht es einen Strategiewechsel, der der wachsenden Bevölkerung, den sich ändernden Lebensgewohnheiten und den Anforderungen des Klimaschutzes gerecht wird. Multifaktorielle Strategie: Prävention plus Sanktionierung Die Reduktion des Litterings ist ein wichtiger Ansatzpunkt für kommunale Klimaschutzaktivitäten, an denen sich die Bürgerschaft beteiligen kann. In unserer wachsenden Stadt bieten sich hier diverse Ansätze. Wir fordern hier eine multifaktorielle Strategie, die auf Prävention und Sanktionierung gleichermaßen setzt und mögliche Belastungen gleichmäßig zwischen Erzeugern und Konsumenten verteilt. Münster braucht als wachsende Stadt mehr und größere Müllbehältnisse im öffentlichen Raum, deren Fassungsvermögen so groß ist, dass die Leerungsfrequenzen möglicherweise sogar verringert werden können. Bislang haben die AWM und das Grünflächenamt diesbezügliche Anregungen aus Politik und Bürgerschaft stets mit dem Hinweis auf dann zunehmenden Müll und höhere Kosten abgelehnt. Wir möchten, dass Münster diesen notwendigen Schritt endlich vollzieht. Kommunen wie Kopenhagen, die für ihre vorbildlichen Müllkonzepte gelobt werden, waren damit erfolgreich. Besonders hoch frequentierte Plätze (erweiterter Bahnhofsbereich, Promenade, Kanalufer, Aasee), aber auch Erholungsflächen in den Stadtteilen sind hier besonders zu berücksichtigen. Aber auch am Stadtrand braucht es mehr Müllbehältnisse entlang von Spazierwegen, denn gerade von dort gibt es immer wieder Beschwerden aus der Bürgerschaft. Parkplätze, Rastplätze und Autohöfe sind ebenfalls adäquat zu bestücken, denn hier übernachten heutzutage oft LKW-Fahrer, die auf Entsorgungsmöglichkeiten dringend angewiesen sind. 3 Möglichen personellen Mehrbedarf für die Leerung und Wartung dieser Behälter kann man über Arbeitsplätze im sozialen Arbeitsmarkt abdecken. Die Stadt Münster kann hier neue, vom Bund finanzierte Arbeitsplätze für Langzeitarbeitslose nach dem Teilhabechancengesetz schaffen und so mit diesen niedrigschwelligen Angeboten einen wichtigen Schritt in der Arbeitsmarktintegration machen. Gute Erfahrungen haben andere Kommunen mit positiven Erinnerungs-Anreizen (Nudgets) an Brennpunkten gemacht. Zum Beispiel weisen in Kopenhagen grüne Footprints den Weg zum nächsten Mülleimer und fördern so die Erinnerung und Motivation zur ordnungsgemäßen Müllentsorgung. Diese Idee ist sehr gut geeignet für Münster und sollte getestet werden. Eine kommunale Verpackungssteuer nur für die Gastronomie wird derzeit viel diskutiert als Instrument zur Verringerung des Müllaufkommens. Diese hat sich in anderen deutschen Kommunen bislang als wenig erfolgreich erwiesen. Zudem gibt es diesbezüglich Gesetzesentwürfe im Bund. Daher empfehlen wir zunächst die Coronakrise, die Bundes- Gesetzgebung und Erfahrungen aus Kommunen wie Tübingen abzuwarten. Vielversprechender ist die Etablierung und Förderung eines flächendeckenden Mehrwegsystems für Speisen und Getränke, denn sie fördern den wichtigsten Aspekt: Die Vermeidung der Entstehung dieses Mülls. Solche Systeme dürfen sich jedoch nicht nur wie bisher üblich auf Kaffeebecher fokussieren, denn diese sind nur ein Teil des Problems: Sie sollten auch den Foodbereich umfassen. Münster hat eine hohe Dichte an gastronomischen Betrieben. Viele haben in der Coronakrise wegen der Dauerschließungen ihr Angebot notgedrungen auf ToGo umgestellt. Andere produzieren dauerhaft ToGo Food and Beverage. Diese Art der Verpflegung erfreut sich nicht nur bei jüngeren Menschen zunehmender Beliebtheit. Sie produziert jedoch erhebliche Mengen an Verpackungsmüll – ein erhebliches Problem für Münsters Abfallwirtschaft. Gerade mit den Anbietern von Pizza, Fast Food, Zusammenschlüssen wie hungrig.ms sowie mit Bäckereien (ToGo Kaffee) ist deshalb ein Konzept zur Einführung eines Mehrweg-Systems für Speisen und Getränke zu entwickeln. Gegen Vermüllung rund um bestimmte Großimmobilien und an sozialen Brennpunkten empfehlen wir, plakative und international verständliche Schockwerbung nach dem Vorbild der Verkehrswerbung zu testen. Zudem gibt es derzeit an einigen Großimmobilien, geade in Stadtteilen mit mäßigen bis schlechten Sozialdaten, viel zu wenig Müllbehälter. Hier braucht es neue pro Kopf-Schlüssel für das Volumen an Müllbehältnissen. Bei fortdauernder Vermüllung an solchen Immobilien sollten die Vermieter konsequent in die Pflicht genommen werden. Sie tragen hier die Verantwortung und müssen dieser uneingeschränkt nachkommen. Der kommunale Ordnungsdienst nimmt auch bzgl. Vermüllung im öffentlichen Raum eine wichtige präventive Funktion ein. Seine hohe Präsenz im Stadtbild trägt maßgeblich zur Verbesserung der Situation bei. Müllscouts können nach dem Vorbild anderer Kommunen hier zusätzlich unterstützen. Deutliche Ordnungsstrafen für Müllsünder wirken abschreckend. Littering ist kein Kavaliersdelikt, denn es geht auf Kosten der Allgemeinheit. Münsters Bußgeldkatalog ist daher auf seine Effizienz zu überprüfen und ggf. anzupassen. Die Verwaltung legt den Fachausschüssen AUKB und APDOSO einen entsprechenden Vorschlag vor. gez. Stefan Weber und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: verwiesen
Zur SitzungOrte (1)
- Promenade
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0036/2021
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 10.05.2021
- Erstellt
- 04.05.2021 16:26