A-R/0021/2014
Ein Familien- und Gesundheitsbad für Münster
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Originalantrag
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0021/2014 SPD -Fraktion im Rat der Stadt Münster Bahnhofstraße 9 48143 Münster Tel. (0251) 45 314 Fax (0251) 511 750 www.spd-muenster.de Ein Familien- und Gesundheitsbad für Münster Der Rat möge beschließen: I. Das Bädergutachten zeigt: Das bisherige Angebot an Bädern entspricht nicht mehr den Wünschen der Menschen in Münster Das von der Verwaltung beauftragte Bädergutachten zeigt ebenso wie die Ergebnisse der letzten Bürgerumfrage: Das von der Stadt vorgehaltene Angebot an Bädern ent- spricht nicht mehr dem, was die Bürgerinnen und Bürger erwarten. Mehr als vierzig Jah- re nach dem letzten Bau eines städtischen Bades und sieben Jahre nach dem gescheiter- ten Versuch von CDU und FDP im Rat, die Bäder in Münster neu zu ordnen, erwarten die Menschen in Münster zu Recht ein grundlegend neues Angebot an Bädern in unserer Stadt. Diese Neuausrichtung muss sich auf der Grundlage des Bädergutachtens und der Bürgerumfrage an folgenden Tatsachen orientieren: • In Münster gibt es kein ausreichendes und zufriedenstellendes Angebot für das Schwimmen, das die unterschiedlichen Bedürfnisse von Vereinen und Schulen ei- nerseits und der Öffentlichkeit andererseits gleichermaßen befriedigt. • Die Stadt betreibt mit hohem finanziellem Aufwand Bäder, die nicht ausgelastet sind und daher hohe Defizite erwirtschaften, während andererseits viele Men- schen aus Münster zum Baden in benachbarte Gemeinden, z.T. auch in Orte in größerer Entfernung fahren. • Mit der Schließung mehrerer Bäder und dem Abriss des Südbads sind von der abgewählten CDU/FDP-Ratsmehrheit rund 25 Millionen Euro in die verbleiben- den Bäder investiert worden, ohne dass es damit zu einer nachhaltigen Steige- rung der Attraktivität gekommen wäre. Die Investitionen waren – gemessen an der Zielsetzung – verfehlt. • In fast allen vergleichbaren Großstädten (mit Ausnahme von Bonn), insbesondere in Bielefeld, Osnabrück und Hamm, ist das kommunale Bäderangebot schon längst viel nachhaltiger als in Münster an die veränderten Bedürfnisse der Bürge- rinnen und Bürger angepasst worden. 10.03.2014 2 II. Das Bäderangebot zeitgemäß modernisieren: Ein Familien- und Gesundheitsbad für Münster Für unterschiedliche Bedürfnisse braucht es ein differenziertes Bäderangebot. Schulen und Vereine brauchen andere Bäder als Familien und Seniorinnen und Senioren. In fast allen anderen Städten vergleichbarer Größenordnung sind die kommunalen Gremien daher inzwischen den Weg gegangen, ein Familien- und Gesundheitsbad in ihr Angebot mit aufzunehmen. Auch in Münster artikulieren viele Menschen einen entsprechenden Bedarf. Vor diesem Hintergrund beauftragt der Rat die Verwaltung, eine Prüfung vorzu- nehmen, • wie zeitnah in Münster ein Familien- und Gesundheitsbad errichtet werden kann, das neben Spiel- und Bademöglichkeiten auch einen Sauna- und Wellness- Bereich beinhaltet. Das Bad soll Angebote für alle Generationen machen und so- wohl für Familien mit Kindern (Spiel und Spaß) als auch für Seniorinnen und Se- nioren (Sole, Wellness…) attraktiv sein. • ob dafür die Fläche an der Roxeler Straße (ehem. Planfläche für den nicht reali- sierten „Bezirksfriedhof West“, Fläche um das alte Offizierskasino) ein vom Ein- zugsgebiet wirtschaftlicher, ein erreichbarer und von den planerischen und lie- genschaftlichen Voraussetzungen her geeigneter Standort sein kann. Dabei sollen auch die möglichen Auswirkungen auf bestehende Bäder geprüft werden. Für den Fall, dass an diesem Standort keine planerische Eignung festgestellt werden kann, wird die Verwaltung gebeten, auch weitere Alternativstandorte (ggf. Stadt- hafen II o.a.) zu prüfen und den kommunalen Gremien vorzuschlagen. III. Das neue Bäderangebot wirtschaftlicher gestalten Die Erfahrungen anderer Städte zeigen: Nichts ist unwirtschaftlicher, als ein Bäderange- bot vorzuhalten, das nicht mehr den Bedürfnissen der Menschen entspricht. Ein Fami- lien- und Freizeitbad muss zudem anders geführt werden als Bäder, die in erster Linie zu sportlichen Zwecken betrieben werden (Schulen und Vereine). Die Verwaltung wird da- her gebeten zu prüfen, • inwieweit ein solches Bad von Beginn an von den Stadtwerken betrieben und er- richtet werden kann, um ein angemessenes Marketing und eine Integration des neuen Angebots in weitere Serviceleistungen sicherzustellen (unter Anrechnung etwaiger Betriebsverluste auf den Managementkontrakt). • inwieweit alternativ ein privater Investor gewonnen werden kann, der unter Über- 3 lassung des entsprechenden Grundstücks und unter Gewährung eines einmaligen Baukostenzuschusses in Höhe der Grundstückserlöse eines ehemaligen Bäder- standorts ein solches Bad baut und (ggf. mit den Stadtwerken gemeinsam) be- treibt. • inwieweit Errichtung und Betrieb eines solchen Bades durch Stadtwerke und ei- nen privaten Investor gemeinsam erfolgen können. • welche wirtschaftlichen Verbesserungspotentiale das neue Angebot für andere Standorte städtischer Bäder schafft (ggf. Fokussierung auf Schulen und Vereins- sport). • ob weitere wasseraffine Nutzungen dazu geeignet sind, die Wirtschaftlichkeit zu verbessern. IV. Eine attraktivere Bäderlandschaft ist das Ziel Das neue Familien- und Gesundheitsbad soll das bestehende Bäderangebot sinnvoll ergänzen. Schwerpunktmäßig soll es den Nutzungbedürfnissen von Familien, Kin- dern und Jugendlichen, gesundheitsbewussten Menschen und Seniorinnen und Se- nioren entsprechen – also vor allem der privaten Nutzerinnen und Nutzer. Die Verwaltung wird gebeten, • eine Prüfung vorzunehmen ,inwieweit analog zu entsprechenden Angeboten in anderen Städten (Hamm, Osnabrück) auch ein attraktives Schwimmangebot in diesem neuen Bad vorgehalten werden kann, das auch für Schul- und Ver- einssport genutzt werden kann. • eine Analyse vorzunehmen, inwieweit die Errichtung des neuen Bades die Möglichkeit schafft, an den bisherigen Schwimmstandorten zusätzliche Zeit- kapazitäten zu schaffen, die für Schul- und Vereinsnutzung zur Verfügung ge- stellt werden können. Münster als lebenswerte Stadt benötigt für die Zukunft ein hochwertiges und qualitäts- orientiertes Bäderangebot. Ein Familien- und Gesundheitsbad für Münster wird das An- gebot der bestehenden Bäderlandschaft positiv verstärken und insbesondere auch ein wohnortnahes Angebot für Familien schaffen. Begründung: Die Münsteraner Bürgerinnen und Bürger sind mit dem bestehenden Bäderangebot nicht zufrieden. Das bestätigen die BürgerInnenumfrage 2013 der Stadt Münster, die im 4 letzten Jahr von der SPD durchgeführten Bäderdialoge und das Bädergutachten. Zu kurze Öffnungszeiten für öffentliches Schwimmen, geringe Wassertemperaturen, kei- ne Aufenthaltsqualität und eine unattraktive Ausstattung sind nur einige der Kritikpunk- te. Die Bäderlandschaft in Münster ist in Richtung kommunaler Daseinsvorsorge ausgerich- tet und das im Jahr 2006 vom Rat beschlossene Bäderkonzept führte nicht zu der ge- wünschten Positionierung und Themenorientierung der einzelnen Bäder. Angebote für Familien, gesundheits- und wellnessorientierte Besucherinnen und Besucher gibt es in den Münsteraner Bädern kaum. Daher besuchen auch viele Menschen aus Münster die Bäder in der Umgebung. Zu einer lebenswerten Stadt gehört auch ein attraktives und an den Bedürfnissen der Badegäste orientiertes Bäderangebot. Hier darf nicht nur an den Symptomen der beste- henden Bäderlandschaft herum verbessert werden, sondern Münster muss auch im Bä- derbereich für die Zukunft fit gemacht werden. Ein Familen- und Gesundheitsbad insbe- sondere in Münsters Westen würde ein wohnortnahes Familienangebot schaffen und den Schwimmbedürfnissen vieler Bürgerinnen und Bürger in einer wachsenden Stadt und einem wachsenden Stadtteil Gievenbeck gerecht werden. In vielen Städten werden die Bäder bereits mit Erfolg von den Stadtwerken betrieben. Durch die Einbindung des Familien- und Gesundheitsbades in die Stadtwerkegesell- schaft können der Betrieb des Bades optimiert, Synergieeffekte mit anderen, insbeson- dere familienorientierten Angeboten stärker genutzt und Marketingaktivitäten verbes- sert werden. Sozialdemokratische Partei Deutschlands Fraktion im Rat der Stadt Münster Dr. Michael Jung Dr. Fritz Baur Thomas Fastermann Philipp Gabriel Beanka Ganser Anne Hakenes Ralf Hubert Mathias Kersting Marianne Koch Stephan Brinktrine Gaby Kubig-Steltig Doris Lammert Robert von Olberg Kurt Pölling Friedhelm Schade Anne Schulze Wintzler Petra Seyfferth Beate Vilhjalmsson Holger Wigger Maria Winkel
Beratungsverlauf (1)
Orte (2)
- Bahnhofstraße 9
- Roxeler Straße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0021/2014
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 26.03.2014
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37