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A-R/0021/2014

Ein Familien- und Gesundheitsbad für Münster

Antrag an den Rat 26.03.2014

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 02.04.2014, TOP 63.14

Originalantrag

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Originalantrag

8688 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. A-R/0021/2014  
SPD -Fraktion  
im Rat der Stadt Münster 
 
Bahnhofstraße 9 
48143 Münster 
Tel. (0251) 45 314 
Fax (0251) 511 750 
www.spd-muenster.de 
 
 
Ein Familien- und Gesundheitsbad   
für Münster  
 
 
 
 
 
 
Der Rat möge beschließen: 
 
I.  Das Bädergutachten zeigt: Das bisherige Angebot an Bädern entspricht nicht 
mehr den Wünschen der Menschen in Münster 
 
Das von der Verwaltung beauftragte Bädergutachten zeigt ebenso wie die Ergebnisse 
der letzten Bürgerumfrage: Das von der Stadt vorgehaltene Angebot an Bädern ent- 
spricht nicht mehr dem, was die Bürgerinnen und Bürger erwarten. Mehr als vierzig Jah- 
re nach dem letzten Bau eines städtischen Bades und sieben Jahre nach dem gescheiter- 
ten Versuch von CDU und FDP im Rat, die Bäder in Münster neu zu ordnen, erwarten die 
Menschen in Münster zu Recht ein grundlegend neues Angebot an Bädern in unserer 
Stadt. Diese Neuausrichtung muss sich auf der Grundlage des Bädergutachtens und der 
Bürgerumfrage an folgenden Tatsachen orientieren: 
 
• In Münster gibt es kein ausreichendes und zufriedenstellendes Angebot für das 
Schwimmen, das die unterschiedlichen Bedürfnisse von Vereinen und Schulen ei- 
nerseits und der Öffentlichkeit andererseits gleichermaßen befriedigt. 
• Die Stadt betreibt mit hohem finanziellem Aufwand Bäder, die nicht ausgelastet 
sind und daher hohe Defizite erwirtschaften, während andererseits viele Men- 
schen aus Münster zum Baden in benachbarte Gemeinden, z.T. auch in Orte in 
größerer Entfernung fahren. 
• Mit der Schließung mehrerer Bäder und dem Abriss des Südbads sind von der 
abgewählten CDU/FDP-Ratsmehrheit rund 25 Millionen Euro in die verbleiben- 
den Bäder investiert worden, ohne dass es damit zu einer nachhaltigen Steige- 
rung der Attraktivität gekommen wäre. Die Investitionen waren – gemessen an 
der Zielsetzung – verfehlt. 
• In fast allen vergleichbaren Großstädten (mit Ausnahme von Bonn), insbesondere 
in Bielefeld, Osnabrück und Hamm, ist das kommunale Bäderangebot schon 
längst viel nachhaltiger als in Münster an die veränderten Bedürfnisse der Bürge- 
rinnen und Bürger angepasst worden. 
10.03.2014

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II.  Das Bäderangebot zeitgemäß modernisieren: Ein Familien- und Gesundheitsbad 
für Münster 
 
Für unterschiedliche Bedürfnisse braucht es ein differenziertes Bäderangebot. Schulen 
und Vereine brauchen andere Bäder als Familien und Seniorinnen und Senioren. In fast 
allen anderen Städten vergleichbarer Größenordnung sind die kommunalen Gremien 
daher inzwischen den Weg gegangen, ein Familien- und Gesundheitsbad in ihr Angebot 
mit aufzunehmen. Auch in Münster artikulieren viele Menschen einen entsprechenden 
Bedarf. Vor diesem Hintergrund beauftragt der Rat die Verwaltung, eine Prüfung vorzu- 
nehmen, 
 
• wie zeitnah in Münster ein Familien- und Gesundheitsbad errichtet werden kann, 
das neben Spiel- und Bademöglichkeiten auch einen Sauna- und Wellness-
Bereich beinhaltet. Das Bad soll Angebote für alle Generationen machen und so- 
wohl für Familien mit Kindern (Spiel und Spaß) als auch für Seniorinnen und Se- 
nioren (Sole, Wellness…) attraktiv sein. 
• ob dafür die Fläche an der Roxeler Straße (ehem. Planfläche für den nicht reali- 
sierten „Bezirksfriedhof West“, Fläche um das alte Offizierskasino) ein vom Ein- 
zugsgebiet wirtschaftlicher, ein erreichbarer und von den planerischen und lie- 
genschaftlichen Voraussetzungen her geeigneter Standort sein kann. Dabei sollen 
auch die möglichen Auswirkungen auf bestehende Bäder geprüft werden. Für 
den Fall, dass an diesem Standort keine planerische Eignung festgestellt werden 
kann, wird die Verwaltung gebeten, auch weitere Alternativstandorte (ggf. Stadt- 
hafen II o.a.) zu prüfen und den kommunalen Gremien vorzuschlagen. 
 
III.  Das neue Bäderangebot wirtschaftlicher gestalten 
 
Die Erfahrungen anderer Städte zeigen: Nichts ist unwirtschaftlicher, als ein Bäderange- 
bot vorzuhalten, das nicht mehr den Bedürfnissen der Menschen entspricht. Ein Fami- 
lien- und Freizeitbad muss zudem anders geführt werden als Bäder, die in erster Linie zu 
sportlichen Zwecken betrieben werden (Schulen und Vereine). Die Verwaltung wird da- 
her gebeten zu prüfen, 
 
• inwieweit ein solches Bad von Beginn an von den Stadtwerken betrieben und er- 
richtet werden kann, um ein angemessenes Marketing und eine Integration des 
neuen Angebots in weitere Serviceleistungen sicherzustellen (unter Anrechnung 
etwaiger Betriebsverluste auf den Managementkontrakt). 
• inwieweit alternativ ein privater Investor gewonnen werden kann, der unter Über-

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lassung des entsprechenden Grundstücks und unter Gewährung eines einmaligen 
Baukostenzuschusses in Höhe der Grundstückserlöse eines ehemaligen Bäder- 
standorts ein solches Bad baut und (ggf. mit den Stadtwerken gemeinsam) be- 
treibt. 
• inwieweit Errichtung und Betrieb eines solchen Bades durch Stadtwerke und ei- 
nen privaten Investor gemeinsam erfolgen können. 
• welche wirtschaftlichen Verbesserungspotentiale das neue Angebot für andere 
Standorte städtischer Bäder schafft (ggf. Fokussierung auf Schulen und Vereins- 
sport). 
• ob weitere wasseraffine Nutzungen dazu geeignet sind, die Wirtschaftlichkeit zu 
verbessern. 
  
IV.  Eine attraktivere Bäderlandschaft ist das Ziel 
 
Das neue Familien- und Gesundheitsbad soll das bestehende Bäderangebot sinnvoll 
ergänzen.  Schwerpunktmäßig soll es den Nutzungbedürfnissen von Familien, Kin- 
dern und Jugendlichen, gesundheitsbewussten Menschen und Seniorinnen und Se- 
nioren entsprechen – also vor allem der privaten Nutzerinnen und Nutzer. 
 
Die Verwaltung wird gebeten,  
 
• eine Prüfung vorzunehmen ,inwieweit analog zu entsprechenden Angeboten 
in anderen Städten (Hamm, Osnabrück) auch ein attraktives Schwimmangebot 
in diesem neuen Bad vorgehalten werden kann, das auch für Schul- und Ver- 
einssport genutzt werden kann. 
• eine Analyse vorzunehmen, inwieweit die Errichtung des neuen Bades die 
Möglichkeit schafft, an den bisherigen Schwimmstandorten zusätzliche Zeit- 
kapazitäten zu schaffen, die für Schul- und Vereinsnutzung zur Verfügung ge- 
stellt werden können. 
 
Münster als lebenswerte Stadt benötigt für die Zukunft ein hochwertiges und qualitäts- 
orientiertes Bäderangebot. Ein Familien- und Gesundheitsbad für Münster wird das An- 
gebot der bestehenden Bäderlandschaft positiv verstärken und insbesondere auch ein 
wohnortnahes Angebot für Familien schaffen.  
 
Begründung: 
 
Die Münsteraner Bürgerinnen und Bürger sind mit dem bestehenden Bäderangebot 
nicht zufrieden. Das bestätigen die BürgerInnenumfrage 2013 der Stadt Münster, die im

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letzten Jahr von der SPD durchgeführten Bäderdialoge und das Bädergutachten. 
Zu kurze Öffnungszeiten für öffentliches Schwimmen, geringe Wassertemperaturen, kei- 
ne Aufenthaltsqualität und eine unattraktive Ausstattung sind nur einige der Kritikpunk- 
te. 
 
Die Bäderlandschaft in Münster ist in Richtung kommunaler Daseinsvorsorge ausgerich- 
tet und das im Jahr 2006 vom Rat beschlossene Bäderkonzept führte nicht zu der ge- 
wünschten Positionierung und Themenorientierung der einzelnen Bäder. Angebote für 
Familien, gesundheits- und wellnessorientierte Besucherinnen und Besucher gibt es in 
den Münsteraner Bädern kaum. Daher besuchen auch viele Menschen aus Münster die 
Bäder in der Umgebung. 
 
Zu einer lebenswerten Stadt gehört auch ein attraktives und an den Bedürfnissen der 
Badegäste orientiertes Bäderangebot. Hier darf nicht nur an den Symptomen der beste- 
henden Bäderlandschaft herum verbessert werden, sondern Münster muss auch im Bä- 
derbereich für die Zukunft fit gemacht werden. Ein Familen- und Gesundheitsbad insbe- 
sondere in Münsters Westen würde ein wohnortnahes Familienangebot schaffen und 
den Schwimmbedürfnissen vieler Bürgerinnen und Bürger in einer wachsenden Stadt 
und einem wachsenden Stadtteil Gievenbeck gerecht werden. 
 
In vielen Städten werden die Bäder bereits mit Erfolg von den Stadtwerken betrieben. 
Durch die Einbindung des Familien- und Gesundheitsbades in die Stadtwerkegesell- 
schaft können der Betrieb des Bades optimiert, Synergieeffekte mit anderen, insbeson- 
dere familienorientierten Angeboten stärker genutzt und Marketingaktivitäten verbes- 
sert werden. 
 
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 
Fraktion im Rat der Stadt Münster 
 
Dr. Michael Jung  Dr. Fritz Baur  Thomas Fastermann  
Philipp Gabriel  Beanka Ganser  Anne Hakenes  
Ralf Hubert  Mathias Kersting  Marianne Koch  
Stephan Brinktrine  Gaby Kubig-Steltig  Doris Lammert  
Robert von Olberg  Kurt Pölling  Friedhelm Schade  
Anne Schulze Wintzler  Petra Seyfferth  Beate Vilhjalmsson  
Holger Wigger  Maria Winkel

Beratungsverlauf (1)

02.04.2014 Rat
TOP 63.14 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Bahnhofstraße 9
  • Roxeler Straße

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Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0021/2014
Typ
Antrag an den Rat
Datum
26.03.2014
Erstellt
06.10.2020 14:37