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1195/2020

Struktursichernde Maßnahme und Weiterentwicklung/Neuaufstellung des Literaturfestivals 2020/2021

Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss 12.05.2020

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Anlage 1 Nachfragen zur lit.COLOGNE

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Beschlussvorlage Rat

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Anlage 1 Nachfragen zur lit.COLOGNE

4373 Zeichen

Anlage 1 
 
 
VI          07.05.2020 
VI/2 
 
Fragen zur Dringlichkeitsentscheidung  
Struktursichernde Maßnahme und Weiterentwicklung/Neuaufstellung des 
Literaturfestivals 2020/2021 
 
1. Wann hat die privatwirtschaftlich organisierte lit.COLOGNE GmbH bei den 
zuständigen Behörden des Landes NRW bzw. des Bundes nachgefragt bzw. Anträge 
gestellt, um finanzielle Unterstützung aus den Corona-Hilfsprogrammen zu erhalten? 
 
2. Hat die lit.COLOGNE daraufhin Hilfen in welcher Höhe erhalten oder wurden ihr 
diese in Aussicht gestellt? 
 
3. Liegen die Verwaltung Hinweise vor, dass die wirtschaftliche Lage der lit.COLOGNE 
bereits vor Beginn der Corona-Krise prekär war? 
 
4. In welcher Höhe hat die lit.COLOGNE aufgrund der öffentlichen Aufrufe – auch durch 
prominente Unterstützer – aktuell Spenden oder anderweitige Hilfszuwendungen 
erhalten? 
 
5. Auf Basis welcher Kenntnis und Fakten über die wirtschaftliche Lage der 
lit.COLOGNE möchte die Verwaltung einen städtischem Zuschuss von „bis zu 
500.000 Euro“ bereitstellen? 
 
Beantwortung der Verwaltung: 
Das in Europa einzigartige Literaturfestival „lit.COLOGNE“ ist von besonderer, prägender 
Bedeutung für den Standort Köln. 
Die Corona-Pandemie stellt sowohl für die Veranstalter, als auch für die Veranstaltungen 
selbst in mehrfacher Hinsicht ein großes Problem dar. Zum einen durch die Absage der 
Veranstaltung in 2020 und die damit verbundenen Einnahmeverluste. Zum anderen durch 
die noch völlig unklare Perspektive für die Durchführung solcher Großveranstaltungen zu 
Beginn des Jahres 2021. 
Derzeit ist nicht abzusehen, wie sich die Regelungen über den Jahreswechsel hin entwickeln 
werden. Es ist davon auszugehen, dass sich Partner und Sponsoren angesichts der 
unklaren Situation mit verbindlichen Zusagen zurückhalten werden. Darüber hinaus besteht 
die Gefahr, dass potenzielle Partner und Sponsoren coronabedingt selbst nicht an die 
Geschäftsergebnisse vorangegangener Jahre anschließen können, was ggf. eine 
Reduzierung deren Engagements hinsichtlich Sponsoring erwarten lässt. 
Gleichzeitig ist noch nicht absehbar, wie sich das Besucherverhalten entwickeln wird. Auch, 
wenn Großveranstaltungen dieser Art grundsätzlich wieder erlaubt sein sollten, kann nicht 
unbedingt davon ausgegangen werden, dass Besucherinnen und Besucher in gleichem 
Maße teilnehmen werden und solche Veranstaltungen ohne weiteres an alte Erfolge und 
Besucherzahlen anknüpfen können. Dies stellt eine zusätzliche Unsicherheit und damit eine 
große Hürde auf Seiten der Veranstalter für die Planung zukünftiger Events dar. 
Aufgrund der prägenden Bedeutung des Literaturfestivals für den Standort Köln sollen daher 
Mittel bereitgestellt werden, um die Durchführung der lit-COLOGNE 2021 gewährleisten zu

2 
 
 
können. Da es sich in 2021 gleichzeitig um die zwanzigste lit.COLOGNE handelt, hält es die 
Verwaltung für angemessen sich einmalig in besonderer Weise zu engagieren. 
Aus den o.g. Gründen sollen für die lit.COLOGNE 2021 einmalig Mittel bis maximal 500.000 
Euro bereitgestellt werden. 
Der Beschlussentwurf sieht nicht eine automatische Auszahlung der Förderung vor, sondern 
ermächtigt die Verwaltung, mit dem Veranstalter in entsprechende 
Verhandlungen/Gespräche einzutreten, um die Rahmenbedingungen abzuklären. Dabei wird 
auch zu klären sein, wie die inhaltliche Beteiligung der Stadt Köln für das Festival 2021 
ausgestaltet werden kann. Grundsätzlich gilt, dass eine städtische Förderung/Beteiligung nur 
im Einklang mit den einschlägigen Vorschriften und Prinzipien erfolgen kann (zum Beispiel 
Beihilferecht und Subsidiaritätsprinzip). Erst im Rahmen der Gespräche mit dem Veranstalter 
kann ermittelt werden, in welcher Höhe beispielsweise andere Förderanträge gestellt wurden 
bzw. wie das Literaturfestival 2021 wirtschaftlich aufgestellt ist.  
Hinweise auf eine prekäre Lage des Veranstalters vor Beginn der Coronakrise liegen nicht 
vor. Die Beteiligung der Stadt Köln bzw. die Förderung/Bezuschussung des Festivals 2021 
setzt allerdings die Solvenz des Veranstalters voraus, weshalb auch hier entsprechende 
Prüfungen zu erfolgen haben. 
Da für die Veranstaltungen dieser Größenordnung bereits mit großem Vorlauf erhebliche 
Verbindlichkeiten, Aufwände und Zahlungsverpflichtungen entstehen, sollen die städtischen 
Mittel Bedarfsgerecht auch bereits in 2020 gezahlt werden können.

Beschlussvorlage Rat

9418 Zeichen

Die Oberbürgermeisterin 
Dezernat, Dienststelle  
VI/VI/2 
 
Vorlagen-Nummer 
 1195/2020 
Freigabedatum 
12.05.2020  
Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung 
Betreff 
Struktursichernde Maßnahme und Weiterentwicklung/Neuaufstellung des Literaturfestivals 
2020/2021 
Beschlussorgan 
Rat 
Gremium Datum 
 
Hinweis: 
Kann die Beschlussvorlage am 14. Mai 2020 nicht im Rat behandelt werden, wird der Beratungsgang 
entsprechend angepasst. 
 
Beschluss: 
1. Der Rat bestätigt die strukturelle Bedeutung der lit.COLOGNE mit ihrer nationalen und internatio-
nalen Strahlkraft für den Standort Köln, das Land NRW sowie den gesamten deutschsprachigen 
Raum und erkennt den Bedarf für die Liquiditätssicherung und die Weiterentwicklung sowie die 
Durchführung des Literaturfestivals im Jubiläumsjahr 2021 an.  
2. Der Rat beschließt Aufwendungen in Höhe von bis zu 500.000 € für die struktursichernde Maß-
nahme und die Weiterentwicklung/Neuaufstellung des Literaturfestivals 2020/2021 im Teilergeb-
nisplan 1501, Wirtschaft und Tourismus, in Teilplanzeile 15, Transferaufwendungen, im Haus-
haltsjahr 2020. Die Deckung erfolgt in gleicher Höhe durch Mehrerträge im Teilergebnisplan 1501, 
Wirtschaft und Tourismus, in der Teilplanzeile 06, Kostenerstattungen und Umlagen, ebenfalls im 
Haushaltsjahr 2020.  
3. Der Rat beauftragt die Verwaltung in entsprechende Verhandlungen mit dem Veranstalter und 
dem Land NRW unter Berücksichtigung der in der Begründung dargestellten Rahmenbedingun-
gen einzusteigen mit dem unter 2. des Beschlusses dargestellten Ziel. 
 
 
Rat 14.05.2020

2 
Haushaltsmäßige Auswirkungen 
 Nein 
 Ja, investiv Investitionsauszahlungen         € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
 Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme  bis zu 500.000 € 
  Zuwendungen/Zuschüsse  Nein  Ja            % 
Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
c) bilanzielle Abschreibungen         € 
Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr:       
a) Erträge          € 
b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten         € 
Einsparungen: ab Haushaltsjahr:       
a) Personalaufwendungen          € 
b) Sachaufwendungen etc.          € 
Beginn, Dauer        
 
Auswirkungen auf den Klimaschutz 
 
  Nein    
  Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung)  
  Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung)  
 
 
Begründung für die Dringlichkeit: 
Die Corona bedingte Absage der lit.COLOGNE 2020 und die damit verbundenen Einnahmeausfälle 
haben das Literaturfestival in eine existenzielle Krise gestürzt. Damit ist nicht nur der Betrieb des Ver-
anstalters, sondern auch der Fortbestand der standortprägenden Veranstaltung des Medienstandor-
tes selbst gefährdet. Aus diesem Grund besteht dringlicher Handlungsbedarf, um die bestehenden 
Strukturen zu erhalten.  
 
 
Begründung: 
Die lit.COLOGNE ist das größte Literaturfestival Europas und für den Standort Köln als Medienstadt 
und das Land NRW von besonderer Bedeutung. Sie hat sich einen glänzenden bundesweiten Ruf 
erarbeitet und das Format der Literaturlesung breitenkompatibel gemacht. Als ein entscheidender 
Impulsgeber für den literarischen Aufschwung in den letzten Jahrzehnten hat das Festival von Köln 
aus eine Vorreiterrolle für ähnliche Festivals und Literaturformate übernommen und ist als unumstrit-
tenes Original schon bereits durch den Namen eng mit Köln verbunden. Die Palette der Veranstal-
tungsorte reicht vom klassischen Theater über Lesungen im Kölner Dom bis hin zu literarischen Ver-
anstaltungen auf einem Rheinschiff.

3 
Mit dem Sog, den ein gut konzipiertes und organisiertes Festival auszulösen vermag, trägt sie Litera-
tur mit Vehemenz in die Stadt. In dem Sinne fügt sie dem unterjährigen literarischen Leben in Köln, 
das die anderen Wochen und Monate im Jahr, im Literaturhaus Köln, in den unvergleichlich zahlrei-
chen Buchhandlungen und Cafés in Köln gepflegt wird, einen barrierefreien Zugang zu Literatur für 
ein breites Publikum hinzu. Die lit.COLOGNE ist ein Festival, das privatwirtschaftlich organisiert ist 
und überwiegend durch die Eintrittsgelder, Sponsoren und Medienleistungen finanziert wird. 
 
Die Auslastung beträgt über 95% und das Gros der Tickets ist bereits wenige Tage nach Programm-
veröffentlichung ausverkauft. In diesem Jahr wurden ca.120.000 Besucherinnen und Besucher erwar-
tet. Da das Bedürfnis nach Sach- und Diskursthemen enorm war, wurde im Jahr 2012 das Schwester-
festival phil.cologne ins Leben gerufen, in dem abseits eines rein akademischen oder universitären 
Rahmens ethische Fragen gestellt werden. Derzeit wird eine reduzierte Veranstaltung im Herbst ge-
plant, um die wichtigsten Fragen des Zusammenlebens insbesondere unter den derzeit für unsere 
Demokratie besonders herausfordernden Rahmenbedingungen zu diskutieren. 
 
Im Sinne der Bildung von besonderer Bedeutung ist von Beginn an das Kinder- und Jugendpro-
gramm. Im Klasse-Buch und Klasse-Denken Programm werden Schulklassen an Literatur und philo-
sophische Themen herangeführt. Diese Veranstaltungen werden zu einem symbolischen Preis ange-
boten und ermöglichen daher Teilhabe für alle. Jedes Jahr werden mehr als 20.000 Schülerinnen und 
Schüler erreicht. 
 
Die Stadt Köln unterstützt die lit.COLOGNE seit Jahren auf verschiedenste Weise – mit geldwerten 
Leistungen (Werbemitteln sowie Kontingenten in der Philharmonie) und 30.000 Euro Finanzmitteln 
der Stabsstelle Events und der Wirtschaftsförderung. 
 
Die einzigartige Veranstaltung ist national und international ein wichtiges Element des städtischen 
Images mit positiven Effekten auch für andere Branchen wie beispielsweise den Tourismus. 
 
Die Corona bedingte Absage der lit.COLOGNE 2020 hat den Veranstalter und das Festival in Köln in 
eine existenzielle Krise gestürzt. Der Ausfall der Eintrittsgelder wirkt sich sowohl auf die laufenden 
Verpflichtungen aus, auch auf die Vorbereitung einzelner Veranstaltungen im Herbst dieses Jahres 
und auf die Vorbereitung der Veranstaltung im kommenden Jahr. Denn nur durch die Einnahmen aus 
den zahlreichen Veranstaltungen ist die Zahlungsfähigkeit gesichert und die Weiterentwicklung wie 
auch die Durchführung des Literaturfestivals 2021 möglich. 
 
Gleichzeitig zeichnet sich durch die Corona Krise ab, dass sich Veranstaltungen dieser Art auch in 
Zukunft auf geänderte Rahmenbedingungen einstellen müssen. Dies sowohl in Bezug auf die Durch-
führung von Großveranstaltungen insgesamt, aber auch aufgrund der zunehmenden Digitalisierung in 
diesem Bereich. 
 
Darüber hinaus ist das Jahr 2021 ein besonderes Jubiläumsjahr für das Literaturfestival, denn durch 
die Absage in 2020 wird das Festival erst in 2021 zum zwanzigsten Mal durchgeführt.  
 
Angesichts der besonderen Bedeutung der Veranstaltung für den Standort Köln und das Land NRW, 
des bevorstehenden Jubiläums und der notwendigen Weiterentwicklung sollen bereits jetzt die Vorbe-
reitungen für die Jubiläumsauflage 2021 als besonderes Highlight und für die Weiterentwicklung des 
Festivals aufgenommen werden. Damit sollen gleichzeitig die gewachsenen Strukturen auch in der 
Krise erhalten und der Fortbestand der Veranstaltung in schwierigen Zeiten gesichert werden. Ohne 
finanzielle Unterstützung ist das Festival nach jetzigem Kenntnisstand nicht mehr realisierbar. 
 
Die Verwaltung wird daher ermächtigt, bis zu 500.000 Euro für den Erhalt und die Weiterentwick-
lung/Neuaufstellung des Literaturfestivals 2021 noch in diesem Jahr auszuzahlen. 
 
Dabei gelten folgende Rahmenbedingungen: 
 
1. Strukturelle Liquiditätssicherung wird insoweit gewährt, als dass sie zur Weiterentwicklung und 
Vorbereitung der Festivals 2021 bereits in 2020 erforderlich ist, damit der Bestand der Veran-
staltungsgesellschaft auch in 2021 gesichert ist. Andere gesetzliche Regelungen wie bei-

4 
spielsweise beihilferechtliche Bestimmungen dürfen diesen Maßnahmen nicht entgegenste-
hen. Dies setzt eine Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer sowie eines entsprechenden 
Rechtsexperten voraus. 
2. Die Auszahlung von liquiditätssichernden Mitteln erfolgt subsidiär. Die Ausschöpfung ander-
weitiger Möglichkeiten und vorrangiger Förderungen wie bspw. durch Bund und Land sowie 
verträglicher Finanzierungsmaßnahmen muss nachgewiesen werden. 
3. Es sollen Gespräche mit dem Land NRW aufgenommen mit dem Ziel, die Jubiläumsausgabe 
des Literaturfestivals ebenfalls auf geeignete Weise mit zu fördern und zu gestalten. 
4. Sofern weitere Partner wie beispielsweise das Land NRW gewonnen werden, reduzieren sich 
die städtischen Zuschüsse entsprechend, sofern nicht etwas anderes vereinbart wird. Erwirt-
schaftet die lit.COLOGNE 2021 Gewinne, werden diese bis zur Höhe der Projektkosten / Zu-
schüsse verrechnet. 
5. Sämtliche Zuwendungen sind in den Jahresabschlüssen offenzulegen und der einschlägigen 
und aktuellen Steuergesetzgebung zu verbuchen und anzuzeigen. 
 
 
Finanzierung 
 
Die im Teilergebnisplan 1501, Wirtschaft und Tourismus, in Teilplanzeile 15, Transferauswendungen, 
im Jahr 2020 entstehenden überplanmäßigen Mehraufwendungen in Höhe von bis zu 500.000 € kön-
nen durch entsprechende Mehrerträge im Teilergebnisplan 1501, Wirtschaft und Tourismus, in Teil-
planzeile 06, Kostenerstattungen und Umlagen, gedeckt werden. Die Mehrerträge resultieren aus 
Rückzahlungen von Betriebskostenzuschüssen.

Beratungsverlauf (1)

14.05.2020 Rat
TOP 10.27 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: geändert beschlossen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
1195/2020
Typ
Beschlussvorlage Rat bzw. Hauptausschuss
Datum
12.05.2020
Erstellt
30.04.2020 11:49