2021/0349
Durchführung einer Bürgerumfrage in der Wissenschaftsstadt Darmstadt im Rahmen des Projektes KOMPASS
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2021/0349
7483 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
04.11.2021
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt für Wirtschaft und
Stadtentwicklung
Datenschutzbeauftragte
Amt: Bürger- und
Ordnungsamt OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2021/0349
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 12 20 90
Kostenstelle: 032-005-1000 Investitionsnummer:
Kostenträger: 1220-91 Sachkonto: 6179850, 6179050
Betreff: Durchführung einer Bürger*innenumfrage in der Wissenschaftsstadt Darmstadt im
Rahmen des Projektes KOMPASS
Vorlage vom: 28.10.2021
Beschlussvorschlag :
Der Magistrat stimmt der Durchführung einer Bürger *innenumfrage im Rahmen des
Projektes KOMPASS zu.
Anlagen: 211014_Bürger *innenbefragung KOMPASS Kurzfragebogen Uni Gießen_15.3
20211014_Anschreiben Befragung Sicherheitslage Darmstadt (KOMPASS)_15.3
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 2 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 28.10.2021
Mit Beschluss des Magistrats vom 11.9.2019 ist die Wissenschaftsstadt Darmstadt der
Initiative KOMPASS ( KOMunalProgAmmSicherheitsSiegel) des Landes Hessen beigetreten.
Am 4.9.2020 wurde der Wissenschaftsstadt Darmstadt durch den Hessischen Innenminister,
Herrn Peter Beuth, das Begrüßungsschild zur Teilnahme am Projekt KOMPASS überreicht
und damit der formale Startschuss für die Durchführung geg eben.
Der Ablauf des Projektes KOMPASS erfolgt in mehreren Phasen. Zunächst sind alle
relevanten Daten zur Sicherheitslage zu sammeln. Anschließend sind auf dieser
Datengrundlage konkrete Maßnahmen zu definieren und in einem letzten Schritt werden die
definierten Maßnahmen umgesetzt.
Die Sammlung der Daten erfolgt über drei Komponenten, indem einerseits die vorhandenen
Informationen bei der Stadt Darmstadt, die beispielsweise durch die regelmäßigen
Bürger*innenumfragen gewonnen wurden, anderseits die b ei der Landespolizei vorhandenen
Daten und zum Dritten konkrete zur Sicherheitslage und zum Sicherheitsgefühl bei den
Bürgerinnen und Bürger abgefragte Informationen zusammengetragen werden.
Die Abfrage der Informationen aus der Bürgerschaft kann sowohl i n einer
Sicherheitskonfe renz als auch durch eine Bürger*i nnenumfrage erfolgen. Aufgrund der
aktuellen Pandemie soll zunächst eine zielgerichtete Sicherheitsbefragung durchgeführt
werden. Im Frühjahr 2022 ist, falls es die Pandemie bis dahin zulässt, zusät zlich die
Durchführung einer Sicherheitskonferenz geplant.
Die Durchführung von Bürger *innenbefragungen fällt in den ausschließlichen
Zuständigkeitsbereich der Abteilung Statistik und Stadtforschung im Amt für Wirtschaft und
Stadtentwicklung. In Absprache mit dieser Abteilung sollte nach der ursprünglichen Planung
die Auswertung der Sicherheitsbefragung durch die Justus -Liebig Universität Gießen in
Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Clemens Lorei von der Hessischen Hochschule für Polizei und
Verwaltung erfolgen. Von dort wurde ein allgemeiner Fragebogen entwickelt, der bereits in
einigen anderen Städten zur Anwendung kam. Bei einer Recherche durch die Abteilung
Statistik und Stadtforschung stellte sich heraus, dass der Fragebogen, welcher von der UNI
Gießen verwe ndet wird, an einem Punkt eine Fragestellung beinhaltet, die als rassistisch
angesehen werden kann. In zwei Städten hatte es diesbezüglich bereits entsprechende
Hinweise in der Presse gegeben.
Eine diesbezügliche Nachfrage bei Prof. Lorei ergab die Auskunf t, dass die Möglichkeit einer
rassistischen Auslegung der Fragestellung nicht gesehen und ein Abweichen von dem
Fragenkatalog oder eine Abänderung auch nur einzelner Fragen ausgeschlossen werde.
Für die Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde daraufhin entschie den, auf einen eigenen,
kurzen Fragebogen zurückzugreifen, der im Rahmen des KOMPASS -Projekts ebenfalls zur
Verfügung steht und mit welchem das Ziel der Befragung ebenfalls erreicht werden kann.
Ziel der Befragung ist es, Angsträume zu identifizieren sow ie solche Bereiche auf dem Gebiet
der Wissenschaftsstadt Darmstadt zu erkennen, an denen ein subjektives
Unsicherheitsgefühl besteht und sich Personen, die einen solchen Bereich passieren,
tendenziell unwohl fühlen. Der insoweit entwickelte Fragebogen wurd e zwischenzeitlich mit
der für KOMPASS zuständigen Stelle bei der Landespolizei abgestimmt. Dieser ist in der
Anlage ebenso beigefügt wie das Anschreiben, mit welchem der Fragebogen versandt werden
soll.
- 3 -
Die Bürger*innenbefragung wird als repräsentative U mfrage durch Ziehung einer Stichprobe
aus dem Melderegister durchgeführt werden. Die Rückläufe der Umfrage werden in der
abgeschotteten Statistikstelle im Amt für Wirtschaft und Stadtentwicklung unter
Berücksichtigung der entsprechenden Datenschutzbestimmu ngen ausgewertet. Die
Ergebnisse werden sodann dem Bürger - und Ordnungsamt zur Interpretation zur Verfügung
gestellt und dienen als Grundlage für die Beschreibung von einzelnen, erforderlichen
Maßnahmen.
Eine Abstimmung mit dem Datenschutz fand statt. Du rch die städtische
Datenschutzbeauftragte wurde der Hessische Datenschutzbeauftragte kontaktiert. Von
letzterem erfolgte die Anregung, dass in Frage 4 die Angaben zu den Örtlichkeiten mittels
eines Antwortfeldes vorgegeben werden sollten (z. B. Bahnhof, Pa rkanlage, Einkaufsstraße,
Unterführung etc.), da hier sonst die Gefahr bestehe, dass an dieser Stelle bei einer freien
Beantwortbarkeit personenbezogene Angaben zu Dritten (z.B. konkrete Lokalitäten,
Adressanschriften, etc.) gemacht werden könnten.
Der Anregung einer Abänderung der Frage 4 folgt das Fachamt jedoch nicht, da durch
vorgegebene Antwortfelder das Ziel der Frage, bestehende Angsträume abzufragen,
konterkariert würde. Wenn lediglich konkrete Vorgaben von möglichen Angsträumen
ankreuzbar sind, fe hlt jegliche Möglichkeit, bisher noch nicht bekannte Örtlichkeiten zu
erfahren. Im Übrigen erfolgt die Auswertung des Fragebogens anonymisiert in der
abgeschotteten Statistikstelle des Amtes für Wirtschaft und Stadtentwicklung. Von dort
werden nur aggregie rte Ergebnisse weitergegeben, die einen Rückschluss auf einzelne
Personen verhindern. Demgemäß hat auch die Abteilung Statistik und Stadtforschung dem
Fragebogen und dem Vorgehen zugestimmt.
Der Magistrat stimmt dem in der Anlage beigefügten, für die Be fragung vorgesehene n
Fragebogen zu und beauftragt das Bürger - und Ordnungsamt, die für die Umfrage
erforderlichen Adressen an die abgeschottete Statistikstelle im Amt für Wirtschaft und
Stadtentwicklung zu übermitteln.
Außer dem personellen Einsatz der jeweils Beteiligten entstehen bei der Durchführung der
Befragung neben Materialkosten lediglich Kosten für das Versenden der Fragebögen sowie
für die der Rückumschläge. Die insoweit notwendigen Haushaltsmittel sind unter der
Kostenstelle 032 -005-1000 vorhanden.
Es ist geplant, die Umfrage nach der Zustimmung des Magistrats im November und
Dezember 2021 durchzuführen.
Darmstadt, 28.10.2021
Dezernat I
Jochen Partsch
Oberbürgermeister
anlage 5
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Punkt 4: Durchführung einer Bürgerumfrage in der Wissenschaftsstadt Darmstadt im Rahmen des Projektes KOMPASS (V-Nr. 2021/0349) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss nimmt von der Vorlage Kenntnis.
Beratungsverlauf (2)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2021/0349
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 28.10.2021
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00