Bevölkerungsbewegungen in Köln 2023 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge
Mitteilung Ausschuss 2624/2024 vom 19.09.2024
Stand: Am 07.11.2024 im Stadtentwicklungsausschuss beraten. Ergebnis: Kenntnis genommen.
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Dezernat, Dienststelle IX/153/1 Vorlagen-Nummer 19.09.2024 2624/2024 Mitteilung öffentlicher Teil Gremium Datum Integrationsrat 08.10.2024 Wirtschaftsausschuss 10.10.2024 Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 10.10.2024 Stadtentwicklungsausschuss 07.11.2024 Bevölkerungsbewegungen in Köln 2023 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge Der vorliegende Bericht beleuchtet die jährlichen Bevölkerungsbewegungen, die für die Fort- schreibung der amtlichen Bevölkerungszahl genutzt werden. Der Fokus liegt auf den jüngsten Bewegungen in Köln während des Jahres 2023, jeweils im Vergleich zu den vorangegange- nen zehn Jahren. Im Jahr 2023 starben mehr Menschen in Köln als geboren wurden (-1 482). Die Zahl der Ge- burten sank 2023 im Vergleich zu 2022 weiter auf 9 099 (-7,3 %) während die Sterbefälle leicht auf 10 581 zurückgingen (-0,9 %). Da im Jahr 2023 jedoch mehr Menschen nach Köln zugezogen als von Köln fortgezogen sind, ist die Zahl der Kölnerinnen und Kölner trotz rück- läufiger natürlicher Bevölkerungsentwicklung gestiegen. Die Zuzüge nach Köln insgesamt gin- gen zwar im Vergleich zu 2022 – dem Ausnahmejahr mit vielen Zuziehenden aus der Ukraine – um rund 8 000 deutlich auf 58 189 zurück (-12,3 %) und die Fortzüge blieben mit 53 690 (+0,9 %) relativ konstant, woraus dennoch weiter ein Wanderungsplus von 4 499 resultierte. 2 Grafik 1: Bevölkerungsbewegungen in Köln 2013 bis 2023 Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistik und Informationsmanagement) Mit Blick auf die Altersgruppen waren wie in der Vergangenheit vor allem Wanderungsge- winne bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und unter 30 Jahren (Saldo: +10 106) für das Be- völkerungswachstum in Köln ausschlaggebend. Hinsichtlich der Herkunftsregion sorgten die Zuzüge aus dem Ausland für das Wanderungs- plus. Sie gingen zwar im Vergleich zu 2022 deutlich um fast 7 000 auf 21 244 zurück, übertra- fen aber die die Fortzüge dorthin (7 275) weiter am stärksten (Saldo: +13 969). Die Zahl der nichtdeutschen Zuziehenden sank entsprechend im Jahr 2023 auf 27 880. Die deutschen Zu- ziehenden (30 309) machten damit wieder mehr als die Hälfte der Zuziehenden aus (52,1 %). Die stärkste ausländische Zuzugsgruppe blieben 2023 wie im Vorjahr die Ukrainer*innen (2 893), gefolgt von Türk*innen (2 556) und Syrer*innen (2 193). Im Jahr 2023 gab es mit 3 672 Einbürgerungen einen neuen Höchststand. Auch die Zahl der eingebürgerten Personen insgesamt ist in Köln weiter angestiegen: 149 536 Personen im Jahr 2023. Die meisten Fortzüge aus Köln erfolgten nicht mehr wie in früheren Jahren in die angrenzende Wohnungsmarktregion (13 576), sondern in weiter entfernte Regionen in Nordrhein-Westfalen (15 715). Der Anteil der Kinder an allen Fortziehenden in die Wohnungsmarktregion war mit 16,1 Prozent überdurchschnittlich hoch (Durchschnitt: 13 %), während es in das übrige Nord- rhein-Westfalen und das übrige Bundesgebiet mit einem Anteil von 40,2 beziehungsweise 43,8 Prozent überdurchschnittlich viele junge Erwachsene zwischen 18 und unter 30 Jahre (Durchschnitt: 36 %) zog. Weiterhin, wenngleich mit sinkender Tendenz, verzeichnete Köln das größte Wanderungsmi- nus mit dem angrenzenden Rhein-Erft-Kreis (-2 144). Wanderungsgewinne wurden dagegen mit weiter entfernten Kreisen und kreisfreien Städten erzielt. Das stärkste Wanderungsplus gab es mit der Stadt Aachen (+364). 58 189 53 690 4 499 - 20 000 - 10 000 10 000 20 000 30 000 40 000 50 000 60 000 70 000 80 000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Zuzug nach Köln Fortzug aus Köln Saldo Zu- und Fortzüge 3 Hinweise zu den Kölner Bevölkerungszahlen Alle Auswertungen in diesem Bericht beziehen sich auf die wohnberechtigte Bevölkerung (Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Köln). Datengrundlage ist das Melderegister der Stadt Köln mit Stand 31.12. des jeweiligen Jahres. Der vorliegende Bericht dient der rein deskriptiven Beschreibung der Bevölkerungsbewegun- gen in Köln. Es können dabei keine Aussagen zu beispielsweise Wanderungsmotiven, Er- werbstätigkeit, Bildungsabschluss der zu- und fortziehenden Personen getroffen werden, da diese Informationen nicht im Melderegister enthalten sind. Auch ist es nicht möglich, die Be- wegungsdaten der Stadt Köln mit Daten anderer Quellen (Beispiel: Bundesagentur für Arbeit) zu verschneiden. Grundsätzlich muss zwischen der amtlichen Bevölkerungszahl, sowie deren Fortschreibung und der stichtagsbezogenen Auswertung der kommunalen Melderegister unterschieden wer- den. Die amtliche Bevölkerungszahl basiert zwar auf den Einträgen in den Kommunalen Mel- deregistern, wird aber durch regelmäßige Volkzählungen (seit 2011 der Zensus genannt) vali- diert. Die letzte Validierung erfolgte mit dem Zensus 2022. Abweichungen zwischen amtlicher Bevölkerungszahl und stichtagsbezogener Auswertung des Melderegisters sind vor diesem Hintergrund unvermeidlich. Danach lag die amtliche Be- völkerungszahl von Köln, die alle Personen mit Hauptwohnsitz in der Stadt abbildet, zum Stichtag 15. Mai 2022 bei 1 017 355 Einwohnerinnen und Einwohnern; ein Plus von 11 580 Einwohnerinnen und Einwohnern gegenüber dem Zensus 2011. Die amtliche Bevölkerungs- zahl ist seit 2011 also weiter gestiegen, liegt aber um rund 7 Prozent unter der Zahl, die sich aus dem städtischen Melderegister ergibt. Das Ergebnis des Zensus ist die Basis für die Fortschreibung der amtlichen Bevölkerungs- zahl. Auf Basis der im Zensus ermittelten Zahl wird der Bevölkerungsstand monatlich fortge- schrieben, das heißt, Geburten und Zuzüge werden addiert, Sterbefälle und Fortzüge werden abgezogen. Der vorliegende Bericht beleuchtet die jährlichen Bevölkerungsbewegungen, die für die Fortschreibung der amtlichen Bevölkerungszahl genutzt werden. Gez. Haack Anlagen Stadt Köln – Amt für Stadtentwicklung und Statistik (2024): Bevölkerungsbewegungen in Köln 2023 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge. Kölner Statistische Nachrichten 12/2024. -
KSN_12_2024_Bevoelkerungsbewegungen_2023
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1 Bevölkerungsbewegungen in Köln 2023 Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 2 Zusammenfassung Die Entwicklung der Anzahl an Kölnerinnen und Kölnern hängt von den Geburten und Sterbefällen (natürliche Bevölkerungsbewegungen) in Köln und vor allem von den Wanderungsbewegungen (Zu- und Fortzüge) ab. Der vorliegende Bericht beleuchtet diese Bewegungen in Köln während des Jahres 2023 im Detail und im Vergleich zu den letzten zehn Jahren. 2023 starben mehr Menschen in Köln als geboren wurden (-1 482). Die Zahl der Geburten sank 2023 im Vergleich zu 2022 weiter auf 9 099 (-7,3 %) während die Sterbefälle leicht auf 10 581 zu- rückgingen (-0,9 %). Mit 1,06 Kindern pro Frau lag die zusammengefasste Geburtenziffer auf dem niedrigsten Wert in Köln seit jeher. Da im Jahr 2023 jedoch mehr Menschen nach Köln zugezogen als von Köln fortgezogen sind, ist die Zahl der Kölnerinnen und Kölner trotz rückläufiger natürlicher Bevölkerungsentwicklung gestiegen. Mit Blick auf die Altersgruppen waren wie in der Vergangen- heit vor allem Wanderungsgewinne bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und unter 30 Jahren (Saldo: +10 106) für das Bevölkerungswachstum in Köln ausschlaggebend. Die Zuzüge nach Köln insgesamt gingen zwar im Vergleich zu 2022 – dem Ausnahmejahr mit vielen Zuziehenden aus der Ukraine – um rund 8 000 deutlich auf 58 189 zurück (-12,3 %) und die Fort- züge blieben mit 53 690 (+0,9 %) relativ konstant, woraus dennoch weiter ein Wanderungsplus von 4 499 resultierte. Ausschlaggebend für dieses Wanderungsplus waren mit Blick auf die Herkunftsre- gion die Zuzüge aus dem Ausland, die zwar im Vergleich zu 2022 deutlich um fast 7 000 auf 21 244 zurückgingen, aber die die Fortzüge dorthin (7 275) weiter am stärksten übertrafen (Saldo: +13 969). Die Zahl der nichtdeutschen Zuziehenden sank entsprechend im Jahr 2023 auf 27 880. Die deutschen Zuziehenden (30 309) machten damit wieder mehr als die Hälfte der Zuziehenden aus (52,1 %). Die stärkste ausländische Zuzugsgruppe blieben 2023 wie im Vorjahr die Ukrainer*in- nen (2 893), gefolgt von Türk*innen (2 556) und Syrer*innen (2 193). Im Jahr 2023 gab es mit 3 672 Einbürgerungen einen neuen Höchststand. Auch die Zahl der eingebürgerten Personen insgesamt ist in Köln weiter angestiegen: 149 536 Personen im Jahr 2023. Die meisten Fortzüge aus Köln erfolgten nicht mehr wie in früheren Jahren in die angrenzende Wohnungsmarktregion (13 576), sondern in weiter entfernte Regionen in Nordrhein-Westfalen (15 715). Der Anteil der Kinder an allen Fortziehenden in die Wohnungsmarktregion war mit 16,1 Prozent überdurchschnittlich hoch (Durchschnitt: 13 %), während es in das übrige Nordrhein-West- falen und das übrige Bundesgebiet mit einem Anteil von 40,2 beziehungsweise 43,8 Prozent über- durchschnittlich viele junge Erwachsene zwischen 18 und unter 30 Jahre (Durchschnitt: 36 %) zog. Weiterhin, wenngleich mit sinkender Tendenz, verzeichnete Köln das größte Wanderungsminus mit dem angrenzenden Rhein-Erft-Kreis (-2 144). Wanderungsgewinne wurden dagegen mit weiter ent- fernten Kreisen und kreisfreien Städten erzielt. Das stärkste Wanderungsplus gab es mit der Stadt Aachen (+364). Diese Publikation enthält einen Datenanhang im Excel-Format mit den Zahlen zu allen dargestellten Grafiken, Tabellen und Karten. Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 3 Grundsätzliches zu den Kölner Bevölkerungszahlen Alle Auswertungen zu den Bevölkerungsbewegungen in diesem Bericht beziehen sich auf die wohnberechtigte Bevölkerung (Personen mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Köln). Datengrundlage ist das Melderegister der Stadt Köln mit Stand 31.12. des jeweiligen Jahres. Der vorliegende Bericht dient der rein deskriptiven Beschreibung der Bevölkerungsbewegungen in Köln. Es können dabei keine Aussagen zu beispielsweise Wanderungsmotiven, Erwerbs- tätigkeit, Bildungsabschluss der zu- und fortziehenden Personen getroffen werden, da diese Informationen nicht im Melderegister enthalten sind. Auch ist es nicht möglich, die Bewegungsdaten der Stadt Köln mit Daten anderer Quellen (Beispiel: Bundesagentur für Arbeit) zu verschneiden. Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 4 Amtliche Bevölkerungszahl versus Einwohnerbestand im Melderegister Grundsätzlich muss zwischen der amtlichen Bevölkerungszahl sowie deren Fortschreibung und der stichtagsbezogenen Auswertung der kommunalen Melderegister unterschieden werden. Die amtliche Bevölkerungszahl basiert zwar auf den Einträgen in den kommunalen Melderegistern, wird aber durch regelmäßige Volkzählungen (seit 2011 Zensus genannt) validiert. Die Validierung der Melderegister basierte im letzten Zensus, dem Zensus 2022, auf • Hochrechnungen aus einer Stichprobenbefragung von Haushalten (basierte in Köln auf circa 10 Prozent der Bevölkerung), • einer Vollerhebung von Personen, die in sogenannten Sonderbereichen (zum Beispiel in Studierendenwohnheimen oder Pflegeheimen) untergebracht sind, • sowie einer Prüfung aller Melderegister deutschlandweit auf Mehrfachanmeldungen und entsprechender Löschung von Duplikaten. Abweichungen zwischen amtlicher Bevölkerungszahl und stichtagsbezogener Auswertung des Melderegisters sind daher unvermeidlich. Dennoch bleibt der Einwohnerbestand des Melderegisters die zentrale Planungs- und Handlungsgrundlage der Verwaltung, da nur das Melderegister klein- räumige, zum Beispiel stadtteilbezogene, Auswertungen ermöglicht. Eine wichtige Aufgabe des Meldewesens ist daher die regelmäßige Registerbereinigung, um die Differenz zwischen amtlicher Bevölkerungszahl und Einwohnerbestand möglichst gering zu halten. Gut zwei Jahre nach der Durchführung des Zensus 2022 haben das Bundesamt für Statistik und die statistischen Landesämter am 25. Juni 2024 die ersten Ergebnisse bekanntgegeben. Danach lag die amtliche Bevölkerungszahl von Köln, die alle Personen mit Hauptwohnsitz in der Stadt abbildet, zum Stichtag 15. Mai 2022 bei 1 017 355 Einwohnerinnen und Einwohnern; ein Plus von 11 580 Einwohnerinnen und Einwohnern gegenüber dem Zensus 2011. Die amtliche Bevölkerungszahl ist seit 2011 also weiter gestiegen, liegt aber um rund 7 Prozent unter der Zahl, die sich aus dem städtischen Melderegister ergibt. Aufgrund des Volkszählungsurteils des Bundes- verfassungsgerichtes von 1983 dürfen die im Zensus festgestellten Auffälligkeiten einzelner Einträge jedoch nicht in das Melderegister übernommen werden (so genanntes Rückspielverbot). Das Ergebnis des Zensus ist die Basis für die Fortschreibung der amtlichen Bevölkerungszahl. Auf der im Zensus ermittelten Zahl wird der Bevölkerungsstand monatlich fortgeschrieben, das heißt, Geburten und Zuzüge werden addiert, Sterbefälle und Fortzüge werden abgezogen. Die Informationen über die Geburten und Sterbefälle werden von den Standesämtern geliefert und die Grunddaten der Wanderungsstatistik (also die An- und Abmeldungen) stammen aus dem kommunalen Melderegister. Der vorliegende Bericht beleuchtet die jährlichen Bevölkerungsbewegungen, die für die Fort- schreibung der amtlichen Bevölkerungszahl genutzt werden. Der Fokus liegt auf den jüngsten Bewegungen in Köln während des Jahres 2023, jeweils im Vergleich zu den vorangegangenen zehn Jahren. Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 5 Weiter deutlich mehr Sterbefälle als Geburten Seit 2022 ist ein deutlicher Rückgang der Geburten zu beobachten (Grafik 1). Die Kölner Entwick- lung entspricht hierbei dem deutschlandweiten Trend, wonach die Geburtenzahl in 2022 im Ver- gleich zum Vorjahr um 7,1 Prozent und in 2023 im Vergleich zu 2022 um 6,2 Prozent sank.1 • Die Zahl der Geburten in Köln sank 2023 weiter um rund 700 auf 9 099 (-7,3 %). • Die Sterbefälle gingen um rund 100 leicht auf 10 581 zurück (-0,9 %). • Zum zweiten Mal in Folge starben mehr Menschen in Köln als geboren wurden (-1 482), zu- vor gab es zuletzt im Jahr 2005 mehr Sterbefälle als Geburten. Grafik 1: Geburten und Sterbefälle 2013 bis 2023 ________________________________________________________________________________________________________ 9 811 9 099 10 682 10 581 - 871 - 1 482 - 4 000 - 2 000 2 000 4 000 6 000 8 000 10 000 12 000 14 000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Geburt Sterbefall Saldo ________________________________ ________________________________________________________________________ Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) 1 Statistisches Bundesamt: https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Geburten/geburten- aktuell.html (abgerufen am 02.08.2024). Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 6 • Als Folge des Geburtenrückgangs ist in den letzten beiden Jahren auch die zusammen- gefasste Geburtenziffer2 zurückgegangen (Grafik 2). Sie lag 2023 auf dem niedrigsten Wert seit jeher in Köln mit 1,06 Kindern pro Frau im Alter zwischen 15 und 49 Jahren. • Dabei ist die Geburtenziffer sowohl von nichtdeutschen (1,29) als auch deutschen (1,01) Frauen in 2023 weiter zurückgegangen und ist in den 2020er Jahren angeglichener als zuvor. • Die höchste Geburtenziffer insgesamt lag in den letzten zehn Jahren bei 1,40 im Jahr 2016. Der höchste Wert für die nichtdeutschen Frauen betrug 1,81 im Jahr 2017 und 1,29 für die deutschen Frauen im Jahr 2015. Grafik 2: Zusammengefasste Geburtenziffer nach Nationalität 2013 bis 2023 ________________________________________________________________________________________________________ 1,40 1,32 1,15 1,06 1,29 1,28 1,09 1,01 1,81 1,54 1,41 1,29 0,60 0,80 1,00 1,20 1,40 1,60 1,80 2,00 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 insgesamt deutsch nicht-deutsch ________________________________________________________________________________________________________ Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) 2 Die zusammengefasste Geburtenziffer (TFR: total fertility rate) gibt die durchschnittliche Zahl der Kinder an, die eine Frau vom 15. bis 49. Lebensjahr (lebend) zur Welt bringt. Grundlage sind Frauen mit Hauptwohnung in Köln. Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 7 Zweites Jahr mit Wanderungsplus Das Bevölkerungsplus der Stadt Köln im Jahr 2023 ist ausschließlich auf die Wanderungen zurück- zuführen, hier gab es mehr Zuzüge als Fortzüge. Diese Wanderungsbewegungen über die Kölner Stadtgrenze unterlagen in den letzten zehn Jahren deutlichen Schwankungen (Grafik 3). Dies betraf vor allem die Zuzüge: • Die Zuzüge sanken im Vergleich zum Vorjahr um rund 8 000 auf 58 189. 2022 war jedoch ein Ausnahmejahr mit vielen Zuziehenden aus der Ukraine. So lag denn auch die Zuzugs- zahl 2023 nur leicht unter dem Schnitt der letzten zehn Jahre (2013 bis 2022: 58 794), der die hohen Zuzugszahlen von Flüchtlingen in den Jahren 2015 und 2016 sowie 2022 mit um- fasst. • Die Fortzüge blieben mit 53 690 im Vergleich zum Vorjahr (53 186) relativ konstant und la- gen leicht unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (2013 bis 2022: 54 616), was unter dem Strich in Köln zu einem Wanderungsplus (mehr Zuzüge als Fortzüge) von 4 499 führte. Grafik 3: Zuzüge und Fortzüge 2013 bis 2023 ________________________________________________________________________________________________ 58 189 53 690 4 499 - 20 000 - 10 000 10 000 20 000 30 000 40 000 50 000 60 000 70 000 80 000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Zuzug nach Köln Fortzug aus Köln Saldo Zu- und Fortzüge ________________________________________________________________________________________________ Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 8 18- bis unter 30-Jährige stabil mit Wanderungsplus Wie in den meisten Jahren waren die 18- bis unter 30-Jährigen im Jahr 2023 die einzige Alters- gruppe mit einem Wanderungsplus (+10 106; Grafik 4) • Das Wanderungsplus dieser jungen Erwachsenen (18 bis unter 30 Jahre) lag ungefähr im Mittel der Jahre 2013 bis 2022 (+10 397) • Ausschließlich in Jahren mit vielen „Flüchtlings-Zuzügen“ (2015, 2016, 2022) gab es ein Plus bei den Kindern (unter 18 Jahre) Grafik 4: Wanderungssaldo nach Altersgruppen 2013 bis 2023 ________________________________________________________________________________________________ -672 +10 106 - 2 687 -1.259 -634 -355 - 10 000 - 5 000 5 000 10 000 15 000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 unter 18 18 bis unter 30 30 bis unter 45 45 bis unter 60 60 bis unter 75 75 und älter ________________________________ ________________________________________________________________ Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 9 • Insgesamt gingen die Zuzüge im Vergleich zum Vorjahr um rund 12 Prozent zurück. Über- durchschnittlich sank vor allem die Zahl der Zuzüge der 60- bis unter 75-Jährigen (-28,3 %), der unter 18-Jährigen (-28,0 %) sowie der 45- bis unter 60-Jährigen (-23,6 %). Zu beachten ist dabei, dass im Jahr 2022 die Zuzüge aufgrund des Ukraine-Kriegs auf einem Höchststand waren (Tabelle 1). • Bei insgesamt konstant gebliebenen Fortzügen haben 2023 besonders die 18- bis unter 30-Jährigen verstärkt die Stadt verlassen (+8,2 % im Vergleich zu 2022). Mit 19 327 Fort- zügen lagen sie jedoch immer noch unter dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre (2013 bis 2022: 20 239). Die Fortzüge der Kinder verringerten sich in 2023 im Vergleich zu 2022 um genau 660 (-8,7 %). Tabelle 1: Bewegungen nach Altersgruppen 2023 und 2022 Zuzüge Fortzüge Saldo Zuzüge Fortzüge Saldo unter 18 6 285 6 957 - 672 8 735 7 617 +1 118 18 bis unter 30 29 433 19 327 +10 106 30 984 17 864 +13 120 30 bis unter 45 15 187 17 874 -2 687 17 008 18 108 -1 100 45 bis unter 60 4 621 5 880 -1 259 6 046 5 636 + 410 60 bis unter 65 864 1 162 - 298 1 129 1 266 - 137 65 bis unter 75 949 1 285 - 336 1 399 1 323 + 76 75 und älter 850 1 205 - 355 1 061 1 372 - 311 ges amt 58 189 53 690 +4 499 66 362 53 186 +13 176 Altersgruppe 2023 2022 Q uelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 10 Rückgang der Zuzüge aus allen Regionen In Grafik 5 wird deutlich, dass die Zuzüge aus allen Regionen (Wohnungsmarktregion Köln3, übriges Nordrhein-Westfalen, übriges Bundesgebiet und Ausland) in 2023 im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen sind. • Die Zuzüge aus der Wohnungsmarktregion verzeichneten lediglich einen minimalen Rück- gang von 0,8 Prozent auf 9 305. • Aus dem Ausland kam hingegen fast ein Viertel weniger Menschen als im Jahr 2022. Mit 21 244 Zugezogenen lag der Wert dennoch deutlich über dem Schnitt der Jahre 2013 bis 2022 (17 939). Grafik 5: Zuzüge nach Regionen 2013 bis 2023 ________________________________________________________________________________________________ 9 305 14 707 12 933 21 244 5 000 10 000 15 000 20 000 25 000 30 000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Wohnungsmarktregion Köln übriges NRW übrige BRD Ausland ________________________________ ________________________________________________________________ Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) 3 Zur Wohnungsmarktregion gehören neben Köln: Bedburg, Bergheim, Bergisch Gladbach, Bornheim, Brühl, Dormagen, Elsdorf, Engelskirchen, Erftstadt, Euskirchen, Frechen, Gummersbach, Hennef (Sieg), Hürth, Kerpen, Kürten, Leverkusen, Lindlar, Lohmar, Much, Neunkirchen-Seelscheid, Niederkassel, Nümbrecht, Odenthal, Overath, Pulheim, Rommerskirchen, Rösrath, Siegburg, Troisdorf, Weilerswist, Wesseling, Wiehl, Zülpic h. Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 11 Fortzüge in weiteres Nordrhein-Westfalen steigen Die Fortzüge insgesamt blieben im Jahr 2023 mit 53 690 auf einem fast konstanten Niveau im Ver- gleich zum Vorjahr (53 186); die Verteilung der Fortzüge auf die Zielregionen entwickelte sich aber unterschiedlich (Grafik 6): • Die Zahl der Fortzüge in die angrenzende Wohnungsmarktregion ging im zweiten Jahr in Folge auf nunmehr 13 576 zurück (-4,5 %). Das ist der niedrigste Wert seit 2015. • In das weiter entfernte übrige Nordrhein-Westfalen stiegen die Fortzüge dagegen auf 15 715 an. • Die Fortzüge in das übrige Bundesgebiet befanden sich mit 10 782 auf dem niedrigsten Stand seit 2004. Grafik 6: Fortzüge nach Regionen 2013 bis 2022 ________________________________________________________________________________________________ 13 576 15 715 10 782 7 275 2 000 4 000 6 000 8 000 10 000 12 000 14 000 16 000 18 000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Wohnungsmarktregion Köln übriges NRW übrige BRD Ausland ________________________________ ________________________________________________________________ Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 12 Kinder ziehen mit ihren Familien überdurchschnittlich oft in die Wohnungsmarktregion • Von allen Kindern, die Köln verließen, blieben über 4 000, also rund zwei Drittel, in Nord- rhein-Westfalen (inklusive Wohnungsmarktregion). Der Anteil der Kinder an allen Fortziehen- den in die Wohnungsmarktregion war mit 16,1 Prozent überdurchschnittlich (Durchschnitt über alle Regionen: 13 %). Gleiches gilt für die Elterngeneration, die 30- bis unter 45-Jähri- gen, mit 36,3 Prozent (Durchschnitt: 33,3 %) (Grafik 7). • In das übrige Nordrhein-Westfalen (6 319) und das übrige Bundesgebiet (4 720) zog es da- gegen mit einem Anteil von 40,2 beziehungsweise 43,8 Prozent überdurchschnittlich viele junge Erwachsene zwischen 18 und unter 30 Jahren (Durchschnitt: 36 %). Grafik 7: Fortzüge nach Region und Alter 2023 ________________________________________________________________________________________________ 2 182 2 161 848 1 072 3 815 6 319 4 720 2 534 4 933 5 168 3 417 2 174 1 558 1 252 1 003 955 655 524 530 403 433 291 264 137 0 2 000 4 000 6 000 8 000 10 000 12 000 14 000 16 000 18 000 Wohnungsmarktregion übriges NRW übrige BRD Ausland unter 18 18 bis unter 30 30 bis unter 45 45 bis unter 60 60 bis unter 75 75 und älter gesamt: 13 575 gesamt: 10 782 gesamt: 15 715 gesamt: 7 275 ________________________________ ________________________________________________________________ Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 13 Deutliches Wanderungsminus auch über Wohnungsmarktregion hinaus • Das größte Wanderungsminus bestand 2023 weiter mit der Wohnungsmarktregion (-4 271). Es ist aber im Vergleich zum Vorjahr (-4 836) zurückgegangen, was auf die geringere Zahl der Fortzüge zurückzuführen ist (Tabelle 2). • Das Wanderungsminus mit dem übrigen Nordrhein-Westfalen (-1 008) ist dagegen im Ver- gleich zum Vorjahr (-103) am deutlichsten gestiegen. • Seit dem Jahr 2019 gibt es innerhalb Deutschlands insgesamt mehr Fortzüge aus Köln als Zuzüge nach Köln. Das liegt vor allem an den Wanderungsverflechtungen Kölns innerhalb Nordrhein-Westfalens. Nur mit dem übrigen Bundesgebiet außerhalb Nordrhein-Westfalens gab es 2023 ein Wanderungsplus (+2 151). • Die Wanderungsüberschüsse mit dem Ausland sorgten auch 2023 für eine positive Gesamt- wanderungsbilanz (+13 969) Tabelle 2: Bewegungen nach Regionen 2023 und 2022 Zuzüge Fortzüge Saldo Zuzüge Fortzüge Saldo Wohnungsmarktregion Köln 9 305 13 576 -4 271 9 377 14 213 -4 836 übriges NRW 14 707 15 715 -1 008 15 253 15 356 - 103 übrige BRD 12 933 10 782 +2 151 13 763 11 195 +2 568 Ausland 21 244 7 275 +13 969 27 969 6 734 +21 235 unbekannt 0 6 342 -6 342 0 5 688 -5 688 ges amt 58 189 53 690 +4 499 66 362 53 186 +13 176 Region 20222023 Quel le: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 14 Wanderungsplus zumeist am stärksten mit anderen Großstädten Wanderungsgewinne wurden 2023 aus Kölner Sicht eher mit weiter entfernten Kreisen und kreis- freien Städten erzielt (Karte 1). Das höchste Wanderungsminus nach allen Kreisen und kreisfreien Städten war 2023 dagegen, wie auch in der Vergangenheit, zu großen Teilen in der näheren Umge- bung von Köln zu beobachten (vergleiche Karte 2). • Außerhalb Nordrhein-Westfalens überstiegen am deutlichsten die Fortzüge nach Berlin die Zuzüge von dort (-144). Das größte Plus konnte dagegen mit der Region Hannover erzielt werden (+114). Karte 1: Wanderungssaldo mit den deutschen Kreisen und kreisfreien Städten 2023 Quel le: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 15 • Weiterhin das größte Wanderungsminus verzeichnete Köln mit dem Rhein-Erft-Kreis (-2 144). Der negative Saldo hat sich im Vergleich zum Vorjahr (-2 340) leicht abgeschwächt, blieb aber konstant über -2 000. Mehr als -1 000 betrug der Wanderungssaldo mit dem Kreis Euskirchen (-1 071). • Das stärkste Wanderungsplus erzielte Köln mit der Stadt Aachen (+364), gefolgt vom Kreis Siegen-Wittgenstein (+229) und der Stadt Bonn (+214). Karte 2: Wanderungssaldo mit den nordrhein-westfälischen Kreisen und kreisfreien Städten 2023 Q uelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 16 Angrenzende Gemeinden profitieren am stärksten Besonders die direkten Anrainergemeinden links- und rechtsrheinisch verzeichneten deutlich mehr Zuzüge aus Köln als Fortzüge dorthin (Karte 3). • Das stärkste Wanderungsminus bestand mit der Stadt Leverkusen, was sich im Vergleich zum Vorjahr von -316 auf -775 erhöhte. Es folgt das linksrheinische Pulheim aus dem bereits erwähnten Rhein-Erft-Kreis mit -536. • Vor allem ab dem zweiten Ring um Köln, in Richtung Bergisches Land war die Wanderungs- bilanz ausgeglichener. Mit sechs Gemeinden der Wohnungsmarktregion (alle rechts- rheinisch) bestand jeweils ein sehr leichtes Wanderungsplus. An der Spitze standen Siegburg (+39), Kürten (+24) und Gummersbach (+20; siehe auch Tabelle A1 im Anhang). Karte 3: Wanderungssaldo mit den Gemeinden der Wohnungsmarktregion 2023 Quel le: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 17 Deutlich weniger nichtdeutsche Zuziehende als im Vorjahr Insgesamt sind die Zuzüge im Vergleich zum Vorjahr um rund 12 Prozent zurückgegangen. Das lag vor allem an den Zuzügen von Menschen ohne deutschen Pass (-19,9 %). Deutsche zogen um fast vier Prozent weniger nach Köln (Grafik 8 und Tabelle 3). • Die Zahl der deutschen Zuziehenden ist in der Vergangenheit relativ konstant zurück- gegangen und lag im Jahr 2023 bei 30 309. • Der Zuzug von Nichtdeutschen erfolgte in Wellen. Die Ereignisse der letzten Jahre lassen sich in Grafik 8 ablesen („Flüchtlings-Krise“ 2015 und 2016, Corona-Pandemie 2020 und 2021, Ukraine-Krieg 2022 und 2023). Mit einer Zahl von 27 880 kamen im Jahr 2023 jedoch immer noch deutlich mehr Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit nach Köln als im zehnjährigen Mittel (2013 bis 2022: 24 719). Grafik 8: Zuzüge von Deutschen und Nichtdeutschen 2013 bis 2023 ________________________________________________________________________________________________ 30 309 27 880 5 000 10 000 15 000 20 000 25 000 30 000 35 000 40 000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Deutsche Nichtdeutsche ________________________________________________________________________________________________ Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Tabelle 3: Bewegungen nach Nationalität 2023 und 2022 Zuzüge Fortzüge Saldo Zuzüge Fortzüge Saldo deutsch 30 309 32 450 -2 141 31 552 34 707 -3 155 nichtdeutsch 27 880 21 240 +6 640 34 810 18 479 +16 331 ges amt 58 189 53 690 +4 499 66 362 53 186 +13 176 Nationalität 2023 2022 Quel le: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem ) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 18 Tabelle 4 zeigt die stärksten Zuzüge nach Nationalität sowie nach Kontinent im Jahr 2023. • Im Jahr 2022 gab es erstmals mehr nichtdeutsche als deutsche Zuziehende. Im Jahr 2023 machten Deutsche dagegen wieder knapp mehr als die Hälfte aus (52,1 %). Es folgen Personen mit asiatischer Nationalität (ohne Türkei) (14,5 %) und mit Nationalitäten des sonstigen Europas (12,1 %). • Die stärkste ausländische Zuzugsgruppe blieben 2023 wie im Vorjahr die Ukrainer*innen, obwohl ihre Zuzüge deutlich von 11 539 auf 2 893 zurückgingen. Es folgen Türk*innen (2 556) und Syrer*innen (2 193). Diese beiden Nationalitäten erfuhren deutliche Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr (+27,7 % beziehungsweise +44,9 %). • Die Zahl der Albaner*innen konnte sich auf 1 374 Zuziehende mehr als verdreifachen (Rang 4). Auch mehr als doppelt so viele Nordmazedonier*innen zogen 2023 im Vergleich zu 2022 nach Köln (819 Personen; Rang 9). • Das größte Wanderungsplus (mehr Zu- als Fortzüge) verzeichneten 2023 die Ukrainer*innen (+1 279), gefolgt von Albaner*innen (+920) und Iraner*innen (+520) (siehe auch Tabelle A2 im Anhang). • Besonders viele Türk*innen (2 274; Vorjahr: 1 697) und Syrer*innen (2 056; Vorjahr: 1 164) verließen Köln. Bei beiden Nationalitäten stieg die Zahl der Fortzüge deutlich; da auch die Zuzüge zunahmen, ergab sich unter dem Strich ein Wanderungsplus. Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 19 Tabelle 4: Stärkste Zuzüge nach Nationalität 2023 und Durchschnitt 2018 bis 2022 absolut % absolut % Deutschland 30 309 52,1 32 177 57,8 Ausland 27 880 47,9 23 527 42,2 davon EU-Ausland 6 069 10,4 7 321 13,1 darunter Bulgarien 997 1,7 1 233 2,2 Italien 971 1,7 1 122 2,0 Rumänien 766 1,3 1 001 1,8 Polen 680 1,2 964 1,7 Türkei 2 556 4,4 1 576 2,8 Sonstiges Europa 7 044 12,1 4 998 9,0 darunter Ukraine 2 893 5,0 2 516 4,5 Asien 8 429 14,5 6 369 11,4 darunter Syrien 2 193 3,8 1 053 1,9 Iran 1 078 1,9 830 1,5 Indien 972 1,7 775 1,4 Afghanistan 781 1,3 470 0,8 Afrika 2 113 3,6 1 650 3,0 Amerika 1 500 2,6 1 432 2,6 Sonstige 169 0,3 181 0,3 ges amt 58 189 100,0 55 704 100,0 Nationalität 2023 Durchschnitt 2018-2022 Q uelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 20 Nichtdeutsche mit Wanderungsplus über fast alle Altersgruppen Grafik 9 zeigt das deutlich unterschiedliche Wanderungsverhalten nach Alter von Deutschen und Nichtdeutschen (vergleiche Grafik 4, Seite 8). • Die Deutschen verzeichneten 2023 ausschließlich für die 18- bis unter 30-Jährigen einen positiven Wanderungssaldo (+6 344). Vor allem bei den 30- bis unter 45-Jährigen gab es mit -4 006 einen deutlichen Wanderungsverlust. Insgesamt ging das Wanderungsminus der Deutschen im Vergleich zum Vorjahr jedoch von -3 155 auf -2 141 zurück. • In der Gruppe Menschen ohne deutschen Pass gab es für fast jede Altersgruppe mehr Zuzüge nach Köln als Fortzüge aus Köln heraus. Lediglich bei den ab 75-Jährigen gab es ein Wanderungsminus (-47). Auch bei den Nichtdeutschen verzeichneten die 18- bis unter 30-Jährigen das deutlichste Wanderungsplus (+3 762), gefolgt von den minderjährigen Kindern mit +1 434. Grafik 9: Wanderungssaldo nach Nationalität und Alter 2013 bis 2023 ________________________________________________________________________________________________ -47 -15 000 -10 000 -5 000 0 5 000 10 000 15 000 20 000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 unter 18 18 bis unter 30 30 bis unter 45 45 bis unter 60 60 bis unter 75 75 und älter Deutsche Nichtdeutsche Saldo ges amt -2 141 Saldo ges amt +6 640 -8 485 +6 687 +6 344 ________________________________________________________________________________________________ Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 21 Deutlicher Anstieg bei den Einbürgerungen Im Jahr 2023 gab es mit 3 672 Einbürgerungen einen neuen Höchststand (Grafik 10). • Die jährliche Zahl der Einbürgerungen in Köln stieg im Vergleich zum Vorjahr (3 297) um 11,4 Prozent an. Im Verlauf der letzten Jahre war mit Ausnahme der „Corona-Jahre“ ein stetiger Anstieg zu verzeichnen. • Fast jede*r fünfte in 2023 Eingebürgerte hatte vorher die syrische Staatsangehörigkeit (20,5 %). Es folgen Personen mit vormals irakischer (14,5 %) und türkischer (13,0 %) Staats- angehörigkeit. • Auch die Zahl der eingebürgerten Kölnerinnen und Kölner insgesamt ist im Jahr 2023 weiter auf 149 536 angestiegen. Grafik 10: Bestand der Eingebürgerten und jährliche Einbürgerungen 2013 bis 2023 ________________________________________________________________________________________________ 149 536 3 672 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 160.000 500 1 000 1 500 2 000 2 500 3 000 3 500 4 000 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 Bestand der Eingebürgerten zum 31.12. jährliche Zahl der Einbürgerungen* *Personen, bei denen im Jahresverlauf laut Einwohnermelderegister die Staatsangehörigkeit in deutsch geändert wurde. Kinder unter 1 Jahr sind nicht berücksichtigt. ________________________________ ________________________________________________________________ Quelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 22 Anhang Tabelle A1: Zuzüge, Fortzüge und Wanderungssaldo nach den Gemeinden der Wohnungsmarktregion 2023 Bedburg 90 165 -75 Bergheim 347 506 - 159 Bergisch Gladbach 1 200 1 540 -340 Bornheim 251 309 -58 Brühl 340 652 -312 Dormagen 314 409 -95 Elsdorf 65 108 -43 Engelskirchen 69 114 -45 Erftstadt 243 362 -119 Euskirchen 178 429 -251 Frechen 619 889 -270 Gummersbach 173 153 +20 Hennef (Sieg) 131 184 -53 Hürth 972 1 317 -345 Kerpen 389 534 -145 Kürten 102 78 +24 Leverkusen 816 1 591 -775 Lindlar 72 104 -32 Lohmar 134 205 -71 Muc h 57 77 -20 Neunkirchen-Seelscheid 85 83 +2 Niederkassel 290 380 -90 Nümbrecht 43 60 -17 Odenthal 104 92 +12 Overath 178 223 -45 Pulheim 586 1 122 -536 Rommerskirchen 49 100 -51 Rösrath 312 460 -148 Siegburg 218 179 +39 Troisdorf 398 448 -50 Weilersw ist 73 119 -46 Wesseling 282 422 -140 Wiehl 80 78 +2 Zülpich 45 84 -39 Wohnungsmarktregion 9 305 13 576 -4 271 Gemeinde Zuzüge Fortzüge Saldo Q uelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Kölner Statistische Nachrichten 12/2024 – Wanderungsplus trotz Rückgang der Zuzüge 23 Tabelle A2: Bewegungen nach TOP 20 Nationalitäten 2023 und 2022 (sortiert nach Wanderungssaldo) Saldo Zuzüge Fortzüge Sa ldo Zuzüge Fortzüge Ukraine +1 279 2 893 1 614 + 10 331 11 539 1 208 Albanien + 920 1 374 454 + 220 454 234 Iran + 520 1 078 558 + 597 1 078 481 Nordmazedonien + 474 819 345 + 48 373 325 Indien + 369 972 603 + 457 997 540 Türkei + 282 2 556 2 274 + 304 2 001 1 697 Irak + 179 683 504 + 181 833 652 Republik Serbien + 144 525 381 - 27 297 324 Syrien + 137 2 193 2 056 + 349 1 513 1 164 China (Volksrepublik) + 132 466 334 + 6 355 349 Afghanistan + 131 781 650 + 473 1 006 533 Marokko + 126 362 236 + 152 362 210 Vietnam + 116 241 125 + 111 214 103 Bangladesch + 114 226 112 + 90 194 104 Russische Föderation + 109 486 377 + 311 632 321 Bulgarien + 90 997 907 + 285 1 210 925 Spanien + 83 502 419 + 71 546 475 Chile + 82 140 58 + 39 76 37 Brasilien + 79 281 202 + 121 325 204 Ghana + 78 167 89 + 64 138 74 … Mauritius - 3 5 8 - 5 4 9 Saudi-Arabien - 3 10 13 - 7 6 13 Algerien - 5 114 119 + 30 125 95 Island - 5 4 9 - 1 6 7 Lettland - 5 33 38 - 8 29 37 Libyen - 6 12 18 - 32 14 46 Großbritannien - 7 160 167 - 28 191 219 Kongo - 7 14 21 + 9 25 16 Estland - 8 6 14 - 2 9 11 Libanon - 8 73 81 + 30 94 64 Somalia - 8 71 79 + 4 80 76 Litauen - 9 50 59 - 5 59 64 Italien - 11 971 982 + 33 1 035 1 002 Zypern (griechisch) - 15 7 22 - 18 9 27 Serbien und Montenegro - 18 3 21 - 26 0 26 Burundi - 23 14 37 + 27 30 3 Rumänien - 27 766 793 + 250 840 590 Griechenland - 39 264 303 + 34 338 304 Kroatien - 40 192 232 + 28 240 212 Polen - 77 680 757 - 85 733 818 2023 2022 Nationalität Q uelle: Stadt Köln - Amt für Stadtentwicklung und Statistik (Statistisches Informationssystem) Amt für Stadtentwicklung und Statistik Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ISSN 2192-9726 © Nachdruck (auch auszugsweise) nur mit Quellenangabe 13/15/0/08.2024 Amt für Stadtentwicklung und Statistik Willy-Brandt-Platz 2 50679 Köln E-Mail: statistik@stadt-koeln.de www.stadt-koeln.de/politik-und-verwaltung/statistik/
Beratungsverlauf
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10.10.2024
Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren
TOP 12.4, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen -
07.11.2024 zuletzt
TOP 18.6, Kenntnisnahme (Mitteilung). Ergebnis: Kenntnis genommen
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