V/0260/2026
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
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Berichtsvorlage
6519 Zeichen
V/0260/2026 V/0260/2026 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 Beratungsfolge 18.05.2026 Kommunale Seniorenvertretung Bericht 02.06.2026 Ausschuss für Gleichstellung Bericht 17.06.2026 Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Arbeit und Migration Bericht 23.06.2026 Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Be- hinderung Bericht 24.06.2026 Ausschuss für Chancengerechtigkeit und Integration Bericht 01.07.2026 Hauptausschuss Bericht Bericht: I. Ausgangslage Die kommunale Pflegeplanung ist in § 7 des Alten- und Pflegegesetzes NRW (APG NRW) verankert. Sie verpflichtet die Kommunen, in regelmäßigen Abständen eine Bestandsaufnahme des vorhande- nen Angebotes vorzunehmen und zu bewerten, ob quantitativ und qualitativ ein ausreichendes Ver- sorgungsangebot besteht. Darüber hinaus ist festzuhalten, ob und gegebenenfalls welche Maßnah- men zur Herstellung, Sicherung und Weiterentwicklung pflegerischer Angebote erforderlich sind. In Münster besteht ein vielfältiges Angebot an pflegerischer Unterstützung, sowohl im ambulanten als auch im teilstationären und im stationären Bereich. Aufgrund der steigenden Anzahl an Personen mit Pflegebedarf, dem anhaltenden Arbeitskräftemangel in der Pflege sowie der rückläufigen familiären Unterstützungspotenziale wird die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung immer schwieri- ger. Der Pflegeplan hat das Ziel, Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen und geeignete Handlungsop- tionen aufzuzeigen. Er dient der Politik, Verwaltung, Träger*innen und weiteren Akteur*innen als stra- tegische Planungsgrundlage. Zugleich schafft die „Kommunale Pflegeplanung“ Transparenz für Bür- ger*innen und trägt dazu bei, die pflegerische Versorgung in Münster zu gestalten. II. Zentrale Ergebnisse der kommunalen Pflegeplanung Sozialamt 06.05.2026 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Stritzke Telefon: 492-5988 StritzkeK@stadt- muenster.de - 2 - V/0260/2026 Sowohl aktuell als auch perspektivisch besteht in Münster ein zusätzlicher Bedarf an Angeboten der pflegerischen Versorgung. Zusätzliche Kapazitäten werden benötigt in den folgenden Bereichen: • stationäre Pflegeeinrichtungen • ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften • solitäre Kurzzeitpflegeangebote • ambulante Pflegedienste • Angebote zur Unterstützung im Alltag • altengerechte Wohnungen und Service-Wohnungen Lediglich im Bereich der Tagespflege stehen unter Berücksichtigung der bestehenden Planungen ausreichend Plätze zur Verfügung. Aufgrund der anhaltend hohen Auslastung vorhandener Angebote besteht vor allem für Menschen in herausfordernden Lebenssituationen ein erhöhtes Risiko, aus dem Regelsystem der pflegerischen Versorgung herauszufallen. Personen mit komplexeren Unterstützungsbedarfen erhalten zunehmend seltener Zugang zu geeigneten Angeboten. Sie benötigen Versorgungsformen, die ihre spezifischen Betreuungsbedarfe (z.B. bei psychischen Erkrankungen und/oder Suchtproblematiken, langer Woh- nungslosigkeit) berücksichtigen. Gleichzeitig stagniert der Ausbau der Pflegeinfrastruktur. Neben dem Arbeitskräftemangel in der Pfle- ge wirken sich insbesondere wirtschaftliche Rahmenbedingungen hemmend aus: Verzögerungen bei Pflegesatz- und Investitionskostenverhandlungen, steigende Sach - und Personalkosten sowie ein hoher bürokratischer Aufwand erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf Träger*innen. Hinzu kommen deutlich gestiegene Baukosten, die die Schaffung neuer Angebote zusätzlich erschweren. Für Pfle- gebedürftige und Kommunen stellen darüber hinaus die steigenden Eigenanteile bei gleichzeitig ge- deckelten Leistungen der Pflegeversicherung eine erhebliche Belastung dar. Die Sicherstellung einer bedarfsgerechten pflegerischen Versorgung ist angesichts des zunehmen- den Pflegebedarfs und des anhaltenden Pflegekräftemangels auch in Münster eine zentrale gesell- schaftliche Aufgabe. III. Handlungsoptionen zur Stabilisierung der pflegerischen Versorgung In der „Kommunalen Pflegeplanung“ werden in den Kapiteln 8.1 bis 8.5 aktuelle Handlungsoptionen aufgezeigt. Neben dem Ausbau und der Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur sowie der Siche- rung und Qualifizierung des Pflegepersonals rückt dabei auch die gezielte Unterstützung pflegebe- dürftiger Personen und ihrer An - und Zugehörigen stärker in den Fokus. Ergänzend werden Maß- nahmen im Vor- und Umfeld von Pflege betrachtet, die präventiv wirken und dazu beitragen können, Pflegebedürftigkeit zu verzögern oder abzumildern. Insgesamt wird deutlich, dass die Stabilisierung der pflegerischen Versorgung nur im Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen, Angebotsbausteine und Akteur*innen gelingen kann. Mit diesem Vorgehen wird einerseits die Angebotsseite der Pflegeinfrastruktur gestärkt und die Ver- sorgungssicherheit erhöht. Andererseits wird durch präventive und sozialräumliche Ansätze auch die Nachfrageseite beeinflusst. Es bleibt kritisch anzumerken, dass mit den dargestellten Maßnahmen zunächst vor allem punktuell an einem stark belasteten System angesetzt wird. Ob diese Impulse ausreichen, um die Versor- gungssicherheit langfristig zu stabilisieren, bleibt abzuwarten. Angesichts der sich weiter zuspitzen- den demographischen und personellen Entwicklung ist jedoch klar: Die Herausforderungen werden auch in den kommenden Jahren bestehen bleiben und sich weiter verschärfen. Umso mehr gilt es, die Einflussmöglichkeiten entschlossen zu nutzen – auch wenn ihre Wirkung für sich genommen be- grenzt erscheint. - 3 - V/0260/2026 IV. Beratung in der Kommunalen Konferenz Alter und Pflege am 14.04.2026 In der Sitzung der Kommunalen Konferenz Alter und Pflege am 14.04.2026 wurde der Bericht zur „Kommunalen Pflegeplanung 2026“ vorgestellt und inhaltlich beraten. Vor dem Hintergrund des weiterhin bestehenden Bedarfs an zusätzlichen Plätzen in der umfassenden Pflege, dessen Deckung derzeit nicht absehbar ist, sprach sich das Gremium für eine Fortführung der „örtlichen Planung“ nach § 7 Abs. 1-5 APG NRW aus. Die Umstellung auf die „verbindlichen Planung“ gemäß § 7 Abs. 6 APG NRW würde den notwendigen Ausbau durch erhöhten bürokratischen Auf- wand zusätzlich erschweren. Die Inhalte des Berichts „Kommunale Pflegeplanung der Stadt Münster 2026“ wurden einstimmig an- genommen. In Vertretung gez. Cornelia Wilkens Stadträtin Anlagen: Anlage 1: Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Anlage 1 - Bericht Kommunale Pflegeplanung 2026
196211 Zeichen
Kommunale Pflegeplanung
Sozialamt
Kommunale Pflegeplanung
für die Stadt Münster
2026
Publication name: Broschüre DIN A4 hoch - KOPIE generated:
2022-09-01T14:27:46+02:00
Impressum
Herausgeberin: Stadt Münster, Sozialamt
April 2026
Redaktion: Karin Stritzke, Sozialplanung
Kontakt: StritzkeK@stadt-muenster.de
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 3
INHALT
1 EINLEITUNG ........................................ ................................................... ................................ 5
2 GRUNDLAGEN UND ZIELE DER KOMMUNALEN PFLEGEPLANUNG ............................................. 5
3 DEMOGRAFISCHE UND GESELLSCHAFTLICHE ENTWICKLUNGEN ............................................... 6
4 PFLEGEBEDÜRFTIGE PERSONEN IN MÜNSTER ................................................................. ....... 10
4.1 INANSPRUCHNAHME VON LEISTUNGEN DER PFLEGEVERSICHERUNG .................................................... 10
4.2 ERKENNTNISSE AUS DER BEFRAGUNG „P FLEGE UND UNTERSTÜTZUNG IM ALTER “ ................................. 14
5 HÄUSLICHE PFLEGE DURCH AN- UND ZUGEHÖRIGE ............................................................ ... 15
6 EINRICHTUNGEN UND DIENSTE IN MÜNSTER ................................................................. ....... 18
6.1 VOLLSTATIONÄRE PFLEGEEINRICHTUNGEN .................................................. ................................. 20
6.1.1 BESTANDSEINRICHTUNGEN ............................................................................................................. 20
6.1.2 BEWERTUNG DER VERSORGUNGSSITUATION ...................................................................................... 20
6.2 KURZZEITPFLEGE ................................................... ................................................... .............. 23
6.2.1 BESTANDSEINRICHTUNGEN ............................................................................................................. 23
6.2.2 BEWERTUNG DER VERSORGUNGSSITUATION ...................................................................................... 24
6.3 AMBULANTE PFLEGE -WOHNGEMEINSCHAFTEN ............................................................................. 24
6.3.1 BESTANDSEINRICHTUNGEN ............................................................................................................. 24
6.3.2 BEWERTUNG DER VERSORGUNGSSITUATION ...................................................................................... 25
6.4 TAGESPFLEGE .................................................. ................................................... .................. 26
6.4.1 BESTANDSEINRICHTUNGEN ............................................................................................................. 26
6.4.2 BEWERTUNG DER VERSORGUNGSSITUATION ...................................................................................... 27
6.5 AMBULANTE PFLEGE .................................................. ................................................... ......... 28
6.5.1 BESTANDSEINRICHTUNGEN ............................................................................................................. 28
6.5.2 BEWERTUNG DER VERSORGUNGSSITUATION ...................................................................................... 28
6.6 SERVICE -WOHNEN (B ETREUTES WOHNEN ) .................................................................................. 29
6.6.1 BESTANDSEINRICHTUNGEN ............................................................................................................. 29
6.6.2 BEWERTUNG DER VERSORGUNGSSITUATION ...................................................................................... 30
6.7 ANGEBOTE ZUR UNTERSTÜTZUNG IM ALLTAG NACH § 45 A SGB XI .................................................... 30
6.7.1 BESTANDSEINRICHTUNGEN ............................................................................................................. 30
6.7.2 BEWERTUNG DER VERSORGUNGSSITUATION ...................................................................................... 32
4 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
7 PFLEGERISCHE ANGEBOTE FÜR SPEZIFISCHE ZIELGRUPPEN .................................................... 32
7.1 JUNGE (ERWACHSENE ) PFLEGEBEDÜRFTIGE .................................................. ................................ 33
7.2 MENSCHEN MIT AUßERKLINISCHEM INTENSIVPFLEGEBEDARF .................................................. .......... 34
7.3 PERSONEN MIT BEDARF AN GESCHÜTZTER UNTERBRINGUNG ............................................................ 35
7.4 ÄLTERE MENSCHEN MIT BEHINDERUNG .................................................. .................................... 36
7.5 WOHNUNGSLOSE MENSCHEN MIT PFLEGEBEDARF .................................................. ....................... 37
8 HANDLUNGSOPTIONEN ZUR STABILISIERUNG DER PFLEGERISCHEN VERSORGUNG ................ 37
8.1 AUSBAU UND WEITERENTWICKLUNG DER PFLEGEINFRASTRUKTUR ..................................................... 38
8.2 ENTWICKLUNG UND SICHERUNG DES PERSONALS IN DER PFLEGE .................................................. ..... 38
8.3 UNTERSTÜTZUNG PFLEGEBEDÜRFTIGER PERSONEN SOWIE IHRER AN- UND ZUGEHÖRIGEN ....................... 41
8.4 VERNETZUNG UND KOOPERATION .................................................. ........................................... 43
8.5 MAßNAHMEN IM VOR - UND UMFELD VON PFLEGE .................................................. ...................... 43
9 AUSBLICK ............................................................................................. ................................ 47
ANHANG ............................................................................................... ..................................... 50
1 BERATUNG DER „KOMMUNALEN PFLEGEPLANUNG FÜR DIE STADT MÜNSTER 2026“ IN DER 76.
SITZUNG DER KONFERENZ ALTER UND PFLEGE AM 14.04.2026 ................................................. ... 50
2 BESTANDSEINRICHTUNGEN ................................................................................ .................. 52
2.1 VOLLSTATIONÄRE PFLEGEEINRICHTUNGEN .................................................. ................................. 52
2.2 KURZZEITPFLEGE ................................................... ................................................... .............. 56
2.3 AMBULANTE PFLEGE -WOHNGEMEINSCHAFTEN ............................................................................. 59
2.4 TAGESPFLEGE .................................................. ................................................... .................. 62
2.5 AMBULANTE PFLEGE .................................................. ................................................... ......... 65
2.6 SERVICE -WOHNEN (B ETREUTES WOHNEN ) .................................................................................. 67
2.7 ANGEBOTE ZUR UNTERSTÜTZUNG IM ALLTAG NACH § 45 A SGB XI .................................................... 70
3 SOZIALRÄUMLICHE DARSTELLUNG DER ANGEBOTE ............................................................. .. 71
3.1 PFLEGEINFRASTRUKTUR IM STADTBEZIRK MÜNSTER -MITTE .................................................. ........... 72
3.2 PFLEGEINFRASTRUKTUR IM STADTBEZIRK MÜNSTER -WEST .................................................. ............ 78
3.3 PFLEGEINFRASTRUKTUR IM STADTBEZIRK MÜNSTER -NORD ................................................... ........... 82
3.4 PFLEGEINFRASTRUKTUR IM STADTBEZIRK MÜNSTER -OST .................................................. .............. 85
3.5 PFLEGEINFRASTRUKTUR IM STADTBEZIRK MÜNSTER -SÜDOST .................................................. ......... 88
3.6 PFLEGEINFRASTRUKTUR IM STADTBEZIRK MÜNSTER -HILTRUP .................................................. ........ 91
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 5
1 Einleitung
Die Sicherstellung einer flächendeckenden, guten pflegerischen Versorgung ist eine der zent-
ralen kommunalen Herausforderungen.
In Münster besteht ein vielfältiges Angebot an pflegerischer Unterstützung, sowohl im ambu-
lanten als auch im teilstationären und stationären Bereich. Aufgrund der steigenden Anzahl
an Personen mit Pflegebedarf, dem Arbeitskräftemang el in der Pflege und den sinkenden fa-
miliären Ressourcen, gestaltet sich die Sicherstellung einer adäquaten Versorgung jedoch im-
mer schwieriger.
Der Pflegeplan hat das Ziel, Versorgungslücken frühzeitig zu erkennen und Handlungsoptionen
aufzuzeigen. Er bietet der Politik, der Verwaltung, den Träger*innen und weiteren Akteur*in-
nen eine strategische Planungsgrundlage. Gleichzeit ig schafft die Kommunale Pflegeplanung
Transparenz für Bürger*innen und trägt dazu bei, die Versorgung in Münster zu gestalten.
Der vorliegende Plan stellt die demographischen und gesellschaftlichen Entwicklungen der Be-
völkerung in Münster (Kapitel 3) vor und stellt die aktuelle Situation der pflegebedürftigen
Personen (Kapitel 4) dar. Neben der Pflegestatistik der Pflegeversicherung des Landes NRW,
werden hier auch Ergebnisse der Umfrage „Pflege und Unterstützung im Alter“ vorgestellt, die
einen Einblick in die konkreten Unterstützungsnetzwerke in der häuslichen Versorgung geben.
In Kapitel 5 geht es um die pflegenden An- und Zuge hörigen, die einen wesentlichen Beitrag
zur Versorgungssicherheit in Münster leisten, bevor das Kapitel 6 die aktuellen professionellen
Angebote darstellt. Nach einer kurzen Beschreibung der aktuellen Situation wird die Versor-
gungsituation in den einzelnen Sektoren bewertet. Auch wenn die einzelnen Angebotsformen
zur besseren Übersicht separat betrachtet werden, i st zu berücksichtigen, dass diese mitei-
nander in enger Wechselwirkung stehen. Die Angebots formen können zum Teil nebeneinan-
der in Anspruch genommen werden, um eine bestmöglic he Betreuung und pflegerische Ver-
sorgung zu organisieren. Veränderungen in einem Bereich haben immer auch Auswirkungen
auf die anderen Bereiche, z.B. bei Personalveränder ungen oder bei hohen Auslastungen. In
Kapitel 7 werden besondere Zielgruppen vorgestellt und die aktuelle Versorgungssituation be-
trachtet.
In Kapitel 8 werden Handlungsoptionen beschrieben, mit denen die Stadt Münster dem stei-
genden Bedarf an pflegerischen Leistungen angesicht s des Arbeitskräftemangels begegnen
kann. Neben Maßnahmen innerhalb der Altenpflege, werden hier auch Einflussmöglichkeiten
im Vor- und Umfeld von Pflege benannt.
Im Anhang folgt eine tabellarische Darstellung der bestehenden Angebote nach Angebotsform
und in sozialräumlicher Darstellung.
2 Grundlagen und Ziele der kommunalen Pflegeplanung
Die kommunale Pflegeplanung ist verankert in § 7 de s Alten- und Pflegegesetzes NRW (APG
NRW). Sie verpflichtet die Kommunen, in regelmäßige n Abständen eine Bestandsaufnahme
des vorhandenen Angebotes durchzuführen und zu bewe rten, ob quantitativ und qualitativ
ein ausreichendes Angebot besteht. Darüber hinaus soll festgehalten werden, ob und ggf. wel-
che Maßnahmen zur Herstellung, Sicherung und Weiter entwicklung von pflegerischen Ange-
boten notwendig sind.
6 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
In der Zeit von 2014 bis 2024 hat die Stadt Münster eine sogenannte „verbindliche Bedarfs-
planung“ durchgeführt. Dies bedeutet, dass die Förd erung zusätzlicher Plätze in vollstationä-
ren Pflegeeinrichtungen von einer kommunalen Bedarfsbestätigung nach § 7 Abs. 6 APG NRW
abhängig gemacht wurde. Bei Einführung dieses Steuerungsinstrumentes war es das Ziel, den
Ausbau großer stationärer Einrichtungen zu vermeide n und kleinteiligere quartiersbezogene
Wohn- und Pflegeangebote zu fördern. Solange die Pflegeplanung zu dem Ergebnis kam, dass
kein Bedarf an zusätzlichen stationären Pflegeplätz en bestand, hat dieses Instrument den
Neubau stationärer Einrichtungen verhindert und zu einem Ausbau von ambulanten Pflege-
Wohngemeinschaften geführt. Aufgrund des steigenden Bedarfs an pflegerischer Versorgung,
hat sich die Situation in den vergangenen Jahren jedoch grundlegend verändert. Seit dem Jahr
2024 besteht ein erheblicher Bedarf an zusätzlichen Plätzen mit umfassender Pflege. Die „ver-
bindliche Planung“ erschwert den erforderlichen Aus bau durch einen hohen bürokratischen
Aufwand, insbesondere durch die rechtliche Verpflichtung zur öffentlichen Ausschreibung des
Bedarfs an stationären Plätzen. Mit Ratsbeschluss vom 11.12.2024 erfolgte daher bis auf Wei-
teres der Wechsel zur „örtlichen Planung“ (siehe Vorlage V/0639/2024). Eine Bedarfseinschät-
zung für zusätzliche vollstationäre Pflegeplätze erfolgt nun gemäß § 8 Abs. 2 Nr. 7. nach Vor-
stellung der Planungen in der Kommunalen Konferenz Alter und Pflege.
Im Zusammenhang mit der regelmäßigen Pflegeberichte rstattung wird in der Beratung der
Konferenz Alter und Pflege die aktuelle Situation b ewertet und geprüft, ob eine Wiederein-
führung der „verbindlichen Planung“ aufgrund geände rter Bedarfssituationen oder Rahmen-
bedingungen angezeigt ist.
Der Pflegeplan bietet eine Entscheidungsgrundlage für Beratungsgespräche mit Träger*innen
und Investor*innen bei der Frage, inwieweit ein zus ätzlicher Bedarf an Angeboten besteht,
und ermöglicht Akteuren einen guten Überblick über bestehende Angebote sowie konkrete
Planungen.
Leitbild der kommunalen Pflegeplanung ist eine viel seitige, bedarfs- wie nachfragegerechte
Angebotslandschaft, die den verschiedenen Präferenz en pflegebedürftiger Menschen Rech-
nung trägt, gegenüber geänderten Bedarfen, Struktur - und Qualitätsanforderungen anpas-
sungsfähig ist und deren Angebote finanzierbar sind. Pflegebedürftigkeit kann alle Menschen
betreffen, unabhängig von Herkunft, sozialer Stellung, Geschlecht und sexueller Orientierung.
Angebote der Pflege, aber auch schon vorpflegerische Angebote, müssen sich an die gesamte
Bevölkerung richten und für alle zugänglich und nutzbar sein. Durch die geplante Verzahnung
der Pflegeplanung mit der Altenhilfeplanung und der altengerechten, inklusiven Quartiersent-
wicklung sollen gute Strukturen für das Leben zu Ha use sowie in quartiersbezogenen Wohn-
und Pflegeangeboten geschaffen werden.
3 Demografische und gesellschaftliche Entwicklungen
Die Entwicklung des Pflege- und Unterstützungsbedar fs hängt eng mit der Altersstruktur der
Bevölkerung zusammen. Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit einer Pflege-
bedürftigkeit. Darüber hinaus spielen jedoch auch weitere Einflussfaktoren eine Rolle, die sich
auf die Versorgung und Unterstützung pflegebedürftiger Menschen auswirken.
Altersstruktur der Bevölkerung
Münsters Bevölkerungszahl ist im vergangenen Jahr l eicht gesunken. Die städtische Statistik
weist zum Stichtag 31.12.2025 rund 320.728 Personen mit einem Erst- oder Zeitwohnsitz aus.
Das sind etwa 1 987 Personen weniger als ein Jahr z uvor. Die Altersgruppe „60 bis 79 Jahre“
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 7
ist die Einzige, die von 60.396 auf 62.342 Personen angewachsen ist (plus von 3,2 %). Alle
anderen Gruppen verzeichnen rückläufige Zahlen. Die Altersgruppe „80 Jahre und älter“ weist
dabei den größten Rückgang auf (minus 3,2 %). Ihr g ehören jetzt 19.014 statt zuvor 19.635
Personen an. Damit bleibt sie die kleinste Altersgruppe, während die Gruppe „20 bis 39 Jahre“
trotz leichtem Rückgang von 110.835 auf 109.453 (minus 1,2 %) weiterhin die meisten Perso-
nen umfasst. Auf Basis der städtischen Daten aus de m Melderegister wird deutlich, dass
Münster eine vergleichsweise junge Stadt ist.
Obwohl hohes Alter nicht gleichzusetzen ist mit Pfl egebedürftigkeit, nimmt dennoch das Ri-
siko, pflegebedürftig zu werden, mit dem Alter deutlich zu. Aktuell macht die Gruppe „80 und
mehr Jahre“ rund 6 Prozent der gesamtstädtischen Be völkerung aus. In den 45 Stadtteilen
Münsters variiert der Bevölkerungsanteil im Alter v on 80 und mehr Jahren zwischen 1,4 Pro-
zent im Bahnhofsviertel und 13,4 Prozent im Stadtte il Buddenturm. Aber auch in Hiltrup-
Mitte, Hiltrup-Ost, Schloss, Aegidii und Herz-Jesu ist rund jede zehnte Person 80 Jahre oder
älter.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
Das Geschlechterverhältnis in den Altersgruppen ver ändert sich mit steigendem Alter. In der
folgenden Grafik ist erkennbar, dass es bis zum 70. Lebensjahr mit einem Anteil zwischen 52
und 54 Prozent keine signifikanten Unterschiede bei der Anzahl der Männer und Frauen gibt.
Anschließend nimmt der Anteil der Frauen in der jeweiligen Altersklasse spürbar zu. Mit einem
Anteil von 70 Prozent leben deutlich mehr hochbetagte Frauen (90 Jahre und älter) in Münster
als Männer.
0-19 Jahre
17%
20-39 Jahre
34% 40-59 Jahre
23%
60-79 Jahre
20%
80 und mehr Jahre
6%
Wohnberechtigte Bevölkerung am 31.12.2025 in Münster nach
Altersgruppen
8 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
Bei einem Blick auf die letzten zehn Jahre ist deut lich, dass sich die Anzahl der älteren Men-
schen und ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung kontinuierlich erhöht hat. Betrachtet man die
zahlenmäßige Entwicklung, lässt sich dabei ein Unte rschied zwischen den Altersgruppen be-
obachten.
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt
Hier sind die Auswirkungen des 2. Weltkrieges zu er kennen. Bei der Gruppe der 70 bis 79-
Jährigen gibt es eine Reduzierung bis ca. 2022, dan ach steigt die Anzahl wieder an. Die Al-
terskohorte mündet nun in die Gruppe der 80 bis 89- Jährigen ein, wo es seit 2024 zu einer
Reduzierung gekommen ist.
Das nachfolgende Diagramm zeigt die Prognose der Al tersgruppen 60+ in den Jahren 2026,
2030 und 2035.
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80%
60 - 69 Jahre
70 - 79 Jahre
80 - 89 Jahre
90 Jahre und älter
Prozentualer Anteil der Männer und Frauen in einer
Altersgruppe am 31.12.2025
Männer Frauen
0
5000
10000
15000
20000
25000
30000
35000
40000
45000
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Wohnberechtigte Bevölkerung in Münster ab 60 Jahre
60 - 69 Jahre 70 - 79 Jahre 80 - 89 Jahre 90 Jahre und älter
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 9
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2025), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2025-2035
Die zahlenmäßig sehr starke Generation der Babyboom er, also der zwischen 1955 bis 1969
geborenen Personen, wird in den kommenden Jahren zu einem deutlichen Anstieg der Bevöl-
kerungsgruppe zwischen 60 und 79 Jahren führen. Im Jahr 2030 erreicht die Gruppe der 60 bis
69-Jährigen den Höhepunkt, anschließend wird sich d ie Anzahl in dieser Altersgruppe wieder
reduzieren. Die Gruppe der 70 bis 79-Jährigen steigt kontinuierlich bis 2035 weiter an und der
Anteil der über 90-Jährigen bleibt ab 2030 nahezu stabil.
Aufgrund der erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit ab 80 Jahre ist mit einer
Zunahme der Personen mit Pflegebedarf durch die Generation der Babyboomer nach 2035 zu
rechnen.
Gesellschaftliche Entwicklungen
Neben der sich verändernden Altersstruktur der Bevölkerung beeinflussen auch gesellschaft-
liche Strukturmerkmale die Versorgung und Unterstüt zung pflegebedürftiger Menschen. Ins-
besondere veränderte Familienstrukturen – wie klein ere Haushalte und die zunehmende
Frauenerwerbsquote – wirken sich auf die Unterstütz ungsressourcen von An- und Zugehöri-
gen aus. Zudem erschweren unsichere Beschäftigungsverhältnisse und fehlende Flexibilität in
vielen Berufsfelder die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege zusätzlich.
Gleichzeitig ist die Mobilität deutlich gestiegen. Kinder ziehen aus beruflichen oder privaten
Gründen immer häufiger in andere Städte oder Länder , so dass dadurch auch die räumliche
Nähe zur Unterstützung der Eltern nicht mehr gegeben ist. Die „Pflege auf Distanz“ wird eine
wachsende Rolle einnehmen.
Die starke Bedeutung der individuellen Unabhängigkeit und Autonomie sowie niedrigere Ge-
burtenraten und veränderte Familienstrukturen sind einige der Faktoren, die landesweit zu
einer Zunahme der Ein-Personen-Haushalte führen. Na ch einer städtischen Auswertung liegt
der Anteil insgesamt bei 55 Prozent (31.12.2024). D er Anteil der Senioren-Single-Haushalte
(Personen ab 75 Jahre) liegt bei 11 Prozent. Zwar lässt die Tatsache, dass eine Person im Alter
allein lebt, an sich noch keinen Rückschluss darauf zu, ob soziale Unterstützungsnetzwerke
0
10000
20000
30000
40000
50000
60 - 69 Jahre 70 - 79 Jahre 80 - 89 Jahre 90 Jahre und älter
Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster
2025-2035
2026 2030 2035
10 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
vorhanden sind. Gleichwohl kann dies aber ein Hinweis auf einen steigenden Bedarf an haus-
haltsnahen Dienstleistungen und professioneller Pflege sein.
Die Generation der Babyboomer setzt sich aktuell vorrangig in der Rolle als pflegende An- und
Zugehörige mit dem Thema Pflege auseinander. Wenn sie im Laufe der Jahre selbst betroffen
sein wird, tritt eine Generation in die pflegerisch e Versorgung, die sich deutlich von den vor-
herigen unterscheidet. Die Babyboomer haben durchsc hnittlich weniger Kinder und leben
häufiger allein oder in kinderlosen Partnerschaften . Das familiäre Unterstützungspotential
wird dadurch abnehmen. Es ist davon auszugehen, das s die Zielgruppe der alleinlebenden
Menschen mit Hilfe- und Unterstützungsbedarf weiter anwachsen wird. Die informelle Pflege
von Freund*innen und eine begleitende Unterstützung durch Nachbarschaft wird wichtiger.
Gleichzeitig ist aber auch davon auszugehen, dass d ie Lebensphase mit Unterstützungs- und
Pflegebedarf zukünftig aktiver und bewusster durch die betroffenen Personen selbst gestaltet
wird.
4 Pflegebedürftige Personen in Münster
4.1 Inanspruchnahme von Leistungen der Pflegeversicherung
Der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein -Westfalen, IT.NRW, erstellt alle zwei
Jahre eine Statistik der Leistungsempfängerinnen un d Leistungsempfänger der Pflegeversi-
cherung. Im Dezember 2024 erfolgte die Veröffentlic hung der neuesten Zahlen auf Basis der
Datenerhebung zum 15. bzw. 31.12.2023.
In Münster erhielten Ende Dezember 2023 insgesamt 1 3.695 Menschen Leistungen der Pfle-
geversicherung. Aus der nachfolgenden Abbildung ist zu erkennen, dass die Inanspruchnahme
von Leistungen der Pflegeversicherung in Münster in den vergangenen Jahren insgesamt deut-
lich gestiegen ist. Dabei ist die Steigerung fast a usschließlich auf den ambulanten Bereich zu-
rückzuführen. Insbesondere die Zahl der Empfängerinnen und Empfänger von Pflegegeld und
der Inanspruchnahme von Unterstützung im Alter für Menschen mit Pflegegrad 1 haben sich
in Münster deutlich erhöht.
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 11
Quelle: IT.NRW (2024), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2023
Im stationären Bereich kam es, trotz gleichbleibend er Anzahl an Plätzen, zu einer Reduktion
von 102 pflegebedürftigen Personen. Es ist davon au szugehen, dass sich hier die Auswirkun-
gen des Arbeitskräftemangels widerspiegeln, die dafür sorgten, dass Plätze für bestimmte Zeit
nicht oder nur zeitverzögert wiederbelegt wurden. Eine Abfrage der stationären Einrichtungen
in Münster hat ergeben, dass zum 01.04.2024 rund 97 Plätze in bestehenden Einrichtungen
leer geblieben sind, aufgrund von fehlendem Pflegepersonal.
Die nachfolgende Tabelle zeigt zusammenfassend die Auswertung für das Land NRW, den Re-
gierungsbezirk und die Stadt Münster. Insgesamt leb en 18,64 Prozent der pflegebedürftigen
Menschen in einer stationären Pflegeeinrichtung und 81,35 Prozent in der eigenen Wohnung.
Die Pflege-Wohngemeinschaften gelten als ambulante Angebote, so dass die Bewohnerinnen
und Bewohner dieser Wohnform im Bereich der ambulanten Pflege erfasst werden. Die stati-
onäre Versorgungsquote in Münster liegt weiter deut lich über dem Durchschnitt des Landes
und des Regierungsbezirkes Münster. Umgekehrt verhält es sich beim ausschließlichen Bezug
von Pflegegeld. Hier liegt Münster mit einer Quote von 47,03 Prozent nahezu zwölf Prozent
unter dem landesweiten Durchschnitt.
0
5.000
10.000
15.000
2011 2013 2015 2017 2019 2021 2023
Entwicklung der Zahl der Leistungsempfänger*innen nach Leistungsart
2011-2023
mit Pflegegrad 1 und andere Leistungen Pflegegeld
ambulante Pflege stationäre Pflege
Verwaltungsbezirk
–––––––––––––––
Pflegegrad
Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung
insgesamt
davon
in ambulan-
ter Pflege
in voll-
stationärer
Pflege
mit
Pflegegeld
mit Pflege-
grad 1 und
anderen
Leistungen 1
Nordrhein-Westfalen
Pflegegrad 1 177 847 17 731 296 - 159 820
Pflegegrad 2 568 538 96 881 21 542 450 115 -
12 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Tabelle: Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung in Nordrhein-Westfalen
(im Dezember 2023)
Quelle: IT NRW (2024), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2023
1) Personen mit Pflegegrad 1 und teilstationärer Pflege plus Personen mit Pflegegrad 1 und ausschließlich lan-
desrechtlichen bzw. ohne Leistungen
Die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, steigt mit zunehmendem Alter an. Vom
70. bis zum 79. Lebensjahr ist die Wahrscheinlichke it, pflegebedürftig zu werden noch eher
gering. In der Altersgruppe 80 - 89 Jahre ist dann bereits nahezu ein Drittel der Menschen
betroffen. Bei den Personen ab 90 Jahren erhöht sic h die Wahrscheinlichkeit sprunghaft auf
67,3 Prozent bei den Männern und 79 Prozent bei den Frauen.
Verwaltungsbezirk
–––––––––––––––
Pflegegrad
Leistungsempfänger/-innen der Pflegeversicherung
insgesamt
davon
in ambulan-
ter Pflege
in voll-
stationärer
Pflege
mit
Pflegegeld
mit Pflege-
grad 1 und
anderen
Leistungen 1
Pflegegrad 3 415 899 82 084 61 910 271 905 -
Pflegegrad 4 164 209 31 841 57 434 74 934 -
Pflegegrad 5 60 446 11 541 27 836 21 069 -
noch keine Zuordnung 195 - 195 - -
Insgesamt 1 387 134 240 078 169 213 818 023 159 820
100 % 17,31 % 12,20 % 58,97 % 11,52 %
Reg.-Bez. Münster
Pflegegrad 1 29 433 4 485 69 - 24 879
Pflegegrad 2 78 795 17 625 4 035 57 135 -
Pflegegrad 3 49 590 11 961 9 549 28 083 -
Pflegegrad 4 19 764 4 311 7 857 7 596 -
Pflegegrad 5 7 335 1 491 3 534 2 310 -
noch keine Zuordnung 27 - 27 - -
Insgesamt 184 944 39 873 25 068 95 127 24 879
100 % 21,56 % 13,55 % 51,44 % 13,45 %
Münster, Stadt
Pflegegrad 1 2 151 297 9 - 1845
Pflegegrad 2 5 361 1 224 480 3 660 -
Pflegegrad 3 3 858 852 966 2 037 -
Pflegegrad 4 1 626 327 738 561 -
Pflegegrad 5 690 156 351 183 -
noch keine Zuordnung 6 - 6 - -
Insgesamt 13 695 2856 2553 6441 1845
100 % 20,85 % 18,64 % 47,03 % 13,47 %
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 13
Tabelle: Pflegequote nach Alter
Alter Pflegequote insgesamt
Männlich Weiblich
unter 60 Jahre 1,02% 0,85%
60 - 69 Jahre 3,62% 3,26%
70 - 79 Jahre 9,29% 10,56%
80 - 89 Jahre 28,51% 37,43%
90 Jahre und älter 67,26% 78,96%
Quelle: IT.NRW - Pflegestatistik, Bevölkerungsdaten des Stadtplanungsamtes, eigene Berechnung
Bei einer Betrachtung der Inanspruchnahme von Leistungen nach Pflegegraden (nachfolgende
Grafik) wird deutlich, dass insbesondere die ausschließliche Nutzung des Pflegegeldes und die
stationäre Pflege durch die Höhe der Pflegebedürftigkeit beeinflusst wird. Bei Pflegegrad 2 ist
der Anteil derjenigen, die ausschließlich Pflegegeld in Anspruch nehmen, mit rund 68 Prozent
sehr hoch und mit neun Prozent die Inanspruchnahme von stationärer Pflege gering. Umge-
kehrt verhält es sich bei Pflegegrad 5. Dort nehmen rund 51 Prozent der pflegebedürftigen
Personen die stationäre Pflege in Anspruch und 27 P rozent das Pflegegeld. Die ambulante
Pflege und die Tagespflege sind Angebote, die durchgängig weniger abhängig vom bestehen-
den Pflegegrad in Anspruch genommen werden.
Quelle: IT NRW (2024), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2023
Bei der Betrachtung der Inanspruchnahme von Leistun gen der Pflegeversicherung nach Ge-
schlecht gibt es bei dem Vergleich der absoluten Za hlen deutliche Unterschiede. Mit insge-
samt 8.481 pflegebedürftigen Frauen ist deren Antei l deutlich höher als der der Männer mit
5.211 Personen. Dies setzt sich fort bei der Auswertung der einzelnen Leistungsangebote. Der
Anteil der Frauen überwiegt.
In der nachfolgenden Tabelle wird die prozentuale I nanspruchnahme verschiedener Leistun-
gen nach Männern und Frauen differenziert dargestel lt. Die Angebote der Tagespflege
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
Pflegegrad 1 Pflegegrad 2 Pflegegrad 3 Pflegegrad 4 Pfl egegrad 5
Inanspruchnahme von Leistungen in Prozent
nach Pflegegraden
Ambulante Pflege Stationäre Pflege Pflegegeld Tagespflege
14 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
(m=4 %; w= 5 %) und der ambulanten Pflege (m=17,5 % ; w=22,9 %) werden anteilsmäßig na-
hezu gleichermaßen von beiden Geschlechtern in Ansp ruch genommen. Mehr als die Hälfte
aller pflegebedürftigen Männer (54,3 %) nutzen ausschließlich Pflegegeld, bei den Frauen sind
es mit 42,5 Prozent deutlich weniger. In der stationären Pflege ist es umgekehrt. Mit 20,8 Pro-
zent der pflegebedürftigen Frauen ist der Anteil deutlich höher als bei den Männern mit 14,2
Prozent.
Quelle: IT NRW (2024), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2023
*Personen mit der Geschlechtsangabe „divers“ oder „ ohne Angabe“ (Geschlecht nach § 22 Abs. 3 PStG) sin d
zufällig auf männlich oder weiblich verteilt.
Es ist anzunehmen, dass Frauen, aufgrund eines oftmals geringeren Alters und einer höheren
Lebenserwartung, ihre Partner bei zunehmender Pfleg ebedürftigkeit unterstützen und pfle-
gen, so dass die Inanspruchnahme von Pflegegeld bei Männern höher ausfällt und die Nutzung
der stationären Dauerpflege seltener notwendig wird.
4.2 Erkenntnisse aus der Befragung „Pflege und Unterstützung im Alter“
Im Juni 2025 wurden die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage „Pflege und Unterstützung
im Alter“ veröffentlicht, die gemeinsam vom Stadtpl anungsamt und Sozialamt in Münster
durchgeführt wurde. Am 18.09.2023 erhielten insgesa mt 5.012 Münsteraner*innen ab 60
Jahre per Zufallsstichprobe aus dem Melderegister e inen Fragebogen, eine Erinnerung er-
folgte am 09.10.2023. Mit 1.542 Rückläufen per Post und 366 online ausgefüllten Fragebögen
gab es eine sehr gute Beteiligung. Die Rücklaufquote lag bei insgesamt 38,06 Prozent. Die Er-
gebnisse wurden in einer Berichtsvorlage (V/0164/2025) und auf der Seite des Stadtplanungs-
amtes zu den Kommunalen Umfragen veröffentlicht ( http://www.stadt-muenster.de/statis-
tik-stadtforschung/kommunale-umfragen.html ).
Diese Befragung liefert u.a. Auskünfte über die kon krete Situation von pflegebedürftigen
Münsteraner*innen (Personen mit Pflegegrad). Insges amt geben 192 Personen (von 1.908
Rückmeldungen) an, dass sie einen Pflegegrad haben, der sich wie folgt verteilt: PG 1: 21,88 %,
PG 2: 42,19 %, PG 3: 23,44 % und PG 4+5: 12,50 %. D amit waren 10 Prozent der befragten
Personen zum Zeitpunkt der Umfrage pflegebedürftig. Es ist davon auszugehen, dass Perso-
nen ohne gesundheitliche Einschränkungen proportion al häufiger an einer Umfrage teilneh-
men als Personen mit Unterstützungsbedarf. Nach der Statistik der Pflegeversicherung von
0% 10% 20% 30% 40% 50% 60%
Ambulante Pflege
stationäre Dauerpflege
Pflegegeld
Tagespflege
Inanspruchnahme von Leistungen in Prozent
nach Geschlecht*
Frauen Männer
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 15
IT.NRW waren zum Stichtag 31.12.2023 rund 14,59 Prozent der Bevölkerung ab 60 Jahre pfle-
gebedürftig. Das sind 4,5 Prozent mehr als in der s tädtischen Umfrage. Dennoch liefern die
Ergebnisse Einblicke insbesondere in die Versorgungsstrukturen in Münster, die einen wesent-
lichen Einfluss auf die benötigte Pflegeinfrastruktur haben.
Um Informationen zu bestehenden Versorgungsnetzwerken zu erhalten, wurde gefragt, durch
wen die Personen mit einer festgestellten Pflegebed ürftigkeit Hilfe und Unterstützung erhal-
ten. Eine Mehrfachnennung war möglich. Rund jede dr itte pflegebedürftige Person (32,9 %)
erhält ausschließlich Unterstützung durch private Personen, während 10,2 Prozent ausschließ-
lich durch externe Hilfe (ehrenamtliche und bezahlte Helfer*innen/Dienste) versorgt werden.
Der Großteil mit 56,3 Prozent hat ein Versorgungsnetzwerk aus privaten und externen Unter-
stützern aufgebaut. 4,2 Prozent der befragten Personen haben eine so genannte „24-Stunden-
Pflege“/“Live-in-Care“ im eigenen Haushalt und 12 P rozent der pflegebedürftigen Personen
leben in einer Einrichtung mit umfassender Betreuung und pflegerischen Versorgung.
Bei den Personen, die im eigenen Haushalt leben und Unterstützung erhalten (ohne Personen
in stationären Einrichtungen oder Pflege-Wohngemein schaften), ist erkennbar, dass Männer
(41,2 %) häufiger nur private Unterstützung erhalte n als Frauen (23 %). Neben Geschlechts-
unterschieden zeigen sich auch Unterschiede in Bezug auf die Wohnsituation. Bei alleinleben-
den Personen ist der Anteil ausschließlich privat g eleisteter Unterstützung mit 18,5 Prozent
deutlich geringer als bei Personen, die in Gemeinschaft wohnen (42,7 %).
Auf die Frage, wie weit die Person entfernt wohnt, die die größte private Hilfe und Unterstüt-
zung leistet, geben 42,7 Prozent der Personen an, d ass die Person im gleichen Haus wohnt.
Weitere 26,6 Prozent haben private Unterstützung im Umkreis bis zu 5 Kilometer und 15,1
Prozent bis zu 30 Kilometer. 6,3 Prozent der Personen mit Pflegegrad erhalten private Unter-
stützung auf größerer Distanz von über 30 Kilometer n. 3,1 Prozent der Befragten geben an,
dass sie keine private Hilfe erhalten und somit auf die professionelle Unterstützung angewie-
sen sind. Dies beinhaltet neben der pflegerischen Versorgung und Unterstützung in der Haus-
haltsführung auch die Organisation von Versorgungsnetzwerken, die für einen Verbleib in der
eigenen Häuslichkeit zwingend erforderlich ist.
Von den befragten Personen mit Pflegegrad geben 76 Prozent an, dass sie zum Zeitpunkt der
Umfrage genügend Unterstützung und Hilfe erhalten haben. 14,6 Prozent der pflegebedürfti-
gen Personen wünschen sich mehr Unterstützung. Von dieser Gruppe begründen 46,7 Prozent
die fehlende Unterstützung mit fehlenden finanziellen Möglichkeiten und 66,7 Prozent geben
an, dass Angebote nicht zur Verfügung stehen, insbe sondere Hilfe im Haushalt (46,7 %) und
eine stundenweise Betreuung und Begleitung (80 %).
Die Ergebnisse der Befragung verdeutlichen die zent rale Bedeutung privater Unterstützungs-
netzwerke für die Versorgung pflegebedürftiger Menschen in Münster, häufig in Kombination
mit professionellen Angeboten. Gleichzeitig zeigt s ich, dass ein Teil der Betroffenen zusätzli-
chen Unterstützungsbedarf hat, insbesondere bei haushaltsnahen Dienstleistungen sowie bei
stundenweiser Betreuung und Begleitung.
5 Häusliche Pflege durch An- und Zugehörige
Die Unterstützung pflegebedürftiger An- und Zugehöriger ist für viele Personen eine Aufgabe,
die zur zweiten Lebenshälfte dazugehört. Häufig beginnt diese Phase mit der Übernahme von
Unterstützungs- und Pflegeleistungen für die eigene n Eltern. Mit zunehmendem Alter rückt
16 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
nicht selten auch die Pflege der Partnerin oder des Partners in den Vordergrund. Häusliche
Pflege ist damit ein prägendes Element innerhalb von Familien und zeigt eine gelebte Verant-
wortung und Solidarität in unserer Gesellschaft.
Die Pflege wird häufig nicht isoliert von einzelnen Personen geleistet, sondern ist eingebettet
in ein Netzwerk aus familiären, informellen und pro fessionellen Unterstützungsstrukturen.
Neben weiteren Familienangehörigen tragen ambulante Dienste, Angebote zur Unterstützung
im Alltag, Tagespflegeeinrichtungen, Beratungsstellen, ehrenamtlich Engagierte sowie soziale
Kontakte im Umfeld, wie Nachbarschaft, Freundschaften und Bekannte zur Stabilisierung der
Versorgungssituation bei. Dennoch liegt die Hauptverantwortung für Organisation, Koordina-
tion und alltägliche Pflegeleistungen überwiegend bei den An- und Zugehörigen selbst.
An- und Zugehörige sichern damit auch in Münster ma ßgeblich die Versorgung pflege- und
hilfsbedürftiger Menschen im häuslichen Umfeld. Sie übernehmen eine tragende Rolle im
Pflegesystem und stellen zugleich dessen größte Ressource dar. Gleichzeitig sind sie aufgrund
der hohen zeitlichen, emotionalen und häufig auch f inanziellen Belastungen eine besonders
verletzliche Gruppe. Die Vereinbarkeit von Pflege, Beruf und eigenen gesundheitlichen Be-
dürfnissen stellt viele Pflegende vor erhebliche Herausforderungen.
Vor diesem Hintergrund kommt der häuslichen Pflege durch An- und Zugehörige im Rahmen
der Pflegeplanung eine besondere Bedeutung zu. Eine differenzierte Betrachtung ihrer Situa-
tion, ihrer Unterstützungsbedarfe und der bestehenden Entlastungsangebote ist zentrale Vo-
raussetzung für eine nachhaltige Sicherung der pflegerischen Versorgung.
Pflegestatistik über die Pflegeversicherung von IT.NRW
In Münster beziehen mehr als 6.440 Personen ausschließlich Pflegegeld, das heißt, sie nehmen
keine zusätzlichen Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch. Dies entspricht einem An-
teil von 47 Prozent aller pflegebedürftigen Personen.
Im Vergleich zum Jahr 2021 (5.350 Personen) ist die Zahl der Personen, die ausschließlich Pfle-
gegeld beziehen, weiter deutlich gestiegen. Mit 20,4 Prozent ist das der stärkste Anstieg unter
den Leistungsarten. Anteiliges Pflegegeld erhalten zudem Personen, die Pflegegeld in Kombi-
nation mit Sachleistung erhalten (1.269 Personen) o der ergänzend Leistungen der Verhinde-
rungs- bzw. Kurzzeitpflege (456 Personen) in Anspruch nehmen.
Der nachfolgenden Abbildung kann man entnehmen, das s mehr als die Hälfte der Personen
über 60 Jahre, die von An- und Zugehörigen versorgt werden, den Pflegegrad 2 haben. Es wer-
den jedoch auch noch schwer pflegebedürftige Person en der Pflegegrade 4 und 5 vorrangig
von An- und Zugehörigen versorgt. Ihr Anteil hat sich im Vergleich zum Jahr 2021 (10 %) erhöht
und beträgt nun 12 Prozent der Pflegegeldempfänger*innen.
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 17
Quelle: IT.NRW (2024), Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12.2023
Situation der pflegenden An- und Zugehörigen in Münster
Etwa jede fünfte Person (n = 414, 22,6 %) ab 60 Jah re in Münster leistet bei einer oder meh-
reren privaten Bezugsperson/en regelmäßig aufgrund des schlechten Gesundheitszustandes
Hilfe. Dies geht hervor aus der repräsentativen Umf rage zur „Pflege und Unterstützung im
Alter“ des Sozialamtes in Kooperation mit dem Stadtplanungsamt. Dabei gibt ein höherer An-
teil der Frauen (25,3 %) als Männer (18.9 %) an, da ss sie aktuell regelmäßig jemanden be-
treuen und/oder pflegen. Bei Personen mit Migration svorgeschichte geben 20,9 Prozent an,
dass es Personen gibt, die von ihnen privat betreut bzw. gepflegt werden. Auch wenn der An-
teil der pflegenden An- und Zugehörigen mit zunehmendem Alter abnimmt, gibt es selbst bis
ins hohe Alter pflegende An- und Zugehörige. In der Altersgruppe der 60 bis 64-Jährigen ist
der Anteil der pflegenden An- und Zugehörigen mit 32,5 Prozent am größten, gefolgt von den
75 bis 79-Jährigen mit 24,1 Prozent.
Bei den 60 bis 69-Jährigen sind es in der Regel die Eltern (69,8 %) die unterstützt werden. In
den nachfolgenden Altersgruppen sind es vorrangig Partner*innen. Auch die Doppelbelastung
durch die Pflege mehrerer An- und Zugehöriger findet sich in allen Altersgruppen.
Übernehmen Kinder oder Lebenspartner*innen die Unterstützung, machen sie dies in der Re-
gel nicht allein, sondern können zu 87 Prozent auf weitere Personengruppen zurückgreifen,
die bei der Pflege und Betreuung entlasten. Dies si nd weitere An- und Zugehörige (38,7 %),
ambulante Pflegedienste (27 %), stationäre Einrichtungen (13,2 %), Tagespflegeeinrichtungen
(6,2 %), Unterstützung durch Alltags- /Nachbarschaf tshelfer*innen (6 %), 24-Stunden-
Pflege/Betreuung zuhause (3,8 %), ehrenamtliche Helfer*innen (3,6 %) und die Teilnahme der
betroffenen Person an Betreuungsgruppen (1,5 %). Das Versorgungsnetzwerk verändert sich,
wenn eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wird. Die Unterstützung durch weitere An- und Zu-
gehörige verringert sich auf 29,6 Prozent und die Unterstützung durch Leistungen, die von der
Pflegekasse refinanziert werden können, steigen an: Unterstützung durch Alltags- und Nach-
barschaftshelfer*innen (9,9 %), Teilnahme an Betreu ungsgruppen (5,6 %), Unterstützung
durch einen ambulanten Pflegedienst (35,2 %) oder durch Tagespflegeeinrichtungen (11,3 %).
56%
32%
10%
2%
Pflegegeldempfänger/-innen ab 60 Jahre nach Pflegegrad in Prozent
Pflegegrad 2
Pflegegrad 3
Pflegegrad 4
Pflegegrad 5
18 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Bei der Frage, seit wann Personen Unterstützung und Betreuung leisten, gaben 11,4 Prozent
bis zu ein Jahr an, 15,5 Prozent bis zu 2 Jahren, 2 0,2 Prozent bis zu 4 Jahre, 19,9 Prozent zwi-
schen 5 und 7 Jahre und mehr an. Die Durchschnittsd auer einer Unterstützung oder Pflege
durch An- und Zugehörige von Eltern liegt bei 7 Jah re, bei Partner*innen bei 8 Jahre und bei
Geschwistern und Kindern deutlich höher mit 11 bis 26 Jahren. Die Unterstützung durch An-
und Zugehörige umfasst somit in der Regel lange Zeiträume.
An- und Zugehörige, die Personen mit einem Pflegegrad unterstützen, geben mit 10,6 Prozent
an, dass sie die Belastung durch die Pflege und Hil fe als stark und 39,2 Prozent als eher stark
einstufen. 40,4 Prozent geben an eher geringe und 6 ,7 Prozent keine Belastung zu erleben.
Der Pflegegrad der betroffenen Person ist dabei jedoch weniger ausschlaggebend. Bei Pflege-
grad 2 (7,0 %) ist die starke Belastung seltener als bei den Pflegegraden 3, 4 und 5. Hier ist der
Belastungsgrad nahezu gleichbleibend mit 15,0 Prozent (PG 3) und 15,4 Prozent (PG 4+5). Mit
zunehmendem Alter der pflegenden An- und Zugehörigen und auch mit der Verschlechterung
des eigenen Gesundheitszustandes steigt die empfundene Belastung.
Die pflegenden An- und Zugehörigen von Personen mit einem festgestellten Pflegebedarf ge-
ben an, dass ihnen mit 45,8 Prozent Erholung und Regeneration fehlt. Nicht genügend Zeit für
Hobbies, Freizeitaktivitäten und Sport haben 35,6 P rozent und 29,8 Prozent geben an, nicht
genug Zeit für die Pflege von Freund- und Bekanntsc haften zu haben. Bei 20,4 Prozent fehle
es aufgrund der Unterstützungsleistungen an Zeit fü r die Familie und 12,7 Prozent geben an,
dass sie gerne mehr Zeit für die Erwerbstätigkeit h ätten (Mehrfachnennungen waren mög-
lich). 27,6 Prozent der pflegenden An- und Zugehörigen geben an, dass ihnen nichts fehle.
6 Einrichtungen und Dienste in Münster
In Münster gibt es ein ausdifferenziertes Angebot a n pflegerischen und pflegeergänzenden
Angeboten. Im Folgenden werden die vorhandenen stationären, teilstationären und ambulan-
ten Angebote, deren Entwicklung sowie zu erwartende Bedarfe dargestellt. Die benannten
Angebote sind der Datenbank PfAD.wtg, dem elektronischen Anzeigeverfahren für Wohn- und
Betreuungsangebote nach dem Wohn- und Teilhabegeset z Nordrhein-Westfalen, entnom-
men.
In der folgenden Tabelle erfolgt einleitend die Dar stellung der Entwicklung der Pflegeinfra-
struktur je 1.000 Einwohner*innen ab 80 Jahre.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur je 1.000 Einwohner/-innen ab 80 Jahre
Am
31.12.
Bevölke-
rung ab 80
Jahre
Plätze pro 1.000 Einwohner/-innen ab 80 Jahre
Stationäre
Pflege-
plätze
Ambulant betreute
Wohngemeinschaf-
ten
Tagespfle-
geplätze
Kurzzeit-
pflege-
plätze
2016 16.262 162,71 12,67 11,87 14,33
2017 16.808 157,43 13,56 11,48 15,83
2018 17.394 152,12 12,94 11,21 16,10
2019 18.178 145,40 13,75 10,73 15,79
2020 18.908 138,51 13,22 13,49 15,18
2021 19.410 135,34 14,99 13,45 14,89
2022 19.448 134,98 15,89 15,07 14,50
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 19
Am
31.12.
Bevölke-
rung ab 80
Jahre
Plätze pro 1.000 Einwohner/-innen ab 80 Jahre
Stationäre
Pflege-
plätze
Ambulant betreute
Wohngemeinschaf-
ten
Tagespfle-
geplätze
Kurzzeit-
pflege-
plätze
2023 19.571 133,82 15,79 14,05 14,41
2024 19.635 133,38 15,33 14,41 14,36
2025 19.014 137,74 15,83 14,88 14,83
Quelle: Stadt Münster, Bevölkerungsdaten des Stadtp lanungsamtes; eigene Berechnung des Sozialamtes
Pflegemodellrechnung von IT.NRW
IT.NRW hat im März 2026 eine neue Pflegemodellrechnung zur Entwicklung der Pflegebedürf-
tigkeit in NRW, eine Statistik zur Einschätzung der zukünftigen Nachfrageentwicklung, zur Ver-
fügung gestellt. Die Berechnung beruht auf Daten au s der Pflegestatistik 2021 und 2023 und
der Bevölkerungsvorausberechnung für NRW 2024 bis 2050/2070.
Die Modellrechnung bezieht sich auf die verschiedenen Arten der Pflegeleistungen nach Alter,
Geschlecht und Pflegegrad. Es erfolgt eine konstant e Hochrechnung bis 2050 in den Kreisen
und kreisfreien Städten. Für die ambulante sowie st ationäre Pflege wurde die durchschnittli-
che Pflegequote aus den Jahren 2021 und 2023 verwen det. Für die Berechnung der Pflege-
geldleistungen wurde ausschließlich die Pflegequote aus dem Jahr 2023 genutzt, um den Ein-
führungseffekten des im Jahr 2017 eingeführten Pfle gebedürftigkeitsbegriffs entgegenzuwir-
ken. Das Ergebnis stellt keine fest zu erwartende E ntwicklung dar. Es wird eine „Wenn-dann-
Aussagen“ getroffen, die eine Orientierung für die Kommunen darstellt.
In Münster steigt nach der Pflegemodellrechnung die Anzahl der pflegebedürftigen Menschen
bis 2050 überdurchschnittlich stark, um 36,5 Prozent, an (NRW: 21 %).
Quelle: IT.NRW (2026) Pflegemodellrechnung 2024-2050
2.600 2.900 3.000 3.200 3.600 3.900
2.800 3.000 3.200 3.400 3.800 4.000
6.500 6.800 7.200 7.700
8.200 8.600 1.800 1.900 2.000
2.100
2.200
2.300
0
2.000
4.000
6.000
8.000
10.000
12.000
14.000
16.000
18.000
20.000
2025 2030 2035 2040 2045 2050
Pflegemodellrechnung, IT.NRW
Entwicklung der Leistungsempfänger*innen von 2025-2050
Stationäre Pflege Ambulante Pflege Pflegegeld mit Pflegegrad 1
20 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Die konstante Hochrechnung berücksichtigt nur die d emographische Entwicklung der Bevöl-
kerung. Die Weiterentwicklung und Veränderung von Angeboten, Auswirkungen durch Ände-
rungen der gesetzlichen Regelungen sowie Annahmen z ur Personalentwicklung werden hier
nicht berücksichtigt. Langfristige Prognosen sind a us diesem Grund nur bedingt aussagekräf-
tig
.
6.1 Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
6.1.1 Bestandseinrichtungen
Aktuell stehen in Münster 32 vollstationäre Pflegee inrichtungen mit insgesamt 2.601 Dauer-
pflegeplätzen zur Verfügung. Ergänzend kommt eine stationäre Einrichtung für Menschen mit
Intensivpflegebedarf mit 18 Plätzen hinzu.
Die Anzahl der vorhandenen Plätze ist nach einem zunächst kontinuierlichen Anstieg seit dem
Jahr 2012 nahezu stabil geblieben ist. Dies ist u.a . damit zu begründen, dass in der verbindli-
chen Pflegebedarfsplanung vom Jahr 2015 bis 2023 keine Bedarfsbestätigungen für die Errich-
tung neuer Pflegeeinrichtungen erteilt wurden. Seit 2024 ist der Ausbau von zusätzlichen sta-
tionären Plätzen nicht mehr abhängig von einer kommunalen Bedarfsbestätigung.
Im Frühjahr 2024 wurden für die in der nachfolgenden Tabelle genannten stationären Einrich-
tungen Bedarfsbestätigungen zur Erweiterung der Pla tzzahl ausgestellt. Drei der vier Einrich-
tungen haben bisher einen Antrag auf das Abstimmungsverfahren nach § 10 Abs. 3 APG DVO
gestellt. Eine Umsetzung wird von allen Einrichtungen weiterverfolgt.
Tabelle: Erweiterungen von stationären Einrichtungen in Bau/in Planung. Stand: 31.12.2025
Nr. Stationäre Einrichtung Träger *innen Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Alwine -Lauterbach -Senioren-
zentrum
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Albachten 12
2 DKV -Residenz am Tibusplatz DKV -Residenz am Tibus-
platz gGmbH
Mitte Budden-
turm
4
3 Haus vom Guten Hirten –
Pflegebereich
Guter Hirte Münster
gGmbH
Mitte Herz -Jesu 4
4 Kardinal -von -Galen -Stift Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbh
Südost Angel-
modde
9
Geplante Plätze stationären Einrichtungen insgesamt 29
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
6.1.2 Bewertung der Versorgungssituation
Zur Bewertung, inwieweit das bestehende Angebot der stationären Pflegeeinrichtungen den
örtlichen Bedarf deckt, wurden unterschiedliche met hodische Herangehensweisen genutzt,
um sich einer fundierten Einschätzung anzunähern. D ie Ergebnisse dieser Vorgehensweisen
sind jedoch nicht als abschließende Feststellung zu verstehen, sondern als belastbare Hin-
weise, die in ihrer Gesamtschau eine Einordnung ermöglichen.
Auslastung der Angebote mit umfassender Pflege in Münster
Durch die Stadt Münster wird seit dem Jahr 2011 regelmäßig die Auslastung der vollstationä-
ren Pflegeeinrichtungen abgefragt.
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 21
Tabelle: Auslastung der vollstationären Pflegeeinrichtungen in Prozent
Zum 1.1. 1.4. 1.7. 1.10.
2016 96,5 96,0 96,8 96,5 96,5
2017 95,8 95,9 96,1 95,8 95,9
2018 95,7 96,3 95,2 96,0 95,8
2019 94,5 96,5 96,0 96,1 95,8
2020 ./.* ./.* ./.* ./.* ./.*
2021 ./.* ./.* 96,4 96,2 96,3
2022 95,7 95,3 95,6 95,7 95,6
2023 93,5 95,0 95,5 94,9 94,7
2024 93,5 93,7 94,1 93,9 93,8
2025 92,8 93,6 93,9 94,5 93,7
2026 94,1 ./. ./. ./. ./.
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung, eigene Erhebung
*Die Datenerhebung wurde aufgrund der Corona-Pandemie für diesen Zeitraum ausgesetzt.
Mit einer Auslastung von durchschnittlich 93,7 Proz ent für das Jahr 2025 ist die Auslastung
seit 2022 weiter rückläufig. Bei der Betrachtung der durchschnittlichen Auslastung der einzel-
nen Einrichtungen der letzten Abfrage ist zu sehen, dass 13 der 32 Einrichtungen mit mindes-
tens 98 Prozent voll ausgelastet und weitere 6 Einrichtungen mit 97 Prozent nahezu ausgelas-
tet waren. Vier Einrichtungen haben in dem abgefrag ten Zeitraum Baumaßnahmen durchge-
führt, die zu einer verminderten Belegung geführt h aben, und zwei Einrichtungen gaben an,
dass aufgrund von Umstrukturierungen kurzzeitig weniger belegt wurde. Eine Einrichtung be-
gründete die geringere Auslastung mit Personalmange l. Die Situation verbessere sich, eine
Vollbelegung sei jedoch weiterhin nicht möglich.
Mit dem Heimfinder (
www.heimfinder.nrw.de ) gibt es in NRW seit einiger Zeit die Möglich-
keit, freie Kapazitäten in stationären Einrichtungen auf einen Blick zu sehen, um eine schnelle
Versorgung zu organisieren. Stationäre Einrichtunge n sind nach § 23 Abs. 4 WTG DVO ver-
pflichtet, tagesaktuell freie und belegbare Plätze anzuzeigen; sofern eine Warteliste besteht
oder ein Platz bereits vergeben ist, ist dieser Platz im Heimfinder nicht anzugeben. Bei einem
regelmäßigen Blick in den Heimfinder wird deutlich, dass sich die Situation in Münster etwas
entspannt im Vergleich zum vorherigen Pflegeplan. I m Jahr 2024 wurden nur vereinzelt freie
Plätze gemeldet, während zu Beginn des Jahres 2026 mehrere freie Plätze angezeigt wurden
(13.02.2026: 8 freie Plätze; 17.02.2026: 4 freie Plätze, 16.03.2026: 1 freier Platz).
Pflegemodellrechnung von IT.NRW
Die Pflegemodellrechnung von IT.NRW kommt zu dem Ergebnis, dass der Bedarf an stationä-
ren Plätzen in Münster bis zum Jahr 2050 deutlich a nsteigt. Bis zum Jahr 2050 kommt die
Prognose auf einen Bedarf an 3.900 Plätzen.
22 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Quelle: IT.NRW 2026: Pflegemodellrechnung NRW 2024-2050
Für eine aktuelle Bedarfseinschätzung sind jedoch d ie nächsten drei bis fünf Jahre relevant.
Hier kommt die Modellrechnung in den Jahren 2026-2028 zu einem Bedarf in Höhe von 2.700,
im Jahr 2029 in Höhe von 2.800 und in den Jahren 2030-2033 in Höhe von 2.900 Plätzen in der
stationären Pflege 1. Dem gegenüber steht ein aktuelles Angebot an 2.619 Plätzen in stationä-
ren Einrichtungen.
Vorausberechnung der Pflegeplanung anhand von Pflegequoten
Seit dem Jahr 2020 wird für die Ermittlung des Bedarfs an stationären Dauerpflegeplätzen zu-
sätzlich eine eigene Berechnung auf der Grundlage der Daten der Pflegestatistik (IT.NRW) und
der kleinräumigen Bevölkerungsprognose der Stadt Mü nster durchgeführt, die die Bevölke-
rungsentwicklung erfahrungsgemäß genauer abbildet. Dabei wird ebenfalls eine konstante
Entwicklung unterstellt, indem die Inanspruchnahme der Pflegeleistungen auf dem Niveau des
Referenzjahres verbleibt (Status-Quo-Berechnung). M it dieser Berechnung wird das aktuelle
Versorgungsniveau lediglich fortgeschrieben. Eine bestehende Unterdeckung in der aktuellen
Versorgung und gesetzliche Veränderungen, die einen Effekt auf die Pflegequoten haben, wer-
den hier nicht berücksichtigt.
Die Pflegequoten der stationären Pflege in Münster entwickeln sich von 0,03 Prozent bei den
unter 60-jährigen Personen bis hin zu 27,83 Prozent bei den über 90-jährigen Frauen, siehe
nachfolgende Tabelle.
Tabelle:
Prozentualer Anteil (Pflegequoten) in stationären Einrichtungen nach Alter und Geschlecht*
Alter Pflegequote stationäre Dauerpflege
Männlich Weiblich
unter 60 Jahre 0,03 % 0,03 %
60 - 69 Jahre 0,55 % 0,39 %
70 - 79 Jahre 1,43 % 1,72 %
1 Die Daten werden jeweils auf Hunderter auf- bzw. abgerundet.
2.600
2.900 3.000 3.200
3.600
3.900
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
2025 2030 2035 2040 2045 2050
Entwicklung der Personenanzahl in der stationären Pflege
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 23
80 - 89 Jahre 5,11 % 8,14 %
90 Jahre und älter 14,98 % 27,83 %
Gesamt 0,23 % 1,05 %
Quelle: Pflegestatistik IT.NRW, Bevölkerungsdaten Stadtplanungsamt, eigene Berechnung
*Personen mit Geschlechtsangabe „divers“ o. „ohne Angabe“ sind zufällig auf männlich oder weiblich verteilt.
Die Pflegequoten wurden auf der Grundlage der klein räumigen Bevölkerungsprognose der
Stadt Münster 2025-2035 bis zum Jahr 2029 hochgerechnet (siehe nachfolgende Tabelle) und
ins Verhältnis zum aktuellen Bestand an stationären Pflegeplätzen gesetzt. Es wird davon aus-
gegangen, dass mit einer durchschnittlichen Belegung von 98 Prozent eine Vollauslastung er-
reicht wird.
Tabelle: Bedarfsermittlung für die stationäre Pflege
Jahr Prognose:
stationärer Bedarf
Bestand
stationäre Pflege
Auslastung
98 %
Zusätzlicher
Bedarf
2026 2.592 2.619 2.567 25
2027 2.647 2.619 2.567 80
2028 2.714 2.619 2.567 147
2029 2.791 2.619 2.567 224
Quelle: eigene Berechnung
Auf Grundlage der Berechnung ergibt sich bis zum Ja hr 2029 ein zusätzlicher Bedarf an 224
Plätzen in stationären Einrichtungen. Nach Abzug der bisherigen Erweiterungspläne, verbleibt
ein Bedarf in Höhe von 195 Plätzen.
Neben Plätzen in der stationären Pflege, kommt für die Personengruppe auch das Angebot
von ambulanten Pflege-Wohngemeinschaften in Betrach t, da auch hier eine 24/7-Betreuung
vorgehalten wird. Ein Ausbau in diesem Sektor, kann den Bedarf in der stationären Pflege
kompensieren.
6.2 Kurzzeitpflege
6.2.1 Bestandseinrichtungen
Das Angebot der Kurzzeitpflege ermöglicht eine vorü bergehende stationäre Versorgung und
ist damit ein wichtiger Baustein zur Sicherung der häuslichen Pflege. Sie bietet pflegenden An-
und Zugehörigen die Möglichkeit, für einige Tage de n Pflegealltag zu verlassen und die pfle-
gebedürftige Person gut versorgt zu wissen. Die Kur zzeitpflege ist jedoch auch ein Angebot,
das bei Akutsituationen zum Einsatz kommt, wenn z.B . die pflegende Person ad hoc ausfällt
oder die gesundheitliche Situation des Betroffenen eine Rund-um-die-Uhr Betreuung erfor-
derlich macht. Langzeit-Pflegeplätze stehen oftmals nicht direkt zur Verfügung, so dass für die
Suche Zeit benötigt wird. Nach Krankenhausaufenthalten, wenn eine stationäre medizinische
Behandlung nicht weiter notwendig ist, ein erhöhter Versorgungsbedarf jedoch weiterhin
über einen befristeten Zeitraum besteht, bietet die Kurzzeitpflege eine Überbrückung bis zur
Rückkehr ins eigene zuhause.
24 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Solitäre und eingestreute Kurzzeitpflegeplätze sind voneinander zu unterscheiden. Solitäre
Kurzzeitpflegeplätze stehen ausschließlich zu diesem Zweck zur Verfügung. Eingestreute Kurz-
zeitpflegeplätze können variabel für die Dauer- ode r Kurzzeitpflege genutzt werden. Sie wer-
den von den meisten Pflegeeinrichtungen angeboten. Eingestreute Kurzzeitpflegeplätze ste-
hen jedoch nur dann zur Verfügung, wenn die Plätze nicht im Rahmen der Dauerpflege belegt
sind. Vorrangig werden sie dafür genutzt, Leistungsansprüche gegenüber der Pflegekasse gel-
tend zu machen, bevor die Dauerpflege beginnt. Der eigentliche Zweck der Kurzzeitpflege wird
durch dieses Angebot nur nachrangig erfüllt.
Das Angebot an Kurzzeitpflegeplätzen hat sich in de n letzten Jahren vier Jahren nicht geän-
dert. Es gibt weiterhin 282 Kurzzeitpflegeplätze, d avon 69 solitäre und 213 eingestreute
Plätze.
6.2.2 Bewertung der Versorgungssituation
Personen, die eine Kurzzeitpflegeeinrichtung suchen , schildern nach wie vor,
dass es sehr
schwierig sei, einen geeigneten Platz zu finden. Wä hrend viele eingestreute Kurzzeitpflege-
plätze durch stationäre Bewohner*innen belegt sind, können rund 15 Plätze (Stand:
01.10.2025) in der solitären Kurzzeitpflege aufgrund von Personalmangel nicht belegt werden.
Die Auslastungsabfrage spiegelt außerdem eine hohe Fluktuation durch schwankende Auslas-
tungszahlen wider.
Gründe der fehlenden Erweiterung um Plätze liegen i nsbesondere an den strukturellen und
wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Träger*innen. Aufgrund der hohen Fluktuation und
der kurzen Verweildauer ergibt sich für die Einrich tungen ein hoher Koordinations- und Ver-
waltungsaufwand durch Aufnahme, Pflegeprozessplanun g und die Überleitung zurück in die
häusliche Versorgung. Zudem ist die Nachfrage nach Kurzzeitpflegeplätzen im Jahresverlauf
starken Schwankungen unterworfen, so dass eine kont inuierliche Auslastung nicht sicherge-
stellt ist. Der Aufwand im Vergleich zur stationären Dauerpflege sei wesentlich höher, sowohl
in der Pflege als auch in der Verwaltung, im sozial en Dienst, in der Hauswirtschaft, bei der
Reinigung und bei der Instandhaltung.
In Münster gibt es weiter einen zusätzlichen Bedarf an solitären Kurzzeitpflegeplätzen. Nur
die solitären Plätze stehen Personen in Krisensitua tionen oder zur Entlastung pflegender An-
und Zugehöriger verlässlich zur Verfügung.
6.3 Ambulante Pflege-Wohngemeinschaften
6.3.1 Bestandseinrichtungen
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften ermögli chen ein Leben in häuslicher Ge-
meinschaft mit umfassender Versorgungssicherheit. D ie Nutzerinnen und Nutzer mieten ein
Zimmer in einer Wohngemeinschaft und schließen eine n weiteren Vertrag über allgemeine
Betreuungsleistungen (Rund-um-die-Uhr-Betreuung) ab . Die gesondert zu vereinbarende
pflegerische Versorgung erfolgt über einen ambulanten Pflegedienst. Perspektivisch soll in je-
dem Quartier ein solches Wohn- und Versorgungsarran gement umgesetzt werden, um den
pflegebedürftigen Menschen einen Verbleib im vertrauten Sozialraum zu ermöglichen.
Das Angebot an Pflege-Wohngemeinschaften wurde bis 2022 stetig ausgebaut. Im Jahr 2024
wurden vier Pflege-Wohngemeinschaften (32 Plätze) g eschlossen und zwei neue (24 Plätze)
eröffnet. Seitdem gab es keine Veränderungen.
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 25
Zum Stichtag 31.12.2025 gibt es in Münster 28 Pfleg e-Wohngemeinschaften mit insgesamt
301 Plätzen. Außerdem hat der „Grüne Weiler eG“, eine Wohn-Genossenschaft, eine Cluster-
Wohnung mit 9 Apartments und eigenem Gemeinschaftsr aum für eine selbstorganisierte
Wohngemeinschaft eröffnet. Hier leben Bewohner*inne n mit sehr unterschiedlichen Beein-
trächtigungen und verschiedenem Alter zusammen. And ers als in den „Ambulant betreuten
Pflege-Wohngemeinschaften“ gibt es hier keine umfas sende 24-Stunden-Betreuung. Die Un-
terstützung wird individuell organisiert. Da eine u mfassende pflegerische Versorgung hier
nicht gegeben ist, wird dieses Angebot bei den ambulanten Pflege-Wohngemeinschaften nicht
eingerechnet.
In Planung befindet sich derzeit eine zusätzliche Pflege-Wohngemeinschaft in Handorf in Trä-
gerschaft der Diakonie mobil GmbH. Die Planung von zwei zusätzlichen Pflege-WGs mit jeweils
8 Plätzen in Angelmodde aus dem Jahr 2024 ruht derz eit und wurde deshalb vorerst nicht
weiter mit aufgeführt.
Tabelle: Ambulant betreute Pflege-WGs im Bau/in Planung. Stand: 31.12.2025
Nr. Pflege -Wohngemeinschaft Träger *innen Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Am Kirschgarten Diakonie mobil GmbH Ost Handorf 12
Geplante Plätze in Pflege -Wohngemeinschaften insgesamt 12
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
6.3.2 Bewertung der Versorgungssituation
Die Belegung der ambulanten Pflege-Wohngemeinschaft en wird seit Mitte 2021 abgefragt
und fließt in die Bewertung des Bedarfs an Angeboten der umfassenden Versorgung mit ein.
Tabelle: Auslastung der Pflege-Wohngemeinschaften in Prozent
zum 1.1. 1.4. 1.7. 1.10.
2021 ./.* ./.* 88,3 88,3 88,3
2022 90,7 90,0 92,8 88,3 90,5
2023 89,6 92,5 91,5 92,9 91,6
2024 93,9 94,9 94,5 94,1 94,4
2025 96,4 96,0 94,7 92,4 94,9
2026 94,0 ./. ./. ./. ./.
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung, eigene Erhebung
*Die Datenerhebung wurde aufgrund der Corona-Pandemie für diesen Zeitraum ausgesetzt.
Mit einer durchschnittlichen Auslastung von 94,9 Pr ozent im Jahr 2025 steigt die Auslastung
der Pflege-Wohngemeinschaften weiter an. Bei der Be trachtung der einzelnen Pflege-Wohn-
gemeinschaften ist erkennbar, dass insgesamt 23 von 28 Angeboten voll ausgelastet waren
(maximal ein freier Platz zum Stichtag).
Das Mathildenstift hat im Oktober 2025 eine Pflege- WG für außerklinische Intensivpflege in
eine Pflege-WG ohne besonderen Schwerpunkt umgewand elt. Hier werden nun, analog zur
zweiten Pflege-WG im Haus, pflegebedürftige Personen ab Pflegegrad 2 versorgt.
26 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Ambulante Pflege-Wohngemeinschaften bieten mit ihre m Angebot der 24-Stunden-Betreu-
ung eine Alternative zur stationären Versorgung. Vor dem Hintergrund des steigenden Bedarfs
in der stationären Versorgung und dem fehlenden Ausbau neuer Einrichtungen, tragen Pflege-
WGs zur Stabilisierung der Versorgungsstrukturen bei.
Aus diesem Grund besteht auch bei den Pflege-Wohngemeinschaften ein zusätzlicher Bedarf.
Angebote der Pflege-WGs können fehlende Plätze in den stationären Einrichtungen kompen-
sieren, da auch sie eine umfassende Versorgung anbi eten. Bei den Träger*innen- und Inves-
tor*innenberatungen werden die konkreten Grundstücke und die Bedarfssituation der jewei-
ligen Stadtteile und Stadtbezirke in der stationären Versorgung betrachtet, um einen bedarfs-
gerechten Ausbau zu unterstützen.
6.4 Tagespflege
6.4.1 Bestandseinrichtungen
In der Tagespflege werden pflegebedürftige und deme nziell erkrankte Menschen tagsüber
professionell betreut und gepflegt. Die Tagespflege ist ein wichtiges Angebot, welches den
Verbleib in der bekannten Häuslichkeit unterstützt. Pflegebedürftige Menschen erhalten die
Möglichkeit, den Tag in Gemeinschaft zu verbringen und sich an Freizeitaktivitäten zu beteili-
gen. An- und Zugehörige werden durch dieses Angebot tageweise entlastet, was oftmals einen
längeren Verbleib in der vertrauten Umgebung ermögl icht, und die Selbstständigkeit der Be-
troffenen stärkt. Alleinlebende Personen haben durc h das Angebot der Tagespflege eine or-
ganisierte Form, um Gemeinschaft zu erleben und eine Tagesstruktur aufrecht zu erhalten.
Im November 2024 eröffnete die „Tagespflege Lydia“ der Diakonie in Nienberge mit 13 Plät-
zen. Aktuell gibt es 20 Tagespflegeeinrichtungen mit insgesamt 283 Plätzen.
Die Caritas Münster plant die Eröffnung einer neuen Tagespflegeeinrichtung im Jahr 2028 in
Kinderhaus.
Tabelle: Tagespflegeeinrichtungen in Planung, Stand: 31.12.2025
Nr. Einrichtung Träger *innen Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Tagespflege Moldrickx Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Nord Kinderhaus 17
Geplante Tagespflegeplätze gesamt 17
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Die Zahl der Personen, die Angebote der Tagespflege in Anspruch nehmen, konnte in den ver-
gangenen Jahren deutlich gesteigert werden. Dies lässt sich zum einen mit der Platzzahlerwei-
terung erklären. Zum anderen liegt dies darin begrü ndet, dass mehr pflegebedürftige Perso-
nen die Einrichtungen nur an einzelnen Tagen pro Wo che besuchen. Aufgrund der gestiege-
nen Kosten ist das Sachleistungsbudget für die Tage spflege schneller ausgeschöpft, was viel-
fach eine Reduzierung der Anzahl der in Anspruch ge nommenen Betreuungstage zur Folge
hat.
Tabelle: Inanspruchnahme der teilstationären Pflege
Jahr Platzzahl Gäste
2019 195 408
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 27
2021 261 492
2023 275 639
Quelle: IT.NRW: Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12. der Jahre 2019, 2021 und 2023
6.4.2 Bewertung der Versorgungssituation
Die jährliche Auslastungsabfrage macht deutlich, da ss die Tagespflege sich nur sehr langsam
von der zeitweisen Schließung und dem Auslastungsei nbruch während des Zeitraums der
Corona-Pandemie erholt. Gleichzeitig kam es in dem Zeitraum von 2019 (195 Plätze) bis 2022
(293 Plätze) zu einer deutlichen Steigerung des Platzzahlangebotes.
Tabelle: Auslastung der Tagespflegeeinrichtungen in Prozent
zum 1. Quartal 2. Quartal 3. Quartal 4. Quartal
2019 90,8 92,3 91,1 90,6 91,2
2020 ./.* ./.* ./.* ./.* ./.
2021 ./.* ./.* 68,9 73,0 71,0
2022 72,2 69,0 76,5 76,5 73,6
2023 80,5 82,2 84,7 81,0 82,1
2024 80,6 83,2 84,3 78,5 81,7
2025 78,5 81,9 83,3 83,4 81,8
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung, eigene Erhebung
* Die Datenerhebung wurde aufgrund der Corona-Pandemie für diesen Zeitraum ausgesetzt.
Sechs Tagespflegeeinrichtungen haben mit über 90 Pr ozent eine sehr gute Auslastung, wei-
tere vier Einrichtungen liegen über 80 Prozent. Sie ben Einrichtungen arbeiten mit 70 bis 79
Prozent nicht wirtschaftlich und zwei Einrichtungen haben mit unter 60 Prozent eine sehr
schlechte Auslastung. Die Situation der Tagespflege einrichtungen hat sich in Münster in den
letzten zwei Jahren leicht verschlechtert.
Es wird deutlich, dass das Angebot der Tagespflege immer noch nicht von allen pflegebedürf-
tigen Personen bzw. den Angehörigen als unterstützendes Angebot oder geeignete Entlastung
wahrgenommen wird. Die Ursachen hierfür sind vielfältig.
Ein zentraler Faktor ist die unzureichende Bekanntheit des Angebotes und der Finanzierungs-
möglichkeiten durch die Pflegekasse. Vielen ist nic ht bekannt, dass auch bei Bezug von Pfle-
gegeld das Budget für die Tagespflege weiterhin zur Verfügung steht.
Hinzu kommen strukturelle und organisatorische Hera usforderungen. Kurzfristige Absagen
führen bei den Anbieter*innen häufig zu einer gerin geren Auslastung, da frei gewordene
Plätze nicht zeitnah nachbesetzt werden können. Es ist schwer, eine Verbindlichkeit herzustel-
len.
Ein weiterer Aspekt ist die Wahrnehmung und die gesellschaftliche Akzeptanz des Angebotes.
Der Begriff „Pflege“ kann abschreckend wirken, insb esondere für Menschen, die erst begin-
nende Einschränkungen haben. Dass die Körperpflege hier nicht im Vordergrund steht, son-
dern die Teilhabe, Aktivität und Freizeitgestaltung, erfahren die Gäste erst, wenn sie sich dem
Angebot öffnen.
28 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Neben den bereits geplanten Vorhaben besteht kein z usätzlicher Bedarf an Tagespflegeplät-
zen in Münster. Ein Ausbau weiterer Einrichtungen im Stadtgebiet würde sich negativ auf die
Auslastungssituation der bestehenden Einrichtungen auswirken.
6.5 Ambulante Pflege
6.5.1 Bestandseinrichtungen
Die ambulante Pflege ist die pflegerische Versorgun g zuhause, welche durch einen ambulan-
ten Pflegedienst erbracht wird. Diese Versorgungsform wird von 21 Prozent der pflegebedürf-
tigen Menschen in Münster in Anspruch genommen (Pfl egestatistik IT NRW, 2024). Pflege-
dienste bieten über die pflegerische Versorgung hinaus auch Unterstützung bei der hauswirt-
schaftlichen Versorgung, medizinische Leistungen so wie Angebote zur Entlastung im Alltag
nach § 45a SGB XI an.
Zum 31.12.2025 gab es insgesamt 42 ambulante Pflege dienste in Münster. Hinzu kommen
einzelne Dienste von außerhalb, die auch Kund*innen in Münster betreuen. Dabei ist das Ein-
zugsgebiet in der Regel auf bestimmte Stadtteile be schränkt. Einige Pflegedienste verfügen
über mehrere Stützpunkte in der Stadt zur besseren Erreichbarkeit der Pflegebedürftigen. Im
Jahr 2025 wurden insgesamt zwei neue ambulante Pfle gedienste eröffnet und ein Dienst
wurde am 01.02.2026 geschlossen.
6.5.2 Bewertung der Versorgungssituation
Die ambulante Pflege ist ein wachsender Sektor in der pflegerischen Versorgung. Während am
31.12.2021 noch 2.709 Personen versorgt wurden, sti eg die Anzahl am 31.12.2023 auf 2.856
Personen an.
Der „Marktplatz Ambulante Pflege Münster“ bietet ei nen Einblick in die Versorgung von be-
troffenen Personen, die einen ambulanten Pflegedienst über die digitale Plattform suchen.
Nach Einführung des „Marktplatzes“ im Oktober 2024 hat sich die digitale Plattform zur digi-
talen Suche nach einem ambulanten Pflegedienst in d er Bevölkerung etabliert. Es gehen mo-
natlich zwischen 40 und 60 Anfragen ein, die von 37 registrierten Pflegediensten bearbeitet
werden. Insgesamt wurden bereits 465 ambulante Pflegeverträge über diesen Weg vermittelt
(Stand: 10.03.2026).
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 29
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, eigene Statistik
Im Jahr 2025 wurden insgesamt 580 Anfragen von Bürg er*innen der Stadt Münster gestellt.
Mit 327 Personen konnten, innerhalb kürzester Zeit und mit geringem Aufwand für die anfra-
genden Personen, Pflegeverträge abgeschlossen werde n. Bei 253 Personen wurde nach fünf
Werktagen eine automatische „Negativ-Meldung“ ausge löst, die die anfragende Person auf-
fordert, erneut eine Anfrage zu stellen oder Beratu ngsangebote für alternative Versorgungs-
möglichkeiten aufzusuchen. Bei der genaueren Betrac htung der Anfragen ohne Vertragsab-
schluss wird deutlich, dass 24 Prozent medizinische Unterstützung und 32 Prozent Körper-
pflege benötigten. 33 Prozent suchten eine Hilfe im Haushalt und rund 10 Prozent eine Beglei-
tung/Betreuung. Bei der kommunalen Pflegeberatung „ Infobüro Pflege“ ist seit Einführung
des „Marktplatzes“ kein signifikanter Anstieg der B eratungen zu verzeichnen, die auf die au-
tomatisierten „Negativ-Meldungen“ zurückzuführen sind.
Auch wenn ein Anteil der Personen, die eine „Negati v-Meldung“ erhalten haben, vermutlich
über andere Wege eine ambulante Unterstützung organ isierten konnten, bleibt es für einige
Personen schwierig eine ambulante pflegerische Vers orgung zu organisieren. Gleichzeitig ist
mit einem weiteren Anstieg der Personen zu rechnen, die zur häuslichen Versorgung einen
ambulanten Pflegedienst benötigen.
In Münster gibt es weiterhin einen Bedarf an zusätzlichen ambulanten Pflegeleistungen.
6.6 Service-Wohnen (Betreutes Wohnen)
6.6.1 Bestandseinrichtungen
Service-Wohnen verbindet das eigenständige Wohnen mit einem Betreuungsangebot vor Ort.
In der Regel handelt es sich um mehrere altengerech te Wohnungen in einem Gebäudekom-
0
10
20
30
40
50
60
70
Jan 25 Feb 25 Mrz 25 Apr 25 Mai 25 Jun 25 Jul 25 Aug 25 Sep 25 Okt 25 Nov 25 Dez 25
Auswertung der Anfragen und Vermittlung im Jahr 2025
Anfragen ungedeckte Anfragen Vertragsabschlüsse
30 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
plex, die von Seniorinnen und Senioren angemietet w erden können. Das Wohn- und Teilha-
begesetz versteht unter Service-Wohnen ausschließli ch solche Angebote, bei denen die Mie-
terinnen und Mieter bestimmte Serviceleistungen als Grundleistungen abnehmen müssen.
Hierzu gehören z. B. allgemeine Unterstützungsleist ungen wie die Vermittlung von Betreu-
ungsleistungen, Beratung, Notrufdienste oder kleinere Freizeitangebote. Wahlleistungen wie
z. B. Reinigungsdienst, Wäscheservice, Mahlzeitendienst oder Pflegeleistungen können in der
Regel je nach Bedarf dazu gebucht werden.
Diese Wohnform ermöglicht es vielen Seniorinnen und Senioren, frühzeitig einen guten Aus-
gangspunkt zu wählen, indem eine einsetzende Pflege bedürftigkeit aufgefangen werden
kann. Eine selbstständige Lebensführung ist dort au fgrund der räumlichen Gegebenheiten,
der Ausstattung und natürlich der Unterstützungsstrukturen ggf. länger möglich als in anderen
Wohnungen.
Anbieter von Service-Wohnen sind nach dem Wohn- und Teilhabegesetz verpflichtet, das An-
gebot in dem elektronischen Anzeigeverfahren PfAD.wtg zu registrieren. Zum 31.12.2025 gab
es 34 Anbieter mit insgesamt 1.465 Wohneinheiten. Über die Angebote des Service-Wohnens
hinaus gibt es in Münster weitere altengerechte und barrierefreie Wohnungen, bei denen die
Abnahme von Serviceleistungen jedoch nicht mit dem Mietvertrag gekoppelt ist. Ein vollstän-
diger Überblick über alle seniorengerechten Wohnang ebote kann hier leider nicht geleistet
werden.
Das Amt für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung berät mit dem Team „Hilfen beim
Umzug“ Menschen ab 60 Jahren, Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen allgemein
über verschiedene Wohnformen, wie Seniorenwohnungen , barrierefreies Wohnen und Ser-
vice-Wohnen. Die Broschüre des Amtes für Wohnungswesen und Quartiersentwicklung ist im
„Downloadbereich“ des Infobüros Pflege des Sozialam tes zu finden (
https://www.stadt-mu-
enster.de/pflege/downloadbereich ).
6.6.2 Bewertung der Versorgungssituation
Öffentlich geförderte Service-Wohneinheiten (Wohnbe rechtigungsschein erforderlich) wer-
den nach Aussagen des Amtes für Wohnungswesen und Q uartiersentwicklung gut nachge-
fragt. Hier gibt es Wartezeiten, bis eine Aufnahme erfolgen kann. Es ist davon auszugehen,
dass analog dazu auch im frei finanzierten Bereich eine Nachfrage besteht. Wichtig für Mie-
ter*innen sind eine gut erreichbare Infrastruktur, wie Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte und
ÖPNV-Verbindungen.
Für eine aussagekräftigere Bewertung sind zusätzliche Daten erforderlich. Das Thema Service-
Wohnen liegt dabei an der Schnittstelle zwischen Al tenhilfeplanung und Pflegeplanung. Per-
spektivisch soll das Angebot daher, auch in enger A bstimmung mit dem Amt für Wohnungs-
wesen und Quartiersentwicklung, bearbeitet werden, um Angebotsstrukturen und Bedarfe
gemeinsam zu analysieren.
6.7 Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI
6.7.1 Bestandseinrichtungen
Angebote zur Unterstützung im Alltag tragen dazu be i, pflegebedürftigen Personen dabei zu
helfen, möglichst lange in ihrer häuslichen Umgebun g zu bleiben, soziale Kontakte aufrecht-
zuerhalten und ihren Alltag weiterhin möglichst sel bständig zu bewältigen. Zudem dienen
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 31
diese Angebote dazu, die Pflegepersonen zu entlaste n und zu unterstützen. Pflegebedürftige
Personen können den Entlastungsbetrag in Höhe von maximal 131 Euro im Monat einsetzen.
Darüber hinaus können bis
40 Prozent der ambulanten Pflegesachleistungen für zusätzliche
Entlastungsleistungen umgewandelt werden.
Angebote zur Unterstützung im Alltag bieten verschiedene Leistungsformen, die für pflegebe-
dürftige Personen oder pflegende An- und Zugehörige in Betracht kommen:
Die Einzelbetreuung und Gruppenbetreuung bietet Betreuung für pflegebedürftige Personen
an zur Alltagsbeschäftigung und Freizeitgestaltung. Diese kann individuell oder in Form von
Freizeitgruppen erfolgen. Angebote zur Entlastung s ind über individuelle Hilfen möglich, die
dazu befähigen die Anforderungen des Alltags zu bew ältigen und ihre gesellschaftliche Teil-
habe zu sichern. Dazu gehören Begleitung und Unters tützung bei der Wahrnehmung von so-
zialen Kontakten, kulturellen Veranstaltungen, Behö rdenangelegenheiten, Einkäufen oder
Arztbesuchen. Eine weitere Leistungsform ist die En tlastung in der Haushaltsführung. Hierzu
gehört die hauswirtschaftliche Unterstützung z.B. d ie Reinigung der Wohnung, die Reinigung
der Wäsche oder das Zubereiten von Speisen. Darüber hinaus gibt es Angebote zur Entlastung
von pflegenden An- und Zugehörigen. Diese richten sich an die pflegende Person. Dies können
z.B. Beratungsangebote sein, um die Anforderungen d es Pflegealltags besser bewältigen zu
können oder Angehörigengruppen, die von Anbieter*in nen angeleitet und organisiert wer-
den.
Angebote zur Unterstützung im Alltag werden von drei verschiedenen Leistungserbringern an-
geboten: Anerkannte Angebote zur Unterstützung im A lltag, Nachbarschaftshilfe und ambu-
lante Pflegedienste.
1. Angebote zur Unterstützung im Alltag werden behördlich auf Grundlage der Anerken-
nungs- und Förderungsverordnung des Landes NRW (AnFöVO) in der Sozialplanung des
Sozialamtes anerkannt. Anbieter*innen, die in Münster einen Antrag auf Anerkennung
als Unterstützungsangebot stellen wollen, erhalten Beratung und Information vom Re-
gionalbüro Alter, Pflege und Demenz sowie in der Sozialplanung der Stadt Münster.
Über den Angebotsfinder des Ministeriums für Arbeit , Gesundheit und Soziales des
Landes Nordrhein-Westfalen (
https://angebotsfinder.nrw.de/ ) ist eine gezielte Suche
auch nach den verschiedenen Angebotsformen möglich.
Aktuell gibt es in Münster 59 anerkannte Angebote d er Einzelbetreuung und drei Be-
treuungsgruppen. Im Jahr 2025 wurden sechs Angebote neu anerkannt und fünf An-
gebote widerrufen.
2. Die Nachbarschaftshilfe ist eine ehrenamtliche Form der Unterstützung im Alltag und
kann durch beispielsweise Nachbar*innen und Bekannt e angeboten werden. In NRW
ist eine Grundqualifizierung durch einen Nachbarsch aftshilfe- oder Pflegekurs nach
§ 45 SGB XI oder ein Nachweis, dass das Informationsangebot der Regionalbüros Alter,
Pflege und Demenz bekannt ist, notwendig.
3. Ambulante Pflegedienste bieten ebenfalls häufig Angebot zur Unterstützung im Alltag
an.
32 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
6.7.2 Bewertung der Versorgungssituation
Angebote zur Unterstützung im Alltag bieten pflegeb edürftigen Personen Entlastung und da-
mit auch die Möglichkeit länger in der häuslichen V ersorgung zu verbleiben. Die Ergebnisse
der Umfrage „Pflege und Unterstützung im Alter“ bes tätigen dies. So äußerten Personen mit
Unterstützungsbedarf, bei nicht ausreichender Unterstützung aufgrund von fehlenden Ange-
boten, dass sie sich insbesondere Hilfe im Haushalt und eine stundenweise Betreuung und
Begleitung wünschten (siehe Kapitel 4.1). Angebote zur Unterstützung im Alltag können damit
eine Versorgungslücke schließen.
Es besteht Bedarf für einen weiteren Ausbau der Angebote.
7 Pflegerische Angebote für spezifische Zielgruppen
Die Gruppe der pflegebedürftigen Menschen ist so vielfältig wie die übrige Bevölkerung. Pfle-
gebedürftigkeit kann grundsätzlich in allen Altersg ruppen auftreten, auch wenn die Wahr-
scheinlichkeit mit steigendem Alter deutlich zunimmt. Pflegebedürftigkeit kann alle Menschen
betreffen, unabhängig von Herkunft, sozialer Stellung, Geschlecht und sexueller Orientierung.
Angebote der Pflege, aber auch schon vorpflegerische Angebote, müssen sich an die gesamte
Bevölkerung richten und für alle zugänglich und nutzbar sein. Um das zu erreichen, ist es not-
wendig, dass sich Träger*innen und Mitarbeitende mit der Vielfalt an Lebenswelten auseinan-
dersetzen und ihre Konzepte, Arbeitsabläufe und Strukturen regelmäßig überprüfen.
Menschen mit Einwanderungsgeschichte
2,7 Prozent der münsterschen Bevölkerung im Alter v on 80 und mehr Jahren sind Auslän-
der*innen, über eine Einwanderungsgeschichte verfügen rund 20 Prozent (Stand 31.12.2025).
Die Bevölkerungsgruppe mit Einwanderungsgeschichte ist nach wie vor jünger als der Bevöl-
kerungsdurchschnitt. Gleichwohl ist auch hier eine Steigerung der Anzahl älterer Menschen,
insbesondere in der Altersgruppe 60 - 69 Jahre und 70 - 79 Jahre zu verzeichnen. Damit steigt
auch hier die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig z u werden, kontinuierlich an. In dieser
Gruppe sind 4,8 Prozent der Menschen 80 Jahre und älter.
Es liegen derzeit keine Erkenntnisse darüber vor, w ie viele Menschen mit Migrationsvorge-
schichte in Münster pflegerische Angebote benötigen bzw. in Anspruch nehmen. Es ist davon
auszugehen, dass nach wie vor Zugangshürden und Inf ormationsbarrieren bestehen, die die
Inanspruchnahme von Unterstützungsangeboten erschwe ren. Öffentliche Angebote der Be-
ratung oder Veranstaltungen werden in der Regel wenig von dieser Zielgruppe genutzt. Wich-
tig ist eine direkte Ansprache bzw. eine Ansprache durch Multiplikatorinnen und Multiplika-
toren. Ein wichtiges Thema für Einrichtungen und Dienste bei der Gestaltung von Wohn- und
Betreuungsangeboten sind fehlende sprachliche Verst ändigungsmöglichkeiten. Gerade im
Verlauf von demenziellen Erkrankungen können auch b ei zugewanderten Personen, die vor-
her gut Deutsch gesprochen haben, erlernte Sprachke nntnisse verloren gehen. Viele Trä-
ger*innen profitieren hier von der Vielfalt im Team der Pflegenden. Hinzu kommen Themen
wie der Umgang mit Diskriminierung und Rassismuserf ahrungen, denen diese Personen-
gruppe vermehrt ausgesetzt war und ist. Es gilt, systematisch einen Prozess der interkulturel-
len Öffnung zu gestalten und mögliche Zugangshürden zu identifizieren und abzubauen.
Lesbische, schwule, bisexuelle und trans*, inter* und queere Menschen (LSBTIQ*)
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 33
Ein Großteil der heute alten und hochaltrigen lesbi schen und schwulen, trans- und interge-
schlechtlichen Menschen haben in jungen Jahren ständige Kriminalisierung, Ausgrenzung und
Gewalt aufgrund ihrer sexuellen oder geschlechtlich en Identität erfahren. Aufgrund von z.T.
traumatisierenden Diskriminierungs- und Gewalterfah rungen, bestehen Sorgen und Ängste,
im Alter mit ihren Bedürfnissen nicht ernst genomme n zu werden, so dass sie ihre sexuelle
und geschlechtliche Identität (wieder) verbergen. In der Pflege befürchten sie z.B. Ablehnung
und Diskriminierung aufgrund „nicht normgerechter“ Körperlichkeit oder eine Ansprache, die
nicht ihrer geschlechtlichen Identität entspricht.
Im Aktionsplan LSBTIQ wurde unter dem Handlungsfeld „Selbstbestimmtes Älterwerden und
Pflege“ ein Maßnahmenkatalog erarbeitet, um insbeso ndere die Sichtbarkeit älterer queerer
Menschen zu erhöhen und bestehende Strukturen LSBTIQ-freundlich zu gestalten und auszu-
bauen. Der Aktionsplan ist zu finden auf der Homepa ge des Amtes für Gleichstellung
(
https://www.stadt-muenster.de/gleichstellung/gleichstellung-in-muenster/aktionsplan-lsb-
tiq ).
Zielgruppen mit einem besonderen Pflege- und Betreuungsbedarf
Unter den pflegebedürftigen Personen gibt es aber auch Zielgruppen, die eine besondere pfle-
gerische Versorgung und Betreuung sowie speziell ausgerichtete Konzepte benötigen. Für be-
sondere Zielgruppen pflegebedürftiger Menschen könn en im Rahmen der Vergütungsver-
handlungen der stationären Einrichtungen besondere Anforderungen an das Personal berück-
sichtigt werden. Die Verhandlungen dazu sind auf Landesebene leider noch nicht abgeschlos-
sen, so dass es aktuell noch keine Klarheit zu der Ausgestaltung gibt (Stand Februar 2026).
Dies sorgt aktuell für Unsicherheiten in der Träger schaft und hemmt aufgrund der fehlenden
Perspektive einen Ausbau zusätzlicher Plätze.
In den folgenden Abschnitten werden die Besonderhei ten verschiedener Zielgruppen darge-
stellt, für die es immer schwieriger wird in der Regelversorgung einmünden bzw. dort adäquat
versorgt zu werden. Vorhandene pflegerische Angebot e für diese Zielgruppen werden be-
nannt.
7.1 Junge (erwachsene) Pflegebedürftige
Die Wahrscheinlichkeit pflegebedürftig zu werden, i st in der Altersgruppe unter 60 Jahren
eher gering (siehe Kapitel 3). Dennoch gibt es viel fältige Situationen, in denen auch jüngere
Menschen aufgrund von Erkrankungen oder Unfällen vo n Pflegebedürftigkeit betroffen sein
können, sei es vorübergehend oder auf Dauer. Zu der Gruppe gehören Personen, die aufgrund
von fortschreitenden Erkrankungen oder Unfällen auf Betreuung und pflegerische Versorgung
angewiesen sind, wie z.B. Personen mit Multipler Sklerose, Querschnittslähmungen, neurolo-
gischen Erkrankungen oder erworbenen Hirnschädigung en. Darüber hinaus sind in dieser
Gruppe auch Menschen mit Behinderungen und Pflegebedarf vertreten, die im jüngeren und
mittleren Lebensalter oftmals bei ihren Eltern lebe n und von diesen unterstützt werden. Ne-
ben einem pflegerischen Bedarf haben junge pflegebe dürftige Menschen oftmals zusätzlich
einen Anspruch auf Teilhabeleistungen der Eingliederungshilfe (SGB IX).
Im Jahr 2023 waren insgesamt 1.383 Personen zwische n 20 und 60 Jahre in Münster pflege-
bedürftig. 94,8 Prozent dieser Personengruppe bezie hen Pflegegeld oder nutzen Angebote
der ambulanten Versorgung. Neben der Unterstützung durch An- und Zugehörigen, gibt es
Angebote an Pflege- und Assistenzdiensten, die ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen
Wohnung möglich machen. Wo der Verbleib in der eige nen Häuslichkeit nicht möglich oder
34 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
sinnvoll ist, werden Angebote benötigt, in denen ei ne umfassende Pflege sichergestellt ist.
2023 lebten 72 Personen (5,2 Prozent) der jungen Pflegebedürftigen in einer stationären Pfle-
geeinrichtung. Hauptsächlich nimmt die Gruppe der 5 0 bis 59-Jährigen das Angebot in An-
spruch (51 Personen). Die Versorgung in einer regul ären vollstationären Pflegeeinrichtung
entspricht in der Regel nicht den Wünschen und dem Bedarf der Menschen unter 65 Jahren.
Eigene Wohngruppen oder Wohnbereiche können sich so wohl räumlich als auch konzeptio-
nell besser an die Bedürfnisse der Zielgruppe anpassen.
In Münster ist eine stationäre Pflege im Achatius-Haus mit 18 Plätzen möglich. Eine adäquate
Unterstützung von Teilen der Zielgruppe ist ebenfal ls in den Einrichtungen für pflegebedürf-
tige Personen mit Behinderungen möglich, siehe Kapitel 7.4. Darüber hinaus gibt es ambulante
Wohngemeinschaften mit umfassender Versorgungssicherheit.
Aktuell stehen 48 Plätze mit umfassender Versorgung für junge pflegebedürftige Personen zur
Verfügung.
Tabelle: Junge Pflege in Münster, Stand: 31.12.2025
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius -Haus ,
Alexianer Münster
stationäre Dauerpflege Südost Wolbeck 18
2 Haus Margareta (EG) ,
Alexianer Münster
Ambulante Wohngemein-
schaft
Ost Mauritz -Ost 12
3 Haus Margareta (OG) ,
Alexianer Münster
Ambulante Wohngemein-
schaft
Ost Mauritz -Ost 12
4 Wohngruppe Leo ISB ,
Alexianer Münster
Ambulante Wohngemein-
schaft
Hiltrup Amelsbüren 6
Gesamt 48
Quelle: PfAD.wtg
Über die bestehenden Plätze hinaus gibt es einen we iteren Bedarf an Angeboten mit einer
umfassenden Versorgung für junge pflegebedürftige Menschen in Münster.
7.2 Menschen mit außerklinischem Intensivpflegebedarf
Menschen mit außerklinischem Intensivpflegebedarf b enötigen spezielle Betreuung und
Pflege, so dass für eine stationäre Pflege nur Einrichtungen mit besonders geschultem Perso-
nal in Frage kommen. In Münster gibt es aktuell 25 Plätze in Wohnformen für Menschen mit
einem Intensivpflegebedarf.
Tabelle: Angebote für Menschen mit außerklinischem Intensivpflegebedarf,
Stand: 31.12.2025
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadt -
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Christopher Haus,
air vital Kranken- und Inten-
sivpflege GmbH
Ambulant betreute
Wohngemeinschaft
Hiltrup Hiltrup -
Mitte
17
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 35
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadt -
bezirk
Stadtteil Plätze
2 Haus Augustinus,
Alexianer Münster
Vollstationäre
Pflegeeinrichtung
Hiltrup Amelsbüren 18
Gesamt 25
Quelle: PfAD.wtg
Die DRK-Schwesternschaft Westfalen e.V. hat das Ang ebot einer ambulanten Wohngemein-
schaft für Menschen mit Intensivpflegebedarf im Jahr 2025 aufgegeben. Die betroffenen Per-
sonen haben eine Anschlussversorgung in anderen Einrichtungen gefunden. In den Räumlich-
keiten befindet sich nun eine reguläre Pflege-Wohngemeinschaft der DRK-Schwesternschaft.
Das aktuelle Angebot für Menschen mit Intensivpfleg ebedarf ist voll belegt. Es gibt Wartelis-
ten. Vorrangig werden Personen aus Münster versorgt , die Anfragen kommen jedoch auch
aus anderen Kreisgebieten und Städten. Es gibt eine n zusätzlichen Bedarf an einzelnen Plät-
zen.
7.3 Personen mit Bedarf an geschützter Unterbringung
Einige gerontopsychiatrisch erkrankte Menschen benö tigen aufgrund selbst- und fremdge-
fährdender Verhaltensweisen eine geschützte (geschlossene) Unterbringung. In Münster gibt
es aktuell drei stationäre Pflegeeinrichtungen, die einzelne Wohnbereiche geschlossen füh-
ren. Voraussetzung für die Aufnahme in geschützte W ohnbereiche ist jeweils das Vorliegen
einer richterlichen Genehmigung für die Unterbringung. Grundsätzlich ist hier eine hohe Nach-
frage zu verzeichnen.
Tabelle: Geschützte Plätze, Stand: 31.12.2025
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadt -
bezirk
Stadtteil Plätze
1 LWL -Pflegezentrum Münster
“Ernst-Kirchner-Haus“
Vollstationäre
Pflegeeinrichtung
Mitte Uppenberg 20
2 Martin -Luther -Haus ,
Diakonie Münster
Vollstationäre
Pflegeeinrichtung
West Sentrup 19
3 Wohnstift am Südpark ,
Caritas-Betriebsführungs- und
Trägergesellschaft Münster
mbH
Vollstationäre
Pflegeeinrichtung
Mitte Schützen-
hof
14
Gesamt 53
Im Austausch mit Träger*innen der drei Pflegeeinrichtungen sowie Vertreter*innen von Klini-
ken, die häufig die Unterbringung für diese Personengruppe organisieren, wird deutlich, dass
der Bedarf weiter ansteigt und die vorhandenen Kapa zitäten bereits heute nicht ausreichen.
Gleichzeitig sehen die Träger*innen derzeit von einer Ausweitung der Platzzahl ab. Als Gründe
werden insbesondere die schwierigen Refinanzierungsbedingungen sowie die sehr hohen An-
forderungen an das Personal genannt. Teilweise best ehen sogar Überlegungen, bestehende
Angebote einzustellen.
36 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Zeitnah sollen auf Landesebene Verhandlungen über d ie Rahmenkonzeptionen nach
§ 75 SGB XI für besondere Pflege- und Betreuungsbed arfe aufgenommen werden. Diese bil-
den eine wichtige Grundlage für die individuellen V ergütungsvereinbarungen nach
§ 85 SGB XI. Von den Ergebnissen dieser Verhandlung en hängt maßgeblich ab, ob die Ange-
bote für die Träger wirtschaftlich tragfähig sind u nd daher langfristig aufrechterhalten oder
weiter ausgebaut werden können.
Unabhängig davon zeigt sich bereits jetzt ein Bedar f an zusätzlichen Plätzen über das derzei-
tige Angebot hinaus.
7.4 Ältere Menschen mit Behinderung
Immer mehr Menschen, die mit einer Beeinträchtigung geboren worden sind oder diese sehr
früh im Leben erworben haben, erreichen heute ein h ohes Lebensalter. Der Anstieg an älte-
ren, pflegebedürftigen Bewohner*innen stellt die An gebote der Eingliederungshilfe (SGB IX)
vor Herausforderungen, da für eine angemessene Betr euung und Versorgung zunehmend
pflegefachliche Qualifikationen und Ressourcen erforderlich sind. Umzüge in reguläre Pflege-
einrichtungen sind oftmals keine adäquate Lösung, da diese nicht auf die besonderen Bedarfe
von Menschen mit psychischen Erkrankungen und/oder kognitiven Einschränkungen ausge-
richtet sind.
Ziel sollte es sein, eine pflegerische Versorgung im zuhause der Menschen umzusetzen, sei es
in der eigenen Wohnung, in ambulanten Versorgungsfo rmen der Eingliederungshilfe oder in
besonderen Wohnformen. Es ist individuell die Frage zu klären, welche Ansprüche eine Person
gegenüber der Pflegeversicherung (SGB XI) geltend m achen kann und welcher Teilhabean-
spruch (SGB IX) besteht. Die Schnittstelle ist flie ßend und durch die verschiedenen Sozialge-
setzbücher und Zielrichtungen nicht einfach zu erfa ssen. Trägerunabhängige Beratung erhal-
ten Betroffene z.B. durch die Ergänzende unabhängig e Teilhabeberatung (EUTB) Le-
bens(t)raum Münster.
Aktuell gibt es in Münster drei stationäre Einrichtungen mit insgesamt 154 Plätzen für pflege-
bedürftige Menschen mit geistigen Behinderungen und/oder psychischen Erkrankungen. Das
Haus vom Guten Hirten plant eine Erweiterung um vier Plätze.
Tabelle: Angebote für Menschen mit Behinderungen und Pflegebedarf, Stand 31.12.2025
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadtbezirk Stadtteil Plätze
1 Haus Thomas ,
Alexianer Münster
Stationäre
Dauerpflege
Hiltrup Amelsbüren 54
2 Haus vom Guten Hirten –
Pflegebereich,
Guter Hirte Münster gGmbH
Stationäre
Dauerpflege
Mitte Herz -Jesu 20
3 LWL -Pflegezentrum Münster
"Ernst-Kirchner-Haus"
Stationäre
Dauerpflege
Mitte Uppenberg 80
Gesamt 154
Quelle: PfAD.wtg
Es gibt einen zusätzlichen Bedarf an Plätzen in sta tionären Wohneinrichtungen mit pflegeri-
scher Versorgung (SGB XI) insbesondere vor dem Hintergrund, dass bestehende Versorgungs-
formen der Eingliederungshilfe (SGB IX) bei erhöhtem Pflegebedarf an ihre Grenzen stoßen.
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 37
7.5 Wohnungslose Menschen mit Pflegebedarf
Angebote der Wohnungslosenhilfe sehen sich immer hä ufiger mit einem steigenden Pflege-
bedarf der Zielgruppe konfrontiert. Der Fokus der A ngebote liegt in der Tagesstrukturierung,
bei Freizeitangeboten und einer hauswirtschaftlichen Versorgung. Rückt die pflegerische Ver-
sorgung der Menschen in Einrichtungen der Wohnungsl osenhilfe in den Vordergrund, ist in
der Regel ein Übergang in eine Anschlussversorgung notwendig.
Die Angebote des Pflegesystems kommen ihrerseits jedoch auch an ihre Grenzen, dies betrifft
wohnungslose Personen ohne Unterkunft und auch Personen aus Angeboten der Wohnungs-
losenhilfe. Ein erhöhter Bedarf an sozialer Betreuu ng sowie notwendige Aushandlungspro-
zesse zur pflegerischen Versorgung sind unter den bestehenden Rahmenbedingungen nur ver-
einzelt zu leisten. Hinzu kommt in vielen Fällen ein Suchtmittelkonsum, der in stationären Pfle-
geeinrichtungen nur begrenzt begleitet werden kann, so ist eine Substitution in der Regel nicht
möglich. Notwendig sind spezialisierte Einrichtunge n, die sich auf die Bedürfnisse von woh-
nungslosen und/oder suchterkrankten Personen mit zu nehmendem Pflegebedarf einstellen
können, wie z.B. das Haus Maria Veen und das St. Antoniusheim im Kreis Borken.
In Münster gibt es bislang kein pflegerisches Angeb ot für wohnungslose Menschen. Mit den
Wohngemeinschaften „Wohnen 60 plus“ stehen jedoch Wohnangebote für ältere wohnungs-
lose und hilfebedürftige Menschen in Trägerschaft d er Bischof-Hermann-Stiftung zur Verfü-
gung. Es handelt sich dabei um betreute Wohnformen zur Überwindung besonderer sozialer
Schwierigkeiten gem. §§ 67 ff. SGB XII. Zielgruppe sind Personen aus den Strukturen der Woh-
nungslosenhilfe, die einen Bedarf an sozialer Betre uung sowie einen hauswirtschaftlichen
und/oder gesundheitsfördernden Bedarf haben. Für Be wohner*innen mit einem pflegeri-
schen Bedarf werden ambulante Pflegeleistungen über einen Pflegedienst organisiert. Anders
als in ambulanten Pflege-Wohngemeinschaften ist keine 24-Stunden-Betreuung vorgesehen.
Tabelle: Angebote für ältere wohnungslose Menschen, Stand 31.12.2025
Nr. Einrichtung Angebotsform Stadtbezirk Stadtteil Plätze
1 Dreifaltigkeitskirche
Wohnen 60 Plus
Ambulant Mitte Uppenberg 8
2 Yorkhöfe
Wohnen 60Plus
Ambulant Mitte
Neutor 11
Gesamt 19
Quelle: Sozialamt, Sozialplanung
Die Anzahl älterer wohnungsloser Personen mit Hilfe- und Pflegebedarf steigt tendenziell auch
in Münster weiter an. Um eine Versorgung sicherzustellen, werden pflegerische Angebote be-
nötigt, die konzeptionell und personell auf diese Zielgruppe ausgerichtet sind.
8 Handlungsoptionen zur Stabilisierung der pflegerischen Versorgung
Die Sicherstellung einer bedarfsgerechten pflegeris chen Versorgung stellt angesichts des zu-
nehmenden Pflegebedarfs und des anhaltenden Pflegek räftemangels auch in Münster eine
zentrale gesellschaftliche Herausforderung dar. Um die pflegerische Versorgung langfristig zu
stabilisieren und weiterzuentwickeln, bedarf es gan zheitlicher Ansätze, die sowohl den Aus-
bau und die Weiterentwicklung der pflegerischen Inf rastruktur in den Blick nehmen als auch
Einfluss auf die Nachfrage nach professioneller pflegerischer Unterstützung ausüben.
38 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Nachfolgend werden aktuelle Handlungsoptionen aufge zeigt. Neben dem Ausbau und der
Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur sowie der Sicherung und Qualifizierung des Pflege-
personals rückt dabei auch die gezielte Unterstützu ng pflegebedürftiger Personen und ihrer
An- und Zugehörigen in den Fokus. Ergänzend werden Maßnahmen im Vor- und Umfeld von
Pflege betrachtet, die präventiv wirken und dazu be itragen können, Pflegebedürftigkeit zu
verzögern oder abzumildern. Insgesamt wird deutlich , dass die Stabilisierung der pflegeri-
schen Versorgung nur durch ein Zusammenspiel versch iedener Maßnahmen und Akteur*in-
nen gelingen kann.
8.1 Ausbau und Weiterentwicklung der Pflegeinfrastruktur
Die kommunalen Einflussmöglichkeiten auf den Ausbau und die Weiterentwicklung der Pfle-
geinfrastruktur beziehen sich insbesondere auf eine regelmäßige Pflegeberichterstattung, Be-
ratung von Träger*innen und Investor*innen sowie die Beteiligung bei der Entwicklung neuer
städtischer Baugebiete.
Der Ausbau der stationären und teilstationären Pflege sowie der Pflege-Wohngemeinschaften
in Münster stagniert. Im Jahr 2025 sind in diesen Bereichen keine neuen Angebote bzw. Stand-
orte entstanden. Neben begrenzten Personalressourcen kommt aus Sicht der Trägerschaft ein
wirtschaftlicher Druck – u.a. bedingt durch den Ver handlungsstau in den Pflegesatz- und In-
vestitionskostenverhandlungen – sowie ein hoher bürokratischer Aufwand hinzu. Ein weiteres
Hemmnis ist die Suche nach einem geeigneten Standor t aufgrund der hohen Grundstücks-
und Baukosten, die schlussfolgernd auch zu hohen Mietpreisen führen. Dies führte im vergan-
genen Jahr auch dazu, dass bereits bestehende Planu ngen von ambulanten Pflege-Wohnge-
meinschaften zurückgenommen bzw. erst einmal zurück gestellt wurden. Die Schaffung zu-
sätzlicher Angebote und Pflegeplätze gestaltet sich für Träger*innen zunehmend unattraktiv
und unwirtschaftlich.
Geplante Angebote, wie z.B. die Tagespflegeeinricht ung in Kinderhaus und die Pflege-Wohn-
gemeinschaft in Handorf, kommen aktuell vorrangig d urch die Bedarfsmeldungen des Sozial-
amtes bei der Entwicklung neuer städtischer Baugebiete zu Stande. Im Zuge der Erstellung von
Vermarktungskonzepten durch das Amt für Immobilienmanagement wird das Sozialamt früh-
zeitig beteiligt. Bei den o.g. geplanten Vorhaben ist die Wohn + Stadtbau GmbH Investorin und
vermietet die Flächen an Träger*innen zum Betrieb der pflegerischen Angebote. Die Auswahl
einer Trägerschaft erfolgt durch die Wohn + Stadtbau auf Basis einer unverbindlichen Interes-
sensabfrage durch das Sozialamt.
Weiterhin bleibt die Schaffung jeglicher zusätzlich er Pflegeangebote davon abhängig, dass
diese nach Einschätzung der Träger*innen wirtschaft lich zu betreiben sind und absehbar ge-
nug Personal zur Verfügung stehen wird, um die Leistungen umzusetzen.
8.2 Entwicklung und Sicherung des Personals in der Pflege
Die Pflegestatistik NRW vom Landesbetrieb Information und Technik gibt alle zwei Jahre Aus-
kunft über die Anzahl des Personals in der Altenpflege. Bei der folgenden Betrachtung wurden
die Berufsgruppen berücksichtigt, welche die pflegerische Versorgung übernehmen. Dies sind
Pflegefachpersonen und Personen mit der Ausbildung zur Pflegefachassistenz, sowie Berufs-
gruppen die im Jahr 2020 und im Jahr 2022, zu diese n Ausbildungen zusammengeführt wur-
den.
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 39
Die Anzahl der Pflegepersonen in stationären Pflege einrichtungen und bei ambulanten Pfle-
gediensten ist in der Zeit von 2017 bis 2023 leicht gestiegen. Während bei der letzten Erhe-
bung am 31.12.2023 die Anzahl der Personen in der s tationären Pflege zur vorherigen Erhe-
bung stagniert, gibt es im Bereich der ambulanten Pflege einen leichten Zuwachs.
Tabelle: Personalentwicklung in der Altenpflege
Anzahl des Beschäftigten
Jahr stationär ambulant
2017 1.014 789
2019 1.185 834
2021 1.203 825
2023 1.203 867
Quellen: IT.NRW, Pflegestatistik über die Pflegeversicherung am 31.12. im Jahr 2017, 2019, 2021 und 2023
38 Prozent des Pflegepersonals in der Altenpflege i st älter als 50 Jahre und etwa 15 Prozent
der Beschäftigten war am 31.12.2023 über 60 Jahre alt. Durch deren Eintritt in den Ruhestand
in den kommenden Jahren wird sich die Situation des Personalmangels weiter verschärfen.
Aktuell ist davon auszugehen, dass die Personen, di e nach einer Ausbildung in der Pflege in
den Arbeitsmarkt eintreten, den Anteil an Beschäfti gten ersetzen können, die aus dem Er-
werbsleben ausscheiden. Diese Kompensation wird für NRW laut „Teilbericht zur Bedarfsde-
ckung und Mangelprognose in der Pflege-, Therapie- und Gesundheitsberufen in NRW“ im
Rahmen der Landesberichterstattung Gesundheitsberufe NRW 2025, herausgegeben vom Mi-
nisterium für Arbeit Gesundheit und Soziales, noch bis 2030 bestehen. Bis dahin werde die
Differenz zwischen den einmündenden Pflegenden und den Renteneintritten mit den Jahren
bereits immer kleiner. Im Anschluss ist ein absolut er Rückgang der Personalressourcen im
Pflegebereich wahrscheinlich. Die jeweiligen „Kippp unkte“ sind regional unterschiedlich. Vor
diesem Hintergrund wird deutlich, dass für einen weiteren dynamischen Ausbau der Pflegein-
frastruktur zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffe n und mehr Pflegende aus anderen Län-
dern angeworben werden müssen.
In Münster gibt es neun Pflegeschulen, so dass im Vergleich zu anderen Regionen überdurch-
schnittlich viele Pflegekräfte ausgebildet werden k önnen. Die Zahlen der Auszubildenden in
Münster werden in zwei verschiedenen Statistiken er fasst, was eine Gesamtauswertung er-
schwert. Die Statistik der Schulen des Gesundheitsw esens mit den Fachseminaren für Alten-
pflege und den (Kinder-)Krankenpflegeschulen dokumentiert die Entwicklung der ehemaligen
Ausbildungsberufe bis 2022. Die neue Statistik für Auszubildende nach dem Pflegeberufege-
setz enthält die Angaben zu den Auszubildenden zur Pflegefachpersonen seit dem Jahr 2020.
In der folgenden Tabelle werden die unterschiedlich en Ausbildungsgänge addiert, um eine
Entwicklung für Münster abzuleiten. In Münster stie g die Anzahl nach einer Reduzierung im
Jahr 2023 auf insgesamt 1.545 Personen in Ausbildung im Jahr 2024.
Tabelle: Auszubildende zur Pflegefachperson in Münster
Schulen des Gesundheitswe-
sens 1:
2019 2020 2021 2022 2023 2024
Krankenpflegeschule 816 485 245 135 ./. ./.
Kinderkrankenpflegeschule 212 130 70 40 ./. ./.
Fachseminar für Altenpflege 591 423 220 85 ./. ./.
40 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Schulen des Gesundheitswe-
sens 1:
2019 2020 2021 2022 2023 2024
Auszubildende nach dem Pflege-
berufegesetz 2:
Pflegefachfrau/Pflegefachmann - 573 1.086 1.500 1.497 1.545
Gesamt 1.619 1.611 1.621 1.760 1.497 1.545
Quellen:
1) Information und Technik NRW, „Schulen, Klassen, Auszubildende und neu belegte Ausbildungsplätze nach Typ
an Schulen des Gesundheitswesens“, Stichtag: 15.10.
2) Information und Technik NRW, Statistik nach der Pflegeberufe-Ausbildungsfinanzierungsverordnung, „A uszu-
bildende nach dem Pflegeberufe-Gesetz in Münster nach Geschlecht“, Stichtag: 31.12.
Weitere Zahlen aus der Statistik zeigen darüber hin aus, dass die Anzahl der Auszubildenden
im 1. Lehrjahr in Münster kontinuierlich von 522 (2022) über 582 (2023) auf 678 (2024) weiter
ansteigt. 75 Prozent der Auszubildenden sind weibli ch. Eine Auswertung der Altersstruktur
zeigt deutlich, dass die Pflegeausbildung auch für Menschen attraktiv ist, die bereits andere
Bildungswege bestritten haben. 2024 waren rund 38 Prozent der Auszubildenden in Münster
älter als 24 Jahre.
Der Verein „Starke Pflege in Münster e.V.“ bietet über die Arbeitsgruppe „Berufsorientierung
in Schulen“ vielfältige Informationsformate für Haupt-, Real- und Gesamtschulen sowie Gym-
nasien und Berufskollegs an, um Schüler*innen für d en Pflegeberuf zu interessieren. Diese
Angebote werden von den Schulen gut angenommen. In den Veranstaltungen informieren
erfahrende Praktiker*innen über das Berufsbild Pfle ge, inklusive Ausbildungswege, Entwick-
lungs- und Verdienstmöglichkeiten. Um berufliche An forderungen und Einschränkungen er-
lebbar zu machen, kommen dabei u.a. Simulationsbril len oder Tremor-Simulatoren zum Ein-
satz. Alle Formate der AG werden individuell auf die jeweilige Zielgruppe abgestimmt. Neben
Einzelangeboten für Klassen werden auch Stationsläufe zum Berufsfeld Pflege für ganze Jahr-
gänge durchgeführt. Die beteiligten Akteur*innen be tonen, dass der enge Zusammenschluss
innerhalb der Altenpflege dieses Projekt erst ermöglicht hat. Ziel ist nicht die Gewinnung von
Auszubildenden für einzelne Träger*innen, sondern d ie Stärkung des Berufsbildes Pflege ins-
gesamt. Darüber hinaus vermitteln die Mitglieder der „Starken Pflege“ Praktikumsplätze, u.a.
im Rahmen der Betriebsrallye der Stiftung Bürger fü r Münster oder am Girls´/Boys´ Day. Ins-
besondere Praktika und Bundesfreiwilligendienste er öffnen die Möglichkeit, das Berufsfeld
authentisch kennenzulernen und junge Menschen nachh altig dafür zu begeistern. Der Erfolg
guter Praktikumskonzepte zeigt sich deutlich: Positive Erfahrungen werden im Umfeld weiter-
gegeben und wirken motivierend auf nachfolgende Jahrgänge.
Die Anwerbung von Auszubildenden und Pflegekräften aus Drittstaaten spielt, anders als in
der Krankenpflege, in der Altenpflege aktuell noch eine untergeordnete Rolle. Gleichwohl gibt
es verschiedene Träger*innen, die in diesem Feld die Initiative ergreifen und z.B. über die Zu-
sammenarbeit mit Agenturen systematisch Arbeitskräf te aus dem Ausland anwerben und
qualifizieren. Für eine nachhaltige Fachkräftesiche rung gewinnt darüber hinaus die Entwick-
lung einer ausgeprägten Willkommenskultur zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es, dass ange-
worbene Personen sich vor Ort wohlfühlen, langfristig im Beruf verbleiben und ihren Lebens-
mittelpunkt in Münster etablieren. Eine solche Willkommenskultur umfasst insbesondere eine
Begleitung bei Ankunft, Unterstützung bei behördlic hen Angelegenheiten, Wohnraumsuche
und Alltagsorganisation. Ebenso relevant sind verlässliche Anerkennungs- und Qualifizierungs-
strukturen, Sprachförderung sowie feste Ansprechpersonen.
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 41
Ein regionales Thema ist hierbei der fehlende Wohnr aum für Pflegepersonal und Auszubil-
dende. Träger*innen bieten zum Teil eigene Wohneinh eiten und/oder Zimmer für Auszubil-
dende und Mitarbeitende an, damit diese in der Stad t ankommen können. Es gibt aber auch
gemeinsame Initiativen über das Berufsbild „Pflege“ hinaus, z.B. über die Wirtschaftsinitiative
Münster (WIN), die sich um Wohnraum für Auszubildende in Münster bemüht.
8.3 Unterstützung pflegebedürftiger Personen sowie ihrer An- und Zugehörigen
Ein Großteil, knapp über 80 Prozent, der pflegebedü rftigen Personen in Münster leben in ei-
nem Privathaushalt und werden durch An- und Zugehörige und/oder ambulante Hilfen unter-
stützt.
Zur Stabilisierung der pflegerischen Versorgung ist die Unterstützung pflegebedürftiger Per-
sonen sowie ihrer An- und Zugehörigen auf kommunaler Ebene von großer Bedeutung. Ziel ist
es, häusliche Versorgungsnetzwerke zu stärken, Überforderungssituationen frühzeitig zu ver-
meiden und sicherzustellen, dass vorhandene Hilfs- und Unterstützungsangebote bekannt
und erreichbar sind sowie passgenau genutzt werden.
Ein wesentlicher Handlungsansatz ist die Anpassung der Beratungsstrukturen, um diese mög-
lichst niedrigschwellig für die Zielgruppe zu gestalten. Durch die Zusammenlegung der Pflege-
beratung mit der Wohnberatung im Infobüro Pflege de s Sozialamtes wurden Synergien ge-
schaffen, so dass die Ansprechpersonen nun beide Bereiche gleichzeitig bedienen können und
nicht mehr aufeinander verweisen müssen. Telefonischen Servicezeiten (dienstags, mittwochs
und donnerstags von 10-12 Uhr) sowie ein Kontaktfor mular auf der Homepage
(
https://www.stadt-muenster.de/pflege/startseite ) bieten eine zuverlässige Erreichbarkeit.
Individuelle Beratungstermine finden nach Vereinbarung telefonisch, persönlich im Büro oder
auch als Videoberatung statt. Das neue digitale Angebot ermöglicht es pflegebedürftigen Per-
sonen und ihren An- und Zugehörigen, ortsunabhängig und zeitlich flexibler Beratung in An-
spruch zu nehmen. Insbesondere mobilitätseingeschrä nkte Personen, Pflegepersonen und
Angehörige mit kleinen Kindern machen von dem neuen Angebot gerne Gebrauch und wer-
den dadurch von dem hohen Organisationsaufwand für Präsenztermine entlastet. Beratun-
gen zu den wohnumfeldverbessernden Maßnahmen finden in der Regel als Hausbesuche
statt.
Um die Reichweite des Angebots weiter zu erhöhen, i st die Öffentlichkeitsarbeit wichtig. So
werden Informationsmaterialien breiter gestreut und z.B. an Hausarztpraxen und Apotheken
verschickt. Außerdem bietet das Infobüro Pflege Fachvorträge zur Pflege- und Wohnberatung
an und nimmt an Veranstaltungen mit einem Informati onsstand teil. Auf der Homepage fin-
den Interessierte im Downloadbereich Listen der ver schiedenen pflegerischen Angebote und
einen Link zum „Marktplatz Ambulante Pflege Münster “, um die Suche nach Angeboten zu
erleichtern.
Die Fachstelle Sozialplanung des Sozialamtes ist ebenfalls an Veranstaltungen beteiligt, um die
Öffentlichkeit zu sensibilisieren und zu informiere n. So fand z.B. im Oktober eine Veranstal-
tung der Kommunalen Seniorenvertretung unter dem Titel „Zu Hause gut Versorgt“ statt. Ne-
ben konkreten Fachvorträgen konnten sich Teilnehmende an Infostände über Beratungs- und
Unterstützungsangeboten informieren. In Kooperation mit dem „Arbeitskreis Demenz“ wurde
außerdem im Jahr 2025 erstmalig die „Woche der Deme nz“ koordiniert, in der Träger*innen
und andere Anbieter*innen verschiedene Aktionen, Informationsveranstaltungen und Treffen
42 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
für Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen angeboten haben. Im Jahr 2026 soll
die „Woche der Demenz“ erneut stattfinden.
Aus der Umfrage „Pflege und Unterstützung im Alter“ wurde u.a. deutlich, dass insbesondere
die niedrigschwelligen Angebote zur Unterstützung i m Alter wenig bekannt sind und gleich-
zeitig eine große Entlastung darstellen würden (sie he Kapitel 4.2). Das Regionalbüro Alter,
Pflege und Demenz hat im vergangenen Jahr viele Inf ormationsveranstaltungen in den Quar-
tieren und bei Multiplikator*innen in den Arbeitskreisen „Älter werden in…“ durchgeführt, um
das Angebot zu bewerben. Gleichzeitig wird der Ange botsfinder (
http://angebotsfin-
der.nrw.de ) unter anderem über die Homepage des „Infobüros Pflege“ für die gezielte Suche
nach Angeboten zur Unterstützung im Alltag beworben.
Ziel ist es, durch die beschriebene Informations- u nd Austauschveranstaltungen über regio-
nale Versorgungsstrukturen, Entlastungangebote sowie Beratungsmöglichkeiten zu informie-
ren. Bürger*innen sollen dazu befähigt werden, pass ende Angebote in Anspruch zu nehmen
oder betroffene Menschen gezielt darauf hinzuweisen. Diese Formate tragen dazu bei, Wissen
zu vermitteln, Orientierung zu geben und den Zugang zu Unterstützungsleistungen zu erleich-
tern.
Ein weiterer Aspekt zur Unterstützung betroffener P ersonen, aber auch der Pflegepersonen,
ist die Selbsthilfe. Die Selbsthilfe-Kontaktstelle vom Paritätischen Wohlfahrtsverband NRW
unterstützt bei der Suche oder Gründung von Selbsth ilfegruppen und begleitet diese
(
https://www.paritaetischer-muenster.de/selbsthilfe-kontaktstelle/ueberblick ). Hier finden
sich insbesondere Gruppen zu spezifischen Erkrankungen, aber auch Gruppen für Angehörige.
Außerdem gibt es in Münster das Kontaktbüro Pfleges elbsthilfe (KoPS), gefördert vom Land
NRW und den Pflegekassen ( https://alzheimer-muenster.de/kontaktbuero-pflegeselbsthilfe-
kops/ ). Hier liegt der Fokus auf Menschen mit Pflegebedarf und ihre pflegenden Angehörigen.
Auch hier erhalten Betroffene Beratung und Vermittl ung in bestehende Selbsthilfegruppen
sowie Unterstützung bei der Gründung von neuen Gruppen.
Darüber hinaus gewinnen präventive Maßnahmen im Vorfeld von und bei bereits bestehender
Pflegebedürftigkeit zunehmend an Bedeutung. Sie set zen frühzeitig an, stärken vorhandene
Ressourcen und tragen dazu bei, z.B. Kraft und Bew eglichkeit aufrechtzuerhalten oder wie-
derzugewinnen. Ein Beispiel dafür ist ein Angebot der Diakonie Münster. Dieser hat die Tages-
pflege „Simeon“ Ende 2025 zur Tagespflege „RehaZeit Simeon“ weiterentwickelt. Durch eine
Kombination aus Bewegung, Gedächtnistraining, Ergotherapie und Physiotherapie wurde das
Angebot durch aktivierende und rehabilitative Elemente ergänzt, um die Selbstständigkeit der
Pflegebedürftigen möglichst lange zu erhalten oder wiederherzustellen.
Solche und ähnliche Angebote müssen zukünftig verst ärkt in den Fokus genommen werden,
um Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, zu verringern oder hinauszuzögern. Präventive Maß-
nahmen dienen nicht nur der Entlastung der professi onellen Pflege, sondern haben das Po-
tential, das Wohlbefinden und die Lebensqualität im Alter wesentlich zu steigern.
Im Bereich der Beratung, Information, Öffentlichkei tsarbeit und präventiven Angebote kann
auf kommunaler Ebene ein wesentlicher Beitrag geleistet werden, insbesondere für Personen
mit einem beginnenden Unterstützungsbedarf. Die Ausgestaltung ist jedoch abhängig von den
vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen.
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 43
8.4 Vernetzung und Kooperation
Eine weitere Handlungsoption liegt in der gezielten Vernetzung und Kooperation relevanter
Akteur*innen. Durch strukturierte Austauschformate, gemeinsame Projekte und abge-
stimmte Prozesse können Synergien genutzt, Transparenz geschaffen und Ideen zur Verände-
rung entwickelt werden.
Ein zentrales Instrument der Sozialplanung ist der Austausch mit Träger*innen und Anbie-
ter*innen der Altenpflege in Arbeitskreisen der verschiedenen Sektoren und mit der „Starken
Pflege in Münster e.V.“. Die Vernetzungsstrukturen ermöglichen einen regelmäßigen Dialog
zwischen Praxis und Verwaltung, die frühzeitige Identifikation von Herausforderungen, Ideen-
entwicklung von Lösungsansätzen und eine transparente Kommunikation zu gesetzlichen und
strukturellen Rahmenbedingungen. Insbesondere in Ze iten der angespannten Versorgungs-
lage trägt ein direkter Austausch dazu bei, Problem lagen realistisch einzuschätzen und kom-
munale Perspektiven auszuloten.
Ein positives Beispiel der Zusammenarbeit ist der „ Marktplatz Ambulante Pflege Münster“,
der im Oktober 2024 online gegangen ist. Durch die gemeinsame Entwicklung bietet der
Marktplatz zum einen für Bürger*innen eine einfache Möglichkeit, einen ambulanten Pflege-
dienst zu suchen, und zum anderen einen tatsächlich en Mehrwert für die Dienste. Aus dem
Arbeitskreis der Pflegedienste wurde zurückgemeldet , dass einige Dienste ihre Neuaufnah-
men zu 80 Prozent über den Marktplatz generieren und die Anzahl der Telefonanrufe deutlich
reduziert werden konnte. Ist eine telefonische Absage doch einmal notwendig, könne auf den
„Marktplatz“ verwiesen werden und die Suchenden erh alten eine konkrete Perspektive. Ein
weiteres Beispiel ist die Entwicklung einer Broschüre zu den ambulanten Pflege-Wohngemein-
schaften in Münster. Die Idee entstand im Rahmen ei nes Austausches mit den Träger*innen.
Dabei wurde deutlich, dass die Rahmenbedingungen mi t den unterschiedlichen Verträgen zu
einzelnen Leistungsformen für Interessierte häufig schwer nachvollziehbar sind und als kom-
plex wahrgenommen werden. Durch eine Erläuterung der verschiedenen Vertragsarten sowie
der jeweils zugehörigen Leistungen werden diese Str ukturen transparent und verständlich
dargestellt. Die Broschüre wird von den Anbieter*in nen in Beratungsgesprächen eingesetzt
und verdeutlicht, welche Aspekte der ambulanten Pflege-WGS in Münster einheitlich geregelt
sind und welche Regelungen individuell festgelegt w erden (
https://www.stadt-muens-
ter.de/pflege/downloadbereich - „Informationen zu ambulanten Pflege-Wohngemeinsc haf-
ten“).
Neben der Zusammenarbeit mit Pflegeanbieter*innen s pielt die Kooperation innerhalb der
Altenhilfe und der Quartiersangebote ebenfalls eine zentrale Rolle. Durch die Vernetzung ein-
zelner Anbieter*innen gleicher Wirkungsbereiche wie die Altengerechten inklusiven Quar-
tiersprojekte, Beratungsanbieter*innen der Sozialar beit im Stadtteil und die Koordinationen
der Arbeitskreise „Älter werden in…“ erfolgt eine A bstimmung zu Beratungsstrukturen, die
Nutzung von Synergien sowie die Weiterentwicklung u nd Veränderung der bestehenden An-
gebote.
8.5 Maßnahmen im Vor- und Umfeld von Pflege
Maßnahmen im Vor- und Umfeld von Pflege sind wichti g zur Stabilisierung der pflegerischen
Versorgungsstruktur, weil sie zum Beispiel dazu beitragen,
44 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
sozialer Isolation im Alter vorzubeugen,
die Eigenverantwortung älterer Menschen zu erhalten und Selbstwirksamkeitserfah-
rungen zu ermöglichen,
die psychische wie physische Gesundheit zu erhalten
und insgesamt gesellschaftliche Teilhabe zu stärken.
Dies kann mittelbar dazu beitragen, Pflegebedarfe z u verzögern oder zumindest Unterstüt-
zungsbedarfe frühzeitig zu erkennen und Versorgung zu initiieren. Die Anbieter*innen der
Maßnahmen im Vor- und Umfeld von Pflege müssen dabe i besonders für Faktoren sozialer
Ungleichzeit wie beispielsweise Altersarmut, Geschlechterungleichheiten oder ethnische Un-
gleichheiten sensibilisiert sein. Diese beeinflusse n maßgeblich die Lebenslagen im Alter, Zu-
gangsmöglichkeiten und Chancengleichheit und stehen in Wechselwirkung mit den o.g. Hand-
lungsfeldern wie Einsamkeit und Gesundheit.
In Münster werden Maßnahmen im Vor- und Umfeld von Pflege auch im Rahmen der alters-
freundlichen Stadt
2 realisiert. Sie zielen darauf ab, Informationen zu vermitteln und nicht-pfle-
gerische Hilfen zu koordinieren, informelle Unterstützungspotenziale zu stärken und solidari-
sche Strukturen im Wohn- und Lebensumfeld zu intensivieren.
Ein wichtiger Aspekt ist der Zusammenhalt und die „soziale Balance“ zwischen Generationen,
in Familien, Nachbarschaften und Quartieren. Im Sinne der sorgenden Gemeinschaften ist das
Ziel, dass Menschen sich kennen und verstehen, sich gegenseitig im Alltag unterstützen und
dazu beitragen, Belastungssituationen frühzeitig zu erkennen.
Die nachfolgende Grafik veranschaulicht einen Aussc hnitt der Struktur und das Zusammen-
spiel ausgewählter Angebote in Münster.
2 Das „Global Network for Age-friendly Cities and Co mmunities“ (in Münster unter dem Titel „Altersfreun dliche
Stadt“) ist ein von der WHO initiiertes, weltweites Netzwerk zum Thema demografischer Wandel. Mitglieder sind
z.B. Städte wie Hamburg oder Gelsenkirchen, wobei Münster eine der ersten deutschen Kommunen ist, die Mit-
glied wurden. Im Rahmen der „Altersfreundlichen Stadt“ wird die Altenhilfe fokussiert. Es werden unterschiedli-
che Lebensbereiche wie Wohnen, Mobilität oder Gesundheit, besonders aber soziale Teilhabe und Engagement,
aus der Perspektive der älteren Bevölkerung in den Blick genommen. Zusammen mit einem Beirat wird durch die
Kommune die Situation analysiert, Transparenz zum Angebot hergestellt, ggf. Bedarfe erhoben und Maßnahmen
entwickelt, um ein gutes Altern in Münster zu unterstützen.
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 45
Die Beratungsangebote bieten neben konkreter Unters tützung zur Verbesserung der
individuellen Situation ebenfalls Informationen zu Angeboten für ältere Menschen in Münster
zur Teilhabe und Vernetzung im Quartier. Die „Sozia larbeit im Stadtteil“ der verschiedenen
Wohlfahrtsverbände und der städtische „Sozialdienst Alter, Pflege und Teilhabe“ beraten
Erwachsene in persönlichen und sozialen Notlagen. G emeinsam mit der Fachstelle
Sozialplanung entwickeln die beiden Dienste das Angebot kontinuierlich weiter. Es wurde z.B.
eine interaktive Online-Karte (
https://geo.stadt-muenster.de/sozialarbeit_im_stadtteil/ )
erarbeitet, die die Suche nach Ansprechpersonen in den Stadtteilen erleichtert. Seit Ende 2025
gibt es darüber hinaus eine gedruckte Postkarte, di e über die beiden Dienste informiert. Mit
ihrer Hilfe werden hauptamtliche Multiplikator*inne n für die Beratungsleistungen
sensibilisiert und können Bürger*innen vereinfacht weiterleiten.
Die „Präventiven Hausbesuche“ sind ein aufsuchendes Angebot. Hier erhalten alle
Bürger*innen nach ihrem 75. Geburtstag ein Anschrei ben vom Oberbürgermeister mit dem
Angebot für einen kostenlosen Hausbesuch, um passge naue Informationen zu Themen wie
Gesundheit, Pflege, Soziales, Freizeit, Digitalisie rung, Mobilität und Wohnen zu erhalten. Es
werden Informationen über zur Verfügung stehende An gebote vermittelt, aber auch
Anregungen gegeben, wenn sich Personen z.B. im Stadtteil engagieren möchten.
In den Quartierstreffs und den Begegnungsorten werd en durch Wohlfahrtsverbände,
Träger*innen, Kirchengemeinden und andere Organisat ionen vielfältige
Unterstützungsstrukturen, Engagementmöglichkeiten u nd umfangreiche Programme für
verschiedene Zielgruppen angeboten. Die folgenden B eispiele ausgewählter Angebote
verdeutlichen eine präventive Wirkung der Angebote vor Ort. Es handelt sich um stark
vereinfachte, exemplarische Darstellungen von Wirkmechanismen.
46 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Begegnungs- und Freizeitangebote wirken sich auf di e persönlichen und sozialen
Netzwerke der Teilnehmenden aus und wirken Einsamke itstendenzen entgegen. Da
die Einsamkeit mit teils erheblichen Gesundheitsris iken in Zusammenhang steht, ist
hierin dementsprechend langfristig und mittelbar ei n Beitrag zur Prävention von
Pflegebedürftigkeit zu sehen. Der partizipative Ans atz ist hierbei von großer
Bedeutung, da er die Menschen aktiv in die Gestaltu ng der Angebote einbezieht und
sicherstellt, dass die Programme auf die tatsächlichen Interessen und Bedürfnisse der
Teilnehmer*innen abgestimmt sind. Hinzu kommt, dass Menschen im Engagement
Selbstwirksamkeit erleben, was zur psychischen Gesundheit beiträgt.
Lern- und Unterstützungsangebote fördern die Nutzun g von digitaler Technik und
Medien. Dies kann sich wiederum positiv auf die Auf rechterhaltung sozialer Kontakte
auswirken oder ermöglicht einen vereinfachten Zugan g zu Information und
Unterstützung, z.B. in die App „Gut versorgt in Mün ster“ oder den „Marktplatz
Ambulante Pflege Münster“.
Sportangebote mit kurzen Anfahrtswegen und unterstü tzt durch Gruppenmotivation
ermöglichen es Menschen, wieder in Bewegung zu komm en. Dies kann zu positiven
Veränderungen der Gesundheit führen und die Fähigke iten zur Alltagsbewältigung
stärken.
Gemeinsame Mahlzeiten, z.B. bei einem Mittagstisch, bieten Gesellschaft und eine
ausgewogene Ernährung.
Quartiersmanager*innen, die in den Quartierstreffs tätig sind, leisten als lokale
Ansprechpersonen professionelle Beziehungs- und Netzwerkarbeit und können ältere
Menschen bei Bedarf über weitere Unterstützungsmöglichkeiten informieren sowie in
weiterführende Beratungsangebote vermitteln.
Diese Angebote zeigen, dass soziale Aktivitäten, Be ratung, Unterstützungs- und
Versorgungsangebote im Vor- und Umfeld von Pflege k eineswegs trivial sind. Sie können auf
die Situation einzelner Menschen erheblichen Einflu ss nehmen, einen Beitrag zur
Gesundheitserhaltung leisten und das Risiko von Pflegebedürftigkeit beeinflussen.
Die Träger*innen dieser Angebote sowie Engagierte s ind unter Anderem über die
Arbeitskreise „Älter werden in…“ innerhalb eines So zialraums miteinander vernetzt. Die
Arbeitskreise haben unterschiedliche Schwerpunktset zungen, welche auch die Vielfalt von
Münster widerspiegeln. Die Ziele reichen von allgem einem fachlichem Austausch zur
Altenhilfe bis hin zu eigens initiierten Projekten für ältere Menschen. Allen gemein ist, dass sie
sich als Interessensvertretung der älteren und alte n Menschen in dem jeweiligen Quartier
verstehen. Als Stadtteilexpert*innen aus dem Haupt- und Ehrenamt
sind sie im Gespräch zur Lebenssituation der ältere n Menschen vor Ort und tauschen
sich zu wirksamen Angeboten und zu Bedarfen aus,
vertreten sie ein diverses, realistisches Altersbil d und tragen somit dazu bei,
Altersdiskriminierung vorzubeugen oder entgegenzuwirken,
verstehen sie sich als Unterstützer*innen der „cari ng community“ (Sorgende
Gemeinschaft).
Mitglieder und Akteure der Arbeitskreise dienen als Multiplikator*innen.
Vor dem Hintergrund der dargestellten Wirkmechanismen wird deutlich, dass Maßnahmen im
Vor- und Umfeld von Pflege nicht als freiwillige Zusatzangebote zu verstehen sind, sondern als
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 47
strategische Investitionen in der Stabilität der pf legerischen Versorgungsstruktur. Sie wirken
präventiv, stärken Ressourcen und tragen dazu bei, Unterstützungsbedarfe frühzeitig zu
erkennen oder Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern. Damit entfalten sie nicht nur eine soziale,
sondern auch eine ökonomische Wirkung. Jeder vermie dene oder verzögerte Eintritt in eine
intensive Unterstützungs- oder stationäre Versorgun gsform bedeutet eine Entlastung für
Betroffene, Angehörige und öffentliche Haushalte un d trägt dazu bei, die begrenzten
professionellen pflegerischen Ressourcen effiziente r einzusetzen. Gleichzeitig wird
Lebensqualität erhalten – ein zentraler Zielwert kommunaler Daseinsvorsorge.
9 Ausblick
Münster ist eine vergleichsweise junge Stadt mit ei nem hohen Anteil Studierender. Die Zahl
älterer und hochaltriger Menschen steigt aber auch hier stetig an. Mit dem Eintritt der gebur-
tenstarken Jahrgänge der Babyboomer-Generation in das Rentenalter wird diese Entwicklung
weiter an Dynamik gewinnen. Auch wenn davon auszugehen ist, dass künftig mehr Menschen
länger gesund und selbstständig bleiben, wird die a bsolute Inanspruchnahme von Pflegeleis-
tungen aufgrund der demografischen Entwicklung zune hmen. Dem steht bereits heute ein
wachsender Fachkräftemangel gegenüber: Die Ausbildung neuer Pflegekräfte wird die alters-
bedingten Austritte aus dem Beruf perspektivisch ni cht mehr kompensieren können. Der Be-
darf an Pflege- und Betreuungskräften steigt, während die personellen Ressourcen stagnieren.
Die professionelle pflegerische Versorgung kommt dadurch zunehmend an ihre Grenzen. Be-
reits heute können nicht mehr alle Bedarfe bedient werden. Mittelfristig ist davon auszuge-
hen, dass bisherige Versorgungsstandards perspektiv isch nicht uneingeschränkt aufrecht-
erhalten werden können.
Rückmeldungen des Sozialdienstes Alter, Pflege und Teilhabe sowie weiteren Akteur*innen
zeigen zudem, dass insbesondere Menschen in herausf ordernden Lebenssituationen ein er-
höhtes Risiko haben, aus dem Regelsystem der pflege rischen Versorgung herauszufallen.
Hierzu zählen Personen mit Pflegebedarf, die zusätz lich beispielsweise an einer psychischen
Erkrankung leiden oder ein Suchtverhalten aufweisen und neben pflegerischer Versorgung ei-
nen erhöhten Bedarf an sozialer Betreuung haben. In der Belegungspraxis werden Plätze ten-
denziell eher an Personen vergeben, deren Betreuungsaufwand unter den bestehenden Rah-
menbedingungen leichter abzubilden ist. Menschen mi t komplexeren Unterstützungsbedar-
fen erhalten daher seltener Zugang zum Regelsystem.
Die Kommunale Pflegeplanung kommt zu dem Ergebnis, dass weiterhin zusätzliche Kapazitä-
ten in folgenden Bereichen erforderlich sind:
Stationäre Pflegeeinrichtungen
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften
Kurzzeitpflegeangebote
Ambulante Pflegedienste
Angebote zur Unterstützung im Alltag
Altengerechte Wohnungen und Service Wohnungen
Lediglich im Bereich der Tagespflege stehen derzeit ausreichend Plätze zur Verfügung.
48 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Gleichzeitig stagniert der Ausbau der Pflegeinfrast ruktur. Neben dem Arbeitskräftemangel in
der Pflege wirken sich insbesondere wirtschaftliche Rahmenbedingungen hemmend aus: Ver-
zögerungen bei Pflegesatz- und Investitionskostenverhandlungen, steigende Sach- und Perso-
nalkosten sowie ein hoher bürokratischer Aufwand er höhen den wirtschaftlichen Druck auf
Träger*innen. Hinzu kommen deutlich gestiegenen Baukosten, die die Schaffung neuer Ange-
bote zusätzlich erschweren. Für Pflegebedürftige un d Kommunen stellen darüber hinaus die
steigenden Eigenanteile bei gedeckelten Leistungen der Pflegeversicherung eine erhebliche
Belastung dar.
Vor diesem Hintergrund bedarf es einer breiten gesellschaftlichen und politischen Diskussion
darüber, wie Pflege und Unterstützung angesichts st eigender Bedarfe künftig verlässlich ge-
währleistet werden können.
Auch wenn die wesentlichen Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene gesetzt wer-
den, bestehen auf kommunaler Ebene Handlungsoptionen.
Die Pflegeplanung wird weiterhin durch eine frühzei tige Beratung und Begleitung von Trä-
ger*innen und Investor*innen auf einen bedarfsgerechten Ausbau der Pflegeinfrastruktur hin-
wirken. Zielorientierung ist und bleibt die Versorg ungssicherheit im Quartier. Bedarfe in
neuen kommunalen Baugebieten werden frühzeitig iden tifiziert und kommuniziert, um pfle-
gerische Infrastruktur von Beginn an mitzudenken. Der enge Austausch mit bestehenden An-
bieter*innen dient der Sicherstellung der Versorgun g sowie der transparenten Bearbeitung
struktureller Herausforderungen.
Die Öffentlichkeitsarbeit wird gezielt fortgeführt, um Beratungsangebote bekannter zu ma-
chen und Bürger*innen frühzeitig Unterstützungsmögl ichkeiten aufzuzeigen. Im Zusammen-
wirken der unterschiedlichen Beratungsangebote soll geprüft werden, welche Anpassungen
vorgenommen werden können, damit Personen noch passgenauer die Informationen bekom-
men, die sie benötigen. Durch eine gezielte Beratun g, z.B. zu Hilfsmitteln, präventiven Ange-
boten oder Entlastungsmöglichkeiten, können Krankenhausaufenthalte und Überforderungs-
situationen verringert werden.
Parallel dazu entwickeln Altenhilfeplanung sowie di e altengerechte inklusive Quartiersent-
wicklung Angebote im Vor- und Umfeld von Pflege kon sequent weiter. Ziel ist es, Selbststän-
digkeit möglichst lange zu erhalten, Unterstützungs bedarfe frühzeitig zu erkennen und Pfle-
gebedarfe nach Möglichkeit zu verzögern oder zu vermeiden.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die quartiersbezogene Versorgung weiter an Bedeutung. Ziel
ist es, Unterstützungs-, Beratungs- und Pflegeangebote im Sozialraum zu verankern und stär-
ker mit weiteren Akteuren, wie der Selbsthilfe- und Nachbarschaftshilfe, zu vernetzen. Eng
damit verbunden sind lokale Netzwerke im Sinne von „caring communities“. Ziel ist es, Sorge-
arbeit als gemeinschaftliche Aufgabe im Quartier zu verstehen und tragfähige Unterstützungs-
netzwerke zu schaffen, die auch bei steigenden Versorgungsbedarfen zur Stabilisation des Ge-
samtsystems beitragen können. Wohnortnahe Angebote tragen wesentlich dazu bei, pfle-
gende An- und Zugehörige zu entlasten, Krisen frühz eitig abzufangen und eine umfassende
Versorgung möglichst lange zu vermeiden oder zu verzögern.
Mit diesem abgestimmten Vorgehen wird einerseits die Angebotsseite der Pflegeinfrastruktur
weiter stabilisiert und die Versorgungssicherheit gestärkt. Andererseits wird durch präventive,
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 49
sozialräumliche Ansätze auch die Nachfrageseite beeinflusst. Neben einer potenziellen Entlas-
tung des Pflegesystems, trägt dies zugleich zur Ver besserung der Lebensqualität älterer und
pflegebedürftiger Menschen bei.
Es bleibt kritisch anzumerken, dass mit den dargest ellten Maßnahmen zunächst vor allem an
einzelnen Hebeln eines insgesamt stark beanspruchten Systems angesetzt wird. Ob diese Im-
pulse ausreichen, um die zukünftige Versorgungssich erheit nachhaltig zu stabilisieren, bleibt
abzuwarten. Angesichts der sich weiter zuspitzenden demographischen und personellen Ent-
wicklung ist jedoch klar: Die Herausforderungen wer den auch in den kommenden Jahren be-
stehen bleiben und sich weiter verschärfen. Umso mehr gilt es, die Einflussmöglichkeiten ent-
schlossen zu nutzen – auch wenn ihre Wirkung für sich genommen begrenzt erscheint.
50 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Anhang
1 Beratung der „Kommunalen Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026“
in der 76. Sitzung der Konferenz Alter und Pflege am 14.04.2026
Die Niederschrift der Konferenz Alter und Pflege ist online zu finden im Ratsinformationssys-
tem der Stadt Münster ( https://www.stadt-muenster.de/sessionnet/session-
netbi/si0057.php?__ksinr=14444 ).
Hier ein Auszug aus der Niederschrift:
Punkt 6 der Tagesordnung
Kommunale Pflegeplanung 2026
Frau Schulte-Sienbeck erläuterte kurz die Veränderu ngen im Zuge des Wechsels von der
früheren „verbindlichen Pflegeplanung“ zur aktuellen „örtlichen Pflegeplanung“. Der wesent-
liche Unterschied bestehe darin, dass nun keine Aus schreibung des festgestellten Bedarfs an
stationären Pflegeplätzen erfolge. Das Berichtsform at sei im Wesentlichen unverändert ge-
blieben und enthalte weiterhin Bedarfseinschätzungen und konkrete Maßnahmen.
Frau Stritzke stellte die wesentlichen Inhalte der „Kommunalen Pflegeplanung 2026“ vor ( An-
lage 5 ).
Es folgten positive Rückmeldungen zu dem Bericht.
Die Fraktion Bündnis90/die Grünen/GAL hatte vorab b ereits Änderungswünsche an die Ver-
waltung geschickt. Frau Stritzke fasste diese zusammen und gab dazu eine Rückmeldung:
Die Änderungswünsche wurden weitgehend übernommen:
Im Kapitel „Grundlagen und Ziele der kommunalen Pflegeplanung“ wird die bisherige verbind-
liche Pflegeplanung einschließlich ihrer früheren Steuerungsfunktion sowie der Übergang zur
„örtlichen Planung“ ergänzt. Es wird die regelmäßig e Überprüfung zur möglichen Wiederein-
führung der verbindlichen Planung aufgenommen und a ußerdem das Ziel einer bedarfsge-
rechten pflegerischen Versorgung für alle Personengruppen formuliert.
In den Bedarfseinschätzungen wird klargestellt, dass stationäre Einrichtungen und ambulante
Pflege-Wohngemeinschaften als Angebote der umfassenden Pflege zu verstehen sind.
Im Bereich der Kurzzeitpflege wird die Unterscheidu ng zwischen eingestreuten Plätzen und
solitärer Kurzzeitpflege verdeutlicht und ergänzt, dass insbesondere solitäre Plätze zur Bewäl-
tigung von Krisensituationen und Entlastungen von An- und Zugehörigen benötigt werden.
Für die Tagespflege werden mögliche Begründungen zu r derzeitigen Auslastung aufgenom-
men. Anstrengungen zur Verbesserung der Situation durch gezielte Beratung, Öffentlichkeits-
arbeit und Vernetzung werden im Kapitel 8 ergänzt.
Für die Zielgruppe wohnungsloser Menschen wird aufg enommen, dass Pflegebedarfe im
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 51
„Wohnen 60+“ durch ambulante Leistungen gedeckt wer den können, zugleich wird die Ab-
grenzung zu den Leistungsangeboten nach dem SGB XI weiter beibehalten.
Im Themenfeld Personal wird die Notwendigkeit sowoh l zusätzlicher Ausbildungsplätze als
auch der Gewinnung internationaler Pflegekräfte betont. Ergänzend werden Aspekte der Will-
kommenskultur und des Abbaus von bürokratischen Hürden berücksichtigt.
Im Ausblick werden die Bedeutung quartiersbezogener Versorgung („Pflege im Quartier“), der
Ausbau von Netzwerken im Sinne von „caring communit ies“ sowie die Notwendigkeit von
wohnortnahen Angeboten hervorgehoben.
Auf Nachfrage erläuterten Frau Schulte-Sienbeck und Frau Wilkens, dass bei der Planung von
städtischen Neubaugebieten alle Ämter mögliche Beda rfe melden können. Anschließend
werde geprüft, was in dem entstehenden Quartier sozial verträglich und umsetzbar sei. Aktu-
ell werde eine Tagespflege in Kinderhaus und eine Pflege-Wohngemeinschaft in Handorf auf-
grund einer Bedarfsmeldung des Sozialamtes errichte t. Eine Umsetzung setze jedoch immer
voraus, dass ein Träger für das Angebot gefunden werde.
Die Mitglieder stimmten einer Fortführung der „örtlichen Planung“ einstimmig zu.
Die „Kommunale Pflegeplanung 2026“ wurde einstimmig angenommen.
52 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
2 Bestandseinrichtungen
2.1 Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Tabelle: Vollstationäre Pflegeeinrichtungen, Stand: 31.12.2025
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius -Haus
(inkl. Junge Pflege)
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 66
2 Altenheim Friedrichsburg Stiftung der Schwestern
von der Göttlichen Vorse-
hung
Mitte Pluggendorf 138
3 Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Hiltrup Amelsbüren 52
4 Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
West Gievenbeck 92
5 Altenhilfe -Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
Hiltrup Hiltrup -
Mitte
60
6 Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Düesberg 123
7 Altenzentrum am
Südpark
Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Schützenhof 74
8 Altenzentrum Klarastift
Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Mitte Herz -Jesu 101
9 Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Pluggendorf 83
10 Alwine -Lauterbach -
Seniorenzentrum
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Albachten 66
11 Cohaus -Vendt -Stift Cohaus -Vendt -Stiftung Mitte Aegidii 82
12 DKV -Residenz am
Tibusplatz
DKV -Residenz am Tibus-
platz gGmbH
Mitte Buddenturm 49
13 Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes -Stif-
tung e.V.
West Mecklen-
beck
171
14 Friederike -Fliedner -Haus Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Mitte Kreuz 80
15 Fritz -Krüger -Senioren-
zentrum
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Gievenbeck 81
16 Handorfer Hof -
Seniorenzentrum
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Ost Handorf 78
17 Haus Simeon Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Hiltrup Berg -Fidel 146
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 53
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
18 Haus Thomas Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 54
19 Haus vom Guten Hirten -
Pflegebereich
Guter Hirte Münster
gGmbH
Mitte Herz -Jesu 20
20 Haus Wilkinghege Haus Wilkinghege
Wirbelauer KG
Nord Kinderhaus
West
65
21 Johanniter -Stift Münster Johanniter Seniorenhäu-
ser GmbH Regionalzent-
rum West
Mitte Geist 80
22 Kardinal -von -Galen -Stift Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Südost Angelmodde 66
23 LWL -Pflegezentrum
Münster "Ernst-Kirchner-
Haus"
Landschaftsverband
Westfalen-Lippe
Mitte Uppenberg 80
24 Marienheim Altenhilfe -Zentrum
St. Clemens Münster
Hiltrup
Hiltrup Hiltrup -
Mitte
83
25 Martin -Luther -Haus Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
West Sentrup 151
26 Meyer -Suhrheinrich -Haus Altenhilfe -Zentrum
St. Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Hiltrup Hiltrup -
Mitte
42
27 Papst -Johannes -Paul -Stift Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Nord Coerde 72
28 Perthes -Haus Evangelische Perthes -Stif-
tung e.V.
Mitte Uppenberg 87
29 Residenz Aaseehof Alloheim Senioren -Resi-
denzen Zehnte SE & Co.
KG
Mitte Schloss 80
30 Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Mitte Mauritz -
Mitte
59
31 Seniorenzentrum
Haus Maria Trost
Genossenschaft der Kran-
kenschwestern nach der
III Regel des hl. Franziskus
Mitte Herz -Jesu 80
32 Wohnen in Pastors
Garten
Stift Tilbeck GmbH West Roxel 40
Plätze in vollstationären Einrichtungen gesamt 2.601
Quelle: PfAD.wtg
54 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Tabelle: Vollstationäre Pflegeeinrichtungen für Menschen mit Intensivpflegebedarf
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
33 Haus Augustinus Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 18
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Erweiterungen von stationären Einrichtungen in Bau/in Planung. Stand: 31.12.2025
Stationäre Einrichtung Träger *innen Stadtbezirk Stadtteil Plätze
Alwine -Lauterbach -Senioren-
zentrum
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Albachten 12
DKV -Residenz am Tibusplatz DKV -Residenz am Tibus-
platz gGmbH
Mitte Budden-
turm
4
Haus vom Guten Hirten – Pfle-
gebereich
Guter Hirte Münster
gGmbH
Mitte Herz -Jesu 4
Kardinal -von -Galen -Stift Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbh
Südost Angel-
modde
9
Geplante Plätze stationären Einrichtungen insgesamt 29
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 55
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen in Münster
56 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
2.2 Kurzzeitpflege
Tabelle: Eingestreute Kurzzeitpflege, Stand: 31.12.2025
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius -Haus
(inkl. Junge Pflege)
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 6
2 Altenheim Friedrichsburg Stiftung der Schwestern
von der Göttlichen Vorse-
hung
Mitte Pluggendorf 8
3 Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Hiltrup Amelsbüren 6
4 Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern vom
Hlst. Herzen Jesu von
Hiltrup
West Gievenbeck 5
5 Altenhilfe -Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern vom
Hlst. Herzen Jesu von
Hiltrup
Hiltrup Hiltrup -
Mitte
2
6 Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Düesberg 12
7 Altenzentrum am
Südpark
Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Schützenhof 7
8 Altenzentrum Klarastift Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Mitte Herz -Jesu 11
9 Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Pluggendorf 8
10 Alwine -Lauterbach -
Seniorenzentrum
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Albachten 10
11 Cohaus -Vendt -Stift Cohaus -Vendt -Stiftung Mitte Aegidii 3
12 DKV -Residenz am
Tibusplatz
DKV -Residenz am Tibus-
platz gGmbH
Mitte Buddenturm 5
13 Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes -Stif-
tung e.V.
West Mecklen-
beck
15
14 Friederike -Fliedner -Haus Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Mitte Kreuz 10
15 Handorfer Hof -
Seniorenzentrum
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Ost Handorf 8
16 Haus Simeon Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
Hiltrup Berg -Fidel 8
17 Haus Thomas Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 4
18 Johanniter -Stift Münster Johanniter Seniorenhäuser
GmbH Regionalzentrum
West
Mitte Geist 10
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 57
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
19 Kardinal -von -Galen -Stift Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Südost Angelmodde 6
20 LWL -Pflegezentrum
Münster
"Ernst-Kirchner-Haus"
Landschaftsverband West-
falen-Lippe
Mitte Uppenberg 2
21 Marienheim Altenhilfe -Zentrum St. Cle-
mens Münster Hiltrup
Hiltrup Hiltrup -
Mitte
9
22 Martin -Luther -Haus Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste
GmbH
West Sentrup 8
23 Meyer -Suhrheinrich -Haus Altenhilfe -Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup -
Mitte
5
24 Papst -Johannes -Paul -Stift Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Nord Coerde 7
25 Perthes -Haus Evangelische Perthes -Stif-
tung e.V.
Mitte Uppenberg 6
26 Residenz Aaseehof Alloheim Senioren -Residen-
zen Zehnte SE & Co. KG
Mitte Schloss 15
27 Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Mitte Mauritz -
Mitte
8
28 Seniorenzentrum
Haus Maria Trost
Genossenschaft der Kran-
kenschwestern nach der III
Regel des hl. Franziskus
Mitte Herz -Jesu 5
29 Wohnen in Pastors
Garten
Stift Tilbeck GmbH West Roxel 4
Eingestreute Kurzzeitpflegeplätze gesamt 213
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle : Solitäre Kurzzeitpflege, Stand: 31.12.2025
Nr. Einrichtung Träger Stadtbe-
zirk
Stadtteil Plätze
30 Altenhilfe -Zentrum der Missi-
onsschwestern Kurzzeitpflege
"Haus Maria"
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Hiltrup Hiltrup -
Mitte
20
31 Fritz -Krüger -Seniorenzentrum
Solitäre KZP
AWO Bezirk Westliches
Westfalen e.V.
West Gieven-
beck
15
32 Kurzzeitpflege Haus Ludgera Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Mitte Dom 34
Solitäre Kurzzeitpflegeplätze gesamt 69
Quelle: PfAD.wtg
58 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Kurzzeitpflege in Münster
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 59
2.3 Ambulante Pflege-Wohngemeinschaften
Tabelle: Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften, Stand 31.12.2025
Pflege -Wohngemeinschaften
Nr. Pflege -Wohngemeinschaft Träger / Betreuungsdienst Stadt -
bezirk
Stadtteil Plätze
1 DRK -Wohngemeinschaft
Erphobogen
DRK Münster -
gemeinnützige Pflege und
Service GmbH
Mitte Schlachthof 12
2 Haus Elisabeth Alexianer Münster GmbH Südost Wolbeck 12
3 Haus Genius miCura Pflegedienste
Münster GmbH
Mitte Buddenturm 9
4 Hof Schultmann Alexianer Münster GmbH West Mecklen-
beck
12
5 Irmgard Buschmann Haus (1) Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
West Gievenbeck 11
6 Irmgard Buschmann Haus (2) Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
West Gievenbeck 8
7 Selbstverwaltete Senioren -
gemeinschaft Villa Kahmann
Cathamed Pflegedienst Südost Gremmen -
dorf-Ost
11
8 Senioren Wohngemeinschaft
Lydia
Diakonie mobil GmbH West Nienberge 12
9 Taubenstraße Alexianer Münster GmbH Mitte Herz -Jesu 8
10 Villa Hittorfstraße Alexianer Münster GmbH Mitte Schloss 10
11 Villa Mauritz Alexianer Münster GmbH Mitte Mauritz -
Mitte
10
12 Wohngemeinschaft
Mitten in Mauritz (1)
Sander Pflege GmbH Ost Mauritz -Ost 10
13 Wohngemeinschaft
Mitten in Mauritz (2)
Sander Pflege GmbH Ost Mauritz -Ost 10
14 Wohngemeinschaft
Arche Noah
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Mitte Mauritz -
Mitte
12
15 Wohngemeinschaft
Arche Sarah
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Mitte Mauritz -
Mitte
12
16 Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach (1)
Sander Pflege GmbH Südost Angelmodde 8
17 Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach (2)
Sander Pflege GmbH Südost Angelmodde 8
18 Wohngemeinschaft
Böckmannplatz
Sander Pflege GmbH Nord Sprakel 12
19 Wohngemeinschaft
Casa Mauritz
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Mitte Herz -Jesu 15
60 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Pflege -Wohngemeinschaften
Nr. Pflege -Wohngemeinschaft Träger / Betreuungsdienst Stadt -
bezirk
Stadtteil Plätze
20 Wohngemeinschaft
Hüfferstraße (1)
DRK Münster - gemeinnüt-
zige Pflege und Service
GmbH
Mitte Schloss 11
21 Wohngemeinschaft
Hüfferstraße (2)
DRK Münster - gemeinnüt-
zige Pflege und Service
GmbH
Mitte Schloss 11
22 Wohngemeinschaft
Uppenberg
Cathamed Pflege GmbH Mitte Uppenberg 12
23 Wohngemeinschaft
Mathildenstift (1)
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Mitte Buddenturm 9
24 Wohngemeinschaft
Mathildenstift (2)
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Mitte Buddenturm 9
Pflege -Wohngemeinschaften für junge Pflegebedürftige
25 Haus Margareta (1) Alexianer Münster GmbH Ost Mauritz -Ost 12
26 Haus Margareta (2) Alexianer Münster GmbH Ost Mauritz -Ost 12
27 Wohngruppe Leo - ISB Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbüren 6
Pflege -Wohngemeinschaften für Menschen mit Intensivpflegebedarf/Dauerbeatmung
28 Christopher Haus air vital Kranken - und
Intensivpflege GmbH
Hiltrup Hiltrup -Mitte 17
Plätze in Pflege -Wohngemeinschaften insgesamt 301
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Geplante Einrichtungen/Erweiterungen, Stand: 31.12.2025
Nr. Einrichtung Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
29 Am Kirschgarten Diakonie mobil gGmbH Ost Handorf 12
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 61
Ambulant betreute Pflege-Wohngemeinschaften in Münster
62 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
2.4 Tagespflege
Tabelle: Tagespflegeeinrichtungen, Stand: 31.12.2025
Nr. Einrichtung Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
1 Achatius -Haus, Tagespflege Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 12
2 Altenheim St. Elisabeth -
Tagespflege
Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
West Gievenbeck 15
3 Klaras Tagespflege Ambulante Dienste Klaras-
tift gGmbH
Mitte Herz -Jesu 13
4 pro.cura Tagespflege pro.cura Tagespflege GmbH Ost Mauritz -
Ost
16
5 Tageshaus St. Marien Altenhilfe -Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup -Ost 15
6 Tagespflege Akticom Tagespflege Akticom GmbH Südost Angel-
modde
14
7 Tagespflege Albachten Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
West Albachten 15
8 Tagespflege Altenzentrum
am Südpark
Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Mitte Schützen-
hof
15
9 Tagespflege am
Friederike-Fliedner-Haus
Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Mitte Kreuz 12
10 Tagespflege an der Kreuz
Christi Kirche
Alexianer Münster GmbH Hiltrup Amelsbü-
ren
14
11 Tagespflege Haus Benteler Tagespflege
Haus Benteler e.V.
Mitte Mauritz -
Mitte
12
12 Tagespflege im
Clemens-Wallrath-Haus
Alexianer Münster GmbH Mitte Josef 20
13 Tagespflege im
Meckmannshof
Ev. Perthes -Stiftung e.V. West Mecklen-
beck
24
14 Tagespflege Kirschgarten Diakonie mobil GmbH Ost Handorf 13
15 Tagespflege Lydia Diakonie mobil GmbH West Nienberge 13
16 Tagespflege Miteinander
Friedrichsburg
Altenheim Friedrichsburg
gGmbH
Mitte Pluggen-
dorf
14
17 Tagespflege
Papst-Johannes-Paul-Stift
Caritas -Betriebsführungs -
und Trägergesellschaft
Münster mbH
Nord Coerde 15
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 63
Nr. Einrichtung Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
18 Tagespflege Simeon Diakonie mobil GmbH
Hiltrup Berg Fidel 16
19 Tagespflege St. Clemens Altenhilfe -Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup -
Mitte
15
Plätze in Tagespflegeeinrichtungen gesamt 283
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Geplante Einrichtungen/Erweiterungen, Stand: 31.12.2025
Nr. Einrichtung Träger Stadt-
bezirk
Stadtteil Plätze
20 Tagespflege Moldrickx Caritas Münster Nord Kinderhaus 17
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
64 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Tagespflegeeinrichtungen in Münster
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 65
2.5 Ambulante Pflege
Tabelle: Ambulante Pflegedienste, Stand: 31.12.2025
Nr. Name Straße PLZ Ort
1 ADVITALIS; Pflegedienst Hanses -Ketteler -Str . 2 48165 Münster
2 air vital Kranken - und Intensivpflege
GmbH
Westfalenstr . 176 48165 Münster
3 AK mobil Pflegedienst Münsterstr. 111 48155 Münster
4 AL Münsterland Care GmbH An der Alten Ziegelei 30 48157 Münster
5 Alexianer Münster GmbH - Alexianer Am-
bulant
Achtermannstr . 11 48143 Münster
6 Ambulanter Pflegedienst Akticom GmbH Dirk -v. -Merveldt -Str . 47 48167 Münster
7 Ambulante Dienste e.V. Grevener Str. 102 48159 Münster
8 Ambulante Dienste Klarastift GmbH Andreas -Hofer -Str . 72 48145 Münster
9 Ambulante Dienste Sander Pflege GmbH
Münster
Mondstr. 104 -106 48155 Münster
10 Ambulanter Dienst Füreinander Offenbergstr . 17 48151 Münster
11 Ambulanter Krankenpflegedienst Julia
GmbH
Rüschhausweg 149 48161 Münster
12 AP Lindenhof Idenbrockplatz 21 48159 Münster
13 Arbeiter -Samariter -Bund Regionalver-
band Münster e.V.; Pflegedienst
Gustav -Stresemann -Weg 62 48155 Münster
14 Böckis Pflegeteam An der Alten Ziegelei 20 48157 Münster
15 Caritas Münster Ambulante Pflege Josefstr . 2 48151 Münster
16 Comfort -Pflege Ostviertel GmbH Hohenzollernring 67 48145 Münster
17 Cura Westfalia - Ambulanter Pflegedienst Drensteinfurtweg 31 48163 Münster
18 Diakonie Münster – Diakonie mobil
gGmbH
Wienburgstr. 171 a 48147 Münster
66 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Nr. Name Straße PLZ Ort
19 DRK -Pflegedienst Münster Hüfferstr. 20 481 49 Münster
20 Erste Hilfe Ambulanter Pflegedienst
GmbH
Kardinalstr . 26 48165 Münster
21 Everybody’s Care GmbH
(geschlossen 01.02.2026)
Otto -Hahn -Str. 36 48161 Münster
22 Häusliche Pflege der DRK -Schwestern-
schaft Westfalen e.V.
Münzstr . 38 48143 Münster
23 Home Instead
Münster und Kreis Warendorf
Scheibenstr . 117 48153 Münster
24 Johanniter Pflege - und Gesundheits-
dienste
Geringhoffstraße 45/47 48163 Münster
25 KV Ambulanter Pflegedienst UG Zumbuschstr. 10 48167 Münster
26 LEBEN - ERLEBEN; Ambulante Kranken -
u. Altenpflege GmbH
Wolbecker Str. 140 b 48155 Münster
27 MiCura Pflegedienste Münster GmbH Tibusplatz 6 48143 Münster
28 NÄCHSTENLIEBE Betreuung & Pflege
GmbH
Marktallee 56 48165 Münster
29 Panda Pflege Warendorfer Str. 183 48145 Münster
30 Perthes -Pflegedienst Marktallee 19 a 48165 Münster
31 Pflegebüro Bahrenberg Münster GmbH
& Co.KG
Augustastraße 34 48153 Münster
32 Pflegebüro Schmidt Marktallee 66 48165 Münster
33 Pflegedienst Niculae Warendorfer Str. 139 48145 Münster
34 Pflegedienst P3 GmbH Roxeler Str. 559 48161 Münster
35 Pflegedienst Strube GmbH Welsingheide 10 48161 Münster
36 Pflegefreunde GmbH Feldstiege 100 48161 Münster
37 Pflegelokal GmbH Steinkuhle 18 48163 Münster
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 67
Nr. Name Straße PLZ Ort
38 Pflegeteam miteinander GmbH Coerdestr. 45 48147 Münster
39 RD Münster Pflege GmbH Gartenbreie 62 48161 Münster
40 Regenbogen Außerklinische Intensiv-
pflege und Heimbeatmung GbR
An der Alten Ziegelei 5 48157 Münster
41 VITA.MED Pflegedienst GmbH Krögerweg 14 48155 Münster
42 VITA.Pflege! Rudolf -Diesel -Str. 40 48157 Münster
Quelle: PfAD.wtg
2.6 Service-Wohnen (Betreutes Wohnen)
Tabelle: Service-Wohnen, Stand: 31.12.2025
Nr. Name Anbieter der Service leistun-
gen
Stadt-
bezirk
Stadtteil Anzahl der
Wohnun-
gen
1 Achatius -Haus /
Servicewohnen
Alexianer Haus Heidhorn
GmbH
Südost Wolbeck 35
2 Altenheim St. Elisabeth -
Heimverbundenes
Wohnen
Missionsschwestern von
Hiltrup gGmbH
West Gieven-
beck
15
3 Altenwohnungen am
Meckmannshof
Evangelische Perthes -Stif-
tung e.V.
West Mecklen-
beck
37
4 AWO Münster Gievenbeck Arbeiterwohlfahrt Bezirks-
verband Westliches Westfa-
len e.V.
West Gieven-
beck
32
5 Betreutes Wohnen am
Marienheim
Altenhilfe -Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup -
Mitte
3
6 Betreutes Wohnen beim
Erdelbach
Sander Pflege GmbH Südost Angel-
modde
21
7 Betreutes Wohnen Böck-
mannplatz
Sander Pflege GmbH Nord Sprakel 34
8 Betreutes Wohnen
Hofmann von Fallersle-
bens Weg
Altenhilfe -Zentrum St. Cle-
mens Münster-Hiltrup
gGmbH
Hiltrup Hiltrup -
Mitte
25
9 Betreutes Wohnen Werse-
winkel 1+2
Diakonie Münster -Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Ost Handorf 22
10 Brüningheide /Killingstr. AWO Nord Kinder-
haus West
80
11 Domicil Aaseehof Kirchliche Zusatzversor-
gungskasse Rheinland-
Westfalen
Mitte Schloss 76
12 Domicil im Kreuzviertel Diakonissenmutterhaus
Münster GmbH
Mitte Kreuz 39
68 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Nr. Name Anbieter der Service leistun-
gen
Stadt-
bezirk
Stadtteil Anzahl der
Wohnun-
gen
13 Handorfer Hof /
Servicewohnen
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Ost Handorf 22
14 Haus Simeon /
Servicewohnen - Bunga-
low
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Hiltrup Berg Fidel 48
15 Johanniter Stift Münster Johanniter Seniorenhäuser
GmbH Regionalzentrum
West
Mitte Geist 13
16 Martin -Luther -Haus / Ser-
vicewohnen
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
West Sentrup 10
17 Pankokstr. 14 / Service-
wohnen
Diakonie Münster - Statio-
näre Seniorendienste GmbH
Hiltrup Berg Fidel 15
18 Paulinum Zentrum Nord
Münster – Service Woh-
nen
AWO Mitte Rump -
horst
35
19 Pension Plus Bischof -Hermann -Stiftung Mitte Hansa-
platz
16
20 Residenz Aaseehof Service
Wohnen
Alloheim Senioren -Residen-
zen Zehnte SE & Co.KG
Mitte Schloss 48
21 Rottkamp AWO West Albachten 35
22 Seniorenzentrum
"Mitten in Mauritz"
Sander Pflege GmbH Ost Mauritz
Ost
19
23 Service Wohnen im Zent-
rum Kinderhaus
H+S Wohnkonzept GmbH &
Co. KG
Nord Kinder-
haus West
10 0
24 Servicewohnen DKV -Resi-
denz am Tibusplatz
DKV -Residenz am Tibusplatz
gGmbH
Mitte Budden-
turm
258
25 Servicewohnen Lukas
Zentrum
Diakonie Münster – Diako-
niestation GmbH
West Gieven-
beck
52
26 Servicewohnen
Tönne-Vormann-Weg
Ambulanter Pflegedienst
Akticom GmbH
Südost Wolbeck 16
27 Wohnen am Lohausbach H+S Wohnkonzept GmbH &
Co. KG
Ost Mauritz
Ost
53
28 Wohnen im Klarapark Ambulante Dienste Klaras-
tift gGmbH
Mitte Herz -Jesu 81
29 Wohnen mit Service an
der Meyerbeerstraße
H+S Wohnkonzept GmbH &
Co. KG
West Mecklen-
beck
44
30 Wohnpark Mecklenbeck H+S Wohnkonzept GmbH &
Co. KG
West Mecklen-
beck
60
31 Wohnresidenz
Gasselstiege
Wohnresidenz Sentruper
Höhe GmbH
Mitte Uppen-
berg
26
32 Wohnresidenz Sentruper
Höhe
Wohnresidenz Sentruper
Höhe GmbH
West Sentrup 56
33 Wohnresidenz Yorkhouse Wohnresidenz Sentruper
Höhe GmbH
Mitte Uppen-
berg
16
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 69
Nr. Name Anbieter der Service leistun-
gen
Stadt-
bezirk
Stadtteil Anzahl der
Wohnun-
gen
34 Wohnungseigentümerge-
meinschaft Junker-Jörg-
Platz 17/18
Diakonie Münster – Diako-
nie mobil gGmbH
Südost Angel-
modde
23
Service-Wohnen, Wohnungen insgesamt 1.465
Quelle: PfAD.wtg
Service-Wohnen (Betreutes Wohnen) in Münster
70 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
2.7 Angebote zur Unterstützung im Alltag nach § 45a SGB XI
Anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag kön nen über den Angebotsfinder des Mi-
nisteriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen gesucht wer-
den:
https://angebotsfinder.nrw.de/
Aktuell gibt es drei Betreuungsgruppen, die über das Sozialamt anerkannt wurden und deren
Angebot im Stadtgebiet Münster stattfindet.
Tabelle: Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI, Stand: 31.12.2025
Nr. Angebot Träger Stadtbezirk Stadtteil
1 Betreuungsgruppe Marie Meyer -Suhrheinrich Stiftung Hiltrup Hiltrup -Ost
2 Gruppe D Arbeiter Samariter -Bund
RV Münsterland e.V.
Südost Gremmen-
dorf-Ost
3 Pferdegestützte Bet reu-
ung für pflegebedürftige
Personen in Kleingruppen
Claudia Augenstein West Gievenbeck
Quelle: Pfad.uia
Betreuungsgruppen in Münster
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 71
3 Sozialräumliche Darstellung der Angebote
In den nachfolgenden Kapiteln wird auf Stadtbezirksebene die bestehende Pflegeinfrastruktur
dargestellt. Dadurch ist ein erster Überblick über die Versorgungsstruktur in den einzelnen
Bezirken möglich. Die ambulante Pflege kann nicht m it abgebildet werden, da nicht alle Pfle-
gedienste eine Einteilung nach Stadtbezirk bzw. Stadtteil vornehmen.
Zur Einschätzung des Bedarfs folgt eine Übersicht ü ber die städtische Bevölkerungsentwick-
lung nach Altersstruktur von 2026 bis 2030. Die Gru ppe der über 80-Jährigen erhöht sich bis
zum Jahr 2030 um insgesamt 431 Personen. Personen dieser Altersgruppe haben ein deutlich
höheres Risiko pflegebedürftig zu werden als die jüngeren Altersgruppen, siehe Kapitel 4.1.
Altersgruppe 2026 2027 2028 2029 2030
0-59 Jahre 238.510 238.076 238.442 238.789 239.597
60 -69 Jahre 39.114 39.837 40.194 40.350 40.103
70 -79 Jahre 24.854 25.749 26.608 27.393 28.160
80 -89 Jahre 15.147 14.759 14.477 14.415 14.388
Über 90 Jahre 3.739 4.036 4.360 4.668 4.929
Gesamt 321.365 322.458 324.081 325.612 327.175
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2025), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2025-2035
Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die bestehenden Pflegeangebote in den einzel-
nen Stadtteilen. Anschließend folgt eine Darstellung der Angebote je 1.000 Einwohner*innen
ab 80 Jahren.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur nach Stadtbezirken, Stand: 31.12.2025
Stadtbezirk Vollstationäre
Pflege
Kurzzeitpflege ambulant betreute Wohn-
gemeinschaften
Tagespflege
Mitte 1.216 144 140 86
West 601 57 43 67
Nord 137 7 12 15
Ost 78 8 44 29
Südost 132 12 39 26
Hiltrup 455 54 23 60
Gesamt 2.619 282 301 283
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
72 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Tabelle: Pflegeinfrastruktur je 1.000 Einwohner*innen ab 80 Jahre je Stadtbezirk,
Stand 31.12.2025
Bezirk Einwohner *in-
nen ab 80
Jahre
(31.12.2025)
Plätze pro 1.000 Einwohner *innen ab 80 Jahre
Vollstationäre
Pflege
Kurzzeitpflege ambulant betreute
Pflege-Wohnge-
meinschaften
Tagespflege
Mitte 6.752 180,1 21,3 20,7 12,7
West 3.424 175,5 16,6 12,6 19,6
Nord 1.884 72,7 3,7 6,4 8,0
Ost 1.777 43,9 4,5 24,8 16,3
Südost 2.067 63,9 5,8 18,9 12,6
Hiltrup 3.110 146,3 17,4 7,4 19,3
Gesamt 19.014 137,7 14,8 15,8 14,9
Quelle: Bevölkerungsdaten: Stadt Münster, Stadtplan ungsamt; eigene Berechnung
3.1 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Mitte
Zum Stadtbezirk Mitte gehören insgesamt 23 Stadttei le (statistische Bezirke). Allein die Alt-
stadt hat fünf Stadtteile: Aegidii, Überwasser, Dom, Buddenturm und Martini. Der Innenstadt-
ring setzt sich aus neun Stadtteilen zusammen: Pluggendorf, Josef, Bahnhof, Hansaplatz, Mau-
ritz-West, Schlachthof, Kreuz, Neutor und Schloss. Mitte-Süd umfasst die Stadtteile Aasee-
stadt, Geist, Schützenhof und Düesberg. Der Teilbereich Innenstadt-Nordost besteht aus den
Stadtteilen Hafen, Herz-Jesu, Mauritz-Mitte, Rumphorst und Uppenberg.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 2026 bis 2030 des Stadtbe-
zirkes Mitte. Der Anteil der Personen über 80 Jahre erhöht sich bis 2030 um insgesamt 299
Personen.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Mitte von 2026 – 2030
Altersgruppe 2026 2027 2028 2029 2030
0-59 Jahre 100.885 48.079 99.627 99.355 99.494
60 -69 Jahre 13.973 7.696 14.407 14.474 14.384
70 -79 Jahre 8.622 4.875 9.266 9.584 9.911
80 -89 Jahre 5.268 2.732 5.154 5.142 5.122
Über 90 Jahre 1.481 673 1.688 1.814 1.926
Gesamt 0 -90+ 130.229 64.055 130.142 130.370 130.835
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt, Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2025-2035
In Münster-Mitte finden sich alle Pflegeformen wieder. Das Angebot ist hier im Vergleich mit
den anderen Stadtteilen am dichtesten. Die stationä ren Einrichtungen „DKV-Residenz am Ti-
busplatz“ und das „Haus vom Guten Hirten“ planen beide eine Erweiterung um vier Plätze.
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 73
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster-Mitte, Stand: 31.12.2025
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Altenheim Friedrichs-
burg
Stiftung der Schwes-
tern von der Göttlichen
Vorsehung
Offenberg-
str. 19
48151 Pluggendorf 138
Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Düesberg-
weg 143
48153 Düesberg 123
Altenzentrum am
Südpark
Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clevornstr. 5 48153 Schützenhof 74
Altenzentrum
Klarastift
Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Andreas -Hofer -
Str. 70
48145 Herz -Jesu 101
Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Scharnhorst-
str. 4-8
48151 Pluggendorf 83
Cohaus -Vendt -Stift Cohaus -Vendt -Stiftung Krumme Str.
39/40
48143 Aegidii 82
DKV -Residenz am
Tibusplatz
DKV -Residenz am
Tibusplatz gGmbH
Tibusplatz 1 48143 Budden-
turm
49
Friederike -Fliedner -
Haus
Diakonissenmutter-
haus Münster gGmbH
Coerdestr. 56 48147 Kreuz 80
Haus vom Guten Hir-
ten - Pflegebereich
Guter Hirte Münster
gGmbH
Mauritz -Linden-
weg 61
48145 Herz -Jesu 20
Johanniter -Stift Müns-
ter
Johanniter Senioren-
häuser GmbH Regio-
nalzentrum West
Weißenburgstr.
48
48151 Geist 80
LWL Pflegezentrum
Münster "Ernst-Kirch-
ner-Haus"
Landschaftsverband
Westfalen-Lippe
Kinderhauser
Str. 92
48147 Uppenberg 80
Perthes -Haus Evangelische Perthes -
Stiftung e.V.
Wienburgstr. 60 48147 Uppenberg 87
Residenz Aaseehof Alloheim Senioren -Re-
sidenzen Zehnte SE &
Co. KG
Pottkamp 25 48149 Schloss 80
Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Ostmarkstr. 9 48145 Mauritz -
Mitte
59
Seniorenzentrum
Haus Maria Trost
Genossenschaft der
Krankenschwestern
nach der III Regel des
hl. Franziskus
Sankt -Mauritz -
Freiheit 52
48145 Herz -Jesu 80
Gesamt
1.216
74 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Eingestreute Kurzzeitpflege
Altenheim
Friedrichsburg
Stiftung der Schwes-
tern von der Göttlichen
Vorsehung
Offenbergstraße
19
48151 Pluggendorf 8
Altenwohnheim
Maria-Hötte-Stift
Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Düesbergweg
143
48153 Düesberg 12
Altenzentrum am
Südpark
Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clevornstr. 5 48153 Schützenhof 7
Altenzentrum
Klarastift
Altenzentrum Klarastift
gGmbH
Andreas -Hofer -
Str. 70
48145 Herz -Jesu 11
Altenzentrum
St. Lamberti
Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Scharnhorststr.
4-8
48151 Pluggendorf 8
Cohaus -Vendt -Stift Cohaus -Vendt -Stiftung Krumme Str.
39/40
48143 Aegidii 3
DKV -Residenz am
Tibusplatz
DKV -Residenz am
Tibusplatz gGmbH
Tibusplatz 1 48143 Buddenturm 5
Friederike -Fliedner -
Haus
Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Coerdestr. 56 48147 Kreuz 10
Johanniter -Stift Müns-
ter
Johanniter Senioren-
häuser GmbH Regional-
zentrum West
Weißenburgstr.
48
48151 Geist 10
LWL Pflegezentrum
Münster "Ernst-Kirch-
ner-Haus"
Landschaftsverband
Westfalen-Lippe
Kinderhauser
Str. 92
48147 Uppenberg 2
Perthes -Haus Evangelische Perthes -
Stiftung e.V.
Wienburgstr. 60 48147 Uppenberg 6
Residenz Aaseehof Alloheim Senioren -Re-
sidenzen Zehnte SE &
Co. KG
Pottkamp 25 48149 Schloss 15
Seniorenresidenz
Kastanienhof
Residenz Kastanienhof
GmbH
Ostmarkstr. 9 48145 Mauritz -
Mitte
8
Seniorenzentrum Haus
Maria Trost
Genossenschaft der
Krankenschwestern
nach der III Regel des
hl. Franziskus
Sankt -Mauritz -
Freiheit 52
48145 Herz -Jesu 5
Gesamt
110
Solitäre Kurzzeitpflege
Kurzzeitpflege Haus
Ludgera
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Loerstr. 23 48143 Dom 34
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 75
Ambulant betreute Pflege -Wohngemeinschaften
DRK -Wohngemein-
schaft Erphobogen
DRK Münster - gemein-
nützige Pflege und Ser-
vice GmbH
Bohlweg 55 48147 Schlachthof 12
Haus Genius miCura Pflegedienste
Münster GmbH
Tibusplatz 6 48143 Buddenturm 9
Taubenstraße Alexianer Münster
GmbH
Taubenstraße
12
48145 Herz -Jesu 8
Villa Hittorfstraße Alexianer Münster
GmbH
Hittorfstraße
10
48149 Schloss 10
Villa Mauritz Alexianer Münster
GmbH
Kaiser -Wil-
helm-Ring 34
48145 Mauritz -
Mitte
10
Wohngemeinschaft
Arche Noah
Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Manfred -von -
Richthofen-Str.
45
48145 Mauritz -
Mitte
12
Wohngemeinschaft
Arche Sarah
Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Manfred -von -
Richthofen-Str.
45
48145 Mauritz -
Mitte
12
Wohngemeinschaft
Casa Mauritz
Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Andreas -
Hofer-Str. 86
48145 Herz -Jesu 15
Wohngemeinschaft
Hüfferstraße (1)
DRK Münster - gemein-
nützige Pflege und Ser-
vice GmbH
Hüfferstr. 20 48149 Schloss 11
Wohngemeinschaft
Hüfferstraße (2)
DRK Münster - gemein-
nützige Pflege und Ser-
vice GmbH
Hüfferstr. 20 48149 Schloss 11
Wohngemeinschaft
Uppenberg
Cathamed Pflege GmbH Grevener Str.
248
48159 Uppenberg 12
Wohngemeinschaft
Mathildenstift (1)
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Münzstr. 38 48143 Buddenturm 9
Wohngemeinschaft
Mathildenstift (2)
DRK Schwesternschaft
Westfalen e.V.
Münzstr. 38 48143 Buddenturm 9
Gesamt
140
Tagepflegeeinrichtungen
Klaras Tagespflege Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Manfred von
Richthofen Str.
45 a
48145 Herz -Jesu 13
Tagespflege Altenzent-
rum am Südpark
Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägergesell-
schaft Münster mbH
Clevornstr. 5 48153 Schützen -
hof
15
Tagespflege am Frie-
derike-Fliedner-Haus
Diakonissenmutterhaus
Münster gGmbH
Coerdestr. 56 48147 Kreuz 12
Tagespflege Haus Ben-
teler
Tagespflege Haus Ben-
teler e.V.
Prozessions-
weg 54
48145 Mauritz -
Mitte
12
Tagespflege im Cle-
mens-Wallrath-Haus
Alexianer Münster
GmbH
Josefstr. 4 48151 Josef 20
76 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Tagepflegeeinrichtungen
Tagespflege Miteinan-
der Friedrichsburg
Altenheim Friedrichs-
burg gGmbH
Offenbergstr.
15 a
48151 Pluggen -
dorf
14
Gesamt
86
Service -Wohnen
Domicil Aaseehof Kirchliche Zusatzversor-
gungskasse Rheinland-
Westfalen
Pottkamp 15 -
19
48149 Schloss 76
Domicil im Kreuzvier-
tel
Diakonissenmutterhaus
Münster GmbH
Tannenberg -
str. 1-11
48147 Kreuz 39
Johanniter Stift
Münster
Johanniter Senioren-
häuser GmbH Regional-
zentrum West
Weißenburg -
str. 48
48151 Geist 13
Paulinum Zentrum
Nord Münster
AWO Anton -Bruch-
hausen-Str. 10
48147 Rumphorst 35
Pension Plus Bischof -Hermann -Stif-
tung
Gartenstr. 18 48155 Schlachthof 16
Residenz Aaseehof
Service Wohnen
Alloheim Senioren -Resi-
denzen Zehnte SE &
Co.KG
Robert -Koch -
Str. 55
48149 Schloss 48
Servicewohnen
DKV-Residenz am
Tibusplatz
DKV -Residenz am Tibus-
platz gGmbH
Tibusplatz 1 -7 48143 Budden-
turm
258
Wohnen im Klarapark Ambulante Dienste Kla-
rastift gGmbH
Andreas -
Hofer-Str. 72-
76
48145 Herz -Jesu 81
Wohnresidenz Gassel-
stiege
Wohnresidenz Sentru-
per Höhe GmbH
Prins -Claus -
Str. 56
48159 Uppenberg 26
Wohnresidenz York-
house
Wohnresidenz Sentru-
per Höhe GmbH
York -Ring 1 -3 48159 Uppenberg 16
Gesamt
608
Quelle: PfAD.wtg, Stand: 31.12.2025
Tabelle: Geplante Einrichtungen/Erweiterungen, Stand 31.12.2025
Stationäre Einrichtung
DKV -Residenz
am Tibusplatz
DKV -Residenz am Ti-
busplatz gGmbH
Tibusplatz 1 48143 Budden -
turm
4
Haus vom Guten Hirten –
Pflegebereich
Guter Hirte Münster
gGmbH
Mauritz -Linden-
weg 61
48145 Herz -Jesu 4
Gesamt 8
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 77
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-Mitte
78 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
3.2 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-West
Der Stadtbezirk Münster-West besteht aus den sechs Stadtteilen Gievenbeck, Sentrup, Meck-
lenbeck, Albachten, Roxel und Nienberge. Der Stadtteil Sentrup grenzt direkt an den Stadtbe-
zirk Mitte an und orientiert sich auch in diese Ric htung. Die Stadtteile Albachten, Roxel und
Nienberge liegen im Außenbereich.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 2026 bis 2030 des Stadtbe-
zirkes West. Der Anteil der Personen über 80 Jahre erhöht sich bis 2030 um insgesamt 156
Personen.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk West von 2026 – 2030
Altersgruppe 2026 2027 2028 2029 2030
0-59 Jahre 48.347 48.079 48.940 49.015 49.080
60 -69 Jahre 7.535 7.696 7.816 7.884 7.885
70 -79 Jahre 4.707 4.875 5.052 5.197 5.319
80 -89 Jahre 2.792 2.732 2.695 2.685 2.719
Über 90 Jahre 621 673 752 802 850
Gesamt 0 -90+ 64.002 64.055 65.256 65.582 65.853
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2025), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2025-2035
Im Stadtbezirk Münster-West sind alle Pflegeformen vertreten, jedoch ungleichmäßig verteilt.
Entwicklungen sind in den kommenden Baugebieten ins besondere in Nienberge, Albachten
und dem Modellquartier an der Steinfurter Straße zu erwarten. Die stationäre Einrichtung „Al-
wine-Lauterbach-Seniorenzentrum“ plant eine Erweiterung um 12 Plätze.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster-West, Stand: 31.12.2025
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Südlohnweg 1 48161 Gieven -
beck
92
Alwine -Lauterbach -Senio-
renzentrum
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Rottkamp 49 48163 Albachten 66
Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes -
Stiftung e.V.
Meckmannweg
74
48163 Mecklen -
beck
171
Fritz -Krüger -Senioren-
zentrum
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Gartenbreie 1 48161 Gieven -
beck
81
Martin -Luther -Haus Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Fliednerstr. 17 48149 Sentrup 151
Wohnen in Pastors Gar-
ten
Stift Tilbeck GmbH Alte Dorfstr. 10 48161 Roxel 40
Gesamt
601
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 79
Eingestreute Kurzzeitpflege
Altenheim St. Elisabeth Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Südlohnweg 1 48161 Gieven -
beck
5
Alwine -Lauterbach -Senio-
renzentrum
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Rottkamp 49 48163 Albachten 10
Ev. Seniorenzentrum
Meckmannshof
Evangelische Perthes -
Stiftung e.V.
Meckmannweg
74
48163 Mecklen -
beck
15
Martin -Luther -Haus Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Fliednerstr. 17 48149 Sentrup 8
Wohnen in Pastors Gar-
ten
Stift Tilbeck GmbH Alte Dorfstr. 10 48161 Roxel 4
Gesamt
42
Solitäre Kurzzeitpflege
Fritz -Krüger -Senioren-
zentrum Solitäre KZP
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Gartenbreie 1 48161 Gieven -
beck
15
Ambulant betreute Pflege -Wohngemeinschaften
Hof Schultmann Alexianer Münster
GmbH
Stratmannweg
23
48163 Mecklen -
beck
12
Irmgard Buschmann Haus
(1)
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Am Küchen-
busch 15
48161 Gieven -
beck
11
Irmgard Buschmann Haus
(2)
Ambulante Dienste
Klarastift gGmbH
Am Küchen-
busch 15
48161 Gieven -
beck
8
Senioren -Wohngemein-
schaft Lydia
Diakonie mobil gGmbH Plettendorfstr. 5 48161 Nien-
berge
12
Gesamt
43
Tagepflegeeinrichtungen
Altenheim St. Elisabeth -
Tagespflege
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Südlohnweg 1 48161 Gieven -
beck
15
Tagespflege Albachten Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Dülmener Str. 9 48163 Albachten 15
Tagespflege im Meck-
mannshof
Ev. Perthes -Stiftung
e.V.
Meckmannweg
74
48163 Mecklen -
beck
24
Tagespflege Lydia Diakonie mobil
gGmbH
Plettendorfstr. 3 48161 Nien-
berge
13
Gesamt
67
80 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Service -Wohnen
Altenheim St. Elisabeth -
Heimverbundenes Woh-
nen
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Südlohnweg 1 48161 Gieven -
beck
15
Altenwohnungen am
Meckmannshof
Evangelische Perthes -
Stiftung e.V.
Mecklenbecker
Str. 421-423
48163 Mecklen -
beck
37
AWO Münster
Gievenbeck
Arbeiterwohlfahrt Be-
zirksverband Westli-
ches Westfalen e.V.
Gartenbreie 3 48161 Gieven -
beck
32
Martin -Luther -Haus /
Servicewohnen
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Fliednerstr. 17 -
19
48149 Sentrup 10
Rottkamp AWO Rottkamp
53-57 a
48163 Albachten 35
Servicewohnen Lukas
Zentrum
Diakonie Münster - Di-
akoniestation GmbH
Rüschhausweg
17-19
48161 Gieven -
beck
52
Wohnen mit Service an
der Meyerbeerstraße
H+S Wohnkonzept
GmbH & Co. KG
Meyerbeerstr.
37-51
48163 Mecklen -
beck
44
Wohnpark Mecklenbeck H+S Wohnkonzept
GmbH & Co. KG
Dingbängerweg
31-49
48163 Mecklen -
beck
60
Wohnresidenz Sentruper
Höhe
Wohnresidenz Sentru-
per Höhe GmbH
Schmeddingstr.
115-121
48149 Sentrup 56
Gesamt
341
Quelle: PfAD.wtg, Stand 31.12.2025
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
Pflegegestützte Betreu-
ung für pflegebedürftige
Personen in Kleingrup-
pen
Hof Krützkemper Roxeler Str. 466 48161 Gievenbeck
Quelle: Pfad.uia, Stand 31.12.2025
Tabelle: Geplante Einrichtungen/Erweiterungen, Stand: 31.12.2025
Stationäre Einrichtung
Alwine -Lauterbach -Senio-
renzentrum
AWO Bezirk Westli-
ches Westfalen e.V.
Rottkamp 49 48163 Albachten 12
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 81
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-West
82 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
3.3 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Nord
Der Stadtbezirk Münster-Nord besteht aus den Stadtt eilen Coerde, Kinderhaus-Ost, Kinder-
haus-West und Sprakel. Bis auf Sprakel grenzen alle Stadtteile an den Stadtbezirk Mitte an.
Der Stadtteil Sprakel verfügt über die größten Flächen, diese sind aber ländlicher Struktur mit
dem verhältnismäßig kleinen Ort Sprakel.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 2026 bis 2030 des Stadtbe-
zirkes Nord. Der Anteil der Personen über 80 Jahre erhöht sich bis 2030 um sieben Personen.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Nord von 2026 – 2030
Altersgruppe 2026 2027 2028 2029 2030
0-59 Jahre 22.409 22.512 22.577 22.721 22.786
60 -69 Jahre 4.077 4.083 4.036 4.053 3.963
70 -79 Jahre 2.788 2.894 3.027 3.080 3.133
80 -89 Jahre 1.454 1.406 1.355 1.369 1.395
Über 90 Jahre 379 406 424 432 445
Gesamt 31.108 31.301 31.419 31.654 31.722
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2025), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2025-2035
Einen Überblick über die bestehende Pflegeinfrastruktur in Stadtbezirk Nord geben die nach-
folgenden Tabellen. Geplant ist eine neue Tagespfle geeinrichtung in Kinderhaus, die voraus-
sichtlich im Jahr 2028 eröffnen wird.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster-Nord, Stand: 31.12.2025
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Haus Wilkinghege Haus Wilkinghege
Wirbelauer KG
Wilkinghege 55 48159 Kinder -
haus
West
65
Papst -Johannes -Paul -
Stift
Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Culmer Str. 16 48157 Coerde 72
Gesamt
137
Eingestreute Kurzzeitpflege
Papst -Johannes -Paul -
Stift
Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Culmer Str. 16 48157 Coerde 7
Ambulant betreute Wohngemeinschaften
Wohngemeinschaft
Böckmannplatz
Sander Pflege GmbH Böckmannplatz
2-4
48155 Sprakel 12
Gesamt 24
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 83
Tagepflegeeinrichtungen
Tagespflege Papst -Jo-
hannes-Paul-Stift
Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Culmer Str. 16 48157 Coerde 15
Service -Wohnen
Betreutes Wohnen
Böckmannplatz
Sander Pflege GmbH Böckmannplatz
1
48159 Sprakel 34
Brüningheide /Killingstr. AWO Brüningheide
75-77 /
Killingstr. 1-7
48159 Kinder-
haus
West
80
Service -Wohnen Zent-
rum Kinderhaus
H+S Wohnkonzept
GmbH § Co. KG
Westhoffstr.
140
48159 Kinder-
haus
West
10 0
Gesamt
21 4
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Geplante Einrichtungen/Erweiterungen, Stand: 31.12.2025
Tagespflegeeinrichtungen
Tagespflege Moldrickx Caritas Münster Moldrick x-Allee
11-13
48149 Kinder -
haus
West
17
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
84 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-Nord
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 85
3.4 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Ost
Der Stadtbezirk Münster-Ost besteht aus den drei St adtteilen Mauritz-Ost, Gelmer-Dyckburg
und Handorf. Dieser Stadtbezirk ist sehr ländlich g eprägt. Der Stadtteil Mauritz-Ost grenzt an
den Bezirk Mitte, der Kanal bildet die Grenze. Dies er Stadtteil weist durch die Nähe und di-
rekte Anbindung an Münster-Mitte noch städtische St rukturen auf und die Orientierung der
Bewohnerinnen und Bewohner richtet sich auch vorwiegend auf die Innenstadt aus. Im Stadt-
teil Gelmer-Dyckburg finden sich die Orte Gelmer, Sudmühle und Mariendorf.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 2026 bis 2030 des Stadtbe-
zirkes Ost. Der Anteil der Personen über 80 Jahre r eduziert sich bis 2030 um insgesamt 86
Personen.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Ost von 2026 – 2030
Altersgruppe 2026 2027 2028 2029 2030
0-59 Jahre 16.298 16.323 16.403 16.456 16.420
60 -69 Jahre 3.364 3.432 3.490 3.466 3.435
70 -79 Jahre 2.170 2.216 2.257 2.332 2.391
80 -89 Jahre 1.389 1.329 1.293 1.262 1.250
Über 90 Jahre 341 357 363 392 394
Gesamt 23.563 23.658 23.806 23.907 23.890
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2025), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2025-2035
Nachfolgend eine Übersicht der Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Ost. In Handorf. Im Bauge-
biet Kirschgarten entsteht eine neue ambulante Pflege-Wohngemeinschaft.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster-Ost, Stand: 31.12.2025
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadt-
teil
Plätze
Handorfer Hof - Senioren-
zentrum
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
24
48157 Handorf 78
Eingestreute Kurzzeitpflege
Handorfer Hof - Senioren-
zentrum
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
24
48157 Handorf 8
Ambulant betreute Pflege -Wohngemeinschaften
Haus Margareta (1) Alexianer Münster
GmbH
Hegerskamp 5 48155 Mauritz -
Ost
12
Haus Margareta (2) Alexianer Münster
GmbH
Hegerskamp 5 48155 Mauritz -
Ost
12
Wohngemeinschaft
"Mitten in Mauritz" (1)
Sander Pflege GmbH Mondstr. 104 48155 Mauritz -
Ost
10
86 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Ambulant betreute Pflege -Wohngemeinschaften
Wohngemeinschaft
"Mitten in Mauritz" (2)
Sander Pflege GmbH Mondstr. 104 48155 Mauritz -
Ost
10
Gesamt
44
Tagespflegeeinrichtungen
pro.cura Tagespflege pro.cura Tagespflege
GmbH
Wolbecker Str.
226
48155 Mauritz -
Ost
16
Tagespflege
Kirschgarten
Diakonie mobil
gGmbH
Kirschgarten
28a
48157 Handorf 13
Gesamt
29
Service -Wohnen
Betreutes Wohnen
Wersewinkel 1+2
Diakonie Münster -Sta-
tionäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
28-30
48157 Handorf 22
Handorfer Hof / Service-
wohnen
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Handorfer Str.
20-24
48157 Handorf 22
Seniorenzentrum "Mitten
in Mauritz"
Sander Pflege GmbH Mondstr. 104 -
106
48155 Mauritz
Ost
19
Wohnen am Lohausbach H+S Wohnkonzept
GmbH & Co. KG
Wolbecker
Straße 224
48155 Mauritz
Ost
53
Gesamt
116
Quelle: PfAD.wtg
Tabelle: Geplante Einrichtungen/Erweiterungen, Stand: 31.12.2025
Ambulante betreute Pflege -WG
Am Kirschgarten Diakonie mobil
gGmbH
Kirschgarten 48157 Handorf 12
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 87
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-Ost
88 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
3.5 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Südost
Der Stadtbezirk Münster-Südost besteht aus den vier Stadtteilen Gremmendorf-West, Grem-
mendorf-Ost, Angelmodde und Wolbeck, wobei einzig Wolbeck als solitärer Stadtteil gesehen
werden kann. Die anderen drei Stadtteile gehen inei nander über, ausgenommen Alt-Angel-
modde, welcher mit dörflicher Struktur zwischen Gre mmendorf/Angelmodde und Wolbeck
liegt.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 2026 bis 2030 des Stadtbe-
zirkes Südost. Der Anteil der Personen über 80 Jahre erhöht sich bis 2030 um 12 Personen.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Südost von 2026 – 2030
Altersgruppe 2026 2027 2028 2029 2030
0-59 Jahre 24.114 24.189 24.718 25.217 25.923
60 -69 Jahre 4.636 4.697 4.757 4.775 4.808
70 -79 Jahre 2.806 2.969 3.106 3.225 3.325
80 -89 Jahre 1.673 1.631 1.576 1.578 1.580
Über 90 Jahre 355 372 401 436 460
Gesamt 33.583 33.858 34.557 35.230 36.096
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2025), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2025-2035
Einen Überblick über die bestehende Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Südost geben die fol-
genden Tabellen. Die stationäre Pflegeeinrichtung „ Kardinal-von-Galen-Stift“ plant einer Er-
weiterung um 9 Plätze.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster-Südost, Stand: 31.12.2025
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Achatius -Haus
(inkl. Junge Pflege)
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24 b 48167 Wolbeck 66
Kardinal -von -Galen -Stift Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clemens -August -
Platz 8a
48167 Angel -
modde
66
Gesamt
132
Eingestreute Kurzzeitpflege
Achatius -Haus (inkl.
Junge Pflege)
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24
b/c
48167 Wolbeck 6
Kardinal -von -Galen -Stift Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
mbH
Clemens -August -
Platz 8a
48167 Angel -
modde
6
Gesamt
12
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 89
Ambulant betreute Wohngemeinschaften
Haus Elisabeth Alexianer Münster
GmbH
Herrenstr. 10 48167 Wolbeck 12
Selbstverwaltete Senio-
rengemeinschaft Villa
Kahmann
Cathamed Pflege-
dienst
Gremmendorfer
Weg 44
48167 Grem-
mendorf-
Ost
11
Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach
Sander Pflege GmbH Schlesienstr. 1 -27 48167 Angel -
modde
8
Wohngemeinschaft
Beim Erdelbach
Sander Pflege GmbH Schlesienstr. 1 -27 48167 Angel -
modde
8
Gesamt
39
Tagepflegeeinrichtungen
Achatius -Haus, Tages-
pflege
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24 b 48167 Wolbeck 12
Tagespflege Akticom Tagespflege Akticom
GmbH
Twenhövenweg
18
48167 Angel -
modde
14
Gesamt
26
Service -Wohnen
Achatius -Haus / Service-
wohnen
Alexianer Haus Heid-
horn GmbH
Münsterstr. 24 c -
d
48167 Wolbeck 35
Betreutes Wohnen beim
Erdelbach
Sander Pflege GmbH Schlesienstr. 1 48167 Angel -
modde
21
Servicewohnen Tönne -
Vormann-Weg
Ambulanter Pflege-
dienst Akticom;
GmbH
Tönne -Vormann -
Weg 5
48167 Wolbeck 16
Wohnungseigentümer-
gemeinschaft Junker-
Jörg-Platz 17/18
Diakonie Münster -
Diakoniestation
GmbH
Junker -Jörg -Platz
17/18
48167 Angel -
modde
23
Gesamt
95
Quelle: PfAD.wtg
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
Gruppe D Arbeiter Samariter -
Bund RV Münster-
land e.V.
Nachtigallenweg
25
48167 Gremmendorf -Ost
Quelle: Pfad.uia
Tabelle: Geplante Einrichtungen/Erweiterungen, Stand: 31.12.2025
Stationäre Einrichtung
Kardinal -von -Galen -Stift Caritas -Betriebsfüh-
rungs- und Trägerge-
sellschaft Münster
Clemens -August -
Platz 18 a
48167 Angel -
modde
9
Quelle: Stadt Münster, Sozialamt, Pflegeplanung
90 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-Südost
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 91
3.6 Pflegeinfrastruktur im Stadtbezirk Münster-Hiltrup
Der Stadtbezirk Münster-Hiltrup besteht aus den fün f Stadtteilen Berg Fidel, Hiltrup-Ost,
Hiltrup-Mitte, Hiltrup-West und Amelsbüren. Der Stadtteil Berg Fidel grenzt an die Innenstadt
und erfährt durch die durchgehende Bebauung eine direkte Anbindung und auch Orientierung
der Bewohnerinnen und Bewohner in diese Richtung. O rganisatorisch erfolgt diese verwal-
tungsseitig allerdings in Richtung Hiltrup. Hiltrup selbst ist aufgrund seiner Größe in drei sta-
tistische Bezirke (Stadtteile) eingeteilt. Amelsbüren ist von ländlicher Struktur umgeben.
Die folgende Tabelle zeigt die Bevölkerungsprognose für die Jahre 2026 bis 2030 des Stadtbe-
zirkes Hiltrup. Der Anteil der Personen über 80 Jah re erhöht sich bis 2030 um insgesamt 43
Personen.
Tabelle: Bevölkerungsprognose im Stadtbezirk Hiltrup von 2026 – 2030
Altersgruppe 2026 2027 2028 2029 2030
0-59 Jahre 26.457 26.330 26.177 26.025 25.894
60 -69 Jahre 5.529 5.670 5.688 5.698 5.628
70 -79 Jahre 3.761 3.817 3.900 3.975 4.081
80 -89 Jahre 2.571 2.484 2.404 2.379 2.322
Über 90 Jahre 562 644 732 792 854
Gesamt 38.880 38.945 38.901 38.869 38.779
Quelle: Stadt Münster, Stadtplanungsamt (2025), Kleinräumige Bevölkerungsprognose der Stadt Münster 2025-2035
Der Stadtbezirk Hiltrup verfügt über eine vielfältige Pflegeinfrastruktur, die sich hauptsächlich
im Ortsteil Hiltrup befindet. Der Schwerpunkt liegt hier im vollstationären Pflegebereich.
Tabelle: Pflegeinfrastruktur in Münster-Hiltrup, Stand: 31.12.2025
Vollstationäre Pflegeeinrichtungen
Einrichtung Träger Straße PLZ Stadtteil Plätze
Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Westfalenstr. 490 48165 Amelsbü-
ren
52
Altenhilfe -Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup -
Mitte
60
Haus Augustinus Alexianer Münster
GmbH
Alexianerweg 9 48163 Amelsbü-
ren
18
Haus Simeon Diakonie Münster - Sta-
tionäre Seniorendienste
GmbH
Am Berg Fidel 70 48153 Berg -Fidel 146
Haus Thomas Alexianer Münster
GmbH
Alexianerweg 8 48163 Amelsbü-
ren
54
Marienheim Altenhilfe -Zentrum St.
Clemens Münster
Hiltrup
An der Alten Kirche
5
48165 Hiltrup -
Mitte
83
Meyer -Suhrhein-
rich-Haus
Altenhilfe -Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Marktallee 42 48165 Hiltrup -
Mitte
42
Gesamt
455
92 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Eingestreute Kurzzeitpflege
Altenheim Haus
Heidhorn
Alexianer Haus
Heidhorn GmbH
Westfalenstr. 490 48165 Amels -bü-
ren
6
Altenhilfe -Zentrum
Haus Franziska
Missionsschwestern
vom Hlst. Herzen Jesu
von Hiltrup
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup -
Mitte
2
Haus Simeon Diakonie Münster - Sta-
tionäre Seniorendienste
GmbH
Am Berg Fidel 70 48153 Berg -Fidel 8
Haus Thomas Alexianer Münster
GmbH
Alexianerweg 8 48163 Amels -bü-
ren
4
Marienheim Altenhilfe -Zentrum St.
Clemens Münster
Hiltrup
An der Alten
Kirche 5
48165 Hiltrup -
Mitte
9
Meyer -Suhrhein-
rich-Haus
Altenhilfe -Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Marktallee 42 48165 Hiltrup -
Mitte
5
Gesamt
34
Solitäre Kurzzeitpflege
Altenhilfe -Zentrum
der Missions-
schwestern Kurz-
zeitpflege "Haus
Maria"
Missionsschwestern
von Hiltrup gGmbH
Westfalenstr. 109 48165 Hiltrup -
Mitte
20
Ambulant betreute Pflege -Wohngemeinschaften
Christopher Haus air vital Kranken - und
Intensivpflege GmbH
Westfalenstr. 176 48165 Hiltrup -
Mitte
17
Wohngruppe Leo -
ISB
Alexianer Münster
GmbH
Alexianerweg 9 48163 Amels -bü-
ren
6
Gesamt 23
Tagespflegeeinrichtungen
Tageshaus St. Ma-
rien
Altenhilfe -Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Loddenweg 10 48165 Hiltrup -
Ost
15
Tagespflege an der
Kreuz Christi Kirche
Alexianer Münster
GmbH
Leisnerstr. 17 48163 Amels -bü-
ren
14
Tagespflege
Simeon
Diakonie Münster - Di-
akoniestation GmbH
Am Berg Fidel 78 48153 Berg -Fidel 16
Tagespflege St. Cle-
mens
Altenhilfe -Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Kortumweg 56 48165 Hiltrup -
Mitte
15
Gesamt
60
Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026 | 93
Service -Wohnen
Betreutes Wohnen
am Marienheim
Altenhilfe -Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
An der alten Kirche 5 18165 Hiltrup -
Mitte
3
Betreutes Wohnen
Hofmann von Fal-
lerslebens Weg
Altenhilfe -Zentrum St.
Clemens Münster-
Hiltrup gGmbH
Hofmann von Fallers-
lebens Weg 30-32
48165 Hiltrup -
Mitte
25
Haus Simeon / Ser-
vicewohnen - Bun-
galow
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Am Berg Fidel 70 48153 Berg Fidel 48
Pankokstr. 14 / Ser-
vicewohnen
Diakonie Münster -
Stationäre Senioren-
dienste GmbH
Pankokstr. 14 48153 Berg Fidel 15
Gesamt
91
Quelle: PfAD.wtg, Stand: 31.12.2025
Wohnortnahe niedrigschwellige Betreuungsgruppen nach § 45a SGB XI
Betreuungsgruppe
Marie
Meyer -Suhrhein-
rich Stiftung
Patronatsstr. 3 48165 Hiltrup -Mitte
Quelle: Pfad.uia, Stand: 31.12.2025
94 | Kommunale Pflegeplanung für die Stadt Münster 2026
Pflegerische Infrastruktur im Stadtbezirk Münster-Hiltrup
Beratungsverlauf (6)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- V/0260/2026
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 28.04.2026
- Erstellt
- 17.04.2026 11:05