A-R/0002/2013
Resolution "Keine Privatisierung der Wasserversorgung"
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Originalantrag
3283 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. A-R/00002/2013 Seite 1 von 2 DIE LINKE. Ratsfraktion Achtermannstraße 19 48143 Münster Telefon 0251 / 9816051 22. Januar 2013 Resolution zur sofortigen Beschlussfassung an den Rat der Stadt Münster Keine Privatisierung der Wasserversorgung 1. Der Rat der Stadt Münster fordert die Europäisch e Kommission auf, ihre Pläne, die Wasserversorgung durch die Hintertür zu privatisieren, fallen zu lassen. 2. Der Rat der Stadt Münster stellt fest, dass die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser ein zentrales öffentliches Gut ist. Es ist Aufgabe aller Ebenen von der Europäischen Union, über die Bundes- und Landesregierungen bis zu den Städten und Gemeinden dafür zu sorgen, dass alle Bürgerinnen und Bürger einen universellen Zugang zu Wasser und sanitärer Grundversorgung haben. 3. Die Versorgung mit Trinkwasser und die Bewirtsch aftung der Wasserressourcen darf nicht den EU-Binnenmarktregeln unterworfen werden. Die Wasserwirtschaft ist von der Liberalisierungsagenda auszuschließen. 4. Der Rat der Stadt Münster bittet den Oberbürgerm eister der Stadt Münster, Markus Lewe, sich entsprechend des Beschlusses gegenüber der EU-Kommission gegen die Wasserprivatisierung einzusetzen. Begründung : Die EU-Kommission plant die Wasserprivatisierung durch die Hintertür. Es liegt ein „Vorschlag der europäischen Kommission für eine Richtlinie der Konzessionsvergabe“ vor, in der die Forderung nach einer Marktöffnung im Bereich der Wasserversorgung versteckt ist. Mit der EU- Konzessionsrichtlinie würde die bisher vergaberechtsfreie Wasserversorgung einer Ausschreibungspflicht unterworfen und damit die Gefahr bestehen, dass die Belieferung der Menschen mit Trinkwasser de facto privatisiert würde. Wenn die Richtlinie der EU-Kommission wie vorgesehen beschlossen wird, müssten Konzessionen europaweit ausgeschrieben werden. Auch in diesem Fall hätten die Stadtwerke Münster immer noch das Recht, die Wasserversorgung der Stadt Münster weiterhin zu übernehmen, in dem sie bei der Konzessionsvergabe das beste Angebot abgeben. Doch selbst ein gesundes Unternehmen wie die Stadtwerke Münster würden nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfügen, ein solches europaweit ausgeschriebenes Bieterverfahren zu gewinnen. Dies sieht auch der Deutsche Städtetag so, weshalb er sich auch schon dafür ausgesprochen hat, dass EU-Richtlinie unbedingt verhindert werden muss. Der Wert des Wassersektors in der EU wird auf einen dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt. Große Wasserkonzerne wie Veolia warten seit Jahren auf die Privatisierung. In Portugal und Griechenland wird der Ausverkauf des Wassersektors schon jetzt vorangetrieben. An den Oberbürgermeister Die Erfahrungen mit Privatisierungen in vielen Bereichen haben gezeigt, dass sich die Versorgung der Bevölkerung, die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten und der Service für die Bürgerinnen und Bürger verschlechtert haben. 82 Prozent der Deutschen sind der Meinung, dass die Wasserversorgung in den Händen der Städte und Gemeinden bleiben soll. Wasser ist ein Menschenrecht und darf nicht der Profitmaximierung unterworfen werden. Mit freundlichen Grüßen Raimund Köhn Iris Toulas Joachim Bruns DIE LINKE. Ratsfraktion Münster
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Achtermannstraße 19
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0002/2013
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 29.01.2013
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37