2015/0091
Protokoll 11. Sitzung Gestaltungsbeirat
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2744 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
17.03.2015
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
III 61
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2015/0091
Magistratsbeschluss -Nr.
106
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Protokoll 11. Sitzung Gestaltungsbeirat
Vorlage vom: 06.03.2015
Beschlussvorschlag :
Das Protokoll der 11. Sitzung des Gestaltungsbeirates wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Protokoll 11. Sitzung Gestaltungsbeirat
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 3 -
Beschluss des Magistrats vom 25.03.2015
Der Magistrat nimmt die Vorlage zur Kenntnis.
Begründung zur Magistratsvorlage vom 06.03.2015
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung
eines Gestaltungsbeirates beschloss en (Vorl.-Nr. 2011/ 0491).
Die 11. Sitzung des Gestaltungsbeirats fand am 23.01.2015 statt.
An der Sitzung nahmen die Mitglieder des Beirates, die Baudezernentin, Vertreterinnen und
Vertreter der politischen Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der V erwaltung sowie die
Geschäftsstelle teil.
Im öffentlichen Teil waren interessierte Bürgerinnen und Bürger anwesend, ebenso waren
Interessengruppen und Verbände vertreten.
Zu Beginn der Sitzung wurde Herr Dr. Tietz als neues Mitglied des Gestaltungsbeira tes
begrüßt.
Dann berichtete zunächst die Baudezernentin über den Stand der Projekte der vorangegan -
genen Sitzung sowie über inzwischen umgesetzte Projekte.
Anschließend wurden die Vorhaben „Wohnbebauung an der Erbacher Straße“, „Sanierung/
Umbau Wilhelm inenquartier“ sowie „Sozialgebäude auf dem Luisenplatz“ durch die
jeweiligen Architekten bzw. Bauherren vorgestellt; es folgte eine teilweise lebhafte Diskussion
mit den wieder zahlreich erschienenen Gästen.
Im Anschluss wurden alle Projekte im nicht -öffentlichen Sitzungsteil mit den jeweiligen
Bauherren und den Architekten diskutiert und besprochen.
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Projekten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.
Die Dezernentin III
Cornelia Zuschke
Stadträtin
Darmstadt, den 06 .03.2015
61.1.0 mi
Nst. 2590
anlage 1
19280 Zeichen
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
1
Sitzungstag: 23.01.2015
Beginn: 10.00 Uhr
Ende: 17.30 Uhr
Ort: Darmstadtium, Saal Aurum, Schloßgraben 1
Teilnehmer:
Mitglieder des Prof. Christa Reicher
Gestaltungsbeirats Prof. Rolf Westerheide
Dr. Jürgen Tietz
S u s a n n e W a r t z e c k
Magistrat Cornelia Zuschke, Dezernentin
Verwaltung Jochen Krehbiehl, Referent Dez. III
Bernd Neubert, Amtsleiter Bauaufsichtsamt
Ingrid Pilz, Grünflächenamt
Norbert Stoll, Straßenverkehrs- und Tiefbauamt
Dieter von Mackensen, Amtsleiter Stadtplanungsamt
Christina Illi, Stadtplanungsamt
Christoph Beck, Stadtplanungsamt
Tina Klytta, Stadtplanungsamt
Stefanie Michels, Stadtplanungsamt
Politik Ludwig Achenbach tw./ Ctirad Kotoucek tw., CDU
Hans Fürst, Bündnis 90/ Die Grünen
Katrin Kosub tw., SPD
Georg Hang, Uffbasse
Martina Hübscher-Paul, Die Linke
Hannelore Anthes, Uwiga
Entschuldigt Prof. Ulrike Kirchner
Jochen Partsch, Oberbürgermeister
Claudia Stricker, Piraten
Ingrid Leist, Denkmalschutz
Projekt Wohnbebauung Dr. Kirsten Mensch (Agora Wohnungsbau eG)
an der Erbacher Straße Erhard Botta (werk.um architekten)
Projekt Sanierung/ Dogan Gülsen (Gülsen Gruppe)
Umbau Wilhelminen- Werner Munkelt (Projektsteuerung)
passage
Projekt Sozialgebäude Wolf-Winhart Krug (K+R Plan), Michael Dirmeier (Heag
mobilo)
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
2
Luisenplatz
Nicht-öffentlicher Teil (10.00 Uhr – 12.30 Uhr)
Ortsbesichtigung:
Ortsbesichtigung Erbacher Straße (Wohnprojekt Agora), Wilhelminenpassage (Umbau/
Sanierung) sowie Luisenplatz (Sozialgebäude Heag)
Frau Illi und Herr Beck erläutern die Situation im Bestand, den Ansatz der jeweiligen
Entwürfe sowie die stadträumliche Einbindung der Standorte.
Anschließend erfolgt die Vorbesprechung der Projekte.
Frau Zuschke bittet darum, dass sich die Mitglieder des Gestaltungsbeirates vor den
jeweiligen Sitzungen über Organisatorisches, den Ablauf, Bewertungszuständigkeiten
u.ä. intern abstimmen können.
Die Anwesenden stimmen dem zu.
Öffentlicher Teil (13.00 Uhr – ca. 15.15 Uhr) :
Diskussion der Projekte im nicht-öffentlichen Teil (15.30 Uhr – 16.30 Uhr)
Begrüßung Cornelia Zuschke, Dezernentin und Prof. Christa Reicher, Vorsitzende des
Gestaltungsbeirates
Es folgen eine kurze Mitteilung über den Stand der Projekte aus der vorangegangenen
Sitzung sowie ein Rückblick auf inzwischen umgesetzte Vorhaben, vorgestellt durch
Cornelia Zuschke, Dezernentin
Sachstand Projekte
Einzelhandel Ortskern Eberstadt
Das Konzept befindet sich noch in der Planungsphase beim Investor. Aktuell wird das
Konzept des Stellplatznachweises und des öffentlichen Parkplatzes geklärt, welches
für das Vorhaben benötigt wird. Anschließend kann der Antrag auf Einleitung des Bau-
leitplanverfahrens für das Vorhaben gestellt werden.
Kinder- und Jugendzentrum Pankratiusstraße
Im Stadtplanungsamt wird zurzeit der Bebauungsplanentwurf mit Begründung für die
Offenlage ausgearbeitet. Es ist vorgesehen, die Magistratsvorlage mit allen Unterlagen
in Kürze fertigzustellen. Parallel dazu bearbeitet das beauftragte Architekturbüro die
Planung für den Bauantrag, der voraussichtlich im März 2015 gestellt werden soll.
Saladin
Für das Eckgrundstück Landgraf-Georg-Str. 3 („Saladin-Eck“) ist die Durchführung
eines Wettbewerbs vorgesehen. Die Auslobung befindet sich derzeit in der Bearbei-
tung.
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
3
Wella
Der Aufstellungsbeschluss für das Vorhaben ist herbeigeführt. Für die Offenlage liegen
noch nicht alle notwendigen Gutachten vollständig vor. Der Investor prüft aufgrund der
Lärmemissionen geänderte Nutzungsmöglichkeiten. Soweit möglich wird die Begrün-
dung durch das beauftragte Planungsbüro vorbereitet, ein Antrag auf Zielabweichung
vom RPS 2010 ist in Vorbereitung.
Prinovis
Die Anregungen des Gestaltungsbeirates wurden vom Investor aufgegriffen und wer-
den derzeit im Hinblick auf die Umsetzbarkeit geprüft.
Rückblick
Im Rückblick werden Vorher-Nachher-Impressionen der Projekte Neugestaltung Fas-
sade C&A Ludwigsplatz, Büro- und Geschäftshaus Schleiermacherstraße, Studieren-
denwohnheim Neckarstraße, Wohnbebauung an der Robert-Schneider-Straße und Er-
weiterung des Hotels Jagdschloss Kranichstein vorgestellt (s. Anlage).
Daran anschließend werden die Projekte der Tagesordnung durch die jeweiligen Archi-
tekten bzw. Bauherren/ Investoren vorgestellt.
Die Empfehlungen des Beirates folgen im Anhang.
Als weitere Termine für die nachfolgenden Sitzungen des Gestaltungsbeirats sind fol-
gende Termine festgelegt worden:
Fr, 08.05.2015 11:00 – 17.00 Uhr
Fr, 09.10.2015 11:00 – 17.00 Uhr
Endgültige Zeiten können der Einladung zur Sitzung entnommen werden bzw. werden
unter
http://www.darmstadt.de/standort/stadtentwicklung-und-
stadtplanung/stadtplanung/gestaltungsbeirat/index.htm
veröffentlicht.
………………………………………………………….
gez. S. Michels
Geschäftsstelle Gestaltungsbeirat Darmstadt
Stadtplanungsamt
Darmstadt, 26.02.2015
P R O T O K O L L
GESTALTUNGSBEIRAT DER STADT DARMSTADT
4
………………………………………………………….
gez. Prof. Christa Reicher
Vorsitzende Gestaltungsbeirat
Aachen, 26.02.2015
Anlage:
Empfehlungen des Gestaltungsbeirates zu den Projekten
Genossenschaftliches Wohnprojekt an der Erbacher Straße
Sanierung/ Umbau Wilhelminenstraße 10 (Wilhelminenpassage)
Sozialgebäude auf dem Luisenplatz
Rückblick umgesetzte Projekte
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt : Erbacher Straße
Generationenübergreifendes Wohn- und
Lebensprojekt - Agora
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
11. Sitzung – 23.01.2015
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.01.2015
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
werk.um architekten, Darmstadt
Beschreibung
Bei dem Projekt handelt es sich um eine genossenschaftliche Wohnbebauung mit Tiefgarage,
Cafe´, Seminar- und Gemeinschaftsräumen in insgesamt 4 Gebäuden. Ziel des Vorhabens ist die
Realisierung eines gemeinschaftlichen Wohnprojektes und eines Umfeldes, das Menschen
verschiedener Altersgruppen und unterschiedlicher sozialer und kultureler Herkunft integriert.
Die Gebäude sind auf der Grundlage einer einheitlichen Baustruktur mit modularen Grundrissen
entwickelt. In der Grundrissorganisation wechselt immer eine Wohnzone („Durchwohnen“ mit
Küche-Essen-Wohnen) mit einer Zimmerzone (Zimmer-Bad-Zimmer). Die Dachgeschosse sind als
Staffelgeschosse ausgebildet bzw. verfügen über große Dachterrassen (keine Vollgeschosse). Das
unterste Geschoß (UG kein Vollgeschoss) befindet sich unter der Erde (Haus D) oder schiebt sich
in die vorhandene Hangsituation (Haus A, B, C). Dieses Geschoss ist daher von der Hangseite
nicht sichtbar. Die Erschließung erfolgt über einen barrierefreien, ebenerdigen Zugang im
Erdgeschoss. Alle Häuser werden über ein zentrales Treppenhaus erschlossen, die Gebäude B
und C zusätzlich über einen Laubengang. Alle Erschliessungen erfolgen von der Nord-Ost-Seite
bzw. von Norden.
Unter Haus C befindet sich eine Tiefgarage, die sich bis an den Keller von Haus B erstreckt. Die
Zufahrt ist von der Strasse Am Bunsenberg.
Haus A ist um ein Geschoss höher und verfügt in den untersten Geschossen über ein Cafe´und
Seminarräume. In den oberen Geschossen (2 Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss) sind
Wohnungen vorgesehen (wie auch bei den Gebäuden B – D). Alle Wohnbereiche sind mit Balkonen
und Terrassen nach Südwesten bzw. nach Süden orientiert.
In allen Gebäuden befinden sich „Gästezimmer“, die entweder vom Treppenhaus oder vom
Laubengang direkt erschlossen werden.
Gebäude A besteht aus 2 Baukörpern mit jeweils anderen Fassadenoberflächen (Putz, Eternit-
/Holzfassade). Dieser Materialwechsel ist auch Gestaltungsprinzip der anderen Gebäudefassaden.
Die auskragenden Balkone gliedern die Fassade in der Länge, die Staffelgeschosse bzw.
Dachterrassen in der Höhe. Auf der Erschliessungsseite (Haus B und C) springt die Fassade um
die Tiefe eines Laubengangs zurück und gliedert die Fassade.
Ein öffentlicher Geh- und Radweg stellt eine kurze Verbindung her zwischen der Strasse Am
Bunsenberg und Erbacher Strasse und dient gleichzeitig der Erschliessung der Gebäude A, B und
C. Die Freiflächen des Projektes sind größtenteils öffentlich zugänglich.
Empfehlung
Der Beirat begrüßt dieses architektonisch und städtebaulich ambitionierte Vorhaben mit der
Intention ein Generationenübergreifendes Wohn- und Lebensprojekt der Agora Genossenschaft zu
realisieren.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.01.2015
Stadtplanungsamt Darmstadt
Das vorgeschlagene Konzept, barrierefreie Sozialwohnungen in Verbindung mit freifinanzierten
Wohnungen in ökologisch und energetisch optimierter Bauweise zu errichten, stellt eine
gelungene inhaltliche Kombination an einem verkehrsgünstig gelegenen Standort dar.
Die Integration von Carsharing Angeboten und die funktionale Öffnung durch Café- und
Kulturabgebote sowie Ausbildungsmöglichkeiten in eigens dafür bereitgestellten Räumen wird
vom Beirat außerordentlich begrüßt.
Zur Findung einer optimalen städtebaulichen Figur und zur architektonischen Ausgestaltung hätte
der Beirat sich gewünscht, wenn dieses Projekt schon in einem früheren Stadtium zur Beratung
vorgelegt worden wäre. Im Verlauf der Präsentation wurde klar, dass in dem schon sehr weit
fortgeschrittenen Baungenehmigungsverfahren kaum noch Spielraum besteht, über Alternativen
der baulichen Anordnung und der städtebaulichen Dispositin zu beraten.
Das Café als Herzstück und allgemeiner Treffpunkt sowie Integrationspunkt auch für die schon
existierende Wohnbevölkerung wird in seiner solitären Positionierung vom Beirat begrüßt. Die
angestrebte bauliche Dichte sollte beibehalten werden. Die Höhe der Gebäude erscheint dem
Beirat bis zum Maximum ausgeschöpft. Es wird begrüßt, dass das Café und die 3 Riegel den
Geländeversprung aufnehmen und zwischen den unterschiedlichen Niveaus vermitteln.
Eine dezente Modellierung der Fassade bei der Vielfalt der angebotenen Nutzungen erscheint
einleuchtend; die aufgezeigte Materialität - vor allem die Eternitplatten – überzeugen noch nicht.
Insgesamt sollte zum öffentlichen Weg hin eine größere Ruhe in der Fassadengliederung erzeugt
werden. Der Architekt sollte überprüfen, inwieweit über eine Zurücknahme der sog.
Sonnenschutz-Gerüste eine größere Ruhe und Einheitlichkeit im gestalterischen Ausdruck erreicht
werden kann.
Der Endpunkt des Gebäuderiegels C und die Ausgestaltung der Freiflächen, die zum öffentlichen
Raum führen, sollten überdacht werden. Der Beirat regt an, die Grün- und Freiflächen auf dem
Grundstück insgesamt stärker zu vernetzen, so dass der Eindruck von Restflächen vermieden wird
Zusammenfassung der Rückmeldung
Der Beirat hofft, dass die Anregungen noch im Bau- und Gestaltungsprozess berücksichtigt
werden können, und wünscht diesem genossenschaftlichem Projekt viel Erfolg in der weiteren
Realisierung. Eine nochmalige Behandlung erscheint in Anbetracht des Fortschritts der
Bearbeitung nicht sinnvoll zu sein.
Votum
gez.: Rolf Westerheide
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt: Wilhelminenquartier
Sanierung Wilhelminenstraße
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
11. Sitzung – 23.01.2015
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.01.2015
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser
IFBW, Ingenieurbüro für Brandschutz Wuppertal GmbH
Beschreibung / Städtebauliche Rahmenbedingungen
Das Bestandsgebäude markiert die östliche Ecke der Kreuzung Wilhelminen- und Hügelstraße.
Sowohl durch seine Abmessungen als auch durch seine Lage im Stadtraum kommt ihm eine
hohe städtebauliche, architektonische und gestalterische Bedeutung für die Darmstädter
Innenstadt und ihre künftige Entwicklung zu.
Die besondere städtebauliche Rolle beruht auf der Gelenkfunktion des Gebäudes zwischen zwei
Stadtbausteine. Das ist einerseits der Wilhelminenplatz mit seiner zurückhaltenden
Nachkriegsbebauung, die sich der Dominanz der katholischen Kirche St. Ludwig unterordnet,
und dem erst jüngst neu gestalteten Georg-Büchner-Platz mit dem Staatstheater. Der andere
Stadtbaustein ist die Fußgängerzone der Wilhelminenstraße selbst, die in diesem Bereich
vorwiegend durch die gleichmäßige Taktung von fünfziger Jahre Bauten gekennzeichnet wird,
die jeweils durch eine sanfte Dachneigung abgeschlossen werden.
Dass der Zukunft des „Wilhelminenquartiers“ auch in der Darmstädter Bevölkerung eine
wichtige Rolle beigemessen wird, drückte sich für den Gestaltungsbeirat sehr nachdrücklich in
dem Wunsch nach einem Architektenwettbewerb für das Gebäude aus, der während der
öffentlichen Präsentation vom Publikum geäußerten wurde.
Das aktuelle Erscheinungsbild des Gebäudes ist unbefriedigend. Die Passage, die von der
Wilhelminenstraße aus erschlossen wird, ist durch Leerstände gekennzeichnet.
Empfehlung
Angesichts des schlechten Erscheinungsbildes des Gebäudes begrüßt der Gestaltungsbeirat
die Bestrebungen zu Umbau und Revitalisierung des Hauses. Er unterstützt das Engagement
des Investors, mit dem „Wilhelminenquartier“ 100 Wohneinheiten zu verwirklichen und damit
das innerstädtische Wohnen in Darmstadt zu stärken und dies mit einer gewerblichen Nutzung
in der Erdgeschosszone zu verbinden.
Die ebenso herausragende wie sensible städtebauliche Lage des Hauses als Gelenk zur
Wilhelminenstraße fordert jedoch eine angemessene städtebauliche, architektonische und
gestalterische Qualität.
Der Begriff der gestalterischen Qualität beschränkt sich dabei nicht auf Fassadenkosmetik,
sondern umfasst ein ganzheitliches Konzept in dem sich Funktion und Form verbinden.
Der Gestaltungsbeirat ist der Überzeugung, dass es dem Investor durch eine solche
qualitätvolle Gestaltung gelingen kann, eine Visitenkarte für sich und die Darmstädter
Innenstadt zu verwirklichen.
Die vorgestellten Planungsansätze lassen eine der Bauaufgabe angemessene städtebauliche,
architektonische und gestalterische Qualität bisher nicht erkennen. Dies betrifft die
Formfindung insgesamt, die Ablesbarkeit der Funktionen, die Fassadengestaltung und die
Frage der Materialität.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.01.2015
Stadtplanungsamt Darmstadt
Daher empfiehlt der Gestaltungsbeirat im Einzelnen - sofern es nicht doch noch zu einem
wünschenswerten Architektenwettbewerb kommt - sich von der vorhandenen Kleinteiligkeit des
Bestandsgebäudes als Referenzgröße zu lösen, um so zu einer gleichermaßen
zurückhaltenden wie beruhigten Gesamtstruktur des Gebäudes zu gelangen, die eine klare
Ablesbarkeit von Funktionsbereichen ermöglicht und sich in den städtebaulichen
Zusammenhang einfügt.
Die vorhandene Dachschräge ist zwingend zu bewahren. Sie erklärt sich aus dem historischen
Gegenüber des „Wilhelminenquartiers“ und gibt die Traufhöhe vor.
Einer zusätzlichen Verdichtung – gerade im Dachbereich - steht der Gestaltungsbeirat
ablehnend gegenüber, da bereits der Bestandsbau seiner Einschätzung nach das für den Ort
verträgliche Maß an Dichte überschreitet.
Zudem droht sie das Erscheinungsbild weiter zu verunklären.
Weiteres Vorgehen
Angesichts der erläuterten Bedeutung des Projektes für die Darmstädter Innenstadt freut sich
der Gestaltungsbeirat darauf, die Überarbeitung mit vertiefenden Aussagen zur Beratung
vorgelegt zu bekommen.
Votum
gez. Dr. Jürgen Tietz
Stadtplanungsamt Darmstadt
Gemeinsame Empfehlung
Projekt:
Sozialgebäude auf dem Luisenplatz
Gestaltungsbeirat
Darmstadt
11. Sitzung – 23.01.2015
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.01.2015
Stadtplanungsamt Darmstadt
Entwurfsverfasser:
K+R Plan, Architekt Krug
Im Auftrag von: HEAGmobilo
Beschreibung:
Entstehen soll ein Aufenthaltsbereich für max. 15 Personen (ca. 250 / Tag), ein Sanitär-
bereich sowie eine Teeküche.
Im Sanitärbereich sind unterzubringen: WC Damen mit Vorraum und 2 Toiletten sowie WC
Herren mit Vorraum und 2 Toiletten und 2 Urinalen.
Der Aufenthaltsbereich muss die Unterbringung ermöglichen von: Sitzplätzen für 15 Mit-
arbeiter, Spinde für 18 Taschenfächer, Hängeflächen für Aushangtafeln, Infoterminal,
Eimer für Fundsachen, Kaffeeautomat, Speisenautomat, Wasserspender, Getränkeauto-
mat, Küchenzeile mit Kühlschrank und Spüle, Standplatz für Mikrowelle, Leergut.
Außerdem müssen ein Lüfter, ein Server-Schrank, ein Zählerschrank und ein Klimagerät
auf dem Dach möglich sein.
Auf Grund der Geräuschentwicklung der Einbauteile soll der Aufenthaltsbereich räumlich
von den Geräten getrennt sein.
Eine Einsicht von außen in den Aufenthaltsbereich ist nicht gewünscht. Entsprechende
Maßnahmen sind für die Fensterbereiche vorzusehen.
Der Zugang soll nicht vom Platz aus erfolgen.
Die Grundrisskonzeption des Gebäudes erfolgt nach Vorgabe des Stadtplanungsamtes:
eine Achteck-Konstruktion analog der vorhandenen Wartebereiche in Abstimmung mit
Systemherstellern als Fertigteilkonstruktion.
Sie wird hergestellt in 3 Bauteilen: Stahlkonstruktion als Sandwichelementen, Flachdach,
Außenfassade Glas, Sockelbereich „massiv“ (Trespa oder ähnlich)
Durchmesser des Gebäudes: 8,70m oder geringer; Höhe 2,80m oder nach minimierten
konstruktiven Möglichkeiten / technischen Vorgaben
Empfehlung
Der Gestaltungsbeirat steht dem Neubau eines Sozialraumes auf dem Luisenplatz sehr kritisch
gegenüber.
Wenngleich die Notwendigkeiten und Ansprüche an die Organistion und Funktionalität eines
Sozialraumes für die Bahn- und Busfahrer(innen) nachvollziehbar sind, ist der Standort auf
dem Platz, einem besonderen, historischen Ort nicht naheliegend.
Sollte der Standort, aufgrund fehlender Alternativen, dennoch weiter verfolgt werden müssen,
wird zu einer grundlegenden Überarbeitung des Entwurfs geraten.
Der Gestaltungsbeirat empfiehlt der Stadt Darmstadt die Chance zu nutzen und ein selbst-
verständliches, unprätentiöses Gebäude als Baustein einer durchgängigen Stadtmöblierung zu
entwickeln.
Gemeinsame Empfehlung des Gestaltungsbeirats Darmstadt 23.01.2015
Stadtplanungsamt Darmstadt
Da die zusätzliche Ausstattung öffentlicher Plätze durch Wartebereiche, öffentlichen WC’s usw.
an vielen Stellen im Stadtbereich notwendig ist, wäre es wünscheswert diese Bausteine in der
Qualität einer Visitenkarte für die Stadt durchgängig zu gestalten.
Der Gestaltungsbeirat begrüßt die Offenheit und Bereitschaft des Planers und des Bauherrn in
den Diskurs mit dem Stadtplanungsamt und in eine neue Entwurfsphase einzutreten.
Zusammenfassung der Rückmeldung:
Eine Wiedervorstellung nach intensiver Überarbeitung ist wünschenswert.
Votum:
aufgestellt: Susanne Wartzeck
2015/0091
2666 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
17.03.2015
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlu ng
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Stadtplanungsamt
OBW bei abschl .
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2015/0091
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Protokoll 11. Sitzung Gestaltungsbeirat
Vorlage vom: 06.03.2015
Beschlussvorsch lag:
Das Protokoll der 11. Sitzung des Gestaltungsbeirates wird zur Kenntnis genommen.
Anlagen: Protokoll 11. Sitzung Gestaltungsbeirat
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 06.03.2015
Im Dezember 2011 hat der Magistrat bzw. die Stadtverordnetenversammlung die Einrichtung
eines Gestaltungsbeirates beschlossen (Vorl. -Nr. 2011/ 0491).
Die 11. Sitzung des Gestaltungsbeirats fand am 23.01.2015 statt.
An der Sitzung nahmen die Mitglieder des Beirates, die Baudezernentin, Vertreterinnen und
Vertreter der politischen Parteien, Vertreterinnen und Vertreter der Verwaltung sowie die
Geschäftsstelle teil.
Im öffentlichen Teil ware n interessierte Bürgerinnen und Bürger anwesend, ebenso waren
Interessengruppen und Verbände vertreten.
Zu Beginn der Sitzung wurde Herr Dr. Tietz als neues Mitglied des Gestaltungsbeirates
begrüßt.
Dann berichtete zunächst die Baudezernentin über den Stand der Projekte der vorangegan -
genen Sitzung sowie über inzwischen umgesetzte Projekte.
Anschließend wurden die Vorhaben „Wohnbebauung an der Erbacher Straße“, „Sanierung/
Umbau Wilhelminenquartier“ sow ie „Sozialgebäude auf dem Luisenplatz“ durch die
jeweiligen Architekten bzw. Bauherren vorgestellt; es folgte eine teilweise lebhafte Diskussion
mit den wieder zahlreich erschienenen Gästen.
Im Anschluss wurden alle Projekte im nicht -öffentlichen Sitzungs teil mit den jeweiligen
Bauherren und den Architekten diskutiert und besprochen.
Der Stellungnahmen des Beirates zu den Projekten sind im anliegenden Protokoll ersichtlich.
Das Protokoll wird im Internet veröffentlicht.
Die Dezernentin III
Cornelia Zuschke
Stadträtin
Darmstadt, den 06 .03.2015
61.1.0 mi
Nst. 2590
Beratungsverlauf (1)
Orte (12)
- Erbacher Straße
- Neckarstraße
- Robert-Schneider-Straße
- Hügelstraße
- Wilhelminenstraße 10
- Luisenplatz
- Schlossgraben 1
- Ludwigsplatz
- Wilhelminenplatz
- Pankratiusstraße
- Landgraf-Georg-Straße 3
- Schleiermacherstraße
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2015/0091
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 06.03.2015
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00