1545/2018
„Wie inklusiv ist das Quartier?“
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Mitteilung Ausschuss
6274 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
V/5001/2
Vorlagen-Nummer 11.05.2018
1545/2018
Mitteilung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik 29.05.2018
Ausschuss Soziales und Senioren 14.06.2018
„Wie inklusiv ist das Quartier?„
hier: Generationengerechtigkeit und Barrierefreiheit zweier Wohnquartiere
Exemplarische Erhebung der Generationengerechtigkeit und Barrierefreiheit zweier Wohn-
quartiere und Erarbeitung eines Kriterienkatalogs für die zukünftige Planung von Wohnquar-
tieren
Die Stadt Köln verfolgt das Ziel, älteren Menschen und Menschen mit Behinderung ein selbstbe-
stimmtes Leben, eine aktive Teilhabe und einen möglichst langen Verbleib in ihrer vertrauten Umge-
bung zu ermöglichen. Damit dies möglich ist, werden inklusive Wohnquartiere benötigt.
Die Stadt Köln verfügt jedoch über keine detaillierten Informationen, wie generationengerecht und
barrierefrei die bestehenden Wohnquartiere sind. Und sie verfügt über keinen Kriterienkatalog, wie
zukünftig Wohnquartiere geplant oder umgestaltet werden sollten, um generationengerecht und barri-
erefrei zu sein.
Daher soll exemplarisch in den beiden Wohnquartieren Kannebäcker-Siedlung (Humboldt-
Gremberg) und Berliner Straße (Mülheim) deren Generationengerechtigkeit und Barrierefreiheit er-
hoben und daraus ein Kriterienkatalog abgeleitet werden.
Im Mittelpunkt der Erhebungen und des Kriterienkatalogs sollen die öffentlichen Räume, öffentlich
zugänglichen Gebäude und sonstige (öffentliche oder private) Infrastruktureinrichtungen stehen. Es
geht also beispielsweise um die Themengebiete Freizeitgestaltung, Einkaufen und Nutzung des öf-
fentlichen Straßenraums sowie der öffentlichen und halböffentlichen Grünflächen, Mobilität und Ver-
kehr, aber möglicherweise auch um den Bereich der Gesundheit und der Pflege.
Die Erfordernisse von älteren Menschen und Menschen mit Behinderung nehmen dabei zwar eine
zentrale Rolle ein, die Maßnahmen kommen im Ergebnis jedoch allen Bewohner*innen zu Gute (z. B.
Familien).
Leitprojekt des Dezernates Soziales, Integration und Umwelt
Durch die Anmeldung von sogenannten „Leitprojekten“ im Rahmen der Haushaltsaufstellung 2018
haben die Dezernate die Möglichkeit erhalten, explizit über das Tagesgeschäft hinausgehende Inno-
vations-, Veränderungs- und Ausbauprojekte im Haushalt 2018 zu verankern. Diese Projekte sollen in
besonderer Weise eine Antwort auf die strategischen Herausforderungen unserer Stadt geben und
ihre Zukunftsfähigkeit im Sinne von Nachhaltigkeit und Widerstandskraft (Resilienz) stärken. (Vgl. Ds.
3568/2017)
Das Dezernat Soziales, Integration und Umwelt hat unter dem Leitthema „Leben in den Veedeln stär-
ken“ als Leitprojekt die Umsetzung des Handlungskonzeptes zur Kölner Behindertenpolitik angemel-
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det und als strategischen Schwerpunkt das Projekt „Wie inklusiv ist das Quartier?“ ausgewählt.
Dies ermöglichte im Januar 2018 das Kölner Planungsbüro Dr. Jansen mit der Durchführung der Er-
hebung und der Erarbeitung des Kriterienkatalogs zu beauftragen. Das Projekt wird auf Seiten der
Stadt Köln durch den Behindertenbeauftragten begleitet.
Programm „Starke Veedel – Starkes Köln“
Ausgewählt wurden zwei Quartiere des Programms „Starke Veedel – Starkes Köln“. Mit diesem Pro-
gramm soll in insgesamt elf Sozialraumgebieten Maßnahmen umgesetzt werden, in denen die The-
men der Gleichstellung, Nichtdiskriminierung und Barrierefreiheit als Querschnittsaufgaben behandelt
werden.
Es wurden bewusst zwei sehr unterschiedlich strukturierte Quartiere ausgewählt:
Die Kannebäcker-Siedlung liegt in Humboldt-Gremberg. Die Häuser sind überwiegend in den Jahren
1967 bis 1970 gebaut worden und befinden sich überwiegend im Eigentum der GAG Immobilien AG.
In der Siedlung dominiert die Wohnnutzung.
Fotos: Stadt Köln
Das zweite Quartier liegt zu beiden Seiten der Berliner Straße in Mülheim-Nord. Ein größerer Teil der
Häuser (vor allem entlang der Berliner Straße und der direkten Seitenstraßen) sind in den Jahren
1870 ff. gebaut worden. Die in den Jahren 1968 bis 1971 gebaute Hacketäuersiedlung befindet sich
im Eigentum der GAG Immobilien AG. Ansonsten überwiegt Einzeleigentum. Die Nutzung im Gebiet
ist gemischt: Neben dem Wohnen finden sich auch einzelne Gewerbebetriebe, Einrichtungen der so-
zialen Infrastruktur und vor allem entlang der Berliner Straße Einzelhandelsgeschäfte (Stadtteilzent-
rum).
Fotos: Stadt Köln
Niedrigschwellige und barrierefreie Beteiligung
Die Erhebungen sollen unter aktiver Beteiligung der im Wohnquartier lebenden älteren Menschen und
Menschen mit Behinderung durchgeführt werden kann. Ebenso sollen diese Personen auch an der
der Erarbeitung des Kriterienkatalogs beteiligt werden.
Dabei wird auf einen besonders niedrigschwelligen Zugang geachtet. Mit den Beteiligungsangeboten
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wird daher bewusst auf die Menschen zugegangen, sie werden aktiv ‚abgeholt‘. Zudem sollen alle
Veranstaltungen und Veröffentlichungen umfassend barrierefrei gestaltet werden.
In den letzten Wochen wurde in Gesprächen mit den Sozialraumkoordinatoren*innen und anderen
Quartiersakteuren festgelegt, auf welche Art und Weise die Beteiligung stattfinden soll. Dabei wurde
entschieden, in den beiden Quartieren unterschiedliche Beteiligungsformen zu erproben:
In der Kannebäcker-Siedlung werden Quartiersbegehungen angeboten, zu denen die Mie-
ter*innen der GAG Immobilien AG im Rahmen einer aktivierenden Befragung an den Wohnungs-
türen eingeladen werden. Zu diesen Quartiersbegehungen sind auch die Mitglieder des Arbeits-
kreises Barrierefreies Köln eingeladen. Zudem wird es einen Infostand auf dem Wochenmarkt und
eine Beteiligungsveranstaltung im Quartier geben. Das Projekt wird durch die GAG Immobilien
AG aktiv unterstützt.
Im Quartier an der Berliner Straße werden im Quartier wohnende Menschen mit Behinderung in
Alltagssituationen begleitet, um die Barrieren zu erleben, die ihre Teilhabe behindern. Zudem wird
ein regelmäßiger Treff im Bürgerzentrum MüTZe genutzt, um mit Menschen mit Behinderung über
die Barrieren im Quartier ins Gespräch zu kommen.
Die Stadtarbeitsgemeinschaft wird über den Fortgang des Projektes fortlaufend informiert werden.
Gez. Dr. Rau
Beratungsverlauf (2)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 1545/2018
- Typ
- Mitteilung Ausschuss
- Datum
- 11.05.2018
- Erstellt
- 09.05.2018 10:04