Mandari Insight

V/0701/2021

Statusbericht zur Schulentwicklungsplanung (SEP) für die Berufskollegs

Vorlagen 10.09.2021

KI-Zusammenfassung

Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.

KI-Analyse läuft...

vergangen

Was passiert gerade?

  • 📄 Dokumente werden analysiert...
  • 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
  • ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
  • ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...

Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.

Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 29.09.2021, TOP 29

Anlage 2: Statistikbericht zur Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs

· application/pdf

Ansehen

Anlage 1: Ratsantrag A-R-0005-2017

· application/pdf

Ansehen

Beschlussvorlage

· application/pdf

Ansehen

Anlage A

· application/pdf

Ansehen

Anlage 2: Statistikbericht zur Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs

16039 Zeichen

1 
 
Statistik Berufskollegs 
1. Schülerzahlen 
Im Schuljahr 2020/2021 besuchten 16.371 Schülerinnen und Schüler (SuS) ein städtisches Berufs-
kolleg. Die Schülerzahlen haben sich an den einzelnen Berufskollegs im Zeitraum von zehn Jahren 
unterschiedlich entwickelt. Im Vergleich zum vorherigen Schuljahr (SJ) sind geringe Veränderungen 
zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der SuS aller Berufskollegs blieb in den vergangenen Jahren über-
wiegend konstant (mit Ausnahme der Integration des ESPA in das Anne-Frank-Berufskolleg, siehe 
auch Pkt. 6). 
Aus den vorliegenden Zahlen lässt sich  weder der Trend eines Schülerschwunds, noch eines be-
sonderen Zuwachses ableiten. Die Entwicklung einzelner Bildungsgänge kann davon abweichen. 
Im Abschnitt 5 wird die Schülerzahlentwicklung ausgewählter Bildungsgänge näher betrachtet. 
 
 SJ 
10/11 
SJ 
15/16 
SJ 
19/20 
SJ 
20/21 
Veränderung von 10/11 
zu 20/21 
Veränderung von 19/20 
zu 20/21 
Adolph-Kolping-Berufskolleg 2.481 2.372 2.168 2.047 -17,5% -5,6% 
Anne-Frank-Berufskolleg 1.426 1.262 1.696 1.697 19,0% 0,1% 
Hansa-Berufskolleg 3.905 4.236 4.283 4.106 5,1% -4,1% 
Hans-Böckler-Berufskolleg 3.107 2.900 3.098 2.969 -4,4% -4,2% 
Ludwig-Erhard-Berufskolleg 3.272 3.123 2.754 2.693 -17,7% -2,2% 
W.-E.-v.-Ketteler-Berufskolleg 2.706 2.696 2.800 2.859 5,7% 2,1% 
Gesamt 16.897 16.589 16.852 16.371 -3,1% -2,9% 
 Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster 
 
 
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster 
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
5.000
10/11 11/12 12/13 13/14 14/15 15/16 16/17 17/18 18/19 19/20 20/21
Entwicklung der Schülerzahlen an städtischen Berufskollegs-
SJ 2010/2011 - 2020/2021
Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg Ludwig-Erhard-Berufskolleg
Hans-Böckler-Berufskolleg Hansa-Berufskolleg
Anne-Frank-Berufskolleg Adolph-Kolping-Berufskolleg
Anlage 2 zur Vorlage V/0701/2021

2 
 
2. Bildungsgänge 
Die Berufsschule bildet in absoluten Zahlen den größten Bereich unter den Bildungsgängen 
(n=12.078). Die duale Ausbildung stellt in einzelschulisch unterschiedlicher Ausprägung auch den 
relativ höchsten Anteil am Gesamtangebot der Berufskollegs. Die Ausnahme bildet das Anne-Frank-
Berufskolleg, an dem schulische Bildungsgänge wie Berufsfachschule, Fachoberschule und Beruf-
liches Gymnasium ebenfalls einen hohen Anteil am gesamten Bildungsangebot ausmachen. Das 
gleiche gilt für die Bildungsgänge der Fachschule, welche als Weiterbildungssegment gesondert von 
den (pflicht-)schulischen Bildungsgängen zu betrachten ist. 
Unterschiedliche Verteilungen von Bildungsgängen an den Einzelschulen lassen sich v.a. auf die 
abgegrenzten Schulprofile/ Schwerpunkte zurückführen. Das Anne -Frank-Berufskolleg bietet z. B. 
viele schulische Bildungsgänge des Sozial - und Gesundheitswesens an. Das Hansa -Berufskolleg 
bedient die Nachfrage nach kaufmännischen Ausbildungsberufen durch einen entsprechend hohen 
Anteil der Berufsschule an allen Bildungsgängen. 
 
 
3. Alter, Geschlecht & Staatsangehörigkeit der 
Schülerinnen und Schüler 
Das Alter der SuS an Berufskollegs lag am 31.12. 2020 zwi-
schen 15 und 60 Jahren, das Durchschnittsalter bei 21,2 Jah-
ren. Mehr als die Hälfte war zu diesem Zeitpunkt jünger als 21 
Jahre. Den wesentlichen Anteil  an der Schülerschaft bilden 
mit etwa 88 % die unter 26-Jährigen. Die Altersstrukturen der 
Einzelschulen weichen je nach Schulprofil und den Anteilen 
der entsprechenden Bildungsgänge voneinander ab. Unter-
schiede zeigen sich in der Betrachtung der Altersstruktur dif-
ferenziert nach Bildungsgängen – die schulischen Bildungs-
gänge (außer Fachschule) sind demnach „jünger“ als die Be-
rufsschule. 
 
4,7%
7,6%
32,4%
55,3%
Alterstruktur der SuS an den 
städtischen Berufskollegs 
Münster, Dezember 2020
31 - 60 Jahre 26 - 30 Jahre
21 - 25 Jahre 15 - 20 Jahre
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster 
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Anteil der einzelnen Bildungsgänge am Gesamtangebot der Berufskollegs -
Münster 2020/2021
Ausbildungsvorbereitung
Fachschule
Fachoberschule
Berufliches Gymnasium
Berufsfachschule
Berufsschule
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster

3 
 
 
Hinsichtlich der Geschlechteranteile weisen die Einzelschulen erhebliche Unterschiede auf. Dies 
lässt sich durch die verschiedenen, voneinander abgegrenzten Schulprofile erklären. So liegt der 
Anteil der Schülerinnen am Anne-Frank-Berufskolleg (Schwerpunkt Sozial- und Gesundheitswesen 
u.a.) bei ca. 71 %, während am Hans-Böckler-Berufskolleg (Schwerpunkt Technik und Naturwissen-
schaften) etwa jeder siebte Schulplatz weiblich besetzt ist. 
 
 
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster 
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Berufs-
schule
Berufs-
fachschule
Berufl.
Gymnasium
Fachober-
schule
Fachschule
Alter der SuS an städtischen Berufskollegs nach Bildungsgang
SJ 2020/2021
31-61 Jahre
26-30 Jahre
21-25 Jahre
15-20 Jahre
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster 
0,0%
10,0%
20,0%
30,0%
40,0%
50,0%
60,0%
70,0%
80,0%
90,0%
Anteil der Schülerinnen an städtischen Berufskollegs - Münster 2011 bis 2020
Adolph-Kolping-BK Anne-Frank-BK Hansa-BK
Hans-Böckler-BK Ludwig-Erhard-BK W.-E.-von-Ketteler-BK
gesamt

4 
 
Die Mehrheit der Schülerschaft ist gleichwohl männlich. Bei der Betrachtung von Geschlecht und 
Staatsangehörigkeit überwiegt der männliche Anteil und ist bei ausländischen Schülerinnen und 
Schülern stärker ausgeprägt.  
 
 
Der sprunghafte Anstieg von ausländischen Schülerinnen und Schülern ab dem Schuljahr 
2015/2016 zeigt den Schuleingang Geflüchteter in die Berufskollegs. Hierfür wurden zunächst Inter-
nationale Förderklassen eingerichtet. Mittlerweile sind diese jungen Menschen in die regulären Bil-
dungsgänge der Berufskollegs gewechselt.   
Insgesamt hat sich der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler an den städtischen Be-
rufskollegs seit dem Schuljahr 2010/2011 stetig erhöht. Dabei fiel die Entwicklung an den einzelnen 
Berufskollegs allerdings unterschiedlich aus. Am stärksten ist der Anteil der ausländischen Schüle-
rinnen und Schüler am Adolph -Kolping-Berufskolleg von 5,7% im SJ 2010/2011 auf 15,1% im SJ 
2016/2017 und auf 16,8% im Schuljahr 2020/2021 angestiegen. Auch am Anne Frank-Berufskolleg 
ist ein Anstieg der ausländischen  Schülerinnen und Schüler zu beobachten  (von 8,8% im SJ 
20210/2011 auf 14,6% im SJ 2016/2017 auf 18,6% im SJ 2020/2021).  Dies hängt unmittelbar mit 
den Bildungsgang der Internationalen Förderklasse an den beiden Berufskollegs zusammen.  
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster 
9.469 8.370 1.099
6.902 6.249 653
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
gesamt Deutsche Ausländer
Schüler/-innen nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit Münster - Schuljahr 
2020/2021
weiblich
männlich

5 
 
 
 
4. Wohn- und Ausbildungsorte der Schülerinnen und Schüler 
Von den Schülerinnen und Schülern der städtischen Berufskollegs haben 37,1 % ihren Wohnsitz in 
Münster. Das heißt, dass ca. zwei Drittel von ihnen zum Schulbesuch aus den Umlandkreisen (oder 
weiter entfernten Wohnorten) einpendeln. Im NRW -weiten Vergleich weist Münster den höchsten 
Anteil an Einpendlern auf (siehe auch Zwischenbericht, S. 38 ff.). Differenziert nach Bildungsgängen 
weist die Berufsschule mit ca. 60 % den höchsten Anteil an Pendlern auf.  
 
Die Ausbildungsorte der Schülerinnen und Schüler der Berufsschule befinden sich demgegenüber 
etwa zur Hälfte innerhalb von Münster. Stellt man die Ausbildungsorte den Wohnorten gegenüber, 
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster 
37,1%
5,6%
12,0%
18,8%
14,1%
2,0%
10,5%
Wohnorte (Kreis) der SuS an städtischen Berufskollegs, SJ 2020/2021
n=16.371
Münster
Borken
Coesfeld
Steinfurt
Warendorf
Recklinghausen
sonstige
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster 
0,0%
2,0%
4,0%
6,0%
8,0%
10,0%
12,0%
14,0%
16,0%
18,0%
20,0%
Anteil der ausländischen Schüler/innen an städtischen Berufskollegs - Münster 
2010 /2011 bis 2020/2021
Adolph-Kolping-BK Anne-Frank-BK Hansa-BK
Hans-Böckler-BK Ludwig-Erhard-BK W.-E.-von-Ketteler-BK
gesamt

6 
 
so zeigt sich neben der starken Nachfrage nach den Berufskollegs aus dem Umland auch ein um-
fassendes Angebot an betrieblichen Berufsausbildungsplätzen in Münster.  
 
 
Auch zwischen den Schulen sind die Anteile der SuS aus den Umlandkreisen und aus Münster 
unterschiedlich verteilt. Am Anne-Frank-Berufskolleg kommen über 60 % der SuS aus Münster. Aus-
schlaggebend ist der hohe Anteil an schulischen Bildungsgängen, deren Pen dleranteil wiederum 
geringer ausfällt (s.u.). Das Ludwig-Erhard-Berufskolleg wird etwa zur Hälfte von SuS aus Münster 
besucht und weicht damit trotz hohem Berufsschulanteil am Bildungsgangangebot vom durch-
schnittlichen Anteil der SuS in der Berufsschule ab (schulübergreifend). 
 
 
 
 
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Adolph-Kolping BK Anne-Frank-BK Hansa-BK Hans-Böckler-BK Ludwig-Erhard-BK W.E.-v.-Ketteler BK
Wohnorte (Kreis) der SuS an städtischen Berufskollegs, SJ 2020/2021
Münster Borken Coesfeld Steinfurt Warendorf sonstige
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster 
 
47,6%
6,7%
7,8%
15,9%
11,1%
2,1%
8,8%
Ausbildungsorte (Kreis) der Sus an städtischen Berufsschulen, SJ 2020/2021
Münster
Borken
Coesfeld
Steinfurt
Warendorf
Recklinghausen
sonstige
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster

7 
 
Differenziert man die Wohnorte nach Bildungsgängen, treten deutliche Unterschiede hervor. Vor 
allem die berufsvorbereitenden (Ausbildungsvorbereitung), aber auch die schulischen Bildungs-
gänge der Berufskollegs werden zum größten Teil von SuS aus Münster besucht. Aufgrund der 
geringen absoluten Schülerzahlen hat dies einen geringen Einfluss auf die gesamte Pendlerquote. 
Die Wohnortnähe zur Schule kann hier eine wesentliche Rolle spielen.  
 
 
5. Ausbildungsqualität und –entwicklung 
Anhand ausgewählter Bildungsgänge werden die Entwicklungen spezifischer Berufsfelder sichtbar. 
Hierfür wurden exemplarisch neben vier Bildungsgängen der Berufsschule, 
 
 Kaufleute für Versicherungen und Finanzen, Schwerpunkt Versicherungen  
 Kaufleute für Büromanagement1 
 Kfz- Mechatroniker  
 Fachkraft für Lagerlogistik 
 
auch die Berufsfachschule mit dem Abschluss Fachhochschulreife (FHR) für alle städtischen Be-
rufskollegs ausgewählt. Die Auswahl der Bildungsgänge erfolgt exemplarisch anhand verschiedener 
Kriterien, wie die Vielfalt der Berufsfelder und die hohen Nachfragezahlen. 
Die Schülerzahlen der ausgewählten dualen Ausbildungsgänge weisen überwiegend konstante 
Werte auf. Bei den Ausbildungszahlen für Kaufleute für Büromanagement sowie für Fachkräfte für 
Lagerlogistik war in der Vergangenheit zwar ein Rückgang zu verzeichnen. Allerdings ist dieser 
Trend in den vergangenen Schuljahren fortschreitend schwächer ausgeprägt und wird voraussicht-
lich auf dem aktuellen Niveau verbleiben. Für die zukünftigen Schuljahre ist daher von einer weiter-
hin hohen Schülerzahl und einer entsprechend hohen Nachfrage auszugehen.  
 
                                                
1 Im Bildungsgang Kaufmann/-frau für Büromanagement wurden für die Schuljahre 2009/2010 bis 2016/2017 die Bildungsgänge ‚Büro-
kaufmann/-frau‘ und ‚Kaufmann/-frau f. Bürokommunikation‘ miteingefasst, da diese seit dem SJ 2014/2015 in den Bildungsgang ‚Kauf-
mann/-frau für Büromanagement‘ übergegangen sind. 
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Ausbildungs-
vorbereitung
Berufs-
schule
Berufsfach-
schule
Berufl.
Gymnasium
Fachober-
schule
Fachschule
Wohnorte (Kreis) der SuS an städtischen BKs nach Bildungsgang, SJ 
2020/2021
Münster Borken Coesfeld Steinfurt Warendorf Sonstige
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster

8 
 
 
 
 
Ähnlich verhält es sich bei der Betrachtung der Bildungsgänge der Berufsfachschule (FHR). Hier 
zeigen sich jedoch unterschiedliche Entwicklungen nach Fachberei chen. Während in drei Fachbe-
reichen lediglich geringe Schwankungen der Schülerzahlen zu beobachten sind, verzeichnet der 
Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung innerhalb von vier Schuljahren einen Rückgang der Schü-
lerzahlen um ca. ein Drittel. Im Vergleich zur Vorjahreserhebung ist dieser Trend abgeschwächt. Die 
zukünftige Entwicklung sollte aufmerksam beobachtet werden. 
 
 
0
100
200
300
400
500
600
700
2009/
2010
2010/
2011
2011/
2012
2012/
2013
2013/
2014
2014/
2015
2015/
2016
2016/
2017
2017/
2018
2018/
2019
2019/
2020
2020/
2021
Schüler/innen an städtischen BKs nach Bildungsgang
Kaufmann/-frau für Versicherungen 
und Finanzen – Versicherung
Kraftfahrzeugmechatroniker/-in
Fachkraft für Lagerlogistik Kaufmann/-frau für Büromanagement
0
100
200
300
400
500
600
700
800
900
2009/
2010
2010/
2011
2011/
2012
2012/
2013
2013/
2014
2014/
2015
2015/
2016
2016/
2017
2017/
2018
2018/
2019
2019/
2020
2020/
2021
Schülerinnen und Schüler an städtischen BKs nach Bildungsgängen mit Abschluss 
Fachhochschulreife 
Fachbereich Gestaltung Fachbereich Informatik Fachbereich Technik/
Naturwissenschaften
Fachbereich Wirtschaft
und Verwaltung
Fachbereich Gesundheit
und Soziales
Fachbereich Ernährung/
Hauswirtschaft
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster

9 
 
 
6. Fazit und Ausblick 
Die Schülerzahlen der Berufskollegs haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Schul-
strukturelle Veränderungen wie die Zusammenlegung des ESPA - und des Anne-Frank-Berufskol-
legs machen gleichwohl deutlich, dass diese Werte zahlreichen Einflussvari ablen unterliegen. Be-
rufskollegs sind aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe zu Entwicklungen am Arbeitsmarkt und der damit 
verbundenen Attraktivität von Berufsbildern davon in besonderem Maße betroffen. Gleichzeitig ha-
ben die wirtschaftlichen Entwicklungen auch Einfluss auf die Entwicklung der Berufskollegs. Die An-
nahmen zur zukünftigen Entwicklung der Schülerzahlen beziehen sich in aller Regel auf erkennbare 
Trends über einen Zeitraum von zehn Schuljahren bzw. die Erkenntnisse des vorherigen Schuljah-
res. Die in der Vergangenheit liegenden wesentlichen Einflussfaktoren auf die Schülerzahlen der 
Berufskollegs sind in den Statistiken sichtbar und ihr Einfluss nachzuvollziehen.  
 
Die unterschiedlichen Anteile der Bildungsgänge machen deutlich, inwieweit die Angebote und Pro-
file an den einzelnen Berufskollegs variieren. Dies lässt sich auch anhand der Geschlechtervertei-
lung nachvollziehen. Aufgrund des weiterhin geschlechterspezifischen Wahlverhaltens hinsichtlich 
der Bildungsgänge und der abgegrenzten Schulprofile ist davon auszugehen, dass wesentliche Ver-
änderungen der Geschlechteranteile an den Schulen auch hierbei zukünftig nicht zu erwarten sind.  
 
Die Wohnorte der SuS zeigen, dass die Schülerschaft sich weiterhin überwiegend aus den Umland-
kommunen zusammensetzt.  
 
Stellt man aber die Einpendlerzahlen den Ausbildungsorten gegenüber, so wird deutlich, dass in-
nerhalb der Stadt auch die entsprechenden Ausbildungsangebote vorgehalten werden. Das bedeu-
tet, dass neben den schulischen auch die betrieblichen Ausbildungsangebote in Münster in hohem 
Maße aus dem Umland wahrgenommen werden. Die Schülerinnen und Schüler aus den Umland-
kommunen pendeln folglich nicht allein für den schulischen Ausbildungsanteil ihrer dualen Berufs-
ausbildung nach Münster. Dies verdeutlicht die hohe Attraktivität, aber auch die gute Erreichbarkeit 
des Bildungsstandortes Münster. 
 
Der Blick auf die Ausbildungsgänge mit hoher Nachfrage zeigt eine überwiegend konstante Entwick-
lung, die sich voraussichtlich weiter f ortsetzen wird. Die Entwicklung der Schülerzahlen des Fach-
bereichs Wirtschaft und Verwaltung sollte gleichwohl aufmerksam beobachtet  werden und evtl. 
Rückschlüsse hinsichtlich der Nachfrage dieser Fachrichtung getroffen werden. 
Im Zusammenhang mit der Attr aktivität des Standortes Münster und der hohen Anteile an (Aus -) 
Bildungsangeboten vor Ort ist zukünftig von einer weiterhin hohen Nachfrage nach beruflicher Bil-
dung auszugehen. Dafür spricht auch die im Münsterland starke Überschneidung von Angebot und 
Nachfrage von Ausbildungsberufen im bundesweiten Vergleich (Berufsbildungsbericht 2019, S. 13).

Anlage 1: Ratsantrag A-R-0005-2017

4911 Zeichen

Antrag an den Rat Nr. : A-R/0005/2017 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster 
 
Bahnhofstraße 9 
48143 Münster 
Tel. (0251) 45 314 
Fax (0251) 511 750 
www.spd-muenster.de 
 
 
„Schritt halten mit der technischen 
Entwicklung – technische Ausstattung 
unserer Berufskollegs verbessern“ 
Antrag an den Rat der Stadt Münster  
zur Verweisung an den ASW 
 
 
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
1. Die Verwaltung wird beauftragt, mit den städtischen Berufskollegs in einen Dialog über die 
notwendige technische Ausstattung der Schulen einzutreten und dabei insbesondere die Hand-
lungsbedarfe zu identifizieren, die für eine zeitgemäße, den betrieblichen Erwartungen und un-
terrichtlichen Anforderungen entsprechende digitale Infrastruktur in den Berufskollegs notwen-
dig sind. Dabei sollen solche Ausstattungsstandards definiert werden, die für alle Berufskollegs 
einheitlich umzusetzen und von individuellen fach- und schulspezifischen Ausstattungselemen-
ten zu unterscheiden sind. Hierzu zählt neben der Breitband-Versorgung und WLAN-
Ausstattung auch die Bereitstellung der in den Betrieben gängigen Soft- und Hardware als Min-
destausstattung. Neben der technischen infrastrukturellen Ausstattung ist auch der Bedarf für 
personellen und fachlichen Support zu definieren. 
 
2. Aus der unter 1. genannten Bedarfsermittlung erarbeitet die Verwaltung einen Umsetzungs- 
und Beschlussvorschlag an den Rat und die zuständigen Gremien rechtzeitig zu den Etatbera-
tungen für 2018. Dabei sind auch die für die Umsetzung erforderlichen Etatmittel anzugeben 
und einzuplanen. Der Umsetzungsvorschlag kann modular aufgebaut sein und verschiedene 
zeitliche, technische und finanzielle Umsetzungsalternativen aufzeigen. 
 
Begründung: 
 
Münsters Schulen sollen Schritt halten mit der technischen Entwicklung und müssen daher aktu-
ell vor allem auf die Bedingungen der fortschreitenden Digitalisierung vorbereitet werden. Un-
terricht muss auf die sich wandelnden Anforderungen und Erwartungen reagieren. Dies erfordert 
auch infrastrukturelle und technische Anpassungen. Gerade bei den technisch ausgerichteten 
Berufskollegs sind die Handlungsbedarfe besonders groß. Hier geht es auch darum, den An-
schluss an technische Standards in den Betrieben und Unternehmen in der schulischen Ausbi 
14.02.2017 
Anlage 1 zur Vorlage V/0701/2021

2 
 
 
 
dung nicht zu verlieren und Schülerinnen und Schüler so bestens auf die Berufspraxis vorzube- 
reiten. 
 
Während sich im Bereich der Digitalisierung an den allgemeinbildenden Schulen mit Program- 
men zur Breitbandversorgung und zur WLAN-Ausstattung zuletzt einiges im Rahmen des Medi- 
enentwicklungsplans und der allgemeinen städtischen Digitalisierungsstrategie bewegt, blieben 
die Berufskollegs mit ihren mehreren tausend Schülerinnen und Schülern und ihren spezifischen 
Bedarfen bislang weitgehend unberücksichtigt. Die Schulen reagieren auf diesen Umstand mit 
zahlreichen eigenverantwortlichen Initiativen, bei denen häufig Lehrerinnen und Lehrer, aber 
auch Schülerinnen und Schüler neben der eigentlichen Arbeits- und Unterrichtszeit technische 
Systeme und damit Möglichkeiten für zeitgemäßen, auch digitalen Unterricht schaffen. Dieses 
enorme freiwillige Engagement ist bewundernswert, kann aber vom Schulträger nicht als selbst- 
verständlich erwartet werden. Lehrer und Lehrerinnen erhalten Pflichtstundenreduzierung, um 
schulische Infrastruktur aufzubauen und zu unterhalten. Hier wird wertvolle pädagogische Kom- 
petenz zugunsten von technischem Support verschwendet. Der Schulträger muss stärker als 
bisher seine Verantwortung für die Digitalisierung der Berufskollegs wahrnehmen. 
 
Mit diesem Antrag soll ein Verfahren gewählt werden, bei dem Verwaltung und Berufskollegs 
zunächst Handlungsbedarfe eruieren und Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen. Dabei sollen 
auch Synergieeffekte durch einheitliche schulübergreifende Lösungen ausgelotet werden. In 
einem zweiten Schritt sind Umsetzungsmöglichkeiten ggf. auch alternativ den politischen Gre- 
mien vorzuschlagen. Die aktuellen Maßnahmen zur Breitband- und WLAN-Ausstattung werden 
von diesem Antrag nicht berührt und sollen - wie geplant - zeitnah umgesetzt werden. Um 
gleichzeitig die nötigen finanziellen Mittel bereitzustellen, ist eine Zielperspektive sinnvoll, bei 
der mit der Etatverabschiedung im Dezember 2017 auch die Weichen für die Verbesserung der 
digitalen Infrastruktur der Berufskollegs gestellt werden. 
 
 
 
Sozialdemokratische Partei Deutschlands 
Fraktion im Rat der Stadt Münster 
 
Dr. Michael Jung   Thomas Fastermann    Doris Feldmann  
Philipp Hagemann   Marius Herwig    Dr. Cornelia Jäger 
Mathias Kersting   Michael Kleyboldt   Marianne Koch 
Katharina Köhnke   Thomas Kollmann   Gaby Kubig-Stel tig 
Hedwig Liekefedt   Anne Schulze Wintzler  Petra Seyf ferth 
Ludger Steinmann   Beate Vilhjalmsson   Robert von Ol berg 
     Maria Winkel

Beschlussvorlage

29874 Zeichen

V/0701/2021
V/0701/2021
Öffentliche Beschlussvorlage
Betrifft
Statusbericht zur Schulentwicklungsplanung (SEP) für die Berufskollegs
Beratungsfolge
28.09.2021 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung
29.09.2021 Hauptausschuss Vorberatung
29.09.2021 Rat Entscheidung
Beschlussvorschlag:
I. Sachentscheidung
1. Der Rat nimmt den Bericht über die Schulentwicklungsplanung für die Berufskollegs sowie
die aktuellen Entwicklungen zur Kenntnis.
2. Der Antrag der SPD-Fraktion „Schritt halten mit der technischen Entwicklung – technische
Ausstattung unserer Berufskollegs verbessern“ (A-R/0005/2017) (Anlage 1) wird
aufgegriffen und gilt hiermit als erledigt.
II. Finanzielle Auswirkungen
Keine.
Begründung:
A Ausgangslage / Vorbemerkungen
1 Bedeutung und Vorgehensweise
Mit Beschluss über die Vorlage V/0080/2017/1 erfolgte der Einstieg in eine dialogische
Schulentwicklungsplanung für die städtischen Berufskollegs (SEP-BK). Die SEP-BK
Amt für Schule und
Weiterbildung
17.09.2021
Ihr/e Ansprechpartner/in:
Herr Henseler
T elefon: 492 2845
henseler@stadt-muenster.de
Frau Krahn
T elefon:492 4016
Krahn@stadt-muenster.de
Frau Meyer-Holsiepe
T elefon: 492 4026
Meyer-Holsiepe@stadt-
muenster.de

- 9 -
V/0701/2021
diente dazu, alle Themen rund um die vielfältigen Angebote dieser Schulform zu bündeln
und in Lösungen/Ergebnisse oder Arbeitsprozesse zu überführen. Dazu zählten eine
zukunftsfähige Ausrichtung der Angebote, eine moderne räumliche und technische
Ausstattung sowie wirtschaftliche Raumnutzung und selbstverständlich die Unterstützung
gelingender Bildungsbiographien.
Die Berufskollegs haben besondere Bedeutung für die Stadt Münster und die Region. Mit
ihrem breit gefächerten Angebotsspektrum sichern sie berufliche Qualifikation und
schulische Bildung für jährlich knapp 20.000 Schülerinnen und Schüler (SuS) aus Münster
und Umgebung. Sie sind daher nicht nur bildungspolitisch und wirtschaftlich relevant. Sie
tragen auch besondere sozialpolitische Verantwortung, indem sie jungen Menschen mit
schwierigen Ausgangsbedingungen Perspektiven in berufliche Qualifikation bieten.
An dem Prozess der SEP-BK waren alle relevanten Akteurinnen und Akteure aus
kommunaler und Landesverwaltung, Kammern und Politik beteiligt. In diversen Gremien
und Arbeitsgruppen wurden die in einem Projektplan zusammengefassten Arbeitspakete
der SEP-BK bearbeitet und in konkret beschriebene Herausforderungen und Ergebnisse
überführt. Ein Beirat sicherte die Gesamtsteuerung des Vorhabens.
Der Antrag A-R/0005/2017 wurde aufgegriffen, indem eine SEP angestoßen wurde, in der
auch die digitale Infrastruktur betrachtet und Verbesserungen angestoßen wurden. Der
Zwischenbericht aus dem Jahr 2019 in der Vorlage V/0559/2019 erläutert detailliert die
Anliegen und die Umsetzung der SEP-BK und beschreibt erste Ergebnisse des
dialogischen Verfahrens. An diesen Bericht knüpfen die Ausführungen dieser Vorlage an:
Es werden insbesondere räumliche, technische und pädagogische Bedarfe und
Maßnahmen erläutert. Dabei wird im Statusbericht (B) unter den Ziffern 1 bis 5 intensiv
auf die Raumfragen und -bedarfe der Berufskollegs eingegangen. Die Ziffern 6 und 7
zielen auf die technischen Voraussetzungen und die Ziffern 8 und 9 behandeln
pädagogische Bedarfe. Unter den Ziffern 10 und 11 wird vor allem die Zusammenarbeit
mit den Umlandkommunen, auch in Bezug auf den Standort von Bildungsgängen,
eingegangen. Unter Ziffer 12 werden das Image der Berufskollegs und Möglichkeiten der
Öffentlichkeitsarbeit dargestellt.
2 SEP – ein fortlaufender Prozess
Die Schulentwicklungsplanung ist ein fortlaufender Prozess. Sie diente dem Zweck, all
diese relevanten Themen einmal zu bündeln und so mit einem Blick auf die
Gesamtsituation Ergebnisse und Lösungen zu finden wie auch Arbeitsprozesse
anzustoßen.
Neue Aufgaben und Herausforderungen werden fortwährend in dem Prozess ergänzt und
bearbeitet, z.B. im Bereich der Digitalisierung oder neuer Bedarfe durch neue oder andere
Bildungsgänge und neue Standards innerhalb von Ausbildungen.
3 Demografische Entwicklung – Empirische Ergebnisse
Zur Darstellung der demografischen Entwicklung und empirischer Ergebnisse dient die
Anlage 2, der Statistikbericht, der im Zuge der SEP-BK erarbeitet wurde. Deutlich wird
allerdings, dass es keine eindeutigen Trends dazu gibt, ob und wie sich die Entwicklung
der SuS-Zahlen bzw. die Entwicklung der Bildungsgänge in den nächsten 5 bis 10 Jahren
verändern wird.
B Statusbericht zum ersten „Maßnahmenprogramm im Rahmen der
Schulentwicklungsplanung für Berufskollegs“ des Zwischenberichts (V/0559/2019)
1 Standort Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg
Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Für den Standort des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-
Berufskollegs, Mindener Straße 11, wird eine Machbarkeitsstudie in Form einer

- 9 -
V/0701/2021
Potenzialanalyse erstellt. So soll geprüft werden, inwieweit die notwendigen
Programmflächen für die vorhandenen Bildungsgänge inklusive notwendiger Sportflächen
am Standort gebündelt werden können.“
Zwischenbericht SEP-BKs: „Um diesen Raumbedarf sowie die bereits jetzt unterversorgten
Bereiche Fahrzeugtechnik und Holzlabor abzudecken, soll der Umbau und die Erweiterung
im Bestand am Standort Mindener Straße 11 geprüft werden. Hierzu wird in
Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg ein Raumprogramm erstellt, welches auch die
notwendigen Sportflächen berücksichtigt. Im zweiten Schritt ist eine Machbarkeitsstudie in
Form einer Potenzialanalyse – analog zu den Entwürfen des Planungsbüros Saltzmann /
Saltzmann-Stoll aus dem Jahr 2009 – zu erstellen. Hierbei wird geprüft, inwieweit eine
Abdeckung der Raumdefizite am Standort selber möglich ist.“
Durch das hohe Flächendefizit und die Einschränkungen der vorhandenen Bausubstanz
an der Mindener Straße 11 (Barrierefreiheit, geringe Baugröße, Gebäudezustand,
begrenzte Grundstücksfläche, begrenzte Parkflächen etc.), ist absehbar, dass das Defizit
dort nicht aufgefangen werden kann. Der Standort erlaubt weder eine Beendigung der
aktuell erforderlichen Auslagerungen noch die dringend notwendige deutliche
Verbesserung der Werkstattbedingungen. Die Verwaltung favorisiert daher die Verlagerung
an einen anderen Standort.
2 und 3 Standort Anne-Frank-Berufskolleg / Machbarkeitsstudie ehem.
Fürstenbergschule
Aufgrund der engen Verzahnungen der Punkte 2 und 3, werden sie zusammengefasst und
der gemeinsame Status erläutert:
Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Die Verwaltung prüft weiterhin die Möglichkeiten zur
Zusammenführung der drei Standorte des Anne-Frank-Berufskollegs. Hierzu werden
weiterführende Gespräche mit den beteiligten Ämtern sowie dem Berufskolleg geführt.“
Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Da nach einer überschlägigen Prüfung die
Grundstückflächen am Standort des Anne-Frank-Berufskollegs sowie des Wilhelm-
Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs für eine Zusammenführung unter Berücksichtigung
der notwendigen Sportflächen nicht ausreichend sind, wird am Standort der ehemaligen
Fürstenbergschule eine Machbarkeitsstudie in Form einer Potenzialanalyse erstellt. Hierbei
wird geprüft, inwieweit eine Abdeckung der Raumdefizite des Anne-Frank-Berufskollegs,
Hans-Böckler-Berufskollegs sowie Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs unter
Berücksichtigung möglicher Synergien bei der Raumnutzung möglich sind.“
Im Jahr 2018 wurden die Bildungsgänge des ehemaligen ESPA-Berufskollegs in das
Anne-Frank-Berufskolleg eingegliedert. Der Schulstandort an der Coerdestraße kann
aktuell noch durch ein Mietverhältnis weitergenutzt werden. Aufgrund der sich daraus
ergebenden Verteilung auf die zwei Standorte wurde einer näheren Standortlösung eine
hohe Dringlichkeit zugesprochen. Der durch Zusammenlegung veränderte Raumbedarf
sollte möglichst zeitnah ausgeglichen werden. Verwaltungsintern wurde festgelegt, dass
das Gelände der ehem. Fürstenbergschule mit einer erhöhten Priorität für einen zweiten
Standort in unmittelbarer Nähe geprüft wird. Der Standort weist teilweise
denkmalgeschützte Gebäude auf, die für eine Nachnutzung geprüft werden müssen. Ein
anderer T eildes Grundstückes kann allerdings potenziell neu bebaut werden.
Im Mai 2019 wurde eine Baumassenstudie für eine mögliche Erweiterung auf dem
Gelände des Anne-Frank-Berufskollegs an der Manfred-von-Richthofen-Str. vorgestellt.
Ergebnis war, dass ein dreigeschossiger Baukörper ohne Abriss des denkmalgestützten
Hausmeisterhauses Richtung Bernsmeyerstiege in Abstimmung mit der Denkmalpflege
möglich wäre. Obwohl eine Nettogrundfläche von 1700 m² geschaffen werden könnte, ist
dies für eine Zusammenlegung am Standort nicht ausreichend, sodass in jedem Fall das
Areal der Fürstenbergschule mit in eine Gesamtplanung einzubeziehen ist.

- 9 -
V/0701/2021
Hierzu wurde im September 2020 durch externe Begleitung ein Phase-0-Workshop mit
den Beteiligten der Schule und der Verwaltung durchgeführt. Dabei wurden die Bedarfe an
dem möglichen neuen langfristigen zweiten Schulstandort an der ehemaligen
Fürstenbergschule bestimmt. Bei dem Workshop wurden Ideen für die zwei Schulstandorte
entwickelt, um Flächen und insbesondere die Funktionen der künftig zwei Standorte zu
definieren. Es sollte keine Duplizierung des Hauptstandortes entstehen, sondern eine
sinnvolle Verteilung der Räumlichkeiten erfolgen.
Ergebnis war u.a. ein großes gemeinsames Lehrerzimmer, Verteilung der Schwerpunkte
auf zwei Standorte (Kompetenzzentrum Pflege und Gesundheit), Clusterlösungen und das
Gesamtprinzip der „Schule in Bewegung“.
Durch eine Stellenvakanz in der Schulverwaltung und gleichzeitiger pandemiebedingter
Belastungen durch Personalverlagerungen sowie zusätzliche Aufgaben konnten die
Ergebnisse des Workshops im Jahr 2020 nicht mehr aufgegriffen werden. Seit März 2021
ist die Stelle „Bau und Ausstattung von Berufskollegs“ wiederbesetzt. Der Prozess der
Erstellung eines Raumprogrammes wurde wiederaufgegriffen. Die Schulverwaltung steht
dazu in konstruktiver Abstimmung mit dem Leitungsteam des Anne-Frank-Berufskollegs.
Kurzfristig soll auf der Grundlage der Ergebnisse zum Raumprogramm aus der sog.
Phase-0 und dem Beschluss der Vorlage V/0757/2018 eine Machbarkeitsstudie
durchgeführt werden. In der Machbarkeitsstudie soll geprüft werden, welche Flächen auf
dem Gelände der ehem. Fürstenbergschule geschaffen werden können. Eine
Gesamtbetrachtung der Möglichkeiten an der Manfred-von-Richthofen-Straße sowie an
der ehem. Fürstenbergschule, um das Defizit von ca. 3700 m² Nettogrundfläche
ausgleichen zu können, wird dann möglich sein.
4 Ersatzlösung ehem. Fürstin-von-Gallitzin-Schule
Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Für die durch das Anne-Frank-Berufskolleg genutzten
Klassenräume (6) und die durch das Hans-Böckler-Berufskolleg genutzten Klassenräume
(3) im Gebäude der Mathilde-Anneke Gesamtschule (ehemalige Fürstin-von-Gallitzin-
Schule wird eine Ersatzlösung überlegt.“
Bereits mit der Vorlage zum Zwischenbericht der SEP an Berufskollegs (V/0559/2019) hat
der Rat der Stadt Münster am 03.07.2019 einen Errichtungsbeschluss für 5
Fertigbauklassen zum kurzfristigen Auffangen des Raumbedarfs gefasst. Wie in der
Vorlage V/0071/2020 beschlossen, wurden dann im Jahr 2020 insgesamt 6
Fertigbauklassen auf dem Schulhof des Anne-Frank-Berufskollegs an der Manfred-von-
Richthofen-Straße erbaut. Darüber hinaus werden die dauerhaften Lösungen wie in Ziff. 2
und 3 beschrieben eruiert.
Das Hans-Böckler-Berufskolleg konnte den Bedarf der 3 Klassen durch
Raumumnutzungen kurzfristig auffangen.
5 Interimslösung Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg
Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Für die durch das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-
Berufskolleg genutzten Klassenräume (10) im Gebäude der ehemaligen Josefschule wird
ebenfalls eine Ersatzlösung überlegt.“
Aktuell sind T eile des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg an der ehemaligen
Richard-von-Weizsäcker-Schule am Laerer Landweg untergebracht. Dies betrifft im
Wesentlichen die Klassen des landwirtschaftlichen Bereichs (Pferdewirtin und Pferdewirt,
Tierpflegerin und Tierpfleger, Landwirtin und Landwirt). Dies ist nur eine Zwischenlösung
nach der Verlagerung aus der ehem. Josefschule. Vorgesehen als neuer T eilstandortist
das Schulgebäude an der Beckstraße (siehe auch Vorlage V/0657/2021).
Nach aktuellem Stand ist der Umzug zur Beckstraße spätestens zum Jahreswechsel
2022/2023 einzuplanen. Der Schulstandort Beckstraße wird als befristete Lösung für das
Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg hergerichtet. Sanierungsmaßnahmen für

- 9 -
V/0701/2021
eine dauerhafte Nutzung wären nach aktuellem Stand zu umfänglich. Die Maßnahme
beginnt im Herbst 2021 und wird voraussichtlich bereits im Februar 2022 abgeschlossen
sein.
Es wird an einer Perspektive für das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg
gearbeitet, denn der Standort des Berufskollegs an der Mindener Straße ist auch ohne die
landwirtschaftlichen Klassen beengt und die Bausubstanz wie in Ziffer 1 beschrieben
sanierungsbedürftig. Auch Sanierungsmöglichkeiten insbesondere mit der Einbeziehung
der speziellen Anforderungen an Fachräume sind dort nur mit sehr hohem Aufwand
möglich (vgl. V/0861/2009/1). Aktuell befindet sich wie ebenfalls bereits beschrieben eine
Standortverlagerung des gesamten Berufskollegs in der Prüfung (s. Ziff. 1).
6 Umsetzung Digital Pakt / Medienentwicklungsplanung Berufskollegs
Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Die Verwaltung definiert mit den 6 städtischen
Berufskollegs Standards im Bereich der (MEP BK) um den Support durch Dritte (z.B. der
citeq) zu ermöglichen.“
Über das gesamte Jahr 2020 wurden die Abstimmungsprozesse zur Weiterentwicklung
des Medienentwicklungsplans zwischen dem Amt für Schule und Weiterbildung, der citeq
und den Berufskollegs zu den unterschiedlichsten Themen fortgeführt. Schwerpunkt der
Gespräche waren vor allem grundsätzliche Fragen zur Umsetzung eines
Supportkonzeptes, die Breitbandanbindung sowie die WLAN-Ausstattung an den Schulen.
Die Berufskollegs haben in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess das
Grundlagenpapier „Gemeinsame Konzeption der Berufskollegs der Stadt Münster für die
digitale Ausstattung“ erarbeitet. In dem Papier sind Grundzüge, Standards und
Herausforderungen beschrieben.
Die Umsetzung der Förderprogramme im Rahmen des Digital Pakts ermöglicht auf dieser
Grundlage eine Verbesserung der digitalen Infrastruktur sowie die Ausstattung mit
Endgeräten und Präsentationstechnik.
Diese Entwicklung wird mit den Schulleitungen kontinuierlich abgestimmt und bei der
Fortschreibung der gemeinsamen Konzeption berücksichtigt.
6.1 Digital Pakt
Bei der Umsetzung des Förderprogramms zur Digitalisierung der Schulen werden im
Programmbereich „Aufbau oder Verbesserung der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden
und auf Schulgeländen“ vier von sechs Berufskollegs berücksichtigt. Aufgrund der oben
beschriebenen laufenden Prozesse rund um Standortfragen und Raumbedarfe sind
sowohl das Anne-Frank- als auch das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg bei
der Umsetzung dieses Bausteins ausgenommen. Die Umsetzung der Arbeiten wird
voraussichtlich das gesamte Jahr 2022 in Anspruch nehmen. Im Programmbereich
„Anzeige- und Interaktionsgeräte“ werden aber alle Berufskollegs berücksichtigt.
Bei aller Notwendigkeit der Abstimmung von Gemeinsamkeiten, um Standards zu
identifizieren und transparent weiterzuentwickeln, bedarf es der individuellen Betrachtung
der Schulen, um zentrale Bedarfe im Rahmen eines IT-Supports zu identifizieren. Allein
durch die Verwendung unterschiedlicher Fachverfahren im Rahmen der Berufsschule ist
eine durchgängige Vereinheitlichung nicht möglich. Diese Gespräche haben aufgrund von
Personalwechseln und der Fokussierung auf die Umsetzung der Förderprogramme noch
nicht vollumfänglich stattgefunden. Dieser Prozess ist dauerhaft anzulegen. Die Laufzeiten
der bestehenden digitalen Infrastruktur sowie der eingesetzten Softwareprodukte und
-lizensierungen müssen kontinuierlich in den Blick genommen und mit den hoch
dynamischen Veränderungsprozessen, besonders auch durch die externen Anforderungen
der Ausbildungsbetriebe und schulischen Partner, abgeglichen werden.

- 9 -
V/0701/2021
Die Struktur für diesen Prozess wird aktuell neu entwickelt. Die Vorarbeiten der
Berufskollegs mit der Vorlage der gemeinsamen Konzeption sowie die bisherigen
Abstimmungen schaffen die Grundlage für das weitere Vorgehen. Hierzu gehört die
Abstimmung über die Fortentwicklung der digitalen Präsentationstechnik, über den durch
die wachsende Anzahl von Endgeräten erforderlichen Ausbau der Breitbandanbindung
und WLAN-Ausstattung. und die Etablierung eines tragfähigen Supportkonzeptes, um die
Berufskollegs bei der Umsetzung der Aufgaben zu entlasten.
6.2 Digitale Sofortausstattung
Alle Berufskollegs sind im Rahmen der Förderprogramme zur Digitalen Sofortausstattung
sowie der Ausstattung mit dienstlichen Endgeräten für Lehrkräfte mit Geräten versorgt
worden. Drei Berufskollegs (Hansa-, Adolph-Kolping-, Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-
Berufskolleg) haben sich für die Ausstattung mit iPads mit der Einrichtung und Betreuung
durch die citeq entschieden. Die anderen drei BKs haben sich gemeinsam für die
Ausstattung mit Microsoft Surface Go 2 – Geräten entschieden. Diese Entscheidung nimmt
auch Bezug auf die vorhandene Lösung beim Schul-IT-Management, so dass die Geräte
entsprechend konfiguriert und betreut werden können.
6.3 Vollausstattung Schülerinnen und Schüler
Es bedarf hier zusätzlicher Schritte, um besonders die vollzeitschulischen
Bildungsangebote der Berufskollegs im Vergleich zu den allgemeinbildenden Schulen auf
Augenhöhe zu bringen. Ein überwiegender T eil der Schülerinnen und Schüler an den
Berufskollegs verfügt nicht über digitale Endgeräte. Damit wird die Umsetzung von
Unterrichtskonzepten der digitalen Bildung erschwert. Es gilt, in enger Abstimmung mit den
Berufskollegs Perspektiven und Möglichkeiten der weiteren Ausstattung zu entwickeln, die
eng mit den Konzepten und Erfordernissen der betrachteten Bildungsgänge verzahnt sind.
Perspektivisch müssen auch die Schülerinnen und Schüler im Dualen System bei der
Ausstattung mit Endgeräten in den Blick genommen werden. Dabei unterscheiden sich
bereits jetzt die Möglichkeiten und Anforderungen der Ausbildungsangebote und
Fachklassen deutlich voneinander. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, mit den
einzelnen Berufskollegs ein spezifisches Ausstattungskonzept für die jeweiligen
Bildungsangebote zu erarbeiten.
6.4 Digitale Präsentationstechnik
In den Berufskollegs gibt es bisher keinen einheitlichen Standard bei der Ausstattung mit
digitalen Präsentationsmedien. Die Ausstattungsbreite ist sehr unterschiedlich. In ihrer
gemeinsamen Konzeption haben sich die Schulen perspektivisch für eine Ausstattung mit
interaktiven Multitouch-Displays ausgesprochen. Zugleich müssen die Schnittstellen zu
den vorhandenen und perspektivisch genutzten Anzeigegeräten offen gestaltet werden.
Insbesondere bei den Berufskollegs ist von einer heterogenen Endgerätelandschaft
auszugehen, da insbesondere die Schülerinnen und Schüler in der dualen
Berufsausbildung eigene Ausstattungen mit in den Unterricht bringen. Hier unterscheiden
sich die Berufskollegs von den allgemeinbildenden Schulen. Zugleich haben einige
Berufskollegs ihre Präsentationstechnik bereits mit Apple TV ertüchtigt. Absprachegemäß
übernimmt die citeq hierfür bereits die Gerätegeräteverwaltung.
6.5 WLAN
Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei der aktuellen Ausstattung mit WLAN an den
Berufskollegs. Es sind unterschiedliche Modelle realisiert worden. Von einer flächendecken
Infrastruktur kann momentan allerdings nicht gesprochen werden. Der Ausbau des Adolph-
Kolping-, des Ludwig-Erhard-, des Hansa- und des Hans-Böckler-Berufskollegs im
Rahmen des Digital Pakts I schafft die Voraussetzungen, um darauf aufbauend eine
zeitgemäße WLAN-Infrastruktur realisieren zu können. Die Umsetzung wird sich bis in das
Jahr 2022 erstrecken. Zugleich wird mit den beiden Berufskollegs, die infrastrukturell nicht
ertüchtigt werden (Anne-Frank- und Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg) aktuell

- 9 -
V/0701/2021
überlegt, welche Möglichkeiten es gibt, um auf der vorhandenen Infrastruktur ein
tragfähiges WLAN Angebot weiterzuentwickeln. Bei dem Anne-Frank-BK sind bereits sehr
konkrete Umsetzungsschritte initiiert worden, die als Grundlage für die Ausstattung
weiterer Berufskollegs dienen kann.
7 MEP BK – Finanzielle Auswirkungen
Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Die finanziellen Auswirkungen der MEP werden zur
Kenntnis genommen.“
Das oben Beschriebene zeigt, dass insbesondere für die Weiterentwicklung der
technischen Ausstattung an den Berufskollegs investive Mittel notwendig sind, um die
Ausstattung kontinuierlich an die Erfordernisse einer zunehmend digitalisierten Berufswelt
anpassen zu können. Für die Ausstattung mit digitalen Endgeräten, zeitgemäßer
Präsentationstechnik und modernen Netzinfrastrukturen bedarf es zusätzlicher Mittel, um
diese auf einen zukunftsorientierten Standard weiterzuentwickeln.
8 Schulsozialarbeit
Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Der zusätzliche Bedarf an Schulsozialarbeit in Höhe von
1,5 VZÄ soll zunächst aus laufenden Mitteln der Verwaltung gedeckt werden. Im Rahmen
der Neuverteilung der kommunalen Personalressourcen für die Schuljahre 2020/2021 und
2021/2022 wird eine langfristige Lösung zur Bedarfsdeckung angestrebt.“
Alle sechs städtischen Berufskollegs sind mit wenigstens einer Vollzeitressource
Schulsozialarbeit ausgestattet. Das Adolph-Kolping-BK und das Anne-Frank-BK haben
zwei Kräfte zur Unterstützung ihrer Schüler/-innen in alltäglichen, privaten oder
schulischen Fragen. Zusätzlich gibt es eine mobile Ressource, die von allen Berufskollegs
angefragt werden kann. Hier geht es insbesondere um die Unterstützung auf dem Weg in
Ausbildung. Die personellen Ressourcen der Schulsozialarbeit an den Berufskollegs
stehen seit 2019 zur Verfügung.
Im Rahmen der regelmäßigen Verteilung der kommunalen Ressource Schulsozialarbeit
sind die Berufskollegs nicht berücksichtigt. Dies liegt insbesondere daran, dass die
bestehenden Indikatoren eigens sozialscharfe Indikatoren berücksichtigen, die auf die
Jugendlichen aus dem Umland nicht angelegt werden können.
9 Jugendberufsagentur
Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Die aktuellen Planungen zur Umsetzung einer
rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit im Sinne einer Jugendberufsagentur in
Münster werden in die weiteren Überlegungen zur SEP der Berufskollegs miteinfließen. Mit
dem Angebot einer Jugendberufsagentur wird u.a. die Schnittstelle von Schule in
Ausbildung bewirtschaftet.“
Insbesondere im Übergang in Ausbildung und damit in die Berufsschule oder im Übergang
in einen Bildungsgang an einem Berufskolleg bestehen viele Fragen von Jugendlichen und
deren Eltern. Auch Lehrer/-innen und Schulsozialarbeiter/-innen benötigen manchmal
Unterstützung, um berufliche Orientierung und den Übergang von der Schule in den Beruf
gut zu begleiten.
Ein zentrales Instrument, um den Beratungsdschungel für Jugendliche aufzulösen und
Hilfe aus einer Hand anzubieten, ist die Einführung einer kontinuierlichen
rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit im Sinne einer Jugendberufsagentur.
Der Rat hat mit der Vorlage V/0981/2019 eine Jugendberufsagentur für Münster
beschlossen. Eine Umsetzung ist aktuell nicht möglich, da Mittel zur Anmietung einer
geeigneten Immobilie nicht zur Verfügung stehen. Ein aktueller Sachstandsbericht wird für
die nächste Beratungskette vorbereitet.

- 9 -
V/0701/2021
10 Netzwerkarbeit / Interkommunale Zusammenarbeit
Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Die Beobachtung des Arbeitsmarktes und der
beruflichen Branchen bleibt auch in den nächsten Arbeitsschritten ein wichtiges Thema.
Die Befunde der Fachgruppenarbeit weisen darauf hin, dass sich die Steuerung von
Entwicklungen des Ausbildungsmarktes weiterhin als schwierig gestaltet. In diesem
Zusammenhang wird die Stärkung der regionalen Abstimmung, respektive der
interkommunalen Zusammenarbeit betont.“
Der Übergang Schule-Beruf zeichnet sich durch eine zunehmende Netzwerkarbeit
zwischen den Akteuren/-innen aus Schule, Arbeitsmarkt und kommunaler Verwaltung aus.
o Das Landesvorhaben Kein Abschluss ohne Anschluss sichert eine standardisierte
Berufsorientierung für alle Schüler/-innen ab Klasse 8. Auch in der Sekundarstufe II
wird die Berufsorientierung fortgeführt. Das Vorhaben wird von der Kommunalen
Koordinierungsstelle im Amt für Schule und Weiterbildung koordiniert und gemeinsam
den Schulen und den Partner/-innen im Ausbildungskonsens umgesetzt.
o Das Amt für Schule und Weiterbildung analysiert Daten aus Schule und
Ausbildungsmarkt und formuliert Handlungserfordernisse im Übergang Schule-Beruf
für die Stadt Münster.
o In einem regelmäßigen interkommunalen Austausch mit anderen Kommunen werden
Vergleichswerte definiert und Best-practice-Beispiele aus anderen Regionen in die
Überlegungen vor Ort eingespeist.
o Die Schulverwaltung der Stadt Münster tauscht sich regelmäßig im Rahmen von
interkommunalen Netzwerktreffen aus und sichert die wissenschaftliche Einordnung
der Aktivitäten.
o Im regionalen Umfeld treffen sich die Vertreter/-innen der Stadt Münster und der
benachbarten Kreise Borken, Warendorf, Steinfurt und Coesfeld, um in einem offenen
Austausch die Weiterentwicklung der Berufskollegs im Münsterland zu diskutieren.
Dieses Treffen ist ein konstruktiver und offener Austausch, der neben Themen wie der
Entwicklung der Zahlen der Schülerinnen und Schüler, die Errichtung neuer
Bildungsgänge auch immer aktuelle Themen wie z. B. die Beschulung von
Zugewanderten thematisiert.
o Im Übergangsbericht werden die Analysen und Handlungsbedarfe veröffentlicht und
strategische Handlungserfordernisse formuliert.
o Das operative Netzwerk, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von
Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft, IHK, Jobcenter, Agentur für Arbeit,
Kommunaler Koordinierungsstelle KAoA, Schulverwaltung sowie aus Schule, tauscht
sich über die Empfehlungen aus, diskutiert konkrete Umsetzungsvorschläge und plant
Maßnahmen für diverse Zielgruppen oder zu spezifischen Themenaspekten.
11 Standorte von Bildungsgängen
Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Entsprechende Fragen zu Entwicklungen der
Bildungsangebote, zur Zusammenarbeit mit den Umlandkommunen – und damit
einhergehend zu Standortfragen – werden zunächst in der Beiratssitzung am 23.05.2019
aufgegriffen. Dabei werden Handlungsoptionen und -möglichkeiten des Schulträgers bei
der Steuerung von Standortentscheidungen und von bestimmten Bildungsgängen
methodisch analysiert und erörtert. Dadurch soll die Perspektive der Beiratsmitglieder als
Akteure der beruflichen Bildung zur Verlagerung von Bildungsgängen und zur Attraktivität
von Standorten diskutiert und sichtbar gemacht werden. In der darauffolgenden Phase
sollen entsprechend schulträgerübergreifende Abstimmungen erfolgen.
Im weiteren Projektverlauf werden von den Umlandkommunen Rückmeldungen bzgl. ihrer
Perspektive zu Bildungsgängen eingeholt. Auch die Bevölkerungsentwicklung und
Auswirkungen auf Pendlerzahlen und Schulstandorte sollen dabei erörtert werden.“

- 9 -
V/0701/2021
In der Beiratssitzung am 23.05.2019 wurden die Möglichkeiten zur Steuerung der
Schulstandorte (Anpassung, Ausbau, Verlagerung) methodisch in Kleingruppen erörtert. Im
Austausch wurde deutlich, dass eine Verlagerung oder Anpassung von Bildungsgängen
nicht in Betracht gezogen werden soll. Hinsichtlich des Ausbaus entsprechend der
Nachfrage nach Bildungsgängen ergeben sich zwar Vorteile, z. B. für die Qualität der
Ausbildung und der schulischen Projekte. Es sind hierbei allerdings wirtschaftliche
Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Nicht zuletzt wird die angestrebte interkommunale
Zusammenarbeit dadurch geschwächt. Einvernehmlich kann die Lösung nur darin
bestehen, die Nachfrage nach beruflichen Bildungsgängen vor Ort nach Augenmaß zu
bedienen, d. h. in enger Abstimmung mit den Umlandkommunen. Dieser Arbeitsauftrag
wird für die weitere Projektarbeit mit aufgenommen.
C Weiteres Vorgehen / Ausblick
Insgesamt wird deutlich, dass die SEP viele Prozess angestoßen hat, an denen gearbeitet wurde und
wird. Verschiedene Stellen innerhalb und außerhalb der Verwaltung sind daran beteiligt. Das
Aufgabenpaket des Zwischenberichts (V/0559/2019) und der aktuelle Status der Erledigung konnte im
Zuge dieses Statusberichts dargestellt werden. Im fortlaufenden Prozess werden immer wieder neue
Themen T eilder fortlaufenden SEP werden:
 Es gibt Ergebnisse und Aufarbeitungen zur demografischen Entwicklung (s. Statistikbericht).
 Es gibt eine Verständigung bzgl. der Verlagerung von Bildungsgängen:
 Es konnte durch den interkommunalen Dialog ein gemeinsames Vorgehen entwickelt werden.
 Zudem wurden Lösungen zur Schulsozialarbeit und zu Interimslösungen entwickelt und
umgesetzt.
 Zur räumlichen Verortung von Berufskollegs konnten im Zuge der SEP konkrete
Arbeitsprogramme aufgenommen werden: Es gibt Lösungswege für das Anne-Frank-
Berufskolleg und das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg, auch wenn die
Umsetzung über den Zeitraum der SEP hinausgeht.
 Weitere Ergebnisse und konkrete Arbeitsprogramme konnten in den Themengebieten MEP /
WLAN und digitale Ausstattung erreicht werden. Auch im Zuge einer personellen Aufstockung
durch den Stab „Digitale Bildung“ konnten diese Themen intensiver verfolgt werden.
Parallel dazu strebt die Verwaltung in enger Kooperation mit der Agentur für Arbeit die Gründung
einer Jugendberufsagentur an als gemeinsamer und rechtskreisübergreifender Anlaufstelle und
Plattform für mehr Orientierung und Transparenz im Übergang. Sollte dies umgesetzt werden können,
wird dies auch in erheblicher Weise die Übergänge und Zugänge zu den Berufskollegs und zu einer
Stärkung der beruflichen Bildung insgesamt beitragen.
i.V.
gez.
Thomas Paal
Stadtdirektor
Anlage:
 Anlage A
 Anlage 1: Ratsantrag Nr. A-R/0005/2017
 Anlage 2: Statistikbericht zur Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs

- 9 -
V/0701/2021

Anlage A

2696 Zeichen

Anlage A zur V/0701/2021
Kurzüberblick
Die Vorlage greift den Antrag A-R/0005/2017 auf und erledigt ihn. Die bereits im Zwischenbericht
(V/0559/2019) beschriebenen Aufgaben werden aufgegriffen und der aktuelle Status der
Erledigung dargestellt.
Ziele/Teilziele/Zielerreichung
Mit der Vorlage werden folgende Ziele verfolgt:
 Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs-und Entwicklungs-
standorte in Europa.
 Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens-und Erlebnisqualität
weiterentwickeln: mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der
Stadtgesellschaft.
Das Ziel aus dem Haushaltsplan zu der Produktgruppe 0301 − Leistungen für Schulen − lautet:
Das Amt für Schule und Weiterbildung stellt mit dieser Produktgruppe für die städtischen Schulen
den erforderlichen Schulraum, einschließlich der notwendigen Ausstattung und das ergänzende
kommunale Personal zur Verfügung. Hierdurch sollen die Schulen in die Lage versetzt werden,
 einen den Lehrplänen entsprechenden
 qualitativ guten
 die besonderen Rahmenbedingungen und Bedarfe berücksichtigenden
Unterricht anzubieten und flankierende Angebote zu ermöglichen. Bildungsergänzende Einrich-
tungen und nichtstädtische Schulen werden unterstützt. Die Aufgabenerledigung erfolgt in Ab-
grenzung zu den Aufgaben und Zuständigkeiten des Landes in Kooperation mit allen handelnden
Personen.
Beschreibung des Produktes 030106 − Berufskollegs:
Mit diesem Produkt stellt das Amt für Schule und Weiterbildung im gesamten Stadtgebiet von
Münster auf der Basis der Schulentwicklungsplanung das erforderliche Schulverwaltungspersonal
sowie die erforderlichen Schulgebäude/Grundstücke und Ausstattung (u.a. Einrichtungen,
T echnikausstattungfür Klassen-und Fachräume sowie Lehr-und Lernmittel) zur Verfügung.
Finanzierung
Produktgruppe: 0301 Leistungen für Schulen
Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein
Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein
Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2021 enthalten? Ja x Nein teilw.
Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw.
Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein
Bereits veranschlagt? Ja x Nein

Pflichtigkeitsgrad
Die Maßnahme/Leistung ist vollständig
pflichtig
x überwiegend
pflichtig
überwiegend
freiwillig
vollständig
freiwillig
Gem. § 78 SchulG NRW ist der Schulträger gemeinsam mit dem Land für die Weiterentwicklung
der Berufskollegs verantwortlich. Aus § 80 Abs. 1 SchulG NRW ergibt sich die Pflicht der Stadt
Münster als Schulträger, Schulentwicklungsplanung zu betreiben.
Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen
(Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)

Beratungsverlauf (3)

28.09.2021 Ausschuss für Schule und Weiterbildung
TOP 14 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
29.09.2021 Hauptausschuss
TOP 25 Vorberatung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung
29.09.2021 Rat
TOP 29 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (8)

  • Bahnhofstraße 9
  • Mindener Straße 11
  • Coerdestraße
  • Beckstraße
  • Schulplatz
  • Laerer Landweg
  • Manfred-von-Richthofen-Straße
  • Bernsmeyerstiege

Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.

Details

Aktenzeichen
V/0701/2021
Typ
Vorlagen
Datum
10.09.2021
Erstellt
10.09.2021 09:13