V/0701/2021
Statusbericht zur Schulentwicklungsplanung (SEP) für die Berufskollegs
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Anlage 2: Statistikbericht zur Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs
16039 Zeichen
1
Statistik Berufskollegs
1. Schülerzahlen
Im Schuljahr 2020/2021 besuchten 16.371 Schülerinnen und Schüler (SuS) ein städtisches Berufs-
kolleg. Die Schülerzahlen haben sich an den einzelnen Berufskollegs im Zeitraum von zehn Jahren
unterschiedlich entwickelt. Im Vergleich zum vorherigen Schuljahr (SJ) sind geringe Veränderungen
zu verzeichnen. Die Gesamtzahl der SuS aller Berufskollegs blieb in den vergangenen Jahren über-
wiegend konstant (mit Ausnahme der Integration des ESPA in das Anne-Frank-Berufskolleg, siehe
auch Pkt. 6).
Aus den vorliegenden Zahlen lässt sich weder der Trend eines Schülerschwunds, noch eines be-
sonderen Zuwachses ableiten. Die Entwicklung einzelner Bildungsgänge kann davon abweichen.
Im Abschnitt 5 wird die Schülerzahlentwicklung ausgewählter Bildungsgänge näher betrachtet.
SJ
10/11
SJ
15/16
SJ
19/20
SJ
20/21
Veränderung von 10/11
zu 20/21
Veränderung von 19/20
zu 20/21
Adolph-Kolping-Berufskolleg 2.481 2.372 2.168 2.047 -17,5% -5,6%
Anne-Frank-Berufskolleg 1.426 1.262 1.696 1.697 19,0% 0,1%
Hansa-Berufskolleg 3.905 4.236 4.283 4.106 5,1% -4,1%
Hans-Böckler-Berufskolleg 3.107 2.900 3.098 2.969 -4,4% -4,2%
Ludwig-Erhard-Berufskolleg 3.272 3.123 2.754 2.693 -17,7% -2,2%
W.-E.-v.-Ketteler-Berufskolleg 2.706 2.696 2.800 2.859 5,7% 2,1%
Gesamt 16.897 16.589 16.852 16.371 -3,1% -2,9%
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
0
500
1.000
1.500
2.000
2.500
3.000
3.500
4.000
4.500
5.000
10/11 11/12 12/13 13/14 14/15 15/16 16/17 17/18 18/19 19/20 20/21
Entwicklung der Schülerzahlen an städtischen Berufskollegs-
SJ 2010/2011 - 2020/2021
Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg Ludwig-Erhard-Berufskolleg
Hans-Böckler-Berufskolleg Hansa-Berufskolleg
Anne-Frank-Berufskolleg Adolph-Kolping-Berufskolleg
Anlage 2 zur Vorlage V/0701/2021
2
2. Bildungsgänge
Die Berufsschule bildet in absoluten Zahlen den größten Bereich unter den Bildungsgängen
(n=12.078). Die duale Ausbildung stellt in einzelschulisch unterschiedlicher Ausprägung auch den
relativ höchsten Anteil am Gesamtangebot der Berufskollegs. Die Ausnahme bildet das Anne-Frank-
Berufskolleg, an dem schulische Bildungsgänge wie Berufsfachschule, Fachoberschule und Beruf-
liches Gymnasium ebenfalls einen hohen Anteil am gesamten Bildungsangebot ausmachen. Das
gleiche gilt für die Bildungsgänge der Fachschule, welche als Weiterbildungssegment gesondert von
den (pflicht-)schulischen Bildungsgängen zu betrachten ist.
Unterschiedliche Verteilungen von Bildungsgängen an den Einzelschulen lassen sich v.a. auf die
abgegrenzten Schulprofile/ Schwerpunkte zurückführen. Das Anne -Frank-Berufskolleg bietet z. B.
viele schulische Bildungsgänge des Sozial - und Gesundheitswesens an. Das Hansa -Berufskolleg
bedient die Nachfrage nach kaufmännischen Ausbildungsberufen durch einen entsprechend hohen
Anteil der Berufsschule an allen Bildungsgängen.
3. Alter, Geschlecht & Staatsangehörigkeit der
Schülerinnen und Schüler
Das Alter der SuS an Berufskollegs lag am 31.12. 2020 zwi-
schen 15 und 60 Jahren, das Durchschnittsalter bei 21,2 Jah-
ren. Mehr als die Hälfte war zu diesem Zeitpunkt jünger als 21
Jahre. Den wesentlichen Anteil an der Schülerschaft bilden
mit etwa 88 % die unter 26-Jährigen. Die Altersstrukturen der
Einzelschulen weichen je nach Schulprofil und den Anteilen
der entsprechenden Bildungsgänge voneinander ab. Unter-
schiede zeigen sich in der Betrachtung der Altersstruktur dif-
ferenziert nach Bildungsgängen – die schulischen Bildungs-
gänge (außer Fachschule) sind demnach „jünger“ als die Be-
rufsschule.
4,7%
7,6%
32,4%
55,3%
Alterstruktur der SuS an den
städtischen Berufskollegs
Münster, Dezember 2020
31 - 60 Jahre 26 - 30 Jahre
21 - 25 Jahre 15 - 20 Jahre
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Anteil der einzelnen Bildungsgänge am Gesamtangebot der Berufskollegs -
Münster 2020/2021
Ausbildungsvorbereitung
Fachschule
Fachoberschule
Berufliches Gymnasium
Berufsfachschule
Berufsschule
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
3
Hinsichtlich der Geschlechteranteile weisen die Einzelschulen erhebliche Unterschiede auf. Dies
lässt sich durch die verschiedenen, voneinander abgegrenzten Schulprofile erklären. So liegt der
Anteil der Schülerinnen am Anne-Frank-Berufskolleg (Schwerpunkt Sozial- und Gesundheitswesen
u.a.) bei ca. 71 %, während am Hans-Böckler-Berufskolleg (Schwerpunkt Technik und Naturwissen-
schaften) etwa jeder siebte Schulplatz weiblich besetzt ist.
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Berufs-
schule
Berufs-
fachschule
Berufl.
Gymnasium
Fachober-
schule
Fachschule
Alter der SuS an städtischen Berufskollegs nach Bildungsgang
SJ 2020/2021
31-61 Jahre
26-30 Jahre
21-25 Jahre
15-20 Jahre
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
0,0%
10,0%
20,0%
30,0%
40,0%
50,0%
60,0%
70,0%
80,0%
90,0%
Anteil der Schülerinnen an städtischen Berufskollegs - Münster 2011 bis 2020
Adolph-Kolping-BK Anne-Frank-BK Hansa-BK
Hans-Böckler-BK Ludwig-Erhard-BK W.-E.-von-Ketteler-BK
gesamt
4
Die Mehrheit der Schülerschaft ist gleichwohl männlich. Bei der Betrachtung von Geschlecht und
Staatsangehörigkeit überwiegt der männliche Anteil und ist bei ausländischen Schülerinnen und
Schülern stärker ausgeprägt.
Der sprunghafte Anstieg von ausländischen Schülerinnen und Schülern ab dem Schuljahr
2015/2016 zeigt den Schuleingang Geflüchteter in die Berufskollegs. Hierfür wurden zunächst Inter-
nationale Förderklassen eingerichtet. Mittlerweile sind diese jungen Menschen in die regulären Bil-
dungsgänge der Berufskollegs gewechselt.
Insgesamt hat sich der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler an den städtischen Be-
rufskollegs seit dem Schuljahr 2010/2011 stetig erhöht. Dabei fiel die Entwicklung an den einzelnen
Berufskollegs allerdings unterschiedlich aus. Am stärksten ist der Anteil der ausländischen Schüle-
rinnen und Schüler am Adolph -Kolping-Berufskolleg von 5,7% im SJ 2010/2011 auf 15,1% im SJ
2016/2017 und auf 16,8% im Schuljahr 2020/2021 angestiegen. Auch am Anne Frank-Berufskolleg
ist ein Anstieg der ausländischen Schülerinnen und Schüler zu beobachten (von 8,8% im SJ
20210/2011 auf 14,6% im SJ 2016/2017 auf 18,6% im SJ 2020/2021). Dies hängt unmittelbar mit
den Bildungsgang der Internationalen Förderklasse an den beiden Berufskollegs zusammen.
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
9.469 8.370 1.099
6.902 6.249 653
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
gesamt Deutsche Ausländer
Schüler/-innen nach Geschlecht und Staatsangehörigkeit Münster - Schuljahr
2020/2021
weiblich
männlich
5
4. Wohn- und Ausbildungsorte der Schülerinnen und Schüler
Von den Schülerinnen und Schülern der städtischen Berufskollegs haben 37,1 % ihren Wohnsitz in
Münster. Das heißt, dass ca. zwei Drittel von ihnen zum Schulbesuch aus den Umlandkreisen (oder
weiter entfernten Wohnorten) einpendeln. Im NRW -weiten Vergleich weist Münster den höchsten
Anteil an Einpendlern auf (siehe auch Zwischenbericht, S. 38 ff.). Differenziert nach Bildungsgängen
weist die Berufsschule mit ca. 60 % den höchsten Anteil an Pendlern auf.
Die Ausbildungsorte der Schülerinnen und Schüler der Berufsschule befinden sich demgegenüber
etwa zur Hälfte innerhalb von Münster. Stellt man die Ausbildungsorte den Wohnorten gegenüber,
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
37,1%
5,6%
12,0%
18,8%
14,1%
2,0%
10,5%
Wohnorte (Kreis) der SuS an städtischen Berufskollegs, SJ 2020/2021
n=16.371
Münster
Borken
Coesfeld
Steinfurt
Warendorf
Recklinghausen
sonstige
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
0,0%
2,0%
4,0%
6,0%
8,0%
10,0%
12,0%
14,0%
16,0%
18,0%
20,0%
Anteil der ausländischen Schüler/innen an städtischen Berufskollegs - Münster
2010 /2011 bis 2020/2021
Adolph-Kolping-BK Anne-Frank-BK Hansa-BK
Hans-Böckler-BK Ludwig-Erhard-BK W.-E.-von-Ketteler-BK
gesamt
6
so zeigt sich neben der starken Nachfrage nach den Berufskollegs aus dem Umland auch ein um-
fassendes Angebot an betrieblichen Berufsausbildungsplätzen in Münster.
Auch zwischen den Schulen sind die Anteile der SuS aus den Umlandkreisen und aus Münster
unterschiedlich verteilt. Am Anne-Frank-Berufskolleg kommen über 60 % der SuS aus Münster. Aus-
schlaggebend ist der hohe Anteil an schulischen Bildungsgängen, deren Pen dleranteil wiederum
geringer ausfällt (s.u.). Das Ludwig-Erhard-Berufskolleg wird etwa zur Hälfte von SuS aus Münster
besucht und weicht damit trotz hohem Berufsschulanteil am Bildungsgangangebot vom durch-
schnittlichen Anteil der SuS in der Berufsschule ab (schulübergreifend).
0%
10%
20%
30%
40%
50%
60%
70%
80%
90%
100%
Adolph-Kolping BK Anne-Frank-BK Hansa-BK Hans-Böckler-BK Ludwig-Erhard-BK W.E.-v.-Ketteler BK
Wohnorte (Kreis) der SuS an städtischen Berufskollegs, SJ 2020/2021
Münster Borken Coesfeld Steinfurt Warendorf sonstige
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
47,6%
6,7%
7,8%
15,9%
11,1%
2,1%
8,8%
Ausbildungsorte (Kreis) der Sus an städtischen Berufsschulen, SJ 2020/2021
Münster
Borken
Coesfeld
Steinfurt
Warendorf
Recklinghausen
sonstige
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
7
Differenziert man die Wohnorte nach Bildungsgängen, treten deutliche Unterschiede hervor. Vor
allem die berufsvorbereitenden (Ausbildungsvorbereitung), aber auch die schulischen Bildungs-
gänge der Berufskollegs werden zum größten Teil von SuS aus Münster besucht. Aufgrund der
geringen absoluten Schülerzahlen hat dies einen geringen Einfluss auf die gesamte Pendlerquote.
Die Wohnortnähe zur Schule kann hier eine wesentliche Rolle spielen.
5. Ausbildungsqualität und –entwicklung
Anhand ausgewählter Bildungsgänge werden die Entwicklungen spezifischer Berufsfelder sichtbar.
Hierfür wurden exemplarisch neben vier Bildungsgängen der Berufsschule,
Kaufleute für Versicherungen und Finanzen, Schwerpunkt Versicherungen
Kaufleute für Büromanagement1
Kfz- Mechatroniker
Fachkraft für Lagerlogistik
auch die Berufsfachschule mit dem Abschluss Fachhochschulreife (FHR) für alle städtischen Be-
rufskollegs ausgewählt. Die Auswahl der Bildungsgänge erfolgt exemplarisch anhand verschiedener
Kriterien, wie die Vielfalt der Berufsfelder und die hohen Nachfragezahlen.
Die Schülerzahlen der ausgewählten dualen Ausbildungsgänge weisen überwiegend konstante
Werte auf. Bei den Ausbildungszahlen für Kaufleute für Büromanagement sowie für Fachkräfte für
Lagerlogistik war in der Vergangenheit zwar ein Rückgang zu verzeichnen. Allerdings ist dieser
Trend in den vergangenen Schuljahren fortschreitend schwächer ausgeprägt und wird voraussicht-
lich auf dem aktuellen Niveau verbleiben. Für die zukünftigen Schuljahre ist daher von einer weiter-
hin hohen Schülerzahl und einer entsprechend hohen Nachfrage auszugehen.
1 Im Bildungsgang Kaufmann/-frau für Büromanagement wurden für die Schuljahre 2009/2010 bis 2016/2017 die Bildungsgänge ‚Büro-
kaufmann/-frau‘ und ‚Kaufmann/-frau f. Bürokommunikation‘ miteingefasst, da diese seit dem SJ 2014/2015 in den Bildungsgang ‚Kauf-
mann/-frau für Büromanagement‘ übergegangen sind.
0%
10%
20%
30%
40%
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100%
Ausbildungs-
vorbereitung
Berufs-
schule
Berufsfach-
schule
Berufl.
Gymnasium
Fachober-
schule
Fachschule
Wohnorte (Kreis) der SuS an städtischen BKs nach Bildungsgang, SJ
2020/2021
Münster Borken Coesfeld Steinfurt Warendorf Sonstige
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
8
Ähnlich verhält es sich bei der Betrachtung der Bildungsgänge der Berufsfachschule (FHR). Hier
zeigen sich jedoch unterschiedliche Entwicklungen nach Fachberei chen. Während in drei Fachbe-
reichen lediglich geringe Schwankungen der Schülerzahlen zu beobachten sind, verzeichnet der
Fachbereich Wirtschaft und Verwaltung innerhalb von vier Schuljahren einen Rückgang der Schü-
lerzahlen um ca. ein Drittel. Im Vergleich zur Vorjahreserhebung ist dieser Trend abgeschwächt. Die
zukünftige Entwicklung sollte aufmerksam beobachtet werden.
0
100
200
300
400
500
600
700
2009/
2010
2010/
2011
2011/
2012
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2013
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2014
2014/
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2016
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2017
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2018
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2019
2019/
2020
2020/
2021
Schüler/innen an städtischen BKs nach Bildungsgang
Kaufmann/-frau für Versicherungen
und Finanzen – Versicherung
Kraftfahrzeugmechatroniker/-in
Fachkraft für Lagerlogistik Kaufmann/-frau für Büromanagement
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300
400
500
600
700
800
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2009/
2010
2010/
2011
2011/
2012
2012/
2013
2013/
2014
2014/
2015
2015/
2016
2016/
2017
2017/
2018
2018/
2019
2019/
2020
2020/
2021
Schülerinnen und Schüler an städtischen BKs nach Bildungsgängen mit Abschluss
Fachhochschulreife
Fachbereich Gestaltung Fachbereich Informatik Fachbereich Technik/
Naturwissenschaften
Fachbereich Wirtschaft
und Verwaltung
Fachbereich Gesundheit
und Soziales
Fachbereich Ernährung/
Hauswirtschaft
Quelle: Amtliche Schulstatistik, Stadt Münster
9
6. Fazit und Ausblick
Die Schülerzahlen der Berufskollegs haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Schul-
strukturelle Veränderungen wie die Zusammenlegung des ESPA - und des Anne-Frank-Berufskol-
legs machen gleichwohl deutlich, dass diese Werte zahlreichen Einflussvari ablen unterliegen. Be-
rufskollegs sind aufgrund ihrer unmittelbaren Nähe zu Entwicklungen am Arbeitsmarkt und der damit
verbundenen Attraktivität von Berufsbildern davon in besonderem Maße betroffen. Gleichzeitig ha-
ben die wirtschaftlichen Entwicklungen auch Einfluss auf die Entwicklung der Berufskollegs. Die An-
nahmen zur zukünftigen Entwicklung der Schülerzahlen beziehen sich in aller Regel auf erkennbare
Trends über einen Zeitraum von zehn Schuljahren bzw. die Erkenntnisse des vorherigen Schuljah-
res. Die in der Vergangenheit liegenden wesentlichen Einflussfaktoren auf die Schülerzahlen der
Berufskollegs sind in den Statistiken sichtbar und ihr Einfluss nachzuvollziehen.
Die unterschiedlichen Anteile der Bildungsgänge machen deutlich, inwieweit die Angebote und Pro-
file an den einzelnen Berufskollegs variieren. Dies lässt sich auch anhand der Geschlechtervertei-
lung nachvollziehen. Aufgrund des weiterhin geschlechterspezifischen Wahlverhaltens hinsichtlich
der Bildungsgänge und der abgegrenzten Schulprofile ist davon auszugehen, dass wesentliche Ver-
änderungen der Geschlechteranteile an den Schulen auch hierbei zukünftig nicht zu erwarten sind.
Die Wohnorte der SuS zeigen, dass die Schülerschaft sich weiterhin überwiegend aus den Umland-
kommunen zusammensetzt.
Stellt man aber die Einpendlerzahlen den Ausbildungsorten gegenüber, so wird deutlich, dass in-
nerhalb der Stadt auch die entsprechenden Ausbildungsangebote vorgehalten werden. Das bedeu-
tet, dass neben den schulischen auch die betrieblichen Ausbildungsangebote in Münster in hohem
Maße aus dem Umland wahrgenommen werden. Die Schülerinnen und Schüler aus den Umland-
kommunen pendeln folglich nicht allein für den schulischen Ausbildungsanteil ihrer dualen Berufs-
ausbildung nach Münster. Dies verdeutlicht die hohe Attraktivität, aber auch die gute Erreichbarkeit
des Bildungsstandortes Münster.
Der Blick auf die Ausbildungsgänge mit hoher Nachfrage zeigt eine überwiegend konstante Entwick-
lung, die sich voraussichtlich weiter f ortsetzen wird. Die Entwicklung der Schülerzahlen des Fach-
bereichs Wirtschaft und Verwaltung sollte gleichwohl aufmerksam beobachtet werden und evtl.
Rückschlüsse hinsichtlich der Nachfrage dieser Fachrichtung getroffen werden.
Im Zusammenhang mit der Attr aktivität des Standortes Münster und der hohen Anteile an (Aus -)
Bildungsangeboten vor Ort ist zukünftig von einer weiterhin hohen Nachfrage nach beruflicher Bil-
dung auszugehen. Dafür spricht auch die im Münsterland starke Überschneidung von Angebot und
Nachfrage von Ausbildungsberufen im bundesweiten Vergleich (Berufsbildungsbericht 2019, S. 13).
Anlage 1: Ratsantrag A-R-0005-2017
4911 Zeichen
Antrag an den Rat Nr. : A-R/0005/2017
SPD-Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
„Schritt halten mit der technischen
Entwicklung – technische Ausstattung
unserer Berufskollegs verbessern“
Antrag an den Rat der Stadt Münster
zur Verweisung an den ASW
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, mit den städtischen Berufskollegs in einen Dialog über die
notwendige technische Ausstattung der Schulen einzutreten und dabei insbesondere die Hand-
lungsbedarfe zu identifizieren, die für eine zeitgemäße, den betrieblichen Erwartungen und un-
terrichtlichen Anforderungen entsprechende digitale Infrastruktur in den Berufskollegs notwen-
dig sind. Dabei sollen solche Ausstattungsstandards definiert werden, die für alle Berufskollegs
einheitlich umzusetzen und von individuellen fach- und schulspezifischen Ausstattungselemen-
ten zu unterscheiden sind. Hierzu zählt neben der Breitband-Versorgung und WLAN-
Ausstattung auch die Bereitstellung der in den Betrieben gängigen Soft- und Hardware als Min-
destausstattung. Neben der technischen infrastrukturellen Ausstattung ist auch der Bedarf für
personellen und fachlichen Support zu definieren.
2. Aus der unter 1. genannten Bedarfsermittlung erarbeitet die Verwaltung einen Umsetzungs-
und Beschlussvorschlag an den Rat und die zuständigen Gremien rechtzeitig zu den Etatbera-
tungen für 2018. Dabei sind auch die für die Umsetzung erforderlichen Etatmittel anzugeben
und einzuplanen. Der Umsetzungsvorschlag kann modular aufgebaut sein und verschiedene
zeitliche, technische und finanzielle Umsetzungsalternativen aufzeigen.
Begründung:
Münsters Schulen sollen Schritt halten mit der technischen Entwicklung und müssen daher aktu-
ell vor allem auf die Bedingungen der fortschreitenden Digitalisierung vorbereitet werden. Un-
terricht muss auf die sich wandelnden Anforderungen und Erwartungen reagieren. Dies erfordert
auch infrastrukturelle und technische Anpassungen. Gerade bei den technisch ausgerichteten
Berufskollegs sind die Handlungsbedarfe besonders groß. Hier geht es auch darum, den An-
schluss an technische Standards in den Betrieben und Unternehmen in der schulischen Ausbi
14.02.2017
Anlage 1 zur Vorlage V/0701/2021
2
dung nicht zu verlieren und Schülerinnen und Schüler so bestens auf die Berufspraxis vorzube-
reiten.
Während sich im Bereich der Digitalisierung an den allgemeinbildenden Schulen mit Program-
men zur Breitbandversorgung und zur WLAN-Ausstattung zuletzt einiges im Rahmen des Medi-
enentwicklungsplans und der allgemeinen städtischen Digitalisierungsstrategie bewegt, blieben
die Berufskollegs mit ihren mehreren tausend Schülerinnen und Schülern und ihren spezifischen
Bedarfen bislang weitgehend unberücksichtigt. Die Schulen reagieren auf diesen Umstand mit
zahlreichen eigenverantwortlichen Initiativen, bei denen häufig Lehrerinnen und Lehrer, aber
auch Schülerinnen und Schüler neben der eigentlichen Arbeits- und Unterrichtszeit technische
Systeme und damit Möglichkeiten für zeitgemäßen, auch digitalen Unterricht schaffen. Dieses
enorme freiwillige Engagement ist bewundernswert, kann aber vom Schulträger nicht als selbst-
verständlich erwartet werden. Lehrer und Lehrerinnen erhalten Pflichtstundenreduzierung, um
schulische Infrastruktur aufzubauen und zu unterhalten. Hier wird wertvolle pädagogische Kom-
petenz zugunsten von technischem Support verschwendet. Der Schulträger muss stärker als
bisher seine Verantwortung für die Digitalisierung der Berufskollegs wahrnehmen.
Mit diesem Antrag soll ein Verfahren gewählt werden, bei dem Verwaltung und Berufskollegs
zunächst Handlungsbedarfe eruieren und Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen. Dabei sollen
auch Synergieeffekte durch einheitliche schulübergreifende Lösungen ausgelotet werden. In
einem zweiten Schritt sind Umsetzungsmöglichkeiten ggf. auch alternativ den politischen Gre-
mien vorzuschlagen. Die aktuellen Maßnahmen zur Breitband- und WLAN-Ausstattung werden
von diesem Antrag nicht berührt und sollen - wie geplant - zeitnah umgesetzt werden. Um
gleichzeitig die nötigen finanziellen Mittel bereitzustellen, ist eine Zielperspektive sinnvoll, bei
der mit der Etatverabschiedung im Dezember 2017 auch die Weichen für die Verbesserung der
digitalen Infrastruktur der Berufskollegs gestellt werden.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Thomas Fastermann Doris Feldmann
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäger
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Anne Schulze Wintzler Petra Seyf ferth
Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson Robert von Ol berg
Maria Winkel
Beschlussvorlage
29874 Zeichen
V/0701/2021 V/0701/2021 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Statusbericht zur Schulentwicklungsplanung (SEP) für die Berufskollegs Beratungsfolge 28.09.2021 Ausschuss für Schule und Weiterbildung Vorberatung 29.09.2021 Hauptausschuss Vorberatung 29.09.2021 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung 1. Der Rat nimmt den Bericht über die Schulentwicklungsplanung für die Berufskollegs sowie die aktuellen Entwicklungen zur Kenntnis. 2. Der Antrag der SPD-Fraktion „Schritt halten mit der technischen Entwicklung – technische Ausstattung unserer Berufskollegs verbessern“ (A-R/0005/2017) (Anlage 1) wird aufgegriffen und gilt hiermit als erledigt. II. Finanzielle Auswirkungen Keine. Begründung: A Ausgangslage / Vorbemerkungen 1 Bedeutung und Vorgehensweise Mit Beschluss über die Vorlage V/0080/2017/1 erfolgte der Einstieg in eine dialogische Schulentwicklungsplanung für die städtischen Berufskollegs (SEP-BK). Die SEP-BK Amt für Schule und Weiterbildung 17.09.2021 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Henseler T elefon: 492 2845 henseler@stadt-muenster.de Frau Krahn T elefon:492 4016 Krahn@stadt-muenster.de Frau Meyer-Holsiepe T elefon: 492 4026 Meyer-Holsiepe@stadt- muenster.de - 9 - V/0701/2021 diente dazu, alle Themen rund um die vielfältigen Angebote dieser Schulform zu bündeln und in Lösungen/Ergebnisse oder Arbeitsprozesse zu überführen. Dazu zählten eine zukunftsfähige Ausrichtung der Angebote, eine moderne räumliche und technische Ausstattung sowie wirtschaftliche Raumnutzung und selbstverständlich die Unterstützung gelingender Bildungsbiographien. Die Berufskollegs haben besondere Bedeutung für die Stadt Münster und die Region. Mit ihrem breit gefächerten Angebotsspektrum sichern sie berufliche Qualifikation und schulische Bildung für jährlich knapp 20.000 Schülerinnen und Schüler (SuS) aus Münster und Umgebung. Sie sind daher nicht nur bildungspolitisch und wirtschaftlich relevant. Sie tragen auch besondere sozialpolitische Verantwortung, indem sie jungen Menschen mit schwierigen Ausgangsbedingungen Perspektiven in berufliche Qualifikation bieten. An dem Prozess der SEP-BK waren alle relevanten Akteurinnen und Akteure aus kommunaler und Landesverwaltung, Kammern und Politik beteiligt. In diversen Gremien und Arbeitsgruppen wurden die in einem Projektplan zusammengefassten Arbeitspakete der SEP-BK bearbeitet und in konkret beschriebene Herausforderungen und Ergebnisse überführt. Ein Beirat sicherte die Gesamtsteuerung des Vorhabens. Der Antrag A-R/0005/2017 wurde aufgegriffen, indem eine SEP angestoßen wurde, in der auch die digitale Infrastruktur betrachtet und Verbesserungen angestoßen wurden. Der Zwischenbericht aus dem Jahr 2019 in der Vorlage V/0559/2019 erläutert detailliert die Anliegen und die Umsetzung der SEP-BK und beschreibt erste Ergebnisse des dialogischen Verfahrens. An diesen Bericht knüpfen die Ausführungen dieser Vorlage an: Es werden insbesondere räumliche, technische und pädagogische Bedarfe und Maßnahmen erläutert. Dabei wird im Statusbericht (B) unter den Ziffern 1 bis 5 intensiv auf die Raumfragen und -bedarfe der Berufskollegs eingegangen. Die Ziffern 6 und 7 zielen auf die technischen Voraussetzungen und die Ziffern 8 und 9 behandeln pädagogische Bedarfe. Unter den Ziffern 10 und 11 wird vor allem die Zusammenarbeit mit den Umlandkommunen, auch in Bezug auf den Standort von Bildungsgängen, eingegangen. Unter Ziffer 12 werden das Image der Berufskollegs und Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit dargestellt. 2 SEP – ein fortlaufender Prozess Die Schulentwicklungsplanung ist ein fortlaufender Prozess. Sie diente dem Zweck, all diese relevanten Themen einmal zu bündeln und so mit einem Blick auf die Gesamtsituation Ergebnisse und Lösungen zu finden wie auch Arbeitsprozesse anzustoßen. Neue Aufgaben und Herausforderungen werden fortwährend in dem Prozess ergänzt und bearbeitet, z.B. im Bereich der Digitalisierung oder neuer Bedarfe durch neue oder andere Bildungsgänge und neue Standards innerhalb von Ausbildungen. 3 Demografische Entwicklung – Empirische Ergebnisse Zur Darstellung der demografischen Entwicklung und empirischer Ergebnisse dient die Anlage 2, der Statistikbericht, der im Zuge der SEP-BK erarbeitet wurde. Deutlich wird allerdings, dass es keine eindeutigen Trends dazu gibt, ob und wie sich die Entwicklung der SuS-Zahlen bzw. die Entwicklung der Bildungsgänge in den nächsten 5 bis 10 Jahren verändern wird. B Statusbericht zum ersten „Maßnahmenprogramm im Rahmen der Schulentwicklungsplanung für Berufskollegs“ des Zwischenberichts (V/0559/2019) 1 Standort Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Für den Standort des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler- Berufskollegs, Mindener Straße 11, wird eine Machbarkeitsstudie in Form einer - 9 - V/0701/2021 Potenzialanalyse erstellt. So soll geprüft werden, inwieweit die notwendigen Programmflächen für die vorhandenen Bildungsgänge inklusive notwendiger Sportflächen am Standort gebündelt werden können.“ Zwischenbericht SEP-BKs: „Um diesen Raumbedarf sowie die bereits jetzt unterversorgten Bereiche Fahrzeugtechnik und Holzlabor abzudecken, soll der Umbau und die Erweiterung im Bestand am Standort Mindener Straße 11 geprüft werden. Hierzu wird in Zusammenarbeit mit dem Berufskolleg ein Raumprogramm erstellt, welches auch die notwendigen Sportflächen berücksichtigt. Im zweiten Schritt ist eine Machbarkeitsstudie in Form einer Potenzialanalyse – analog zu den Entwürfen des Planungsbüros Saltzmann / Saltzmann-Stoll aus dem Jahr 2009 – zu erstellen. Hierbei wird geprüft, inwieweit eine Abdeckung der Raumdefizite am Standort selber möglich ist.“ Durch das hohe Flächendefizit und die Einschränkungen der vorhandenen Bausubstanz an der Mindener Straße 11 (Barrierefreiheit, geringe Baugröße, Gebäudezustand, begrenzte Grundstücksfläche, begrenzte Parkflächen etc.), ist absehbar, dass das Defizit dort nicht aufgefangen werden kann. Der Standort erlaubt weder eine Beendigung der aktuell erforderlichen Auslagerungen noch die dringend notwendige deutliche Verbesserung der Werkstattbedingungen. Die Verwaltung favorisiert daher die Verlagerung an einen anderen Standort. 2 und 3 Standort Anne-Frank-Berufskolleg / Machbarkeitsstudie ehem. Fürstenbergschule Aufgrund der engen Verzahnungen der Punkte 2 und 3, werden sie zusammengefasst und der gemeinsame Status erläutert: Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Die Verwaltung prüft weiterhin die Möglichkeiten zur Zusammenführung der drei Standorte des Anne-Frank-Berufskollegs. Hierzu werden weiterführende Gespräche mit den beteiligten Ämtern sowie dem Berufskolleg geführt.“ Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Da nach einer überschlägigen Prüfung die Grundstückflächen am Standort des Anne-Frank-Berufskollegs sowie des Wilhelm- Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs für eine Zusammenführung unter Berücksichtigung der notwendigen Sportflächen nicht ausreichend sind, wird am Standort der ehemaligen Fürstenbergschule eine Machbarkeitsstudie in Form einer Potenzialanalyse erstellt. Hierbei wird geprüft, inwieweit eine Abdeckung der Raumdefizite des Anne-Frank-Berufskollegs, Hans-Böckler-Berufskollegs sowie Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskollegs unter Berücksichtigung möglicher Synergien bei der Raumnutzung möglich sind.“ Im Jahr 2018 wurden die Bildungsgänge des ehemaligen ESPA-Berufskollegs in das Anne-Frank-Berufskolleg eingegliedert. Der Schulstandort an der Coerdestraße kann aktuell noch durch ein Mietverhältnis weitergenutzt werden. Aufgrund der sich daraus ergebenden Verteilung auf die zwei Standorte wurde einer näheren Standortlösung eine hohe Dringlichkeit zugesprochen. Der durch Zusammenlegung veränderte Raumbedarf sollte möglichst zeitnah ausgeglichen werden. Verwaltungsintern wurde festgelegt, dass das Gelände der ehem. Fürstenbergschule mit einer erhöhten Priorität für einen zweiten Standort in unmittelbarer Nähe geprüft wird. Der Standort weist teilweise denkmalgeschützte Gebäude auf, die für eine Nachnutzung geprüft werden müssen. Ein anderer T eildes Grundstückes kann allerdings potenziell neu bebaut werden. Im Mai 2019 wurde eine Baumassenstudie für eine mögliche Erweiterung auf dem Gelände des Anne-Frank-Berufskollegs an der Manfred-von-Richthofen-Str. vorgestellt. Ergebnis war, dass ein dreigeschossiger Baukörper ohne Abriss des denkmalgestützten Hausmeisterhauses Richtung Bernsmeyerstiege in Abstimmung mit der Denkmalpflege möglich wäre. Obwohl eine Nettogrundfläche von 1700 m² geschaffen werden könnte, ist dies für eine Zusammenlegung am Standort nicht ausreichend, sodass in jedem Fall das Areal der Fürstenbergschule mit in eine Gesamtplanung einzubeziehen ist. - 9 - V/0701/2021 Hierzu wurde im September 2020 durch externe Begleitung ein Phase-0-Workshop mit den Beteiligten der Schule und der Verwaltung durchgeführt. Dabei wurden die Bedarfe an dem möglichen neuen langfristigen zweiten Schulstandort an der ehemaligen Fürstenbergschule bestimmt. Bei dem Workshop wurden Ideen für die zwei Schulstandorte entwickelt, um Flächen und insbesondere die Funktionen der künftig zwei Standorte zu definieren. Es sollte keine Duplizierung des Hauptstandortes entstehen, sondern eine sinnvolle Verteilung der Räumlichkeiten erfolgen. Ergebnis war u.a. ein großes gemeinsames Lehrerzimmer, Verteilung der Schwerpunkte auf zwei Standorte (Kompetenzzentrum Pflege und Gesundheit), Clusterlösungen und das Gesamtprinzip der „Schule in Bewegung“. Durch eine Stellenvakanz in der Schulverwaltung und gleichzeitiger pandemiebedingter Belastungen durch Personalverlagerungen sowie zusätzliche Aufgaben konnten die Ergebnisse des Workshops im Jahr 2020 nicht mehr aufgegriffen werden. Seit März 2021 ist die Stelle „Bau und Ausstattung von Berufskollegs“ wiederbesetzt. Der Prozess der Erstellung eines Raumprogrammes wurde wiederaufgegriffen. Die Schulverwaltung steht dazu in konstruktiver Abstimmung mit dem Leitungsteam des Anne-Frank-Berufskollegs. Kurzfristig soll auf der Grundlage der Ergebnisse zum Raumprogramm aus der sog. Phase-0 und dem Beschluss der Vorlage V/0757/2018 eine Machbarkeitsstudie durchgeführt werden. In der Machbarkeitsstudie soll geprüft werden, welche Flächen auf dem Gelände der ehem. Fürstenbergschule geschaffen werden können. Eine Gesamtbetrachtung der Möglichkeiten an der Manfred-von-Richthofen-Straße sowie an der ehem. Fürstenbergschule, um das Defizit von ca. 3700 m² Nettogrundfläche ausgleichen zu können, wird dann möglich sein. 4 Ersatzlösung ehem. Fürstin-von-Gallitzin-Schule Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Für die durch das Anne-Frank-Berufskolleg genutzten Klassenräume (6) und die durch das Hans-Böckler-Berufskolleg genutzten Klassenräume (3) im Gebäude der Mathilde-Anneke Gesamtschule (ehemalige Fürstin-von-Gallitzin- Schule wird eine Ersatzlösung überlegt.“ Bereits mit der Vorlage zum Zwischenbericht der SEP an Berufskollegs (V/0559/2019) hat der Rat der Stadt Münster am 03.07.2019 einen Errichtungsbeschluss für 5 Fertigbauklassen zum kurzfristigen Auffangen des Raumbedarfs gefasst. Wie in der Vorlage V/0071/2020 beschlossen, wurden dann im Jahr 2020 insgesamt 6 Fertigbauklassen auf dem Schulhof des Anne-Frank-Berufskollegs an der Manfred-von- Richthofen-Straße erbaut. Darüber hinaus werden die dauerhaften Lösungen wie in Ziff. 2 und 3 beschrieben eruiert. Das Hans-Böckler-Berufskolleg konnte den Bedarf der 3 Klassen durch Raumumnutzungen kurzfristig auffangen. 5 Interimslösung Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Für die durch das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler- Berufskolleg genutzten Klassenräume (10) im Gebäude der ehemaligen Josefschule wird ebenfalls eine Ersatzlösung überlegt.“ Aktuell sind T eile des Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg an der ehemaligen Richard-von-Weizsäcker-Schule am Laerer Landweg untergebracht. Dies betrifft im Wesentlichen die Klassen des landwirtschaftlichen Bereichs (Pferdewirtin und Pferdewirt, Tierpflegerin und Tierpfleger, Landwirtin und Landwirt). Dies ist nur eine Zwischenlösung nach der Verlagerung aus der ehem. Josefschule. Vorgesehen als neuer T eilstandortist das Schulgebäude an der Beckstraße (siehe auch Vorlage V/0657/2021). Nach aktuellem Stand ist der Umzug zur Beckstraße spätestens zum Jahreswechsel 2022/2023 einzuplanen. Der Schulstandort Beckstraße wird als befristete Lösung für das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg hergerichtet. Sanierungsmaßnahmen für - 9 - V/0701/2021 eine dauerhafte Nutzung wären nach aktuellem Stand zu umfänglich. Die Maßnahme beginnt im Herbst 2021 und wird voraussichtlich bereits im Februar 2022 abgeschlossen sein. Es wird an einer Perspektive für das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg gearbeitet, denn der Standort des Berufskollegs an der Mindener Straße ist auch ohne die landwirtschaftlichen Klassen beengt und die Bausubstanz wie in Ziffer 1 beschrieben sanierungsbedürftig. Auch Sanierungsmöglichkeiten insbesondere mit der Einbeziehung der speziellen Anforderungen an Fachräume sind dort nur mit sehr hohem Aufwand möglich (vgl. V/0861/2009/1). Aktuell befindet sich wie ebenfalls bereits beschrieben eine Standortverlagerung des gesamten Berufskollegs in der Prüfung (s. Ziff. 1). 6 Umsetzung Digital Pakt / Medienentwicklungsplanung Berufskollegs Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Die Verwaltung definiert mit den 6 städtischen Berufskollegs Standards im Bereich der (MEP BK) um den Support durch Dritte (z.B. der citeq) zu ermöglichen.“ Über das gesamte Jahr 2020 wurden die Abstimmungsprozesse zur Weiterentwicklung des Medienentwicklungsplans zwischen dem Amt für Schule und Weiterbildung, der citeq und den Berufskollegs zu den unterschiedlichsten Themen fortgeführt. Schwerpunkt der Gespräche waren vor allem grundsätzliche Fragen zur Umsetzung eines Supportkonzeptes, die Breitbandanbindung sowie die WLAN-Ausstattung an den Schulen. Die Berufskollegs haben in einem gemeinsamen Abstimmungsprozess das Grundlagenpapier „Gemeinsame Konzeption der Berufskollegs der Stadt Münster für die digitale Ausstattung“ erarbeitet. In dem Papier sind Grundzüge, Standards und Herausforderungen beschrieben. Die Umsetzung der Förderprogramme im Rahmen des Digital Pakts ermöglicht auf dieser Grundlage eine Verbesserung der digitalen Infrastruktur sowie die Ausstattung mit Endgeräten und Präsentationstechnik. Diese Entwicklung wird mit den Schulleitungen kontinuierlich abgestimmt und bei der Fortschreibung der gemeinsamen Konzeption berücksichtigt. 6.1 Digital Pakt Bei der Umsetzung des Förderprogramms zur Digitalisierung der Schulen werden im Programmbereich „Aufbau oder Verbesserung der digitalen Vernetzung in Schulgebäuden und auf Schulgeländen“ vier von sechs Berufskollegs berücksichtigt. Aufgrund der oben beschriebenen laufenden Prozesse rund um Standortfragen und Raumbedarfe sind sowohl das Anne-Frank- als auch das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg bei der Umsetzung dieses Bausteins ausgenommen. Die Umsetzung der Arbeiten wird voraussichtlich das gesamte Jahr 2022 in Anspruch nehmen. Im Programmbereich „Anzeige- und Interaktionsgeräte“ werden aber alle Berufskollegs berücksichtigt. Bei aller Notwendigkeit der Abstimmung von Gemeinsamkeiten, um Standards zu identifizieren und transparent weiterzuentwickeln, bedarf es der individuellen Betrachtung der Schulen, um zentrale Bedarfe im Rahmen eines IT-Supports zu identifizieren. Allein durch die Verwendung unterschiedlicher Fachverfahren im Rahmen der Berufsschule ist eine durchgängige Vereinheitlichung nicht möglich. Diese Gespräche haben aufgrund von Personalwechseln und der Fokussierung auf die Umsetzung der Förderprogramme noch nicht vollumfänglich stattgefunden. Dieser Prozess ist dauerhaft anzulegen. Die Laufzeiten der bestehenden digitalen Infrastruktur sowie der eingesetzten Softwareprodukte und -lizensierungen müssen kontinuierlich in den Blick genommen und mit den hoch dynamischen Veränderungsprozessen, besonders auch durch die externen Anforderungen der Ausbildungsbetriebe und schulischen Partner, abgeglichen werden. - 9 - V/0701/2021 Die Struktur für diesen Prozess wird aktuell neu entwickelt. Die Vorarbeiten der Berufskollegs mit der Vorlage der gemeinsamen Konzeption sowie die bisherigen Abstimmungen schaffen die Grundlage für das weitere Vorgehen. Hierzu gehört die Abstimmung über die Fortentwicklung der digitalen Präsentationstechnik, über den durch die wachsende Anzahl von Endgeräten erforderlichen Ausbau der Breitbandanbindung und WLAN-Ausstattung. und die Etablierung eines tragfähigen Supportkonzeptes, um die Berufskollegs bei der Umsetzung der Aufgaben zu entlasten. 6.2 Digitale Sofortausstattung Alle Berufskollegs sind im Rahmen der Förderprogramme zur Digitalen Sofortausstattung sowie der Ausstattung mit dienstlichen Endgeräten für Lehrkräfte mit Geräten versorgt worden. Drei Berufskollegs (Hansa-, Adolph-Kolping-, Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler- Berufskolleg) haben sich für die Ausstattung mit iPads mit der Einrichtung und Betreuung durch die citeq entschieden. Die anderen drei BKs haben sich gemeinsam für die Ausstattung mit Microsoft Surface Go 2 – Geräten entschieden. Diese Entscheidung nimmt auch Bezug auf die vorhandene Lösung beim Schul-IT-Management, so dass die Geräte entsprechend konfiguriert und betreut werden können. 6.3 Vollausstattung Schülerinnen und Schüler Es bedarf hier zusätzlicher Schritte, um besonders die vollzeitschulischen Bildungsangebote der Berufskollegs im Vergleich zu den allgemeinbildenden Schulen auf Augenhöhe zu bringen. Ein überwiegender T eil der Schülerinnen und Schüler an den Berufskollegs verfügt nicht über digitale Endgeräte. Damit wird die Umsetzung von Unterrichtskonzepten der digitalen Bildung erschwert. Es gilt, in enger Abstimmung mit den Berufskollegs Perspektiven und Möglichkeiten der weiteren Ausstattung zu entwickeln, die eng mit den Konzepten und Erfordernissen der betrachteten Bildungsgänge verzahnt sind. Perspektivisch müssen auch die Schülerinnen und Schüler im Dualen System bei der Ausstattung mit Endgeräten in den Blick genommen werden. Dabei unterscheiden sich bereits jetzt die Möglichkeiten und Anforderungen der Ausbildungsangebote und Fachklassen deutlich voneinander. Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, mit den einzelnen Berufskollegs ein spezifisches Ausstattungskonzept für die jeweiligen Bildungsangebote zu erarbeiten. 6.4 Digitale Präsentationstechnik In den Berufskollegs gibt es bisher keinen einheitlichen Standard bei der Ausstattung mit digitalen Präsentationsmedien. Die Ausstattungsbreite ist sehr unterschiedlich. In ihrer gemeinsamen Konzeption haben sich die Schulen perspektivisch für eine Ausstattung mit interaktiven Multitouch-Displays ausgesprochen. Zugleich müssen die Schnittstellen zu den vorhandenen und perspektivisch genutzten Anzeigegeräten offen gestaltet werden. Insbesondere bei den Berufskollegs ist von einer heterogenen Endgerätelandschaft auszugehen, da insbesondere die Schülerinnen und Schüler in der dualen Berufsausbildung eigene Ausstattungen mit in den Unterricht bringen. Hier unterscheiden sich die Berufskollegs von den allgemeinbildenden Schulen. Zugleich haben einige Berufskollegs ihre Präsentationstechnik bereits mit Apple TV ertüchtigt. Absprachegemäß übernimmt die citeq hierfür bereits die Gerätegeräteverwaltung. 6.5 WLAN Ein ähnliches Bild ergibt sich auch bei der aktuellen Ausstattung mit WLAN an den Berufskollegs. Es sind unterschiedliche Modelle realisiert worden. Von einer flächendecken Infrastruktur kann momentan allerdings nicht gesprochen werden. Der Ausbau des Adolph- Kolping-, des Ludwig-Erhard-, des Hansa- und des Hans-Böckler-Berufskollegs im Rahmen des Digital Pakts I schafft die Voraussetzungen, um darauf aufbauend eine zeitgemäße WLAN-Infrastruktur realisieren zu können. Die Umsetzung wird sich bis in das Jahr 2022 erstrecken. Zugleich wird mit den beiden Berufskollegs, die infrastrukturell nicht ertüchtigt werden (Anne-Frank- und Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg) aktuell - 9 - V/0701/2021 überlegt, welche Möglichkeiten es gibt, um auf der vorhandenen Infrastruktur ein tragfähiges WLAN Angebot weiterzuentwickeln. Bei dem Anne-Frank-BK sind bereits sehr konkrete Umsetzungsschritte initiiert worden, die als Grundlage für die Ausstattung weiterer Berufskollegs dienen kann. 7 MEP BK – Finanzielle Auswirkungen Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Die finanziellen Auswirkungen der MEP werden zur Kenntnis genommen.“ Das oben Beschriebene zeigt, dass insbesondere für die Weiterentwicklung der technischen Ausstattung an den Berufskollegs investive Mittel notwendig sind, um die Ausstattung kontinuierlich an die Erfordernisse einer zunehmend digitalisierten Berufswelt anpassen zu können. Für die Ausstattung mit digitalen Endgeräten, zeitgemäßer Präsentationstechnik und modernen Netzinfrastrukturen bedarf es zusätzlicher Mittel, um diese auf einen zukunftsorientierten Standard weiterzuentwickeln. 8 Schulsozialarbeit Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Der zusätzliche Bedarf an Schulsozialarbeit in Höhe von 1,5 VZÄ soll zunächst aus laufenden Mitteln der Verwaltung gedeckt werden. Im Rahmen der Neuverteilung der kommunalen Personalressourcen für die Schuljahre 2020/2021 und 2021/2022 wird eine langfristige Lösung zur Bedarfsdeckung angestrebt.“ Alle sechs städtischen Berufskollegs sind mit wenigstens einer Vollzeitressource Schulsozialarbeit ausgestattet. Das Adolph-Kolping-BK und das Anne-Frank-BK haben zwei Kräfte zur Unterstützung ihrer Schüler/-innen in alltäglichen, privaten oder schulischen Fragen. Zusätzlich gibt es eine mobile Ressource, die von allen Berufskollegs angefragt werden kann. Hier geht es insbesondere um die Unterstützung auf dem Weg in Ausbildung. Die personellen Ressourcen der Schulsozialarbeit an den Berufskollegs stehen seit 2019 zur Verfügung. Im Rahmen der regelmäßigen Verteilung der kommunalen Ressource Schulsozialarbeit sind die Berufskollegs nicht berücksichtigt. Dies liegt insbesondere daran, dass die bestehenden Indikatoren eigens sozialscharfe Indikatoren berücksichtigen, die auf die Jugendlichen aus dem Umland nicht angelegt werden können. 9 Jugendberufsagentur Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Die aktuellen Planungen zur Umsetzung einer rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit im Sinne einer Jugendberufsagentur in Münster werden in die weiteren Überlegungen zur SEP der Berufskollegs miteinfließen. Mit dem Angebot einer Jugendberufsagentur wird u.a. die Schnittstelle von Schule in Ausbildung bewirtschaftet.“ Insbesondere im Übergang in Ausbildung und damit in die Berufsschule oder im Übergang in einen Bildungsgang an einem Berufskolleg bestehen viele Fragen von Jugendlichen und deren Eltern. Auch Lehrer/-innen und Schulsozialarbeiter/-innen benötigen manchmal Unterstützung, um berufliche Orientierung und den Übergang von der Schule in den Beruf gut zu begleiten. Ein zentrales Instrument, um den Beratungsdschungel für Jugendliche aufzulösen und Hilfe aus einer Hand anzubieten, ist die Einführung einer kontinuierlichen rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit im Sinne einer Jugendberufsagentur. Der Rat hat mit der Vorlage V/0981/2019 eine Jugendberufsagentur für Münster beschlossen. Eine Umsetzung ist aktuell nicht möglich, da Mittel zur Anmietung einer geeigneten Immobilie nicht zur Verfügung stehen. Ein aktueller Sachstandsbericht wird für die nächste Beratungskette vorbereitet. - 9 - V/0701/2021 10 Netzwerkarbeit / Interkommunale Zusammenarbeit Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Die Beobachtung des Arbeitsmarktes und der beruflichen Branchen bleibt auch in den nächsten Arbeitsschritten ein wichtiges Thema. Die Befunde der Fachgruppenarbeit weisen darauf hin, dass sich die Steuerung von Entwicklungen des Ausbildungsmarktes weiterhin als schwierig gestaltet. In diesem Zusammenhang wird die Stärkung der regionalen Abstimmung, respektive der interkommunalen Zusammenarbeit betont.“ Der Übergang Schule-Beruf zeichnet sich durch eine zunehmende Netzwerkarbeit zwischen den Akteuren/-innen aus Schule, Arbeitsmarkt und kommunaler Verwaltung aus. o Das Landesvorhaben Kein Abschluss ohne Anschluss sichert eine standardisierte Berufsorientierung für alle Schüler/-innen ab Klasse 8. Auch in der Sekundarstufe II wird die Berufsorientierung fortgeführt. Das Vorhaben wird von der Kommunalen Koordinierungsstelle im Amt für Schule und Weiterbildung koordiniert und gemeinsam den Schulen und den Partner/-innen im Ausbildungskonsens umgesetzt. o Das Amt für Schule und Weiterbildung analysiert Daten aus Schule und Ausbildungsmarkt und formuliert Handlungserfordernisse im Übergang Schule-Beruf für die Stadt Münster. o In einem regelmäßigen interkommunalen Austausch mit anderen Kommunen werden Vergleichswerte definiert und Best-practice-Beispiele aus anderen Regionen in die Überlegungen vor Ort eingespeist. o Die Schulverwaltung der Stadt Münster tauscht sich regelmäßig im Rahmen von interkommunalen Netzwerktreffen aus und sichert die wissenschaftliche Einordnung der Aktivitäten. o Im regionalen Umfeld treffen sich die Vertreter/-innen der Stadt Münster und der benachbarten Kreise Borken, Warendorf, Steinfurt und Coesfeld, um in einem offenen Austausch die Weiterentwicklung der Berufskollegs im Münsterland zu diskutieren. Dieses Treffen ist ein konstruktiver und offener Austausch, der neben Themen wie der Entwicklung der Zahlen der Schülerinnen und Schüler, die Errichtung neuer Bildungsgänge auch immer aktuelle Themen wie z. B. die Beschulung von Zugewanderten thematisiert. o Im Übergangsbericht werden die Analysen und Handlungsbedarfe veröffentlicht und strategische Handlungserfordernisse formuliert. o Das operative Netzwerk, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern von Handwerkskammer, Kreishandwerkerschaft, IHK, Jobcenter, Agentur für Arbeit, Kommunaler Koordinierungsstelle KAoA, Schulverwaltung sowie aus Schule, tauscht sich über die Empfehlungen aus, diskutiert konkrete Umsetzungsvorschläge und plant Maßnahmen für diverse Zielgruppen oder zu spezifischen Themenaspekten. 11 Standorte von Bildungsgängen Aufgabenpaket Zwischenbericht: „Entsprechende Fragen zu Entwicklungen der Bildungsangebote, zur Zusammenarbeit mit den Umlandkommunen – und damit einhergehend zu Standortfragen – werden zunächst in der Beiratssitzung am 23.05.2019 aufgegriffen. Dabei werden Handlungsoptionen und -möglichkeiten des Schulträgers bei der Steuerung von Standortentscheidungen und von bestimmten Bildungsgängen methodisch analysiert und erörtert. Dadurch soll die Perspektive der Beiratsmitglieder als Akteure der beruflichen Bildung zur Verlagerung von Bildungsgängen und zur Attraktivität von Standorten diskutiert und sichtbar gemacht werden. In der darauffolgenden Phase sollen entsprechend schulträgerübergreifende Abstimmungen erfolgen. Im weiteren Projektverlauf werden von den Umlandkommunen Rückmeldungen bzgl. ihrer Perspektive zu Bildungsgängen eingeholt. Auch die Bevölkerungsentwicklung und Auswirkungen auf Pendlerzahlen und Schulstandorte sollen dabei erörtert werden.“ - 9 - V/0701/2021 In der Beiratssitzung am 23.05.2019 wurden die Möglichkeiten zur Steuerung der Schulstandorte (Anpassung, Ausbau, Verlagerung) methodisch in Kleingruppen erörtert. Im Austausch wurde deutlich, dass eine Verlagerung oder Anpassung von Bildungsgängen nicht in Betracht gezogen werden soll. Hinsichtlich des Ausbaus entsprechend der Nachfrage nach Bildungsgängen ergeben sich zwar Vorteile, z. B. für die Qualität der Ausbildung und der schulischen Projekte. Es sind hierbei allerdings wirtschaftliche Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Nicht zuletzt wird die angestrebte interkommunale Zusammenarbeit dadurch geschwächt. Einvernehmlich kann die Lösung nur darin bestehen, die Nachfrage nach beruflichen Bildungsgängen vor Ort nach Augenmaß zu bedienen, d. h. in enger Abstimmung mit den Umlandkommunen. Dieser Arbeitsauftrag wird für die weitere Projektarbeit mit aufgenommen. C Weiteres Vorgehen / Ausblick Insgesamt wird deutlich, dass die SEP viele Prozess angestoßen hat, an denen gearbeitet wurde und wird. Verschiedene Stellen innerhalb und außerhalb der Verwaltung sind daran beteiligt. Das Aufgabenpaket des Zwischenberichts (V/0559/2019) und der aktuelle Status der Erledigung konnte im Zuge dieses Statusberichts dargestellt werden. Im fortlaufenden Prozess werden immer wieder neue Themen T eilder fortlaufenden SEP werden: Es gibt Ergebnisse und Aufarbeitungen zur demografischen Entwicklung (s. Statistikbericht). Es gibt eine Verständigung bzgl. der Verlagerung von Bildungsgängen: Es konnte durch den interkommunalen Dialog ein gemeinsames Vorgehen entwickelt werden. Zudem wurden Lösungen zur Schulsozialarbeit und zu Interimslösungen entwickelt und umgesetzt. Zur räumlichen Verortung von Berufskollegs konnten im Zuge der SEP konkrete Arbeitsprogramme aufgenommen werden: Es gibt Lösungswege für das Anne-Frank- Berufskolleg und das Wilhelm-Emmanuel-von-Ketteler-Berufskolleg, auch wenn die Umsetzung über den Zeitraum der SEP hinausgeht. Weitere Ergebnisse und konkrete Arbeitsprogramme konnten in den Themengebieten MEP / WLAN und digitale Ausstattung erreicht werden. Auch im Zuge einer personellen Aufstockung durch den Stab „Digitale Bildung“ konnten diese Themen intensiver verfolgt werden. Parallel dazu strebt die Verwaltung in enger Kooperation mit der Agentur für Arbeit die Gründung einer Jugendberufsagentur an als gemeinsamer und rechtskreisübergreifender Anlaufstelle und Plattform für mehr Orientierung und Transparenz im Übergang. Sollte dies umgesetzt werden können, wird dies auch in erheblicher Weise die Übergänge und Zugänge zu den Berufskollegs und zu einer Stärkung der beruflichen Bildung insgesamt beitragen. i.V. gez. Thomas Paal Stadtdirektor Anlage: Anlage A Anlage 1: Ratsantrag Nr. A-R/0005/2017 Anlage 2: Statistikbericht zur Schulentwicklungsplanung der Berufskollegs - 9 - V/0701/2021
Anlage A
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Anlage A zur V/0701/2021 Kurzüberblick Die Vorlage greift den Antrag A-R/0005/2017 auf und erledigt ihn. Die bereits im Zwischenbericht (V/0559/2019) beschriebenen Aufgaben werden aufgegriffen und der aktuelle Status der Erledigung dargestellt. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Mit der Vorlage werden folgende Ziele verfolgt: Wir werden einer der führenden Bildungs-, Wissenschafts-, Forschungs-und Entwicklungs- standorte in Europa. Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens-und Erlebnisqualität weiterentwickeln: mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft. Das Ziel aus dem Haushaltsplan zu der Produktgruppe 0301 − Leistungen für Schulen − lautet: Das Amt für Schule und Weiterbildung stellt mit dieser Produktgruppe für die städtischen Schulen den erforderlichen Schulraum, einschließlich der notwendigen Ausstattung und das ergänzende kommunale Personal zur Verfügung. Hierdurch sollen die Schulen in die Lage versetzt werden, einen den Lehrplänen entsprechenden qualitativ guten die besonderen Rahmenbedingungen und Bedarfe berücksichtigenden Unterricht anzubieten und flankierende Angebote zu ermöglichen. Bildungsergänzende Einrich- tungen und nichtstädtische Schulen werden unterstützt. Die Aufgabenerledigung erfolgt in Ab- grenzung zu den Aufgaben und Zuständigkeiten des Landes in Kooperation mit allen handelnden Personen. Beschreibung des Produktes 030106 − Berufskollegs: Mit diesem Produkt stellt das Amt für Schule und Weiterbildung im gesamten Stadtgebiet von Münster auf der Basis der Schulentwicklungsplanung das erforderliche Schulverwaltungspersonal sowie die erforderlichen Schulgebäude/Grundstücke und Ausstattung (u.a. Einrichtungen, T echnikausstattungfür Klassen-und Fachräume sowie Lehr-und Lernmittel) zur Verfügung. Finanzierung Produktgruppe: 0301 Leistungen für Schulen Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan 2021 enthalten? Ja x Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig x überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig vollständig freiwillig Gem. § 78 SchulG NRW ist der Schulträger gemeinsam mit dem Land für die Weiterentwicklung der Berufskollegs verantwortlich. Aus § 80 Abs. 1 SchulG NRW ergibt sich die Pflicht der Stadt Münster als Schulträger, Schulentwicklungsplanung zu betreiben. Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration)
Beratungsverlauf (3)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (8)
- Bahnhofstraße 9
- Mindener Straße 11
- Coerdestraße
- Beckstraße
- Schulplatz
- Laerer Landweg
- Manfred-von-Richthofen-Straße
- Bernsmeyerstiege
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Details
- Aktenzeichen
- V/0701/2021
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 10.09.2021
- Erstellt
- 10.09.2021 09:13