A-R/0037/2019
Die Stadt Münster initiiert die Gründung einer kommunalen Pflegeausbildungskonferenz und richtet diese aus
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a-r-0037-2019-Kommunale Pflegeausbildungskonferenz
7719 Zeichen
Antrag an den Rat Nr.: A-R/0037/2019
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Die Stadt Münster initiiert die Gründung einer
kommunalen Pflegeausbildungskonferenz und
richtet diese aus
Ratsantrag
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
(Begründung):
Das Thema Gesundheit hat für die Menschen in unsere r Stadt einen hohen Stellenwert. Sie in-
teressieren sich für Sport und Bewegung, gesunde Ar beitsplätze, gesunde Ernährung, gesundes
Wohnen. Aber sie wissen auch, es gibt Situationen i n denen medizinischen Hilfen und Pflege
sehr wichtig sind. In zahlreichen Einrichtungen hat unsere Stadt dafür eine breite Palette von
guten Angeboten.
Gesundheits- und Pflegedienstleistungen sind sogar standortprägend für Münster. Patientinnen
und Patienten aus einem weiten Umfeld kommen zu uns in die Stadt, um sich hier behandeln
zu lassen. Mit mehr als 13% aller Arbeitsplätze in Münster ist das Gesundheitswesen der größte
Arbeitgeber in unserer Stadt.
Die Qualität der Behandlungsangebote nimmt in viele n Bereichen eine qualitative Spitzenstel-
lung ein, die nur möglich ist, weil Münster für all e Heil- und Gesundheitsberufe auch ein bedeu-
tender Ausbildungs-, Fortbildungs- und Weiterbildungsstandort ist.
Den stetig gestiegenen Erwartungen der Menschen kon nte so bislang erfolgreich entsprochen
werden. Gesundheit bedeutet heute für uns alle mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Ziel
ist ein möglichst selbstbestimmtes Leben in einer selbstbestimmten Umgebung.
Wir alle wissen aber auch, die aktuelle demografisc he Entwicklung wird zu einer immer größe-
ren Herausforderung. Nach Berechnungen des Statisti schen Bundesamtes fehlen im Jahr 2025
rund 112.000 Pflegerinnen und Pfleger in Vollzeitan stellung, um den Bedarf an professioneller
Alten- und Krankenpflege in Deutschland decken zu können.
„Der Bedarf an Pflegefachkräften ist trotz gestiege ner Ausbildungszahlen in der Altenpflege
angewachsen. Aktuell fehlen in NRW 10.000 Vollzeitk räfte in der Pflege“, so Prof. Dr. Michael
14 .05 .2019
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Isfort, in seinem soeben veröffentlichten Fachkräft emonitoring zu den Gesundheitsberufen in
Nordrhein-Westfalen.
Es droht auch in Münster ein Fachkräftemangel in de r Pflege. Bemühungen, Pflegekräfte aus
dem Ausland zu gewinnen, ändern die Mangelsituation nicht wirklich, sie lindern höchstens
einige Engpässe. Arbeitslosigkeit kommt in den Pflegeberufen fast nicht vor.
Dem Mangel an Fachkräften kann daher einzig mit ver stärkten Ausbildungsanstrengungen be-
gegnet werden.
Neben großen Kliniken gibt es in Münster eine große Zahl kleiner Pflegearbeitgeber: Altenpfle-
geeinrichtungen, Behindertenpflegeeinrichtungen, Pflegedienste usw..
Alle initiieren einzelne Aktivitäten zur Gewinnung von Nachwuchskräften. Was fehlt ist die
Bündelung dieser Bemühungen und ein gemeinsames lok al und regional wirksames Erschei-
nungsbild.
Die traditionellen Wohnheimplätze sind bei den Ausb ildungsträgern fast überall stark zurück-
gegangen oder verschwunden. Im Wettbewerb mit dem U mland droht der Wohnungsmarkt für
die Ausbildungsangebote in Münster zu einem echten Handicap zu werden.
Die Zusammenlegung der drei bisherigen Ausbildungen in den Pflegefachberufen (Gesundheits-
und Kinderkrankenpflege, Gesundheits- und Krankenpf lege, Altenpflege) und die damit einher-
gehende Umstellung der notwendigen praktischen Ausb ildungsinhalte verunsichert derzeit die
Pflegeschulen und Ausbildungsträger, was im Jahr 20 20 möglicherweise auch zu Verlusten von
Ausbildungsplätzen führen kann.
(Antrag):
Die kommunale Pflegeausbildungskonferenz soll unter der Geschäftsführung der Stadt Mög-
lichkeiten aufzeigen, wie man trotz des durch den F achkräftemangel verursachten Wettbe-
werbs im Pflegearbeitsmarkt zu wirksamen Ausbildung sverbünden gelangen kann, die eine
möglichst hohe Zahl an Ausbildungsplätzen sichert und ermöglicht.
Die Stadt Münster kann dazu einen substanziellen Be itrag leisten, indem sie den anstehenden
Wandel in der Pflegeberufeausbildung (Zusammenfassu ng der Gesundheits- und Kinderkran-
kenpflegeausbildung, Gesundheits- und Krankenpflege ausbildung, Altenpflegeausbildung zur
neuen Ausbildung Pflegefachfrau/Pflegefachmann im J ahr 2020) durch die Einberufung einer
kommunalen Pflegeausbildungskonferenz unterstützt.
Die Pflegeausbildungskonferenz verfolgt folgende Zielsetzung:
• Um einen nachhaltigen Pflegekräftemangel zu vermeid en, vernetzen sich in dieser
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Konferenz möglichst viele lokalen Akteur*innen: Kra nkenhäuser, Heime, Pflege- und
Gesundheitseinrichtungen, Hochschulen, Schulen und Ausbildungsstätten für Pfle-
gende in Münster, Tarifpartner*innen (lokale Gewerk schaften & Arbeitgeber*innen)
sowie lokale berufsständische Organisationen und ggf. weitere.
• Die Konferenzteilnehmer*innen informieren die Stadt und die Öffentlichkeit regel-
mäßig über die Entwicklung der Ausbildungsplatzzahl en und über den lokalen Fach-
kräftebedarf in der Pflege.
• Die Konferenzteilnehmer*innen entwickeln und initii eren gemeinsame Aktivitäten
zur nachhaltigen Gewinnung von Auszubildenden.
• Die Konferenz soll dabei der Stadt Münster Möglichk eiten aufzeigen, wie sie auf
kommunaler Ebene die Ausbildungsträger für Pflegebe rufe bei der Gewinnung von
Auszubildenden unterstützen kann.
• Die Konferenz soll der Stadt Münster und den Ausbil dungsträgern aufzeigen, welche
Angebote Bewerber*innen für die Pflegeberufe als un terstützend für eine Ausbil-
dung in Münster wahrnehmen und was die Ausbildungsa ufnahme verhindert. Ergän-
zend hierzu wird auch betrachtet, wie Fachkräfte im Anschluss an die Ausbildung in
Münster gebunden werden können.
• Die Konferenz soll Möglichkeiten aufzeigen, mit wel chen Maßnahmen die Woh-
nungssuche für Azubis in den Pflegeberufen unterstützt werden kann.
• Zur Ermittlung, was unternommen werden kann, um den Pfleger*innen-Beruf in
Münster attraktiver zu gestalten, gehört ebenfalls die Prüfung, ob Belegplätze in
Kindertageseinrichtungen mit pflegeberufsorientiert en Öffnungszeiten zur Verfü-
gung gestellt werden können (von 6 bis 22 Uhr).
• Die städtische Fachkräfteinitiative „Starke Pflege in Münster“, die sich mit dem
Thema Ausbildung in der Altenpflege beschäftigt, wi rd ebenso wie die Kommunale
Konferenz Alter und Pflege und die städtische Gesun dheitskonferenz um ihre Mit-
wirkung in der Pflegeausbildungskonferenz gebeten. Deren Expertise und bisherigen
Ergebnisse können wertvolle Impulse für das gesamte Themenspektrum einbringen.
Die Verwaltung präsentiert dem Rat vor Ende des Jah res 2019 einen Vorschlag zur Aufgaben-
stellung und Zusammensetzung der Konferenz.
Die Pflegeausbildungskonferenz soll sich spätestens Anfang 2020 konstituieren und sich mög-
lichst zügig auf ein Arbeitsprogramm verständigen, das insbesondere die unter dem Stichwort
„Zielsetzung der Pflegeausbildungskonferenz“ genannten Aspekte umfasst.
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Bis Ende 2021 berichtet die Verwaltung über die bis dahin vorliegenden Arbeitsergebnisse und
legt möglichst ein nachhaltiges Handlungsprogramm vor.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Stephan Brinktrine Doris Feldman n
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäge r
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Mustafa Schat Anne Schulze Wintz ler
Petra Seyfferth Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson
Maria Winkel
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Bahnhofstraße 9
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0037/2019
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 14.05.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37