2022/0071
Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie 2022 der Wissenschaftsstadt
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Wissenschaftsstadt Darmstadt
Ausbildungs– und Arbeitsmarktstrategie
2022 bis 2026
Jugendberufshilfe und
kommunale Beschäftigungsförderung
Barbara Akdeniz, Bürgermeisterin
Februar 2022
Ansprechpartnerin:
Karin Wyschka
Koordination Beschäftigungsförderung
Wissenschaftsstadt Darmstadt/ Dezernat II
Telefon: 06151/13-2865
E-Mail: karin.wyschka@darmstadt.de
Seite 2 von 47
Inhalt
1 Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie .................................................... 3
1.1 Grundsätzlicher Überblick.................................................................................... 3
1.2 Jugendberufshilfe in der Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie ..................... 3
1.3 Ziele und Handlungsansätze für 2022 - Eck- und Schwerpunkte ......................... 6
1.4 Rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit ....................................................... 7
1.5 Umsetzung der langfristig angelegten Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie
„Integrative Transformation“ .............................................................................. 7
1.5.1 Leitbild und Ziele .......................................................................................... 9
1.5.2 Operative Ziele – Übersicht ........................................................................ 10
1.5.3 Priorisierung ............................................................................................... 11
2 Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Aktualisierung der regionalen
Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie .................................................. 15
2.1 Pandemie und SGB II .......................................................................................... 15
2.1.1 Pandemiebedingte Anpassung der Maßnahmen ....................................... 15
2.2 Lage von Frauen in Arbeitsmarktmaßnahmen .................................................. 16
2.2.1 Angebote für Frauen zur Bewältigung der Pandemieauswirkungen
in 2022 ........................................................................................................ 17
3 Übergang Schule – Beruf: geplante Veränderungen in der Region
insbesondere vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie ........................ 18
3.1 Pandemieauswirkungen auf den Ausbildungsmarkt Darmstadt ....................... 18
3.2 Auswirkungen der Pandemie auf die Jugendberufshilfe ................................... 19
3.2.1 Projekte und Maßnahmen für Jugendliche zur Bewältigung der
Pandemieauswirkungen ............................................................................. 20
4 Umsetzung der Budgets – Erfolge, Hemmnisse und Innovationsimpulse .. 21
4.1 Erfahrungen der Region mit den Förderinstrumenten des HMSI in 2021 ......... 21
4.1.1 Umsetzungsstand Maßnahmen Schutzschirm für Ausbildungssuchende . 22
4.1.2 Umsetzungsstand Maßnahmen Brückenqualifizierung für Frauen ........... 23
4.1.3 Umsetzungsstand laufende Maßnahmen AQB 2021 ................................. 27
4.1.4 Zusatzmittel „Digitales Lernen“ im Rahmen des Ausbildungs- und
Qualifizierungsbudgets............................................................................... 33
4.1.5 „Sozialwirtschaft integriert“ für Menschen mit Flucht– und
Migrationshintergrund ............................................................................... 35
4.1.6 Arbeitsmarktbudget ................................................................................... 36
4.1.7 IdeA – Impulse der Arbeitsmarktpolitik ..................................................... 38
4.2 Geplante Maßnahmen im AQB 2022 ................................................................. 39
4.2.1 Geplante Maßnahmen im Rahmen der hessischen Arbeitsmarktförderung
2022 - Übersicht ......................................................................................... 39
4.2.2 Neue Maßnahmen im AQB 2022 ............................................................... 40
5 Aktuelle Strukturdaten ............................................................................. 42
Seite 3 von 47
1 Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie
1.1 Grundsätzlicher Überblick
Die kommunale Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie wird im Dezernat II (Sozi-
aldezernat) durch Bürgermeisterin Barbara Akdeniz verantwortet und über die Ko-
ordinierungsstelle Beschäftigungsförderung umgesetzt. Leitende Prinzipien sind
Prävention, Inklusion, Partizipation und Sozialraumorientierung.
Integrierter Bestandteil ist die kommunale Jugendberufshilfe, die entsprechend
SGB VIII §13 sowie der hessenweiten OloV-Strategie eigenständig den Übergang
Schule-Beruf gestaltet (siehe auch Kapitel 1.2 Jugendberufshilfe in der Ausbildungs-
und Arbeitsmarktstrategie).
Weiterhin ist die Gleichstellungspolitik in die strategische Ausrichtung eingebun-
den. Mit dem Beitritt zur „Europäischen Charta zur Gleichstellung von Frauen und
Männern“ hat sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt verpflichtet, die Geschlech-
terperspektive zu berücksichtigen.
Struktureller Geschlechterungleichheit entgegenzuwirken, die Potentiale von
Frauen zu nutzen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, ist daher
ein zentrales Ziel der kommunalen Arbeitsmarktstrategie. Kernpunkte sind eine ei-
genständige Existenzsicherung und die Ermöglichung einer adäquaten Verbindung
von Erwerbs- und Fürsorgearbeit.
Zur Realisierung der Ziele werden ESF–, Bundes– und Landesmittel eingesetzt oder
durch Kofinanzierung Fördermaßnahmen in Darmstadt ermöglicht.
Schwerpunkt hier bilden die Förderangebote der Hess. Arbeitsmarktförderung. Da-
mit fließen Themen, die durch die Landespolitik gesetzt werden, in den Strategie-
prozess mit ein.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt unternimmt dabei große eigene Anstrengungen.
Das kommunale Beschäftigungsförderungsbudget beträgt mittlerweile 750.000 €
(520.000 € Kommunale Beschäftigungsförderung + 230.000 € Kofinanzierungs-
budget DezII).
1.2 Jugendberufshilfe in der Ausbildungs- und Arbeits-
marktstrategie1
Die Jugendberufshilfe stellt einen eigenständigen Schwerpunkt in der Gesamtstra-
tegie dar und ist an das Sachgebiet Jugendberufshilfe und Schulsozialarbeit im Ju-
gendamt angegliedert. Hier werden bedarfs– und geschlechtergerecht ausgerich-
tete Angebote für benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene im Übergang
Schule – Beruf koordiniert. Dazu zählen insbesondere
• die hessenweite Strategie zur Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit
am Übergang Schule – Beruf (OloV),
• die Jugendberufsagentur Darmstadt,
• die mobile Jugendberufshilfe der Wissenschaftsstadt Darmstadt,
• das ESF-Programm JUSTiQ – Jugend stärken im Quartier,
• die Planung, Konzeption und Vergabe von Übergangsmaßnahmen im Rah-
men der Hess. Arbeitsmarktförderung.
1 Beitrag von Johanna Burkhardt, Koordinatorin der Jugendberufshilfe
siehe auch Kapitel
1.2 Jugendberufshilfe
in der Ausbildungs-
und Arbeitsmarktstra-
tegie
Hess. Arbeitsmarkt-
förderung und komm.
Beschäftigungsförde-
rung
Jugendberufshilfe in
Verantwortung des
Jugendamts
Seite 4 von 47
OloV-Strategie
Ziel der OloV-Strategie ist es, Projekte und Maßnahmen am Übergang Schule – Be-
ruf zu bündeln und aufeinander abzustimmen, so dass Parallelstrukturen vermie-
den werden. OloV sorgt für Transparenz für alle Handelnden im Übergang Schule–
Beruf, spielt eine wichtige Rolle in der Vorbereitung auf und der Vermittlung in pas-
sende Ausbildungen und bietet die Möglichkeit, entsprechend nachzusteuern.
Die regionale OloV–Steuerungsgruppe tagt mindestens viermal im Jahr. Die betei-
ligten Institutionen beschließen eine regionale Strategie, in der die operationalisier-
ten Handlungsziele festgeschrieben sind. Die Strategie wurde im Jahr 2020 überar-
beitet und mit einer Laufzeit bis Ende 2022 verabschiedet. Wichtige Inhalte der re-
gionalen Strategie sind unter anderem die Stärkung der rechtskreisübergreifenden
Zusammenarbeit in der Jugendberufsagentur, die Herstellung von Transparenz am
Übergang Schule – Beruf sowie die Optimierung der Angebote zur beruflichen Ori-
entierung.
Förderprogramme des Bundes, des Landes und der Agentur für Arbeit werden so
eingesetzt, dass sie bestmöglich für die arbeitsmarktpolitischen Ziele der Region
genutzt werden können. Vertreter*innen des ESF-Programms „Jugend stärken im
Quartier“ (JUSTiQ) und des Projekts „Qualifizierte Ausbildungsbegleitung in Be-
trieb und Berufsschule“ (QuABB) nehmen an der OloV–Steuerungsgruppe teil.
Runder Tisch Ausbildung
Seit 2019 führt der „Runde Tisch Ausbildung“ im Kontext der OloV-Strategie die für
Ausbildung relevanten Institutionen und Maßnahmeträger mit regionalen Ausbil-
dungsbetrieben und Kammern zusammen. Ziel ist es, auch für benachteiligte Ju-
gendliche Zugangswege in Ausbildung zu entwickeln. Pandemiebedingt fand 2021
der Runde Tisch Ausbildung online statt.
Jugendberufsagentur Darmstadt
Die Jugendberufsagentur Darmstadt als gemeinsame Anlaufstelle für Jugendliche
und junge Erwachsene aus den Rechtskreisen SGB II, SGB III und SGB VIII bietet
allen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Darmstadt Beratung und Beglei-
tung bei allen Fragen rund um Ausbildungs-, Arbeits- und Praktikumssuche im
Übergang Schule – Beruf. 2021 wurde das Pilotprojekt zum Kerndatensystem
„YouConnect“ der Bundesagentur für Arbeit verstetigt und hat die rechtskreisüber-
greifende Kooperation weiter gestärkt.
Die Jugendberufsagentur durchläuft aktuell einen strukturierten Selbstbewertungs-
prozess, der im Jahr 2021 in einem Aktivitäten- und Umsetzungsplan gemündet
ist. Dabei werden verschiedene Handlungsfelder in den Blick genommen und Maß-
nahmen eingeleitet. Ziel ist die Optimierung der rechtskreisübergreifenden Zusam-
menarbeit.
Mobile Jugendberufshilfe
Das seit April 2017 die JBA ergänzende Angebot der mobilen Jugendberufshilfe
des Jugendamts hat sich fest etabliert. Jugendliche und junge Erwachsene werden
durch das aufsuchende Angebot in ihrem sozialen Umfeld und Lebensraum er-
reicht.
Jugend stärken im Quartier
Das ESF-Projekt JUSTiQ ist ein zentrales und elementares Angebot für besonders
unterstützungsbedürftige Jugendliche und junge Erwachsene, insbesondere
• Schulverweigernde, Schulabbrechende,
Strategieentwicklung
durch OloV-Steue-
rungsgruppe
Runder Tisch Ausbil-
dung
Rechtskreisübergrei-
fende Arbeit in der Ju-
gendberufsagentur
Seite 5 von 47
• junge Menschen, die nach der Schule keine Ausbildung, Berufsvorbereitung
oder sonstige Angebote aus den Rechtskreisen SGB II und III haben,
• junge Ausbildungs- und Maßnahmenabbrechende ohne Anschlussperspek-
tive,
• junge neu zugewanderte Menschen mit besonderem Integrationsbedarf.
Das sozialraumorientierte Projekt fördert die soziale, schulische und berufliche In-
tegration junger Menschen mit schlechten Startchancen und ist seit 2015 in die
kommunalen Strukturen am Übergang Schule – Beruf eingebunden und fester Be-
standteil im Netzwerk der Ausbildungs- und Arbeitsmarktakteur*innen.
JUSTiQ bietet Vorbereitung auf die (Wieder-) Aufnahme von schulischer oder beruf-
licher Bildung, einer geförderten Maßnahme oder Arbeit und Beratung im Über-
gang Schule–Beruf. Durch die aufsuchende Jugendarbeit gelang es, Jugendliche zu
erreichen, die durch die Pandemie isoliert, bzw. für die Hilfesysteme nicht erreich-
bar waren.
Das Projekt hat noch eine Laufzeit bis 30.06.2022.
JUST Best (JUGEND STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit)
Aktuell befindet sich die Jugendberufshilfe der Wissenschaftsstadt Darmstadt im
Interessenbekundungsverfahren für das neue ESF Plus-Förderprogramm JUGEND
STÄRKEN: Brücken in die Eigenständigkeit.
Zielgruppe sind junge Menschen, die die stationäre Jugendhilfe verlassen (soge-
nannte „Care Leaver“) sowie entkoppelte junge Menschen. Sie sollen rechtskreis-
übergreifend begleitet und zu einer eigenständigen Lebensführung befähigt wer-
den.
Innovative Projekte im Rahmen der Hess. Arbeitsmarktförderung
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt möchte junge Menschen so fördern, dass sie ein
Leben in sozialer und wirtschaftlicher Selbständigkeit und innerhalb des sozialen
Gefüges führen können. Dazu plant, konzipiert und vergibt die Jugendberufshilfe
Maßnahmen am Übergang Schule – Beruf. Neben der rechtskreisübergreifenden
Bedarfsanalyse, Evaluation und Steuerung vorhandener Maßnahmen, entwickelt die
Jugendberufshilfe auch neue Angebote.
Im Rahmen des AQB wurde im Jahr 2019 das „Jugendatelier“ - nach Modell des
dänischen Produktionsschulansatzes - neu eingerichtet.
Seit 2020 wird die außerbetriebliche Ausbildung zur Fachkraft für Metalltechnik
angeboten.
Ende 2020 wurde das innovative Projekt „We4Edu“ gestartet, welches Jugendli-
chen am Übergang Schule – Beruf die Chance gibt, sich digital und kreativ auszu-
probieren und dabei eigene Stärken und berufliche Interessen kennenzulernen und
weiterzuentwickeln.
Als Reaktion auf die Auswirkungen der Pandemie wurde Ende 2021 die psychosozi-
ale Beratung am Übergang Schule Beruf eingerichtet.
ESF-Projekt JUSTiQ
läuft zum
30.06.2022 aus
Interessenbekundung
für neues ESF Plus-
Projekt
Siehe auch Kapitel
4.1.3 Umsetzungs-
stand laufende Maß-
nahmen AQB 2021
Seite 6 von 47
1.3 Ziele und Handlungsansätze für 2022 - Eck- und
Schwerpunkte
Zentrales Ziel ist, für Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind, bes-
sere Zugänge zu schaffen und gleichzeitig Potentiale für die Fachkräfteentwicklung
zu entfalten.
Die konkreten Ziele und Schwerpunkte aus 2021 werden 2022 mit Ergänzungen
fortgeschrieben:
A. Bewältigung der Auswirkungen der Coronapandemie
• Zusätzliche Maßnahmen, die bedarfsorientiert und auf Grundlage der
Erfahrungen während der Pandemie für bestimmte Zielgruppen konzi-
piert sind, insbesondere für Jugendliche und Frauen
• Weitere Erprobung des Einsatzes von digitalen Medien, digitaler Kom-
petenzentwicklung, digitalem Lernen, niedrigschwellige Zugänge schaf-
fen
• Kompetenzentwicklung zum digitalen Lernen für päd. Fachkräfte
B. Zugang in Ausbildung für benachteiligte Jugendliche und junge Erwach-
sene verbessern
• Gezielte Aktivierungsmaßnahmen für besonders benachteiligte Jugend-
liche zur Ausbildungsvorbereitung
• Berufsorientierung und Gewinnen von Jugendlichen/ jungen Erwachse-
nen für eine Ausbildung in Bereichen mit Fachkräftebedarf
C. Win–Win–Situation für den regionalen Arbeitsmarkt durch Aktivierung und
Qualifizierung nicht erwerbstätiger und marktferner Personen herstellen
• Arbeitslose aller Altersgruppen mit niedrigschwelligem Einstieg für be-
rufliche Qualifizierung gewinnen
• Aktivierung der sogenannten „stillen Reserve“, insbesondere Frauen
• Entwicklung und Erprobung innovativer Bildungs- und Weiterbildungs-
angebote in Kooperation mit interessierten Unternehmen
D. Querschnittsziele zur Verbesserung der Teilhabechancen auf dem Ar-
beitsmarkt
• Berücksichtigung der Geschlechterperspektive, Fokus insbesondere auf
geringqualifizierte Frauen und Mütter
• Diversität und Inklusion fördern: Potentiale wecken
o Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund, z.B. durch be-
rufsorientierte Sprachförderung/ Alphabetisierung
o Inklusive Angebote für Menschen mit Behinderung
• Abbau von struktureller Benachteiligung, Teilhabeangebote für Men-
schen mit Abhängigkeitserkrankungen oder psychischen Beeinträchti-
gungen
• Digitalisierung/ Digitale Kompetenzentwicklung
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E. Kooperation und Vernetzung bei der Entwicklung und Umsetzung von
Strategien und Maßnahmen
• Kooperation mit dem Jobcenter
• Vernetzung im Sozialraum – Niedrigschwellige Angebote für arbeits-
marktferne und schwer erreichbare Zielgruppen
• Zusammenschluss und Kooperation mit allen relevanten Arbeitsmarkt-
akteuren zur Fachkräftesicherung – Implementierung der „Integrierten
Transformationsstrategie“
1.4 Rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit
Durch die gemeinsame Trägerschaft der Wissenschaftsstadt Darmstadt und der
Agentur für Arbeit für das Jobcenter Darmstadt gE ist eine rechtskreisübergrei-
fende gute und kontinuierliche Zusammenarbeit und Abstimmung gewährleistet.
Diese wird stetig weiter vorangetrieben, insbesondere, um die quantitativen Ziele
bei der Arbeitsvermittlung um qualitative, nachhaltige Ziele zu ergänzen.
Um Doppelstrukturen zu vermeiden, werden insbesondere werden Angebote in Er-
gänzung zum Jobcenter entwickelt. So können Bedarfe an zusätzlichen Angeboten
bedient werden, die die Möglichkeiten des Jobcenters übersteigen. Auch werden
Menschen erreicht, die aus unterschiedlichen Gründen nicht an Jobcentermaßnah-
men partizipieren. Eine passgenaue Förderung von benachteiligten Zielgruppen zur
Erhöhung der Chancengleichheit auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt steht da-
bei im Zentrum der Beschäftigungsförderung.
Besonders für marktferne Kund*innen werden so über die Hess. Arbeitsmarktför-
derprogramme zusätzliche und spezifische Angebote ermöglicht.
Es gibt außerdem konkrete Modellprojekte für besondere Zielgruppen, z.B. Brü-
ckenqualifikation für Frauen, Sozialwirtschaft integriert oder das Jugendatelier, in
denen eine intensive inhaltliche Zusammenarbeit stattfindet.
Für den Bereich Jugendberufshilfe und Ausbildungsmarktstrategie nimmt die Fach-
stelle Jugendberufshilfe im Sinne des SGB VIII § 13 (4) koordinierende Aufgaben
zwischen den Institutionen im Rechtskreis von SGB II (Jobcenter), SGB III (Agentur
für Arbeit) und SGB VIII (Jugendsozialarbeit) wahr und unterstützt die Schulen bei
der Umsetzung der hessenweiten Strategie OloV – Optimierung der lokalen Vermitt-
lungsarbeit im Übergang Schule – Beruf.
1.5 Umsetzung der langfristig angelegten Ausbildungs-
und Arbeitsmarktstrategie „Integrative Transforma-
tion“
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt wurde 2020 vom Hess. Ministerium für Soziales
und Integration (HMSI) neben dem Lahn–Dill–Kreis als Modellprojekt für einen lan-
desgeförderten regionalen Prozess zur Erarbeitung zukunftsrobuster Ausbildungs-
und Arbeitsmarktstrategien ausgewählt. Die Ergebnisse bilden die Arbeitsgrund-
lage und Orientierung für die nächsten Jahre.
Die Implementierung der Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie in den verschie-
denen Strategiefeldern, die Beteiligung und Vernetzung der relevanten Arbeits-
marktakteur*innen und die Operationalisierung der Strategieelemente in konkrete
Maßnahmen war 2021 zentrale Aufgabe.
Sich ergänzende An-
gebote zur Erreichung
verschiedener Ziel-
gruppen
Umsetzung OloV-
Strategie
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Ab 2022 werden die partizipativ erarbeiteten Handlungsempfehlungen schrittweise
umgesetzt. Die Umsetzung wird kommunal durch die Koordination Beschäftigungs-
förderung angestoßen und begleitet. Die regionalen Arbeitsmarktakteur*innen wer-
den entsprechend der Themenstellungen eingebunden.
Eckpunkte für die Implementierung
• Zentral ist die beteiligungsorientierte Herangehensweise, um die Strategie
auf eine breite Basis zu stellen Der interdisziplinäre Dialog der regionalen
Arbeitsmarktakteur*innen soll weiter etabliert werden.
• Dies soll in Abstimmung mit verschiedenen, bereits laufenden Prozessen
geschehen. Etliche Strategieziele werden bereits in anderen Entwicklungs-
prozessen verfolgt. Hier soll bewusster ein Fokus auf Ausbildung und Arbeit
gesetzt werden.
Das bedeutet, keine neuen Formate aufzusetzen, sondern Arbeitsmarktthe-
men in bestehende Strukturen einbringen und sich stärker zu vernetzen
(z.B. OloV-Strategie, Gleichstellungsplan, Inklusionsplan, aber auch Digital-
stadt, Sozialraumplanung, Masterplan 2030, usw.). Gute Ansätze sollen
verstetigt und weiterverbreitet werden.
• Arbeitgeber*innen sollen vermehrt angesprochen und stärker eingebunden
werden. Es sollen Kooperationsangebote insb. im Hinblick auf innovative,
alternative Wege zur Bewältigung des Fachkräftemangels und zur Erweite-
rung der Zugänge in Beschäftigung entwickelt werden.
• Sozialraumorientierte Angebote sollen forciert werden, auch unter Einbezie-
hung von Betrieben und Unternehmen.
• Die Teilhabechancen besonders benachteiligter Menschen sollen verbessert
werden, auch um einer gesellschaftlichen Spaltung entgegenzuwirken.
• Die (Erwachsenen-) Bildung für auf dem Arbeitsmarkt Benachteiligte sollen
erweitert werden. Neben qualifizierenden Angeboten soll auch ein Fokus auf
Demokratieverständnis und Partizipation gerichtet werden.
• Es sollen mehr innovative Projekte ermöglicht werden (Probehandeln).
Eine Strategieüberprüfung soll im Rahmen jährlicher Arbeitsmarktkonferenzen
stattfinden.
Die Strategie ist langfristig angelegt. Daher wird eine Priorisierung der Handlungs-
empfehlungen zur Umsetzung vorgenommen. Näheres hierzu findet sich im Folgen-
den.
Schrittweise Imple-
mentierung der Stra-
tegie ab 2022
ab 2022 jährliche Ar-
beitsmarktkonferen-
zen
1.5.1 Leitbild und Ziele
Seite 10 von 47
1.5.2 Operative Ziele – Übersicht
Seite 11 von 47
1.5.3 Priorisierung
Leitziele mit priorisierten operativen Zielen und Handlungsempfehlungen zur Umsetzung
5 von 12 Handlungsempfehlungen priorisiert
Seite 12 von 47
6 von 12 Handlungsempfehlungen priorisiert
Seite 13 von 47
5 von 9 Handlungsempfehlungen priorisiert
Seite 14 von 47
4 von 11 Handlungsempfehlungen priorisiert
2 Auswirkungen der Corona -Pandemie auf die
Aktualisierung der regionalen Ausbildungs -
und Arbeitsmarktstrategie
2.1 Pandemie und SGB II
Die Arbeitslosenquote im Rechtskreis SGB II ist mit 4,0% unverändert zum Vorjahr
und liegt weiterhin über dem Hessenschnitt von 3,2%.
Vermutlich pandemiebedingt ist die Zahl der arbeitslosen Frauen im SGBII bereits
2020 deutlich gewachsen und hat sich auch 2021 weiter erhöht. Auch der Anteil
von Frauen mit Langzeitarbeitslosigkeit ist um fast 10% auffällig gestiegen.
Die Antragstellungen zu ALG2 sind im Verlauf des Jahres deutlich gesunken, die
Neuantragszahlen bewegen sich auf Vorkrisenniveau2.
Auch die Zahl der eLB sank im Verlauf des Jahres (Nov.’21 = 8.824).
Die Zahl der Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen und zugleich über zu be-
rücksichtigendes Einkommen aus abhängiger Erwerbstätigkeit oder aus selbständi-
ger Tätigkeit verfügen, ist zurückgegangen. Hierunter ist der Anteil der Nichtdeut-
schen mit über 50% weiterhin sehr hoch. Auch sind viele Minijobber*innen auf zu-
sätzliche Leistungen angewiesen.
Nachdem die Zahl der Bedarfsgemeinschaften Anfang des Jahres deutlich gestiegen
ist, lag sie im Nov’21 2% unter dem Vorjahresniveau. Darunter sind allerdings deut-
lich mehr Bedarfsgemeinschaften mit hoher Personenzahl. Dies steht vermutlich im
Zusammenhang mit der Pandemie.
Die Zahl der Langleistungsbeziehenden bewegt sich im Jahresverlauf um die
6.000 ohne größere Veränderungen.
Die Eintritte in Maßnahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik sind deutlich gesunken
(2020 = 2.113 Eintritte, 2021 = 1.643 Eintritte). Dies ist auf die Kontaktbeschrän-
kungen und verzögerten Maßnahmebeginn zurückzuführen. Die Umsetzung von
Maßnahmeeintritten bleibt schwierig, verbessert sich aber sukzessive. Die Förder-
intensität liegt aber mit 24,3% über dem Hessen-Schnitt von 22,2%
3. Die Maßnah-
men im AQB sind nicht betroffen.
Die Situation für Geringqualifizierte und Menschen, die länger aus dem Arbeitspro-
zess raus sind, bleibt problematisch. Insbesondere Praktika als „Türöffner“ in Be-
triebe sind für Teilnehmende an beschäftigungsfördernden Maßnahmen nicht oder
nur in geringerem Umfang möglich.
Eine Vermittlung in Beschäftigung gelingt in Branchen mit hohen Arbeitskräftebe-
darf auch für Geringqualifizierte, z.B. im Lager-Logistikbereich. Frauen profitieren
aber nur in geringem Maße davon.
2.1.1 Pandemiebedingte Anpassung der Maßnahmen
Um auf die Einschränkungen durch die Pandemie zu reagieren, wurden die be-
schäftigungsfördernden Maßnahmen auf hybride Angebote umgestellt. Sobald die
Coronaregelungen es zuließen, wurden die Maßnahmen mit Präsenzanteil fortge-
setzt. Denn besonders für Teilnehmende mit psychischer Belastung oder auch mit
mangelnden Sprachkenntnissen stellen Kontakteinschränkungen und reine Digital-
formate hohe Hürden dar. Der Austausch mit anderen und der direkte Kontakt zur
2 Geschäftsbericht Geschäftsführer Jobcenter vom 08.12.2021.
3 Geschäftsbericht Geschäftsführer Jobcenter vom 08.12.2021.
Nur geringe Auswir-
kungen der Pandemie
auf SGB II, aber
Frauen stärker betrof-
fen
Eintritte in Maßnah-
men sind zurückge-
gangen, aber nicht
bei AQB-Maßnahmen
Grenzen von Online-
Angeboten
Seite 16 von 47
Lehrkraft, bzw. sozialpäd. Begleitung stabilisieren und motivieren. Dies ist für alle
Teilnehmenden sehr wichtig.
Es wird ein stärkerer Fokus auf Coaching gelegt, um psychische Belastungen zu be-
wältigen und Selbstvertrauen zu stärken.
Die Heranführung an digitale Medien/ digitales Lernen und Entwicklung digitaler
Kompetenzen bleibt in nahezu allen Maßnahmen eine wesentliche Aufgabe. Bei
Bedarf erhalten die Teilnehmenden eine mobile IT-Ausstattung oder auch Zugang
zu Wlan/ Internet.
Für päd. Fachkräfte wurde eine regionale Fortbildung angeboten, um digitales Ler-
nen und Lehren in guter Qualität umzusetzen.
2.2 Lage von Frauen in Arbeitsmarktmaßnahmen 4
Die Erfahrungen aus 2021 zeigen, dass Frauen weiterhin besonders von der Pande-
mie beeinträchtigt sind.
Zum einen sind Frauen während der Corona-Pandemie stärker von Arbeitslosigkeit
bedroht. Viele Beschäftigungsverhältnisse wurden im Lockdown aufgelöst, davon
sind in hohem Maße geringfügig Beschäftigte und geringqualifizierte Frauen be-
troffen. Der Anteil von Frauen mit Langzeitarbeitslosigkeit ist um fast 10% auffällig
gestiegen.
Auch die Ausbildungs- oder Arbeitsplatzsuche ist erschwert, insbesondere für
Frauen mit Kindern und noch einmal verschärft für Alleinerziehende. Eine Verläss-
lichkeit der Kinderbetreuung ist immer noch in Frage gestellt, da Kinder oft bereits
bei leichten Krankheitssymptomen von der Betreuung ausgeschlossen werden o-
der wenn Einrichtungen oder Gruppen aufgrund von Corona-Fällen schließen müs-
sen und die Kinder in Quarantäne geschickt werden. Diese für viele Frauen als unsi-
cher empfundene Betreuungssituation hemmt sie bei der Suche nach Arbeit oder
verlangsamt den Suchprozess.
Auch zunehmende persönliche Verunsicherungen verhindern z.B. einen angestreb-
ten Wiedereinstieg und führen zu Rückzug und somit zur Stagnation in der berufli-
chen Entwicklung. Auf Frauen, die psychisch instabil sind, wirkt sich die Corona-
Pandemie oft nochmals negativ auf Selbstvertrauen und damit auf die Stellensu-
che aus.
Etliche Frauen befinden sich in prekären Arbeitsverhältnissen, die Verunsicherung
ist durch die Pandemie noch größer geworden. Gering qualifizierte und bildungs-
ferne Frauen ohne verwertbare Qualifikationen gelingt es kaum, in existenzsi-
chernde Beschäftigung zu kommen.
Die Corona-Pandemie hat auch die Rolle digitalen Kompetenzen verdeutlicht. Das
digital gender gap zeigt sich aber weiterhin bei bildungsfernen und geringqualifi-
zierten Familienfrauen mit Migrationshintergrund. Sie verfügen nur sehr einge-
schränkt über digitale Kompetenzen und besitzen weder die technische Ausstat-
tung, noch ausreichende Verträge zur Internetnutzung.
Frauen mit unzureichenden Deutschkenntnissen tun sich noch schwerer. Telefoni-
sche oder digitale Kontakte zu Arbeitgeber*innen oder zu Behörden und Institutio-
nen haben während der Kontaktbeschränkungen zugenommen. Für Menschen mit
mangelnden Sprachkenntnissen und ohne ausreichende technische Ausstattung
stellt dies eine hohe Hürde dar.
4 U.a. nach Ausführungen von Britta Uihlein, Geschäftsfüherin BAFF Frauen Kooperation gGmbH und
Esther Hachen, Geschäftsführerin von femkom e.V.
Digitale Kompetenz-
entwicklung als
zentrale Aufgabe
Frauen stärker von Ar-
beitslosigkeit bedroht
Mütter werden bei Ar-
beitssuche ausge-
bremst
Psychische Belastung
und Verunsicherung
durch Pandemie
Beschleunigte digi-
tale Transformation
hängt benachteiligte
Frauen ab
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2.2.1 Angebote für Frauen zur Bewältigung der Pandemieauswir-
kungen in 2022
Auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte und durch die Pandemie beeinträchtigte
Frauen benötigen auf ihre besonderen Bedarfe zugeschnittene Bildungsangebote,
die insbesondere die digitale Teilhabe fördern und somit für mehr Chancengerech-
tigkeit sorgen.
Besonders für Mütter und Alleinerziehende sind flexible Formate mit diversen Mög-
lichkeiten der (digitalen) Ansprache und individuell anpassbaren Terminen erfor-
derlich.
Dank der AQB-Sondermittel im Rahmen des Förderprogramms „Brückenqualifika-
tion für Frauen“ können 2 Projekte realisiert werden, die die obengenannten As-
pekte beinhalten.
• „Brückenqualifizierung für Darmstädter Frauen – Digitalisierung in der
Arbeitswelt für alle“
• Empowerment für Frauen – Digital
Psychosoziale Beratung für Erwachsene mit deutlichen psychischen Auffälligkei-
ten und Unterstützungsbedarf zur Herstellung der Beschäftigungsfähigkeit
Beginn Dez. 2021
Für erwerbsfähige Frauen und Männer mit psychischen Belastungen, die aufgrund
der Pandemie so belastet sind, dass sie nicht an beschäftigungsfördernden Maß-
nahmen teilnehmen oder diese nicht fortsetzen können, wurde ein spezifisches Un-
terstützungsangebot eingerichtet worden. Besonders angesprochen werden Frauen
und Alleinerziehende sowie geflüchtete Frauen und Männer.
Das Angebot ist grundsätzlich rechtskreisoffen.
Ziele der Maßnahme
• Psychosoziale Stabilisierung, Strukturierung und Orientierung,
• (Wieder-) Herstellung einer dauerhaften Beschäftigungsfähigkeit,
• Soziale und gesellschaftliche Teilhabe.
Dieses Angebot hat nicht die direkte Vermittlung in den Arbeitsmarkt zum Ziel,
sondern gilt als spezielles Angebot, die Zielgruppe psychosozial so zu stabilisieren
und zu unterstützen, dass eine Übergabe zu Fachdiensten, Beratungsstellen, Trä-
gern der Beschäftigungsförderung oder Rückführung in eine berufsqualifizierende
Maßnahme möglich ist.
Das Angebot beinhaltet eine Clearingphase, Beratung und Begleitung zum Erwerb
eigenverantwortlicher Handlungsfähigkeit sowie Erarbeitung einer Perspektive im
Hinblick auf eine schrittweise Hinführung zum Arbeitsmarkt.
Weitere Informationen
zu beiden Projekten
unter Kapitel 4.1.2
Umsetzungsstand
Maßnahmen Brücken-
qualifizierung für
Frauen
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3 Übergang Schule – Beruf: geplante Verände-
rungen in der Region insbesondere vor dem
Hintergrund der Corona -Pandemie
3.1 Pandemieauswirkungen auf den Ausbildungsmarkt
Darmstadt5
Der 2020 festgestellte Rückgang an gemeldeten Ausbildungsstellen wurde 2021
gebremst. Aber 15,7% der gemeldeten Berufsausbildungsstellen (absolut 458)
waren zum Sep’21 unbesetzt, hauptsächlich im Gastgewerbe und im Gesundheits-
und Sozialwesen. Die geringere Nachfrage junger Menschen nach Ausbildungsplät-
zen ist also auch 2021 ein pandemiebedingtes Phänomen.
Der Anteil einmündender Bewerber*innen an allen Bewerber*innen ist im Verlauf
der letzten 10 Jahre kontinuierlich gesunken (Berichtsjahr 2010/11 47,5%). Der
Tiefpunkt wurde 2019/2020 mit 40,2% erreicht, im laufenden Berichtsjahr gab es
eine kleine Verbesserung auf 40,9%.
Im Vergleich zum Berichtsjahr 2019/2020 münden 13,1% weniger Bewerber*in-
nen in eine Ausbildung (absolut 319 Personen gegenüber 367 Personen im Vor-
jahr). Der Anteil der älteren Auszubildenden ist deutlich gestiegen, auch haben sie
häufiger einen Hochschulabschluss. Erfreulich ist der wachsende Anteil von Nicht-
deutschen.
Dabei ist der Anteil der Anfänger*innen mit dem Ziel eines vollqualifizierten
Berufsabschlusses6 mit 61,8% höher als in Hessen (49%). Auffällig ist der stei-
gende Anteil von Frauen. Auch münden deutlich mehr Anfänger*innen mit höheren
Schulabschlüssen in Berufsausbildung ein.
Der Anteil der Anfänger*innen im Übergangsbereich ist mit 9,7% geringer als in
Hessen (14,2%). Positiv ist der Rückgang des Anteils der Ausländer*innen im Über-
gangsbereich.
Dagegen ist der Anteil der Jugendlichen mit Hauptschulabschluss leider deutlich
auf 65% gestiegen und auch sehr viel höher als im Hessenschnitt (54,7%). Mög-
licherweise zeigt sich hier ein Verdrängungseffekt, da mehr Jugendliche mit höhe-
ren Schulabschlüssen in Berufsausbildung münden.
Der Anteil der unversorgten Bewerber*innen (weder eine Berufsausbildung noch
eine andere Alternative) ist in den letzten 10 Jahren von 1,5% auf 4,6% gestiegen.
Auch hier gab es im Berichtsjahr 2020/2021 eine kleine Verbesserung zum Vorjahr
(4,9%). Leider sind aber deutlich mehr jüngere und auch weibliche Jugendliche un-
versorgt geblieben.
Ebenfalls gestiegen (von 60,9% auf 64,8%) sind die Anteile anderer ehemaliger Be-
werber*innen und Bewerber*innen mit Alternative zum 30.September.
5 Statistik der BA, Okt. 2021 und HMSI: Strukturdaten 2021 für die Wissenschaftsstadt Darmstadt
6 Alle Bildungsgänge, die einen vollqualifizierenden Berufsabschluss zum Ziel haben, also betriebli-
che Ausbildung (Duales System), Beamt*innenausbildung im mittleren Dienst, schulische Ausbildung
an Berufsfachschulen mit Berufsabschluss, zweijährige höhere Berufsfachschulen, Schulen des Ge-
sundheitswesens und Fachschulen für Sozialwesen.
Siehe auch Kapitel 5
Strukturdaten
Seite 19 von 47
Es ist außerdem ein Anstieg von älteren Bewerber*innen ab 25 Jahre um 12,9%7
erkennbar. Für diese Zielgruppe sind Angebote an der Schnittstelle zwischen Ju-
gendberufshilfe und Erwachsenen die Kooperation der Institutionen erforderlich
(Beispiel: AQB-Schutzschirm-Projekt „Zukunft sichern – Ausbildungsorientierung
für junge Erwachsene).
3.2 Auswirkungen der Pandemie auf die Jugendberufs-
hilfe
Die Auswirkungen durch die Unterbrechung des regulären Schulbetriebs, der zeit-
weise notwendige Distanzunterricht in den Aktivierungsmaßnahmen und die Redu-
zierung von persönlichen Kontakten und Beziehungsarbeit stellen die Jugendbe-
rufshilfe weiterhin vor besondere Herausforderungen.
Für viele benachteiligte Jugendliche bedeutet dies eine Verschärfung, die sich in
schlechteren Teilhabechancen und somit auch Bildungsungerechtigkeiten nieder-
schlägt.
Die Corona Pandemie hat diese Benachteiligungen nicht hervorgerufen, sondern
verstärkt die bereits bekannten Problemlagen. Hier müssen Lösungen gefunden
werden, die Jugendlichen, die nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen,
Teilhabechancen am Übergang Schule-Beruf eröffnen und einen niedrigschwelligen
Zugang zu Unterstützung, Beratung und Begleitung ermöglichen. Es besteht außer-
dem Bedarf am Zugang zu Hardware/ Internet und Anleitung.
Alle Träger der Jugendberufshilfe haben ihre Angebote bereits 2020 auf hybride
Formate umgestellt, Jugendliche - soweit möglich - mit Endgeräten ausgestattet
und digitales Lernen stärker etabliert.
Aber gerade für Jugendliche mit Benachteiligungen sind auch persönliche Kontakte
in Präsenz außerordentlich wichtig. Daher wird in den laufenden Maßnahmen alles
getan, um auch während der Pandemie Präsenzangebote unter Einhaltung der
Kontaktregeln zu ermöglichen.
Ein bisher nicht zufriedenstellendend gelöstes Problem stellt die Versorgung mit
Praktika dar. Grundsätzlich ist der direkte Kontakt zwischen Betrieben und Jugend-
lichen erschwert. Online-Lösungen sind nur bedingt wirksam, auch wenn es inzwi-
schen viele kreative Angebote gibt (z.B. virtueller Betriebsbesuch, Ausbildungsbot-
schafter*innen per Life-Schalte ins Klassenzimmer, Online-messen zur Berufsorien-
tierung, usw.).
Glücklicherweise hat die Jugendberufshilfe die auch Berufsorientierung bereits vor
Corona neu aufgestellt und eine Reihe von komm. geförderten Angeboten an Sek1-
und Berufsbildungsschulen etabliert. Dies ermöglicht jetzt eine engmaschige Be-
gleitung von Jugendlichen mit besonderem Unterstützungsbedarf. Berufsorientie-
rung findet seit der Pandemie als Einzelberatung statt, sie ist an die Schulsozialar-
beit angedockt, was einen guten Zugang zu den Jugendlichen ermöglicht.
Grundsätzlich zeigt sich – durch die Pandemie verstärkt – , dass größere struktu-
relle Veränderungen in der dualen Berufsausbildung erforderlich sind, um dem
Fachkräftemangel zu begegnen.
8 Unter anderem müssen Zugangschancen für
junge Menschen verbessert werden, die bisher nicht ausreichend berücksichtigt
wurden (z.B. junge Mütter, Jugendliche mit Beeinträchtigungen, usw.).
7 Statistik der BA, Okt. 2021
8 Siehe auch IWAK Monitor 7 Auswirkungen auf Wirtschaft
verschlechterte Teil-
habechancen für be-
nachteiligte Jugendli-
che
Umstellung auf hyb-
ride Angebote
Berufsorientierung
wird durch Mangel an
Praktika beeinträch-
tigt.
Kommunale Berufsori-
entierung hält Kontakt
zu Jugendlichen auf-
recht
Zugangschancen
müssen erweitert wer-
den
Seite 20 von 47
Wieder in den Fokus gerückt werden muss die berufliche Orientierung in den Schu-
len. Die Konzentration auf den Kernunterricht hat für viele junge Menschen zum Er-
gebnis, dass sie nicht ausreichend beruflich orientiert sind und keine klaren Zu-
kunftsperspektiven entwickelt haben.
Dies sind Fragestellungen, die im Rahmen der OloV-Strategie mit den Ausbildungs-
marktakteur*innen diskutiert werden.
3.2.1 Projekte und Maßnahmen für Jugendliche zur Bewältigung
der Pandemieauswirkungen
AQB-Mittel aus 2020 und 2021 wurden genutzt, um Jugendlichen Angebote zum
Stabilisieren und Nachholen von Versäumtem, bzw. nicht verfestigten Lerninhalten
zu machen. Die Maßnahmen wurden in Abstimmung mit dem OloV-Netzwerk, der
Jugendberufsagentur und Trägern der Jugendberufshilfe konzipiert.
Deutschförderung für Jugendliche in Beschäftigungsmaßnahmen
Für Jugendliche mit Migrationshintergrund oder nichtdeutscher Muttersprache
wird das Erreichen des Hauptschulabschlusses oder des erfolgreichen Ausbil-
dungsabschlusses oft durch sprachliche Barrieren verhindert, da – verschärft durch
Kontaktbeschränkungen - kein alltäglicher Sprachgebrauch Deutsch stattfindet. Be-
reits erworbene Kenntnisse gehen wieder verloren.
Ziel der Maßnahme ist niederschwelliger Förderunterricht bei individuellen Sprach-
defiziten, welcher lebens- und berufsbezogen, inhaltsorientiert und lebendig umge-
setzt wird. Dabei werden die Inhalte und Schwierigkeiten des Lehrmaterials den be-
reits bestehenden Kenntnissen und Niveaus der Teilnehmenden angepasst und
schrittweise erhöht. Das Angebot richtet sich speziell an Jugendliche in Maßnah-
men in wird in enger Kooperation mit diesen durchgeführt.
Psychosoziale Beratung am Übergang Schule- Beruf
Das Angebot der psychosozialen Beratung richtet sich an Jugendliche und junge
Erwachsene zw. 15 - 27 Jahren mit deutlichen individuellen Problemlagen, insbe-
sondere solche, die durch die Corona Pandemie hervorgerufen sind oder verstärkt
auftreten. Ziel ist die ausbildungsvorbereitende Unterstützung für junge Menschen,
bei denen der Einstieg in den Ausbildung- oder Arbeitsmarkt aufgrund psychosozi-
aler Problemlagen nicht möglich ist. Das Angebot ergänzt das bestehende Ange-
botsportfolio und schließt eine Bedarfslücke, die in der OloV Netzwerkarbeit identi-
fiziert wurde.
We4edu
Die Veränderung des regulären Schulbetriebs durch die Coronapandemie trifft ins-
besondere Jugendliche aus benachteiligten Quartieren und Familien. Beispiels-
weise verstärkt sich mit materieller Armut der ungleiche Zugang zu Lernangeboten.
Dies äußert sich in benachteiligten Quartieren nicht nur in der Ausstattung mit
Computern und Internetanschlüssen, sondern auch in der Wohnsituation, in unglei-
chen (Bildungs-)-Voraussetzungen im Elternhaus, fehlender Struktur, usw. Für Ju-
gendliche, die nicht über die notwendigen (digitalen) Ressourcen verfügen, sollen
Teilhabechancen am Übergang Schule - Beruf eröffnet werden.
Mit dem Pilotprojekt werden unter Einbeziehung der Zielgruppe sozialraumorien-
tiert mediengestützte Angebote mit dem Fokus berufliche Orientierung und Förde-
rung der Medienkompetenz am Übergang Schule-Beruf umgesetzt. Jugendliche er-
halten die Chance, sich digital und kreativ auszuprobieren und dabei eigene Stär-
ken und berufliche Interessen kennenzulernen und weiterzuentwickeln. In virtuellen
AQB-Mittel für beson-
dere Unterstützungs-
maßnahmen
Siehe auch Kapitel
4.1.3 Umsetzungs-
stand laufende Maß-
nahmen AQB 2021
Siehe auch Kapitel
4.1.3 Umsetzungs-
stand laufende Maß-
nahmen AQB 2021
Siehe auch Kapitel
4.1.4 Zusatzmittel
„Digitales Lernen“ im
Rahmen des Ausbil-
dungs- und Qualifizie-
rungsbudgets
Seite 21 von 47
Welten lassen sich Berufsfelder spielerisch entdecken und erkunden. Die gewonne-
nen Eindrücke sollen die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in ihrer eigenen
beruflichen Orientierung unterstützen und fördern.
Das Projekt mit dem innovativen Ansatz zum digitalen Lernen verläuft seit 2020 er-
folgreich und soll im AQB 2022 weiterentwickelt und fortgesetzt werden.
Ausweitung des Chance 2.0-Projekts auf ein weiteres Stadtquartier
Die Ausweitung der erfolgreichen Chance 2.0-Maßnahme zum nachträglichen Er-
werb des HSA auf das Pallaswiesen-/ Mornewegviertel (PaMo) hat weitere Jugendli-
che in ihrem Sozialraum erreicht, die Bedarf an Unterstützung im Übergang
Schule-Beruf haben und niedrigschwellige Zugänge benötigen.
Joblinge 4.0
Auch dieses Projekt im Rahmen der Sondermittel „Schutzschirm für Ausbildungs-
suchende“ wirkte erfolgreich in Darmstadt. Es erprobte innovative Wege bei der An-
sprache und Rekrutierung junger Menschen und zielte auf die Entwicklung digitaler
Kompetenzen und die Vermittlung in Mangelberufe.
4 Umsetzung der Budgets – Erfolge, Hemmnisse
und Innovationsimpulse
4.1 Erfahrungen der Region mit den Förderinstrumenten
des HMSI in 2021
Grundsätzlich ermöglicht die Konstanz der Förderinstrumente des Landes die lang-
fristige Etablierung von bewährten Angeboten bei gleichzeitige n Innovationsimpul-
sen.
Dies dient der Verankerung der Angebote in den Sozialräumen und guten Erreichung
von Zielgruppen gleichermaßen wie der Vernetzung mit Kooperation spartner*innen
und Arbeitsmarktakteur*innen. Die Bedarfe an Unterstützungsangeboten für auf
dem Arbeitsmarkt benachteiligten Zielgruppen sind weiterhin hoch. Durch die Kon-
tinuität der Maßnahmen baut sich Vertrauen auf und die Menschen können besser
erreicht werden.
Insbesondere werden auch Freiräume für die Erprobung und Weiterentwicklung in-
novativer Formate, insbesondere im Bereich Digitales Lernen eröffnet. Regionale Bil-
dungsträger können Kompetenzen u nd Wissen aufbauen und erfahrenes Personal
einsetzen. Dies hat auch dazu beigetragen, dass die Herausforderungen durch die
Pandemie besser bewältigt werden können.
Gleiches gilt für die Weiterentwicklung berufsbezogener Sprachförderung. Anstöße
durch das HMSI werden aufgegriffen und regional weiterentwickelt.
Für alle Innovationsthemen gilt, dass über das HMSI ein guter Austausch und Trans-
fer gefördert werden.
Siehe auch Kapitel
4.1.3 Umsetzungs-
stand laufende Maß-
nahmen AQB 2021
Langfristige Förde-
rung ermöglicht Kom-
petenzaufbau
Innovationsimpulse
durch Setzen von The-
men durch HMSI
Seite 22 von 47
4.1.1 Umsetzungsstand Maßnahmen Schutzschirm für Ausbildungs-
suchende
Zukunft sichern – Ausbildung ab 25
Kommunales Projekt, in Koop. mit LK Darmstadt-Dieburg
Lz: 01.01.2022 – 31.12.2022
Zielgruppe: Ungelernte junge Erwachsene zw. 25 bis 34 Jahre
Menschen mit Migrationshintergrund
Langzeitarbeitslose
Menschen mit Familienpflichten, insbesondere junge (alleinerzie-
hende) Mütter
Ziele/
Inhalte:
Orientierung auf berufliche Qualifizierung
individuelle Erarbeitung, wie eine berufliche Ausbildung unter Be-
rücksichtigung der persönlichen Lebenssituation gelingen kann
Vermittlung in eine abschlussorientierte Ausbildung
• Niedrigschwellige Beratung zur lebensphasenorientierten Berufs-
wegeplanung (offene Sprechstunden)
• Einzelcoachings, Bewerbungsunterstützung, Matching mit Aus-
bildungsbetrieben
• Information zu Berufsfeldern/ Ausbildungsberufen unter Einbe-
ziehung von Genderaspekten
• niedrigschwellige Qualifizierung/ Vorbereitung für Berufe mit re-
gionalem Fachkräftebedarf mit integrierter berufsbezogener
Sprachförderung in den Bereichen Lager/Logistik, Metall/Pro-
duktion, Pflege, Gastro/Service
• Informationseinheiten zu The men wie: Lernen lernen, digitales
Lernen, Zeitmanagement, Vereinbarkeit von Familie und Beruf,
Selbstfürsorge, Arbeitsrecht, etc.
• Qualifizierungsangebote zum selbstgesteuerten digitalen Lernen
Plätze: 50 Plätze
In der Zielgruppe der ungelernten jungen Erwachsenen zw. 25 bis 34 Jahre steckt
gleichermaßen Potential für die Entwicklung einer existenzsichernden beruflichen
Perspektive und die Fachkräfteentwicklung.
Neben Beratung, Berufsorientierung und einer niederschwelligen Qualifizierung,
steht vorrangi g die Förderung von Selbstlernkompetenzen im Vordergrund, insbe-
sondere mit Unterstützung durch digitales Lernen, um nachhaltige und stabile Lö-
sungen im Hinblick auf Ausbildung zu entwickeln.
Vorzugsweise sollen Perspektiven für Ausbildung in regionalen Ma ngelberufen auf-
gezeigt werden. Eine Kooperation mit Betrieben, die Ausbildungsplätze nicht beset-
zen können sowie den zuständigen Kammern ist geplant. Die Teilnehmer*innen wer-
den bei Ausbildungsabschluss während der Probezeit weiter betreut.
Als einer der ersten Schritte wurden potentielle Kooperationspartner*innen infor-
miert, wie IHK Darmstadt, Handwerkskammer, Berufsschulzentrum und Ausbil-
dungsbetriebe in der Region, aber auch Jobcenter und Kreisagentur für Bes chäfti-
gung. Es gibt viele positive Rückmeldungen zu den Kooperationsanfragen und Inte-
resse an weiteren Informationen zum Projekt.
In Februar/ März finden Infoveranstaltungen für Teilnehmende in verschiedenen
Stadtteilen statt. Offene Sprechstunden in versc hiedenen Stadtgebieten in Darm-
stadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg sind in Planung.
Hohes Interesse bei
Kooperations-
partner*innen
Seite 23 von 47
Bisher gibt es 7 Aufnahmen ins Projekt. Darüber hinaus gibt es bereits Kontakte zu
potentiellen Teilnehmenden.
Bisher festgestellte Unterstützungsbedarfe der Teilnehmer*innen sind:
• Möglichkeiten im Arbeitsmarkt/ Ausbildungsorientierung/ Berufsorientie-
rung
• Hilfe/ Unterstützung bei der Suche nach möglichen Ausbildungsplätzen
• Hilfe/ Unterstützung bei den Bewerbungen
• Beseitigung von Vermittlungshemmnissen (Umgang mit Krankheiten,
Sprachförderung),
• Unterstützung bei der Kompetenzfeststellung,
• Vermittlung prüfungsrelevanter Fachkenntnisse, Vorbereitung auf externe
Berufsausbildungsabschlussprüfung,
Außerdem nahmen die Projektmitarbeiter*innen an einer Fortbildungsveranstaltung
zur Weiterentwicklung digitaler Bildungsinhalte und der Nutzung der Lernplattfor-
men Ilias und Word-Press mit Frau Prof. Petra Grell (FB Medienpädagogik TU Darm-
stadt) teil. Die Kooperation hat sich aus dem vorangegangenen Projekt „Digital dran
bleiben für meine Zukunft“ entwickelt.
4.1.2 Umsetzungsstand Maßnahmen Brückenqualifizierung für
Frauen
Brückenqualifikation für Darmstädter Frauen – Digitalisierung für alle
Kommunales Projekt, in Koop. SGB XII + SGB II
Lz: 01.10.2020 – 31.12.2021
Zielgruppe: Darmstädter Frauen, die während der Corona-Krise von Arbeitslosig-
keit betroffen sind oder deren Ausbildungs - oder Arbeitsplatzsuche
von der Corona-Krise negativ beeinflusst ist
geringqualifizierte und bildungsferne Frauen ohne verwertbare Qua-
lifikationen,
Frauen im SGB II und SGB III Bezug und Frauen ohne Sozialleistun-
gen.
Erwerbstätige (in prekären Arbeitsverhältnissen), Minijobberinnen
Ziele: Bedarfsgerechte, geschlechter- und kultursensibel ausgerichtete in-
dividuelle Beratung
Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter Corona-Bedingungen
(Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt und Aufrechterhaltung
der Beschäftigungsfähigkeit
Passgenaue Brückenqualifikation zum Erwerb digitaler Kompeten-
zen, um ggf. auch im Falle neuer Corona -Einschränkungen hand-
lungsfähig zu bleiben.
Trainieren von digitalen Handhabungen als Vorbereitung auf den sich
immer mehr digitalisierenden Arbeitsmarkt
Plätze: 25 Plätze, davon 10 SGB II (6 Mon., also 50 TN)
Die Teilnehmerinnen erhielten regelmäßige Einzelcoachings, orientiert an den indi-
viduellen Bedarfen. Anfangs standen stets die Kompetenzfeststellung, insbesondere
im digitalen Bereich, sowie die Ermittlung eines Berufsziels im Vordergrund. Erst mit
Bisher 7 TN
Seite 24 von 47
der Ermittlung eines realistischen Berufsziels wurden die nächsten Schritte eingelei-
tet. Oftmals war ein fortführender Sprachkurs, ein Praktikum oder die Vorbereitung
auf eine Eignungsprüfung erforderlich. Zeitgleich wurden gemeinsam die Bewer-
bungsunterlagen aktualisiert oder grundsätzlich neu erstellt.
Außerdem nahmen durchschnittlich 8 Frauen an dem wöchentlich stattfindenden
digitalen Angebot teil. Die Erfahrung zeigt, dass dieses Angebot sehr niedrigschwel-
lig sein muss, da viele Teilnehmer*innen nur rudimentäre oder g ar keine Vorkennt-
nisse im digitalen Bereich haben. Seit Herbst 2021 wird zusätzlich ein allgemeines
Bewerbungstraining online angeboten.
Die Gruppen- und Individualangebote wurden entlang der individuellen Bedarfe der
Frauen gestaltet und wurden daher von diesen mit Interesse angenommen. Falls
Teilnehmerinnen, z.B. aufgrund mangelnder Kinderbetreuung oder eng getakteter
Termine oder auch aufgrund coronabedingter Problemlagen, Schwierigkeiten hatten,
an den Angeboten vor Ort teilzunehmen, wurden Angebote über ZOOM gemacht.
Digitale Endgeräte wurden, bei Bedarf, an Teilnehmerinnen verliehen, wodurch ein
regelhafter Verleihprozess, im Rahmen dessen ein Leihvertrag und Richtlinien des
Verleihens erarbeitet wurden, entstanden ist.
Bis zum 31.12.2021 wurden 53 Teilnehmerinnen unterstützt. Mit Stand Ende Okt
2021 wurden 2 TN in Vollzeit, 2 TN in Teilzeit und 3 TN in Minijobs vermittelt. 3 TN
nahmen Ausbildungen (MFA, Pflege, Geomatikerin) auf. 1 TN begann ein Freiwilliges
Soziales Jahr in einem Krankenhaus. 1 TN nahm ein Langzeitpraktikum auf, mit der
Aussicht, nach erfolgreicher Absolvierung, danach eine Ausbildungsstelle zu erhal-
ten. 1 TN qualifizierte sich zur Alltagsbegleitung, 1 TN absolvierte eine Umschulung
im Bereich Büromanagement und 1 TN eine Weiterbild ung zur Fachkraft Buchfüh-
rung. Für 1 TN wurde ein B2-Sprachkursplatz gefunden.
In Anbetracht der multiplen hemmenden Faktoren für eine Einmündung ins Berufs-
leben, wie Migrationshintergrund, Anzah l der Kinder, mangelnde Berufsausbildun-
gen, etc. ist es ein Erfolg, dass mit über 30% der TN Möglichkeiten erarbeitet wur-
den, die bereits in Berufstätigkeiten oder Ausbildungen mündeten bzw. zur Auf-
nahme von Weiterqualifizierungen etc. führten.
Da eine Zunahme an Anfragen zu verzeichnen ist, ist es erfreulich, dass eine Verlän-
gerung bis 31.12.2022 bewilligt wurde.
Fortsetzung:
Brückenqualifizierung und Coaching für Darmstädter Frauen
Kommunales Projekt, in Koop. SGB XII + SGB II
Lz: 01.01.2022 – 31.12.2022
Zielgruppe: Wie Vorgängerprojekt
Inhalte: Wie Vorgängerprojekt, u.a.:
Modul 1: Individuelles variables Beratungsangebot für Teilnehmerin-
nen, die noch unentschlossen sind oder vor für sie als unlösbar er-
scheinende Probleme im Bereich der Vereinbarkeit von Familie und
Beruf gestellt werden.
Modul 2: Regelmäßige und kontinuierliche Kontaktdichte bei den Be-
ratungen für Teilnehmerinnen, die bereits ein deutliches Ziel der Ein-
mündung in Ausbildung/ Arbeit haben
Modul 3: Individualisiertes (Gruppen-) Angebot zum Erwerb digitaler
Kompetenzen, 1 x wöchentl. Nutzung des Computerraums individu-
elle Lernbedarfe mit Unterstützung einer Lernbegleiterin
Niedrigschwellige di-
gitale Angebote erfor-
derlich
Für über 30% wurden
konkrete Wege in Be-
schäftigung gefunden
Seite 25 von 47
Modul 4: Themenbezogene Gruppenangebote zum Erwerb digitaler
Kompetenzen, kleinere Fortbildungssequenzen des Bereiches digita-
les Lernen, Webinare
Anlassbezogene berufsqualifizierende Sprachförderung
Plätze: 25 Plätze, davon 10 SGB II (6 Mon., also 50 TN)
Das Projekt knüpft an die erfolgreich verlaufene Vorgängermaßnahme aus 2020/
2021 an. Es wird rechtskreisoffen durchgeführt. Bei Bedarf können auch Erwerbs-
tätige in prekären Arbeitsverhältnissen teilnehmen. Besonders angesprochen wer-
den gering qualifizierte und bildungsferne Frauen ohne verwertbare Qualifikationen,
mit und ohne Migrationshintergrund mit Kindern unter 15 Jahren, insbesondere Al-
leinerziehende.
Die Maßnahme bietet einen niedrigschwelligen Zugang. Durch die modularen Bau-
steine ist ein individualisiertes Vorgehen möglich, das an der jeweiligen Ausgangs-
lage der Frauen ansetzt. Das Angebot beinhaltet sowohl die individuelle sozialpä-
dagogische Begleitung im Rahmen der (Wieder-)Eingliederung in den Arbeitsmarkt
und zur Aufrechterhaltung der Beschäftigungsfähigkeit als auch ein Brückenqualifi-
zierungsangebot zum Erwerb und zur Erweiterung bedarfsgerechter grundlegender
digitaler Kompetenzen, die die Selbstlernkompetenz stärken.
Das Projekt wird bereits sehr gut angenommen und es herrscht reges Interesse.
Aktuell (Ende Januar 2022) nehmen 22 Frauen teil, 3 weitere Frauen hatten be-
reits Erstgespräche, so dass voraussichtlich in der 5. KW alle 25 Plätze besetzt
sind.
Viele Teilnehmerinnen werden über das Jobcenter vermittelt. Ein regelmäßiger Aus-
tausch und eine enge Zusammenarbeit bestehen. Einige Frauen kommen aufgrund
von Empfehlungen anderer Teilnehmerinnen, wiederum andere werden über Koope-
rationspartner vermittelt.
Die Unterstützungsbedarfe der Frauen sind sehr vielfältig:
• Suche nach einem Betreuungsplatz für das Kind/die Kinder
• Anerkennung der Schul- und/oder Berufsausbildung
• Erstellung der Bewerbungsunterlagen, Bewerbungscoaching
• Erweiterung digitaler Kompetenzen
• Administrative sowie behördliche Angelegenheiten
• Vermittlung in kostenlose Sprachkurse, Themenworkshops
• Recherche hinsichtlich Arbeits- und/oder Ausbildungsplätzen
• Erstellung von Lernplänen etc.
Neben den genannten konkreten Unterstützungsbedarfen kommen immer wieder
folgende Themen vor:
• Die meisten Teilnehmer*innen haben einen Migrationshintergrund und
sprechen innerhalb der Familie fast ausschließlich in ihrer Muttersprache,
so dass die mangelnden Deutschkenntnisse vieler Frauen stark in den Vor-
dergrund rücken. Oftmals leben sie recht isoliert und bewegen sich nur in
ihrer Community.
• Dennoch hegen fast alle Teilnehmer*innen den Wunsch, eine Ausbildung o-
der zumindest eine Qualifizierung absolvieren zu wollen, auch um nicht im
Niedriglohnsektor arbeiten zu müssen.
• Die meisten Teilnehmerinnen haben allerdings wenig bis keine Kenntnisse
über den hiesigen Arbeitsmarkt oder über das Ausbildungssystem in
Deutschland. Auch wissen sie wenig über das Sozialversicherungssystem.
• Viele der Frauen waren für einen längeren Zeitraum ausschließlich mit der
Familienarbeit betraut und orientieren sich erst um. Oftmals nehmen sie
Module ermöglichen
individuelle Zugänge
zum Projekt
Hohe Nachfrage bei
Frauen
Vielfältige Unterstüt-
zungsbedarfe
Seite 26 von 47
die traditionelle Rolle innerhalb der Familie ein, tradierte Rollenbilder herr-
schen vor. Folglich ist die Neuorientierung auch immer an die Thematisie-
rung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gekoppelt. Das klassische
Rollenverständnis wird herausgefordert und erfährt i.d.R. bei der Umset-
zung der vereinbarten Maßnahmen eine Veränderung. Diese Veränderung
führt häufig zu einer Mehrbelastung der Frauen.
• Einige Teilnehmerinnen haben in ihrem Heimatland bereits gearbeitet oder
eine Berufsausbildung/ ein Studium absolviert. Dennoch können sie häufig
in ihrem Beruf nicht gleich Fuß fassen, da die Sprachkenntnisse dafür un-
zureichend sind und die Anerkennung des jeweiligen Berufs oftmals noch
aussteht. Dies beinhaltet i.d.R. ein hohes Frustrationspotential.
neu:
Empowerment für Frauen – Digital
Kommunales Projekt, in Koop. mit LK Darmstadt-Dieburg
Lz: 01.01.2022 – 31.12.2022
Zielgruppe: Frauen, die arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sind
Frauen mit dem Schwerpunkt Migration und Fluchterfahrung
Frauen mit nicht verwertbaren Ausbildungsabschluss
Wiedereinsteigerinnen, insbesondere Alleinerziehende mit besonde-
rem Unterstützungs- und Qualifizierungsbedarf
Familienfrauen, die einen Berufseinstieg überlegen und Unterstüt-
zung benötigen, um diesen in Vereinbarkeit mit ihrer Lebenssituation
zu gestalten (Stille Reserve).
Ziele/
Inhalte:
Orientierung hin zu neuen Kompetenzerfordernissen: Digitalkompe-
tenz, Lernfähigkeit sowie vernetztes Denken und Handeln als Schlüs-
selkompetenzen der Zukunft.
Heranführung an neue Formen des Lernens
gendergerecht gestaltetes Lernen: erweitertes, ergänzendes und pra-
xisorientiertes Wissen
Chancen der Digitalisierung für Frauen ausarbeiten, z.B. ortsgebun-
denes und ortsunabhängiges Arbeiten, Flexibilis ierung oder das Zu-
sammenführen von analogen und digitalen Arbeitsmöglichkeiten
• Coaching
• Bewerbungstraining
• Schlüsselkompetenzen
• EDV-Module
• Lernbegleitung
• IT-Praxisprojekt
Plätze: 30 Plätze
Ziel des Projektes ist, die Integration und Beschäftigung in den sich schnell wan-
delnden Arbeitsmarkt von arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Frauen
nachhaltig zu verbessern und somit den Anforderungen der digitalen Transforma-
tion gerecht zu werden. Das Angebot soll zur mittel- und langfristigen Sicherung
des Fach- und Arbeitskräftebedarfs in der Region beitragen und den Auswirkungen
der Corona-Krise entgegenwirken. Digitalisierung soll als Chance einer ökologisch
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sinnvollen sowie familien- und frauenfreundlichen Neugestaltung von Arbeit ver-
standen werden.
Das Projekt bietet hierzu:
• Stärkung der Medien-, IT- und Zukunftskompetenz für Frauen, Schwer-
punkt: Lernkompetenzen, digitale Kompetenzen, Resilienz und soziale
Kompetenzen.
• Aufarbeitung der pandemiebedingten Auswirkungen auf die Zielgruppe der
arbeitslosen oder von Arbeitslosigkeit bedrohten Frauen.
• Nachhaltige Arbeitsmarktintegration unter Berücksichtigung einer gelingen-
den Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Teilhabe der Wiedereinsteigerin-
nen und Alleinerziehenden am Arbeitsmarkt.
• Weiterentwicklung digitaler Lernformate mit und für am Arbeitsmarkt be-
nachteiligter Frauen.
Das Projekt befindet sich zurzeit in der Akquise Phase, u.a. wurde eine Infoveran-
staltung für Berufsrückkehrerinnen durchgeführt.
Parallel zur Akquise findet die Ausarbeitung der Kompetenzfeststellung und die Er-
stellung und Einbindung der Lernmodule auf einer bestehenden Lernplattform
statt.
Das Interesse am beruflichen Coaching in Verbindung mit dem Erwerb digitaler
Kompetenzen ist hoch. Aktuell gibt es bereits 9 interessierte Teilnehmerinnen. Bei
Projekteinmündung startet zunächst das Einzelcoaching mit Anamnese, Kompe-
tenzfeststellung und Lernplanentwicklung.
Ende Februar/ Anfang März ist eine Auftaktveranstaltung in Präsenz geplant (Zu-
gang/Umgang Lernplattform u. Videokonferenzsystem) und anschließend der Kick-
Off für die Online-Formate.
4.1.3 Umsetzungsstand laufende Maßnahmen AQB 2021
M1 Ausbildungsvorbereitung
M1–01 Neu: PSB – Psychosoziale Beratung am Übergang Schule Beruf
Stützmaßnahme für Jugendliche zum Auffangen von besonderen Belastungen
durch die Coronapandemie
Lz: 01.12.2021 – 30.11.2022
Zielgruppe: Erwerbsfähige, noch nicht ausbildungsreife Jugendliche und junge
Erwachsene aus den Rechtskreisen SGB II und SGB VIII mit multip-
len Problemlagen und besonders hohem Förderbedarf, die aufgrund
der Einschränkungen durch die Pandemie Lerndefizite aufweisen
Ziele: Herstellung Vermittlungsfähigkeit und Ausbildungsreife
psychische und soziale Stabilisierung
Erwerb Schlüsselkompetenzen
Vermittlung in Maßnahmen Übergang Schule Beruf, Anbindung an
Beratungsangebot Übergang Schule Beruf, Schulbesuch ermögli-
chen
Plätze: 10
Schwerpunkt
Medien-, IT- und Zu-
kunftskompetenz
Bisher 9 TN, hohes
Interesse
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Jugendliche mit psychischen und anderen Vorbelastungen laufen Gefahr, durch die
Coronabeschränkungen noch instabiler zu werden. Aber nicht nur für diese Gruppe
ist es schwierig, den Lernstoff in ausbildungsvorbereitenden Übergangsmaßnah-
men zu bewältigen und Abschlüsse zu erlangen, viele lernschwache und belastete
Jugendliche brauchen zusätzliche Unterstützung, die im Rahmen der laufenden
Maßnahmen nicht erbracht werden kann.
Die Stützmaßnahme wurde in Abstimmung mit den Kooperationspartnern Jugend-
berufsagentur und Trägern der Berufsorientierung nach Analyse der Situation kon-
zipiert. Sie bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen von 16 bis 27 Jahren indi-
viduelle und gezielte Hilfestellung bei der Bewältigung aktueller Fragestellungen.
Das beinhaltet u.a.
• Prozessorientierte Begleitung
• Psychosoziale Stabilisierung und Aktivierung
• Gesundheitsbezogene Prävention und Intervention
• Entwicklung tragfähiger Lebens- und Zukunftsperspektiven.
Das Projekt begann erst Ende 2021. Aktuell läuft noch die Teilnehmenden Akquise,
u.a. stellen sich die Berater*innen in allen Netzwerken vor.
M1–02 Chance Deutsch (Eberstadt), mind. 50% Geflüchtete
M1-03 Neu: Chance 2.0 PaMo
Aktivierungsmaßnahme mit Hauptschulabschluss in Koop. SGB VIII + SGB II in
Eberstadt und Pallaswiesen-/ Mornewegviertel (PaMo)
Lz: 01.09.2021 – 31.08.2022 (mit Option bis 31.08.2023)
Zielgruppe: Erwerbsfähige, noch nicht ausbildungsreife Jugendliche und junge
Erwachsene aus den Rechtskreisen SGB II und SGB VIII mit multip-
len Problemlagen und besonders hohem Förderbedarf, mit und
ohne Fluchterfahrung (Eberstadt mit mind. 50% Geflüchteten).
Ziele: Sozialraumorientierte Aktivierung und persönliche Stabilisierung,
berufliche Orientierung,
externer Hauptschulabschluss,
Sprachförderung.
Plätze: 10 in Eberstadt
10 in PaMo
(10 in Kranichstein AQB 2020, Lz. 01.09.2020 – 31.08.2021, Opti-
onsziehung geplant)
Die Aktivierungsmaßnahme mit Hauptschulabschluss „Chance 2.0“ wird für Schü-
ler*innen, denen der direkte Übergang aus der Schule in den Beruf nicht gelingt, als
Anschlussmaßnahme zur Ausbildungsvorbereitung angeboten. Mind. 5 Plätze ste-
hen jungen Geflüchteten zur Verfügung.
Die Maßnahme wird abwechselnd in den ehemaligen Soziale-Stadt-Quartieren
Eberstadt und Kranichstein durchgeführt. Die Maßnahme hat seit vielen Jahren
gute Erfolgsquoten, daher wurde das Konzept 2021 erstmalig auch im Soziale-
Stadt-Quartier Pallaswiesen-/ Mornewegviertel (PaMo) etabliert.
Chance 2.0 hat wie bereits im Jahr 2020, trotz Einschränkungen durch die Corona
Pandemie, gute Erfolge erzielt.
2021 haben insgesamt 24 Jugendliche an den Chance-Maßnahmen teilgenommen:
Bedarfsorientierte Zu-
satzmaßnahme als
Reaktion auf Pande-
mie
Trotz Corona erreicht
der Großteil den
HASA, Ausweitung
des sozialräumlichen
Ansatzes
Seite 29 von 47
• 17 von 19 Prüflingen haben den HSA erworben (89%),
• Vermittlung in Ausbildung: 6 TN (25%)
• Vermittlung Arbeit: 5 TN (20%)
• Weiterführende Schule: 4 TN (17%)
M1–04 Deutschförderung für Jugendliche in Beschäftigungsmaßnahmen
Stützmaßnahme für Jugendliche zum Auffangen von Sprachdefiziten bedingt durch
die Coronapandemie
Lz: 01.08.2021 – 31.07.2022
Zielgruppe: Erwerbsfähige, noch nicht ausbildungsreife Jugendliche und junge
Erwachsene mit Fluchterfahrung oder Migrationshintergrund aus
den Rechtskreisen SGB II und SGB VIII mit multiplen Problemlagen
und besonders hohem Sprachförderbedarf
Ziele: Sprachförderung,
Lernunterstützung, u.a. beim digitalen Unterricht
Plätze: 10
Die Unterbrechung des regulären Schulbetriebs, bedingt durch die Ausbreitung des
Corona Virus, traf insbesondere Jugendliche mit erhöhtem Sprachförderbedarf. Dies
lässt mittelfristig schlechtere Teilhabechancen befürchten.
Für Jugendliche mit Migrationshintergrund oder nichtdeutscher Muttersprache wird
das Erreichen des Hauptschulabschlusses oder des erfolgreichen Ausbildungsab-
schlusses oft durch sprachliche Barrieren verhindert, da kein alltäglicher Sprachge-
brauch Deutsch stattfindet. Erworbene Kenntnisse - auch, aber nicht nur, als Folge
der Isolation zu Zeiten der Corona Pandemie – gehen wieder verloren.
Die Maßnahme bietet Jugendlichen, ergänzend zum Besuch einer Maßnahme, eine
gezielte Sprachförderung.
Das Angebot wird gut angenommen, der Erfolg des Zusatzunterrichts wird sich
aber erst bei den kommenden Prüfungen herausstellen.
M2 Ausbildung
M2–01 Außerbetriebliche Ausbildung Metalltechnik – Fachrichtung
Montagetechnik
in Koop. SGB VIII + SGB II
Lz: 01.09.2021 – 31.08.2023
Zielgruppe: Benachteiligte, erwerbsfähige Jugendliche und junge Erwachsene
aus den Rechtskreisen SGB II und SGB VIII, mit und ohne Fluchter-
fahrung (mind. 50% Geflüchtete)
Ziele: Aufnahme und Abschluss der überbetrieblichen Ausbildung zur Fach-
kraft Metalltechnik – Fachrichtung Montagetechnik
Vermittlung berufsrelevanter Kenntnisse und Fähigkeiten
Entwicklung von IT– und Medienkompetenzen/ Digitalem Lernen
Überleitung in Beschäftigung oder ggf. Weiterqualifikation zur*m In-
dustriemechaniker*in
Plätze: 2
Rückschritte beim
Spracherwerb sollen
aufgefangen werden
Seite 30 von 47
Die Ausbildung Fachkraft für Metalltechnik ist ein zweijähriger IHK Beruf. Er eignet
sich besonders gut für die Zielgruppe, da er den Fokus auf dem Praktischen hat und
auf komplexe Theorie verzichtet. Das kommt vor allem Geflüchteten zugute.
Die Lehrzeit von zwei Jahren fördert die Durchhalte Motivation der Auszubildenden,
da das Ziel stets greifbar ist. Im Anschluss an die Ausbildung mündet die überwie-
gende Mehrheit der Auszubildenden in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung
ein.
Die Durchlässigkeit nach oben ist aber gegeben, der Abschluss zur Fachkraft Metall
qualifiziert für die anschließende Ausbildung/ Prüfung zum*r Industriemechani-
ker*in.
M3 Qualifizierung
Die Maßnahmen mit insgesamt 70 Plätzen richten sich an benachteiligte und/ oder
langzeitarbeitslose, nach SGB II oder SGB XII leistungsberechtigte Personen, teil-
weise mit Fokus auf besondere Zielgruppen. Die Teilnehmenden haben multiple Ver-
mittlungshemmnisse und sollen durch die Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaß-
nahmen aktiviert und an den Arbeitsmarkt herangeführt werden.
Bei allen M3 –Maßnahmen wurde 2020 die sozialpädagogische Betreuung ausge-
weitet. Das Jobcenter hat hierfür die Maßnahmenpauschale aufgestockt. Der Bedarf
an zusätzlicher und sehr individueller Begleitung ist weiterhin hoch.
Auch Angebote zur Entwicklung von IT –/ Medienkompetenzen wurden weiterentwi-
ckelt. Hier geht es vor allem um den Umgang mit Alltagsanwendungen wie eMail, um
Online-Anmeldeverfahren für Kinderbetreuung oder Jobportale. Viele der Teilneh-
menden haben nur geringen Zugang zu und Erfahrung mit digitalen Medien.
Die Maßnahmen wurden 2021 trotz Corona-Pandemie in Präsenz unter Berücksich-
tigung besonderer Schutz- und Hygienemaßnahmen durchgeführt. Einige Gruppen-
angebote waren jedoch nicht möglich, womit für die Teilnehmenden ein wichtiges
stützendes Element wegfiel.
Die Teilnehmenden bleiben max. 9 Monate in der Maßnahme. Vorrangiges Ziel ist
die Stabilisierung Trotzdem gelingt es immer wieder, Teilnehmende in Arbeit oder
Qualifizierung zu vermitteln (2021 = 23 TN).
M3–01 Einkaufsservice und Alltagsbegleitung
in Koop. SGB XII + SGB II
Arbeitsgelegenheit in Form von gemeinwohlfördernden Unterstützungsleistungen
für Senior*innen, Menschen mit Behinderungen sowie Alleinerziehenden
Lz: 01.01.2021 – 31.12.2021
Zielgruppe: insbesondere (Allein–) Erziehende
Ziele: persönliche und fachliche Stabilisierung und Qualifizierung, Struktu-
rierung des Alltags und Mobilisierung, Erweiterung sozialer Kompe-
tenzen und Schlüsselqualifikationen,
Verbesserung berufspraktischer Grundkenntnisse, Verbesserung
schulischer Kompetenzen sowie der sprachlichen/ schriftl. Aus-
drucksfähigkeit,
Erarbeitung der Vereinbarkeit von Familie u. Beruf,
Digitales Lernen/ Entwickl. von IT– und Medienkompetenzen
Plätze: 12
1 Person konnte in svp. Beschäftigung vermittelt werden.
Außerbetriebliche
Ausbildung für Ge-
flüchtete
Wachsender Bedarf
an sozialpäd. Beglei-
tung
Entwicklung von IT–/
Medienkompetenzen
Verbleib der Teilneh-
menden
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M3–02 Sozialpäd. Unterstützung u. Begleitung von Teilnehmenden in AGH
in Koop. SGB XII + SGB II
Sozialpädagogische Begleitung von AGH –Teilnehmenden im Bereich Gastronomie
und Hauswirtschaft
Lz: 01.01.2021 – 31.12.2021
Zielgruppe: insbesondere Frauen mit Migrationshintergrund
Ziele: Entwicklung von Lebens- und Berufsperspektiven, persönliche Stabi-
lisierung, Strukturierung des Alltags und Mobilisierung, Erweiterung
sozialer Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen,
Erarbeitung der Vereinbarkeit von Familie u. Beruf,
Verbesserung schulischer Kompetenzen sowie der sprachlichen/
schriftl. Ausdrucksfähigkeit,
Berufsbezogene Sprachförderung
Digitales Lernen/ Entwickl. von IT – und Medienkompetenzen, z.B.
Lernplattform ILIAS, youtube als Lernplattform, um Deutsch zu ler-
nen
Plätze: 40
14 Teilnehmerinnen wurden in svp. oder geringfügige Beschäftigung sowie in weiter-
führende Ausbildung- und Qualifizierung vermittelt.
M3–03 Verbesserung des Wohnumfeldes im Rahmen der Sozialen Stadt
in Koop. SGB XII + SGB II
Arbeitsgelegenheiten in handwerklichen Berufsfeldern inklusive eines fachgerechten
Umgangs mit Geräten, Maschinen und Fahrzeugen
Lz: 01.01.2021 – 31.12.2021
Zielgruppe: benachteiligte und/ oder langzeitarbeitslose, nach SGB II oder SGB
XII leistungsberechtigte Personen
Ziele: persönliche Stabilisierung, Strukturierung des Alltags und Mobilisie-
rung, Erweiterung sozialer Kompetenzen und Schlüsselqualifikatio-
nen,
Verbesserung berufspraktischer Grundkenntnisse, Verbesserung
schulischer Kompetenzen sowie der sprachlichen/ sc hriftl. Aus-
drucksfähigkeit
Plätze: 8
Digitales Lernen, bzw. die Entwicklung von IT – und Medienkompetenzen ist nicht
Bestandteil dieser Maßnahme, da in diesem Kontext nicht umsetzbar
M3–04 Computer für Alle – Dienstleistungen in der IT-Branche
in Koop. SGB XII + SGB II
Arbeitsgelegenheiten in Informationstechnologien (PC –Recycling, PC –Instandset-
zung)
Lz: 01.01.2021 – 31.12.2021
Zielgruppe: Die erfolgreiche Maßnahme ist besonders für psychische und Sucht-
erkrankte geeignet, die zwar über eine Qualifikation verfügen, aber
Stabilisierung brauchen.
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Ziele: persönliche Stabilisierung, Strukturierung des Alltags und Mobilisie-
rung, Erweiterung sozialer Kompetenzen und Schlüsselqualifikatio-
nen,
Verbesserung berufspraktischer Grundkenntnisse, Verbesserung
schulischer Kompetenzen sowie der sprachlichen/ schriftl. Aus-
drucksfähigkeit,
Vereinbarkeit von Familie u. Beruf,
Digitales Lernen/ Entwickl. von IT– und Medienkompetenzen
Plätze: 10
M3–05 Berufspraxis, Qualifizierung und Sprachförderung für Geflüchtete und
Asylbewerber*innen
Sprachförderung und Basisqualifizierung in verschiedenen Arbeitsbereichen
Lz: 01.01.2021 – 31.12.2021
Zielgruppe: Erwerbsfähige Geflüchtete im Asylverfahren und Gedul dete, Männer
und Frauen ab 18 J.
Ziele: Basisqualifizierung in verschiedenen Arbeitsbereichen, Verbesse-
rung berufspraktischer Kenntnisse, Vermittlung der deutschen Ar-
beitskultur, Erweiterung und Stärken von Schlüsselkompetenzen,
Vermittlung in Praktika und Qualifizierung
Sprachförderangebot/ Alphabetisierung mit besonderem Schwer-
punkt auf berufsbezogenes Deutsch,
Sozialpädagogische Beratung und Begleitung in allen Fragen der In-
tegration in den Arbeitsmarkt, insbesondere der Vereinbarkeit von
Familie und Beruf,
Erleichterung und Begleitung des Übergangs in Ausbildung, Arbeit
oder in Maßnahmen nach SGB II bei Statusklärung
Plätze: 19 (8 Gastro/ Hauswirtschaft; 11 Wohnumfeldverbesserung)
Das Jobcenter hält 6 SGB II-Plätze vor, die den Teilnehmenden bei ei-
nem Rechtskreiswechsel den Verbleib in der Maßnahme ermöglichen.
Die Anzahl der Plätze wurde 2021 aus Kostengründen von ursprünglich 25 auf 19
reduziert. Die Teilnehmendenakquise wurde durch die Pandemie erschwert, so wa-
ren z.B. Gruppeninformationen in den Erstwohnhäusern nicht möglich. Insgesamt
wurden 23 TN erreicht.
Der Qualifizierungsanteil wurde 2021 ausgeweitet:
• Training on the job, Arbeitstechniken, Sicherheitsvorschriften sowie berufli-
che Grund- und Schlüsselqualifikationen in den genannten Bereichen,
• Informationen und zu den Themen Bildungssystem, Berufsbilder, Arbeits-
markt (Schwerpunkte: Gala-Bau, Handwerk, Logistik, Pflege),
• Coaching, Bewerbungsunterlagen, Vorstellungsgespräche
• Erlernen digitaler Kompetenzen (besonders im Hinblick auf die aktuelle
pandemiebedingte Nutzung von Tools zur Teilnahme an online Kursen und
Videogesprächen).
Die berufsbezogene Deutschförderung auf unterschiedlichen Niveaustufen (im Rah-
men von Einzel- oder Gruppenförderungen) bildete einen Schwerpunkt der Qualifi-
zierungsangebote.
Weniger Plätze, ge-
samt 23 TN
Schwerpunkt Sprach-
förderung
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Geplante Exkursionen oder Praktika fanden pandemiebedingt nicht statt.
Die Maßnahme kooperierte eng mit einem kommunal geförderten Projekt. Im
neuen Stadtquartier Lincolnsiedlung wurden insbesondere Frauen mit Flucht- und
Migrationshintergrund angesprochen mit dem Ziel, den Zugang zu Qualifizierungs-
angeboten zu erleichtern. Angeboten wurde ein niedrigschwelliges Sprachförderan-
gebot, verknüpft mit Beratung zu Alltagsfragen (Nachbarschaftskonflikte, Kinderbe-
treuung, berufliche Orientierung).
6 Teilnehmerinnen wurden in svp. oder geringfügige Beschäftigung sowie in weiter-
führende Ausbildung- und Qualifizierung vermittelt.
4.1.4 Zusatzmittel „Digitales Lernen“ im Rahmen des Ausbildungs-
und Qualifizierungsbudgets
Neu: We4Edu 2.0
Jugendberufshilfe 4.0 – Digitalisierung am Übergang Schule Beruf, Kommunales
Projekt
Lz: 01.12.2021 – 30.11.2022
Zielgruppe: benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene ohne gesicherte
berufliche Perspektive oder Erstausbildung. Ein besonderer Fokus
soll auf die Erreichbarkeit und Beteiligung von Mädchen und jungen
Frauen gelegt werden.
Ziele: Digitale Berufsorientierung mit fünf motivierenden Modulen
Potenziale & berufliche Tendenzen erkunden, Erarbeitung einer
Übergangsperspektive, Vertiefung digitaler Kompetenzen
Plätze: Keine feste Platzzahl
insgesamt 25 Modul-/Bausteinumsetzungen sowie 250 Jugendliche
erreichen
Das Projekt We4edu 2.0 richtet sich an alle jungen Menschen am Übergang von
der Schule in den Beruf, in schulischen und außerschulischen Kontexten.
Das Projekt wird seit November 2020 erprobt und weiterentwickelt. Ab Dez 2021
ist das Angebot modularisiert und buchbar für alle Jugendhäuser, Schulen und
Schulsozialarbeit sowie Träger der Jugendberufshilfe.
Der Aspekt „Digitalisierung“ ist als zentraler Bestandteil verankert, zur Durchfü h-
rung wird modernste IT genutzt. So können die Teilnehmenden beispielsweise mit
VR-Brillen ein virtuelles Praktikum machen, mittels hochauflösender Videotechnik
ein Video produzieren, eine App zur Entdeckung von individuellen beruflichen Stär-
ken und Interessen durchlaufen oder im Rahmen einer digitalen Quizshow den regi-
onalen Arbeitsmarkt entdecken.
Die Unterbrechung des regulären Schulbetriebs durch die Ausbreitung des Corona
Virus stellte die Jugendberufshilfe vor Herausforderungen. Es traf insbesondere Ju-
gendliche aus benachteiligten Quartieren und Familien. Mit materieller Armut ver-
stärkte sich der ungleiche Zugang zu Lernangeboten. Dies äußerte sich in benach-
teiligten Quartieren nicht nur in der Ausstattung mit Computern und Internetan-
schlüssen, sondern auch in der Wohnsituation, in ungleichen (Bildungs- )-Vorausset-
zungen im Elternhaus, fehlender Struktur, usw. Für Jugendliche, die nicht über die
notwendigen (digitalen) Ressourcen verfügen, sollten Teilhabechancen am Übergang
Schule - Beruf eröffnet werden.
Kooperation mit
neuem sozialraumori-
entierten Projekt
Fortführung und Wei-
terentwicklung des
2020 gestarteten Pi-
lotprojekts zur Förde-
rung der Medienkom-
petenz am Übergang
Schule-Beruf
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Unter Einbeziehung der Zielgruppe werden sozialraumorientiert mediengestützte
Angebote mit dem Fokus berufliche Orientierung und Förderung der Medienkompe-
tenz am Übergang Schule-Beruf umgesetzt.
M3–06 Digitales Lernen gestalten und begleiten (Weiterbildung)
Lz: 01.01.2021 – 31.12.2021
Zielgruppe: Päd. Mitarbeiter*innen Darmstädter Bildungsträger
Ziele: Kompetenzaufbau für Mitarbeitende von Bildungsträgern der außer-
schulischen Bildung und Qualifizierung zu digitalen Lehr – und Lern-
angeboten in Ausbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen für hete-
rogene Zielgruppen und für Zielgruppen mit besonderen Anforderun-
gen,
„Thinktank“ für Bildungsträger, um neue Lernformen eigenständig
weiterzuentwickeln und diese in neue wie bestehende Angebote der
Arbeitsmarktförderung zu integrieren,
Lokales Netzwerk zur Entwicklung und Umsetzung neuer Lernformen
initiieren
Plätze: 12
Die Weiterbildung hat mit 12 Teilnehmenden erfolgreich stattgefunden.
Inhalte waren
• Methodik und Didaktik beim Online-Lernen
• Zielgruppen- und kompetenzorientierte Lerngestaltung
• Förderung interaktiver Zusammenarbeit im Team (Kollaboration)
• Rollen der Lernbegleitung im mediengestützten Lernen
• Kombination von Online-Seminaren, Lernplattform und Präsenz
• Geeignete Tools und deren Einsatz
• Entwicklung und Durchführung eines Online-Lernmoduls mit Trainingsleitfa-
den
Das Angebot hat zur Vernetzung der päd. Mitarbeiter*innen der regionalen Bildungs-
träger beigetragen, die den Austausch auch in 2022 fortführen wollen.
Zugänge zu digitalen
Medien für benachtei-
ligte Jugendliche
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4.1.5 „Sozialwirtschaft integriert“ für Menschen mit Flucht– und
Migrationshintergrund
SoWirt’s
in Koop. mit dem Landkreis Darmstadt–Dieburg
Lz: 01.09.2018 – 31.12.2025
Zielgruppe: Erwerbsfähige Menschen mit Flucht– und Migrationshintergrund
Ziele: Vorbereitung auf Ausbildung in den Bereichen Altenpflege, Gesund-
heit und Erziehung und Vermittlung in Ausbildung und Begleitung
bis zum Abschluss,
Berufsorientierung, Grundlagenqualifizierung, Praxiserfahrung,
Hauptschulabschluss
interkulturelle Kompetenzen, berufsbezogene Sprachförderung,
Vereinbarkeit von Familie u. Beruf,
Digitales Lernen/ Entwickl. von IT– und Medienkompetenzen
Plätze: 42 (aktuell 74 TN)
Das Projekt SoWirt‘s – Sozialwirtschaft integriert befindet sich im 4. Projektjahr und
hat sich – trotz Pandemie – erfolgreich weiterentwickelt. Ein Verlängerungsantrag bis
zum 31.12.2025 wurde bewilligt.
Von Beginn des Projekts im September 2018 bis Ende 2021 haben insgesamt 124
Personen am Projekt teilgenommen. Davon sind derzeit 74 Teilnehmer*innen aktiv.
Die Teilnehmer*innen waren mehrheitlich im Bezug von Arbeitslosengeld II (57 TN),
31 TN erhielten Leistungen im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes und eine
weitere größere Gruppe (31 TN) erhielt keine Leistungen. Am Projekt nahmen bisher
94 Frauen und 30 Männer teil. Von den Frauen waren 26 TN alleinerziehend.
Insgesamt haben bisher 17 TN den Hauptschulabschluss bestanden. Die Zahl der
Neuanmeldungen zum Hauptschulabschluss stieg kontinuierlich auf jährlich 16 TN.
11 TN haben in der bisherigen Projektlaufzeit eine Ausbildung abgeschlossen. Ein
Schwerpunkt lag dabei auf der 1 jährigen Pflegehelferausbildung, die 2020 4 TN und
2021 5 TN beendet haben. Von den 9 TN mit abgeschlossener 1 jähriger Pflegehel-
ferausbildung haben 3 TN unmittel bar im Anschluss die 3 jährige Pflegefachkraft-
ausbildung begonnen. 5 der TN wurden direkt in Arbeit im Pflegebereich vermittelt.
Aktuell befinden sich im Rahmen von „SoWirt‘s“ über 20 TN in Ausbildung.
Insgesamt fanden im Projekt bereits 19 Vermittlungen in Arbeit, hauptsächlich in
den Bereichen Pflege, leichte Pflege/ Hauswirtschaft und Erziehung statt.
3 Vermittlungen fanden im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres bzw. des Bu n-
desfreiwilligendienstes im Bereich Pflege statt.
Insgesamt haben seit Beginn des Projektes 30 TN die Beratung zur Anerkennung
des Schul - oder Berufsabschlusses (Pflegebereich) genutzt. Davon haben mittler-
weile 8 TN die Anerkennung des Schulabschlusses und 2 TN die Anerkennung des
Berufsabschlusses erreicht.
Bisher wurden im Projekt 59 Praktika (vor allem im Pflegebereich) vermittelt.
Bisher 124 TN, davon
aktuell 74 aktiv
11 TN haben Ausbil-
dung abgeschlossen,
aktuell 20 TN in lau-
fender Ausbildung
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4.1.6 Arbeitsmarktbudget
Arbeits– und Beschäftigungsprojekt Multiflex
Zielbereich 7 Beratung, Begleitung, Coaching und Qualifizierung für den zeitnahen
Wiedereinstieg in eine Berufstätigkeit
In Koop. SGB XII, SGB III und SGB II
Lz: 15.04.2019 – 14.04.2021, Verlängerung bis 30.06.2022
Zielgruppe: Arbeitslose Menschen mit Sucht- und Abhängigkeitserkrankung, ins-
besondere nach SGB III, SGB III oder SGB XII leistungsberechtigte
Personen
Ziele: berufliche oder schulische (Re -)Integration, Stabilisierung und Ver-
besserung der physischen und psychischen Allgemeinverfassung,
Entwicklung und Einübung von fachlichen Fertigkeiten und sozia len
Kompetenzen in den Bereichen Arbeit, Beschäftigung, Ausbildung
und Schule,
Förderung einer abstinenten Lebensperspektive einschließlich sozia-
lem Umfeld und alltagspraktischer Fähigkeiten
Plätze 6
Für Teilnehmende mit Abhängigkeitserkrankung ist ein spezifisches Angebot erfor-
derlich. Sowohl Fachanleitung als auch sozialpädagogische Begleitung unterschei-
den sich daher von regulären Arbeitsgelegenheiten.
So führt die Erkrankung häufig zu langfristigen Krankschreibungen, was bei der
Durchführung der Maß nahme durch flankierende Maßnahmen zu berücksichtigt
wird. Auch in diesen Fällen wird Kontakt zu den Teilnehmenden gehalten und sie
werden bei der Inanspruchnahme gesundheitsfördernder Leistungen unterstützt.
Im Zusammenhang mit der Sucht entstehen weitere Problematiken, die bearbeitet
werden müssen, um eine Beschäftigungsfähigkeit herzustellen, z.B.
• Schulden, Strafverfahren, familienrechtliche Fragen
• Wohnungslosigkeit
• Rückfallgefährdung
• Begleit- oder Folgeerkrankungen (Hepatitis C, HIV, etc.)
Das Projekt wurde um ein zusätzliches Angebot zur Förderung der Medienkompe-
tenz ergänzt. Unter anderem sind im Kontext der Coronapandemie beispielsweise
Videokonferenzen und andere Video/ audiogestützte Kommunikationsprozesse für
die Beratung, Vermittlung und Behandlu ng von langzeitarbeitslosen Abhängigkeits-
kranken immer relevanter geworden.
Siehe auch Kapitel 4.2.2 Neue Maßnahmen im AQB 2022
Seite 37 von 47
BilDa IV – Grundbildung sichern – Beschäftigungsfähigkeit fördern
Zielbereich 7 Beratung, Begleitung, Coaching und Qualifizierung für den zeitnahen
Wiedereinstieg in eine Berufstätigkeit
Lz: 01.01.2021 – 30.06.2022
Zielgruppe: gering Literalisierte, die vom funktionalen Analphabetismus betrof-
fen sein können, unter den Personengruppen der Arbeits- und Be-
schäftigungslosen und von Arbeits- und Beschäftigungslosigkeit Be-
drohten im Stadtgebiet Darmstadt
[Junge] Erwachsene mit schulischen und/oder sozialen Problemen
An- und ungelernte Arbeitslose mit und ohne Schulabschluss
An- und ungelernte Beschäftigte
Ziele: Grundbildungsangebote in Form von Lese -, Schreib - und Rechen-
werkstätten, betriebs- und wohnort-bzw. stadtteilnah,
Grundkompetenzen im Lesen, Schreiben und Rechnen erweitern,
Digitale Grundkompetenzen im Umgang mit Informations- und Kom-
munikationstechnologien fördern und ausbauen,
Grundvoraussetzungen für eine potenzielle [berufliche] Weiterbil-
dung schaffen,
Beschäftigungsfähigkeit ausbauen und fördern.
Anzahl TN 50
2021 nahmen 31 Personen teil, davon 26 mit Migrationshintergrund. 8 Teilneh-
mende sind Arbeitnehmer*innen d.h. nicht im Arbeitslosengeldbezug. Denn es wer-
den auch an- und ungelernte Beschäftigte angesprochen. Der Zugang zu den Be-
schäftigten erfolgt über die Ausbilder*innen und Personalverantwortlichen in den
Betrieben. Daher werden die projektspezifischen Leistungen auch an die Betriebe
adressiert. Weiterhin sind derzeit Absprachen mit den verschiedenen Darmstädter
Eigenbetrieben terminiert, um eine weitere Zusammenarbeit zu besprechen.
2 andere Teilnehmer schieden aus, weil sie einen Arbeitsplatz gefunden haben.
Die die Lese-Schreib- und Rechenwerkstätten werden inhaltlich erweitert durch das
Training digitaler Grundkompetenzen. Seit April 2021 finden wöchentlich donners-
tags zwei Kurse „Digitale Grundbildung“ à 2 Zeitstunden statt. Die inhaltliche Fo-
kussierung auf die Wissensvermittlung von absoluten Grundlagen sowie den Mög-
lichkeiten des digitalen Trainings an Lese- und Schreibkompetenzen entspricht den
Interessen der TN. Es wird individuell auf Themenwünsche und Fragen eingegan-
gen.
Das Interesse an digitaler Grundbildung nimmt zu. Eine Teilnehmerin hat sich ei-
gens dafür bei BilDa angemeldet (durch Mundpropaganda). Weil beide Kurse mit 5
Personen voll belegt waren, wurde im Oktober ein dritter Kurs gestartet, ein vierter
sozialraumnaher Kurs ist in Planung.
Angebote auch für un-
und angelernte Be-
schäftigte
Training digitaler
Grundkompetenzen
wird stark nachgefragt
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4.1.7 IdeA – Impulse der Arbeitsmarktpolitik
Digital dran bleiben für meine Zukunft
Lz: 01.01.2019 – 31.12.2021 (Verlängerung um 12 Monate)
Zielgruppe: Arbeitslose/ nicht erwerbstätige Menschen, insbesondere Langzeit-
arbeitslose,
Lernungewohnte, bildungsferne und arbeitsmarktferne Menschen
mit multiplen Vermittlungshemmnissen,
Menschen mit Flucht– und Migrationshintergrund,
Frauen
Ziele: sozialraum- und teilnehmendenorientierte Beratung und Begleitung
zur Integration in den Arbeitsmarkt;
Vermittlung in weitergehende Qualifizierung, Ausbildung oder Be-
schäftigung;
berufliche Grundlagenqualifizierungen mit integrierter Sprachförde-
rung für Lager/ Logistik, Gastronomie, soziale Berufe;
Erwerb digitaler Grundkompetenzen, selbstgesteuertes Lernen mit-
tels digitaler Lern- und Arbeitsaufträge
Plätze: 180 TN
Das Projekt verknüpfte berufliche Grundlagenqualifizierung, Sprachförderung und
digitales Lernen für benachteiligte Zielgruppen. Der Schwerpunkt lag neben der
Vermittlung in Arbeit und Qualifizierung in der Entwicklung digitaler Kompetenzen,
um die Arbeitsmarktchancen von Arbeitslosen, Geringqualifizierten oder Menschen
mit Flucht und Migrationshintergrund zu verbessern. Dazu wurde eine Methode des
selbstgesteuerten Lernens mittels digitaler Lernaufträge entwickelt und erprobt.
Aufgrund der Einschränkungen durch die Coronapandemie wurde eine Verlänge-
rung um 12 Monate bewilligt, um zusätzliche Erprobungszeit für die Methodik und
die Anwendung zu gewinnen und zusätzliche medienpädagogische Kompetenz der
TU Darmstadt nutzen zu können. Auch war aufgrund der Pandemie die Vermittlung
im Bereich Lagerlogistik besonders erfolgreich (wachsender Bedarf an Arbeitskräf-
ten bei den Unternehmen) und damit die Unterstützungsmaßnahmen, insbeson-
dere bei der beruflichen Sprachförderung, besonders nachgefragt.
Insgesamt hat das Projekt 285 TN erreicht, davon 138 Frauen. 237 TN hatten ei-
nen Migrationshintergrund. 157 TN waren bei Austritt erwerbstätig weitere 32
wechselten in Ausbildung oder Weiterqualifizierung.
Durch das Innovationsprojekt und die Kooperation mit der TU Darmstadt wurden
die Angebote des selbstgesteuerten Lernens über digitale Medien auf ein neues Ni-
veau gehoben.
Ein ausführlicher Projektbericht wird zurzeit verfasst und bei Interesse gerne zur Verfü-
gung gestellt.
Verlängerung auf-
grund Pandemie
Gute Vermittlungs-
quote von 66%
Innovation für digita-
les Lernen
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4.2 Geplante Maßnahmen im AQB 2022
4.2.1 Geplante Maßnahmen 2022 - Übersicht
Maßnahme Zielgruppe Ziele
Ausbildungs- und Qualifizierungsbudget (AQB)
M1-01 Jugendatelier Jugendliche B, D
M1-02 Chance 2.0 (Aktiv Deutsch) Kranichstein Jugendliche, Geflücht./ Migr. B, D
M1-03 Deutschförderung für Jugendliche in
Beschäftigungsmaßnahmen
Jugendliche, Geflücht./ Migr. A, B, D
M1-04 We4Edu 2.0 – Digitalisierung am Über-
gang Schule-Beruf
Jugendliche A, B, E
M2-01 Ausbildung zur Fachkraft Metalltechnik,
Fachrichtung Montagetechnik
Jugendliche Geflücht./ Migr. B, D
M3-01 Arbeits– und Beschäftigungsprojekt
Multiflex ab 01.07.2022
Leistungsbeziehende mit Sucht- und
Abhängigkeitserkrankung
D
M3-02 AGH Einkaufsservice Langzeitleistungsbeziehende, Allein-
erziehende
C, D
M3-03 AGH Gastro/ Hauswirtschaft, Sozialpä-
dagogische Begl.
Langzeitleistungsbeziehende,
Frauen
C, D
M3-04 AGH Wohnumfeld Verbesserung Langzeitleistungsbeziehende C, D
M3-05 AGH Computer für Alle Langzeitleistungsbeziehende C, D
M3-06 Berufspraxis, Qualifizierung und
Sprachförderung für Geflüchtete und Asylbe-
werber*innen
Geflücht./ Migr., Frauen C, D
AQB-Zusatzmittel
SoWirt’s (Sozialwirtschaft integriert) Geflücht./ Migr. C, D
Brückenqualifizierung und Coaching für
Darmstädter Frauen (Brückenqualifizierung)
Frauen, Geflücht./ Migr. A, C, D
Neu: Empowerment für Frauen – Digital (Brü-
ckenqualifizierung)
Frauen, Geflücht./ Migr. A, C, D
Neu: Zukunft sichern – Ausbildung ab 25
(Schutzschirm)
Junge Erwachsene zw. 25 bis u35
Jahre
A, B, C,
D
Arbeitsmarktbudget bis 30.06.2022
BilDa IV – Grundbildung sichern – Beschäfti-
gungsfähigkeit fördern
Funktionale Analphabeten, Leis-
tungsbeziehende, Geflücht./ Migr.
D, E
Arbeits– und Beschäftigungsprojekt Multiflex Leistungsbeziehende mit Sucht- und
Abhängigkeitserkrankung
D
Qualifizierung und Beschäftigung (QuB)
Inklusive Qualifizierung und Beschäftigung jun-
ger Menschen, Metall und Holz
Jugendliche mit besonderem Förder-
bedarf
B, D
Qualifizierung und Beschäftigung, Hauswirt-
schaft und Gastronomie
Benacht. Mädchen / junge Fra uen
mit besonderem Förderbedarf
B, D
Personenbezogene Dienstleistung lernen – wir
steigen ein! Erziehung und Pflege
Jugendliche mit besonderem Förder-
bedarf, junge Frauen mit Kindern
B, D
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4.2.2 Neue Maßnahmen im AQB 2022
M1-01 Jugendatelier (Fortführung aus AQB 2020)
Produktionsschule in Koop. SGB VIII + SGB II
Seit 01.09.2019, neu ab 01.09.2022
Zielgruppe: Besonders benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene im Al-
ter von 15 – 25 J. mit besonderem Förderbedarf hingehend ihrer be-
ruflichen und sozialen Entwicklung (insbes. SGB II § 16 h)
Ziele: Stabilisierung und Aktivierung mit hohem praktischen Anteilen, ins-
besondere Berufsorientierung, Perspektiventwicklung, Gr undqualifi-
zierung und Übergang in Ausbildung, Arbeit oder ggf. weiterführen-
des Qualifizierungsangebot
Psychosoziale Begleitung
Plätze: 20
Als gezielte Aktivierungsmaßnahme für nicht ausbildungsreife, förderungsbedürftige
Jugendliche wird seit 2019 das „Jugendatelier“ gefördert. Das am dänischen Pro-
duktionsschulansatz orientierte Angebot verknüpft Lernen und Arbeiten für junge
Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen und multiplen, hochkomplexen Prob-
lemlagen.
Im Jugendatelier erhalten Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 15 und 25
Jahren mit unterschiedlichen Problemlagen im Übergang Schule -Beruf nied-
rigschwellige Unterstützung bei der Berufsorientierung und eine Qualifizierung in
den Bereichen Hauswirtschaft, Gastronomie, Lagerlogistik, Büro/Medien sowie
Werkstatt.
Begleitet werden sie dabei von einem multiprofessionellen Team.
Im vergangenen Jahr konnten so 20 Teilnehmende in Arbeit, Ausbildung oder wei-
terführende Qualifizierungsmaßnahmen vermittelt werden. Auch im Werkhof besteht
im Anschluss die Möglichkeit, eine Ausbildung aufzunehmen oder den Hauptschul-
abschluss nachzuholen bzw. sich im Werkstattbereich weiter zu qualifizieren.
Das Jugendatelier wird 2022 erneut ausgeschrieben.
M3-01 Arbeits– und Beschäftigungsprojekt Multiflex
In Koop. SGB XII, SGB III und SGB II
Lz: 01.07. – 31.12.2022 (Fortführung aus Arbeitsmarktbudget)
Zielgruppe: Arbeitslose Menschen mit Sucht- und Abhängigkeitserkrankung, ins-
besondere nach SGB III, SGB III oder SGB XII leistungsberechtigte
Personen
Ziele: berufliche oder schulische (Re -)Integration, Stabilisierung und Ver-
besserung der physischen und psychischen Allgemeinverfassung,
Entwicklung und Einübung von fachlichen Fertigkeiten und sozialen
Kompetenzen in den Bereichen Arbeit, Beschäftigung, Ausbildung
und Schule,
Förderung einer abstinenten Lebensperspektive einschließlich sozia-
lem Umfeld und alltagspraktischer Fähigkeiten
Plätze 6
Produktionsschule er-
folgreich, Neuaus-
schreibung in 2022
20 Jugendliche wur-
den in Ausbildung
oder weiterführende
Angebote vermittelt.
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Die Teilnehmenden sind grundsätzlich arm, waren häufig wohnsitzlos, leben in labi-
len sozialen Beziehungen und haben einen eher schlechten Gesundheitszustand.
Dieser schlechte Gesundheitszustand spiegelt sich nicht selten in langfristigen
Krankschreibungen wieder und ist bei der Durchführung der Maßnahme durch flan-
kierende Maßnahmen zu berücksichtigen.
Das bedeutet, dass die Mitarbeitenden auch in diesen Fällen Kontakt zu den Teilneh-
menden halten und sie bei der Inanspruchnahme gesundheitsfördernder Leistungen
unterstützen.
Das Projekt wird um ein zusätzliches Angebot ergänzt, das die Kommunikations-
kompetenz der Teilnehmenden im Allgemeinen und die Medienkompetenz im Be-
sonderen fördern soll. Angeboten wird unter anderem Basiswi ssen wie beispiels-
weise der Umgang mit Windows, Office und daran angelehnte Bildbearbeitungs-,
Verwaltungs- und Online-Apps. Ein besonderes Augenmerk wird dabei auf die Förde-
rung der Online-Kompetenzen gelegt, weil dieser Bereich im Kontext der Coronapan-
demie signifikant an Relevanz gewonnen hat. Unter anderem sind beispielsweise Vi-
deokonferenzen und andere Video/ audiogestützte Kommunikationsprozesse für die
Beratung, Vermittlung und Behandlung von langzeitarbeitslosen Abhängigkeitskran-
ken immer relevanter geworden.
Bedeutung des Projekts in Bezug auf die besonderen Bedarfe der Zielgruppe
• Beratung, Anleitung und Unterstützung im Umgang mit Behörden (Arbeits -
verwaltung, Sozialverwaltung, Gerichten, Bewährungshilfen, Gläubigern,
Schuldnerberatung, Rechtsberatung u.a.m.)
• Motivierung, Begleitung und Unterstützung bei der Inanspruchnahme inter-
ner und externer Hilfsangebote sowie externer Fachdienste
• Motivation und Beratung bezüglich Wohnungssuche etc.
• Beratung und Unterstützung bei der Lösung von persönlichen Krisen (Rück -
fallgefährdung bzw. Rückfall, Beziehungskrisen etc.)
• Anleitung und Unterstützung bei der Verwaltung der zur Verfügung stehen-
den finanziellen Mittel
• Gegebenenfalls Drogenscreening und Alkoholkontrollen
• Strukturierte Arbeitstage- und Wochenplanung
• Vermittlung an bzw. Begleitung zu spezifischen medizinischen Maßnahmen
(Hepatitis C, HIV, etc.)
Für sehr viele Abhängigkeitserkrankte entsteht Vertrauen zu anderen Menschen in
und aus der gemeinsamen Teilnahme an alltäglichen Situationen. Für sie ist dieses
gemeinsame Realitätserleben die Voraussetzung für eine gegenseitige Anerkennung
und das Gelingen jedweder lösungsorientierten Beratung. Die Rolle der Betreuer*in-
nen besteht also in erster Linie in der Hilfestellung bei der Bewältigung der Anforde-
rungen aus alltäglichen Berufssituationen und der Reflexion problematischer Reak-
tionen der Teilnehmer*innen.
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5 Aktuelle Strukturdaten 9
(Besonders auffällige Daten sind im Folgenden gelb markiert.)
1 Bevölkerungsstruktur und Entwicklung
2019 2020 2021
Einwohner*innen 159.207 159.878 159.174
Anteil Frauen 49,0% 49,1% 49,1%
Männer 51,0% 50,9% 50,9%
Nichtdeutsche 19,8% 20,3% 20,5%
Im Alter 15 bis u20 4,7% 4,6% 4,4%
Im Alter 20 bis u25 9,2% 9,4% 9,1%
Im Alter 25 bis u50 36,9% 36,6% 36,6%
Im Alter 50 bis u65 18,4% 18,6% 18,8%
Das Bevölkerungswachstum der Stadt Darmstadt stagniert seit Jahren erstmalig.
Dies steht vermutlich im Zusammenhang mit der Pandemie, da weniger Student*in-
nen nach Darmstadt gezogen sind.
Der Anteil von nichtdeutschen Einwohner*innen ist weiterhin deutlich höher als hes-
senweit (16,9%).
Auch der Anteil der jungen Erwachsenen ist höher als im Hessendurchschnitt (5,7%).
2 Übergang Schule und Beruf
Die integrierte Ausbildungsberichterstattung (iABE) für Hessen geht der zentralen
Fragestellung nach, wo die Schüler*innen nach dem Verlassen der Sekundarstufe I
verbleiben.
Die iABE gliedert sich in die drei Zielbereiche (ZB):
• Zielbereich I Berufsabschluss: Der Zielbereich I beinhaltet alle vollqualifizie-
renden Bildungsgänge, die zum Erwerb eines anerkannten Berufsabschlus-
ses führen.
• Zielbereich II Hochschulreife: Der Zielbereich II beinhaltet alle Bildungs-
gänge, die darauf ausgerichtet sind, einen studienqualifizierenden Abschluss
zu erwerben.
• Zielbereich III Übergangsbereich: Der Zielbereich III der iABE umfasst Bil-
dungsgänge, die Jugendliche bei ihrer Berufs- und Ausbildungsfindung un-
terstützen. Neben Schulabschlüssen, die an zweijährigen Berufsfachschulen
absolviert werden, unterscheidet man Bildungsgänge, die auf eine spätere
Ausbildung anrechenbar bzw. nicht anrechenbar sind.
Zielbereiche der integrierten Ausbildungs-
berichterstattung
2019/ 2020 2020/ 2021
DA Hessen DA Hessen
Anfänger*innen ZB I "Berufsabschluss" 58,6% 50,5% 61,8% 49,0%
Anfänger*innen ZB II "Hochschulreife" 31,6% 33,5% 28,5% 36,8%
Anfänger*innen ZB III "Übergangsbereich" 9,8% 15,9% 9,7% 14,2%
9 HMSI: Strukturdaten 2021 für die Wissenschaftsstadt Darmstadt
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2018/19 2019/20 2020/21
Anfänger*innen ZB I "Berufsabschluss" 3.446 3.499 3.281
Anteil Anfänger*innen ZB I "Berufsab-
schluss" an allen ZB
58,6% 61,8%
Anteil Frauen 50,1% 48,9% 53,2%
Männer 49,9% 51,1% 46,8%
Nichtdeutsche 19,9% 19,5% 18,7%
Hochschulreife 9,4% 7,6% 12,5%
Fachhochschulreife 4,7% 8,3% 8,2%
Realschulabschluss 47,0% 44,8% 48,9%
Hauptschulabschluss 15,0% 15,0% 14,7%
ohne Schulabschluss 2,2% 2,4% 1,9%
Vorbildung unbekannt 21,7% 21,9% 13,9%
Der Anteil der Anfänger*innen mit dem Ziel eines vollqualifizierten Berufsabschlus-
ses ist mit 61,8% höher als im Hessendurchschnitt (49%). Auffällig ist der stei-
gende Anteil von Frauen. Auch münden deutlich mehr Anfänger*innen mit höheren
Schulabschlüssen in Berufsausbildung ein.
2018/19 2019/20 2020/21
Anfänger*innen ZB III "Übergangsbereich" 637 582 514
Anteil Anfänger*innen ZB III "Übergangsbe-
reich" an allen ZB
9,7%
Anteil Frauen 39,6% 41,6% 44,6%
Männer 60,4% 58,4% 55,4%
Nichtdeutsche 44,4% 44,3% 38,1%
Hochschulreife 0,5% 0,7% 0,2%
Fachhochschulreife 0,2% 0,2% 0,2%
Realschulabschluss 6,6% 6,0% 6,6%
Hauptschulabschluss 54,9% 57,4% 65,0%
ohne Schulabschluss 16,2% 15,3% 14,4%
Vorbildung unbekannt 21,7% 20,4% 13,6%
Der Anteil der Anfänger*innen im Übergangsbereich ist mit 9,7% geringer als in Hes-
sen (14,2%).
Positiv ist der Rückgang des Anteils der Ausländer*innen im Übergangsbereich. Da-
gegen ist der Anteil der Jugendlichen mit Hauptschulabschluss leider deutlich ge-
stiegen und auch sehr viel höher als im Hessenschnitt (54,7%).
2018/2019 2019/2020
Schulentlassene nach
Abschluss und Ge-
schlecht
Gesamt w m Gesamt w m
Gesamt 1.188 1.269
Allgemeine Hochschul-
reife
524 54,6% 45,4% 585 52,6% 47,4%
Fachhochschulreife 10 50,0% 50,0% 9 33,3% 66,7%
Realschulabschluss 398 47,2% 52,8% 429 49,2% 50,8%
qualifizierter Haupt-
schulabschluss
81 35,8% 64,2% 73 43,8% 56,2%
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Hauptschulabschluss 97 44,3% 55,7% 97 45,4% 54,6%
ohne Hauptschulab-
schluss
34 35,3% 64,7% 22 22,7% 77,3%
Schulartspezifischer
Förderschulabschluss
44 43,2% 56,8% 54 63,0% 37,0%
Es gibt einen erfreulichen Rückgang bei Schulentlassenen ohne Hauptschulab-
schluss. Weiterhin haben mehr Mädchen einen höheren Abschluss als Jungen.
Einmündende Bewerber*innen zum Ende
des Berichtsjahrs
solche, die bis zum Ende des Berichtsjahres o-
der später eine Ausbildung beginnen werden
2019/ 2020 2020/ 2021
DA Hessen DA Hessen
Gesamt 367 15.708 319 14.423
Differenz zum Vorjahr -3,6% -3,6% -13,1% -8,2%
Anteil an allen Bewerber*innen 31,9% 40,4% 30,6% 40,9%
Anteil Frauen 41,4% 38,8% 41,7% 38,4%
Männer 58,6% 61,2% 58,3% 61,6%
Im Alter 15 bis u20 44,7% 66,4% 40,8% 62,9%
Im Alter 20 bis u25 42,5% 28,4% 43,3% 30,8%
Im Alter 25 und älter 12,8% 5,2% 16,0% 6,4%
Nichtdeutsche 27,0% 16,7% 33,5% 18,5%
Allgemeine Hochschulreife 15,8% 9,7% 15,7% 8,6%
Fachhochschulreife 12,0% 11,5% 11,3% 10,8%
Realschulabschluss 42,2% 46,7% 43,9% 46,7%
Hauptschulabschluss 21,5% 24,9% 22,6% 26,4%
ohne Hauptschulabschluss 1,4% 2,8% 0,6% 2,8%
Vorbildung unbekannt 7,1% 4,4% 6,0% 4,7%
Im Vergleich zu Hessen münden weniger Bewerber*innen in eine Ausbildung. Sie
Auszubildenden sind auch deutlich älter und haben häufiger einen Hochschulab-
schluss. Deutlich ist auch der vergleichsweise höhere Anteil von Nichtdeutschen.
Unversorgte Bewerber*innen zum Ende
des Berichtsjahrs
bei diesen ist weder eine Berufsausbildung
noch eine andere Alternative bekannt
2019/ 2020 2020/ 2021
DA Hes-
sen
DA Hessen
Gesamt 56 2.376 48 1.956
Differenz zum Vorjahr 1,3% 1,9% -14,3% -17,7%
Anteil an allen Bewerber*innen 4,9% 6,1% 4,6% 5,6%
Anteil Frauen 21,4% 35,6% 37,5% 34,9%
Männer 78,6% 64,4% 62,5% 65,1%
Im Alter 15 bis u20 26,8% 38,7% 45,8% 43,5%
Im Alter 20 bis u25 64,3% 46,0% 47,9% 43,8%
Im Alter 25 und älter 8,9% 14,3% 6,3% 12,8%
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Nichtdeutsche 32,1% 26,3% 33,3% 24,5%
Allgemeine Hochschulreife 12,4% 12,2% 8,3% 9,8%
Fachhochschulreife 21,2% 14,6% 6,3% 13,7%
Realschulabschluss 24,8% 35,8% 52,1% 40,7%
Hauptschulabschluss 33,6% 30,1% 22,9% 28,1%
ohne Hauptschulabschluss 2,7% 0,8% 2,1% 0,8%
Vorbildung unbekannt 5,3% 6,5% 8,3% 6,9%
Es ist 2020/2021 mehr Bewerber*innen ein Übergang Schule-Beruf gelungen, wenn
auch nicht unbedingt in Berufsausbildung. Leider sind aber deutlich mehr jüngere
und auch weibliche Jugendliche unversorgt geblieben.
Auffällig ist der gestiegene Anteil von Bewerber*innen mit Realschulabschluss.
3 Strukturdaten zu Arbeitslosen10
Bei der Entwicklung der Arbeitslosenzahlen im SGB II ist wenig Bewegung erkenn-
bar, außer bei der Dauer der Arbeitslosigkeit. Im SBG II liegt die Arbeitslosenquote
um 0,8% höher als in Hessen.
2019 2020 2021
Arbeitslose insgesamt (SGB II) 3.078 3.506 3.533
Arbeitslosenquote 3,7% 4,0% 4,0%
An-
teil
Frauen 42,9% 43,6% 44,1%
Männer 57,1% 56,4% 55,9%
Nichtdeutsche 46,7% 49,2% 49,1%
Im Alter 15 bis u25 12,6% 11,7% 10,2%
Im Alter 25 bis u55 72,7% 73,0% 73,6%
Im Alter 55 u. älter 14,7% 15,3% 16,2%
schwerbehinderte Menschen 4,6% 4,2% 4,6%
Dauer Arbeitslosigkeit – unter 12 Mo-
nate 57,7% 58,2% 48,1%
Dauer Arbeitslosigkeit – 24 Monate+ 23,9% 21,1% 24,9%
Qualifikationen Arbeitsloser (SGB II) 2019 2020 2021
Arbeitslose insgesamt (SGB II) 3.078 3.506 3.533
Schulabschluss
ohne Schulabschluss 21% 21% 20,2%
Hauptschulabschluss 29,5% 27,2% 27,1%
mittlere Reife 13,7% 13,2% 13,6%
Abitur/Fachhochschulreife 21,4% 22,4% 22,6%
ohne Angabe 14,3% 15,9% 16,4%
10 Bei den Zeiträumen der angegebenen Daten handelt es s ich um gleitende Jahresdurchschnitte (No-
vember bis Oktober).
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Berufsausbildung
ohne abgeschlossene Berufsausbildung 72,4% 72,6% 71,9%
betrieblich/schulische Ausbildung 20,6% 19,3% 19,9%
akademische Ausbildung 7,0% 8,1% 8,2%
Anforderungsniveau
Helfer 63% 64,4% 65,2%
Fachkraft 25,5% 22,3% 21,5%
Spezialist 2,5% 2,6% 3,0%
Experte 3,5% 4,0% 4,2%
ohne Angabe 5,5% 6,7% 6,1%
Deutlich erkennbar ist, dass Menschen ohne Qualifikation und auf Helfer*innenni-
veau am häufigsten unter den SGB-II-Leistungsempfänger*innen zu finden sind.
Auffällig ist aber auch, dass mit 22,6 % deutlich mehr Arbeitslose im SGB II Abitur/
Fachhochschulreife haben als im Vergleich zu Hessen (12,4 %).
4 Arbeitslose Frauen im Rechtskreis SGB II
Vermutlich pandemiebedingt ist die Zahl der arbeitslosen Frauen 2020 deutlich ge-
wachsen und hat sich auch 2021 weiter erhöht. Auch der Anteil von Frauen mit Lang-
zeitarbeitslosigkeit ist um fast 10% auffällig gestiegen.
11 2019 2020 2021
Arbeitslose Frauen insgesamt 1.321 1.528 1.558
Anteil an allen Arbeitslosen 42,9% 43,6% 44,1%
Altersstruktur
Im Alter u25 10,7% 9,6% 8,5%
Im Alter 25 bis u35 23,9% 24,9% 24,3%
Im Alter 35 bis u45 29,0% 29,0% 29,2%
Im Alter 45 bis u55 22,4% 21,7% 22,5%
Im Alter 55 u. älter 14,0% 14,7% 15,5%
Anforderungsniveau
Helferin 70,7% 71,6% 72,1%
Fachkraft 18,5% 15,3% 14,8%
Spezialist 1,7% 1,8% 2,0%
Experte 2,5% 3,2% 3,4%
ohne Angabe 6,5% 8,0% 7,7%
Weitere Merkmale
Langzeitarbeitslose 42,1% 40,4% 50,1%
Schwerbehinderte 3,7% 3,4% 4,2%
Berufsrückkehrende 1,5% 1,2% 1,5%
ohne abgeschlossene Berufsausbildung 75,2% 74,9% 74,4%
Nichtdeutsche 49,2% 52,9% 53,0%
11 Bei den angegeb. Daten handelt es sich um gleitende Jahresdurchschnitte (Nov bis Okt).
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5 Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und Erwerbstätige im Rechts-
kreis SGB II
Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung
2020 waren die Maßnahmeneintritte trotz der Einschränkungen durch die Pandemie
nur leicht zurückgegangen. Dies hat sich 2021 deutlich verschlechtert.
Eintritte in ausgewählte Maßnahmen der aktiven Ar-
beitsmarktpolitik12
2020 2021
Teilnahmen insgesamt 2.113 1.643
Aktivierung und berufliche Eingliederung 70,6% 72,5%
Berufswahl und Berufsausbildung 1,9% 0,6%
berufliche Weiterbildung 9,5% 4,9%
Aufnahme einer Erwerbstätigkeit 4,3% 7,1%
Besond. Maßnahme z. Teilnahme behind. Menschen 2,0% 0,4%
Beschäftigung schaffende Maßnahmen 9,4% 12,8%
freie Förderung 1,4% 1,3%
sonstige Leistungen 1,0% 0,4%
Die Eingliederungsbilanz, also die verfügbaren Mittel und deren Verwendung, hat
sich geringfügig erhöht, fällt mit 62 % aber deutlich hinter den Hessendurchschnitt
zurück (74 %). Dies betrifft besonders den Bereich Aktivierung und berufliche Ein-
gliederung (37,3 % zu 50,1 %).
Erwerbstätige erwerbsfähige Leistungsberechtigte
13 2019 2020 2021
Erwerbstätige ELB insgesamt 2.616 2.510 2.216
Anteil erwerbstätiger ELB an allen ELB 28,7% 28,0% 24,1%
Frauen 48,1% 47,0% 45,1%
Alleinerziehend 17,1% 16,4% 14,8%
Im Alter u25 12,4% 12,9% 12,8%
Nichtdeutsche 52,0% 53,4% 52,4%
BG mit 5 oder mehr Personen 12,9% 14,0% 29,2%
Minijobber*innen bis 450 € 40,5% 38,6% 39,1%
Die Zahl der Menschen, die Arbeitslosengeld II beziehen und zugleich über zu be-
rücksichtigendes Einkommen aus abhängiger Erwerbstätigkeit oder aus selbständi-
ger Tätigkeit verfügen, ist zurückgegangen. Darunter ist allerdings die Zahl der Be-
darfsgemeinschaften mit hoher Personenzahl stark gestiegen. Dies steht vermutlich
im Zusammenhang mit der Pandemie.
Der Anteil der Nichtdeutschen mit über 50% ist weiterhin sehr hoch. Auch sind viele
Minijobber*innen auf zusätzliche Leistungen angewiesen.
12 Jahresfortschrittswerte von Januar bis Juni, d.h. alle Teilnahmen in diesen 6 Monaten wurden auf-
summiert; Zählung von Förderfällen bzw. Teilnahmen, nicht von Personen; eine Person, die mehrere
Förderleistungen erhält, wird mehrfach gezählt.
13 Bei den angegeb. Daten handelt es sich um gleitende Jahresdurchschnitte (Juli bis Juni).
anlage 2
195 Zeichen
Punkt 7: Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie 2022 der Wissenschaftsstadt - Kenntnisnahme - (V-Nr. 2022/0071) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss für Soziales nimmt von der Vorlage Kenntnis.
2022/0071
4101 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
02.03.2022
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat II an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Dezernat II
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2022/0071
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 3151110
Kostenstelle: 050-000-0001/ 051-004-7001 Investitionsnummer:
Kostenträger: 3156-12 Sachkonto:
Betreff: Ausbildungs- und Arbeitsmarktstrategie 2022 der Wissenschaftsstadt
Vorlage vom: 28.02.2022
Beschlussvorschlag :
Die Ausbildungs - und Arbeitsmarktstrategie 2022 der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird zur
Kenntnis genommen. Sie ist Grundlage zur Zielvereinbarung mit dem Land Hessen zur
Umsetzung des hess. Ausbildungs - und Qualifizierungsbudgets (AQB).
Anlagen: Wissenschaftsstadt Darmstadt Ausbildungs - und Arbeitsmarktstrategie 2022 -
final
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 28.02.2022
Das Land Hessen stellt im Rahmen der hess . Arbeitsmarktförderung über das Ausbildungs -
und Qualifizierungsbudget jährlich Mittel mit Verpflichtungsermächtigungen über 5 Jahre zur
Verfügung. Ziel ist eine regionalisiert e Arbeitsmarktförderung , die in enger Einbindung der
Akteure vor Ort ein bedarfsgerechtes Angebot zur Integration in den Ausbildungs - und
Arbeitsmarkt ermöglicht.
Zielgruppe der hess . Arbeitsmarktförderung sind vor allem benachteiligte Menschen, die vom
Regelinstrumentarium nach den Sozialgesetzb üchern nicht ausreichend aufgefangen werden
können und zusätzliche Hilfen benötigen.
Die Ausbildungs - und Arbeitsmarktstrategie 2022 der Wissenschaftsstadt Darmstadt bildet
die Grundlage der jährlichen Zielvereinbarung mit dem Land Hessen zur Umsetzung des
hess. Ausbildungs - und Qualifizieru ngsbudgets (AQB). Sie wird jährlich aktualisiert und
fortgeschrieben.
Eine passgenaue Förderung von benachteiligten Zielgruppen zur Erhöhung der
Chancengleichheit auf dem Ausbildungs - und Arbeitsmarkt steht dabei im Zentrum der
Beschäftigungsförderung. Um Doppelstrukturen zu vermeiden, werden insbesondere
Angebote in Ergänzung zum Regelinstrumentarium entwickelt. Auch werden Menschen
erreicht, die aus unterschiedlichen G ründen nicht an Jobcentermaßnah men partizipieren.
Besonders für marktferne Kund*innen werden so über die Hess.
Arbeitsmarktförderprogramme zusätzliche und spezifische Angebote ermöglicht.
Es gibt außerdem konkrete Modellprojekte für beso ndere Zielgruppen, z.B.
„Brückenqualifikation für Frauen “, „Sozialwirtschaft integriert “ oder das „Jugendatelier“, in
denen eine intensive rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit stattfindet.
Die kommunale Ausbildungs - und Arbeitsmarktstrategie wird im Dezernat II v erantwortet und
über die Koordi nierungsstelle Bes chäftigungsförderung umgesetzt.
Integrierter, aber eigenständiger Bestandteil und Schwerpunkt ist die kommunale
Jugendberufshilfe, die entsprechend SGB VIII §13 sowie der hessenweiten OloV -Strategie
(Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule – Beruf)
eigenverantwortlich den Übergang Schule-Beruf gestaltet .
Weiterhin ist die Gleichstellungspolitik in die strategische Ausrichtung eingebunden.
Struktureller Geschlechterungleichheit entgegenzuwirken, die Potentiale von Frauen zu
nutzen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, ist ein zent rales Ziel der
kommunalen Arbeitsmarktstrategie.
Zur Realisierung der Ziele werden neben den Landesmittel n auch ESF-Bundesmittel
eingesetzt und durch komm. Kofinanzierung Fördermaß nahmen in Darmstadt ermöglicht.
Darmstadt, 28.02.2022
Dezernat II
Barbara Akdeniz
Bürgermeisterin
Beratungsverlauf (2)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2022/0071
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 28.02.2022
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00