V/0156/2020
Flyover Aegidiitor: Radverkehrsbrücke zwischen Promenade und Bismarckallee - Förderantragsverfahren für das Programm „Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland"
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Anlage A
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Anlage A zur V/0156/2020 Kurzüberblick Die Stadt Münster will auch im Radverkehr neue, mutige Wege gehen, Impulse setzen. Das Pro- jekt „Flyover Aegidiitor“ an der denkmalgeschützten Münsteraner Promenade soll eine neue Leuchtturm-Dimension bei Radverkehrs-Bauwerken einleiten. Es handelt sich um ein innovatives verkehrliches Statement, das die vorhandene Topographie nutzt und modellhaft aufzeigen wird, wie die wichtigen Faktoren Verkehrssicherheit, Bevorrechtigung / Leichtigkeit des Radverkehrs, Komfort und Fahrzeitgewinne in einem hoch sensiblen städtebaulichen Kontext in Einklang mitei- nander gebracht werden können. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Hier steht, welches Ziel/welche Ziele (z. B. Leitorientierung/en aus dem ISM-Prozess, Ziele der Produktgruppe im Haushaltsplan) mit der Vorlage verfolgt wird/werden und welches Teilziel (aus dem Inhalt der Vorlage abgeleitet) erreicht werden soll. Dabei ist ebenfalls anzugeben, wann das Teilziel erreicht wird (Zeit) und mit welchem finanziellen bzw. sonstigem Aufwand es erreicht wird. Leitorientierungen aus dem ISM-Prozess: Wir werden das unverwechselbare Stadtbild bewahren und die City als Ort der Begegnung, als Marktplatz und als Motor der Stadtentwicklung stärken Wir werden Münster zu einer Stadt mit höchster Lebens- und Erlebnisqualität weiterentwi- ckeln: mit hoher Umwelt- und Naturqualität mit breitem Freizeit- und Sportangebot mit hohem Wohnwert, Familienfreundlichkeit und sozialer Balance in der Stadtgesellschaft Zur Erreichung des Teilziels ist mit einem finanziellen Bedarf von 10 Mio. € zu kalkulieren. Finanzierung Produktgruppe: 1201 Bereitstellung von Verkehrsflächen und -anlagen Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja X Nein Auswirkungen auf den Finanzplan X Ja Nein Im beschlossenen Haushaltsplan 2020 enthalten? X Ja Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? X Ja Nein Bereits veranschlagt? X Ja Nein teilw. Die Höhe der Aufwendungen oder Auszahlungen sind unabhängig von der vorhandenen Mittelbe- reitstellung im Beschlussvorschlag zu nennen. Eine Angabe an dieser Stelle oder bei den Zielen reicht nicht aus. Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig X vollständig frei- willig Unmittelbare, grundsätzliche Relevanz für Querschnittsthemen (Demographie, Gleichstellung, Inklusion, Klimaschutz, Migration) Die Querschnittsthemen Nachhaltigkeit und Klimaschutz werden durch ein Ingenieurbauwerk für den Radverkehr zwischen Promenade und Bismarckallee maßgeblich tangiert.
Beschlussvorlage
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V/0156/2020 V/0156/2020 Öffentliche Beschlussvorlage Betrifft Flyover Aegidiitor: Radverkehrsbrücke zwischen Promenade und Bismarckallee - Förderantragsverfahren für das Programm „Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland" Beratungsfolge 10.03.2020 Bezirksvertretung Münster-Mitte Anhörung 19.03.2020 Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wo h- nen Vorberatung 25.03.2020 Haupt- und Finanzausschuss Vorberatung 25.03.2020 Rat Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: 1. Der Rat begrüßt das Projekt Flyover Aegidiitor. 2. Der Rat beschließt, dass die Verwaltung bei Aufforderung durch den Fördergeber einen en t- sprechenden formellen Förderantrag stellt. Es wird zur Kenntnis genommen, dass d ie Förder- quote maximal 75% der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben beträgt. 3. Der Rat beauftragt die Verwaltung bei positivem Förderbescheid, ein qualitätssicherndes Ve r- fahren auf Basis einer detaillierten fachlichen Abstimmung in Verbindung mit einer Öffentlic h- keitsbeteiligung durchzuführen und anschließend die erforderlichen Ingenieurleistungen zu beauftragen. II. Finanzielle Auswirkungen: Es wird zur Kenntnis genommen, dass der Stadt Münster für das qualitätssichernde Verfahren, die Planungsleistungen und den Bau des „Flyover Aegidiitor“ nach erster Schätzung Gesamtkosten in Höhe von ca. 10 Mio. Euro entstehen. Da rüber hinaus wird zur Kenntnis genommen, dass die Fö r- derquote voraussichtlich 75% beträgt und demnach bei der Stadt Münster ein Eigenanteil in Höhe von ca. 2,5 Mio. € verbleibt. Dieser wird aus dem Mobilitätsfonds finanziert. Amt für Mobilität und Tiefbau 04.03.2020 Ihr/e Ansprechpartner/in: Herr Oeinck Telefon: 492-6582 OeinckP@stadt-muenster.de - 2 - V/0156/2020 Begründung: Im Juli 2019 hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Bundesa n- zeiger die Richtlinie zur Förderung innovativer Projekte zur Verbesserung des Radverkehrs in Deutschland veröffentlicht. Förderungswürdig sind richtungsweisende infrastrukt urelle Maßnahmen, die einen lückenlosen Radverkehr entscheidend voranbringen, Modellcharakter haben und „Leuch t- türme“ sein können. Die Stadt Münster hat mit dem „Flyover Aegidiitor“ am 27. September 2019 ge- genüber dem Fördergeber ihr grundsätzliches Interesse bekundet und eine Projektskizze, einen F i- nanzierungsplan sowie die beabsichtigte Fördersumme eingereicht. Die im September eingereichte Projektskizze wurde für die Antragstellung ausgewählt und als grun d- sätzlich förderwürdig eingestuft. Nach die ser Auswahl des Projektes für das weitere Verfahren zur Förderung erfolgt ein Koordinierungsgespräch gemäß der Richtlinien für die Durchführung von Z u- wendungsbaumaßnahmen (RZBau), um die formelle Förderantragsstellung zu konkretisieren. Dies ist für April 2020 geplant. Neue Wege in Münster Die Stadt Münster will auch im Radverkehr neue, mutige Wege gehen, Impulse setzen. Das Projekt „Flyover Aegidiitor“ an der denkmalgeschützten Münsteraner Promenade soll eine neue Leuchtturm - Dimension bei Radverkehrs -Bauwerken einleiten. Die nachstehende Entwurfsskizze und die Visual i- sierungen zeigen, wie die Fahrradbrücke künftig aussehen könnte (vgl. Abb. 1 - 4). Abb. 1: Erster skizzenhafter Entwurf „Flyover Aegidiitor“ - 3 - V/0156/2020 Abb. 2: Visualisierung „Flyover Aegidiitor“ (1) Abb. 3: Visualisierung „Flyover Aegidiitor“ (2) - 4 - V/0156/2020 Abb. 4: Visualisierung „Flyover Aegidiitor“ (3) Aktuelle Verkehrssituation Aegidiitor Eine Verkehrserhebung im Mai 2019 hat gezeigt, dass der Untersuchungsraum Aegidiitor binnen 24 Stunden (werktags ) von über 30.000 Radfahrenden genutzt wurde, während zeitgleich 31.000 Kfz abgewickelt wurden. Es handelt sich also unbestritten um einen Verkehrsraum mit hoher Belastung und unterschiedlichen Nutzungsansprüchen. Eine für Knotenpunkte von Ring - und Radialverkehrsinf- rastrukturen (hier Promenade und Hauptverkehrsstraße) durchaus typische und daher übertragbare Herausforderung besteht darin, dass sich die Hauptverkehrsströme kreuzen. Am Aegidiitor ist dies nachweislich der Fall. Während der Radverkehr von Ost nach West (Promenade, Aegidiistraße, Ade- nauerallee und Bismarckallee) verläuft, bildet sich der Hauptstrom des Kfz -Verkehrs von Nord nach Süd (Am Stadtgraben / Weseler Straße) ab. Die Fahrbeziehung Promenade – Bismarckallee ist schon jetzt eine Radverkehrsachse von besonde- rer Bedeutung. Mit der Einrichtung der Veloroute Münster - Senden und in Verbindung mit dem „Fly - over Aegidiitor“ ist mit einer merklichen Erhöhung der Radverkehrszahlen zu rechnen. Hinzu kommt: Das Aegidiitor ist aufgrund der beschriebenen Konfliktlage eine Unfallhäufungsstelle, auch, weil es trotz vielfältiger Maßnahmen und intensiver Öffentlichkeitsarbeit häufig an Regelakze p- tanz bzw. -kenntnis mangelt. Der „Flyover Aegidiitor“ hätte bundesweit in seiner Größenordnung und Frequentierung ein Alleinstellungsmerkmal, würde die Verkehrsströme klar trennen und sich somit konfliktminimierend auswirken. Eine signifikant positive Entwicklung der Unfallzahlen ist wahrschei n- lich, eine entsprechende Vorher-/Nachher-Betrachtung obligatorisch. - 5 - V/0156/2020 Verkehrliche, stadträumliche und denkmalrechtliche Einordnung der Promenade Die deutschlandweit einmalige Promenade als autofreier, rund 4,5 Kilometer langer Verteilerring um die Innenstadt, ist das Herzstück der Radverkehrsabwicklung und findet sowo hl national als auch international große Beachtung. An Spitzentagen werden im Querschnitt 23.000 Radfahrende gezählt – pro Jahr ca. 5.000.000. Die Promenade mit ihrer typischen Geländemodellierung und Bepflanzung mit einer 4 -reihigen Lin- denallee wurde von J.C.Schlaun in der 2. Hälfte des 18. Jh. angelegt. Ende des 19. Jh. wurden die ehemaligen Außenwerke in Teilen durch Bebauung verändert, insbesondere aber durch Umgesta l- tung einzelner Schanzen zu garten - bzw. parkähnlichen Situationen mit der spätbarocken Anlage zu der charakteristischen Gestalt des heutigen Grüngürtels um die Altstadt vereint. Die Promenade ist das Zeugnis der zwischen dem 12. und 18. Jh. bestehenden Stadtbefestigungsanlage sowie deren kunstvoller historischer Umgestaltung und deshalb eines der bedeutendsten Bau- und Bodendenkmä- ler der Stadt. Velorouten Für den Radverkehr ergeben sich durch den „Flyover Aegidiitor“ deutliche Fahrzeit - und Komfortge- winne, denn das Aegidiitor ist gleichzeitig Ausgangs- bzw. Endpunkt der beiden Velorouten zwischen Münster und Senden (a: via Albachten und b: via Hansa -Business-Park). So könnte durch den „Fly - over Aegidiitor“ gleichsam ein neuralgischer Zwangspunkt der Veloroutenkonzeption visionär gestaltet und eine zügige Radverkehrsanbindung u.a. in die neu gestaltete Fahrradstraße Bismarckallee (vgl. Abb. 5) ermöglicht werden. Abb. 5: Visualisierung der Fahrradstraße Bismarckallee - 6 - V/0156/2020 Zur Einordnung: Die Promenade wird künftig als Ausgangs- bzw. Endpunkt integraler Bestandteil des regionalen Veloroutennetzes (14 Alltags -Pendler-Routen, quasi „Radschnellwege light“) (vgl. Abb. 6) sein, das Münsters Innenstadt mit den Außenstadtteilen und den Umlandgemeinden zügig, durc h- gängig und ko mfortabel verbinden wird. Der aktuelle Sachstand bezüglich der Velorouten lässt sich folgendermaßen zusammenfassen: Für die Route Münster -Telgte läuft bereits die Ausführungspla- nung, erste baulich Umsetzungen werden noch in 2020 realisiert. Sieben weitere Velorouten nach Senden, Nottuln, Greven, Ascheberg, Drensteinfurt, Altenberge und Everswinkel befinden sich derzeit in den ersten Planungsphasen (Variantenuntersuchungen, Vorplanungen) . Für die sechs übrigen Routen (u.a. Ostbevern, Havixbeck, etc.) werden noch in 2020 Ingenieurleistungen beauftragt. Abb. 6: Velorouten in der Stadtregion - 7 - V/0156/2020 Weiterer Prozess Sollte das Projekt „Flyover Aegidiitor“ seitens des Fördergebers positiv beschieden werden, so ist zu Projektbeginn ein qualitätssicherndes Verfahren mit öffentlicher Beteiligung durchzuführen, um ve r- schiedene Varianten zu konzipieren und zu einem favorisierten Entwurf zu konkretisieren. Nur so wird es möglich sein, eine Akzeptanz in der Stadtgesellschaft zu erlangen. Denn als süd -westliches „Ein- gangstor“ zur Innenstadt und Teil der Promenade, durch die unmittelbare Nähe zum Aasee und zur Hauptmensa der Universität ist die Bedeutung als Stadt - sowie Verkehrsraum und Grünanlage unbe- stritten. Auf Basis der Ergebnisse des qualitätssichernden Verfahrens sind d ie entsprechenden Inge- nieurleistungen zu beauftragen. Für die Planung werden die fachlichen Grundsätze der Denkmalpflege zugrunde gelegt. So soll der „Flyover Aegidiitor“ durchaus als aktuelle Intervention erkennbar sein, sich aber dabei zurückhaltend und elegant in die historische Situation einfügen. Die moderne Zutat darf das historische Zeugnis nicht verunklaren und v.a. nicht dominieren. Dieses Prinzip gilt sowohl für die Lage und Ausrichtung im Grundriss, als auch für die Höhenentwicklung sowie für di e Konstruktion und gestalterischen D e- tails. Das Brückenbauwerk selbst muss so schlank wie möglich dimensioniert und so konstruiert und gestaltet werden, dass es sich selbstverständlich in den grünen Stadtraum zwischen Aasee und Pr o- menade eingliedert und di e stadträumliche Atmosphäre an dieser besonderen Stelle im Übergang in die Altstadt in angemessener Zurückhaltung begleitet. Fazit Mit dem „Flyover Aegidiitor“ kann ein innovatives verkehrliches und städtebauliches Projekt umg e- setzt werden. Es gilt die v orhandene Topographie zu nutzen und modellhaft aufzuzeigen, wie die wichtigen Faktoren Verkehrssicherheit, Bevorrechtigung / Leichtigkeit des Radverkehrs, Komfort und Fahrzeitgewinne in einem hoch sensiblen städtebaulichen sowie historisch bedeutenden Kont ext in Einklang miteinander gebracht werden können. Gleichzeitig ist es ein starkes Startsignal in Richtung Verkehrswende und damit Ausgangspunkt für weitere innovative Radverkehrslösungen. In Vertretung gez. Denstorff Stadtbaurat Anlagen: Anlage A
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: mehrheitlich abgelehnt
Zur SitzungBeschluss: mehrheitlich geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (5)
- Aegidiistraße
- Bismarckallee 6v
- Weseler Straße
- Am Stadtgraben
- Promenade
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Details
- Aktenzeichen
- V/0156/2020
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 27.02.2020
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37