0817/2022
Erhebung Lebenssituation obdachloser und wohnungsloser Menschen (inklusive Jugend, Migration, Alter, LSBTIQ*)
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Beschlussvorlage Ausschuss
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Die Oberbürgermeisterin Dezernat, Dienststelle V/V/3 Vorlagen-Nummer 0817/2022 Freigabedatum 09.03.2022 Beschlussvorlage zur Behandlung in öffentlicher Sitzung Betreff Freigabe und Vergabe "Erhebung Lebenssituation obdachloser und wohnungsloser Menschen (inklusive Jugend, Migration, Alter, LSBTIQ)" Beschlussorgan Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren Gremium Datum Beschluss: Der Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren beschließt die Freigabe der Mittel zur exter- nen Vergabe der „Erhebung der Lebenssituation obdachloser und wohnungsloser Menschen (inklusi- ve Jugend, Migration, Alter, LSBTIQ*)“ in Höhe von 80.000 Euro im Jahr 2022. Die Mittel stehen im Teilergebnisplan 0504 - Freiwillige Sozialleistungen und Diversity, Teilplanzeile 13 - Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen - im Haushaltsjahr 2022 zur Verfügung. Ausschuss für Soziales, Seniorinnen und Senioren 24.03.2022 2 Haushaltsmäßige Auswirkungen Nein Ja, investiv Investitionsauszahlungen € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Ja, ergebniswirksam Aufwendungen für die Maßnahme 80.000 € Zuwendungen/Zuschüsse Nein Ja % Jährliche Folgeaufwendungen (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € c) bilanzielle Abschreibungen € Jährliche Folgeerträge (ergebniswirksam): ab Haushaltsjahr: a) Erträge € b) Erträge aus der Auflösung Sonderposten € Einsparungen: ab Haushaltsjahr: a) Personalaufwendungen € b) Sachaufwendungen etc. € Beginn, Dauer Auswirkungen auf den Klimaschutz Nein Ja, positiv (Erläuterung siehe Begründung) Ja, negativ (Erläuterung siehe Begründung) Begründung: Der Rat der Stadt Köln hat mit Beschluss zum Haushalt 2022 einmalig Mittel in Höhe von 80.000 € für die Erhebung der Lebenssituation obdachloser und wohnungsloser Menschen (inklusive Jugend, Mig- ration, Alter, LSBTIQ*) zur Verfügung gestellt. Die Erhebung soll extern vergeben werden. Die Ver- waltung möchte die Erhebung extern ausschreiben und bittet um die Freigabe der Haushaltsmittel. Wohnungs- und Obdachlosigkeit sind in vielen Städten und Gemeinden in Deutschland ein sozialpoli- tisches Problem, auch durch die zunehmende Zahl betroffener Menschen. In Köln gibt es ca. 7.000 Personen, denen der Verlust der Wohnung droht oder die aus eigener Kraft nur schwer bis gar nicht dauerhaften und bezahlbaren Wohnraum finden können. Die Anzahl der betroffenen Personen ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Die Stadt Köln verfolgt das Ziel, Wohnungs- und Obdachlosigkeit zu vermeiden. Dies umfasst zum einen präventiv gegen die Entstehung von Wohnungs- und Obdachlosigkeit vorzugehen und zum anderen wohnungs- oder obdachlose Menschen möglichst bedarfsgerecht zu versorgen. Die Kölner Wohnungslosenhilfe bietet eine Vielzahl verschiedener Hilfen und Unterbringungsangebote (z. B. Notschlafstellen, niederschwellige Wohnhilfen, stationäre Hilfen und betreutes Wohnen, Housing First) um die Menschen vor Obdachlosigkeit zu bewahren und sie bei der Rückkehr in eigenen Wohn- 3 raum zu unterstützen oder darauf vorzubereiten. Eine bedarfsgerechte Versorgung von wohnungs- und/oder obdachlosen Menschen bzw. Menschen, die von Wohnungs- und Obdachlosigkeit bedroht sind, setzt voraus, ihre vielfältigen, komplexen Le- benslagen zu kennen und die Zusammenhänge von Lebenslage und dem Risiko, wohnungs- oder obdachlos zu werden, besser zu verstehen. Über die Vielfalt der Lebenslagen der wohnungs- und obdachlosen Menschen in Köln gibt es bislang keine systematische Untersuchung. Diese Lücke soll nun geschlossen werden. Im Rahmen von Erhebungen bei den Betroffenen sollen deren Lebenslagen so differenziert wie mög- lich nach den Bereichen – Rechts- bzw. Aufenthaltsstatus, Gesundheit (u. a. psychische Erkrankun- gen, HIV, Tuberkulose), Bildung, Ausbildung, Einkommen (Herkunft der Einkünfte z. B. aus Transfer- leistungen oder auch aus Prostitution), soziale Einbindung – sowie nach Alter, Migrationsgeschichte (differenziert nach EU Zuwanderung und sonstigen Migrationshintergrund, ggf. Sprachkompetenz), Behinderung(en) sowie Geschlecht, geschlechtliche Identität und sexuelle Orientierung analysiert werden. Herausgearbeitet werden sollen insbesondere die Zusammenhänge von Lebenslage, Geschlecht, geschlechtlicher Identität und sexueller Orientierung bei der Entstehung von Wohnungs- und Obdach- losigkeit, insbesondere für die Gruppen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie der älteren Menschen. Hier ist sowohl die Sicht der Betroffenen als auch die Sicht der professionellen Ex- pert*innen sowie von Selbsthilfeverbänden bzw. -organisationen einzubeziehen. Für bedarfsgerechte Hilfsangebote wohnungs- und obdachloser Menschen sind vor allem die Ein- schätzungen der Betroffenen in Bezug auf eine angemessene Gestaltung von Angeboten von gro- ßem Interesse. Diese müssen im Rahmen der Erhebung(en) ebenfalls sowohl aus Sicht der Betroffe- nen als auch aus Sicht der Fachkräfte ermittelt werden. Aus den Erkenntnissen der Erhebung(en) sollen Handlungsempfehlungen zur Erreichung der Zielset- zung abgeleitet werden. Dazu zählen auch Vorschläge für möglicherweise notwendige Anpassungen der bestehenden Kölner Unterstützungsstruktur für wohnungslose- oder obdachlose Menschen und – soweit erforderlich – Vorschläge zur Entwicklung neuer Angebotsbausteine. Zu berücksichtigen sind dabei nicht nur die von der Stadt Köln vorgehaltenen Angebote, sondern auch die anderer Kosten- und Leistungsträger, insbesondere des LVR sowie der Kranken- und Pflegekassen. Insbesondere zu letzteren steht die Frage im Raum, ob ein frühzeitiges Zusammenwirken der rechtskreisübergreifen- den Systeme nicht kostspielige Akutversorgungen vermeiden können. Hierbei sollen auch gute Bei- spiele aus anderen Kommunen berücksichtigt werden. Dabei kann auf die Literatur zurückgegriffen werden und/oder auf eigene Erkenntnisse.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 0817/2022
- Typ
- Beschlussvorlage Ausschuss
- Datum
- 09.03.2022
- Erstellt
- 07.03.2022 13:23