2023/0154
Lichtwiesenbahn: Aktualisierung Nutzen-Kosten-Untersuchung mit standardisierten Verfahren 2016+
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2023/0154
2214 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats -
geschäftsstelle:
08.05.2023
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat III an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss -
fassung Fachausschuss
Amt: Mobilitätsamt
OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2023/0154
Magistratsbeschluss -Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.:
Kostenstelle: Investitionsnummer:
Kostenträger: Sachkonto:
Betreff: Lichtwiesenbahn: Aktualisierung Nutzen -Kosten-Untersuchung mit standardisierten
Verfahren 2016+
Vorlage vom: 26.04.2023
Beschlussvorschlag :
Der Magistrat nimmt den Ergebnisbericht zur Aktualisierung der Nutzen-Kosten-Untersuchung mit
standardisierten Verfahren 2016+ zur Kenntnis.
Anlagen: Aktualisierung NKU Lichtwiesenbahn
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
- 2 -
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 26.04.2023
Veranlassung und Darstellung des Vorhabens
Zur notwendigen Verbesserung der ÖPNV-Anbindung des Campus Lichtwiese der TU
Darmstadt wurde die Erschließung durch eine Straßenbahn (Lichtwiesenbahn – Linie 2)
realisiert. Die Inbetriebnahme erfolgte am 25.04.2022.
Auf Grund weiter steigender Bau- und Investitionskosten musste für das Vorhaben erneut die
Förderfähigkeit nach Mobilitätsfördergesetz (MobFög= Schieneninfrastruktur nachgewiesen
werden.
Hessen mobil stellte für die Untersuchung das aktualisierte Verfahren der standardisierten
Bewertung 2016+ zur Verfügung, welches als Grundlage angewandt wurde.
Ergebnis:
Durch das aktualisierte Verfahren der standardisierten Bewertung 2016+ wird erneut die
Förderfähigkeit der Maßnahme bestätigt. Das aktuelle NKV (Nutzen-Kosten-Verhältnis) beträgt
1,16.
Von Seiten Hessen mobil ist der Ergebnisbericht der NKU geprüft und die Förderfähigkeit
bestätigt worden.
Dezernat III
Michael Kolmer
Stadtrat
anlage 1
68523 Zeichen
STAND: 23.03.2023
Erläuterungsbericht
Aktualisierung der Nutzen-Kosten-Untersuchung
der Lichtwiesenbahn
NKU Lichtwiesenbahn
I
23.03.2023
IMPRESSUM
Auftraggeber
HEAG mobilo GmbH
Abteilung Straßenbahnnetz
Klappacher Straße 172
64285 Darmstadt
In Zusammenarbeit mit der Wissenschaftsstadt Darmstadt
Mobilitätsamt, ÖPNV Koordination
Auftragnehmer
Bearbeitung
ZIV - Zentrum für integrierte Verkehrssysteme GmbH
Robert-Bosch-Straße 7
64293 Darmstadt
Bearbeiter:
Dipl.- Wirt.-Ing. Matthias Auth
In Zusammenarbeit mit IB Habermehl & Follmann GmbH
(Verkehrsmodell / Verkehrsnachfrage)
NKU Lichtwiesenbahn
II
23.03.2023
INHALT
1 EINFÜHRUNG 1
1.1 Einordnung des Vorhabens 1
1.1.1 Anlass 1
1.1.2 Einordnung in übergeordnete Planungen 2
1.2 Bewertungskonzept 3
1.2.1 Methodik 3
1.2.2 Mit- und Ohnefall-Konzept 3
1.2.3 Grundlagendaten 5
1.2.4 Vorgehensweise bei der Konzeption des Investitionsvorhabens 5
1.3 Beteiligung 6
2 BESCHREIBUNG DES INVESTITIONSVORHABENS UND DES UNTERSUCHUNGSGEBIETS 7
2.1 Beschreibung des Investitionsvorhabens 7
2.1.1 Technische Beschreibung des Investitionsvorhabens 7
2.1.2 Erläuterungen zur vorläufigen Finanzierungsübersicht 9
2.2 Beschreibung des Untersuchungsgebiets 9
2.2.1 Abgrenzung des Investitionsvorhabens 9
2.2.2 Verkehrszelleneinteilung 9
2.2.3 Strukturdaten 14
3 VERKEHRSANGEBOT UND VERKEHRSNACHFRAGE IN DER ANALYSE 15
3.1 Verkehrsangebot in der Analyse 15
3.1.1 ÖV-Netz 15
3.1.2 MIV-Netz 15
3.1.3 ÖV-Angebot 16
3.2 Verkehrsnachfrage in der Analyse 20
4 VERKEHRSANGEBOT UND VERKEHRSNACHFRAGE IM OHNEFALL 22
4.1 Verkehrsangebote im Ohnefall 22
4.1.1 ÖV-Netz 22
4.1.2 MIV-Netz 22
4.1.3 ÖV-Angebot 22
4.2 Strukturprognosen 25
4.3 Verkehrsnachfrage im Ohnefall 26
4.4 Dimensionierungsprüfung 27
5 VERKEHRSANGEBOT UND VERKEHRSNACHFRAGE IM MITFALL 30
5.1 Verkehrsangebote im Mitfall 30
5.2 Verkehrsnachfrage im Mitfall 34
5.3 Dimensionierungsprüfung 36
NKU Lichtwiesenbahn
III
23.03.2023
6 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE BEWERTUNG 39
6.1 Saldo Fahrgastnutzen 39
6.2 Saldo ÖPNV-Fahrgeld 40
6.3 Umweltfolgen MIV 41
6.4 Saldo der ÖPNV-Betriebskosten 42
6.5 Investitionen, Kapitaldienst und Unterhaltungskosten für die ortsfeste Infrastruktur 43
6.6 Saldo der Unfallfolgen 44
6.7 Saldo der Umweltfolgen 45
6.8 Saldo der Geräuschbelastung 46
6.9 Nutzen gesellschaftlich auferlegter Investitionen 46
6.10 Nutzen anderer Netznutzer 46
6.11 Funktionsfähigkeit Verkehrssysteme / Flächenverbrauch 46
6.12 Primärenergieverbrauch 47
6.13 Daseinsvorsorge / raumordnerische Aspekte 47
6.14 Resilienz von Schienennetzen 47
6.15 Nutzen-Kosten-Indikatoren 48
7 ZUSAMMENFASSUNG 49
NKU Lichtwiesenbahn
IV
23.03.2023
ABBILDUNGEN
Abbildung 1: Campus TU Lichtwiese (Plangrundlage: OpenStreetMap) 1
Abbildung 2: Neubaustrecke der Variante 2 5
Abbildung 3: Lageplan Mitfall 7
Abbildung 4: Untersuchungsraum inkl. Verkehrszelleneinteilung nach VDRM 10
Abbildung 5: Verkehrszelleneinteilung der relevanten Relationen 11
Abbildung 6: Bezirkseinteilung Stadt Darmstadt (nach Modell Stadt Darmstadt) 12
Abbildung 7: Verkehrszelle/ Einzugsbereich Haltestelle Hochschulstadion 13
Abbildung 8: Verkehrsangebot des ÖV in der Analyse (Ausschnitt) 15
Abbildung 9: MIV-Netz TU-Lichtwiese 16
Abbildung 10: Verkehrsnachfrage Analyse / Analyse-Zustand 20
Abbildung 11: Verkehrsangebot des ÖV im Ohnefall (Ausschnitt) 23
Abbildung 12: ÖV-Querschnittsbelastung [Pers./24h], Ohnefall; Quelle: Habermehl & Follmann Ing.-GmbH 26
Abbildung 13: Überprüfung der Dimensionierung im Ohnefall 27
Abbildung 14: Verkehrsangebot des ÖV im Mitfall (Ausschnitt) 30
Abbildung 15: Haltestellenbelastung TU-Lichtwiese/Campus am 15.07.2014 31
Abbildung 16: ÖV-Querschnittsbelastung [Pers./24h], Mitfall; Quelle: Habermehl & Follmann Ing.-GmbH 34
Abbildung 17: Dimensionierungsprüfung Mitfall 37
NKU Lichtwiesenbahn
V
23.03.2023
TABELLEN
Tabelle 1: Strukturdaten Lichtwiese und Bot. Garten (IST und Prognose) 14
Tabelle 2: Analyse – Rahmenfahrplan der Bus-Linie K 17
Tabelle 3: Analyse – Rahmenfahrplan der Bus-Linie KU 18
Tabelle 4: Analyse – Rahmenfahrplan der Straßenbahn-Linie 2 18
Tabelle 5: Analyse – Rahmenfahrplan der Straßenbahn-Linie 9 19
Tabelle 6: Querschnittsbelastungen Bot. Garten/Vivarium - TU-Lichtwiese/Campus 20
Tabelle 7: Verkehrsmittelwahl lt. Mobilitätsbefragung 2011 21
Tabelle 8: Ohnefall – Rahmenfahrplan der Bus-Linie K 24
Tabelle 9: Ohnefall – Rahmenfahrplan der Bus-Linie KU 25
Tabelle 10: Strukturdatenvergleich Analyse / Prognose 25
Tabelle 11: Spitzenstundenanteil (Haltestelle TU-Lichtwiese/Campus) 28
Tabelle 12: Verkehrsnachfrage Ohnefall (Ausschnitt B3-4) 29
Tabelle 13: Mitfall – Rahmenfahrplan der Straßenbahn-Linie 2 32
Tabelle 14: Kenndaten der Verkehrsnachfrage (Ausschnitt B4-4) 36
Tabelle 15: Verkehrsnachfrage Mitfall (Ausschnitt B4-1) 38
Tabelle 16: Widerstandsdifferenzen maßgebender ÖPNV-Fahrten (Ausschnitt B5-1) 40
Tabelle 17: Beförderungsleistungsänderung aufgrund Mehr-/Minderverkehr ÖPNV (Ausschnitt B5-1) 41
Tabelle 18: Umweltfolgen (Ausschnitt B6) 42
Tabelle 19: Betriebskosten ÖPNV (Ausschnitt B9-5) 43
Tabelle 20: Investitionskosten (Ausschnitt B10-2/3) 44
Tabelle 21: Unfallfolgekosten (Ausschnitt B11) 44
Tabelle 22: Umweltfolgen (Ausschnitt B12-3) 45
Tabelle 23: Primärenergieverbrauch (Ausschnitt B17) 47
Tabelle 24: Nutzen-Kosten-Indikatoren (Ausschnitt B20) 48
NKU Lichtwiesenbahn
VI
23.03.2023
ABKÜRZUNGEN
NKD Nutzen-Kosten-Differenz
NKI Nutzen-Kosten-Indikatoren
NKV Nutzen-Kosten-Verhältnis
NVP Nahverkehrsplan
MIV motorisierter Individualverkehr
ÖPNV öffentlicher Personennahverkehr
ÖV öffentlicher Verkehr
Pkm Personenkilometer
Pkw Personenkraftwagen
VDRM Verkehrsdatenbasis Rhein-Main
ZIV Zentrum für Integrierte Verkehrssysteme GmbH
NKU Lichtwiesenbahn Einführung
1
23.03.2023
1 Einführung
1.1 Einordnung des Vorhabens
1.1.1 Anlass
Zur Verbesserung der ÖPNV -Anbindung des Campus Lichtwiese der Technischen
Universität (TU) Darmstadt (Abbildung 1) ist die Erschließung durch eine Straßenbahn
vorgesehen. Anlass dieses Berichts ist die Aktualisierung der Nutzen -Kosten-Unter-
suchung (NKU) als Nachweis der Förderfähigkeit des Projektes. Mit dieser NKU soll die
Förderfähigkeit der Maßnahme nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz
(GVFG) erneut nachgewiesen werden. Hierfür ist - nach Absprache mit Hessen Mobil
und dem Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
(HMWEVW) - eine NKU nach dem Verfahren der "Standardisierten Bewertung von
Verkehrswegeinvestitionen im öffentlichen Personennahverkehr" (Version 2016+) vor-
zulegen.
Abbildung 1: Campus TU Lichtwiese (Plangrundlage: OpenStreetMap)
Mit einer im Jahr 2016 vom Zentrum für integrierte Verkehrssysteme fertiggestellten
NKU-Betrachtung in Zusammenarbeit mit Habermehl & Follmann, Mailänder Consult
und Krebs und Kiefer , wurde die Förderwürdigkeit der Maßnahme n ach dem GVFG
bereits nachgewiesen.
Im Jahr 2018 wurde eine Aktualisierung der Kostenberechnung der Bauneben - und
Baukosten dieser N KU durchgeführt. Anlass zu einer aktualisierten Kosten -
betrachtung gab neben der Unterbrechung des Projekts die konjunkturell e
NKU Lichtwiesenbahn Einführung
2
23.03.2023
Entwicklung in der Baubranche und Planungsanpassungen im Zuge des
Planfeststellungsverfahrens. Grundlage der erneuten Berechnung de r Nutzen-
Kosten-Indikatoren (NKI) war einerseits eine branchenabhängige Preissteigerung von
30 %, andererseits entstanden d urch die zu erwartenden Notwendigkeiten zur
Verlegung unterirdischer Ver - und Entsorgungsleitungen, insbesondere
Elektroleitungen und die erforderlichen Planungsanpassungen im Zuge des
Planfeststellungsverfahrens, zusätzliche Kosten für die notwendigen Bauarbeiten. Da
es sich um eine branchenspezifische Preissteigerung handelt, wurden für die
Aktualisierung lediglich die Kostenberechnung der Bauneben - und Baukosten
angepasst.
Im Nachgang dieser Aktualisierung wurden auf Bitten von Hessen Mobil und dem
HMWEVW zusätzlich auch Anpassungen am Verkehrsmodell, das die Basis für die
Berechnung der Verkehrsnachfrage darstellt, vorgenommen. Von Habermehl &
Follmann wurde hierbei eine Fortschreibung der Strukturdaten sowie eine
Berücksichtigung der vorlesungsfreien Ze it vorgenommen. Im Ergebnis sank das
Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) um 0,02 auf einen Wert von 1,14. Die
Förderwürdigkeit wurde daraufhin von Hessen Mobil und dem HMWEVW erneut
bestätigt.
Im Vergleich zu den Annahmen aus 2018 war bei den Endsummen Ende 202 1
nochmals ein deutlicher Anstieg der Kosten (mehr als 30 %) zu verzeichnen. Aus
diesem Grund wurde in einer ersten Stellungnahme zunächst dargelegt, welche
Auswirkungen dieser Kostenanstieg auf das bisher ermittelte NKV hat. Anschließend
wurden Potenziale zur Erhöhung des Nutzens aufgezeigt und Empfehlungen in Bezug
auf das weitere Vorgehen dargelegt. Die Stellungnahme empfahl eine erneute
vollständige NKU mit dem neuen Verfahren der Standardisierten Bewertung in der
Version 2016+. Bei einer erneuten Anpassung der Kosten und Beibehaltung des alten
Verfahrens wäre ein NKV von <1 zu erwarten.
1.1.2 Einordnung in übergeordnete Planungen
Diese Maßnahme resultiert aus dem im Nahverkehrsplan 2011 – 2016 des Landkreises
Darmstadt-Dieburg und der Wissenschaftsstadt Darm stadt formulierten
Untersuchungsbedarf (Maßnahmen im ÖPNV-Angebot, S. 96: Verbesserung der An-
bindung der TU -Lichtwiese einschließlich kurzfristig realisierbarer Übergangs-
maßnahmen).
NKU Lichtwiesenbahn Einführung
3
23.03.2023
1.2 Bewertungskonzept
1.2.1 Methodik
Die "Standardisierte Bewertung von Verkehrswegeinvestitionen des öffentlichen
Personennahverkehrs" ist ein Verfahren zur gesamtwirtschaftlichen NKU von Projek-
ten im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Sie dient dem Bundesministerium
für Verkehr und den Verkehrsministerien der Länder a ls einheitliche Entscheidungs-
grundlage für den Einsatz öffentlicher Investitionsmittel nach dem GVFG für
Investitionsvorhaben bzw. dem Gesetz zur Entflechtung von Gemeinschaftsaufgaben
und Finanzhilfen (Entflechtungsgesetz - EntflechtG). In § 6 des Geset zes über die
Grundsätze des Haushaltsrechts des Bundes und der Länder (HGrG) und in § 7 der
Bundeshaushaltsordnung (BHO) wird für Vorhaben mit einer erheblichen finanziellen
Bedeutung die Durchführung einer NK U verlangt. Beim Bau oder Ausbau von
Schienenwegen gemäß § 2 Abs. 1 Nr. 2 GVFG hat eine Standardisierte Bewertung zu
erfolgen, sofern die zuwendungsfähigen Kosten 30 Mio. € übersteigen. Für die Beur-
teilung von Vorhaben bei einem Investitionsvolumen von 10 bis 30 Mio. € wird die
Anwendung als Entscheidungshilfe empfohlen. Die Vergleichbarkeit der Ergebnisse
von Nutzen-Kosten-Untersuchungen erfordert die Anwendung eines einheitlichen
Bewertungsverfahrens mit einer weitgehenden Standardisierung. Nach dem Mitfall -
/Ohnefall-Prinzip werden Veränderungen ermittelt, die durch die Umsetzung des ge-
planten Investitionsvorhabens (Mitfall) gegenüber dem voraussichtlichen Zustand
ohne Investitionsvorhaben (Ohnefall) eintreten werden. Das NKV entscheidet über die
Förderfähigkeit der Maßnahme. Dieser Indikator muss dafür >1 sein. D ie Version
2016+ des Verfahrens hat im Juli 2022 die Version 2016 abgelöst und ist an neue
Vorgaben und Ansätze angepasst.
1.2.2 Mit- und Ohnefall-Konzept
Die bisherigen Untersuchungen haben das aktuelle Verkehrskonzept als Grundlage
herangezogen. In der Zwischenzeit wurde von HEAG mobilo jedoch das sogenannte
„Neue Verkehrskonzept Straßenbahn 2.0“ (NVK 2.0) entwickelt, welches unabhängig
vom vorliegenden In vestitionsvorhaben bis 2024 vollständig umgesetzt wird. Als
Prognosejahr für die neue Untersuchung wird 2030 angesetzt.
Das NVK 2.0 unterscheidet sich sowohl in den Taktzeiten wie auch in den Fahrt -
beziehungen merklich vom aktuellen Verkehrsangebot. Die künftigen Optimierungen
umfassen laut Präsentation „Neues Verkehrskonzept Straßenbahn 2.0, Weitere
Angebots-Optimierungen und Einführung“ der HEAG mobilo vom 07.06.2021 fol -
gende Punkte:
NKU Lichtwiesenbahn Einführung
4
23.03.2023
Einführung eines symmetrischen Fahrplans
ein genereller 10 -Minuten-Takt zum Luisenplatz und ein genereller 20 -
Minuten-Takt zum Hauptbahnhof von 6 bis 21 Uhr an Wochentagen und ein
genereller 10-Minuten-Takt zum Luisenplatz von 10 bis 21 Uhr an Samstagen
die Linie 6 fährt im 10 -Minuten-Takt und die Linie 8 fährt nur noch in der
Schwachverkehrszeit
Eberstadt bekommt 12 statt 11 Fahrten stündlich (6 Fahrten der Linie 6 zum
Luisenplatz, 3 Fahrten der Linie 7 zum Luisenplatz und 3 Fahrten der Linie 1
zum Hauptbahnhof)
Alsbach bekommt mit der Linie 6 in der Hauptverkehrszeit einen 10-Minuten-
Takt und in der Nebenverkehrszeit einen 20-Minuten-Takt zum Luisenplatz
Die Linie 7 übernimmt im 20-Minuten-Takt die verkürzten Fahrten der Linie 6/8
zum Schloss und verstärkt in Richtung Lichtenbergschule die Linie 3 die eben-
falls im 20-Minuten-Takt verkehrt
die Linie 2 wird im 10 -Minuten-Takt integriert und durch einen 20 -Minuten-
Takt in Lastrichtung verstärkt - somit gibt es in Lastrichtung 9 Fahrten stündlich
von und zu der TU -Lichtwiese, diese Verstärkungsfahrten versichern An -
schlüsse mit dem halbstündigen Bahnverkehr am Hauptbahnhof
Bessungen bekommt wie alle anderen Stadtteile, die an das Straßenbahnnetz
angeschlossen sind, einen 10-Minuten-Takt
die Linie 10 fährt in Griesheim bis zum Platz Bar-le-Duc
das Angebot am Böllenfalltor bleibt in Lastrichtung in der Hauptverkehrszeit
unverändert, 8 Fahrten stündlich (3 Fahrten der Linie 9 zum Luisenplatz, 3
Fahrten der Linie 5 zum Luisenplatz und 2 Fahrten der Linie 2 oder 9 vom oder
zum Hauptbahnhof)
der Böllenfalltor bekommt in Lastrichtung in der Hauptverkehrszeit eine Direkt-
verbindung mit dem Hauptbahnhof
das Verkehrskonzept berücksichtigt die geplante Streckenerweiterungen.
Die Vielzahl an Veränderung wird dafür sorgen, dass sich die Verkehrsnachfrage in
Darmstadt verändert. Diese Änderungen werden bei der neuen Untersuchung be -
rücksichtigt.
NKU Lichtwiesenbahn Einführung
5
23.03.2023
1.2.3 Grundlagendaten
Das Verkehrsmodell der Stadt Darmstadt von Habermehl & Follmann dient als Basis
der Verkehrsnachfrageermittlung. Aktuelle Daten der Anzahl der Studierenden und
Mitarbeitenden auf dem Campus Lichtwiese wurden herangezogen. Weitere Informa-
tionen zu den Strukturdaten sind in Kapitel 2.2.3 festgehalten.
1.2.4 Vorgehensweise bei der Konzeption des Investitionsvorhabens
Das Investitionsvorhaben wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie konzipiert, die
in den Jahren 2011 bis 2013 erarbeitet wurde.
Folgende Varianten wurden konzipiert und überschlägig geprüft:
Variante 1: Straßenbahn über den Roßdörfer Platz, die Roßdörfer Straße und den
Breslauer Platz (wie die Bus-Linie K)
Variante 2: Straßenbahn über den Lichtwiesenweg ab der Haltestelle
Hochschulstadion (neue Bezeichnung: Jahnstraße) an der Nieder -Ramstädter-
Straße
Variante 3: Straßenbahn über den Ostbahnhof und den Roßdörfer Platz
Angesichts der nachgewiesenen Verbesserung der ÖPNV-Erschließung des Campus
Lichtwiese und des günstigen NKV mit einem überschlägig ermittelten Wert von 1,62
wurde die Fortsetzung der Planung für die Variante 2 (siehe Abbildung 2) empfohlen.
Abbildung 2: Neubaustrecke der Variante 2
NKU Lichtwiesenbahn Einführung
6
23.03.2023
1.3 Beteiligung
An der Untersuchung beteiligt waren folgende Institutionen (inkl. Rolle):
• Hessen Mobil - Prüfung Förderfähigkeit
• HMWEVW – Prüfung Förderfähigkeit
• HEAG mobilo - Auftraggeber
• Stadt Darmstadt - Projektbegleitung
• Habermehl & Follmann – Verkehrsnachfrage (Verkehrsmodell)
• ZIV – Durchführung der NKU
NKU Lichtwiesenbahn Beschreibung des Investitionsvorhabens und des Untersuchungsgebiets
7
23.03.2023
2 Beschreibung des Investitionsvorhabens und des
Untersuchungsgebiets
2.1 Beschreibung des Investitionsvorhabens
2.1.1 Technische Beschreibung des Investitionsvorhabens
Die Vorplanung wurde vom Ingenieurbüro Mailänder Consult erarbeitet. Die beste-
hende Straßenbahn-Linie 2 wird dahingehend modifiziert, dass diese künftig zusätz-
lich zwischen Jahnstraße und TU-Lichtwiese/Campus verkehrt.
Es ist ein Trassenneubau für die Straßenbahn ab der Haltestelle Jahnstraße bis zur
Endhaltestelle TU-Lichtwiese/Campus mit einer Gesamtlänge von ca. 1,1 km erforder-
lich.
Der Lageplan zum Mitfall ist in Abbildung 3 dargestellt.
Abbildung 3: Lageplan Mitfall
Die Haltestelle Jahnstraße wird - bedingt durch den erforderlichen Weicheneinbau -
an die neue Gleislage angepasst. Zusätzlich wird der stadteinwärts führende Bahn -
steig aufgrund der hohen Frequentierung durch Schüler in einer Breite von 3,50 m
ausgebaut.
Nach dem Abbiegen von der Nieder -Ramstädter-Straße folgt die 2 -gleisige Strecke
in Parallellage dem Lichtwiesenweg am Rand des bestehenden Fußweges.
NKU Lichtwiesenbahn Beschreibung des Investitionsvorhabens und des Untersuchungsgebiets
8
23.03.2023
Im Zuge der Maßnahme wird etwa in der Mitte der neu zu erstellenden Trasse die
zusätzliche Haltestelle „Hochschulstadion“ angeordnet. Diese Haltestelle ist auch
wichtiger Bestandteil des Konzepts zur Führung der Besucher de s Merck-Stadions
am Böllenfalltor (Möglichkeit eines separaten Gästezugangs zum Stadion ab der
Haltestelle Hochschulstadion).
In der Weiterführung verschwenkt die Strecke im Bereich des Bauingenieurgebäudes
aus Platzgründen 1-gleisig in eine Parallellage hinter dem Wirtschaftshof der Mensa,
um dann mit einer Wendeschleife hinter dem Hörsaal- und Medienzentrum zu enden.
Hier befindet sich auch die Endhaltestelle mit zwei orthogonal zum Hörsaal - und
Medienzentrum angeordneten, jeweils südlich der Gleise gelegenen Bahnsteigen. Die
Zweigleisigkeit im Bereich der Endhaltestelle ist erforderlich, um zu Stoßzeiten (z. B.
nach Vorlesungsende im HMZ mit bis zu 1.450 Studierenden bzw. an Spieltagen des
SV Darmstadt 98) zwei Straßenbahnen bzw. Sonderzüge bereitstellen zu können und
um Potenzial für zukünftige Erweiterungen im Fahrplanangebot zu haben. Die
Wendeschleife wird im Uhrzeigersinn befahren, was ein Ausstieg der Fahrgäste direkt
Richtung Mensa und Hörsaal- und Medien-zentrum ermöglicht.
Zur Lage und Gestaltung der Endhaltestelle wurde ein Gutachten erstellt (Büro Stadt-
Verkehr). Gegenstand des Gutachtens war es, die Varianten für die Ausbildung der
Endhaltestelle am Campus Lichtwiese im Hinblick auf Betrieb, Verkehrssicherheit und
Erreichbarkeit der Bahnsteige zu untersuchen und aus gutachterlicher Sicht die best-
mögliche Lösung aufzuzeigen. Hierbei wurde in Einzelgesprächen mit allen Beteiligten
und mit Beobachtungen auf dem Campus die Lage analysiert und ausgewertet. Fazit
ist, dass die beiden Halt estellenvarianten, die diagonale Variante, welche von der
Stadt Darmstadt und der HEAG mobilo favorisiert wurde, sowie die orthogonale Vari-
ante mit Bahnsteigen in nördlicher Lage, welche von der TU Darmstadt favorisiert
wurden, nicht die optimale Lösung geboten hätten.
Aus gutachterlicher Sicht wurde die Weiterverfolgung der orthogonalen Variante mit
den südlich gelegenen Bahnsteigen empfohlen, um zum einen die Ausrichtung der
Haltestellen in Richtung der Hauptveranstaltungsorte auf dem Campus zu lenken und
den Betrieb der Straßenbahn so nicht zu beeinträchtigen und zum anderen den
städtebaulichen Aspekten der Rahmenplanung der TU Darmstadt entgegen-
zukommen. In diesem Zuge wird dazu geraten, den Platz als befestigten Platz auszu-
bilden, um Wegebeziehungen gerecht zu werden und Aufenthaltsqualitäten
auszubilden. Die neue Campusmitte kann dann als eine Art shared space zwischen
Straßenbahn und Personen fungieren, sollte jedoch von Autos weitestgehend freige-
halten werden.
NKU Lichtwiesenbahn Beschreibung des Investitionsvorhabens und des Untersuchungsgebiets
9
23.03.2023
2.1.2 Erläuterungen zur vorläufigen Finanzierungsübersicht
Die Finanzierung der zuwendungsfähigen Kosten ist zu 80 % durch Förderung
(Landeszuwendungen) und zu 20 % durch Eigenmittel vorgesehen. Diese Eigenmittel
sowie die nicht zuwendungsfähigen Kosten (z. B. Planungskosten) werden durch die
Stadt Darmstadt übernommen.
Die Stadt Darmstadt hat die HEAG mobilo GmbH mit der Durchführung des Infra -
strukturprojekts inkl. Antragsstellung beauftragt. Der Antragssteller ist vorsteuer -
abzugsberechtigt.
2.2 Beschreibung des Untersuchungsgebiets
2.2.1 Abgrenzung des Investitionsvorhabens
Das Untersuchungsgebiet orientiert sich an den Linienverläufen der geplanten
Straßenbahn-Linie 2 (Hauptbahnhof – Luisenplatz – Schloss – Hochschulstation – TU-
Lichtwiese/Mensa), der Bus-Linien K und KU und der Bahnlinie RB 65 (Odenwaldbahn)
sowie den mit diesen verknüpften ÖV-Linien, die entsprechend der Verkehrsdaten -
basis Rhein-Main (VDRM) eine untersuchungsrelevante Nachfrage bezogen auf den
Campus Lichtwiese aufweisen.
2.2.2 Verkehrszelleneinteilung
Der Untersuchungsraum beinhaltet ca. 1700 Verkehrszellen . Das Gebiet erstreckt
sich von Frankfurt am Main im Norden bis zum Rhein-Neckar-Kreis/ Speyer im Süden
und von Wiesbaden/ Mainz im Westen bis Aschaffenburg im Osten (siehe Abbildung
4). Die Verkehrszelleneinteilung entspricht der Einteilung der Verkehrsdatenbasis
Rhein-Main (VDRM).
NKU Lichtwiesenbahn Beschreibung des Investitionsvorhabens und des Untersuchungsgebiets
10
23.03.2023
Abbildung 4: Untersuchungsraum inkl. Verkehrszelleneinteilung nach VDRM
Nach Auswertung der Modellrechnungen reduziert sich der für die weitere Bearbei -
tung relevante Untersuchungsraum auf 813 Verkehrszellen. Diese sind in Abbildung
5 grafisch dargestellt.
NKU Lichtwiesenbahn Beschreibung des Investitionsvorhabens und des Untersuchungsgebiets
11
23.03.2023
Abbildung 5: Verkehrszelleneinteilung der relevanten Relationen
NKU Lichtwiesenbahn Beschreibung des Investitionsvorhabens und des Untersuchungsgebiets
12
23.03.2023
Die Stadt Darmstadt ist in der Modellgrundlage der Stadt Darmstadt in 161 Verkehrs-
zellen unterteilt. Die Bezirkseinteilungen orientieren sich an den statistischen Bezirken
der Stadt (siehe Abbildung 6).
Abbildung 6: Bezirkseinteilung Stadt Darmstadt (nach Modell Stadt Darmstadt)
NKU Lichtwiesenbahn Beschreibung des Investitionsvorhabens und des Untersuchungsgebiets
13
23.03.2023
Für die zusätzliche Haltestelle Hochschulstadion am Lichtwiesenweg muss te im
Verkehrsmodell ein eigener Bezirk mit entsprechendem Einzugsbereich berücksich-
tigt werden. Der definierte Einzugsbereich des Bezirks ist in Abbildung 7 grafisch
dargestellt.
Abbildung 7: Verkehrszelle/ Einzugsbereich Haltestelle Hochschulstadion
Der Nachfragebezirk erstreckt sich vom Architekturgebäude des Campus Lichtwiese
im Osten über das „DAV Kletterzentrum Darmstadt“ bis zum Studentendorf im
Westen der Haltestelle.
Quelle: Openstreetmap, CC-BY-SA 2.0
FB Architektur
Studentendorf
Kletterhalle
Hst. Hochschulstadion
NKU Lichtwiesenbahn Beschreibung des Investitionsvorhabens und des Untersuchungsgebiets
14
23.03.2023
2.2.3 Strukturdaten
Für die Berechnung der Nachfrage sind die Strukturdaten für den Standort Lichtwiese
und den Standort Botanischer Garten fortgeschrieben worden. Die in Tabelle 1 darge-
stellten Strukturdaten werden in der Prognose 2030 angesetzt (Quelle: TU Darmstadt).
IST (2014) Prognose (2030)
Lichtwiese Bot. Garten Lichtwiese Bot. Garten
Studierende 5.900 700 9.400 1.300
Beschäftigte 2.100 350 2.800 400
Tabelle 1: Strukturdaten Lichtwiese und Bot. Garten (IST und Prognose)
Ebenso wurden die Strukturdaten für die Stadt Darmstadt auf den Prognosehorizont
2030 fortgeschrieben. Dies geschah in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für
Wirtschaft und Stadtentwicklung (siehe Kapitel 4.2).
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage in der Analyse
15
23.03.2023
3 Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage in der Analyse
3.1 Verkehrsangebot in der Analyse
Die Bestandsaufnahme de r Verkehrsnachfrage wurde im Vergleich zur Vorgänger -
untersuchung aktualisiert und bezieht sich nun auf das Jahr 2019.
3.1.1 ÖV-Netz
ÖV-Haltestellen mit Einzugsbereichen im Analyse-Zustand sind in Abbildung 8
dargestellt.
Abbildung 8: Verkehrsangebot des ÖV in der Analyse (Ausschnitt)
3.1.2 MIV-Netz
Alle klassifizierten Straßen und Gemeindestraßen, auf denen für die Untersuchung
relevanter Quell- und Zielverkehr stattfindet, bilden das MIV-Netz im Analyse-Zustand
für den Untersuchungsraum. Das relevante MIV -Netz im Analyse-Zustand ist in
Abbildung 9 dargestellt.
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage in der Analyse
16
23.03.2023
Abbildung 9: MIV-Netz TU-Lichtwiese
3.1.3 ÖV-Angebot
Das für den Standort Lichtwiese relevante aktuelle ÖV-Angebot stellen die Bus-Linien
K und KU mit der zentralen Haltestelle TU-Lichtwiese/Campus dar.
Den Rahmenfahrplan der Bus-Linie K zeigt Tabelle 2.
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage in der Analyse
17
23.03.2023
Betriebstage Betriebs-
zeiten
Fahrten/h
Regelangebot
Verstärker in der
Vorlesungszeit1
Ri. Lichtwiese Ri. Stadtmitte
Montag - Freitag 05:00 - 06:00 2
06:00 - 07:00 4
07:00 - 08:00 4 1
08:00 - 09:00 4 2
09:00 - 11:00 4 3
11:00 - 12:00 4 3 1
12:00 - 13:00 4 2 2
13:00 - 15:00 4 3 3
15:00 - 16:00 4 1 3
16:00 - 17:00 4 3
17:00 - 18:00 4 1
18:00 - 21:00 4
21:00 - 00:30 2
Samstag 05:30 - 20:00 4
20:00 - 00:30 2
Sonn- und Feiertag 05:30 - 12:30 2
12:30 - 19:30 4
19:30 - 00:30 2
Tabelle 2: Analyse – Rahmenfahrplan der Bus-Linie K
1 Vorlesungszeit = Zeitraum der Lehrveranstaltungen plus 1 -2 Wochen vor Beginn und nach Ende der
Lehrveranstaltungen
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage in der Analyse
18
23.03.2023
Den Rahmenfahrplan der Bus-Linie KU zeigt Tabelle 3.
Betriebstage Betriebszeiten
Fahrten/h
Vorlesungszeit
Ri. Lichtwiese Ri. Stadtmitte
Montag - Freitag 07:00 - 08:00 5 2
08:00 - 09:00 4 4
09:00 - 10:00 5 4
10:00 - 13:00 4 4
13:00 - 14:00 4 6
14:00 - 15:00 6 4
15:00 - 18:00 4 4
Tabelle 3: Analyse – Rahmenfahrplan der Bus-Linie KU
Die Straßenbahn-Linien 2 und 9 mit der Haltestelle Jahnstraße werden aufgrund der
großen Entfernung (ca. 600 m bis zum Architektur -Gebäude, ca. 1.000 m bis zum
Hörsaal- und Medienzentrum) und aufgrund der vergleichsweisen kurzen Fußwege
ab der Haltestelle TU -Lichtwiese/Campus derzeit praktisch nicht von Studierenden
und Beschäftigten genutzt.
Den Rahmenfahrplan der Straßenbahn-Linie 2 zeigt Tabelle 4.
Betriebstage Betriebszeiten
Fahrten/h
Schultage
Montag - Freitag 05:30 - 09:30 4
12:00 - 18:00 4
Tabelle 4: Analyse – Rahmenfahrplan der Straßenbahn-Linie 2
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage in der Analyse
19
23.03.2023
Den Rahmenfahrplan der Straßenbahn-Linie 9 zeigt Tabelle 5.
Betriebstage Betriebs-zei-
ten
Fahrten/h
Regelangebot
Verstärker an Schultagen
Ri. Böllenfalltor Ri. Stadtmitte
Montag - Freitag 05:00 - 18:00 4
18:00 - 20:00 4 4 4
20:00 - 21:30 4
21:30 - 01:00 2
Samstag 04:30 - 19:00 4
19:00 - 00:00 2
00:00 - 02:00 1
Sonn- und Feiertag 05:00 - 12:00 2
12:00 - 19:00 4
19:00 - 00:30 2
Tabelle 5: Analyse – Rahmenfahrplan der Straßenbahn-Linie 9
Auch von Bedeutung ist die Regional-Bahn-Linie 65 (Odenwaldbahn) mit dem Halt Bf
TU-Lichtwiese. Die Odenwaldbahn fährt grundsätzlich im Stundentakt, mit einzelnen
Verstärkerfahrten (vor allem an Wochentagen morgens bis 9 Uhr in Richtung
Darmstadt Hauptbahnhof und Frankfurt Hauptbahnhof).
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage in der Analyse
20
23.03.2023
3.2 Verkehrsnachfrage in der Analyse
Für die Verkehrsnachfrage im Analyse -Fall wurden im Querschnitt Eugen -Kogon-
Straße (Bus -Linien K und KU) 6.000 Ein - und Aussteiger an der Haltestelle TU -
Lichtwiese/ Campus an einem „normalen Werktag“ (Vorlesungstag) in Abstimmung
mit Hessen Mobil zugrunde gelegt (siehe Abbildung 10).
Abbildung 10: Verkehrsnachfrage Analyse / Analyse-Zustand
Die Grundlage der Nachfrage bilden folgende Erhebungen (Tabelle 6).
Personenfahrten im
Querschnitt
Bot. Garten/Vivarium -
TU-Lichtwiese/
Campus
Dez. 2013 6.970
Juli 2014 3.900
Nov. 2014 6.600
Tabelle 6: Querschnittsbelastungen Bot. Garten/Vivarium - TU-Lichtwiese/Campus
Quelle: Openstreetmap, CC-BY-SA 2.0
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage in der Analyse
21
23.03.2023
Mit der Eröffnung des Hörsaalmedienzentrums, der Einführung des Jobtickets an der
TU Darmstadt und der Parkraumbewirtschaftung auf der Lichtwiese im Jahr 2013 sind
die Fahrgastzahlen deutlich gestiegen. Bei Erhebungen der TU Dar mstadt wurden
Steigerungen d er ÖV -Fahrgastzahlen gegenüber dem Wintersemester 2012/13
(Erhebung am 22.11.2012) um 48% im Wintersemester 2013/14 (05.12.2013) bzw.
40% im Wintersemester 2014/15 (27.11.2014) festgestellt. Mit Einführung der Bus -
Linie KU zum Sommersemester 2013 wurde eine entsprechende
Kapazitätserweiterung vorgenommen. Es kommt aber weiterhin zu hohen
Auslastungen bzw. Überlastungen des Busangebots.
Zwischen Sommer - und Wintersemester bestehen Unterschie de in der Fahrgast -
nachfrage im ÖV. Die Nachfrage ist im Sommer geringer, vor allem da mehr Fahrrad
gefahren wird. Die Mobilitätsbefragung 2011 der TU Darmstadt lässt eine grobe Ab -
leitung des Modal Splits mit Differenzierung bei der Abschätzung der Nachfrage nach
Sommer und Winter für den Campus Lichtwiese zu (Tabelle 7) und belegt den größe-
ren Radfahrer-Anteil im Sommer.
Verkehrsmittel-
wahl
Beschäftigte Studierende
"(fast)
täglich"
"(fast)
täglich"
Winter Sommer Winter Sommer
Pkw 58,1% 48,8% 18,1% 13,7%
ÖPNV 25,5% 20,0% 58,7% 49,7%
Rad 11,0% 24,8% 11,0% 21,7%
zu Fuß 3,1% 2,6% 10,3% 11,2%
Sonstige 2,3% 3,8% 1,9% 3,7%
Tabelle 7: Verkehrsmittelwahl lt. Mobilitätsbefragung 2011
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Ohnefall
22
23.03.2023
4 Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Ohnefall
4.1 Verkehrsangebote im Ohnefall
4.1.1 ÖV-Netz
Das relevante ÖV -Netz beinhaltet gegenüber dem Analyse-Zustand die folgenden
Maßnahmen:
• Verlängerung der Straßenbahn-Linie 3 bis zur Heidelberger Straße.
• Neubau Haltestelle „Lincoln-Siedlung“.
4.1.2 MIV-Netz
Das relevante MIV-Netz beinhaltet in der Prognose (Prognosejahr 2030) gegenüber
dem Analyse-Zustand außerdem die folgenden Maßnahmen:
• Ausbau der Rheinstraßenbrücke.
• Erschließung Gewerbegebiet Süd-West.
• Neue Quartiersanbindung über Cooperstraße / Heidelberger Straße und
Ludwigshöhstraße.
• Ausbau "Planstraße" südlich der Lincoln -Siedlung mit Anschluss an die
Karlsruher Straße und die Heidelberger Straße.
• Ludwigshöhviertel als autoarmes Quartier
Grundlage des Verkehrsangebots im Mitfall sind die ÖV- und MIV-Netze im Prognose-
zustand.
4.1.3 ÖV-Angebot
Grundlage des Verkehrsangebots im Ohnefall sind die ÖV - und MIV -Netze im
Prognosezustand.
Der Linienverlauf ist identisch mit der Analyse. Die Linie K verkehrt im 15 -Minuten-
Takt und hat zusätzliche Verstärkerfahrten, um der höheren Nachfrage gegenüber
dem Istzustand gerecht zu werden. Fener gibt es eine direkte Busverbindung zum
Darmstädter Hauptbahnhof.
Das ÖV-Liniennetz im Ohnefall ist in Abbildung 11 dargestellt.
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Ohnefall
23
23.03.2023
Abbildung 11: Verkehrsangebot des ÖV im Ohnefall (Ausschnitt)
Um der gegenüber dem Analyse-Fall höheren Nachfrage gerecht zu werden, sind im
Fahrplan der Bus-Linie K weitere Verstärkerfahrten (+9 Fahrten in Ri. Lichtwiese / + 7
Fahrten in Ri. Stadtmitte) in der Vorlesungszeit vorgesehen. Den Rahmenfahrplan für
die Bus-Linie K zeigt Tabelle 8.
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Ohnefall
24
23.03.2023
Betriebstage Betriebs-zei-
ten
Fahrten/h
Regelangebot
Verstärker in der
Vorlesungszeit
Ri. Lichtwiese Ri. Stadtmitte
Montag - Freitag 05:00 - 06:00 2
06:00 - 07:00 4
07:00 - 08:00 4 2
08:00 - 09:00 4 4
09:00 - 11:00 4 4
11:00 - 12:00 4 4 2
12:00 - 13:00 4 4 4
13:00 - 15:00 4 4 4
15:00 - 16:00 4 2 4
16:00 - 17:00 4 4
17:00 - 18:00 4 2
17:00 - 21:00 4
21:00 - 00:30 2
Saldo Analyse
- OHNE + 9 + 7
Samstag 05:30 - 20:00 4
20:00 - 00:30 2
Sonn- und Feiertag 05:30 - 12:30 2
12:30 - 19:30 4
19:30 - 00:30 2
Tabelle 8: Ohnefall – Rahmenfahrplan der Bus-Linie K
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Ohnefall
25
23.03.2023
Den Rahmenfahrplan der Bus-Linie KU zeigt Tabelle 9 (entspricht Analyse-Fahrplan).
Betriebstage Betriebszeiten
Fahrten/h
Vorlesungszeit
Ri. Lichtwiese Ri. Stadtmitte
Montag - Freitag 07:00 - 08:00 5 2
08:00 - 09:00 4 4
09:00 - 10:00 5 4
10:00 - 13:00 4 4
13:00 - 14:00 4 6
14:00 - 15:00 6 4
15:00 - 18:00 4 4
Tabelle 9: Ohnefall – Rahmenfahrplan der Bus-Linie KU
Die Fahrpläne der Straßenbahn -Linien 2 und 9 und sonstiger ÖPNV -Linien werden
nicht verändert.
4.2 Strukturprognosen
Ein Vergleich mit den Analysedaten zeigt auf, dass im Prognosejahr 2030 mit einem
Anstieg der Einwohner- und Beschäftigtenzahlen sowie der Anzahl an Schulplätzen
zu rechnen ist. Die für die weiteren Berechnung verwendete n Werte sind in Tabelle
10 dargestellt.
Analyse Prognose Änderung [%]
Einwohner 162.326 171.345 5,6
Beschäftigte 135.568 140.448 3,6
Schulplätze 33.372 34.891 4,6
Tabelle 10: Strukturdatenvergleich Analyse / Prognose
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Ohnefall
26
23.03.2023
4.3 Verkehrsnachfrage im Ohnefall
Die Basis zur Ermittlung einer Veränderung der Verkehrsnachfrage aufgrund der
untersuchten Maßnahme stellt die Verkehrsnachfrage im Ohnefall dar. Die genauen
Belastungen sind Abbildung 12 zu entnehmen.
Abbildung 12: ÖV -Querschnittsbelastung [Pers./24h], Ohnefall; Quelle: Habermehl & Follmann
Ing.-GmbH
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Ohnefall
27
23.03.2023
4.4 Dimensionierungsprüfung
Die maßgebenden Querschnitte für die Überprüfung der Dimensionierung des ÖPNV-
Angebot und die jeweils ermittelten Auslastungen zeigt Abbildung 13.
Abbildung 13: Überprüfung der Dimensionierung im Ohnefall
Weitere Querschnitte im Innenstadtbereich wurden nicht betrachtet, da angesichts
der hohen Zahl an sic h überlagernden Linien keine ungünstigen Durchschnitts -
auslastungen bzw. keine relevanten Änderungen zu erwarten sind.
Folgende Fahrzeugtypen wurden zugrunde gelegt:
Straßenbahn: Triebwagen (163 Plätze) mit Beiwagen (88 Plätze)
Bus: E-Gelenkbusse (136 Plätze)
Als Spitzenstunden-Anteil in Lastrichtung wurden als Regelwert 20 % angesetzt. Diese
Annahme wurde auf Grundlage von Erhebungen festgelegt (Tabelle 11).
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Ohnefall
28
23.03.2023
Personenfahrten
je Werktag und
Richtung
(Breslauer Platz →
TU-Lichtwiese/
Campus,
Ri. Lichtwiese)
Fahrgäste /
Spitzenstunde
(Bus-Linien K und
KU)
Spitzenstundenanteil
[%]
Nov. 2012 2.200 490 22,2%
Dez. 2013 3.500 720 20,6%
Juli 2014 1.800 280 15,6%2
Nov. 2014 3.200 660 20,6%
Tabelle 11: Spitzenstundenanteil (Haltestelle TU-Lichtwiese/Campus)
Der gewählte Spitzenstunden-Anteil von 20 % liegt am oberen Rand des in der
Verfahrensanleitung zur Standardisierten Bewertung angegebenen Bereichs
(Erfahrungswerte) von 8 bis 20 % für den Innenstadtrand (dort Anhang 1, Tabelle B-
8) und ist durch die großen Vorlesungsveranstaltungen bzw. den Schülerverkehr der
Georg-Büchner-Schule (Nieder-Ramstädter-Straße / Haltestelle Jahnstraße) zu erklä-
ren.
Für den Abschnitt Merck-Stadion – Jahnstraße wurde ein abweichender
Spitzenstundenanteil von 12 % gemäß RMV-Fahrgasterhebung 2010 verwendet, da
hier der Einfluss des Studierenden- und Schülerverkehrs geringer ist.
Es kommt zu Auslastungen in der Spitzen stunde von bis zu rund 61 % im Ohnefall.
Die Auslastung bleibt damit unter der gemäß Standardisierter Bewertung maximalen
Querschnittsauslastung in der Spitzenstunde in Lastrichtung von 65 % bezogen auf
die angebotenen Platzkapazitäten (Summe aus Steh- und Sitzplätzen).
Trotz der deutlichen Nachfragesteigerung im Ohnefall kommt es bei der relativ gerin-
gen Aufstockung der Kapazität nicht zu (theoretischen) Überlastungen im Ohnefall.
Es ist aber, wie aktuell, mit (praktisch) deutlich höheren Auslastungen bzw. Überlas -
tungen unmittelbar vor und nach Vorlesungen zu rechnen.
2 Der im Juli 2014 ermittelte relativ geringe Spitzen-h-Anteil von 15,6 % lässt sich dadurch erklären, dass
gerade im Sommer für Fahrten in den Zeiten mit überfüllten Bussen alternative Verkehrsmittel, vor
allem das Fahrrad, genutzt werden.
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Ohnefall
29
23.03.2023
Es besteht eine recht konstante Fahrgastnachfrage (Summe Einsteiger + Aussteiger)
im Zeitraum von 7 bis 18 Uhr an Vorlesungstagen, so dass außerhalb der Spitzen -
stunde(n) bei einem konstanten ÖV -Angebot voraussichtlich keine längeren Zeit -
räume mit inakzeptablen Überkapazitäten des ÖV -Angebots auftreten. In Tabelle 12
ist die Spitzenstundenbelastung in Lastrichtung aufgeführt.
Querschnitt
werktägliche
Querschnittsbelastung
ÖPNV
[Personenfahrten/
Werktag]
Spitzenstunden-
anteil
[%]
Spitzenstunden-
belastung
in Lastrichtung
[Personenfahrten/
Stunde und Richtung]
QS1: Schulstr.-
Roßdörfer Platz 22.000 20 2.220
QS2: Roßdörfer
Platz- Beckstr. 12.550 20 1.255
QS3: Roßdörfer
Platz- Herdweg 9.200 20 920
QS 4: Jahnstraße -
Hochschulstadion - 20 -
QS 5: Jahnstraße -
Merck-Stadion 5.850 12 351
Tabelle 12: Verkehrsnachfrage Ohnefall (Ausschnitt B3-4)
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Mitfall
30
23.03.2023
5 Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Mitfall
5.1 Verkehrsangebote im Mitfall
Grundlage des Verkehrsangebots im Mitfall sind die ÖV- und MIV-Netze im Prognose-
zustand (siehe Kapitel 4.1).
Der Mitfall enthält die geänderte Führung der Straßenbahn -Linie 2 zwischen den
Haltestellen Jahnstraße und TU-Lichtwiese/Campus statt zwischen den Haltestellen
Jahnstraße und Böllenfalltor, so dass eine leistungsfähige, attraktive Straßen bahn-
anbindung des Campus Lichtwiese entsteht. Ergänzend bleibt die Bus -Linie K zur
Lichtwiese erhalten, allerdings reduziert auf den Bedienungss tandard gemäß NVP.
Die Linie K wird umbenannt in Linie L. Die Bus-Linie L stellt auch zukünftig eine wich-
tige Verbindung zwischen dem Woogsviertel und der Lichtwiese sowie den beiden
Standorten Botanischer Garten und Lichtwiese der TU Darmstadt her. Die Bus-Linie
KU entfällt im Mitfall. Das ÖV-Liniennetz im Mitfall ist in Abbildung 14 dargestellt.
Abbildung 14: Verkehrsangebot des ÖV im Mitfall (Ausschnitt)
Fahrgasterhebungen im Juli 2014 für die Bus-Linien K und KU an der Haltestelle TU-
Lichtwiese/Campus haben gezeigt, dass eine relativ konstante Fahrgastnachfrage
(Summe Einsteiger + Aussteiger) im Zeitraum von 7 bis 18 Uhr an Vorlesungstagen
besteht (siehe Abbildung 15).
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Mitfall
31
23.03.2023
Abbildung 15: Haltestellenbelastung TU-Lichtwiese/Campus am 15.07.2014
Vor 7 Uhr und nach 18 Uhr, insbesondere nach 21 Uhr ist die Fahrgastnachfrage
relativ gering. So gibt es im Ohnefall auch Verstärkerfahrten auf der Bus-Linie K und
Fahrten der Bus-Linie KU nur im Zeitraum 7 bis 18 Uhr.
Am Wochenende wurden vergleichsweise geringe Tagesbelastungen von rund 12 %
(Samstag, 12.07.2014) und 7 % (Sonntag, 13.07.2014) bezogen auf die Fahrgast -
nachfrage am erhobenen Vorlesungstag (15.07.2014) ermittelt.
Folglich ist ein Betrieb der Straßenbahn-Linie 2 nur an Vorlesungstagen (Montag bis
Freitag) und darüber hinaus an Schultagen im Zeitraum 5 bis 21 Uhr vorgesehen (ca.
43 Wochen im Jahr). Für die sonstigen Zeiten wird davon ausgegangen, dass die
durchgängige Bedienung des Campus Lichtwiese durch die Bus-Linie L ausreichend
ist. Die Kletterhalle ist am Wochenende und am späteren Abend, wie bisher, mit der
Straßenbahn-Linie 9 über die Haltestelle Jahnstraße und rund 500 m Fußweg
erreichbar.
Der in Tabelle 13 dargestellte Rahmenfahrplan für die Straßenbahn-Linie 2 in Rück-
kopplung mit der Überprüfung der Dimensionierung (vgl. Kapitel 5.3) festgelegt.
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Mitfall
32
23.03.2023
Relation Betriebszeiten
Fahrten/h
Richtung Lichtwiese/
Böllenfalltor
Richtung Haupt-
bahnhof
Hauptbahnhof -
Lichtwiese
Betriebsbeginn – 5:00 - -
05:00 - 06:00 4 2
06:00 - 10:00 9 6
10:00 - 14:00 6 6
14:00 - 18:00 6 9
18:00 - 20:00 6 6
20:00 - 21:00 2 4
21:00 - Betriebsende - -
Hauptbahnhof -
Böllenfalltor
Betriebsbeginn – 6:00 - -
06:00 - 10:00 - 3
10:00 - 14:00 - -
14:00 - 18:00 3 -
18:00 - Betriebsende - -
Tabelle 13: Mitfall – Rahmenfahrplan der Straßenbahn-Linie 2
Gemäß der nach Inbetriebnahme beobachteten Entwicklung können vorhandene
Potenziale für Erweiterungen des Fahrplans über den geplanten Betriebszeitraum hin-
aus (am Abend und am Wochenende, außerhalb der Vorlesungszeit) genutzt werden.
Die Fahrtzeit der neuen Straßenbahn -Linie 2 entspricht zwischen den Haltestellen
Hauptbahnhof und Jahnstraße dem aktuellen Fahrplan der Straßenbahn -Linie 2.
Zwischen Jahnstraße und TU-Lichtwiese/Campus beträgt die Fahrtzeit für die Hin -
und Rückrichtung unter Berücksichtigung der zulässigen Höchstgeschwindigkeiten,
von Haltezeiten, Beschleunigungs - und Abbremsvorgängen in Abstimmung mit der
HEAG mobilo etwa 360 Sekunden. Für den Fahr plan wurden entsprechend Fahrt -
zeiten von 1 Minute zwischen Jahnstraße und Hochschulstadion und 2 Minuten
zwischen Hochschulstadion und TU-Lichtwiese/Campus festgelegt. Linie 2 benötigt in
beide Richtungen 12 Minuten zwischen TU-Lichtwiese/Campus und Luisenplatz.
Die Fahrtzeit der Bus -Linie L beträgt zwischen Luisenplatz und TU -Lichtwiese/
Campus 13 Minuten. Dies bedeutet einen Fahrtzeitvorteil von einer Minute und zu -
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Mitfall
33
23.03.2023
sätzlichen K omfort. Über die Haltestelle Hochschulstadion kann die TU -Lichtwiese
sogar mit einem Fahrtzeitvorteil von 3 Minuten erreicht werden.
Der Fahrplan der Bus-Linie L wird gegenüber dem Fahrplan 2014 (Analyse) bzw. dem
Ohnefall auf das Regelangebot reduziert (keine Verstärkerfahrten), das dem
Bedienungsstandard gemäß NVP entspricht. Die Linie L verkehrt entsprechend im 10-
Minuten-Takt. Es besteht keine direkte Verbindung zum Hauptbahnhof.
Die Fahrpläne der Straßenbahn-Linie 9 und sonstiger ÖPNV-Linien werden nicht ver-
ändert.
Bei allen Buslinien werden in den hier angestellten Berechnung en im Gegensatz zu
den bisherigen Untersuchungen sowohl im Mit- als auch im Ohnefall der Einsatz von
Elektrobussen unterstellt. Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass im
Prognosejahr auf den entsprechenden Linien in Darmstadt ausschließlich Elek tro-
busse zum Einsatz kommen.
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Mitfall
34
23.03.2023
5.2 Verkehrsnachfrage im Mitfall
Die Abbildung 16 zeigt die ÖV-Querschnittsbelastungen für den Mitfall. Es treten klare
Zunahmen in der ÖV-Nachfrage im Bereich der Lichtwiese gegenüber dem Analyse-
Zustand auf (siehe Kapitel 3.2).
Abbildung 16: ÖV-Querschnittsbelastung [Pers./24h], Mitfall; Quelle: Habermehl & Follmann Ing.-
GmbH
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Mitfall
35
23.03.2023
Die Zunahme der Nachfrage zum Standort Lichtwiese im Ohnefall und Mitfall resultiert
zunächst aus der Steigerung der Studierenden - und Beschäftigtenzahlen der TU
Darmstadt am Standort Lichtwiese. Weiterhin tragen im Ohnefall die zusätzlichen
Verstärkerfahrten auf der Bus-Linie K und KU (Ohnefall) bzw. die im Mitfall gegenüber
den Bus-Linien K verkürzten Fahrtzeiten der Straßenbahn, sowie der Wegfall der Bus
Linie KU zu Fahrgastgewinnen in der Prognose bei.
Im Mitfall verringert sich die Fahrgastanzahl auf der Bus -Relation Roßdörfer Platz -
Beckstraße - Bot. Garten/Vivarium - TU-Lichtwiese/Mensa im Vergleich zum Ohnefall
um ca. – 8.000 Fahrgäste/24h. Auf der Relation Roßdörfer Platz - Herdweg –
Hochschulstadion erhöht sich hingegen die Tagesbelastung um ca. + 8.500 Fahr -
gäste/24h. Diese Belastungsverlagerungen resultieren aus der starken Reduzierung
des Busangebots im Woogsviertel bis zur Lichtwiese, in Verbindung mit der zusätzli -
chen, leistungsfähigen Erschließung des Campus Lichtwiese durch die Straßenbahn-
Linie 2.
Des Weiteren bewirkt die neue Lini enführung der Straßenbahn -Linie 2 und der
Lückenschluss Nieder-Ramstädter Straße und Lichtwiese eine sehr hohe Entlastung
der Lichtwiesen-Anbindung über die Rossdörfer Str./ Eugen-Kogon-Straße um bis zu
ca. 75% (ca. – 7.450 Fahrtgäste/24h).
Die ÖV-Nachfrage der Haltestelle Kletterhalle ist im Vergleich zur Alt -Untersuchung
mit ca. 800 Ein- und 800 Aussteigern/24h vergleichbar.
Wie bereits in den vorangegangenen Untersuchungen dargelegt, kann auch bei
dieser Untersuchung der positive Effekt der Maßnahme auf die Verkehrsnachfrage im
Mitfall belegt werden. Die Verkehrsleistung im MIV sinkt im Vergleich zum Ohnefall
deutlich um mehr als 11.500 Pkm/Werktag. Zudem steigt die Anzahl der Personen -
fahrten/Werktag im ÖPNV um knapp 900 an. Dieser Wert ist im Vergleich zur bisheri-
gen Untersuchung deutlich gestiegen. Der Unterschied kann auf der einen Seite mit
der Verwendung eines neuen detaillierteren Verkehrskonzepts sowie aktualisierten
Strukturdaten begründet werden. Auf der anderen Seite gibt es im Verfahren 2016+
eine Umstellung in der Bewertungsmethodik. Der implizite Nutzen und die ÖPNV -
Widerstände werden stärker berücksichtigt. Beides führt dazu, dass dieser Wert im
Vergleich zur bisherigen Untersuchung angestiegen ist. In Tabelle 14 sind einige
Kennwerte der Verkehrsnachfrage dargestellt.
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Mitfall
36
23.03.2023
Einheit Saldo Mitfall-
Ohnefall
Fahrten ÖPNV (ohne in-
duzierten Verkehr) [Personenfahrten/Werktag] + 891
Induzierter Verkehr
ÖPNV im Mitfall [Personenfahrten/Werktag] + 51
ÖPNV-Anteil (mit indu-
ziertem Verkehr) [%] + 0,3
Verkehrsleistung MIV [Pkm/Werktag] - 11.512
Werktägliche
Beförderungsleistung
ÖPNV
[Pkm/Werktag] + 13.829
Tabelle 14: Kenndaten der Verkehrsnachfrage (Ausschnitt B4-4)
5.3 Dimensionierungsprüfung
Die Bemessung des Verkehrsangebotes bezogen auf die Verkehrsnachfrage in der
werktäglichen Spitzenstunde im Mitfall wurde analog zum Ohnefall durchgeführt.
Dabei wurde die werktägliche Querschnittsbelastung für die im Mitfall definierten
maßgeblichen Bemessungsquerschnitte eingetragen.
Die werktägliche Querschnittsbelastung im ÖPNV wurde aus dem Verkehrsmodell
übernommen. Zusammen mit den festgelegten Spitzenstundenanteilen ergeben sich
für die einzelnen Querschnitte Platzausnutzungsgrade, welche die Obergr enze von
65 % der Richtwerte für die Auslastung nicht überschreiten. Auch eine wirtschaftliche
Betriebsführung ist gesichert, da die Platzausnutzungsgrade nicht zu gering sind. Die
Querschnittsbelastungen sind in Abbildung 17 dargestellt.
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Mitfall
37
23.03.2023
Abbildung 17: Dimensionierungsprüfung Mitfall
Somit ist keine Nachdimensionierung bzw. sind keine Anpassungen an den
Bedienungsangeboten erforderlich. Ferner ist der Mitfall gut dimensioniert, da in den
maßgebenden Querschnitten gleicher Linienbündel, hohe Werte erreicht werden
(aber nicht > 65 %). Dabei ist immer der höchst ausgelastete Querschnitt eines Linien-
bündels maßgebend. Das Verkehrsangebot ist somit korrekt dimensioniert und kann
als Basis zur Berechnung der NKI angewandt werden.
In Tabelle 15 ist die Spitzenstundenbelastung in Lastrichtung dargestellt.
NKU Lichtwiesenbahn Verkehrsangebot und Verkehrsnachfrage im Mitfall
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23.03.2023
Querschnitt
werktägliche
Querschnittsbelastung
ÖPNV
[Personenfahrten/
Werktag]
Spitzenstunden-
anteil
[%]
Spitzenstunden-
belastung
in Lastrichtung
[Personenfahrten/
Stunde und Richtung]
QS1: Schulstr.-
Roßdörfer Platz 19.850 20 1.985
QS2: Roßdörfer
Platz- Beckstr. 4.800 20 480
QS3: Roßdörfer
Platz- Herdweg 17.600 20 1.760
QS 4: Jahnstraße -
Hochschulstadion 8.750 20 875
QS 5: Jahnstraße -
Merck-Stadion 5.750 12 345
Tabelle 15: Verkehrsnachfrage Mitfall (Ausschnitt B4-1)
Auffällig im Vergleich zum Ohnefall ist der Rückgang der Querschnittsbelastung im
Querschnitt 1. Dies resultiert aus der geänderten Linienführung der Linie L über die
Teichhausstraße anstatt der Nieder-Ramstädter Straße.
NKU Lichtwiesenbahn Gesamtwirtschaftliche Bewertung
39
23.03.2023
6 Gesamtwirtschaftliche Bewertung
Abweichend vom standardisierten Verfahren wurden die anzusetzenden Verkehrs -
tage bei der Ermittlung der Verkehrsnachfrage reduziert, da der Betrieb in der
vorlesungsfreien Zeit der TU Darmstadt und innerhalb der Sc hulferien ausgesetzt
wird. Die Linie 2 verkehrt an 218 Tagen im Jahr. An 149 Tagen davon herrscht
Vorlesungsbetrieb an der TU Darmstadt. Die restlichen 69 Tage sind Tage ohne
Vorlesungen, an denen jedoch ein Schulbetrieb stattfindet. Diese reinen Schultage
werden jedoch nur teilweise angerechnet, da die Verkehrsnachfrage entsprechend
niedriger ist. Auf Grundlage der Strukturdaten für das Jahr 2030 aus Kapitel 2.2.3 wird
angenommen, dass nur eine Anzahl von 2820 Personen (30 % der Studierenden -
Strukturdaten) eine Verkehrsnachfrage erzeugt. Zusätzlich gehen alle Beschäftigten-
Strukturdaten mit ein. Folglich wird die Verkehrsnachfrage an reinen Schultagen
lediglich von 5 .620 Personen erzeugt, anstatt von 12.200 während des
Vorlesungsbetriebes, was einem Wert von 46 % entspricht . Entsprechend wird die
Anzahl der Verkehrstage von reinen Schultagen auf diesen Wert reduziert. Damit
ergeben sich 32 anrechenbare Schultage ohne Vorlesungsbetrieb. Zusammen mit
den 149 Tagen mit Vorlesungsbetrieb ergeben sich 181 Betriebstage für die Kategorie
Erwachsene anstatt der 300 Verkehrstage gemäß Verfahrensanleitung. Diese werden
in dieser Untersuchung als Maßstab zur Ermittlung der Verkehrsnachfrage angesetzt.
Da der Betrieb pro Jahr an 218 Werktagen stattfindet, wurden bei der Kategorie
Schüler die Verkehrstage vom Verfahrenswert 250 auf 218 reduziert.
6.1 Saldo Fahrgastnutzen
Widerstands- und Verkehrsnachfragematrizen bilden die Basis für die Änderung des
Fahrgastnutzes zwischen Mit- und Ohnefall. Maßgebende Fahrten sind dabei Fahrten,
die im Ohnefall sowie im Mitfall mit dem ÖPNV durchgeführt werden. Zusätzlich zäh-
len die Hälfte der Fahrten des Mehrverkehrs. Besonders ist, dass sich der Widerstand
bei den Fahrten der Schüler leicht erhöht. Jedoch ist eine Verringerung des Wider-
standes bei den Erwachsenen um 201 Stunden/Werktag maßgebend. Es ergibt sich
eine deutliche Senkung des Widerstandes im Mitfall. Der Widerstand sinkt im Ver -
gleich zum Ohnefall um etwa 35.600 Stunden pro Jahr. Dieser Wert wird in Formblatt
20 mit einem Nutzen von 6,6 0 €/Stunde bewertet. Entsprechend ergibt sich eine
monetäre Bewertung von 235,1 Tausend €/Jahr.
NKU Lichtwiesenbahn Gesamtwirtschaftliche Bewertung
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23.03.2023
Klasse der
Einzelwiderstandsdifferenz
ÖPNV
Widerstandsdifferenz maßgebender ÖPNV-Fahrten
Erwachsene Schüler Gesamt
[Minuten] [Stunden/Werktag] [Stunden/Werktag] [1.000
Stunden/Jahr]
(1) (7) (8) (9)
Summe - 201 3 - 35,6
≥ 20 0 -
10 bis < 20 1 0,0
5 bis < 10 8 0,1
2 bis < 5 71 6,9
0 bis < 2 111 11,5
0 bis > -2 - 138 - 6,8
-2 bis > -5 - 168 - 5,9
-5 bis > -10 - 54 - 1,4
-10 bis > -20 - 5 - 0,3
≤ -20 - 26 - 0,7
Tabelle 16: Widerstandsdifferenzen maßgebender ÖPNV-Fahrten (Ausschnitt B5-1)
6.2 Saldo ÖPNV-Fahrgeld
Durch die Maßnahme erzeugter Mehrverkehr generiert zusätzliche Fahrgasterlöse
und stellt einen zusätzlichen Nutzen dar. Dieser Nutzen wird durch die Beförderungs-
leistungsänderung durch Mehrverkehr bzw. Minderverkehr im ÖPNV ermittelt. Insge-
samt erhöht si ch die Beförderungsleistung aufgrund von Mehrverkehr um 2,5 Mio.
Personenkilometer pro Jahr . In Formblatt 20 wird dieser Wert mit einem kilometer -
abhängigen ÖV-Fahrgeld von 0,13 €/Pkm bewertet. Entsprechend ergibt sich eine
monetäre Bewertung von 325,4 Tausend €/Jahr.
NKU Lichtwiesenbahn Gesamtwirtschaftliche Bewertung
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23.03.2023
Summe Beförderungsleistungsänderung
aufgrund Mehr-/Minderverkehr ÖPNV
Erwachsene Erwachsene
[Minuten] [Pkm/Werktag] [1.000 Pkm/Jahr]
(1) (12) (13)
Summe 13.830 2.503
≥ 20 0
10 bis < 20 0
5 bis < 10 -327
2 bis < 5 -1.182
0 bis < 2 -4.144
0 bis > -2 11.233
-2 bis > -5 5.925
-5 bis > -10 1.542
-10 bis > -20 149
≤ -20 632
Tabelle 17: Beförderungsleistungsänderung aufgrund Mehr -/Minderverkehr ÖPNV (Ausschnitt
B5-1)
6.3 Umweltfolgen MIV
Der Saldo der MIV-Verkehrsleistungen zwischen Mit- und Ohnefall definiert die Ände-
rungen der Umweltfolgen. Die Umrechnung in eingesparte Pkw -Betriebs-leistungen
erfolgt unter Ansatz eines Pkw -Besetzungsgrades von 1,3 und dem vom Verfahren
abweichenden Hochrechnungsfaktor von 181 Tagen. Die Pkw-Fahrleistung sinkt um
etwa 1,6 Mio. Pkw-km pro Jahr. Entsprechend deutlich fallen die Einsparungen von
Treibhausgasen und Schadstoffen aus. Da insgesamt weniger Energie verbrauch t
wird, sinkt auch der Primärenergieverbrauch.
NKU Lichtwiesenbahn Gesamtwirtschaftliche Bewertung
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Fall Einheit Saldo Mitfall-
Ohnefall
MIV-Verkehrsleistung [Personen-km/Werktag] - 11.511,6
Pkw-Fahrleistung [1.000 Pkw-km /Jahr] - 1.602,8
CO2-Emissionen MIV -
Pkw-Betrieb [t/Jahr] - 203,6
THG-Emissionen MIV -
Pkw-Herstellung [t/Jahr] - 65,7
Schadstoffemissionskosten
MIV [T€/Jahr] - 6,4
Primärenergieverbrauch
MIV [GJ/Jahr] - 2.885,0
Tabelle 18: Umweltfolgen (Ausschnitt B6)
6.4 Saldo der ÖPNV-Betriebskosten
Die Kostenermittlung basiert auf den hinterlegten Linienkonzepten und Fahrzeug -
daten. Dabei sind alle Linien hinterlegt, welche zwischen Mit- und Ohnefall vorhaben-
bedingt eine Änderung erfahren.
Für den Betrieb der Fahrzeuge (Straßenbahn & Bus) werden regenerative Energie-
quellen genutzt. Seit 2010 bezieht HEAG mobilo ausschließlich Ökostrom.
Die Ermittlung der Umlaufzeiten wurde nach dem im Verfahren vorgegebenen Ablauf
durchgeführt. Mit HEAG mobilo wurde eine Reserve von 10 % abgestimmt.
Die Fahrzeugkosten sinken im Mitfall, da neun Busse weniger benötigt werden, wäh-
rend lediglich vier Straßenbahnen mehr angeschafft werden müssen. Der Kapital -
dienst verringert sich entsprechend um etwa 270.000 € pro Jahr. Dieser hohe Wert
resultiert insbesondere aus der Einsparung von aktuell noch sehr teuren Elektro -
bussen. Die Anschaffungskosten der Elektrobusse liegen deutlich über denen von
Dieselbussen. Daher kommt es hier auch zu einem deutlichen Unterschied im Ver -
gleich zu den bisherigen Untersuchungen.
Die Unterhaltungskosten der Fahrzeuge erhöhen sich leicht um etwa 5.700 € pro Jahr.
Die Energiekosten erhöhen sich um etwa 22.000 € pro Jahr. Auch die Personalkosten
steigen um ca. 226.000 € pro Jahr. Insgesamt verringern sich die Betriebskosten des
ÖPNV jedoch um etwa 18.000 € pro Jahr.
NKU Lichtwiesenbahn Gesamtwirtschaftliche Bewertung
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23.03.2023
Einheit Mitfall Ohnefall
Saldo
Mitfall-
Ohnefall
Fahrzeugkosten [T€/Jahr] 1.676,5 1.942,3 - 265,8
Kapitaldienst
Fahrzeuge [T€/Jahr] 1.137,2 1.408,7 - 271,5
Unterhaltungskosten
Fahrzeuge [T€/Jahr] 539,4 533,6 5,7
zeitabhängige
Unterhaltungskosten Fahrzeuge [T€/Jahr] 236,8 283,4 - 46,6
laufleistungsabhängige
Unterhaltungskosten Fahrzeuge [T€/Jahr] 302,6 250,2 52,3
Energiekosten ÖPNV [T€/Jahr] 236,6 214,8 21,8
Personalkosten ÖPNV [T€/Jahr] 1.691,4 1.465,5 226,0
Summe
Betriebskosten ÖPNV [T€/Jahr] 3604,5 3622,5 - 18,0
Tabelle 19: Betriebskosten ÖPNV (Ausschnitt B9-5)
6.5 Investitionen, Kapitaldienst und Unterhaltungskosten für die ortsfeste
Infrastruktur
Die Investitionskosten für die ortsfeste Infrastruktur wurden ursprünglich für die bis-
herigen Untersuchungen vom Ingenieurbüro Mailänder Consult GmbH er mittelt. Für
die aktuelle Berechnung können für den Mitfall auf tatsächlich entstandene Kosten bei
der Umsetzung der Maßnahme zurückgegriffen werden. Diese wurden von HEAG
mobilo bereitgestellt und liegen über dem bisher angenommenen Wert.
Die Inbetriebnahme des gebauten Teilabschnitts der Linie 2 fand im 2. Quartal 2022
statt. Entsprechend wurden zur Berechnung des Index bezogen auf das Jahr 2016
der Mittelwert der Preisindizes vo m 2. Quartal 2021 bis zum 1. Quartal 2022 ver -
wendet. Es wurde ke in Aufzinsungsfaktor für die Bauzeit angesetzt, da die Kosten
nach Inbetriebnahme ermittelt wurden.
Die Investitionskosten belaufen sich inkl. 10% Planungskosten im Mitfall auf ca. 20
Mio. € mit Preisstand 2016. Gemäß der Verfahrensanleitung ergeben sich ein Kapital-
dienst von 630 Tausend €/Jahr und Unterhaltungskosten von 114 Tausend €/Jahr.
Für den Ohnefall wurde auf die Kosten aus dem Erläuterungsbericht „Aktualisierung
zur Nutzen-Kosten-Untersuchung Erschließung der Lichtweise mit der Straßenbahn-
Linie 2“ vom 12.06.2018 zurückgegriffen , da sich keine Veränderungen zu den
damaligen Überlegungen ergeben haben. Die Kosten wurden auf den gemäß
NKU Lichtwiesenbahn Gesamtwirtschaftliche Bewertung
44
23.03.2023
Verfahren auf den Preisstand 2016 hochgerechnet. Die Investitionskosten belaufen
sich im Ohnefall auf rund 334 Tausend € (inkl. 10 % Planungskosten mit Preisstand
2016). Gemäß der Verfahrensanleitung ergeben sich ein Kapitaldienst von 1 1,2
Tausend €/Jahr und Unterhaltungskosten von 2,6 Tausend €/Jahr.
Investitionskosten Ohnefall Mitfall
Summe Investitionen inkl.
10% Planungskosten
(Preisstand)
271,8 T€ (2006) 24.072,4 T€ (2022)
Summe Investitionen
Preisstand 2016 334,0 T€ 20.057,4 T€
Kapitaldienst
Preisstand 2016 11,2 T€ 630,2 T€
Unterhaltungskosten
Preisstand 2016 2,6 T€ 114,1 T€
Tabelle 20: Investitionskosten (Ausschnitt B10-2/3)
6.6 Saldo der Unfallfolgen
Die Salden der Betriebsleistungen von Pkw, Bussen und Schienenfahrzeugen werden
mit einer spezifischen Unfallkostenrate bewertet. Insgesamt zeigt sich eine leichte
Steigerung der Unfallfolgekosten um 11.200 € pro Jahr.
Unfallfolgekosten
Saldo Betriebsleistung
[1.000 Fahrzeug-
km/Jahr]
Saldo Unfallkosten
[T€/Jahr]
MIV -1.602,8 -136,2
ÖSPV-Schiene 171,8 173,9
ÖSPV-Bus -123,9 -26,4
Summe 11,2
Tabelle 21: Unfallfolgekosten (Ausschnitt B11)
NKU Lichtwiesenbahn Gesamtwirtschaftliche Bewertung
45
23.03.2023
6.7 Saldo der Umweltfolgen
Die Umweltfolgen verschiedener Bereiche werden getrennt nach den Verkehrsmitteln
MIV und ÖPNV ermittelt.
Die CO 2-Emissionen des Betriebs sinken deutlich um 200,3 t CO 2/Jahr, obwohl die
Betriebs-Emissionen des ÖPNV leicht steigen (3,3 t CO2/Jahr). Entsprechend werden
viele Emissionen des MIV eingespart. Die Fahrzeugherstellungs -Emissionen sinken
beim MIV sowie beim ÖPNV deutlich. Entsprechend verringern sich diese Emissionen
insgesamt um 179,8 t CO 2/Jahr. Im ÖPNV sinkt der Wert, obwohl im Mi tfall mehr
Straßenbahnfahrzeuge zum Einsatz kommen. Der Rückgang resultiert aus der deut -
lichen Einsparung von Elektrobussen, bei deren Herstellung ein hoher Wert an kg CO2
pro Fahrzeug verbraucht wird.
Für die Errichtung der Infrastruktur des schienenge bundenen ÖPNV werden
Emissionen freigesetzt. Diese Kosten werden berücksichtigt, es sei denn es werden
Bestandsanlagen ersetzt. Im Mitfall fallen jährliche Treibhausgasemissionen von 6,3
Tonnen pro Jahr für Kunstbauwerke an (vgl. Blatt 12-1). Für die Streckeninfrastruktur
ohne maßgebende Kunstbauwerke fallen 39,3 Tonnen Treibhausgasemissionen an
(vgl. Blatt 12-2). Damit ergibt sich eine Summe von 45,6 Tonnen zusätzlicher CO 2-
Emission pro Jahr. Insgesamt sinken die Treibhausgas-Emissionen deutlich um 334,5
t CO2 pro Jahr. Diese werden auf Blatt 20 mit 670 € pro eingesparter Tonne CO 2
monetarisiert. Entsprechend ergibt sich die monetäre Bewertung von 224.100 € pro
Jahr. Der Saldo der Schadstoffemissionskosten geht mit zusätzlichen 6.300 € Nutzen
pro Jahr mit ein.
Verkehrsmittel Einheit MIV ÖPNV Summe
Saldo CO2-Emissionen
Betrieb [t CO2/Jahr] -203,6 3,3 -200,3
Saldo CO2-Emissionen
Fahrzeugherstellung [t CO2/Jahr] -66 -114,1 -179,8
Saldo CO2-Emissionen
Infrastrukturherstellung [t CO2/Jahr] 45,6 45,6
Saldo CO2-Emissionen
gesamt [t CO2/Jahr] -269,3 -65,2 -334,5
Saldo Emissionskosten
Schadstoffe [T€/Jahr] -6,4 0,1 -6,3
Tabelle 22: Umweltfolgen (Ausschnitt B12-3)
NKU Lichtwiesenbahn Gesamtwirtschaftliche Bewertung
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23.03.2023
6.8 Saldo der Geräuschbelastung
Dieser Teilindikator wird in der Bewertung nicht betrachtet. Die Standardisierte
Bewertung geht davon aus, dass die Immissionsgrenzwerte der 16. BImSchV bei dem
zu bewertenden Investitionsvorhaben eingehalten werden. Entsprechend ist dafür
kein gesonderte r Nachweis erforderlich. Entlastungwirkungen entstehen durch die
Lichtwiesenbahn nicht. Von einer Geräuschbelastungsänderung von mehr als 3 dB(A)
ist nicht auszugehen. Die Geräuschbelastung im Mitfall gegenüber dem Ohnefall sinkt
nicht.
6.9 Nutzen gesellschaftlich auferlegter Investitionen
Dieser Teilindikator wird in der Bewertung nicht betrachtet. Erhöhte Kosten durch ge-
sellschaftlich auferlegte Pflichten wie die Barrierefreiheit oder den Brandschutz
können als Nutzen mit in die Bewertung eingehe n. Dafür ist eine detaillierte Kosten -
einteilung nötig. Es ist davon auszugehen, dass durch den Indikator nur eine sehr
geringe NKI-Verbesserung möglich ist, da diese Kosten verhältnismäßig niedrig aus-
fallen. In Abstimmung mit den Beteiligten wurde dieser Indikator nicht ermittelt.
6.10 Nutzen anderer Netznutzer
Dieser Teilindikator w ird in der Bewertung nicht betrachtet. In bestimmten Fällen
können im SPNV zusätzliche Kapazitäten bereitgestellt werden. Da die Lichtwiesen-
bahn kein SPNV ist, sondern ÖSPV, ist dieser Indikator nicht anwendbar.
6.11 Funktionsfähigkeit Verkehrssysteme / Flächenverbrauch
Dieser Teilindikator w ird in der Bewertung nicht betrachtet. Ein Vorhaben kann zur
Stärkung der Funktionsfähigkeit der Verkehrssysteme und zu einer Senkung des ver-
kehrlich bedingten Flächenverbrauchs beitragen. Verkehrsverlagerungen können
z. B. zu Nachverdichtungen, Staureduktion oder der Umwidmung von Verkehrs -
flächen führen. Der ermittelte Nutzwert dieser Effekte ist abhängig von der räumlichen
Lage der Str aßeninfrastruktur und wird deshalb differenziert nach Raumtypen
bewertet, die losgelöst von den durchgeführten Modellrechnungen in das Modell
eingepflegt werden müssen.
Der Einfluss des Faktors wird als spürbar positiv für die NKI angenommen, da ein
deutlicher Rückgang der MIV-Verkehrsleistung ermittelt wurde (siehe Kapitel 6.2). Die
Effekte durch den Ausbau der Lichtwiesenbahn können die NKI deutlich verbessern.
In Abstimmung mit den Beteiligten wurde dieser Indikator nicht ermittelt.
NKU Lichtwiesenbahn Gesamtwirtschaftliche Bewertung
47
23.03.2023
6.12 Primärenergieverbrauch
Dieser Teilindikator wird in der Bewertung betrachtet. Der sparsame Umgang mit
Energie wird als Nutzen betrachtet, da die Vermutung besteht, dass der Wert des
sparsamen Umgangs mit Energie in den Energiepreisen nicht hinreichend abgebildet
ist. Der Saldo der Primärenergie wird als nutzwertanalytischer Teilindikator bewertet.
Für die Lichtwiesenbahn werden knapp 2.000 Nutzerwertpunkte in der Berechnung
betrachtet, da der Primärenergieverbrauch um etwa 2.185 GJ sinkt. Bei der Berech-
nung der NKI wird jeder Nutzerwertpunkt mit 15,5 € monetarisiert.
Verkehrsmittel
Saldo Primärenergie-
verbrauch
[GJ/Jahr)]
Nutzwertpunkte
[1.000 Punkte]
ÖPNV 700,5
MIV -2.885,0
Summe -2.184,5 2,0
Tabelle 23: Primärenergieverbrauch (Ausschnitt B17)
6.13 Daseinsvorsorge / raumordnerische Aspekte
Dieser Teilindikator wird in der Bewertung nicht betrachtet. De r Indikator betrachtet
die Wirkungen der ÖPNV-Erreichbarkeit zentraler Orte. Mit der Bestimmung des Indi-
kators ist ein zusätzlicher Modellierungsaufwand verbunden. Der Einfluss auf die NKI
ist stets positiv, wird für d ie untersuchte Maßnahme jedoch als eher gering einge -
schätzt. In Abstimmung mit den Beteiligten wurde dieser Indikator nicht ermittelt.
6.14 Resilienz von Schienennetzen
Dieser Teilindikator wird in der Bewertung nicht betrachtet. Bei außerplanmäßigen
Ereignissen bieten alternative Fahrtmöglichkeiten im ÖPNV die Mögli chkeit, die
Funktionsfähigkeit zu erhalten oder schnell wiederzuerlangen. Nicht ausfallende
Fahrten aufgrund alternativer Fahrtmöglichkeiten werden mit einem Nutzenwert
quantifiziert. Zur Ermittlung des Nutzens ist die Konzeptionierung von entsprechenden
Störungs- Mit- und Ohnefällen erforderlich. Auch müssen Widerstandsänderungen in
das Verkehrsmodell eingearbeitet werden. Die Lichtwiesenbahn bietet keinen Vorteil
in Resilienz des Netzes. In Abstimmung mit de n Beteiligten wurde dieser Indikator
nicht ermittelt.
NKU Lichtwiesenbahn Gesamtwirtschaftliche Bewertung
48
23.03.2023
6.15 Nutzen-Kosten-Indikatoren
Aus den verschiedenen ermittelten Teilindikatoren werden die N KI ermittelt. Indi -
katoren, welche nicht in Geldeinheiten vorliegen, werden monetarisiert. Die Summe
der Einzelnutzen wird der Summe der Kosten des Vorhabens gegen-übergestellt. Ein
Vorhaben ist dann wirtschaftlich sinnvoll, wenn das NKV größer als 1,0 ist. In Tabelle
24 sind alle Teilindikatoren zusammengefasst.
Teilindikator
Dimension
der originären
Messgröße
Wert der
originären
Messgröße
Monetäre
Bewertung
[T€/Jahr]
Saldo Fahrgastnutzen
ÖPNV [1.000 h/Jahr] -35,6 235,1
Saldo ÖPNV-Fahrgeld [1.000
Pkm/Jahr] 2503,1 325,4
Saldo der ÖPNV- Betriebs-
kosten [T€/Jahr] -18,0 18,0
Unterhaltungskosten für
die ortsfeste Infrastruktur
im Mitfall
[T€/Jahr] 114,1 -114,1
Unterhaltungskosten für
die ortsfeste Infrastruktur
im Ohnefall
[T€/Jahr] 2,6 2,6
Saldo der Unfallfolge-
kosten [T€/Jahr] 11,2 -11,2
Saldo der CO2-Emissionen [t CO2/Jahr] -334,5 224,1
Saldo der
Schadstoffemissionskosten [T€/Jahr] -6,3 6,3
Primärenergieverbrauch [1.000 Punkte] 2,0 30,5
Summe monetäre bewer-
teter Einzelnutzen [T€/Jahr] 716,7
Saldo Kapitaldienst für die
ortsfeste Infrastruktur [T€/Jahr] 641,42 619,0
Nutzen-Kosten-Indikatoren
Nutzen-Kosten-Differenz [T€/Jahr] 97,7
Nutzen-Kosten-
Verhältnis [-] 1,16
Tabelle 24: Nutzen-Kosten-Indikatoren (Ausschnitt B20)
NKU Lichtwiesenbahn Zusammenfassung
49
23.03.2023
7 Zusammenfassung
Für die Anbindung der Lichtwiese mit der Straßenbahn -Linie 2 wird mit der Version
2016+ der Standardisierten Bewertung ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 1,16
erreicht.
Die Investitionsmaßnahme ist folglich aus gesamtwirtschaftlicher Sicht nach
Maßgabe der Standardisierten Bewertung sinnvoll. Die Förderfähigkeit ist auch
nach erneuter Überprüfung weiterhin nachgewiesen.
Folgende positive Aspekte einer Straßenbahnanbindung über den Lichtwiesenweg
können zusammenfassend festgestellt werden:
Fahrgastgewinne für den ÖPN V durch einen höheren Beförderungskomfort und
Fahrtzeitverkürzungen.
Positive Umweltwirkungen, z. B. CO2-Einsparungen.
Entlastung des Woogviertels von den zahlreichen, stark ausgelasteten Bussen.
Zusätzliche Haltestelle Hochschulstadion mit kurzen Wegen zum westlichen
Bereich des Campus Lichtwiese, zur Kletterhalle und zur Wohnanlage Studenten-
dorf.
Potenziale für Kapazitätserweiterungen, die aufgrund der zukünftigen Entwicklung
des Campus Lichtwiese, des Umbaus des Stadions am Böllenfal ltor (Kapazitäts-
erweiterung), und der dynamischen Stadtentwicklung insgesamt zu erwarten sind.
Das Ergebnis der Untersuchung könnte zudem durch die zusätzliche Ermittlung von
weiteren fakultativen Teilindikatoren verbessert werden. Wie beispielsweise in Kapitel
6.11 erläutert, kann über die Funktionsfähigkeit der Verkehrssysteme bzw. den Faktor
des Flächenverbrauchs ein spürbarer Nutzen für diese Maßnahme gezogen werden.
Auf der anderen Seite ist bei den Kosten mit keinen weiteren Anstiegen zu rechnen,
da die Maßnahme bereits umgesetzt ist. Das Ergebnis des NKV von 1,16 ist demnach
mit einer Tendenz nach oben zu betrachten.
anlage 2
246 Zeichen
Punkt 4: Lichtwiesenbahn: Aktualisierung Nutzen-Kosten-Untersuchung mit standardisierten Verfahren 2016+ (V-Nr. 2023/0154) - Kenntnisnahme - Der Ausschuss für Bauen, Stadtplanung, Verkehr und Liegenschaften nimmt von der Vorlage Kenntnis.
Beratungsverlauf (1)
Orte (18)
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- Teichhausstraße
- Luisenplatz
- Breslauer Platz
- Lichtwiesenweg
- Herdweg 9
- Am Hauptbahnhof
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Details
- Vorlagen-Nr.
- 2023/0154
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 26.04.2023
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00