V/0497/2005
Jahresabschluss 2004 der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH (FMO GmbH)
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Beschlussvorlage
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DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Finanzen und Beteiligungen Betrifft Jahresabschluss 2004 der FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH (FMO GmbH) Beratungsfolge 22.06.2005 Ausschuss für Finanzen, Beteiligungen und Liegenschaften Vorberatung 29.06.2005 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung: 1. Die Bilanz, die Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Lagebericht der Geschäftsführung der FMO GmbH für das Geschäftsjahr 2004 (Anlagen 1 – 3) werden zur Kenntnis genom- men. 2. Weiter wird zur Kenntnis genommen, dass dem Jahresabschluss der FMO GmbH durch den beauftragten Wirtschaftsprüfer am 22. April 2005 der uneingeschränkte Bestätigungs- vermerk erteilt wurde. 3. Die Stadt Münster ermächtigt ihren Vertreter und den Vertreter der Stadtwerke Münster GmbH in der Gesellschafterversammlung der FMO GmbH folgende Entscheidungen zu treffen: a) Der Jahresabschluss der FMO GmbH für das Geschäftsjahr 2004, abschließend in der Bilanz bei Aktiva und Passiva mit 123.463.942,28 € sowie einem in der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesenen Jahresfehlbetrag von 2.619.840,56 € wird festgestellt. 4. Dem Aufsichtsrat und der Geschäftsführung wird für das Geschäftsjahr 2004 Entlastung er- teilt. 5. Der Jahresfehlbetrag von 2.619.840,56 € wird durch Entnahme aus der Gewinnrücklage ausgeglichen. Vorlagen-Nr.: V/0497/2005 Auskunft erteilt: Frau Haubner Ruf: 492 20 32 E-Mail: HaubnerG@stadt-muenster.de Datum: 02.06.2005 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - Begründung: Die FMO GmbH ist eine mittelbare Beteiligung der Stadt Münster. Mit Ratsbeschluss vom 19.09.1984 ist der Anteil der Stadt Münster an der FMO GmbH auf die Stadtwerke Münster GmbH übertragen worden. Auf der Grundlage des v.g. Ratsbeschlusses können die Vertreter der Stadt Münster/Stadtwerke Münster GmbH den im Beschlussvorschlag genannten Punkten erst nach Abstimmung mit der Stadt Münster abschließend zustimmen. Gesamtentwicklung/-ergebnis: Dem Jahresabschluss und Lagebericht wurde von dem beauftragten Wirtschaftsprüfer am 22. April 2005 der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt. In 2003 konnte noch ein leichtes Passagierwachstum realisiert werden. Dies konnte in 2004 zum einen wegen der Insolvenz des Home-based-Carriers city-air im März mit schlagartigem Wegfall von fünf Strecken aus dem Flugplan nicht erreicht werden. Zum zweiten war die Rückführung der Münchenverbindung der Lufthansa von sieben auf sechs Verbindungen täglich von nennenswer- tem Einfluss insbesondere auf den Umsatz. Zum dritten wurde das Ergebnis durch die Schließung des Flughafens für vier Tage und Nächte anlässlich der Sanierung der Start- und Landebahn ne- gativ beeinflusst. Die Gesamtfluggastzahl sank um 1,7 % auf 1.495.594. Dabei nahm die Zahl der Linienfluggäste um 8,2 % ab und stieg die Zahl der Ferienfluggäste noch um 1,3 %. Der sonstige gewerbliche Ver- kehr nahm um 33,5 % zu und der nicht gewerbliche um 4,6 % ab. Das mit dem Wirtschaftsplan 2004 geplante Ergebnis (Fehlbetrag von rund 2,7 Mio. €) konnte durch konsequente Sparmaßnahmen sowie durch bilanzwirksame Neubewertungen gehalten wer- den. Insgesamt schließt das Geschäftsjahr der Gesellschaft mit einem Fehlbetrag von rund 2,6 Mio. € ab. Dieser wird – wie in den Vorjahren – durch Entnahme aus den Gewinnrücklagen ausge- glichen, die damit allerdings nahezu „aufgebraucht“ sind. Die Gesellschaft finanziert sich im Wesentlichen aus ihrem operativen Cashflow und der Aufnahme von Finanzkrediten. Die Eigenkapitalquote verringert sich gegenüber dem Vorjahr von 21,3 % auf 19,5 % und sinkt damit seit 2000 (29 %) kontinuierlich. Sicherlich wird mittelfristig eine Stärkung der Eigenkapitalbasis des Flughafens sinnvoll sein. Kurzausblick: Die Einsparmaßnahmen der vergangenen Jahre, die in unverminderter Stärke auch im Jahre 2004 fortgesetzt worden sind, haben sich als notwendig, hilfreich und außerordentlich erfolgreich be- währt. Es ist geplant, das nun erreichte deutlich niedrigere Kostenniveau auch in einer erwarteten Wachstumsphase der Folgejahre zu halten, um somit beim Durchwirken erhöhter Umsätze auf das Ergebnis sehr schnell wieder in den positiven Bereich zu kommen. - 3 - Beratung: Der Aufsichtsrat und die Gesellschafterversammlung haben in der gemeinsamen Sitzung am 2. Juni 2005 die im Beschluss genannten Punkte beschlossen. Das Votum für die Stadt Münster/die Stadtwerke Münster wurde dabei vorbehaltlich des Beschlusses durch den Hauptausschuss abge- geben. i.V. gez. Bickeböller Stadtkämmerin
Anlagen zur Vorlage 497 - 2005 Bilanz, GuV, Lagebericht
16724 Zeichen
MÜNSTER OSNABRÜCK Anlage 1
INTERNATIONAL AIRPORT
FMO Flughafen Münster/Osnabrück GmbH
Lagebericht für das Geschäftsjahr 2004
Geschäftsverlauf
Bereits zum Bilanzierungszeitpunkt des Geschäftsjahres 2003 wurde davon
ausgegangen, dass sich die mehrere Jahre anhaltende Krise im Luftverkehr
(Terroranschläge, SARS, Irak-Krieg, Konjunktur) sukzessive ihrem Ende
nähert und wieder eine Wachstumsphase beginnt. Bereits Ende 2003 zeichnete
sich eine Trendwende in Bezug auf die Vorjahre ab und ein leichtes
Passagierwachstum konnte realisiert werden.
Dies hätte auch in 2004 durchaus zugetroffen, wenn nicht einige Ereignisse,
die nicht vorhersehbar waren, eingetreten wären und ein Wachstum verhindert
hätten.
Hier ist insbesondere die Insolvenz des Home-based-Carriers city-air im
März 2004 zu nennen. Diese Airline hatte ihre Heimatbasis am Flughafen
Münster/Osnabrück und beflog mit Metroliner, Saab und ATR-42 die Strecken
Dresden, Leipzig, Berlin, Kopenhagen und Zürich. Somit fielen schlagartig
fünf Strecken aus dem Flugplan.
Der zweite nennenswerte Einfluss (insbesondere im Hinblick auf den Umsatz)
entstand durch die Entscheidung der Deutschen Lufthansa, die München-
Verbindung von 7 täglichen Verbindungen auf 6 tägliche Verbindungen
herabzusetzen, wobei überwiegend kleinere Flugzeuge der Größenordnung ATR-
42 eingesetzt wurden.
Zum Dritten hat der Flughafen eine Ertüchtigungsmaßnahme seiner Start- und
Landebahn durchgeführt (Abfräsen der Deckschicht, Neuauftragen einer
bituminösen Deckschicht inklusive Befeuerungsanlagen und Markierungen).
Dies führte zu einer Schließung der Start- und Landebahn für 4 Tage und
Nächte.
Die Summe dieser Einflüsse hat eine Fortsetzung des leichten
Wachstumstrends im Jahre 2004 verhindert.
Die Gesamtfluggastzahl sank um 1,7 % von 1.521.342 auf 1.495.594.
Bei differenzierter Betrachtung reduzierte sich die Zahl der
Linienfluggäste um 45.316, das entspricht 8,2 %, wobei die Zahl der
Ferienfluggäste noch um 1,3 % anstieg und im Jahre 2004 946.453 erreichte.
Der sonstige gewerbliche Verkehr nahm um 8213 Passagiere entsprechend 33,5
% zu und der nicht gewerbliche Verkehr um 4,6 % ab.
Grund, dennoch von einem beginnenden Wachstumstrend zu sprechen, ist der
Blick auf die Auslastung der Flugzeuge. Allein im gewerblichen Verkehr nahm
die Anzahl der Starts und Landungen um 16,8 % ab. Dies lässt auf eine
deutlich gestiegene Auslastung der Flugzeuge schließen und zeigt, dass
trotz reduzierter Flüge der Nachfragemarkt doch recht stabil ist.
Eine Zunahme von 6,8 % auf 10.894 t konnte auch die Luftfracht verzeichnen,
wobei als herausragendes Ereignis die Abfertigung von Pferdetransporten zur
Olympiade in Athen zu nennen ist.
Als strategisch bedeutsamstes Ereignis des Jahres 2004 ist die Erteilung
des Planfeststellungsbeschlusses für die Verlängerung der Start- und
Landebahn auf 3600 m, die in den letzten Dezembertagen des Jahres 2004 am
Flughafen eingegangen ist, zu nennen.
Damit hat die Genehmigungsbehörde in Düsseldorf konsequent die mit dem
nordrhein-westfälischen Luftverkehrskonzept eingeschlagene Richtung
fortgesetzt, die Bedeutung des Flughafens Münster/Osnabrück gestärkt, den
gutachterlich nachgewiesenen Bedarf bestätigt und die zum Ausgleich der
Maßnahme geplanten Umweltschutzmaßnahmen als angemessen und ausreichend
akzeptiert.
Ein 10 Jahre lang dauerndes Genehmigungsverfahren ist somit zunächst
erfolgreich abgeschlossen. Innerhalb der im Jahre 2005 stattfindenden
Auslegungsfrist werden Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss
erwartet, zu deren juristischer Qualität zum Zeitpunkt der Bilanzerstellung
allerdings noch keine Aussagen gemacht werden können.
Auch im näheren Umfeld des Flughafens gibt es positive Wachstumsimpulse. So
hat die von den Städten Münster und Greven sowie dem Kreis Steinfurt
gegründete AirportPark FMO GmbH ihre Arbeit aufgenommen und verfolgt
zunächst das Ziel der Änderung des Gebietsentwicklungsplanes, um in der
Folge (teilweise parallel) einen Flächennutzungsplan und einen
Bebauungsplan für ein Flughafengewerbegebiet aufstellen zu können. Dieses
Gewerbegebiet wird zunächst auf ca. 45 ha begrenzt sein, hat aber
Expansionsmöglichkeiten, die bis zu 200 ha erreichen.
Der Kreis Steinfurt hat des Weiteren ein Linienbestimmungsverfahren
abgeschlossen und ein Planfeststellungsverfahren aufgenommen, das mit einer
geringen Zahl von Einsprüchen verbunden war, um den direkten Anschluss an
die Autobahn BAB 1 in ca. 1700 m Entfernung vom Flughafen realisieren zu
können. Wachstum am Flughafen, Gewerbegebietsaussichten und
Autobahnanschluss sind Komponenten, die zu einem positiven
Investitionsklima insgesamt führen und somit auch auf absehbare Zeit das
Projekt Flughafenhotel wieder beleben dürften.
Die so genannten City-Shuttle-Strecken der Air Berlin, die aufgrund ihrer
Ausdehnung zwischenzeitlich Euro-Shuttle genannt werden, haben sich recht
gut stabilisiert, und nach Auskunft der Air Berlin werden die Strecken
fortgesetzt. Die Marketingunterstützung ist planmäßig ausgelaufen, so dass
auch diese Low-Cost-Strecken zwischenzeitlich zu komplett normalen
Vertragsbedingungen abgewickelt werden.
Alle Einsparmaßnahmen der vergangenen Jahre, die in unverminderter Stärke
auch im Jahre 2004 fortgesetzt worden sind, haben sich als notwendig,
hilfreich und außerordentlich erfolgreich bewährt. Es ist geplant, das nun
erreichte deutlich niedrigere Kostenniveau auch in einer erwarteten
Wachstumsphase der Folgejahre zu halten, um somit beim Durchwirken erhöhter
Umsätze auf das Ergebnis sehr schnell wieder in den positiven Bereich zu
kommen.
Das mit Wirtschaftsplan 2004 geplante Ergebnis konnte auch im Jahre 2004
gehalten werden. Dies ist auf die erwähnten Sparmaßnahmen sowie auf einige
bilanzwirksame Neubewertungen zurückzuführen.
Bei den Neubewertungen handelt es sich um die Neueinschätzung realistischer
Nutzungsdauern für langlebige Wirtschaftsgüter. Die Neueinschätzung findet
ihre Rechtfertigungssubstanz in dem niedrigen Auslastungsgrad nahezu aller
-2-
Flughafeneinrichtungen; besonders solche Einrichtungen, die einer extrem
niedrigen Nutzung unterliegen (Beispiel: Feuerwehrfahrzeuge).
Das „Außengate“, das ursprünglich während der Bauzeit des Terminals 2 am
Vorfeld der Aufnahme von ca. 800 Passagieren diente und nach
Fertigstellung des Terminals abgerissen werden sollte, wurde nach einem
Umbau einer neuen langfristigen Nutzung zugeführt und mit einem Buchgewinn
von TE 409 an die Tochtergesellschaft FMO Airport Services GmbH zum Zwecke
der Unterstellung von Vorfeldgerät veräußert.
Die Summe dieser Maßnahmen führt zu dem Bilanzergebnis, das, wie in den
Vorjahren, durch Entnahme aus den Gewinnrücklagen ausgeglichen wird.
Im Berichtsjahr verminderte sich gegenüber dem Vorjahr die
Eigenkapitalquote von 21,3% auf 19,5%, die Sachanlagenintensität von 88,9%
auf 88,2% und die Abschreibungsquote von 5% auf 4%.
Die Gesellschaft finanziert sich im Wesentlichen aus ihrem operativen
Cashflow und der Aufnahme von Finanzkrediten.
Ausblick
Die beim Flugplankoordinator Deutschland angemeldeten Flüge in der
Touristik nehmen wieder deutlich zu. Das verunsicherte Spar- und
Ausgabenverhalten der Deutschen scheint zu alten Prioritätensetzungen
zurückzufinden und den hohen Stellenwert der Urlaubsreise wieder zu
manifestieren. Zum jetzigen Zeitpunkt wird in der Touristik von einem
Jahreswachstum von 6-8 % ausgegangen. Erfahrungen der Internationalen
Touristikbörse Berlin (ITB) zeigen eine deutlich aufgehelite Stimmung bei
den Veranstaltern und eine „mutigere“ Flugplanung. So wird von den
wesentlichen Veranstaltern bereits angekündigt, dass über die koordinierten
Flüge hinaus eher zusätzliche Flüge zu erwarten seien. Diese Ankündigungen
sind in dieser Form seit drei Jahren nicht mehr getätigt worden. Hier wurde
eber sehr zurückhaltend geplant. Die Entwicklung kann also als erfreulich
eingestuft werden.
Ähnlich positiv sieht es im Segment Linienflugverkehr aus. Hier hat die
Deutsche Lufthansa angekündigt, ihre 4 x täglichen Frankfurt-Verbindungen
von Turboprop-Flugzeugen auf Jets (BAe 146) umzustellen. Dieser erhebliche
Zuwachs an Kapazität und Komfort für die Passagiere wird die Frankfurt-
Anbindung stabilisieren und auch hier Wachstum produzieren.
Die dba hat die Streckenaufnahme nach München mit Boeing 737 angekündigt,
und zwar im Low-Cost-Segment, also ab 15 EUR plus Gebühren. Diese Flüge
sollen 2 x täglich im Tagesrandverkehr eingesetzt werden. Bereits nach der
Ankündigung dieser Streckenneuaufnahme war nach Auskunft der dba die
Buchungssituation so erfreulich, dass sich die dba noch vor der
Streckenaufnahme (April 2005) entschlossen hat, von vornherein mit 3
Verbindungen zu beginnen. Die Auslastung der neuen Flüge war bereits in den
ersten Wochen sehr positiv und übertraf die Erwartungen der Airline.
Als Gegenreaktion hat die Deutsche Lufthansa mittlerweile entschieden, ab
Mai dieses Jahres ebenfalls einen Jet auf der München-Strecke (6 mal am
Tag) einzusetzen.
Zwei der durch die city-air-Insolvenz verlorenen Strecken, nämlich Berlin
und Zürich, konnten durch die EAE kurze Zeit nach der Einstellung dieser
Strecken wieder aufgenommen werden und befinden sich Anfang 2005 bereits in
einer Stabilisierungsphase.
Auch die Vorjahreseinschätzungen, dass der Luftverkehr auf Wachstumsimpulse
der deutschen Wirtschaft immer verzögert reagiert, ein Wachstum sich dann
-3-
zunächst auf den Großflughäfen manifestiert (Nachfragesituation und Slots)
bis es die Fläche erreicht, scheint sich zu bestätigen.
Risikomanagement
Die Risikoberichterstattung ist, wie in den Vorjahren, auch im Jahre 2004 2
x jährlich erfolgt, und zwar zum Zeitpunkt der jeweils gemeinsamen
Sitzungen von Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung. Neben einer Reihe
nahezu regelmäßig auftauchender Risikomeldungen sind vor allem zwei Risiken
deutlich hervorgehoben worden. Eines befasst sich mit den Konsequenzen aus
dem neuen Luftsicherheitsgesetz, das erhebliche Kostenrisiken auf die
Flughäfen abwälzt. So muss die Kontrolle von Flughafenpersonal und Personal
von Konzessionären im Verantwortungsbereich (und damit auch auf Kosten) der
Flughäfen durchgeführt werden.
Der Flughafen wird gemeinsam mit anderen nordrhein-westfälischen Flughäfen,
jedoch im Sinne einer Risikovermeidungs- bzw. Begrenzungsstrategie,
Verfassungsklage erheben, da hier nach Rechtsauffassung des FMO eindeutig
hoheitliche Aufgaben auf privatwirtschaftliche Strukturen abgewälzt werden
sollen.
Die Rechtsmeinung wird vom renommierten Verfassungsrechtler, Prof.
Ronellenfitsch, massiv unterstützt.
Der zweite Risikobereich befasst sich mit dem Thema Konzessionsabgaben. Ein
Kommissionsurteil, das den Flughäfen keine Konzessionseinnahmen infolge
eines „abstrakten“ Marktzugangs zugestehen will, sondern allenfalls eine
kostenbasierte, transparente und diskriminierungsfreie Erhebung eines
Zugangsentgeltes, stößt bei den Airlines auf erheblichen Widerstand. In
einigen Fällen wurde Klage erhoben, dem Flughafen Münster/Osnabrück wurde
der Streit verkündet, jedoch der Streit ruhend gestellt. Im Rahmen des
Flughafenverbandes (ADV) und in zahlreichen Einzelgesprächen wird der Weg
des Durchsetzens eines Zugangsentgeltes weiterverfolgt. Der Ausgang der
Prozesse und Verhandlungen ist jedoch als ungewiss einzustufen.
Der eingeschlagene Weg, Risiken zu vermeiden bzw. zu minimieren, wird
seitens der Geschäftsführung weitergeführt. Auch das Abwälzen von Risiken
(Versicherungen) ist fortgesetzt werden. Hier ist durch Einschaltung eines
Versicherungsmaklers bereits der versicherungsmäßige Einschluss von bislang
unversicherten Risiken kostenneutral gelungen. Das Bewusstsein nicht
vermeidbare oder nicht versicherbare Risiken bewusst und verantwortungsvoll
zu übernehmen, ist jedoch in einem unternehmerisch geführten Betrieb
unvermeidlich. Gleichwohl sind wesentliche bzw. bestandsgefährdende Risiken
der künftigen Entwicklung derzeit nicht erkennbar.
Vorgänge von besonderer Bedeutung sind nach Schluss des Geschäftsjahres
nicht eingetreten.
Greven, 22. April 2005
Flughafen Münster/Osnabrück GmbH
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Beratungsverlauf (2)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungDetails
- Vorlagen-Nr.
- V/0497/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 06.06.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37