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A-R/0021/2019

Münster schützt das Klima – mit Hilfe von katasterbezogener Thermografiebefliegung Energieverluste lokalisieren und beseitigen

Antrag an den Rat 26.03.2019

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 03.04.2019, TOP 37.10

a-r-0021-2019-03_26 Antrag Thermografie

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a-r-0021-2019-03_26 Antrag Thermografie

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Antrag an den Rat Nr.: A -R/0021/2019  
 
 
 
 
 
 
 
Münster, 26.03.2019 
 
Münster schützt das Klima – mit Hilfe von katasterbezogener 
Thermografiebefliegung Energieverluste lokalisieren und 
beseitigen 
 
 
 
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 
 
 
1.  die Verwaltung prüft, wie ein Verfahren zum Einsatz von katasterbezogener 
Thermografiebefliegung in Münster zur Lokalisierung bestehender Energieverluste an 
Gebäuden in der gesamten Stadt entwickelt und umgesetzt werden kann. Dabei sind 
auch die Dächer öffentlicher und gewerblicher Gebäude zu berücksichtigen. 
 
2.  Die Prüfung schließt ein: 
2.1.  einen Einsatz von katasterbezogener Thermographie-Befliegung mittels eines 
Spezialflugzeugs bzw. Drohne 
2.2.  ein freiwilliges Angebot einer unabhängigen Energie- und Investitionsberatung für 
Hausbesitzer, 
2.3.  Hinzuziehung von Kooperationspartnern aus dem Energiesektor, z.B. Energieberater, 
die Stadtwerke Münster, die Verbraucherzentrale oder die Handwerkskammer, 
2.4.  Akquise von öffentlichen Zuschüssen. 
 
 
Begründung 
 
Die Sanierung von Schwachstellen in der Gebäudedämmung bestehender Gebäude stellt den 
wichtigsten Faktor bei der Verringerung von Energieverbrauch und CO2-Ausstoß deutscher 
Immobilien dar. Dies sind die effektivste und effizienteste Art und vor allem die dringendste 
Maßnahme zur Senkung des Energieverbrauchs von Gebäuden. Über 80 % des Bestandes 
deutscher Gebäude weisen einen Dämmstandard die achtziger Jahre oder älter. Schlecht 
oder unzureichend gedämmte Gebäude sind wahre Energiefresser. Hier besteht ein 
dringender Handlungsbedarf. Mit dem Einsatz geringer Mittel lässt sich eine wesentliche 
Verbesserung des Energieverbrauchs von Gebäuden in Münster realisieren. Außerdem schafft 
eine gute Dämmung eine ausgeglichene Bilanz zwischen Wärmeverlust und Wärmeaufnahme 
von außen und beugt dank Feuchteschutz die Schimmelbildung vor. Die Einsparung von

Heizenergie durch Maßnahmen im vorhandenen Gebäudebestand stellt das mittelfristig größte 
realisierbare Potential zur Minderung des CO2-Ausstoßes dar. Dämmen erhält oder steigert 
den Wert des Gebäudes und erhöht den Schallschutz.  
 
Überdies stützt die Gebäudemodernisierung die heimische Wirtschaft, da sämtliche 
durchzuführenden Maßnahmen, von der Planung über den Rohbau bis zum Ausbau in der 
Regel von heimischen kleineren Handwerksunternehmen ausgeführt werden. Gleichzeitig kann 
hiermit neuer Wohnraum geschaffen werden, zum Beispiel durch Ausbau vorhandener 
Dachflächen bei gleichzeitiger thermischer Sanierung oder durch Vergrößerung von Gebäuden 
im Zuge der thermischen Sanierung (Aufstockung/Anbau). Das bedeutet einen 
Doppelgewinn für das Projekt. 
 
Bei der Suche nach Defiziten in der Gebäudedämmung können ganzheitliche thermografische 
Untersuchungen aus der Luft helfen. Thermografie ist in den letzten Jahren zu einem 
wichtigen Thema in Industrie und Bausektor geworden. Mit Hilfe von Thermografie können 
ganz schnell Wärmeverluste identifiziert werden, die sonst unentdeckt bleiben.  
 
Es wird beantragt, gezielt ein Einsatz der katasterbezogenen Thermografiebefliegung mittels 
eines Spezialflugzeugs in Münster zu prüfen. Mit modernen Wärmebildkameras lassen sich 
Wärmebrücken, potentiell feuchte-anfällige Stellen oder undichte Stellen in Dächern 
detektieren.  
 
Zum im Prüfantrag vorgeschlagenen Verfahren soll eine Mitteilung der Ergebnisse an die 
Hausbesitzer und ein individuelles und freiwilliges Beratungsangebot gehören, das sich an 
die Gebäudeeigentümer  richtet. Neben dem persönlichen Wärmebild zum jeweiligen 
Gebäude , mit dem ein möglicher Wärmeverlust des Daches erkannt und bestimmt werden 
kann, können Erläuterungen zum weiteren umfangreichen und unverbindlichen 
Beratungsangebot mitgeliefert werden . Die Hauseigentümer erhalten eine Möglichkeit, sich mit 
den Möglichkeiten der energetischen Optimierung auseinanderzusetzen und für sich zu 
ermitteln, welche Einsparpotenziale bestehen.  
 
Bereits einige Kommunen haben gute Erfahrungen mit thermografischer Befliegung gemacht. 
Unter anderem hat die Stadt Osnabrück eine katasterbezogene Befliegung im Rahmen des 
Masterplans 100% Klimaschutz eingesetzt. Auch die Gemeinde Ense im Kreis Soest hat in 
Kooperation mit der RWE Flug-Thermografie für die Steigerung der Energieeffizienz im 
Gebäudebestand sehr gute Erfolge erzielt. Die Wärmebilder wurden anschließend den 
interessierten Hauseigentümern kostenfrei und nur für das jeweilige Eigentum zur Verfügung 
gestellt.  
Einen ähnlichen Weg ist ebenfalls die Gemeinde Rheinbach gegangen, die mittels eines 
Spezialflugzeugs Thermografie-Bilder des gesamten Stadtgebietes erstellen ließ und den 
Immobilienbesitzern anschließend mit einem umfangreichen individuellen Beratungsangebot zur 
Verfügung stellte. Für eine anbieterunabhängige und individuelle Beratung der

Gebäudeeigentümer stand in diesem Fall die Verbraucherzentrale NRW mit ihrem  Netzwerk 
von qualifizierten Energieberatern zur Verfügung. 
 
Der Kreis Gütersloh hat in Zusammenarbeit mit dem kommunalen Projektbeauftragten und 
der Kreishandwerkerschaft als Sponsor ein Modellprojekt entwickelt und umgesetzt, dass laut 
einer Auswertung des Kreises aus vier Jahren der Einsatz von Thermografie und 
Energieberatung rund neun Millionen Euro Sanierungsvolumen auslöste. Die positive Bilanz 
der vergangenen Jahre veranlasste den Kreis und die umliegenden Kommunen, die fünfte 
Runde der gesponserten Thermografie plus Energieberatung durchzuführen.  
 
Münster kann mit dem Einsatz von katasterbezogener Thermografie für eine messbare 
Steigerung der Energieeffizienz sorgen. Die gezielt durchgeführten Messungen unterstützen 
eine Auswahl sinnvoller Energiesparmaßnahmen und helfen bei der Bewertung von 
Einsparpotenzialen und ihrer Wirtschaftlichkeit.  
 
Münster, 26.03.2019 
 
gez. Stefan Weber gez. Otto Reiners 
und CDU-Fraktion und Bündnis ´90/Die Grünen/GAL Fra ktion

Beratungsverlauf (1)

03.04.2019 Rat
TOP 37.10 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

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Details

Aktenzeichen
A-R/0021/2019
Typ
Antrag an den Rat
Datum
26.03.2019
Erstellt
06.10.2020 14:37