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2014/0347

Darmstädter Bürgerhaushalt 2014 - - IDEE # 529: Belegung Künstlerhäuser Park Rosenhöhe - IDEE # 534: Heranführung Schüler/innen an Kultur und Wissenschaft

Magistratsvorlage 26.08.2014

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2014/0347

10784 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
09.09.2014 
an den Magistrat 
 
  zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor  
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat I  an die Stadtverordnetenversammlung 
 
  OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss- 
       fassung Fachausschuss 
 
Amt: Kulturreferent 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2014/0347 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
Produkt-Nr.:        
Kostenstelle:        Investitionsnummer:        
Kostenträger:        Sachkonto:        
 
Betreff: Darmstädter Bürgerhaushalt 2014 - 
- IDEE # 529: Belegung Künstlerhäuser Park Rosenhöhe 
- IDEE # 534: Heranführung Schüler/innen an Kultur und Wissenschaft 
 
Vorlage vom: 26.08.2014 
 
Beschlussvorschlag : 
 
Der Magistrat nimmt die Stellungnahmen und Berichte der Fachverwaltung zu den im Betreff 
genannten Vorschlägen zur Kenntnis. 
 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 26.08.2014 
 
 
 
Für den Darmstädter Bürgerhaushalt 2014 wurden folgende Vorschläge eingebracht: 
 
IDEE # 529:  Belegung Künstlerhäuser Park Rosenhöhe 
 
Die Vergabe der Belegung der von der Stadt Darmstadt mitfinanzierten Künstlerhäuser im Park 
Rosenhöhe soll transparent gemacht werden. Belegung auf Lebzeiten oder für Erben muss 
ausgeschlossen werden. Nutzer die etabliert sind, ausreichend Einkommen erzielen oder nicht mehr 
aktiv sind sollen ausziehen. Die Häuser sollen bedürftigen KünstlerInnen zur Verfügung gestellt 
werden. 
 
Der Vorschlag erhielt 106 Ja-Stimmen und 10 Nein-Stimmen.  
 
Stellungnahme der Verwaltung 
: 
 
Die Neue Künstlerkolonie auf der Rosenhöhe wurde 1953 initiiert. Prinz Ludwig von Hessen 
und bei Rhein, Sohn des Begründers der ersten Künstlerkolonie, stellte einen Teil des 
damaligen großherzoglichen Grundbesitzes zur Verfügung um einen „Beitrag zur Überwindung 
der Nöte der geistig und künstlerisch Schaffenden“ zu leisten. Der daraufhin gegründete Verein 
Neue Künstlerkolonie e.V. verfolgte den Zweck, dort Häuser zu errichten, die im Sinne der 
Künstlerförderung geistig und künstlerisch Schaffenden zu einem niedrigen Mietzins 
(Selbstkostenpreis) langfristig zur Verfügung gestellt werden sollten. Durch Finanzierungshilfen 
der Wiederaufbau GmbH und der Stadt Darmstadt entstanden sieben Bungalows mit Ateliers 
im Ludwig-Engel-Weg. Ferner zwei Bungalows im Edschmidweg. Die 1965 bis 1967 nach 
Entwürfen u.a. von Kargel, Prange und Giefer/Mäckler erbauten sind beispielhaft für die 
Architektur der späten 1960er Jahre und genießen Ensembleschutz. Nach Auflösung des 
Vereins 1973 gingen die Häuser in das Eigentum der Stadt über, die es gemäß dem 
satzungsmäßigen Zweck des Vereins zu verwenden hat. 
 
Mit der Ansiedlung kultureller Persönlichkeiten von überregionalem und nationalem Rang 
entstand ein Ort kulturell und künstlerisch wegweisenden und qualitativ hochwertigen 
Schaffens.  
 
Im Rahmen der Letztvergaben (2002 und 2010) zeigte sich, dass der bauliche Zustand der 
Häuser eine umfangreiche Sanierung und Modernisierung erfordert. Dies wird auch ein Thema 
bei künftigen Vergaben freier bzw. freiwerdender Häuser sein. 
 
Zum aktuellen Zeitpunkt sind alle 9 Häuser vermietet bzw. mittels Leihvertrag an 
Kulturschaffende bzw. deren Hinterbliebene überlassen. 
 
Das strenge Mietrecht lässt eine vermieterseitige Kündigung – ebenso wie die Befristung von 
Wohnungsmietverhältnissen – nur bei Vorliegen eines der in den §§ 573 und 575 BGB 
aufgeführten gesetzlichen Gründe zu. Diese greifen aber hier nicht. Eine vermieterseitige 
Kündigung von Seiten der Stadt ist daher nicht möglich. 
 
Die Kulturverwaltung  hat jüngst eine umfängliche Gesamtdarstellung im Bereich Bildende 
Kunst erstellt und darin u. a. die zugänglichen Ateliers in der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
erfasst. Ziel ist es, im Sinne der IDEE # 529 ein transparentes Vergabeverfahren zu realisieren.

- 4 - 
Dieses befindet sich derzeit in der Ausarbeitung und wird sodann den städtischen Gremien zur 
Beschlussfassung vorgelegt. 
 
IDEE # 534:  Heranführung Schüler/innen an Kultur und Wissenschaft 
 
Auf Initiative der Stadt Darmstadt soll eine Kooperation zwischen den Kultureinrichtungen sowie den 
wissenschaftlichen Institutionen innerhalb der Stadt Darmstadt mit dem Schulamt und sämtlichen 
SchulleiterInnen vereinbart werden. Die SchülerInnen aller Schulen sollen im Klassenverband pro 
Schuljahr eine kulturelle oder wissenschaftliche Veranstaltung besuchen. Diese soll nach Möglichkeit 
von den Anbietern der Veranstaltungen durch pädagogisches Fachpersonal persönlich oder mit 
Unterrichtsmaterial vor- und/oder nachbereitet werden. Die SchülerInnen sollen auf diesem Weg an 
Kultur und Wissenschaft herangeführt werden. Der Reichtum des Angebots in der Stadt Darmstadt 
wird erlebbar gemacht. Eine Nutzung ins Erwachsenenalter kann sich verstetigen. 
 
Der Vorschlag erhielt 88 Ja-Stimmen und 9 Nein-Stimmen 
 
Stellungnahme der Verwaltung: 
 
 
IDEE # 534: Heranführung Schüler/innen an Kultur und Wissenschaft 
 
Kulturelle Bildung ist ein wichtiges Anliegen der Wissenschaftsstadt Darmstadt. Aus diesem 
Grunde engagieren sich die städtischen Kultureinrichtungen bereits in hohem Maße 
dahingehend, dass einzelne Schüler/innen und Schulgruppen innerhalb und außerhalb des 
schulischen Alltags am Kulturprogramm ihrer jeweiligen Einrichtungen partizipieren.  
 
-  SchuleKreativ ist seit mehr als zehn Jahren in Darmstadts Schulen hinein aktiv: Die Welt der 
 Kunstschaffenden für Kinder und Jugendliche zu öffnen und den Schülern Einblick zu geben 
 in die Leidenschaft und das kreative Potenzial dieses Berufsstandes ist eines der Ziele. Dies 
 wird unter anderem dadurch erreicht, dass die Schüler sich im unmittelbaren Werkprozess 
 mit einem Künstler auseinandersetzen, zugleich aber auch im Dialog miteinander entspre-
 chende Impulse aufgreifen. 
 
Museen und Ausstellungshäuser 
- Die Mathildenhöhe Darmstadt veranstaltet einmal jährlich eine Familienwoche, welche die 
 jeweils aktuelle Ausstellung zum Thema macht. Außerdem bietet die MH kostenlose Lehrer 
 führungen und kostenlosen Eintritt für Schulklassen.    
 
- Das Hessische Landesmuseum Darmstadt bietet neben Fortbildungsangeboten für Leh-
 rer/innen, Erzieher/innen und Sozialpädagogen/innen auch Workshops für Kinder und 
 Schulen an. 
 
- Die Kunsthalle Darmstadt bietet in regelmäßigen Abständen Workshops und Malkurse an. 
 
Literatur: 
- Das jährlich stattfindende Literaturfestival „Huch ein Buch“ mit  insgesamt 18 Lesungen an 
 zwölf verschiedenen Orten in der Darmstädter Innenstadt richten sich an Jugendliche und 
 Kinder zwischen 5 und 17 Jahren. Zusätzlich zu den öffentlichen Terminen können die Auto-
 ren auch direkt an Schulen in Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg eingeladen 
 werden.

- 5 - 
- Schulen haben die Möglichkeit namhafte Autoren einzuladen und das Honorar über die 
 Stadt Darmstadt abzurechnen 
 
- Das Literaturhaus Darmstadt bietet allen Schulgruppen kostenlosen Eintritt zu Lesungen. 
 
- Die Bürgerstiftung Darmstadt organisiert für Kinder im Grundschulalter Vorlesungen in ei-
 nem echten Hörsaal mit echten Professoren.  
 
- Bücherkoffer - In Zusammenarbeit mit Darmstädter Grundschulen und Buchhandlungen 
 motiviert die Bürgerstiftung Darmstädter Drittklässler zum Lesen. Nach einem erfolgreichen 
 Pilotprojekt packt die Bürgerstiftung Darmstadt  Bücherkoffer für Schulen.  
 
 
Theater 
- Im pädagogischen Angebot des Staatstheaters finden sich Kooperationen zwischen Schul- 
 und Staatsorchester, Mitmachkonzerte, Vor- und Nachbereitungen von Stücken für Schul 
 gruppen, Theaterworkshops, Probenbesuche mit Vorstellungen, bei dem Schüler den Insze 
 nierungsprozess und dann das Ergebnis erleben. Patenklassen können den Verlauf einer 
 Inszenierung vom Konzeptionsgespräch bis zur Premiere miterleben. Lehrern haben die 
 Möglichkeit Einblicke und Einführungen in die Probenarbeit zu erhalten und können auf 
 digitale Materialmappen zu ausgewählten Stücken zugreifen. 
 
- TUSCH Darmstadt schließt Kooperations-Vereinbarungen zwischen den  jeweiligen Theater- 
 und Schulpartnerschaften, in denen sich beide Seiten zu einer verlässlichen Zusammenar-
 beit verpflichten. TUSCH gewährleistet darin, die Arbeit personell und finanziell zu unter-
 stützen. Regelmäßige Treffen und Tandem-Fortbildungen, kontinuierliche Beratung und 
 Begleitung sind Bestandteil des TUSCH-Netzwerkes. Ein jährliches sog. Kernprojekt steht im 
 Mittelpunkt jeder Partnerschaft, sodass am Ende des Schuljahres beim TUSCHpektakel eine 
 Werkschau zu sehen sein wird.  
 
- Darüber hinaus ist auf das umfängliche Programm der Darmstädter Kinder- und Jugend- 
 theater in der freien Szene zu verweisen, die dezidiert kulturelle Bildung im Bereich der dar-
 stellenden Künste mit ihrem breiten Themenspektrum abdecken. 
 
Ebenso sind im Bereich von Wissenschaft und Forschung bereits projektbezogene 
Kooperationen zwischen den Kultureinrichtungen und den Hochschuleinrichtungen in der 
Wissenschaftsstadt Darmstadt zu verzeichnen.  
 
Wissenschaft 
- Die in 2011 gegründete Kinderuni Darmstadt bietet inzwischen ein reiches Repertoire an 
 Bildungsmaßnahmen für Kinder ab 8 Jahren. Nicht nur die Vorlesungen mit offiziellen Ko 
 operationspartnern wie Hochschule Darmstadt, ESOC/ ESA und GSI treffen auf große Nach-
 frage, sondern auch die neu entwickelten Lerntrainings nach neuesten Erkenntnissen der 
 Hirnforschung, die experimentellen KID GOES MINT-Workshoptage etc. Auch zum Angebot 
 gehören die ScienceCamps, Exkursionen, Vorträge für Eltern und ganz neu in 2013 der KID 
 Forscherclub, der KID Wirtschaftsclub, der KID Denkerclub und der KID Kunstclub. 
 
- Das Ferien-Aktionsprogramm „Wissen ist cool“ lädt dazu ein, sich mit einem jährlich wech-
 selnden Thema zu beschäftigen und will Kindern die Wissenschaft auf unterhaltsame Art 
 und Weise näherbringen.

- 6 - 
 
Die Weiterentwicklung einer  entsprechenden  Zusammenarbeit, die unmittelbar in den 
jeweiligen Lehrplan einer Schule eingreift bzw. zu integrieren ist, muss allerdings mit dem 
zuständigen Kultusministerium des Landes Hessen abgestimmt werden. Hierauf hat die Stadt 
selbst keinen unmittelbaren Einfluss. 
 
Es ist ein grundsätzliches Anliegen der Wissenschaftsstadt Darmstadt, im Sinne der  IDEE 
#534   den wissenschaftlichen und  den musischen Bereich der Schulbildung zu intensivieren. 
 
Darmstadt, 26.08.2014 
 
 
Der Dezernent I    Der Dezernent IV 
 
 
 
Jochen Partsch    André Schellenberg     
Oberbürgermeister    Stadtkämmerer

Beratungsverlauf (4)

TOP 409
TOP 31 zur Kenntnis
TOP 54
TOP 7

Orte (2)

  • Ludwig-Engel-Weg
  • Edschmidweg

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Details

Vorlagen-Nr.
2014/0347
Typ
Magistratsvorlage
Datum
26.08.2014
Erstellt
29.09.2026 00:00