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V/0477/2008

Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL an den Rat Nr. A-R/0009/2008 "Integration vor Aussonderung"

Vorlagen 26.05.2008

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Nächste Beratung: Hauptausschuss, Sitzung am 18.06.2008, TOP 2.5

Anlage 1: a-r-0009-2008 "Integration vor Aussonderung"

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Beschlussvorlage

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Anlage 1: a-r-0009-2008 "Integration vor Aussonderung"

3509 Zeichen

1 
 
Antrag an den Rat Nr. A-R/0009/2008  
 
  
 
 
 
 
Der Rat möge beschließen: 
Der Gemeinsame Unterricht (GU) von Kindern mit sonderpädagogischem 
Förderbedarf im Regelschulsystem wird ausgebaut und auf die SEK I-Stufe 
erweitert. 
1) Der Gemeinsame Unterricht in der Primarstufe wir d ausgebaut.  
2) Der Gemeinsame Unterricht wird auf das weiterfüh rende Schulsystem (SEK I) 
ausgeweitet. 
3) Die Ausbaumaßnahmen nehmen sich grundsätzlich de r besonderen Bedürfnisse 
aller Behinderungsgruppen an, konzentrieren sich in den ersten Schritten zunächst 
auf die Belange der LB- und E-Schüler/-innen. 
4) Die Stadt Münster fördert den GU (Investitions-,  Budget-, Personalmittel) auf dem 
Niveau von 1996 (Beginn des GU an der Wartburgschule). 
5) Die Stadt Münster setzt sich bei der Landesregie rung für die Bewilligung der 
notwendigen Mehrbedarfsstunden ein. 
Begründung: 
Die ungebrochene Praxis des NRW-Schulsystems, Kinder mit sonderpädagogischem 
Förderbedarf in Sondereinrichtungen abzuschieben, ist scharf zu kritisieren. Anstatt sie in 
der Regelschule ihren Begabungen entsprechend zu fördern, müssen sie in Münster nach 
wie vor und oft gegen den Willen der Eltern Förderschulen besuchen, wo sie in der Regel 
ihre Bildungskarrieren auch beenden. Dabei ist ca. ein Drittel der Förderschüler/-innen 
tatsächlich „behindert“, 60% sind verhaltensauffällig oder „Grenzgänger“. Acht von zehn 
verlassen diese Schulform ohne Abschluss, mit einer deutlichen Überrepräsentanz von 
Kindern mit Migrationsvorgeschichte in LB- und E-Schulen. Lediglich 14% der Kinder mit 
besonderem Förderbedarf wurden in die Regelschule aufgenommen. Andere europäische 
Länder, vor allem die PISA-Gewinner, kennen gar keine Förderschulen, sondern haben 
eine Schule für alle. 
Die Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Grundschule 
stand schon mal besser da und war ein Erfolgsprogramm. In heterogen 
zusammengesetzten Lerngruppen wird dort individuell gefördert und präventiv gearbeitet. 
Seitdem jedoch – vor allem durch die Kürzung der sogenannten Mehrbedarfsstunden für 
die besondere Betreuung von Kindern mit Behinderungen – droht der GU kaputt gespart zu 
werden.  
Seit dem Schulgesetz 2005 soll auf Betreiben der Landesgrünen in jeder kreisfreien Stadt 
mindestens ein weiterführendes integratives Schulangebot vorgehalten werden. Diese 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL 
Ratsfraktion Münster 
 
Bremer Str. 54 
48155 Münster 
 
Fon: 0251 / 8 99 58 10 
Fax: 0251 / 8 99 58 15 
gruene.ratsfraktion@muenster.de 
www.gruene -muenster.de 
Antrag 
 
„Integration vor Aussonderung“
 
05.02.2008

2 
 
Vorgabe ist bisher in Münster in der SEK I nicht umgesetzt worden. Viele Städte in NRW 
sind mittlerweile weiter, in Bonn gibt es bereits sechs GU-Angebote in der SEK I/II. Die 
Bereitschaft einer Münsteraner Hauptschule, künftig integrativ zu arbeiten, ist sehr zu 
begrüßen. Ein Ausbau der schulischen Angebote zur Integration „verhaltensinteressanter“ 
Jugendlicher ist aber mittlerweile dringlich. Rat und Verwaltung müssen dafür Sorge 
tragen, dass künftig jedes Kind in der Regelschule gefördert wird und die Schulen in ihrer 
Bereitschaft jede Unterstützung erhalten.  
 
gez. Manfred Kehr 
gez. Helga Bennink 
gez. Wilhelm Breitenbach 
gez. Brigitte Hasenjürgen 
gez. Christof Hoffmann 
gez. Hery Klas 
gez. Maria Klein-Schmeink 
gez. Jutta Möllers 
gez. Jörn Möltgen 
gez. Carsten Peters 
gez. Tim Rohleder 
gez. Ilse Schleef 
gez. Dr. Rita Stein-Redent 
gez. Brigitte von Schoenebeck

Beschlussvorlage

3044 Zeichen

V/0477/2008 
DER OBERBÜRGERMEISTER 
Amt für Schule und Weiterbildung 
 
 
 
 
 
 
 
 
Betrifft 
 
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL an den Rat Nr. A-R/0009/2008 "Integration vor 
Aussonderung" 
 
 
 
Beratungsfolge 
 
 
18.06.2008 Hauptausschuss Entscheidung
 
 
Beschlussvorschlag: 
 
Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, Nr. A-R/0009/2008 an den Rat „Integration 
vor Aussonderung“ (s. Anlage) wird zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Schule und Wei-
terbildung verwiesen. 
 
 
 
Begründung: 
 
Mit dem beigefügten Ratsantrag wird das Ziel verfolgt, den gemeinsamen Unterricht für behinderte 
und nicht behinderte Schülerinnen und Schüler in der Primarstufe weiter auszubauen und auf das 
weiterführende Schulsystem (Sekundarstufe I) auszuweiten. Dabei soll keine Behinderungsart 
ausgeschlossen werden, mit allen baulichen Konsequenzen, wobei sich notwendige Ausbaumaß-
nahmen in den ersten Schritten auf die Belange der Schüler/innen mit den Förderbedarfen Lernen 
und soziale und emotionale Entwicklung konzentrieren sollen.  
 
Darüber hinaus soll der Schulträger den gemeinsamen Unterricht bezogen auf die Investitions-, 
Budget- und Personalmittel auf dem Niveau des Jahres 1996 (Beginn des GU an der Wartburg-
Grundschule) fördern.  
 
Stellungnahme der Verwaltung und weiteres Verfahren: 
 
Bereits im September 2007 hatte die Untere Schulaufsicht dem Schulträger ihre Absicht mitgeteilt, 
zum Schuljahr 2008/2009 an der Droste-Hauptschule Roxel aufbauend einen integrativen Haupt-
schulzweig (Jahrgangsstufen 5 – 10) für behinderte und nicht behinderte Schülerinnen und Schüler 
einzurichten.  
 
Der Rat hat dieser Maßnahme in seiner Sitzung am 12.03.2007 zugestimmt und die erforderlichen 
personellen und sächlichen Mittel bereitgestellt. Nach den Sommerferien 2008 werden die organi-
Vorlagen-Nr.: 
V/0477/2008 
Auskunft erteilt: 
Herr Mörchen 
Ruf: 
492 40 50 
E-Mail: 
Moerchen@stadt-muenster.de  
Datum: 
26.05.2008 
Öffentliche Beschlussvorlage

- 2 - 
V/0477/2008 
satorischen und personellen Voraussetzungen für den Beginn des gemeinsamen Unterrichtes vor-
liegen.  
 
Langfristiges Ziel des Schulträgers ist es, dass an mindestens einer Schule jeder weiterführenden 
Schulform integrative Lerngruppen angeboten werden. (s. Ratsbeschluss zur Ratsvorlage 
V/0104/2007 vom 21.02.2007: „Der Rat erklärt seine Bereitschaft, mittelfristig an einer städtischen 
weiterführenden Schule im Bereich der Sekundarstufe I eine integrative Lerngruppe einzurichten. 
Langfristiges Ziel ist es, dass an mindestens einer Schule jeder weiterführenden Schulform inte-
grative Lerngruppen angeboten werden.“) 
 
Über den gemeinsamen Unterricht an der Droste-Hauptschule Roxel und das weitere Verfahren 
wird die Verwaltung dem Ausschuss für Schule und Weiterbildung Ende des Jahres 2008 berich-
ten. Dabei wird auch der beigefügte Ratsantrag mit einbezogen.  
 
 
I.V. 
 
gez. 
 
Dr. Hanke 
Stadträtin 
 
 
 
Anlage
 
 
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL an den Rat  
„Integration vor Aussonderung“

Beratungsverlauf (1)

18.06.2008 Hauptausschuss
TOP 2.5 Entscheidung Entscheidung

Beschluss: einstimmig beschlossen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Bremer Straße 54

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Details

Vorlagen-Nr.
V/0477/2008
Typ
Vorlagen
Datum
26.05.2008
Erstellt
06.10.2020 14:37