V/0477/2008
Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL an den Rat Nr. A-R/0009/2008 "Integration vor Aussonderung"
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Anlage 1: a-r-0009-2008 "Integration vor Aussonderung"
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1 Antrag an den Rat Nr. A-R/0009/2008 Der Rat möge beschließen: Der Gemeinsame Unterricht (GU) von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Regelschulsystem wird ausgebaut und auf die SEK I-Stufe erweitert. 1) Der Gemeinsame Unterricht in der Primarstufe wir d ausgebaut. 2) Der Gemeinsame Unterricht wird auf das weiterfüh rende Schulsystem (SEK I) ausgeweitet. 3) Die Ausbaumaßnahmen nehmen sich grundsätzlich de r besonderen Bedürfnisse aller Behinderungsgruppen an, konzentrieren sich in den ersten Schritten zunächst auf die Belange der LB- und E-Schüler/-innen. 4) Die Stadt Münster fördert den GU (Investitions-, Budget-, Personalmittel) auf dem Niveau von 1996 (Beginn des GU an der Wartburgschule). 5) Die Stadt Münster setzt sich bei der Landesregie rung für die Bewilligung der notwendigen Mehrbedarfsstunden ein. Begründung: Die ungebrochene Praxis des NRW-Schulsystems, Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Sondereinrichtungen abzuschieben, ist scharf zu kritisieren. Anstatt sie in der Regelschule ihren Begabungen entsprechend zu fördern, müssen sie in Münster nach wie vor und oft gegen den Willen der Eltern Förderschulen besuchen, wo sie in der Regel ihre Bildungskarrieren auch beenden. Dabei ist ca. ein Drittel der Förderschüler/-innen tatsächlich „behindert“, 60% sind verhaltensauffällig oder „Grenzgänger“. Acht von zehn verlassen diese Schulform ohne Abschluss, mit einer deutlichen Überrepräsentanz von Kindern mit Migrationsvorgeschichte in LB- und E-Schulen. Lediglich 14% der Kinder mit besonderem Förderbedarf wurden in die Regelschule aufgenommen. Andere europäische Länder, vor allem die PISA-Gewinner, kennen gar keine Förderschulen, sondern haben eine Schule für alle. Die Integration von Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Grundschule stand schon mal besser da und war ein Erfolgsprogramm. In heterogen zusammengesetzten Lerngruppen wird dort individuell gefördert und präventiv gearbeitet. Seitdem jedoch – vor allem durch die Kürzung der sogenannten Mehrbedarfsstunden für die besondere Betreuung von Kindern mit Behinderungen – droht der GU kaputt gespart zu werden. Seit dem Schulgesetz 2005 soll auf Betreiben der Landesgrünen in jeder kreisfreien Stadt mindestens ein weiterführendes integratives Schulangebot vorgehalten werden. Diese Bündnis 90/Die Grünen/GAL Ratsfraktion Münster Bremer Str. 54 48155 Münster Fon: 0251 / 8 99 58 10 Fax: 0251 / 8 99 58 15 gruene.ratsfraktion@muenster.de www.gruene -muenster.de Antrag „Integration vor Aussonderung“ 05.02.2008 2 Vorgabe ist bisher in Münster in der SEK I nicht umgesetzt worden. Viele Städte in NRW sind mittlerweile weiter, in Bonn gibt es bereits sechs GU-Angebote in der SEK I/II. Die Bereitschaft einer Münsteraner Hauptschule, künftig integrativ zu arbeiten, ist sehr zu begrüßen. Ein Ausbau der schulischen Angebote zur Integration „verhaltensinteressanter“ Jugendlicher ist aber mittlerweile dringlich. Rat und Verwaltung müssen dafür Sorge tragen, dass künftig jedes Kind in der Regelschule gefördert wird und die Schulen in ihrer Bereitschaft jede Unterstützung erhalten. gez. Manfred Kehr gez. Helga Bennink gez. Wilhelm Breitenbach gez. Brigitte Hasenjürgen gez. Christof Hoffmann gez. Hery Klas gez. Maria Klein-Schmeink gez. Jutta Möllers gez. Jörn Möltgen gez. Carsten Peters gez. Tim Rohleder gez. Ilse Schleef gez. Dr. Rita Stein-Redent gez. Brigitte von Schoenebeck
Beschlussvorlage
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V/0477/2008 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Schule und Weiterbildung Betrifft Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL an den Rat Nr. A-R/0009/2008 "Integration vor Aussonderung" Beratungsfolge 18.06.2008 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, Nr. A-R/0009/2008 an den Rat „Integration vor Aussonderung“ (s. Anlage) wird zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Schule und Wei- terbildung verwiesen. Begründung: Mit dem beigefügten Ratsantrag wird das Ziel verfolgt, den gemeinsamen Unterricht für behinderte und nicht behinderte Schülerinnen und Schüler in der Primarstufe weiter auszubauen und auf das weiterführende Schulsystem (Sekundarstufe I) auszuweiten. Dabei soll keine Behinderungsart ausgeschlossen werden, mit allen baulichen Konsequenzen, wobei sich notwendige Ausbaumaß- nahmen in den ersten Schritten auf die Belange der Schüler/innen mit den Förderbedarfen Lernen und soziale und emotionale Entwicklung konzentrieren sollen. Darüber hinaus soll der Schulträger den gemeinsamen Unterricht bezogen auf die Investitions-, Budget- und Personalmittel auf dem Niveau des Jahres 1996 (Beginn des GU an der Wartburg- Grundschule) fördern. Stellungnahme der Verwaltung und weiteres Verfahren: Bereits im September 2007 hatte die Untere Schulaufsicht dem Schulträger ihre Absicht mitgeteilt, zum Schuljahr 2008/2009 an der Droste-Hauptschule Roxel aufbauend einen integrativen Haupt- schulzweig (Jahrgangsstufen 5 – 10) für behinderte und nicht behinderte Schülerinnen und Schüler einzurichten. Der Rat hat dieser Maßnahme in seiner Sitzung am 12.03.2007 zugestimmt und die erforderlichen personellen und sächlichen Mittel bereitgestellt. Nach den Sommerferien 2008 werden die organi- Vorlagen-Nr.: V/0477/2008 Auskunft erteilt: Herr Mörchen Ruf: 492 40 50 E-Mail: Moerchen@stadt-muenster.de Datum: 26.05.2008 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0477/2008 satorischen und personellen Voraussetzungen für den Beginn des gemeinsamen Unterrichtes vor- liegen. Langfristiges Ziel des Schulträgers ist es, dass an mindestens einer Schule jeder weiterführenden Schulform integrative Lerngruppen angeboten werden. (s. Ratsbeschluss zur Ratsvorlage V/0104/2007 vom 21.02.2007: „Der Rat erklärt seine Bereitschaft, mittelfristig an einer städtischen weiterführenden Schule im Bereich der Sekundarstufe I eine integrative Lerngruppe einzurichten. Langfristiges Ziel ist es, dass an mindestens einer Schule jeder weiterführenden Schulform inte- grative Lerngruppen angeboten werden.“) Über den gemeinsamen Unterricht an der Droste-Hauptschule Roxel und das weitere Verfahren wird die Verwaltung dem Ausschuss für Schule und Weiterbildung Ende des Jahres 2008 berich- ten. Dabei wird auch der beigefügte Ratsantrag mit einbezogen. I.V. gez. Dr. Hanke Stadträtin Anlage Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL an den Rat „Integration vor Aussonderung“
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Bremer Straße 54
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0477/2008
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 26.05.2008
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37