V/0589/2010
Antrag Nr. A-R/0055/2010 der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster vom 31.05.2010 "Schulterschluss mit der Region. Für eine Strategie der interkommunalen Partnerschaft"
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Vorlage_V_0589_2010_Anlage1
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Antrag an den Rat Nr. A-R/0055/2010 Antrag 31.05.2010 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Schulterschluss mit der Region. Für eine Strategie der interkommunalen Partnerschaft Um die regionale Zusammenarbeit der Stadt Münster d eutlich auszuweiten und das Thema strategisch zu besetzen, wird die Verwaltung um Erarbeitung eines Handlungsprogramms mit folgenden Schritten gebeten: 1. Bestandsaufnahme und Bewertung der bisherigen re gionalen Zusammenarbeit der Stadt Münster im Münsterland und darüber hinaus. 2. Darstellung der Perspektiven für eine Ausweitung der strategischen Zusammenarbeit und der gemeinsamen Profilierung in der Stadtregion, im Münsterland und in der grenzüberschreitenden Region mit Benennung konkreter Handlungsfelder und Möglichkeiten. Dabei ist auch auf Potentiale einer gemeinsamen Aufgabenerledigung in Verwaltung und in kommunalen Unternehmen einzugehen. 3. Etablierung einer regelmäßigen Berichterstattung zur regionalen Zusammenarbeit in den zuständigen städtischen Gremien. Begründung: Eine Stadtentwicklungspolitik, die sich ausschließl ich auf das jeweilige Stadtgebiet beschränkt, wird den erkennbaren Herausforderungen der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen nicht gerecht. Ob de mographischer Wandel, Klimaschutz, Verkehrsentwicklung, Wirtschaftsstrukt ur („Cluster“), Wohnungsmarkt oder gesellschaftlicher Zusammenhalt: Um eine auf s oziale, wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit ausgerichtete Entwicklun g zu sichern, muss die integrierte Planung von Stadt- und Regionalentwickl ung voran getrieben werden. Dabei ist die klassische räumliche Ordnung von hier archisch geregelten Zuständigkeiten zwischen Stadt und Region einem kom plexen Beziehungsgeflecht und - idealerweise - einem partnerschaftlichen Vers tändnis gewichen. Erforderlich sind ganzheitliche Strategien und abgestimmtes Hand eln aller am Prozess Beteiligten. Regionale Zusammenarbeit stellt daher eine alternat ivlose Aufgabe dar, die sich als übergeordneter Trend der sogenannten „Metropolisier ung“ in Deutschland und darüber hinaus dynamisch entwickelt. Der Zusammensc hluss zu Metropolregionen (z.B. Bremen-Oldenburg), Städteregionen (z.B. Aache n) oder interkommunalen Allianzen (z.B. Remscheid-Solingen-Wuppertal) antwo rtet auf unterschiedliche Herausforderungen der Standortentwicklung wie auch der bürgerschaftlichen Lebensverhältnisse. Diese Entwicklung wird zudem un ter dem Gesichtspunkt SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstraße 15 . 48143 Münster Telefon: (0251) 45 314 . Fax : (0251) 511 750 Mail: fraktion@spd-muenster.de www.spd-fraktion-muenster.de 2 möglicher Förderoptionen als Teil des europäischen Integrationsprozesses verstanden. Ein weiterhin zu beachtendes - und aufg rund der Debatten der letzten Jahre hochsensibles - Feld stellt die landesplaneri sche Diskussion in Nordrhein- Westfalen dar. Die Wahrung der Münster-Interessen i st hier als eine der Kernaufgaben einer künftigen Regionalstrategie unserer Stadt zu sehen. Auch die Stadt Münster bemüht sich seit einigen Jah ren um Fortschritte bei der regionalen Zusammenarbeit. Hierzu zählen vor allem die Kooperationsansätze im Rahmen der Stadtregion, des Städtedreiecks MONT (Mü nster-Osnabrück-Twente; siehe hierzu die Sitzungsvorlage an den hiesigen Re gionalrat Nr. 52/2009), der Euregio und einzelner Plattformen wie Münsterland e .V. Zuletzt formulierte das städtische Handlungsprogramm zum demographischen Wa ndel als Aufgabe den demographischen Schulterschluss mit den Nachbarkomm unen. Dennoch erscheint das Verständnis für die Notwendigkeit regionaler Zu sammenarbeit noch immer nicht flächendeckend vorhanden und die Dynamik regionaler Kooperation anderenorts nicht erreicht. Dabei steht Münster schon seit einiger Zeit vor der Herausforderung, einen Weg im Konzert der europäischen Regionen und ihrer Kernstä dte zu formulieren. Eine strategische Stadtentwicklungs- und Regionalpolitik unserer Stadt sollte hierzu mit integrierten Ansätzen helfen, die miteinander verfl ochtenen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Fragestellungen zu beantworten. Zu dem werden zunehmend auch fiskalische Effekte einer verstärkten interkommunalen Zusammenarbeit in der Region angesprochen und auf verschiedenen Handlungsfeldern thematisiert. Strukturpolitisch werden vor allem Wissenschaft und Bildung, Dienstleistung und Technologie den Kern der zukünftigen Chancen Münste rs bilden. Diese konsequent in der notwendigen Perspektive der grenzüberschreit enden Region zu verorten, ist eine der großen Zukunftsaufgaben zur Positionierung unserer Stadt. Vor diesem Hintergrund sollte die Stadt Münster den Schulterschluss mit der Region suchen und eine Strategie zur Weiterentwicklung der bisherigen Regionalpolitik formulieren. Wolfgang Heuer Marianne Koch Anne Schulze Wi ntzler Dr. Fritz Baur Thorsten Kornblum Petra Seyff erth Thomas Fastermann Gaby Kubig-Steltig Aliye St racke-Gönül Philipp Gabriel Thomas Marquardt Beate Vilhj almsson Beanka Ganser Robert von Olberg Holger Wigge r Anne Hakenes Kurt Pölling Karl-Heinz Winter Dr. Michael Jung Karsten Rahn
Beschlussvorlage
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V/0589/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehrsplanung Betrifft Antrag Nr. A-R/0055/2010 der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster vom 31.05.2010 "Schulterschluss mit der Region. Für eine Strategie der interkommunalen Partnerschaft" Beratungsfolge 29.09.2010 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: I. Sachentscheidung: Der Antrag der SPD-Fraktion A-R/0055/2010 an den Rat der Stadt Münster vom 31.05.2010 „Schulterschluss mit der Region. Für eine Strategie der interkommunalen Partnerschaft“ wird an den Ausschuss für Stadtentwicklung, Stadtplanung, Verkehr und Wirtschaft verwiesen. II. Kosten/Folgekosten Es wird zur Kenntnis genommen, dass mit dem vorstehenden Beschluss unmittelbar keine Kosten entstehen. Begründung: Der Antrag der SPD-Fraktion A-R/0055/2010 wurde am 09.06.2010 vom Rat an den Hauptaus- schuss verwiesen. Ziel des Antrags ist es, die Perspektiven für eine Ausweitung der strategischen regionalen Zu- sammenarbeit und der gemeinsamen Profilierung in der Stadtregion, im Münsterland und in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit aufzeigen zu lassen. Hierzu sollen konkrete Handlungs- felder und -möglichkeiten sowie die fiskalischen Potentiale einer verstärkten Zusammenarbeit von Kommunen und kommunalen Unternehmen aufbereitet werden. Interregionale und interkommunale Zusammenarbeit haben in der Stadt Münster eine langjährige Tradition und sind durch Kontinuität geprägt. Seit 1989 arbeitet die Stadt Münster im internationa- len Städtedreieck MONT, das aus Münster – Osnabrück – Enschede/Hengelo (jetzt Netzwerkstadt Twente) besteht. Seit 1999 ist Münster Vollmitglied der EUREGIO, in der mehr als 130 Kommunen grenzüberschreitend zusammenarbeiten. Vorlagen-Nr.: V/0589/2010 Auskunft erteilt: Frau Dr. Kreft-Kettermann Ruf: 492 61 70 E-Mail: KreftH@stadt-muenster.de Datum: 08.09.2010 Öffentliche Beschlussvorlage - 2 - V/0589/2010 Einen sehr wichtigen Kooperationsraum stellt ebenf alls das Münsterland dar. Hier engagiert sich die Stadt Münster seit langem in vielfältigen Kooperationen. Zu nennen sind beispielsweise der „Fremdenverkehrsverband MÜNSTERLAND TOURISTIK Grünes Band e.V.“ und die „Aktion Münsterland e.V.“, die Anfang 2009 zu „Münsterland e.V – Verein zur Förderung des Münsterlan- des“ fusionierten, der „Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland“ (ZVM) und die „Arbeitsgemeinschaft Wirtschaftsförderung Münsterland“. Seit 2001 treibt Münster auch mit den benachbarten Kommunen in der Stadtregion die systematische Zusammenarbeit voran. Bereits seit vielen Jahren wird die Strategie einer gemeinsamen Aufgabenerledigung von der Stadt Münster verfolgt. Exemplarisch lässt sich dies an der „Citeq – Informationstechnologie für Kommu- nen“ als eigenbetriebsähnlicher Einrichtung der Stadt Münster aufzeigen. Diese arbeitet seit über 20 Jahren erfolgreich mit mehr als 20 Kommunalverwaltungen und weiteren öffentlichen Einrich- tungen zusammen. Ebenso ist auf das „Studieninstitut für kommunale Verwaltung Westfalen- Lippe“ hinzuweisen, das Aufgaben in der Aus- und Fortbildung für die Kommunen, Kreise und Gemeindeverbände des Institutsbezirks übernimmt. Aktuell hat die Bürgermeisterrunde in der Stadtregion Münster beschlossen, die Möglichkeiten zur Schöpfung finanzieller Synergien durch interkommunale Zusammenarbeit zu analysieren. Darüber hinaus hat Oberbürgermeister Markus Lewe für No vember dieses Jahres neun weitere Oberbür- germeister aus Nordrhein-Westfalen nach Münster eingeladen, um die Möglichkeiten der kommu- nalen Zusammenarbeit und - damit verbunden - gemeinsamer Einsparungen zu prüfen. Gerade auch unter den wachsenden kritischen Rahmenbedingungen der künftigen Stadt- und Re- gionalentwicklung, wie der Finanzknappheit der Kommunen, dem Klimawandel mit dem verstärk- ten Anspruch an Klimaschutz und Energieeinsatz, dem demografischen Wandel, aber auch dem größer werdenden Wettbewerb um Fördergelder gilt es, interkommunale und regionale Hand- lungsansätze zu eruieren, ihren Mehrwert zu prüfen und die regionale Zusammenarbeit als Zu- kunftsaufgabe zu verankern. Unter Berücksichtigung der bereits laufenden Aktivitäten, der neuen Schwerpunktsetzungen in der europäischen Förderkulisse zu INTERREG Va für die Förderperiode 2014 – 2021, der Weiterent- wicklung der thematischen Schwerpunktsetzungen im Städtenetz MONT, wo die Stadt Münster in Kürze die Federführung erhält, und der Vereinbarungen in der diesjährigen Bürgermeisterrunde der Stadtregion Münster wird die Verwaltung die Antragsinhalte aufbereiten. I. V. gez. Schultheiß Stadtdirektor Anlagen: Antrag A-R/0055/2010 der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster vom 31.05.2010 „Schulter- schluss mit der Region. Für eine Strategie der interkommunalen Partnerschaft“
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: einstimmig beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0589/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 09.09.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37