1202/2021
Beantwortung einer Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates AN/0523/2021 der FDP-Fraktion
KI-Zusammenfassung
Klicken Sie, um eine KI-Zusammenfassung dieses Vorgangs zu erstellen.
KI-Analyse läuft...
vergangen
Was passiert gerade?
- 📄 Dokumente werden analysiert...
- 🤔 KI denkt nach (Reasoning-Modell)...
- ✍️ Zusammenfassung wird geschrieben...
- ⏳ Das dauert etwas länger bei komplexen Dokumenten...
Dieser Vorgang kann 1-3 Minuten dauern. Bitte lassen Sie die Seite geöffnet.
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
11248 Zeichen
Die Oberbürgermeisterin
Dezernat, Dienststelle
IV/400/4
Vorlagen-Nummer 20.04.2021
1202/2021
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung
öffentlicher Teil
Gremium Datum
Ausschuss Schule und Weiterbildung 07.06.2021
Beantwortung einer Anfrage gem. § 4 der Geschäftsordnung des Rates AN/0523/2021 der FDP-
Fraktion
Die Verwaltung beantwortet die Anfrage AN/0523/2021 wie folgt:
Zu den Fragen 3 bis 5 antwortet das NS- Dokumentationszentrum.
Frage 1:
Welche Möglichkeiten bietet die Stadt als Schulträger grundsätzlich Schülerinnen und Schülern mehr
über das Judentum, jüdische Geschichte und jüdisches Leben heute in Köln zu erfahren?
Zu Frage 1:
Jüdische Geschichte wird in Köln an unterschiedlichen außerschulischen Lernorten für Schüler*innen
erlebbar. Schüler*innen erfahren dort vieles über das Judentum und das jüdische Leben in Köln.
Gleichwohl ist ein Besuch der außerschulischen Lernorte (Museen, MiQua, Archäologische Zone) in
Zeiten der Pandemie erschwert. Die Stadt Köln unterstützt die Schulen mit Testmöglichkeiten, diese
trotz der bestehenden Beschränkungen, sofern kein pandemiebedingtes Betretungsverbot besteht,
besuchen zu können.
Frage 2:
Inwieweit sind durch den Schulträger spezielle Aktionen / Veranstaltungen zum Thema „1700 Jahre
jüdisches Leben in Köln“ für Schülerinnen und Schüler bzw. Schulen geplant?
Zu Frage 2:
In Köln findet im Festjahr 2021 „1700 Jahre jüdisches Leben in Köln“ die Mitmachaktion „Shalom-
Selfie – Zeigt Zusammenhalt!“ statt.
„Shalom Selfie - Zeigt Zusammenhalt" ist eine gemeinsame Initiative der Stadt Köln, dem Bundespro-
gramm „Demokratie-Leben!“, der Synagogen-Gemeinde Köln und dem Kölner Forum für Kultur im
Dialog e.V., die für ein positives Miteinander und mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft im Festjahr
2021 und darüber hinaus eintritt. Die Initiative in Köln soll ein starkes Signal für Toleranz und Respekt
aussenden.
Kinder und Jugendliche aus ganz NRW sind daher eingeladen, Selfies, Fotos oder Bilder einzusen-
den, die zeigen sollen, wie ihre Zukunft, in der sie zusammenleben werden, aussieht. Aus den vielen
Fotos und Bildern entsteht ein Motiv auf einem XXL-Mosaik, dass im August öffentlich in Köln präsen-
tiert wird.
Junge Menschen werden über die Mitmachaktion mit ihren eigenen Ideen und ihrer Kreativität einge-
bunden. Kinder und Jugendliche aus den unterschiedlichsten Lebenswelten lernen sich so besser
kennen und verstehen, gestalten etwas gemeinsam und lernen voneinander.
2
Die Mitmachaktion „Shalom Selfie - Zeigt Zusammenhalt“ richtet sich an Schulen, Gemeinden, Sport-
und Freizeitgruppen aber auch an Einzelpersonen. Auf Shalom-cologne.de unter ERFAHREN & BE-
GEGNEN finden Interessierte Denkanstöße zu den Themen Toleranz und Respekt. Die Arbeitsmate-
rialien dienen als Inspiration für einzelne Unterrichtseinheiten und können als Vorbereitung für Sha-
lom Selfie – Zeigt Zusammenhalt! genutzt werden.
Jüdische Geschichte und jüdisches Leben in Köln erfahren Schüler*innen auch über ihr langjähriges
erinnerungskulturelles Engagement in der Erforschung der Biographien ehemaliger jüdischer Schü-
ler*innen, welches sie regelmäßig auf den Veranstaltungen zum Jugend- und Schülergedenktag prä-
sentieren. Mit der Organisation des Schüler- und Jugendgedenktages bietet die Schulträgerin den
Schüler*innen eine Plattform, auf der sie die Ergebnisse ihrer Arbeit vorstellen können. Weder die
Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum noch die Bühnenveranstaltung zum Jugend-und Schüler-
gedenktag konnten in diesem Jahr in Präsenz stattfinden. Damit die Schüler*innen ihre Arbeitsergeb-
nisse aus den Projekten auch in diesem Jahr präsentieren konnten, wurde erstmals ein digitales For-
mat entwickelt und eingesetzt.
In der Kölner Schulpost rief die Oberbürgermeisterin die Kölner Schulen zur Beteiligung am Festjahr
2021 auf. Das Gymnasium Thusneldastraße in Deutz hat anlässlich des Festjahres ein Schulprojekt-
jahr entwickelt. Die Schule plant auf der Basis der Projekte und Kontakte ein dauerhaftes Engage-
ment zur Wertschätzung jüdischer Kultur in einer vielfältigen Gesellschaft.
Frage 3:
Inwieweit plant der Schulträger dauerhafte Unterstützung von Schulen zu dem Thema Judentum und
Vielfalt jüdischen Lebens heute, aber auch zu historischen und aktuellen Erscheinungsformen von
Antisemitismus (wie z.B. israelbezogener Antisemitismus) über das Festjahr hinaus?
Zu Frage 3:
Die Stadt Köln setzt sich in vielfacher Weise gegen Antisemitismus ein. Seit vielen Jahren halten das
NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln und die Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremis-
mus im NS-DOK (ibs) unterschiedliche Bildungsangebote in großer thematischer Breite für Multiplika-
tor*innen sowie Schüler*innen vor.
Auf Initiative des NS-DOK hin entschied der Rat der Stadt Köln 2018, eine unbefristete Stelle für Bil-
dungsangebote gegen Antisemitismus zu schaffen. Die Stadt Köln machte damit deutlich, dass das
Engagement für Demokratie und gegen Antisemitismus kein zeitlich begrenztes Projekt ist, sondern
dass dieses als gesellschaftliche Daueraufgabe verstanden wird. Die Fachstelle unter dem Namen
[m²] miteinander mittendrin. Für Demokratie – Gegen Antisemitismus und Rassismus erweitert und
ergänzt die langjährige und facettenreiche Bildungsarbeit des NS-DOK im Themenfeld ‚Antisemitis-
mus‘.1
Dabei wenden sich die Mitarbeiter in unterschiedlichen Bildungsformaten verschiedenen Dimensio-
nen des Antisemitismus zu. Angeboten werden für Multiplikator*innen sowie Schüler*innen u. a.:
- dreistündige Mitmach-Workshops (Erscheinungsformen von Antisemitismus, Auswirkungen
auf Betroffene, Handlungsmöglichkeiten)
- vierstündige XL-Workshops (Auseinandersetzung mit historischem und aktuellem Antisemi-
tismus, Vergangenheit und Gegenwart jüdischer Geschichte in Köln)
- Vertiefungsworkshops (Verschwörungstheorien, israelbezogener Antisemitismus)
Didaktisch-konzeptionell sind alle Angebote auf interaktive Annäherungen ausgerichtet, wobei ver-
schiedene mediale Vermittlungs- und Austauschmöglichkeiten einbezogen werden, die lebensweltbe-
zogen und zielgruppengerecht sind. Daneben halten die Mitarbeiter von [m²] auch Vorträge und ge-
1 Im Jahr 2020 wurde die Fachstelle [m²] durch zwei weitere unbefristete (halbe) St ellen erweitert: Eine Anlauf-
und Beratungsstelle für Opfer antisemitischer Übergriffe, die eine psychosoziale Begleitung der Betroffenen
ermöglicht, sowie eine Stelle zur wissenschaftlichen Recherche und Dokumentation von antisemitischen Über-
griffen.
3
stalten Seminare z. B. für angehende Lehrkräfte in Kooperation mit der Universität zu Köln.
Die Stadt Köln stellt Gelder bereit, damit die Bildungsangebote von [m²] kostenfrei umgesetzt werden
können. Aktuell bilden die Mitarbeiter von [m²] über 20 Teamende aus, die unterschiedliche Bildungs-
formate an Kölner Schulen durchführen werden.
Um jüdische Perspektiven in die Bildungsarbeit zu integrieren und um Kölner Jüdinnen und Juden in
den unterschiedlichen Formaten zu Wort kommen zu lassen, führen die Mitarbeiter seit 2019 in Form
eines Forschungsprojekts narrativ-biographische Interviews mit jungen jüdischen Kölner*innen. Die
Äußerungen der Interviewten fließen über verschriftliche Portraits in die Workshops, Fortbildungen
und Seminare ein.
Die ibs und die bei ihr verortete Fachstelle [m²] greifen Antisemitismus auch als Thema in Publikatio-
nen auf; so beispielsweise im 2019 erschienenen Sammelband ‚Antisemitismus in der politischen
Bildungsarbeit. Formen, Debatten, Methoden‘ (hrsg. von Killguss/Meier/Werner). Im monatlichen
Newsletter der ibs wird über antisemitische Vorfälle berichtet sowie über Materialien zum Thema in-
formiert. Im April 2021 erscheint als erste Publikation in der neuen [m²]-Reihe ‚Bausteine Antisemitis-
muskritik‘ die Handreichung ‚Antisemitismus an Schulen. Eine Handreichung für die Arbeit an Schu-
len‘. Weitere Bausteine sind in der Entwicklung.
Das NS-Dokumentationszentrum als Gedenk-, Forschungs- und Lernort bietet daneben viele dauer-
haft vorhandene Möglichkeiten, sich mit den historischen wie auch aktuellen Ausprägungen des Anti-
semitismus auseinanderzusetzen:
- Rundgänge durch das Museum und die Gedenkstätte (knapp 100.000 Besucherinnen und Be-
sucher im Jahr 2019)
- Beantwortung von Anfragen zur jüdischen Geschichte Kölns
- wissenschaftliche Arbeiten und Dokumentation zur Entrechtung, Verfolgung und Ermordung
der Kölner Jüdinnen und Juden
- Informationen im Internet
- Stadtrundgänge, Vortrags- und Gedenkveranstaltungen
und vieles mehr.
Das sich in der Entwicklung befindliche ‚Junge Museum‘ im ‚Haus für Erinnern und Demokratie‘ des
NS-Dokumentationszentrum bietet eine handlungsorientierte Ausstellung zu Dimensionen von Le-
benswelten von Kindern und Jugendlichen während der NS-Zeit. Das Museum als Verhandlungsort
von Themen wie Verfolgung und Ausgrenzung, aber auch von Anpassen und Mitmachen, wirft dabei
auch aktuelle Fragen zu Diskriminierung auf.
Frage 4:
An wen können sich Kölner Schulen heute wenden, wenn sie Fragen oder Unterstützung in Bezug
auf Antisemitismus haben?
Zu Frage 4:
Im Themenfeld ‚Antisemitismuskritische Bildungsarbeit‘ sind seitens der Stadt Köln die [m²]-
Mitarbeiter Patrick Fels und Dr. Stefan Hößl Ansprechpartner. Für die Meldestelle Antisemitismus
(antisemitismus-melden.koeln) und den Kompetenzbereich Recherche & Dokumentation ist Daniel
Vymyslicky. Psychosoziale Begleitung und Beratung für Menschen, die von Antisemitismus betroffen
waren oder sind, bietet Stella Shcherbatova an.
Patrick Fels – patrick.fels@stadt-koeln.de, 0221-221-31280
Dr. Stefan Hößl – stefan.hoessl@stadt-koeln.de. 0221-221-31281
Daniel Vymyslicky – daniel.vymyslicky@stadt-koeln.de, 0221-221-31648
Stella Shcherbatova – stella.shcherbatova@stadt-koeln.de, 0221-221-31580
4
Frage 5:
Inwieweit unterstützt die Stadt als Schulträger zivilgesellschaftliche Akteure (z.B. Kölnische Gesell-
schaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V., SABRA) in ihrer Arbeit mit Blick auf Bekämpfung
von Antisemitismus, indem sie z.B. auf entsprechende Bildungsangebote (z.B. MALMAD) und Projek-
te („Jederzeit wieder! Gemeinsam gegen Antisemitismus!“) hinweist?
Zu Frage 5:
Die Mitarbeiter*innen von [m²] stehen in engem Kontakt mit ihren Netzwerkpartner*innen wie u. a.
Mitgliedern der Kölner jüdischen Gemeinden – der Synagogen-Gemeinde Köln und der Jüdischen
Liberalen Gemeinde Köln Gescher LaMassoret e. V. – oder der Kölnischen Gesellschaft für Christ-
lich-Jüdische Zusammenarbeit e. V. Wichtige überregionale Austausch- und Kooperations-
partner*innen sind u. a. Mitarbeiter*innen der Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit Beratung bei
Rassismus und Antisemitismus (SABRA) und der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus
(RIAS). In Workshops und im Rahmen von Vorträgen und Fortbildungen weisen die [m²]-
Mitarbeiter*innen regelmäßig auf die Angebote und Kontaktmöglichkeiten ihrer Netzwerk-
partner*innen ebenso hin wie im monatlichen Newsletter der ibs oder in Publikationen (vgl. Anhang
des Bausteins Antisemitismuskritik I).
Gez. Voigtsberger
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungOrte (1)
- Thusneldastraße
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- 1202/2021
- Typ
- Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
- Datum
- 20.04.2021
- Erstellt
- 30.03.2021 14:44