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A-R/0006/2026

Risiken im Umgang mit Atommüll minimieren - Keine Uran- und Castor-Transporte durch Münster

Antrag an den Rat 03.02.2026

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 11.02.2026, TOP 10.1

A-R-0006-2026

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A-R-0006-2026

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Ratsantrag zur sofortigen Beschlussfassung 
 
Risiken im Umgang mit Atommüll minimieren -  
Keine Uran- und Castor-Transporte durch Münster 
 
Münster, den 03.02.2026 
 
Der Rat möge beschließen: 
 
1. Der Rat lehnt in Fortführung seiner früheren Beschlüsse zur Ablehnung von 
Atomtransporten durch Münster auch weiterhin Transporte von Uranhexafluorid in die 
und von der Urananreicherungsanlage in Gronau über das Münsteraner Stadtgebiet 
und auch über die Gebiete anderer Kommunen ab. 
2. Der Rat beauftragt die Stadtverwaltung, die verantwortliche Urananreicherungsfirma 
Urenco in Gronau sowie die zuständigen Bundesbehörden erneut aufzufordern, auf 
weitere derartige Urantransporte durch das Münsteraner Stadtgebiet zu verzichten. 
3. Der Rat lehnt die aktuell geplanten Castor-Transporte mit hochradioaktivem Atommüll 
vom Forschungszentrum Jülich und vom Forschungsreaktor Garching ins 
Zwischenlager Ahaus ab. Er lehnt dabei auch eine mögliche Streckenführung über 
die A1 im Westen von Münster ab. 
4. Der Rat beauftragt die Stadtverwaltung, bei der Landesregierung und der 
Bundesregierung auf eine Einstellung der Urantransporte und einen Verzicht auf die 
Castor-Transporte hinzuwirken. 
5. Der Rat befürwortet die Ziele des Atomausstiegs und spricht sich dafür aus, keinen 
weiteren Atommüll herzustellen und die Anlagen in Gronau, Lingen und Garching 
stillzulegen. 
 
Begründung: 
 
Transporte von radioaktivem Müll dürfen nur ein Ziel haben: ein sogenanntes Endlager, in 
dem der Müll für einen deutlich längeren Zeitraum und sicherer gelagert werden kann als in 
den bestehenden Lagern. Solange es ein solches Lager nicht gibt, muss radioaktiver Müll so 
sicher wie möglich da gelagert werden, wo er sich aktuell befindet, denn von jedem 
Transport gehen zusätzliche Risiken aus. 
 
Antrag an den Rat Nr. A-R/0006/2026

Der Rat hat bereits in früheren Beschlüssen, zuletzt 2021 (Antrag Nr. A-R/0090/2021), den 
Transport von Uranhexafluorid (UF6) durch Münster abgelehnt. Von diesen Transporten geht 
ein erhebliches Risiko für die Münsteraner Bevölkerung aus. Bei einem Unfall, bei dem UF6 
austritt, kann dieses mit Wasser (auch Luftfeuchtigkeit) zu giftigem Uranylfluorid und 
Fluorwasserstoff reagieren. Fluorwasserstoff bildet in Wasser gelöst Flusssäure, Kontakt mit 
Flusssäure ist hochgefährlich und kann lebensgefährliche Verätzungen verursachen. Bei 
einem Brand kann UF6 gasförmig werden und sich dadurch schnell ausbreiten. Der Rat lehnt 
es ab, die Menschen in Münster dieser Gefahr auszusetzen, und erklärt zugleich, dass 
Menschen, die an anderen Orten (außerhalb der Zuständigkeit des Rats der Stadt Münster) 
leben, ebenso wenig solchen Gefahren ausgesetzt werden dürfen. 
 
Vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Lage sind Atomtransporte nochmals 
gefährlicher geworden. Denn neben der Gefahr von Unfällen machen neue Gefahren wie der 
Einsatz von Drohnen es noch schwieriger, die Transporte abzusichern und vor Angriffen zu 
schützen. Der Rat sieht es daher als geboten an, seine ablehnende Haltung gegenüber 
Atomtransporten zu bekräftigen. 
 
Die Stadtverwaltung hat diese ablehnende Haltung der Firma Urenco und den zuständigen 
Behörden zuletzt 2012 mitgeteilt und in diesem Zusammenhang den Rat darüber informiert, 
dass nach Kenntnis der Stadt Münster die Streckenführung in Verantwortung der 
zuständigen Bundesbehörden und des beauftragten Spediteurs liege (V/0186/2012 und 
V/0025/2013). Der Rat beauftragt die Stadtverwaltung, sowohl die Firma Urenco als 
Auftraggeberin der Transporte als auch die zuständigen Bundesbehörden – wie das 
Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), das Bundesamt für 
Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) – erneut dazu 
aufzufordern, keine weiteren Urantransporte durch Münster durchzuführen. 
 
Aufgrund der Gefahren, die von diesen Transporten ausgehen, lehnt der Rat auch die aktuell 
geplanten Castor-Transporte von Jülich und Garching nach Ahaus ab. Bei einem Unfall oder 
Angriff besteht die Gefahr, dass die Behälter beschädigt werden und die Umgebung 
radioaktiv verseucht wird. 
 
Der Transport von 152 Castoren von Jülich nach Ahaus wäre die größte Serie von Castor-
Transporten in der Geschichte der BRD und würde sich über Monate, wahrscheinlich sogar 
Jahre hinziehen. Die Genehmigung dieser Transporte verlangt, dass mehrere 
Transportrouten bzw. Ausweichrouten in die Planungen einbezogen werden müssen, die 
genaue Route der Transporte unterliegt der Geheimhaltung. Dabei kann auch eine 
Transportroute über die A1 und damit durch Münster in Betracht kommen. Selbst wenn eine 
solche Streckenführung aktuell nicht geplant sein sollte, steht im Hinblick auf den langen 
Zeitraum der Transporte und die insgesamt marode Infrastruktur (insbesondere marode 
Brücken über den Rhein) zu befürchten, dass die Route durch Münster zu einem späteren 
Zeitpunkt gewählt werden könnte. 
 
Hinzu kommt, dass das Brennelemente-Zwischenlager Ahaus nur bis zum 31. Dezember 
2036 genehmigt ist. Damit sind Transporte ins Zwischenlager Ahaus keine dauerhaft 
tragfähige Lösung und können im Ergebnis weitere Transporte nach sich ziehen. 
 
Der Rat lehnt die Gefährdung der Menschen in Münster durch diese Transporte ab und 
betont zugleich, dass die Gefährdung von Menschen entlang anderer möglicher

Transportrouten ebenso wenig hinnehmbar ist. Er spricht sich deshalb dafür aus, dass diese 
Transporte nicht stattfinden und der radioaktive Müll am seinen jetzigen Standorten in Jülich 
(in einem dort neu zu bauenden Zwischenlager) und in Garching so sicher wie möglich 
gelagert wird. Der Rat beauftragt die Stadtverwaltung, diese Position gegenüber der Landes- 
und Bundesregierung zu vertreten. 
 
Während die Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet worden sind, sind die 
Urananreicherungsanlage in Gronau, die Brennelementefabrik in Lingen und der 
Forschungsreaktor in Garching von diesem Atomausstieg bislang ausgenommen. In Gronau 
entstehen dadurch weiterhin große Mengen neuen radioaktiven Mülls. Die Brennelemente, 
die in Lingen hergestellt werden, führen zu weiterem Atommüll beim Betrieb von 
Atomkraftwerken außerhalb Deutschlands. Der Forschungsreaktor in Garching ist derzeit 
nicht in Betrieb, es steht aber zu befürchten, dass er wieder in Betrieb genommen wird; 
dadurch würde auch in Garching neuer Atommüll entstehen. Der Rat spricht sich dafür aus, 
keinen weiteren radioaktiven Müll herzustellen, und tritt daher dafür ein, dass der 
Atomausstieg in Deutschland die Anlagen in Gronau, Lingen und Garching einschließt. 
 
Dieser Ratsantrag greift die Bürgeranregung nach § 24 Gemeindeordnung von SOFA 
(Sofortiger Atomausstieg) Münster vom 5. Januar 2026 auf. 
 
 
gez. 
 
Andrea Blome  Lia Kirsch  Maren Berkenheide  Sebastian Nahrwold  
Albert Wenzel  Stephan Brinktrine und Fraktion  und Fraktion 
und Fraktion  und Fraktion 
 
Lars Nowak 
und Gruppe

Beratungsverlauf (1)

11.02.2026 Rat
TOP 10.1 Antrag Entscheidung

Beschluss: mehrheitlich beschlossen

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Details

Aktenzeichen
A-R/0006/2026
Typ
Antrag an den Rat
Datum
03.02.2026
Erstellt
03.02.2026 14:40