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4003/2022

Erzeugung und Einsatz von Biogas durch die RheinEnergie AG

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss) 24.11.2022

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Nächste Beratung: Ausschuss Klima, Umwelt und Grün, Sitzung am 26.01.2023, TOP 1.2.1

Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

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Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)

6578 Zeichen

Dezernat, Dienststelle  
II/II/2 
 
Vorlagen-Nummer 24.11.2022 
 4003/2022 
Beantwortung einer Anfrage nach § 4 der Geschäftsordnung  
öffentlicher Teil 
Gremium Datum 
Ausschuss Klima, Umwelt und Grün 24.11.2022 
 
Erzeugung und Einsatz von Biogas durch die RheinEnergie AG 
Im Zusammenhang mit dem in der Sitzung des Ausschusses Klima, Umwelt und Grün am 25.08.2022 
vorgelegten Erzeugungsbericht 2019-2021 der Rheinenergie AG (2329/2022) hat die Fraktion DIE LIN-
KE mit Schreiben vom 17.11.2022 (AN/2104/2022) um Beantwortung folgender Fragen gebeten: 
 
1) Woraus wurde das in 2021 verwendete Biogas und Biomethan hergestellt und wie viel Landflä-
che wurde dazu benötigt? (Wir bitten um eine detaillierte Aufstellung nach Ausgangsstoffen, Gi-
gawattstunden und Quadratkilometern, auch wenn das Biomethan ggf. von Drittanbietern 
kommt). 
 
2) Gibt es Pläne zur verstärkten Vergärung von Reststoffen, wie beispielswei se die Mahd von 
Langgraswiesen und was beinhalten diese Pläne? 
 
3) Wird das in der/ den Anlage/n der RheinEnergie gewonnene Biogas direkt komplett verstromt 
oder teils eingespeichert um bedarfsweise verwandt zu werden? 
 
4) Sofern nicht eingespeichert wird: Wie verfährt man mit dem überschüssigen Gas bei geringem 
Strombedarf ( z.B. durch ein hohes Angebot von Sonne und Wind )? 
 
5) Gibt es weitere Pläne zur Gewinnung von, bzw. dem Umgang mit Biogas und wie sehen diese 
aus? 
 
 
Die Verwaltung hat die RheinEnergie AG um Stellungnahme gebeten. Die Antwort der RheinEnergie AG 
lautet wie folgt: 
 
„Einleitung: Zur Situation der Biogasanlagen in Deutschland 
 
Seit 2016 stagniert die Erzeugung von Strom und Wärme aus Biogas in Deutschland (ca. 31 TWh/a). 
Die Zahl der Biogasanlagen ist seit 2019 rückläufig (8.600 in 2021). Die Anzahl der Anlagen zur Biome-
than-Produktion ist mit 222 (2021) in diesem Zeitraum leicht steigend. Die Biogas -
Direktverstromungsanlagen haben einen Anteil von etwa 90 % an der Biogasverstromung, Anlagen, die 
das Biogas aufbereiten und in das Netz einspeisen leisten indirekt einen Anteil von etwa 10 % an der 
Biogasverstromung. 
 
Massebezogen am gesamten Substrateinsatz liegt der Einsatz von Energiepflanzen (nachwachsenden 
Rohstoffen) in Biogasanlagen bei 46 %. Wirtschaftsdünger (Mist, Gülle) stellen 49 % dar, 5 % sind Rest-
stoffe. 
 
Nachfolgende Grafik zum Thema:

2 
 
Quelle: Fachagentur Nachwachsende Rohstoff e.V. (FNR), Basisdaten Bioenergie Deutschland 2022 
 
 
Die Situation bei der RheinEnergie 
 
Die RheinEnergie betreibt eine Biogasanlage im Stadtgebiet von Köln (BGA Randkanal -Nord). Zudem 
wird Biomethan, das ist aufbereitetes und ins Leitungsnetz eingespeistes Biogas, aus Aufbereitungsan-
lagen in ganz Deutschland bezogen. Dieses Biomethan (87 GWh in 2021) wird zum Betrieb von Block-
heizkraftwerken (BHKW) genutzt, die daraus in Kraft -Wärme-Kopplung Strom und Nutzwärme (jeweils 
etwa 35 GW h) erzeugen. Der Betrieb dieser BHKW erfolgt zumeist auf Kundenwunsch, mit dem Ziel 
einer weitgehend dekarbonisierten Energiebereitstellung. 
 
 
Beantwortung der Frage 1: 
 
In der BGA Randkanal-Nord wurden im Jahr 2021 13.400 t Mais (Anbaufläche von rd. 330 ha) sowie rd. 
3.000 t sonstiger Substrate, darunter Wirtschaftsdünger (Mist, Gülle), eingesetzt. Daraus wurden 7,7 
GWh Strom und 5,8 GWh Nutzwärme erzeugt. 
 
Für die insgesamt acht Bezugsverträge für Biomethan in 2021 lässt sich näherungsweise folgende Zu-
sammensetzung der Substrate feststellen: 
 
1. Nachwachsende Rohstoffe:                                     74 % (64,4 GWh) 
2. Wirtschaftsdünger/landwirtschaftliche Reststoffe:   19 % 
3. Bioabfälle:                                                                    8 % 
 
Diese Werte stammen aus dem dena -Biomasseregister, in dem die Bilanzen für sämtliches Biomethan 
in Deutschland nach Einsatzstoffvergütungsklassen geführt werden. Welche nachwachsenden Rohstoffe 
die Lieferanten im Einzelnen konkret verwendet haben, ist uns  nicht bekannt und lässt sich aus dem 
Register auch nicht ableiten. Näherungsweise kann dazu die nachfolgende Grafik (Quelle FNR, s. o.) 
herangezogen werden:

3 
 
 
 
- Mais stellt danach den mit Abstand größten Anteil der nachwachsenden Rohstoffe. Umgerechnet 
entspricht der Anteil von 74 % einer Menge Biomethan von 48 GWh. 
Für 1 GWh Biomethan wird überschlägig eine Maisanbaufläche zwischen 15 und 20 ha benötigt. 
Die gesamte Maisanbaufläche, die für den Betrieb der Biomethan -BHKW der RheinEnergie be-
nötigt wird, kann somit auf 715  - 954 ha abgeschätzt werden. Dies entspricht e inem Anteil von 
0,1 % der Maisanbaufläche in Deutschland, welche für Biogasanlagen benötigt werden.  
- Der Substratmix der übrigen nachwachsenden Rohstoffe wird ebenfalls aus der vorstehenden 
Grafik abgeschätzt. Dabei ist dieser Substratmix zu etwa einem Drittel flächenintensiver im Ver-
gleich zum Mais bei gleichem Energieoutput: Es werden demnach für die verbleibenden 23 GWh 
Biomethan der RE weitere etwa 450 - 600 ha Anbaufläche benötigt. 
 
Beantwortung der Frage 2: 
 
Für die RE -eigene Biogasanlage bestehen Planungen in diese Richtung. In 2022 wurden Versuche zur 
Vergärung von Wiesenschnitt von Grünflächen der Stadt Köln durchgeführt. Ziel der Maßnahme auf Sei-
ten der Stadt ist die Herstellung von Naturschutzräumen. 
Außerdem wird aktuell die Nutzung von Pferdemist intensiv geprüft.  
 
Beantwortung der Frage 3: 
 
Das Biogas der BGA Randkanal -Nord wird bedarfsgerecht verstromt. Dabei wird Biogas an solchen 
Stunden des Tages eingesetzt, an denen die Stromnachfrage am höchsten ist. Dazu ist das ursprünglich 
auf „Grundlast“ ausgelegte 1,2 MW -BHKW in 2017 um ein zweites BHKW mit gleicher Leistung „über-
baut“ worden, um die Stromnachfragekurve noch flexibler abzufahren. Der bedarfsgerechte Einsatz wird 
durch das zur Verfügung stehende Biogas-Speichervolumen von rd. 6000 m³ ermöglicht. Gleichzeitig mit 
der Installation des zweiten BHKW wurde auch ein Wärmespeicher vom 80 m³ vorgesehen. 
 
Beantwortung der Frage 4: 
 
Es steht ein Biogas-Speichervolumen mit rd. 6.000 m³ zur Verfügung. Sollte es komplett gefüllt sein, wird 
notfalls auch bei niedrigen Strompreisen eingespeist. Aus dem Speicher kann ein BHKW etwa 10 Stun-
den betrieben werden.

4 
 
 
Beantwortung der Frage 5: 
 
Neue Bezugsverträge für Biomethan werden abgeschlossen, sofern neue BHKW -Anlagen bei der 
RheinEnergie in Betrieb genommen werden. Die RheinEnergie prüft derzeit zudem den Bezug von kraft-
stofffähigem Biomethan. Die Erweiterung eigener Erzeugungskapazitäten ist aktuell nicht angedacht.“ 
 
 
Gez. Prof. Dr. Diemert

Beratungsverlauf (1)

26.01.2023 Ausschuss Klima, Umwelt und Grün
TOP 1.2.1 Antrag / Anfrage Entscheidung

Beschluss: Kenntnis genommen

Zur Sitzung

Details

Aktenzeichen
4003/2022
Typ
Beantwortung einer Anfrage (Ausschuss)
Datum
24.11.2022
Erstellt
22.11.2022 14:28