3055/2024
Stellungnahme zu einem Antrag der BV3 zur Einrichtung einer Stadtteilbibliothek in Köln-Müngersdorf
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Stellungnahme zu einem Antrag (BV)
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Dezernat, Dienststelle VII/43 Vorlagen-Nummer 3055/2024 Stellungnahme zu einem Antrag öffentlicher Teil Gremium Datum Bezirksvertretung 3 (Lindenthal) 12.11.2024 Stellungnahme zu einem Antrag der BV3 zur Einrichtung einer Stadtteilbibliothek in Köln-Müngersdorf Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, die SPD-Fraktion, Lothar Müller / Die Linke, Prof. Dr. Klaus Reinartz / FDP haben in der Bezirksvertretung Lindenthal einen Antrag zur Einrichtung einer Stadtteilbibliothek in Müngersdorf gestellt (AN/1222/2024). Der Antrag wurde von der BV 3 mit folgendem Inhalt beschlossen: Die Stadtverwaltung wird beauftragt, Verhandlungen mit dem VIKZ-Verband der Islamischen Kulturzentren e. V. aufzunehmen mit dem Ziel, eine Stadtteilbibliothek einzurichten. Stellungnahme der Verwaltung: Die Verwaltung bedankt sich bei der BV 3 für ihr Engagement zur Einrichtung einer Stadtteil- bibliothek im Stadtbezirk Lindenthal. Der Kölner Westen ist seit der Schließung der Stadtteilbibliothek in Braunsfeld und der Aus- weitung des Baugebietes in Widdersdorf unterversorgt. Es besteht dort unzweifelhaft ein Be- darf an Bibliotheksflächen. Bereits im Rahmen der Kulturentwicklungsplanung der Stadt Köln (S. 159) wurde die „Neueinrichtung [von Stadtteilbibliotheken] in bislang unterversorgten Ge- bieten“ angemahnt. Für das hier angesprochene Einzugsgebiet ist aus fachlicher Sicht von ei- nem Raumbedarf von ca. 2.000 qm auszugehen. Diese Grundvoraussetzung wurde bereits in der Stellungnahme der Verwaltung zur Einrichtung einer Stadtteilbibliothek in Weiden (0383/2024) festgestellt. Die Verwaltung unterstützt grundsätzlich das Bestreben, eine zusätzliche Stadtteilbibliothek im Stadtbezirk Lindenthal neben der bestehenden Stadtteilbibliothek Sülz einzurichten. Allerdings stehen im Haushalt der Stadt Köln derzeit und in der mittelfristigen Finanzplanung keine Mittel für die Neueinrichtung und den Betrieb einer weiteren Stadtteilbibliothek zur Verfügung. Ohne entsprechende Finanzierungsgrundlage ist es der Verwaltung nicht möglich, Verhand- lungen mit der Verbandszentrale des Verbandes der Islamischen Kulturzentren e. V. (VIKZ) über die Anmietung von Bibliotheksflächen aufzunehmen. 2 Nachstehend finden sich eine Aufstellung der zu erwartenden Kosten und eine fachliche Stel- lungnahme zur vorgelegten Machbarkeitsstudie. Kosten Zusammenstellung der Kosten für die Ersteinrichtung und den laufenden Betrieb einer ent- sprechenden Stadtteilbibliothek Einmalkosten Position Betrag Medienbestand, Erstausstattung für einen Grundbestand von 25.000 Medien 423.000 € Innenarchitektur: Planung und Ausstattung (bibliotheksspezifisches Mobiliar, Regale, Beleuchtung, Veranstaltungs- und Medientechnik) 1.155.000 € IT-Kosten (Kundenselbstbedienung, Open Library, IT-Infrastruktur, PC-Arbeitsplätze) 233.000 € Gesamteinmalkosten für die Ersteinrichtung 1.811.000 € Jährliche Kosten Position Betrag Personal, IT, Medienetat, Programm 519.000 € Miete und Betriebskosten für 2.100 qm (Basis: aktuell zu erwartender Flächenverrechnungspreis zzgl. Erfah- rungswerte für Nebenkosten) 620.000 € Gesamtjahreskosten als laufende Folgekosten 1.139.000 € Erläuterungen zu den Kostenpositionen: Für die Aufstellung wurden Erfahrungswerte aus anderen Stadtteilbibliotheken und aktuelle Kostenübersichten herangezogen. Die Ersteinrichtung einer zeitgemäßen und attraktiven Stadtteilbibliothek umfasst Kosten für Innenausstattung, einen Grundbestand an Medien und IT-Kosten. Die Kosten für die Innen- ausstattung, für Planung und Einrichtung von Mobiliar, Regalen, Beleuchtung, Veranstaltungs- und Medientechnik belaufen sich auf 1,155 Millionen €. Kosten für IT umfassen Geräte zur Kundenselbstbedienung (RFID-Medienverbuchung), Open-Library-Technik, PC-Arbeitsplätze für Kund*innen und Mitarbeitende und eine notwendige IT-Infrastruktur und belaufen sich auf 233.000 €. Für den erforderlichen Grundbestand an Medien sind Kosten von 423.000 € anzu- setzen. Insgesamt ist mit Kosten für die Ersteinrichtung in Höhe von mindestens 1,8 Millionen € zu rechnen. Laufende Kosten: Personal/IT/Medienetat/Programme Vergleichbare Einrichtungen der Kölner Stadtbibliothek benötigen fünf Personalstellen – je- weils eine bibliothekarische, fachliche Leitung sowie Stellvertretung und drei Fachangestellte für Bibliotheken. Dies ist die Basisausstattung für eine qualifizierte Bibliotheksarbeit. Die Per- sonalkosten belaufen sich auf rund 435.000 € jährlich (Basis durchschnittliche Personalkosten 2023). Daneben braucht es einen auskömmlichen Medien- und Programmetat von mindestens 50.000 € jährlich. Für die Wartung und Pflege der IT-Infrastruktur ist mit Kosten in Höhe von 34.000 € jährlich zu rechnen. 3 Darüber hinaus fallen Miete und Nebenkosten in Höhe von rund 600.000 € an. Bei der zusätz- lichen Nutzung der 120 qm im Erdgeschoss entstehen Gesamtmietkosten von rund 620.000 €. Bei allen laufenden Positionen ist darüber hinaus eine jährliche Kostensteigerung zu erwarten. Fachliche Stellungnahme zur Machbarkeitsstudie der beauftragten Planungsbüros KPG Generalplaner GmbH und gmp architekten GmbH für einen Bibliotheksstandort in der Zentrale des Verbandes der Islamischen Kulturzentren e. V.: Bibliotheken sind heute mehr als Buchabholstellen, sie sind Orte mit hoher Aufenthaltsqualität zum Lesen, Lernen und Orte für Veranstaltungen und Bildungsangebote aller Art. Hauptzielgruppen der Stadtteilbibliotheken sind: Familien mit Kindern bis zum Grundschulalter Schüler*innen, die eine Bibliothek bereits alleine aufsuchen können Senior*innen, die eine ortsnahe Stadtteilbibliothek bevorzugen. Eine Stadtteilbibliothek muss deshalb mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen sein. Stadtteilbibliotheken sollten mitten im Viertel liegen, um sich dort mit allen Akteur*innen eines Stadtteils oder Stadtbezirks vernetzen zu können. Der Standort der Zentrale des Verbandes der Islamischen Kulturzentren an einer Ausfallstraße unmittelbar am Technologiepark Mün- gersdorf, d. h. in einem von Büros und Unternehmen geprägten Stadtteil mit wenig Wohnbe- bauung, eignet sich demnach aus bibliotheksfachlicher Sicht für eine Stadtteilbibliothek eher nicht. Auch die bisherigen stadtplanerischen Überlegungen zur Kölner „Weststadt“ lassen hin- sichtlich einer Wohnbebauung für die o. g. Hauptzielgruppen einer Stadtteilbibliothek keine größere Veränderung erwarten. Der Standort des VIKZ im Stadtbezirk Lindenthal befindet sich weder in einem der Stadtteile mit einer hohen Einwohner*innenzahl, noch ist er gut mittels ÖPNV erreichbar. Auch eine Lage in der geografischen Mitte im unterversorgten Einzugsgebiet kann die eingeschränkte Erreichbar- keit für die relevanten Zielgruppen einer ortsnahen Stadtteilbibliothek ni cht aufwiegen. Bei- spielsweise ist eine Vernetzung mit dem familienreichen Stadtteil Widdersdorf aufgrund der Lage des VIKZ nicht gegeben.
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: Kenntnis genommen
Zur SitzungDetails
- Aktenzeichen
- 3055/2024
- Typ
- Stellungnahme zu einem Antrag (BV)
- Datum
- 29.10.2024
- Erstellt
- 02.10.2024 13:12