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A-R/0016/2021

Freiwillig und ohne Verbote: Autofahrer:innen ein Angebot zum Umstieg machen

Antrag an den Rat 24.02.2021

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 17.03.2021, TOP 44.2

a-r-0016-2021-FDP-Autofahrer_ein_Angebot_zum_Umstieg_machen

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a-r-0016-2021-FDP-Autofahrer_ein_Angebot_zum_Umstieg_machen

6043 Zeichen

Antrag an den Rat A-/0016/2021  
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
FDP-Ratsfraktion 
Rothenburg 20/21 
48143 Münster 
Tel. 0251 - 987 30 60 
Fax:  0251 - 987 30 61 
Email: fraktion@fdp-ms.de 
fdp-ms.de 
 
 
 
 
 
 
Antrag nach § 3 Abs. 2 GO an den Rat der Stadt Münster Münster, 22.02.2021 
 
Freiwillig und ohne Verbote: Autofahrer:innen ein A ngebot zum 
Umstieg machen  
 
Der Rat möge beschließen: 
 
1.  Die Verwaltung prüft an geeigneter zentraler Stelle  im Kreuzviertel modellhaft ein Stadtteil-
Mobilitätsbüro einzurichten, in dem Autofahrer:innen anbieterunabhängig zu den bestehenden 
und zukünftigen Möglichkeiten und Vorteilen des Car -Sharing beraten werden. Dieses Büro 
beinhaltet ausdrücklich auch eine Beratung hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit einer Teilnahme 
am Car-Sharing vs. dem Vorhalten eines eigenen PKW mit geringer jährlicher Fahrleistung. 
Ökologische Kriterien sind ebenfalls einzubeziehen.  
 
2.  Daneben wird das Mobilitätsbüro Lastenfahrräder / L asten-E-Bikes zur Vermietung anbieten. 
Um gerade Berufstätigen einen einfachen Zugang zum Mobilitätsbüro zu ermöglichen, 
orientieren sich die Öffnungszeiten hin zu den Feie rabendstunden und werden durch ein 
entsprechendes Online-Angebot ergänzt. Die Angebote des Mobilitätsbüros sind entsprechend 
zu bewerben. 
 
3.  Das Mobilitätsbüro soll personell nicht von der Sta dt alleine, sondern gemeinsam mit 
Vertreter:innen von Verbänden, Bürgerinitiativen un d weiteren Akteuren betrieben werden. 
Die Verwaltung geht auf die betreffenden Gruppen, Initiativen und Verbände zu und lädt aktiv 
zur Mitarbeit ein. 
 
4.  Die Verwaltung wird beauftragt mit großen Carsharin g-Anbietern Verhandlungen darüber 
aufzunehmen, unter welchen Voraussetzungen die Dien ste auch in Münster nutzbar gemacht 
werden können.  
 
5.  Die Verwaltung wird weiterhin beauftragt, in Zusammenarbeit mit verschiedenen Car-Sharing-
Anbietern parallel ein beispielhaftes Konzept für d ie musterhafte Versorgung dieses Quartiers 
mit einem möglichst engmaschigen Car-Sharing Angebot zu erarbeiten. 
 
6.  Das Angebot ist nach einer Laufzeit von einem Jahr zu evaluieren. 
 
Begründung: 
Wie kaum ein anderer Stadtteil in Münster leidet das Kreuzviertel unter einem enormen Parkdruck, 
der schon am Tag eine Belegung von über 100 Prozent  der regulär zur Verfügung stehenden Plätze 
zur Folge hat. Nachts steigt dieser Wert noch erheblich an. Das zieht dauerhaft negative Folgen nach 
sich. U.a. werden Gehwege zum Teil über das erträgl iche Maß hinaus als Parkraum benutzt. Die

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Verkehrsflächen auf der Straße werden dadurch an manchen Stellen sehr eng. Das hat gravierende 
negative Folgen für alle, die besonders auf die Benutzung der Gehwege angewiesen sind: Menschen 
mit körperlichen Einschränkungen und Eltern mit Kinderwagen. 
 
Da auf den Grundstücken und in den vorhandenen Garagen nicht ausreichend Raum zum Abstellen 
der PKWs der Anwohner:innen und Besucher:innen zur Verfügung steht, ist eine Verbesserung der 
Situation nur durch die Verringerung der Zahl gepar kter PKW zu erreichen. Überzeugen statt 
verbieten! Eine Verringerung der Abstellmöglichkeit en und die Erhöhung des Drucks auf die PKW-
Nutzer:innen ist dazu nicht zielführend und wird le diglich zu erheblicher Gegenwehr und großem 
Unmut, nicht jedoch zu einem erwünschten Verhalten führen. Die Lösung des Problems liegt allein 
in überzeugenden Angeboten, die ein freiwilliges Verhalten fördern. 
 
Zu beobachten ist, dass eine nicht geringe Anzahl d er PKW für lange Zeit abgestellt und selten 
genutzt werden. Gerade die Nutzer:innen dieser PKW gilt es von den wirtschaftlichen und 
ökologischen Vorteilen des Car-Sharing zu überzeuge n mit dem Ziel, auf einen eigenen PKW zu 
verzichten und stattdessen auf Alternativen zurückzugreifen. Dazu bedarf es einer passgenauen, gut 
erreichbaren und nachhaltigen Beratung. Nur die PKW -Nutzer:innen, die von einem alternativen 
Angebot und seiner Qualität wirklich überzeugt sind , werden ihr Verhalten tatsächlich ändern. 
Träger eines solchen Beratungsangebotes können zum einen die Car-Sharing-Anbieter selbst, zum 
anderen aber auch Umweltgruppen oder Quartiersvereine und -Initiativen sein 
 
Um dieses Ziel zu erreichen, muss von entsprechende n Anbietern ein über das bestehende Maß 
weit hinausgehendes engmaschiges Netz von Car-Shari ng-Möglichkeiten errichtet werden, das 
lange Hin- und Rückwege genauso vermeidet, wie Wartezeiten und Nichtverfügbarkeiten. Welche(s) 
der vielen dafür auf dem Markt befindlichen Car-Sha ring-Systeme dafür am geeignetsten ist/sind, 
gilt es herauszufinden.  
 
Die Ausweitung des Busangebotes der Stadtwerke Müns ter hat erfolgreich gezeigt, dass ein 
verbessertes Angebot eine stark vergrößerte Nachfra ge nach sich zieht. Es ist davon auszugehen, 
dass es sich beim Car-Sharing genauso verhalten wir d, wenn die potenziellen Nutzer:innen 
ausreichend darüber informiert werden. 
 
Gerade im „Katzensprung-Bereich“ zur Innenstadt ist Car-Sharing aber nur ein Teil der Lösung: Aus 
dem Kreuzviertel mit dem PKW z.B. zum Markt-Einkauf  in die Stadt zu fahren ist kein wirklich 
überzeugender Weg. Viele Menschen gehen (fahren) aber genau diesen, weil es ihnen an alterativen 
Transportmöglichkeiten fehlt. Die Anschaffung eines  zusätzlichen eigenen Lastenrades ist für viele 
Bürger:innen wirtschaftlich nicht darstellbar oder es fehlen entsprechende Abstellmöglichkeiten. 
Entsprechend sollte das verbesserte Car-Sharing-Ang ebot durch einen quartiersgebundenen und 
somit sehr gut erreichbaren Verleih von Lastenräder n ergänzt werden. Dadurch wird der Verzicht 
auf das eigene Auto nochmals erheblich erleichtert.  
 
Auch dieses Angebot der Stadt bedarf selbstverständlich einer Evaluation, um es zu optimieren und 
Fehlentwicklungen abzustellen. Dabei ist besonders die Anzahl der durchgeführten Beratungen, die 
Anzahl der abgeschlossenen Neuverträge und die Anza hl der vermieteten Lastenräder in den Blick 
zu nehmen. 
gez. 
Jörg Berens Bernd Mayweg Heinrich Götting 
 
FDP-Fraktion im Rat der Stadt Münster

Beratungsverlauf (1)

17.03.2021 Rat
TOP 44.2 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Rothenburg 20

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Details

Aktenzeichen
A-R/0016/2021
Typ
Antrag an den Rat
Datum
24.02.2021
Erstellt
24.02.2021 11:43