SV-2021/0048
Antrag Fraktionen Bü 90/ Grüne, CDU, Volt, FDP vom 01.09.2021 betr. Wasserstoff als integraler Teil einer ganzheitlichen Energie- und Klimastrategie
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Punkt 40.8: Antrag Fraktionen Bü 90/ Grüne, CDU, Volt, FDP vom 01.09.2021 betr. Wasserstoff als integraler Teil einer ganzheitlichen Energie- und Klimastrategie (V-Nr. SV-2021/0048) Dem Antrag wird zugestimmt Stimmenthaltung: UWIGA/WGD, Die Linke. sowie Stadtve. Neumann (Die Partei) und Stadtve. Dietrich (FW)
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Punkt 17: Antrag Fraktionen Bü 90/ Grüne, CDU, Volt, FDP vom 01.09.2021 betr. Wasserstoff als integraler Teil einer ganzheitlichen Energie- und Klimastrategie (SV-Nr. 2021/0048) Einstimmig empfiehlt der Ausschuss für Umweltschutz und Nachhaltigkeit der Stadtverordnetenversammlung, dem Antrag zuzustimmen.
SV-2021/0048
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Vorlage-Nr. SV-2021/0048 Antrag Fraktionen Bü 90/ Grüne, CDU, Volt, FDP vom 01.09.2021 betr. Wasserstoff als integraler Teil einer ganzheitlichen Energie- und Klimastrategie Darmstadt 01.09.2021 A N T R A G Wasserstoff als integraler Teil einer ganzheitlichen Energie- und Klimastrategie Im vergangenen Jahr hat die Stadtverordnetenversammlung mit breiter Mehrheit die Stadtwirtschaftsstrategie 2025 verabschiedet. Damit hat sich die Wissenschaftsstadt Darmstadt das Ziel gesetzt, die Nachhaltigkeit in den Unternehmen der Stadtwirtschaft weiter auszubauen und die kommunalen Umwelt- und Klimaschutzziele aktiv zu unterstützen. Ein wesentlicher Fokus liegt in diesem Zusammenhang neben der Minderung von weiteren Emissionen, wie zum Beispiel SOX, NOX und Feinstaub sowie erhöhter Gebäudeeffizienz, auf der Reduktion der CO2-Emissionen. Zugleich ist die Erarbeitung eines zukunftsweisenden Klimaschutzkonzepts im gleichnamigen Beirat und seinen Arbeitsgruppen mit den Aktionsfeldern der Stadtwirtschaft vielfältig vernetzt und abgestimmt. Unter der klaren Zielformulierung eines klimaneutralen Darmstadts im Jahr 2035 ergibt sich daraus eine umfassende und ganzheitlich angelegte Energie- und Klimastrategie, die in ihren Maßnahmen die gesamte technologisch verfügbare und vor Ort sinnvolle Palette von klimafreundlichen Möglichkeiten der Energieerzeugung und -nutzung aufgreift. Die Bandbreite geht dabei, um nur einige Beispiele zu nennen, von der Inanspruchnahme von Ökostrom und klimaneutralem Gas der Entega AG über ökologisch sinnvolle, möglichst digital vernetzte Mobilitätsketten mit Sharing-Angeboten etc. bis hin zur regenerativen Wärmeerzeugung in der Fern- und Nahwärmeversorgung sowie der vermehrten Nutzung von Geothermie. Auch grüner Wasserstoff ist dabei ein im Zuge der Umsetzung der Klimaschutzziele und der anstehenden Dekarbonisierungsstrategien ein wichtiger Energieträger und ein Schlüssel zur Kopplung der Energiesektoren Verkehr, Strom- und Wärmeversorgung sowie Industrie. Die Nutzung von grünem Wasserstoff ist in diesem Zusammenhang daher ohne Zweifel ein Zukunftsthema, dessen Möglichkeiten es lokal-regional auszuloten und auszubauen gilt. Dies zeigen die unzähligen regionalen und kommunalen Wasserstoffinitiativen, die bereits deutschlandweit entstanden sind. Dabei darf der Einsatz von Wasserstofftechnologie nicht als Insellösung verstanden, sondern sollte als integraler Teil eines strategischen Gesamtansatzes betrachtet werden, um seine Chancen voll ausrollen zu können und Redundanzen zu vermeiden. 2 Der Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Darmstadt soll sich in diesem Sinne daher, um den Anschluss insbesondere im nationalen Kontext nicht zu verlieren, aktiv bei der Etablierung eines nachhaltigen und tragfähigen Wasserstoffmarkts engagierenAuch die in der Region ansässigen Industrie- und Gewerbeunternehmen werden infolge der Dekarbonisierung ihrer Produktionsprozesse eine Nachfrage nach grünem Wasserstoff generieren. Eine enge Verzahnung mit diesen Akteuren bleibt weiterhin unabdingbar. Durch die hohe Dichte an namhaften Unternehmen aus Industrie, und Energie- und Gebäudewirtschaft hat Darmstadt eine gute Ausgangsposition. In Verbindung mit einer Vielzahl von Universitäten, Forschungseinrichtungen und Start-ups sind dies ideale Bedingungen, um auch von hier aus die Wasserstoff-Entwicklung voranzutreiben und aktiv zu gestalten. Gemeinsam mit allen relevanten Akteuren sollenwerden daher weiterhin daher im Zusammenhang mit der Gesamtstrategie zu Klimaschutz und Klimaneutralität Projekte im Bereich Wasserstoff identifiziert, entwickelt und umgesetzt werden. Das leistet einen weiteren Beitrag zu einer nachhaltigen und klimafreundlichen Ausrichtung des Wirtschaftsstandortes Darmstadt. Durch das Zusammenwirken aller Akteure wie zum Beispiel im Klimaschutzbeirat hat Darmstadt gute Voraussetzungen um eine auch regionale Wasserstoffwirtschaft Wirklichkeit werden zu lassen. Vor diesem Hintergrund möge die Stadtverordnetenversammlung beschließen: 1. Im Klimaschutzbeirat soll zu gegebenem Zeitpunkt zur Positionierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt im Rahmen der Etablierung eines nachhaltigen und tragfähigen europäischen Wasserstoffmarktes eine eigenständige Unterarbeitsgruppe zum Thema „Wasserstoff“ eingerichtet werden. Im Klimaschutzbeirat soll so dazu beigetragen werden, alle Potentiale zur Marktmobilisierung und für den Markthochlauf der Wasserstofftechnologie in Darmstadt zu heben. Dabei sollen alle potenziellen Wertschöpfungsebenen von der Erzeugung über die Verteilung bis zur Nutzung ihrer regionalen Potentiale entsprechend einbezogen werden. Eine Grundlage ist dabei der Wasserstoff Aktionsplan Deutschland 2021 – 2025, dies unter nachdrücklicher Betonung des Themas grüner, klimaneutraler Wasserstoff. Das Thema grüner Wasserstoff soll zum Beispiel in den Arbeitsgruppen Energie, Wirtschaft und Mobilität aufzugegriffen werden und in die Erarbeitung eines Klimaschutzkonzeptes für die Wissenschaftsstadt Darmstadt integriert werden – dies weiterhin mit dem bereits verabschiedeten Ziel der Klimaneutralität bis 2035. Dabei sollen im Sinne eines integrierten sektorübergreifenden Konzeptes Vertreter*innen aller Sektoren Berücksichtigung finden, insbesondere auch der Bereiche Industrie und Gewerbe, als potenzielle Abnehmer grünen Wasserstoffs. Der Klimaschutzbeirat soll zur Positionierung der Wissenschaftsstadt Darmstadt im Rahmen der Etablierung eines nachhaltigen und tragfähigen europäischen Wasserstoffmarktes eine eigenständige Arbeitsgruppe zum Thema „Wasserstoff“ einrichtenmit Vertretern aus Industrie und Gewerbe in der Arbeitsgruppe Wirtschaft, sowie Energie. Der Klimaschutzbeirat soll so dazu beitragen, alle Potentiale zur Marktmobilisierung und für den Markthochlauf der Wasserstofftechnologie in Darmstadt zu heben. Dabei sollen alle potentiellen Wertschöpfungsebenen von der Erzeugung über die Verteilung bis zur Nutzung ihrer regionalen Potentiale entsprechend einbezogen werden. Grundlage ist dabei der Wasserstoff Aktionsplan 3 Deutschland 2021 – 2025. 2. Die Arbeitsgruppe bündelt unter dem Dach des Klimaschutzbeirats die Kompetenzen aus Strategie, Internationalem und Kommunikation. Ihre konkreten Ziele sind eine Roadmap für den Standort zu entwickeln, sektorenübergreifende Projekte sowie funktionierende und nachhaltige Geschäftsmodelle zu ermöglichen, Anwendung, Forschung und Entwicklung sowie Innovationen zu vernetzen, Partnerschaften zu initiieren und auszubauen sowie das Wasserstoffzeitalter durch eine bürgernahe Kommunikation erlebbar machen. Die Unternehmen der Stadtwirtschaft werden aufgefordert, im Rahmen der Umsetzung der Stadtwirtschaftsstrategie 2025 bei der Wahl geeigneter Technologien zur ressourcenschonenden Energieerzeugung und -Nutzung den Einsatz von Wasserstoff als Teil ihrer Gesamtstrategie zu überprüfen und, wo dies möglich ist, umzusetzen. Sie werden gebeten daran mitzuwirken die Voraussetzungen zu schaffen, um den vielen technisch ausgereiften Wasserstofftechnologien dabei zu helfen, die Herausforderung der Kommerzialisierung zu bewältigen. Die Unternehmen in öffentlicher Hand können hier eine initiale Nachfrage schaffen und so die Kommerzialisierung anschieben. 3. Im Darmstädter Energie-Labor für Technologien in der Anwendung (DELTA) hat sich unter Federführung der TU Darmstadt ein namhaftes Konsortium aus Wissenschaft, Wirtschaft und Institutionen zusammengeschlossen, um im Rahmen der Initiative „Reallabore der Energiewende“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie Methoden und Maßnahmen der urbanen Energiewende im Sinne interagierender, energieoptimierter Quartiere zu erproben. Stadt und Stadtwirtschaft sind darin eingebunden. Ihre Vertreter*innen werden sich für die angemessene Berücksichtigung von Wasserstoff-Technologien in den Projekten verwenden. Zusätzlich zum Delta-Projekt werden Fördermöglichkeiten sondiert, die im Rahmen der nationalen Wasserstoff-Strategie für den Einsatz grünen Wasserstoffs in Industrie und Gewerbe sowie für Infrastruktur (z.B. Wasserstoff-Tankstellen, Transportinfrastruktur) vom Bund zur Verfügung gestellt werden. 4. Ausdrücklich begrüßt wird an dieser Stelle nochmals die bereits gestartete Kooperation des Eigenbetriebs EAD mit dem Zweckverband Abfallverwertung Südhessen ZAS und der Entega AG (unter wissenschaftlicher Begleitung der TU Darmstadt), welche die Produktion von Wasserstoff am Müllheizkraftwerk und den Einsatz bei Nutzungsfahrzeugen beabsichtigt. Nicht zuletzt darin zeigt sich, dass die Möglichkeiten der Zukunftstechnologie Wasserstoff im kommunalen Umfeld in Darmstadt bereits erkannt sind und die Anwendung vorbereitet wird. Weitere Projekte sollen künftig hinzukommen. Dies umfasst die Prüfung von Projekten im Bereich Klärprozesse, ergänzendern Einsatz von Wasserstoff im Wärmemarkt sowie Wasserstoffverträglichkeit der Verteilnetze, das bestehende Gasverteilnetz für den Wasserstofftransport zu ertüchtigen. Die weitere Begründung erfolgt mündlich. Hildegard Förster-Heldmann 4 Andreas Ewald (Fraktionsvorsitzende) Roland Desch (Fraktionsvorsitzender) Nicolas Kämmerer (Fraktionsvorsitzender) Sven Beißwenger (Fraktionsvorsitzender)
Beratungsverlauf (2)
Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2021/0048
- Typ
- Antrag
- Datum
- 10.09.2021
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00