2020/0233
Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt
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Punkt 16: Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt (V-Nr. 2020/0233) Die Fraktion UWIGA stellt folgenden Antrag: Einfügen eines Punkt 4 mit folgendem Text: „Die Daten der Datenplattform sollen im Interesse der Allgemeinheit als offene Verwaltungsdaten (Open Government Data) ohne jedwede Einschränkung zur freien Nutzung, zur Weiterverbreitung und zur freien Weiterverwendung frei zugänglich gemacht werden, gemäß der Offen-Definition der „Open-Knowledge- Foundation“. Der Antrag wird abgelehnt. Gegen die Ablehnung: AfD, UWIGA, Die Linke. und Stadtv. Sigmund (fraktionslos) Stimmenthaltung: 1 Stimme aus FDP Der Vorlage wird zugestimmt. Stimmenthaltung: AfD, Die Linke. und UWIGA sowie 1 Stimme aus FDP und Stadtv. Sigmund (fraktionslos) Stadtverordneter Sigmund beantragt das Redeprotokoll der Rede von Frau Stadtve. Vocke-Schöhl.
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Punkt 14: Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt (V-Nr. 2020/0233) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Stimmenthaltung: SPD, Die Linke. und FDP
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Punkt 3: Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt (V-Nr. 2020/0233) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, der Vorlage zuzustimmen. Gegenstimme: Fraktion Die Linke. Stimmenthaltungen: Fraktionen SPD und UWIGA
2020/0233
18919 Zeichen
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
10.09.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Amt für Interne
Dienste OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I II
III IV
V
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0233
Magistratsbeschluss-Nr.
Internetfähig
Produkt-Nr.: 111170
Kostenstelle: 010-0003-1003 Investitionsnummer: 18010-0001
Kostenträger: 1111-71 Sachkonto: 0840010
Betreff: Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt
Vorlage vom: 10.09.2020
Beschlussvorschlag:
Der Magistrat hat mit der Magistratsvorlage Nr. 2019/0334 das Vorhaben der Einführung einer
Datenplattform zur Kenntnis genommen. Diese soll, eine im Oktober erfolgende Entscheidung
vorausgesetzt, ab 01.01.2021 in den Echtbetrieb überführt werden, weswegen folgender
Beschluss gefasst wird:
1. Der momentane Stand zur Implementierung der Datenplattform wird zur Kenntnis
genommen.
2. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Implementierung soll die Datenplattform ab dem
01.01.2021 in den Echtbetrieb übernommen werden.
3. Die notwendigen Mittel in Höhe von
2021 2022 2023 2024 2025 2026
1.007.930 € 1.024.590 € 1.042.440 € 1.060.290 € 1.076.950 € 1.094.800 €
- 2 -
werden in den entsprechenden Haushaltsjahren aus dem städtischen Haushalt zur Verfügung
gestellt.
In 2021 stehen den Gesamtkosten Fördermittel des Landes Hessen i. H. v. 700.000 € als
Gegenfinanzierung gegenüber. Diese verteilen sich mit 335.580 € auf den Ergebnis - sowie mit
364.420 € auf den Finanzhaushalt.
Anlagen: Finanzierungsbedarf
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom
- 3 -
Begründung zur Magistratsvorlage vom 10.09.2020
1. Gründe für die Einrichtung einer Datenplattform durch die Wissenschaftsstadt
Darmstadt
Die zentrale Datenplattform soll als Basis für eine Vielzahl von Vorhaben aus dem
Projektportfolio der Digitalstadt dienen und die Vernetzung der Akteure aus den beteiligten
Bereichen erleichtern. Sie vereinfacht die Kommunikation zwischen Bürgern, Wirtschaft und
Stadt und bietet durch starke Verschlüsselung Datensicherheit und Vertraulichkeit.
Im Vorfeld wurden Anwendungsfälle und Projekte aus den beteiligten Bereichen der
Digitalstadt Darmstadt identifiziert, die auf eine Datenplattform zurückgreifen müssen. Ein
Team aus IT Fachleuten der St adtverwaltung und der Stadtwirtschaft hat die auf dem Markt
verfügbaren IoT-Plattformen untersucht und die für Darmstadt notwendigen Vorgaben
erstellt. Vorhandende Applikationen, die im Rahmen der Digitalisierung an die
Datenplattform angebunden werden sol len, sind insbesondere bei der Verwaltung, dem EAD
und der Entega zu finden.
Die Datenplattform betrifft als verbindendes Element alle Bereiche, die in der Digitalstadt
Darmstadt vertreten sind. Dazu gehören Verwaltung, Handel, Gesellschaft, Bildung,
Cybersicherheit, Mobilität, Umwelt, Industrie 4.0, Energie und IT -Infrastruktur. Manche
dieser Bereiche sind hauptsächlich mit Auswertung und Analyse der Daten befasst (Bildung,
Gesellschaft), andere stärker mit der Erfassung (Mobilität, Umwelt), oder sind
Querschnittsfunktionen (IT-Sicherheit).
Für alle Zielgruppen hat die gemeinsame Datenplattform den Vorteil, dass sie keine eigene
Infrastruktur aufbauen müssen, sondern sich über vereinbarte Schnittstellen an die
Funktionalitäten anschließen können, die sie be nötigen. Dabei profitieren sie von den
Features zur Wartung und IT-Sicherheit.
Daten verschiedener Bereiche können nach Prüfung auf datenschutzrechtliche Kriterien
miteinander verknüpft werden, um Mehrwerte für alle Bereiche und die Bevölkerung zu
generieren.
Durch die Schaffung einer eigenen Infrastruktur wird sichergestellt, dass die anfallenden
Daten nicht einem einzelnen Unternehmen zufallen, sondern die Hoheit bei der Stadt und
den Bürgern bleibt. Dies erlaubt vielfältige Kooperationen mit unterschiedl ichen
Einrichtungen (und Firmen) und sichert gleichzeitig den Datenschutz.
2. Zielsetzungen der Datenplattform
Die DIN SPEC "Referenzarchitekturmodell Offene Urbane Plattform" 1 definiert offene
städtische Datenplattformen als eine auf lokale Gegebenheiten angepasste Implementierung
einer Architektur zur Integration bestehender städtischer Infrastrukturen, Datenspeicher und
Services aus dem öffentlichen und privaten Bereich. Offe ne städtische Datenplattformen
integrieren IoT-Infrastrukturen, ermöglichen ihren Betrieb und sammeln und verteilen Daten
aus diesen und anderen Quellen zum Zwecke der Nutzung durch neue Anwendungen.
Generelle Anforderungen an die Datenplattform sind:
Sammeln von Daten aus Bestandssystemen und IoT -Devices
Bereitstellung der Daten für Anwender und weiterverarbeitende Systeme
1 Die DIN SPEC ist eine Art Vorstufe zur DIN NORM und kommt u.a. dann zur Anwendung,
wenn wie auf diesem Gebiet noch keine offizielle Normierung vorliegt.
- 4 -
Visualisierung und Aufbereitung der Daten, z.B. in Form von Dashboards
Bereitstellung einer Entwicklungsumgebung für Datenverarbeitun g und
ereignisgesteuerte Aktionen
Analyse und Big Data-Auswertungsmöglichkeiten
Gewährleistung von Datensicherheit und Schutz vor Angriffen
Diese Anforderungen können mit einer Schichtenarchitektur adressiert werden, in deren Kern
die Infrastrukturschicht liegt, die die Bereitstellung und Weiterverarbeitung von umfassenden
stadtrelevanten Daten ermöglicht.
Basiskomponenten der Infrastrukturschicht umfassen diskrete (einmalig erfasste) und
kontinuierliche Datenquellen, Datenspeicher, Datenbeschreibungen und -spezifikationen,
Filter, Transformatoren und Aggregatoren sowie orchestrierbare Dienste für den Zugriff.
Die bestehende IT-Infrastruktur wird in Darmstadt bisher, wie in vielen anderen Städten,
durch Stand-Alone-Systeme bestimmt. Die Verknüpfung dieser Systeme untereinander ist
nicht geplant und häufig nicht möglich; stattdessen sollen diese Systeme nach und nach an
die Datenplattform angeschlossen werden.
Ziel der Erstellung einer Darmstädter Datenplattform ist daher eine integrierte Infrastruktur,
die bestehende Systeme der Stadtwirtschaft und ggf. der Stadtverwaltung (die durch die
Datenplattform nicht ersetzt werden können und sollen) koordiniert und mit dem
entstehenden Internet der Dinge kombinieren kann. Um die bestehenden Systeme verbinden
zu können, wird auf allen Ebenen Offenheit benötigt.
Die wichtigsten Eigenschaften der Datenplattform sind damit :
die Generierung übergreifender Datenflüsse durch Anbindung von
Bestandssystemen
die Einbindung von IoT-Devices zur Sammlung und Analyse städtischer Daten
das Anbieten von Services und Analytics für Stakeholder
Bei der Anbindung der Bestandssysteme wird im Hinblick auf die notwendige Resilienz der
Systeme darauf geachtet werden, dass die bestehenden Funktionen der Legacy -Systeme
auch bei einem Ausfall der Datenplattform weiter zur Verfügung stehen. Die Plattform
integriert Infrastruktur und Komponenten,. Um späteren Erweiterungen zu erlauben, setzt sie
auf offene Standards und Schnittstellen. Die Datenplattform ist kein "Produkt von der
Stange", sondern wird stetig auf die Darmstädter Gegebenheiten und Anforderungen
angepasst.
3. Ziele der Datenplattform
Diese Ziele sollen durch die Realisierung der Datenplattform erreicht werden:
Abbildung 1: Ziele d. Datenplattform kurzfristig (dunkelblau) u. mittelfristig (hellblau)
- 5 -
Die in der Grafik genannten Ziele, die durch die Einführung einer Datenplattform erreicht
werden sollen, sind im Folgenden näher beschrieben:
Ökonomisch:
Ein immer größerer Anteil der wirtschaftlichen Wertschöpfung wird heute in
wirtschaftlichen Kooperationen geschaffen. Die Datenplattform schafft die Grundlage
für digitale Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und mit wissenschaftlichen
Einrichtungen und stärkt somit den Standort Darmstadt.
Über die Datenplattform können Existenzgründer und Start -Up Unternehmen über
standardisierte Schnittstellen Daten erfassen und neue Geschäftsmodelle erproben.
Ökologisch:
Die Datenplattform wird wesentlich zu einer klimafreundlichen Stadtentwicklung und
modernen Mobilität beitragen. Dies wird durch die Bereitstellung der hierfür
notwendigen Daten aus verschiedenen Umweltsensoren der Stadt und Dritter
ermöglicht.
Für die Luftreinhaltung werden über die Datenplattform wichtige Informationen
gewonnen, um aktive Maßnahmen etwa zur Verkehrslenkung zu ergreifen.
Durch die Anbindung zahlreicher Sensoren können Energiesparpotentiale aufgedeckt
und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.
Sozial:
Die Einrichtung der Datenplattform wird dazu beitragen, dass Bürgerinnen un d
Bürger stärker am öffentlichen Leben teilhaben können, weil ihnen durch Anbindung
einer Open-Data-Plattform eine aktuelle, breitbandige Informationsbasis zur
Verfügung steht.
Durch die Datenplattform wird der soziale Zusammenhalt gefördert werden, dies w ird
durch die Bereitstellung von aktuellen Informationen und Bürgerbeteiligungsportalen
erreicht.
Die öffentliche Sicherheit kann durch Integration und Bereitstellung von Diensten für
die Ordnungsbehörden erhöht werden, etwa durch Informationen über Verkeh rsdichte
für Einsatzwagen, aktive Verkehrslenkung oder die Anbindung von öffentlichen Rauch -
und Brandmeldern.
- 6 -
4. Architektur der Datenplattform:
Die Architektur der Darmstädter Datenplattform ist angelehnt an das „Referenzmodell
für IoT-Plattformen“:
Abbilung 2: Nach: Frauenhofer IAO – IT-PLATTFORMEN FÜR DAS INTERNER DER DINGE
(IoT), 2017
- 7 -
5. Zeitplan zur Einführung der Darmstädter Datenplattform:
Implementierungsphase: 01.01.2020 bis 31.12.2020 :
Die Infrastruktur wird aufgebaut.
Die Funktionalität der Datenplattform wird durch ausgewählte Anwendungsfälle
(UseCases) nachgewiesen.
Echtbetrieb: ab dem 01.01.2021 :
Zum 01.01.2021 startet die Datenplattform in den Echtbetrieb. Eine Kündigung des
laufenden Vertrags ist jedoch vor dem Echtbetrieb zum 31.12.2020 möglich.
Hierüber muss im Oktober entschieden werden.
Der Echtbetrieb ist zunächst bis zum 31.12.2023 beauftr agt. Der Vertrag kann zu
diesem Termin gekündigt werden, oder verlängert sich anschließend um jeweils ein
Jahr, bis maximal zum 31.12.2026. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss neu über
die Zukunft der Datenplattform entschieden werden.
Für Einführung und Betrieb der Datenplattform werden zwei Aufträge vergeben:
Der Aufbau der Infrastruktur, der Nachweis der Funktionsfähigkeit und die zur
Verfügungstellung der Infrastruktur im Echtbetrieb wurde an eine ekom21 – KGRZ
Hessen vergeben, die sich für das Projekt dem Urban Software Institute GmbH - [ui!]
und DARZ GmbH als Partner bedient.
Dienstleistungen für die Anbindung von weiteren Anwendungsfällen im Echtbetrieb an
die Datenplattform, sowie die Nutzung eines stadtweiten LoRaWan -Netzes werden
noch vergeben.
6. Übersicht zum aktuellen Stand des Projekts
Projektstruktur:
Die Projektstruktur und -organisation wurde durch den Aufraggeber, Wissenschaftsstadt
Darmstadt, mit deren Projektgesellschaft Digitalstadt Darmstadt GmbH mit dem
Auftragnehmer, ekom21 – KGRZ Hessen, und dessen Partnern (Urban Software In stitute
GmbH - [ui!] und DARZ GmbH) direkt zum Projektstart etabliert und wird erfolgreich gelebt.
Es finden regelmäßige Projektabstimmungen statt. Die Anforderungserhebung und
technische Umsetzung erfolgt gemäß den Prinzipien agiler Software -Entwicklung und wird
über entsprechende Werkzeug-Umgebungen abgewickelt.
Technischer Stand:
Die offene urbane Datenplattform der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird gemäß DIN
SPEC 91357 auf Basis von [ui!] UrbanPulse bereitgestellt.
Mit der Umsetzung der ersten UseCase s in der Umgebung der Datenplattform wurde
begonnen. Diese zeigen in den ersten Ergebnissen die geforderte Funktionalität der
Datenplattform. Bis Ende August sollen in den UseCases Traffic und Umwelt
wesentliche Funktionalitäten nachgewiesen werden.
Es wurde eine Einstiegsseite für die Datenplattform geschaffen, über die erste
Ergebnisse der UseCases dargestellt werden können.
- 8 -
Es wurden erste Schnittstellen und Mandanten zusammengeführt, die den
übergreifenden Nutzen der Datenplattform sicherstellen.
Die Technologien wurden in Schulungen Mitarbeitenden aus der Stadtverwaltung und
dem Stadtkonzern vorgestellt. In einem weiteren Schritt sollen diese die Möglichkeit
erhalten bei der Umsetzung des UseCases Smart Waste mitzuwirken, um die
Technologien noch genauer kennenzulernen.
Notwendige Plattform-Fähigkeiten wie z.B. Echtzeitdaten -Verarbeitung,
herstellerunabhängige Integration verschiedener Datenquellen, Mandantenfähigkeit
und Kombination von Use Cases wurden nachgewiesen
Details und Stand den UseCases :
Die UseCases dienen im Rahmen der Implementierungsphase dazu die Funktionsfähigkeit
der Datenplattform und deren Nutzen zu dokumentieren. Zu jedem UseCase werden
innerhalb der Stadtverwaltung mit den Fachämtern die Anforderungen definiert. Diese
Anforderungsbestimmung nimmt einen wichtigen Teil der Vorarbeit ein. Nachdem die
technischen Informationen für den UseCase gesammelt wurden, werden die Anforderungen
und Informationen an die Auftragnehmer übergeben. Im Rahmen der Implementierungsphase
unterstützt bei der Umsetzung der UseCases die ekom21 mit ihren Partnern. Im späteren
Verlauf soll hier ein Auftragnehmer die Umsetzung vo n weiteren UseCases übernehmen.
Beispielhafte digitale Darstellung für Bürgerinnen und Bürger:
UseCase Smart Traffic:
Bei der Datenerhebung im Verkehrsbereich ist Darmstadt einer der Vorreiter. Somit ist es
oberstes Ziel gewesen diese Daten in die Datenplattform einzubinden und anhand der schon
bestehenden Daten die Funktionalitäten nachzuweisen.
Diese Daten bilden eine wichtige Grundlage für die spätere umweltsensitve
Verkehrssteuerung und weitere Maßnahmen aus dem Green City Plan, die unter anderem im
Rahmen des Projekts Danalytics aufgebaut wird.
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Im Rahmen der Implementierung der Datenplattform, w erden folgende Punkte umgesetzt:
Verkehrsdaten:
Das Verkehrsaufkommen wird echtzeitnah errechnet und durch einen Farbindikator
dargestellt. Die Daten werden von über 2.000 Verkehrskameras und
Induktionsschleifen erhoben, welche an den Ampelkreuzungen der Stadt installiert
sind. Von den Kameras werden anstelle von Bildern Zählwerte übermittelt,
Datenschutzproblematiken entfallen damit.
Datenportal:
Über dieses Portal können verschiedene in der Datenplattform vorgehaltene Daten in
ein offenes und für jedes lesbare Datenformat ( csv) exportiert werden. Für den Export
können Filter definiert werden. Die historischen Daten können auf diese Weise einfach
zwischen verschiedenen Ämtern oder Abt eilungen ausgetauscht werden.
Universitäten und Forschungseinrichtungen können durch die Nutzun g der Daten für
Forschungszwecke profitieren.
Daten der Ampeln:
Zugriff über eine Schnittstelle auf Ampel -Rohdaten und Grünphasen-Prognosen in
nahezu Echtzeit. Weiterhin werden Qualitätsdaten der Ampeln zur internen Nutzung
zur Verfügung gestellt.
Durch den Use Case Smart Traffic werden folgende Plattformfähigkeiten demonstriert:
Echtzeitdaten-Verarbeitung
Möglichkeit der Open-Data Bereitstellung
Service Hosting für datenverarbeitende Dienste wie z.B. Vorhersage -Dienste
Nutzen für die Stadt und die Bürger*innen:
Die Verkehrssituationserfassung wird verbessert.
Informationen zur Unterstützung der Verkehrsplanung können generiert werden.
Verkehrsverflüssigung durch Nutzung der Signalphasenprognosen -Daten kann
erreicht werden.
Die Datenqualität kann geprüft und Maßnahmen zur deren Erhöhung vorgenommen
werden.
Es werden wichtige Vorarbeiten zu zukunftsfähigen Smart City -Lösungen geleistet,
z.B. im Hinblick auf autonomes Fahren, umweltsensitives Verkehrsmanagement,
Vernetzung zu intermodalen Verkehrsmi ttelketten
Beispielhafte Darstellung (keine Echtwerte):
- 10 -
UseCase Luftreinhaltung:
Viele verschiedene Sensoren aus dem Darmstädter Stadtgebiet werden zusammengeführt. Es
wird ein „Umwelt Sensor Netz Darmstadt“ aufgebaut, das bessere Einblicke in die Messwerte
(z.B. Stickstoffdioxid, Feinstaub, Temperatur und Luftfeuchte) geben und entsprechende
Analysen ermöglichen soll.
Durch diesen Use Case werden folgende Plattformfähigkeiten nachgewiesen:
Herstellerunabhängige Integration verschiedener Date nquellen –
Generalisierung der Daten, d.h. die Konvertierung von Datenformaten
unterschiedlicher Hersteller zu einem einheitlichen Format.
Eigene Auswertungsmöglichkeiten für städtische Mitarbeitende.
Nutzen für Stadt und Bürger*innen:
Es können wesentlich genauere Bilder über aktuelle und historische Luftwerte
gezeichnet werden. Sowohl örtliche wie auch zeitliche Auflösungen wurden durch
diesen Use Case stark verbessert.
Die Informationen können als Grundlage für städtische Planungen di enen.
Eine Verknüpfung der Daten aus dem UseCase Smart Traffic und diesem UseCase ist
in Vorbereitung und wird perspektivisch wichtige Datengrundlagen für die
Entscheidungsträger liefern.
Beispielhafte Darstellung (keine Echtwerte):
Weitere UseCases:
Als weitere Anwendungsfälle werden zum Nachweis der Funktionalität im Rahmen der
Implementierungsphase folgende umgesetzt:
Bürgerinformation (angedacht sind Wartezeitenübersichten für ein Stadthaus)
SmartWaste (Anschluss der Sensoren aus den Underfloor -Containern zur besseren
Steuerung der Leerungsrouten)
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Beispielhafte Darstellung (keine Echtwerte):
Datenaustauschplattform (Möglichkeit Daten aus der Datenplattform mit gezielten
Berechtigungen Personen aus dem Stadtkonzern oder auch externen zugänglich zu
machen)
7. Finanzen
Für die Datenplattform stehen Fördermittel des Landes Hessen in Höhe von 700.000 EUR zur
Verfügung. Mit diesen Mitteln können die Kosten der Implementierung abgefangen werden.
Die Mittel für den laufenden Betrieb sind aus dem städtischen Haushalt zu decken. Der
jährliche Bedarf ergibt sich aus der Übersicht, die als Anlage beige fügt ist.
Darmstadt, den 10.09.2020
Dezernat I Dezernat IV
Jochen Partsch André Schellenberg
Oberbürgermeister Stadtkämmerer
anlage 4
18985 Zeichen
- 2 -
Magistratsvorlage
Eingang Magistrats-
geschäftsstelle:
10.09.2020
an den Magistrat
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
Beteiligt vor
Magistratsbeschlussfassung:
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung
OBW zur Befassung
zur Kenntnis
zur Beschlussfassung
zur abschließenden Beschluss-
fassung Fachausschuss
Dezernat IV
Amt: Amt für Interne
Dienste OBW bei abschl.
Beschlussfassung Magistrat
Behandlung in
öffentl. Sitzung
Ja
Nein
Verteiler:
I II 10.3
III IV
V
Stvv
Ja
Nein
Vorlage-Nr. 2020/0233
Magistratsbeschluss-Nr.
254
Internetfähig
Produkt-Nr.: 111170
Kostenstelle: 010-0003-1003 Investitionsnummer: 18010-0001
Kostenträger: 1111-71 Sachkonto: 0840010
Betreff: Einrichtung einer Datenplattform im Rahmen des Projektes Digitalstadt Darmstadt
Vorlage vom: 10.09.2020
Beschlussvorschlag:
Der Magistrat hat mit der Magistratsvorlage Nr. 2019/0334 das Vorhaben der Einführung einer
Datenplattform zur Kenntnis genommen. Diese soll, eine im Oktober erfolgende Entscheidung
vorausgesetzt, ab 01.01.2021 in den Echtbetrieb überführt werden, weswegen folgender
Beschluss gefasst wird:
1. Der momentane Stand zur Implementierung der Datenplattform wird zur Kenntni s
genommen.
2. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Implementierung soll die Datenplattform ab dem
01.01.2021 in den Echtbetrieb übernommen werden.
3. Die notwendigen Mittel in Höhe von
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2021 2022 2023 2024 2025 2026
1.007.930 € 1.024.590 € 1.042.440 € 1.060.290 € 1.076.950 € 1.094.800 €
werden in den entsprechenden Haushaltsjahren aus dem städtischen Haushalt zur Verfügung
gestellt.
In 2021 stehen den Gesamtkosten Fördermittel des Landes Hessen i. H. v. 700.000 € als
Gegenfinanzierung gegenüber. Diese verteilen sich mit 335.580 € auf den Ergebnis - sowie mit
364.420 € auf den Finanzhaushalt.
Anlagen: Finanzierungsbedarf
Datenschutzrelevante Anlage:
Folgekosten: Ja Nein
Beschluss des Magistrats vom 16.09.2020
Der Vorlage wird zugestimmt.
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Begründung zur Magistratsvorlage vom 10.09.2020
1. Gründe für die Einrichtung einer Datenplattform durch die Wissenschaftsstadt
Darmstadt
Die zentrale Datenplattform soll als Basis für eine Vielzahl von Vorhaben aus dem
Projektportfolio der Digitalstadt dienen und die Vernetzung der Akteure aus den beteiligten
Bereichen erleichtern. Sie vereinfacht die Kommunikation zwischen Bürgern, Wirtschaft und
Stadt und bietet durch starke Verschlüsselung Datensicherheit und Vertraulichkeit.
Im Vorfeld wurden Anwendungsfäl le und Projekte aus den beteiligten Bereichen der
Digitalstadt Darmstadt identifiziert, die auf eine Datenplattform zurückgreifen müssen. Ein
Team aus IT Fachleuten der Stadtverwaltung und der Stadtwirtschaft hat die auf dem Markt
verfügbaren IoT-Plattformen untersucht und die für Darmstadt notwendigen Vorgaben
erstellt. Vorhandende Applikationen, die im Rahmen der Digitalisierung an die
Datenplattform angebunden werden sollen, sind insbesondere bei der Verwaltung, dem EAD
und der Entega zu finden.
Die Datenplattform betrifft als verbindendes Element alle Bereiche, die in der Digitalstadt
Darmstadt vertreten sind. Dazu gehören Verwaltung, Handel, Gesellschaft, Bildung,
Cybersicherheit, Mobilität, Umwelt, Industrie 4.0, Energie und IT -Infrastruktur. Manche
dieser Bereiche sind hauptsächlich mit Auswertung und Analyse der Daten befasst (Bildung,
Gesellschaft), andere stärker mit der Erfassung (Mobilität, Umwelt), oder sind
Querschnittsfunktionen (IT-Sicherheit).
Für alle Zielgruppen hat die gemeinsame Datenplat tform den Vorteil, dass sie keine eigene
Infrastruktur aufbauen müssen, sondern sich über vereinbarte Schnittstellen an die
Funktionalitäten anschließen können, die sie benötigen. Dabei profitieren sie von den
Features zur Wartung und IT-Sicherheit.
Daten verschiedener Bereiche können nach Prüfung auf datenschutzrechtliche Kriterien
miteinander verknüpft werden, um Mehrwerte für alle Bereiche und die Bevölkerung zu
generieren.
Durch die Schaffung einer eigenen Infrastruktur wird sichergestellt, dass die anf allenden
Daten nicht einem einzelnen Unternehmen zufallen, sondern die Hoheit bei der Stadt und
den Bürgern bleibt. Dies erlaubt vielfältige Kooperationen mit unterschiedlichen
Einrichtungen (und Firmen) und sichert gleichzeitig den Datenschutz.
2. Zielsetzungen der Datenplattform
Die DIN SPEC "Referenzarchitekturmodell Offene Urbane Plattform" 1 definiert offene
städtische Datenplattformen als eine auf lokale Gegebenheiten angepasste Implementierung
einer Architektur zur Integration bestehender städti scher Infrastrukturen, Datenspeicher und
Services aus dem öffentlichen und privaten Bereich. Offene städtische Datenplattformen
integrieren IoT-Infrastrukturen, ermöglichen ihren Betrieb und sammeln und verteilen Daten
aus diesen und anderen Quellen zum Zw ecke der Nutzung durch neue Anwendungen.
Generelle Anforderungen an die Datenplattform sind:
Sammeln von Daten aus Bestandssystemen und IoT -Devices
1 Die DIN SPEC ist eine Art Vorstufe zur DIN NORM und kommt u.a. dann zur Anwendung,
wenn wie auf diesem Gebiet noch keine offizielle Normierung vorliegt.
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Bereitstellung der Daten für Anwender und weiterverarbeitende Systeme
Visualisierung und Aufbereitung der Daten, z.B. in Form von Dashboards
Bereitstellung einer Entwicklungsumgebung für Datenverarbeitung und
ereignisgesteuerte Aktionen
Analyse und Big Data-Auswertungsmöglichkeiten
Gewährleistung von Datensicherheit und Schutz vor Angriffen
Diese Anforderungen können mit einer Schichtenarchitektur adressiert werden, in deren Kern
die Infrastrukturschicht liegt, die die Bereitstellung und Weiterverarbeitung von umfassenden
stadtrelevanten Daten ermöglicht.
Basiskomponenten der Infrastrukturschicht u mfassen diskrete (einmalig erfasste) und
kontinuierliche Datenquellen, Datenspeicher, Datenbeschreibungen und -spezifikationen,
Filter, Transformatoren und Aggregatoren sowie orchestrierbare Dienste für den Zugriff.
Die bestehende IT-Infrastruktur wird in Darmstadt bisher, wie in vielen anderen Städten,
durch Stand-Alone-Systeme bestimmt. Die Verknüpfung dieser Systeme untereinander ist
nicht geplant und häufig nicht möglich; stattdessen sollen diese Systeme nach und nach an
die Datenplattform angeschlosse n werden.
Ziel der Erstellung einer Darmstädter Datenplattform ist daher eine integrierte Infrastruktur,
die bestehende Systeme der Stadtwirtschaft und ggf. der Stadtverwaltung (die durch die
Datenplattform nicht ersetzt werden können und sollen) koordinie rt und mit dem
entstehenden Internet der Dinge kombinieren kann. Um die bestehenden Systeme verbinden
zu können, wird auf allen Ebenen Offenheit benötigt.
Die wichtigsten Eigenschaften der Datenplattform sind damit:
die Generierung übergreifender Datenfl üsse durch Anbindung von
Bestandssystemen
die Einbindung von IoT-Devices zur Sammlung und Analyse städtischer Daten
das Anbieten von Services und Analytics für Stakeholder
Bei der Anbindung der Bestandssysteme wird im Hinblick auf die notwendige Resilienz der
Systeme darauf geachtet werden, dass die bestehenden Funktionen der Legacy -Systeme
auch bei einem Ausfall der Datenplattform weiter zur Verfügung stehen. Die Plattform
integriert Infrastruktur und Komponenten,. Um späteren Erweiterungen zu erlauben, s etzt sie
auf offene Standards und Schnittstellen. Die Datenplattform ist kein "Produkt von der
Stange", sondern wird stetig auf die Darmstädter Gegebenheiten und Anforderungen
angepasst.
3. Ziele der Datenplattform
Diese Ziele sollen durch die Realisie rung der Datenplattform erreicht werden:
- 6 -
Abbildung 1: Ziele d. Datenplattform kurzfristig (dunkelblau) u. mittelfristig (hellblau)
Die in der Grafik genannten Ziele, die durch die Einführung einer Datenplattform erreicht
werden sollen, sind im Folgenden näher beschrieben:
Ökonomisch:
Ein immer größerer Anteil der wirtschaftlichen Wertschöpfung wird heute in
wirtschaftlichen Kooperationen geschaffen. Die Datenplattform schafft die Grundlage
für digitale Zusammenarbeit zwi schen Unternehmen und mit wissenschaftlichen
Einrichtungen und stärkt somit den Standort Darmstadt.
Über die Datenplattform können Existenzgründer und Start -Up Unternehmen über
standardisierte Schnittstellen Daten erfassen und neue Geschäftsmodelle erprobe n.
Ökologisch:
Die Datenplattform wird wesentlich zu einer klimafreundlichen Stadtentwicklung und
modernen Mobilität beitragen. Dies wird durch die Bereitstellung der hierfür
notwendigen Daten aus verschiedenen Umweltsensoren der Stadt und Dritter
ermöglicht.
Für die Luftreinhaltung werden über die Datenplattform wichtige Informationen
gewonnen, um aktive Maßnahmen etwa zur Verkehrslenkung zu ergreifen.
Durch die Anbindung zahlreicher Sensoren können Energiesparpotentiale aufgedeckt
und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden.
Sozial:
Die Einrichtung der Datenplattform wird dazu beitragen, dass Bürgerinnen und
Bürger stärker am öffentlichen Leben teilhaben können, weil ihnen durch Anbindung
einer Open-Data-Plattform eine aktuelle, breitbandige Informati onsbasis zur
Verfügung steht.
Durch die Datenplattform wird der soziale Zusammenhalt gefördert werden, dies wird
durch die Bereitstellung von aktuellen Informationen und Bürgerbeteiligungsportalen
erreicht.
Die öffentliche Sicherheit kann durch Integration und Bereitstellung von Diensten für
die Ordnungsbehörden erhöht werden, etwa durch Informationen über Verkehrsdichte
für Einsatzwagen, aktive Verkehrslenkung oder die Anbindung von öffentlichen Rauch -
und Brandmeldern.
- 7 -
4. Architektur der Datenplattform:
Die Architektur der Darmstädter Datenplattform ist angelehnt an das „Referenzmodell
für IoT-Plattformen“:
Abbilung 2: Nach: Frauenhofer IAO – IT-PLATTFORMEN FÜR DAS INTERNER DER DINGE
(IoT), 2017
- 8 -
5. Zeitplan zur Einführung der Darmstädter Datenplattform:
Implementierungsphase: 01.01.2020 bis 31.12.2020:
Die Infrastruktur wird aufgebaut.
Die Funktionalität der Datenplattform wird durch ausgewählte Anwendungsfälle
(UseCases) nachgewiesen.
Echtbetrieb: ab dem 01.01.2021:
Zum 01.01.2021 startet die Datenplattform in den Echtbetrieb. Eine Kündigung des
laufenden Vertrags ist jedoch vor dem Echtbetrieb zum 31.12.2020 möglich.
Hierüber muss im Oktober entschieden werden.
Der Echtbetrieb ist zunächst bis zum 31.12.2023 beauftr agt. Der Vertrag kann zu
diesem Termin gekündigt werden, oder verlängert sich anschließend um jeweils ein
Jahr, bis maximal zum 31.12.2026. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss neu über
die Zukunft der Datenplattform entschieden werden.
Für Einführung und Betrieb der Datenplattform werden zwei Aufträge vergeben:
Der Aufbau der Infrastruktur, der Nachweis der Funktionsfähigkeit und die zur
Verfügungstellung der Infrastruktur im Echtbetrieb wurde an eine ekom21 – KGRZ
Hessen vergeben, die sich für das Projekt dem Urban Software Institute GmbH - [ui!]
und DARZ GmbH als Partner bedient.
Dienstleistungen für die Anbindung von weiteren Anwendungsfällen im Echtbetrieb an
die Datenplattform, sowie die Nutzung eines stadtweiten LoRaWan -Netzes werden
noch vergeben.
6. Übersicht zum aktuellen Stand des Projekts
Projektstruktur:
Die Projektstruktur und -organisation wurde durch den Aufraggeber, Wissenschaftsstadt
Darmstadt, mit deren Projektgesellschaft Digitalstadt Darmstadt GmbH mit dem
Auftragnehmer, ekom21 – KGRZ Hessen, und dessen Partnern (Urban Software Institute
GmbH - [ui!] und DARZ GmbH) direkt zum Projektstart etabliert und wird erfolgreich gelebt.
Es finden regelmäßige Projektabstimmungen statt. Die Anforderungserhebung und
technische Umsetzung erfolgt gemäß den Prinzipien agiler Software -Entwicklung und wird
über entsprechende Werkzeug-Umgebungen abgewickelt.
Technischer Stand:
Die offene urbane Datenplattform der Wissenschaftsstadt Darmstadt wird gemäß DIN
SPEC 91357 auf Basis von [ui!] UrbanPulse bereitgestellt.
Mit der Umsetzung der ersten UseCases in de r Umgebung der Datenplattform wurde
begonnen. Diese zeigen in den ersten Ergebnissen die geforderte Funktionalität der
Datenplattform. Bis Ende August sollen in den UseCases Traffic und Umwelt
wesentliche Funktionalitäten nachgewiesen werden.
Es wurde eine Einstiegsseite für die Datenplattform geschaffen, über die erste
Ergebnisse der UseCases dargestellt werden können.
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Es wurden erste Schnittstellen und Mandanten zusammengeführt, die den
übergreifenden Nutzen der Datenplattform sicherstellen.
Die Technologien wurden in Schulungen Mitarbeitenden aus der Stadtverwaltung und
dem Stadtkonzern vorgestellt. In einem weiteren Schritt sollen diese die Möglichkeit
erhalten bei der Umsetzung des UseCases Smart Waste mitzuwirken, um die
Technologien noch genauer kenn enzulernen.
Notwendige Plattform-Fähigkeiten wie z.B. Echtzeitdaten -Verarbeitung,
herstellerunabhängige Integration verschiedener Datenquellen, Mandantenfähigkeit
und Kombination von Use Cases wurden nachgewiesen
Details und Stand den UseCases:
Die UseCases dienen im Rahmen der Implementierungsphase dazu die Funktionsfähigkeit
der Datenplattform und deren Nutzen zu dokumentieren. Zu jedem UseCase werden
innerhalb der Stadtverwaltung mit den Fachämtern die Anforderungen definiert. Diese
Anforderungsbestimmung nimmt einen wichtigen Teil der Vorarbeit ein. Nachdem die
technischen Informationen für den UseCase gesammelt wurden, werden die Anforderungen
und Informationen an die Auftragnehmer übergeben. Im Rahmen der Implementierungsphase
unterstützt bei der Umsetzung der UseCases die ekom21 mit ihren Partnern. Im späteren
Verlauf soll hier ein Auftragnehmer die Umsetzung von weiteren UseCases übernehmen.
Beispielhafte digitale Darstellung für Bürgerinnen und Bürger:
UseCase Smart Traffic:
Bei der Datenerhebung im Verkehrsbereich ist Darmstadt einer der Vorreiter. Somit ist es
oberstes Ziel gewesen diese Daten in die Datenplattform einzubinden und anhand der schon
bestehenden Daten die Funktionalitäten nachzuweisen.
Diese Daten bilden eine wichtige Grundlage für die spätere umweltsensitve
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Verkehrssteuerung und weitere Maßnahmen aus dem Green City Plan, die unter anderem im
Rahmen des Projekts Danalytics aufgebaut wird.
Im Rahmen der Implementierung der Datenplattform, werden folgende Punkte umgeset zt:
Verkehrsdaten:
Das Verkehrsaufkommen wird echtzeitnah errechnet und durch einen Farbindikator
dargestellt. Die Daten werden von über 2.000 Verkehrskameras und
Induktionsschleifen erhoben, welche an den Ampelkreuzungen der Stadt installiert
sind. Von den Kameras werden anstelle von Bildern Zählwerte übermittelt,
Datenschutzproblematiken entfallen damit.
Datenportal:
Über dieses Portal können verschiedene in der Datenplattform vorgehaltene Daten in
ein offenes und für jedes lesbare Datenformat (csv) expo rtiert werden. Für den Export
können Filter definiert werden. Die historischen Daten können auf diese Weise einfach
zwischen verschiedenen Ämtern oder Abteilungen ausgetauscht werden.
Universitäten und Forschungseinrichtungen können durch die Nutzung der D aten für
Forschungszwecke profitieren.
Daten der Ampeln:
Zugriff über eine Schnittstelle auf Ampel -Rohdaten und Grünphasen-Prognosen in
nahezu Echtzeit. Weiterhin werden Qualitätsdaten der Ampeln zur internen Nutzung
zur Verfügung gestellt.
Durch den Use Case Smart Traffic werden folgende Plattformfähigkeiten demonstriert:
Echtzeitdaten-Verarbeitung
Möglichkeit der Open-Data Bereitstellung
Service Hosting für datenverarbeitende Dienste wie z.B. Vorhersage -Dienste
Nutzen für die Stadt und die Bürger*inn en:
Die Verkehrssituationserfassung wird verbessert.
Informationen zur Unterstützung der Verkehrsplanung können generiert werden.
Verkehrsverflüssigung durch Nutzung der Signalphasenprognosen -Daten kann
erreicht werden.
Die Datenqualität kann geprüft und Maßnahmen zur deren Erhöhung vorgenommen
werden.
Es werden wichtige Vorarbeiten zu zukunftsfähigen Smart City -Lösungen geleistet,
z.B. im Hinblick auf autonomes Fahren, umweltsensitives Verkehrsmanagement,
Vernetzung zu intermodalen Verkehrsmittelketten
Beispielhafte Darstellung (keine
Echtwerte):
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UseCase Luftreinhaltung:
Viele verschiedene Sensoren aus dem Darmstädter Stadtgebiet werden zusammengeführt. Es
wird ein „Umwelt Sensor Netz Darmstadt“ aufgebaut, das bessere Einblicke in die Messwert e
(z.B. Stickstoffdioxid, Feinstaub, Temperatur und Luftfeuchte) geben und entsprechende
Analysen ermöglichen soll.
Durch diesen Use Case werden folgende Plattformfähigkeiten nachgewiesen:
Herstellerunabhängige Integration verschiedener Datenquellen –
Generalisierung der Daten, d.h. die Konvertierung von Datenformaten
unterschiedlicher Hersteller zu einem einheitlichen Format.
Eigene Auswertungsmöglichkeiten für städtische Mitarbeitende.
Nutzen für Stadt und Bürger*innen:
Es können wesentlich genauere Bilder über aktuelle und historische Luftwerte
gezeichnet werden. Sowohl örtliche wie auch zeitliche Auflösungen wurden durch
diesen Use Case stark verbessert.
Die Informationen können als Grundlage für städtische Planungen dienen.
Eine Verknüpfung der Daten aus dem UseCase Smart Traffic und diesem UseCase ist
in Vorbereitung und wird perspektivisch wichtige Datengrundlagen für die
Entscheidungsträger liefern.
Beispielhafte Darstellung (keine Echtwerte):
Weitere UseCases:
Als weitere Anwendungsfälle werden zum Nachweis der Funktionalität im Rahmen der
Implementierungsphase folgende umgesetzt:
Bürgerinformation (angedacht sind Wartezeitenübersichten für ein Stadthaus)
SmartWaste (Anschluss der Sensoren aus den Underfloor -Containern zur besseren
Steuerung der Leerungsrouten)
Beispielhafte Darstellung (keine Echtwerte):
Datenaustauschplattform (Möglichkeit Daten aus der Datenplattform mit gezielten
Berechtigungen Personen aus dem Stadtkonzern oder auch externen zugänglich zu
machen)
7. Finanzen
Für die Datenplattform stehen Fördermittel des Landes Hessen in Höhe von 700.000 EUR zur
Verfügung. Mit diesen Mitteln können die Kosten der Implementierung abgefangen werden.
Die Mittel für den laufenden Betrieb sind aus dem städtischen H aushalt zu decken. Der
jährliche Bedarf ergibt sich aus der Übersicht, die als Anlage beigefügt ist.
Darmstadt, den 10.09.2020
Dezernat I Dezernat IV
Jochen Partsch André Schellenberg
Oberbürgermeister Stadtkämmerer
Beratungsverlauf (4)
Details
- Vorlagen-Nr.
- 2020/0233
- Typ
- Magistratsvorlage
- Datum
- 10.09.2020
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00