V/0562/2010
Öffentlichkeit und Transparenz beim Promenadenflohmarkt herstellen - Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Münster Nr. AH/0001/2010 vom 09.06.2010
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Berichtsvorlage
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V/0562/2010 DER OBERBÜRGERMEISTER Ordnungsamt Betrifft Öffentlichkeit und Transparenz beim Promenadenflohmarkt herstellen - Antrag der Ratsfraktion DIE LINKE im Rat der Stadt Münster Nr. AH/0001/2010 vom 09.06.2010 Beratungsfolge 01.09.2010 Werksausschuss Münster Marketing Bericht 14.09.2010 Bezirksvertretung Münster-Mitte Bericht 21.09.2010 Ausschuss für Personal, Recht und Ordnung Bericht 29.09.2010 Hauptausschuss Bericht Bericht: Die Fraktion Die Linke im Rat der Stadt Münster hat mit Antrag Nr. AH/0001/2010 vom 09.06.2010 (siehe Anlage 1) die Verwaltung beauftragt, über die Auswirkungen durch Verände- rungen beim Promenadenflohmarkt und die Resonanz der Bevölkerung zu berichten. Rückblick Der Flohmarkt auf dem „Promenadenteil“ des Hindenburgplatzes und der Promenade zwischen dem Areal Lindenhof und der Gaststätte Kruse-Baimken findet seit über 20 Jahren statt. Ein- schließlich der Flohmarktsaison 1993 wurde er vom Ordnungsamt organisiert und betreut, das folgende Aufgaben übernahm: • Einmessen und Vergabe der Standplätze auf dem Profi-Teil (Hindenburgplatz). Die Vergabe der Standplätze erfolgte nach vorheriger schriftlicher Anmeldung am Freitag, ab 14.00 Uhr. Zur gleichen Zeit erfolgte die freie Vergabe der nicht beleg- ten Standplätze. • Kassieren der Standgelder • Kontrolle der privaten Anbieter auf de r Promenade, Ausschluss von Profi-Händlern Der Verkauf auf dem Flohmarkt erfolgte in der Zeit von 6.00 Uhr bis 18.00 Uhr. Im Zusammenhang mit den Konsolidierungsmaßnahmen zum Haushalt 1992 wurde die Privatisierung des Weihnachtsmarktes und der Flohmärkte geplant (Vorl. 664/92). Vorlagen-Nr.: V/0562/2010 Auskunft erteilt: Herr Koch Ruf: 492 32 10 E-Mail: KochH@stadt-muenster.de Datum: 10.08.2010 Öffentliche Berichtsvorlage - 2 - V/0562/2010 Am 10.02.1993 beschloss der Rat der Stadt Münster - Die Verlagerung des Flohmarktes zur Halle Münsterland - Die Verlagerung des Weihnachtsmarktes zur Halle Münsterland - Die Aufhebung der Flohmarktsatzung vom 18.12.1985 (ABl. 1985, S.225) Auszug aus dem Ratsbeschluss vom 10.02.1993: „4. Die Organisation der Flohmärkte soll auch zukünftig grundsätzlich nach dem bewähr- ten System der standgeldpflichtigen Nutzung des Promenadenteils Hindenburgplatz und der standgeldfreien Nutzung des Promenadenbereichs Lindenhof/Stadtgraben so- wie der Grünflachen im Bereich des WestLB erfolgen (sog. Kinderflohmarkt).“ Entwicklung Der Flohmarkt wurde in den Folgejahren immer besser angenommen, d.h. insbesondere im pri- vaten Teil waren am Samstagmorgen gegen 3.00 Uhr bereits keine Plätze mehr frei. Es wurden unkontrolliert zusätzliche Verkaufsstände und „Deckenplätze“ in der Mitte der Fahrbahn der Pro- menade errichtet. Hinzu kamen „wilde“ Arealerweiterungen auf angrenzende Flächen und Stra- ßenzüge. Ein Höhepunkt war der Flohmarkt am 19.07.2003. Die Flohmarktstände wurden zusätzlich in den Bereich der Himmelreichallee, der Robert-Koch-Straße und der Adenauerallee aufgebaut. Hier kam es zu konkreten Gefährdungen der Marktteilnehmer und des Kraftfahrzeug- und Radver- kehrs, weil die Standbetreiber ihre Sitzgelegenheiten teilweise unter Einbeziehung der Schrammborde, d.h. mit dem Rücken zur Fahrbahn bzw. dem unmittelbar angrenzenden Rad- weg aufgestellt hatten. Im Rahmen der Gefahrenabwehr mussten durch Polizei und Ordnungs- amt einige Stände geräumt werden. Um bei den zukünftigen Flohmärken diesen Gefahrensituati- onen vorzubeugen, wurden Flugblätter durch Kräfte des Ordnungsamtes verteilt, Absperrungen errichtet und die Einhaltung der Anordnungen durch das Ordnungsamt und die Polizei überwacht. In der Folgezeit versuchten immer mehr Standinteressenten durch das Abkreiden von Flächen sowie das Auslegen oder Anketten von Tischen und Stühlen bereits an den Vortagen Verkaufs- flächen für den Samstag zu sichern. Da später kommende Interessenten die „Reservierungen“ nicht beachteten, Markierungen entfernten oder übermalten, gingen immer mehr Standbetreiber dazu über, ihre reservierten Flächen zu bewachen und auch ihre Stände in der Nacht komplett aufzubauen. Der Aufbau verschob sich in der Folgezeit auf den Abend des Freitags. Der Druck der privaten Anbieter wurde schließlich so stark, dass das Personal der Halle Münsterland sich nicht mehr in der Lage sah den unkontrollierten Aufbau der Stände zu verhindern. Um handgreif- liche Auseinandersetzungen zu verhindern, wurde letztlich dem Aufbau der Stände ab Freitag, 19.00 Uhr zugestimmt. Diese Regelung führte dazu, dass bereits am Freitagabend die Schnäppchenjäger zum Floh- markt gingen, um günstig einzukaufen. Der „Nachtflohmarkt“ war geboren und wurde als Event angenommen. Da in der Regel zwischen 24.00 Uhr und 1.00 Uhr der Käuferstrom versiegte, hat- ten die Anbieter nunmehr Gelegenheit zum gemeinsamen Durchleben der Nacht (Übernachten an den Flohmarktständen oder aufgestellten Zelten, Grillen, Musik am Lagerfeuer). Die Händler auf dem Profi-Teil (Hindenburgplatz) hielten sich zunächst an die Marktordnung, d.h. Verkauf erst ab Samstag, zogen dann aber nach und verkauften ebenfalls bereits ab Freitag. Im September 2009 wurden die privaten Flohmarkthändler wegen des „Wildwuchses“ vom Ver- anstalter zu ihren Wünschen und Ideen befragt. Die überwiegende Mehrheit war der Auffassung, dass der Charme des Basars sehr stark gelitten hat. Die Befragten machten hierfür insbesondere - 3 - V/0562/2010 die Praxis der Standvergabe ohne Anmeldung, frei nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ verantwortlich. Vielen Hobbyhändlern, insbesondere Familien, die nicht tagelang ihre Stände bewachen wollten, war die Teilnahme am Flohmarkt unmöglich geworden. Vom Messe und Congress Centrum Halle Münsterland festgestellte Probleme Das Messe und Congress Centrum Halle Münsterland trägt als Veranstalter die Verkehrssiche- rungspflicht. Aufgrund der im Folgenden benannten Probleme bestand nach einvernehmlicher Auffassung dringender Handlungs- und Steuerungsbedarf: • Unbeleuchtete bzw. kaum ausgeleuchtet Promenade. • Unbeleuchtete Treppenaufgänge und –abgänge. • Kein geordneter Aufbau der Stände. • Rettungswege teilweise durch Verkaufsstände blockiert. • Hobbyhändler wurden rüde angegangen, wenn sie einen Platz belegt hatten, auf den ein anderer Händler einen Anspruch zu haben glaubte („Kampf“ um Standplätze). • Anlieger litten teilweise mehrere Tage und Nächte unter Ruhestörungen. • Bei jedem Flohmarkt sind regelmäßig mehr als 16 Tonnen Müll angefallen. Neues Anmeldeverfahren Um den Flohmarkt in seiner ursprünglichen Form einer großen Zahl von Interessenten wieder zugänglich zu machen, wurde auch für den Teil der Promenade zwischen Gerichtsstraße und der Straße Am Stadtgraben eine Aufplanung erstellt und ein elektronisches Anmeldeverfahren im Internet installiert www.flohmarkt-muenster.de , welches am 19.04.2010 freigeschaltet wurde. Vorab wurde umfassend über das neue Verfahren in den Medien berichtet. Auch wenn der Inter- netzugang noch nicht für Jede und Jeden möglich ist – der Anteil derer, die die Möglichkeit ha- ben, sich online für den Flohmarkt anzumelden, ist nicht zuletzt in Münster groß und führt insge- samt zu einer gerechteren Platzvergabe. Insgesamt konnte die Anzahl der Stände sogar erhöht werden. Trotzdem können aufgrund der großen Nachfrage nicht alle Interessenten bedient wer- den Neben kritischen Stimmen gab es bei der Ha lle Münsterland überwiegend positive Rückmeldun- gen der Privathändler und Besucher. Die kritischen Stimmen nach der Premiere im Mai 2010 wurden vom Messe und Congress Centrum Halle Münsterland gewichtet und führten zu mehreren Veränderungen. Von Beginn an wurde die Möglichkeit der Nachjustierung eingeräumt und kommuniziert: • Die Standflächen wurden bereits im Juni von drei auf vier Meter verbreitert. • Die Gänge zwischen den aufgebauten Ständen wurden verbreitert. • Die Wege entlang der Musikschule und der Tuckesburg wurden wieder in das Flohmarkt- geschehen eingebunden. • Im Juli wurde ein gesonderter Kinderflohmarkt ausgewiesen. • Für den Flohmarkt im August wurde neben der elektronischen Anmeldung via Internet, parallel eine schriftliche Anmeldung ermöglicht. Mit diesen Feinjustierungen wurden alle wesentlichen Wünsche der Besucher und Hobbyhändler umgesetzt. - 4 - V/0562/2010 Ausblick Mit der neuen Flohmarktordnung, der Online-Platzvergabe und der neuen Organisation des Auf- baus, einschließlich der temporären Anfahr- und Entladezonen, hat sich die „Lage“ wesentlich entspannt. Der Personaleinsatz des Ordnungsamtes konnte bereits beim zweiten Flohmarkt (19.6.) reduziert werden. Die Steuerungsmaßnahmen des Messe und Congress Centrum Halle Münsterland greifen und wirken sich positiv auf das gesamte Flohmarktgeschehen aus. Dies ist nicht zuletzt auch der sehr flexiblen Abarbeitung von Verbesserungsvor schlägen und dem kooperativen Umgang aller betei- ligten Stellen (Halle Münsterland, Ordnungsamt, Amt für Grünflächen und Naturschutz, AWM) zu verdanken. Ein Nachtflohmarkt, wie er von einer Bürgerinitiative gefordert wird, dürfte nur dann realisierbar sein, wenn durch umfangreiche und letztlich auch kostenintensive Maßnahmen das Messe und Congress Centrum Halle Münsterland der Verkehrssicherungspflicht nachkommen kann. Über die Chancen und Risiken eines organisierten Nachtflohmarktes ist mit den Beteiligten im Herbst 2010 zu diskutieren. I. V. gez. Dr. Heinrichs Stadtrat Anlage
Vorlage Nr. 0562-2010 Anlage 1
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Anlage 1 zur Vorlage Nr. 0562/2010 Antrag an den Hauptausschuss Nr. AH/0001/2010
Beratungsverlauf (4)
Beschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: zur Kenntnis genommen
Zur SitzungBeschluss: einstimmig geändert beschlossen
Zur SitzungOrte (6)
- Robert-Koch-Straße
- Adenauerallee
- Gerichtsstraße
- Am Stadtgraben
- Himmelreichallee
- Promenade
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0562/2010
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 09.08.2010
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37