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2012/0056

Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an den DRK-Ortsverein Darmstadt-Wixhausen

Magistratsvorlage 09.02.2012

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2012/0056

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2012/0056

8650 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats- 
geschäftsstelle: 
15.02.2012 
an den Magistrat 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung: 
Dezernat I  an die Stadtverordnetenversammlung 
   OBW zur Befassung 
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung 
   zur abschließenden Beschluss-        
fassung Fachausschuss 
 
Amt: Hauptamt 
Behandlung in  
öffentl. Sitzung 
Ja 
 
Nein 
 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat 
 
 
 
Ja 
 
Nein  
Internetfähig     
Verteiler: 
 
 
Vorlage-Nr. 2012/0056 
 
Magistratsbeschluss-Nr. 
  
 
Produkt-Nr.: 111070 
Kostenstelle: 781-010-1000 Investitionsnummer:       
Kostenträger: 1110-71 Sachkonto: 7290100 
 
Betreff: Verleihung der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt an den DRK-
Ortsverein Darmstadt-Wixhausen 
 
Vorlage vom: 09.02.2012 
 
Beschlussvorschlag: 
Dem Ortsverein Wixhausen des Deutschen Roten Kreuzes wird zum 100-jährigen Bestehen und in 
Anerkennung seiner Verdienste um den Aufbau eines Sanitätsdienstes in Wixhausen die Silberne 
Verdienstplakette der Stadt Darmstadt verliehen. 
 
 
 
Anlagen:   
 
Datenschutzrelevante Anlage:  
 
Folgekosten:    Ja    Nein

- 2 - 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 09.02.2012   
Vor dem Hintergrund, freiwillig und ehrenamtlich Dienst am Nächsten im Zeichen der Menschlichkeit 
ausüben zu wollen, fand am 14. Januar 1912 auf Veranlassung des 1. Vor-sitzenden des 
Militärvereins, Jakob Becker, im Gasthaus „Zur Traube“ die Gründung einer freiwilligen 
Sanitätskolonne statt. In dieser Gründungsversammlung wurden vor allem Zweck und Ziel einer 
freiwilligen Kolonne und die Vorteile des Samariterdienstes dargelegt. Nachdem sich viele Freiwillige 
gemeldet hatten, schloss der Vorsitzende die Versammlung mit der Ermahnung an alle, die sich 
gemeldet hatten, „fest und treu zusammenzuhalten“.  
 
Bereits fünf Tage nach der Gründung begannen die ersten Übungsstunden, in denen sich die Helfer 
auf künftige Wachen, Hilfeleistungen und eventuelle Übungseinsätze vorbereiteten. Weitere 
organisatorische Entscheidungen wurden auf einer Versammlung im März 1912 getroffen: ein Teil des 
inzwischen angefallenen Vereinsvermögens wird bei der Sparkasse angelegt und es wurde die 
Anschaffung eines Signalhorns und eines Verbandskastens beschlossen. 
 
Im Herbst 1913 wurde die Kolonne zu einer Großübung nach Offenbach eingeladen. 1914 konnte die 
Kolonne 25 aktive Mitglieder verzeichnen, diese Zahl reduzierte sich aber drastisch, als wenige 
Monate später der 1. Weltkrieg ausbrach.  
 
Eine erste Hauptversammlung nach dem Krieg fand am 23. Februar 1919 statt, man war bestrebt, die 
Lücken, die der Krieg gerissen hatte, wieder zu schließen. Im Januar 1920 wurde ein Antrag, die 
Kolonne in eine „Arbeiter-Sanitäts-Kolonne“ umzuwandeln und dem Arbeiter-Samariterbund 
beizutreten, abgelehnt, die Kolonne blieb dem Roten Kreuz treu.  
Ein im Jahr 1923 gefasster Beschluss, aus dem Landesverein des Roten Kreuzes auszutreten und 
weiterhin als eine eigenständige Kolonne zu agieren, führte zu einem  vorläufigen Ende der Kolonne. 
Nachdem Jakob Becker erneut die Initiative ergriffen und im Januar 1925 zu einer  
Generalversammlung eingeladen hatte, beschlossen elf Kameraden, wieder dem Roten Kreuz 
beizutreten. Sie wählten Jakob Becker wieder zum Vorsitzenden. Ein erster Einsatz der Kolonne 
erfolgte im Mai 1925 beim Rennen „Rund um Frankfurt“, bei dem die Kolonne Sanitätswachen entlang 
der Straße von Gräfenhausen nach Darmstadt bereitstellte.  
 
Im November 1925 führte die Kolonne auch erstmals Übungskurse durch, an denen auch „Damen 
vom 17. Jahre ab“ teilnehmen konnten. 1926 war ein arbeitsreiches Jahr zu verzeichnen, inzwischen 
gehörten auch elf Helferinnen der Kolonne an. Auch in den Folgejahren stieg die die Zahl der Einsätze 
weiter an.  
 
Durch die Machtergreifung Hitlers und den daraus resultierenden Gleichschaltungsbe-strebungen 
wurden die Arbeiter-Samariter-Kolonnen von Erzhausen und Wixhausen in das Rote Kreuz 
zwangsweise „übergeleitet“ und Grußpflicht und monatlicher Appell eingeführt. Weiterhin konnten 
keine neuen Helferinnen mehr in die Kolonne aufgenommen werden und die weiblichen Mitglieder 
mussten aus der Kolonne ausscheiden und sich dem „Alice-Frauenverein“ anschließen, darüber 
hinaus wurden Marsch- und Nachtübungen zur Pflicht gemacht.  Weiterhin wurden mit der Einführung 
eines neuen Gesetzes im Jahr 1938 die rechtlich selbstständigen Organisationen wie Landesverband, 
Kreisverband und Ortsverein praktisch aufgelöst und in eine so genannte „Gesamtkörperschaft“ Rotes 
Kreuz mit Sitz in Berlin umgewandelt. Nachdem auch die Landesstellenbereiche mit den 15 
Wehrkreisen der Wehrmacht gleichgesetzt wurden und in einer neuen Dienstvorschrift die Aufgabe 
des Roten Kreuzes vorwiegend aus der Mitwirkung im amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht und 
der Mitwirkung im behördlichen Luftschutz bestand, war die Militarisierung des Roten Kreuzes und 
seiner Helfer vollzogen. 
 
In den darauf folgenden Kriegsjahren taten die Helferinnen und Helfer ihr Bestes, um die Not der 
Kriegsjahre zu lindern, vor allem in Lazaretten aber auch bei Sondereinsätzen, im Januar 1942 waren 
z. B. 3000 Helfer zur Bergung erfrierender und verwundeter Soldaten an der Ostfront eingesetzt. 
 
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs formierten sich in Wixhausen recht bald wieder Bürgerinnen und 
Bürger, die den Wiederaufbau ihrer DRK-Gemeinschaft betrieben. Unter Vorsitz von Pfarrer Hahn 
fand am 22. November 1945 die erste Versammlung nach dem Kriege statt, bei der als 
Haupttagesordnungspunkt die Neubesetzung der Vorstandposten aufgeführt war. Man wählte Pfarrer 
Hahn zum Vorsitzenden, weitere Aktivitäten, die mit der Militärregierung abgesprochen werden 
mussten, beschränkten sich auf die Organisation von Paketsendungen an die deutschen Insassen 
französischer Kriegsgefangenenlager zu Weihnachten 1945.

- 4 - 
Regelmäßige Übungsstunden konnten erst wieder ab 1946 stattfinden, bei der General-versammlung 
im Januar 1947 wurde Georg Steiger zum 1. Vorsitzenden gewählt, er blieb – mit einer kurzen 
Unterbrechung – 30 Jahre im Amt. 
 
Im November 1951 wurde das 40-jährige Bestehen des DRK-Wixhausen gefeiert u. a. mit einem 
Jubiläumsball im Gasthaus „Zur Traube“, dem Gründungslokal von 1912. 
 
1952 begann die DRK-Ortsvereinigung auch mit einer aktiven Seniorenarbeit, indem man 
Seniorenfeiern und Ausflugsfahrten organisierte. Es folgte 1955 die Breitenausbildung (Erste-Hilfe-
Kurse), in späteren Jahren kam noch die Altkleidersammlung als neue Einnahmequelle hinzu.  Im 
Jahr 1971 organisierte man den ersten Blutspendetermin, immerhin konnte 1976 die 1000. 
Blutspende verzeichnet werden. 
 
Seit Wixhausen 1977 im Zuge der Gebietsreform zu Darmstadt eingemeindet wurde, gehört auch das 
DRK-Wixhausen dem DRK-Kreisverband Darmstadt-Stadt an. 
 
Im Jahr 1987 konnte das 75-jährige Jubiläum der Ortsvereinigung mit einem dreitägigen  Programm 
gefeiert werden. In den folgenden Jahren beteiligte sich der Ortsverein weiterhin  rege am 
Vereinsleben in Wixhausen. Leider wurde es, vor allem durch die Verkürzung des Wehrdienstes, 
immer schwieriger, neue Mitglieder für die Mitarbeit zu begeistern. Somit sank die Zahl der 
Bereitschaftsmitglieder stetig und es ist vor allem der Unterstützung der DRK-Bereitschaften Arheilgen 
und Darmstadt-Mitte zu verdanken, dass weiter Sanitätsdienste in Wixhausen bei Veranstaltungen 
gestellt sowie die monatlichen Altkleidersammlungen und drei Blutspendetermine durchgeführt 
werden können. 
 
Anlehnend an das Bundesprojekt „Aktiv im Alter – Alt werden in Wixhausen“ formierte sich im März 
2010 unter dem Dach des DRK-Wixhausen eine neue engagierte Gruppe, die „Aktiven Senioren 
Wixhausen“. Diese Gruppe möchte mit ihrer Nachbarschaftshilfe das Leben für Senioren in 
Wixhausen einfacher machen. 
 
Weiterhin setzte und setzt sich der Vorstand engagiert dafür ein, Betreuer und Betreuerinnen für das 
Jugendrotkreuz zu finden, um im Stadtteil Wixhausen ein vielfältiges Angebot für Jung und Alt 
aufrechterhalten zu können. 
 
Dem DRK-Ortsverein ist es in den letzten 100 Jahren gelungen, ein Hilfenetz in Wixhausen 
aufzubauen, seine Mitglieder in die Arbeit der Hilfsorganisation zu integrieren und ihre 
Hilfsbereitschaft und den Dienst am Nächsten und für das Gemeinwohl zu stärken und zu fördern. 
Das Engagement der  Ehrenamtlichen und ihre soziale Verantwortung sollten durch die Verleihung 
der Silbernen Verdienstplakette der Stadt Darmstadt gewürdigt werden. 
 
Darmstadt, 09.02.2012 
100 gö 
 
 
 
Dezernat I 
 
 
 
 
Jochen Partsch 
Oberbürgermeister

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Details

Vorlagen-Nr.
2012/0056
Typ
Magistratsvorlage
Datum
09.02.2012
Erstellt
29.09.2026 00:00