V/0541/2024
Anregung Nr. 2024-00033 "Frieden in Nahost und in Münster"
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Anlage - Resolution-A-R-0056-2023
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Münster, 31. Oktober 2023
Ratsantrag zur sofortigen Beschlussfassung
Münster engagiert sich gegen Antisemitismus und
bekennt sich zum Staat Israel
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Der Rat der Stadt Münster ist entsetzt über den barbarischen Angriff der Hamas und ihrer Unterstützer
auf den Staat Israel und dessen Bürgerinnen und Bürger. Wir verurteilen diesen Akt des Terrors auf das
Schärfste. Unsere Gedanken sind bei den Menschen in Israel, die ihr Leben oder das ihrer Angehörigen
verloren haben oder von Terroristen verschleppt wurden. Die vollumfängliche Solidarität Deutschlands
muss den Israelis dabei sicher sein. Das Existenzrecht Israels darf ebenso wenig zur Debatte stehen wie
sein Recht, sich und seine Bevölkerung gegen den Terror zu verteidigen.
Der Rat der Stadt Münster erklärt:
1. Münster bekennt sich zum Existenzrecht Israels, zu seiner historischen Verantwortung aus dem
Holocaust und einer demokratischen Erinnerungskultur. Dieses Bekenntnis schließt ausdrücklich den
sekundären und israelbezogenen Antisemitismus mit ein. Der Kampf gegen Antisemitismus ist eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
2. Münster wird das jüdische Leben in unserer Stadt weiterhin in starkem Maße fördern und die
Städtepartnerschaft mit Rishon LeZion ausbauen. Die Vielfalt der jüdischen Kultur sowie die stabile
Entwicklung der jüdischen Glaubensgemeinschaft sind Münster ein großes Anliegen. Das beinhaltet auch
die finanzielle Absicherung der vielfältigen Gedenk- und Erinnerungsarbeit und das Gedenken an die
Opfer. Die Aufklärung über den klassischen und israelbezogenen Antisemitismus, die Geschichte und
Folgen des Nationalsozialismus und des Holocaust bildet für uns einen wesentlichen Kern der historisch-
politischen Bildungsarbeit. Das beinhaltet zugleich die Anerkennung der Vielfalt jüdischen Lebens und
jüdischer Kultur in Münster; jüdische Kultur gilt es generell präsenter und sichtbarer zu machen – auch
jenseits von Verfolgung und Repression.
3. Der Rat der Stadt Münster spricht sich dafür aus, die “Arbeitsdefinition Antisemitismus” der
Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken in der von der Bundesregierung empfohlenen erweiterten
Form zugrunde zu legen. Dies geschieht mit dem Ziel, diese Arbeitsdefinition als Grundlage für
kommunales Verwaltungshandeln einzuführen.
4. Die Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrkräften, Schulleitungen, der Schulsozialarbeit und im
Justizwesen im Bereich der Antisemitismus-Prävention und -Intervention ist zu stärken. Die Förderung
historisch-politischer Bildungsarbeit zum Holocaust ist unter Federführung der Villa ten Hompel
fortzusetzen und weiterzuentwickeln. Zur weiteren Verbesserung der Prävention wird die
Stadtverwaltung aufgefordert, ein Konzept zur Weiterentwicklung der Antisemitismus-Prävention, auch
unter Berücksichtigung einer sich wandelnder Gesellschaft in Münster, vorzulegen.
5. Die Stadt Münster unterstützt die vom Land Nordrhein-Westfalen eingerichtete Meldestelle für
antisemitische Vorfälle. Auch mit Polizei- und Justizbehörden sowie den kommunalen Ordnungsbehörden
sind Instrumente weiterzuentwickeln, die das Anzeige- und Meldeverhalten der Betroffenen verbessern.
Ziel des Präventionskonzeptes muss es sein, dass sich Jüdinnen und Juden überall in der Stadt unbesorgt
und uneingeschränkt als solche zu erkennen geben können.
6. Münster erteilt jeglicher Form des Antisemitismus eine klare Absage. Von Organisationen, die für ihre
Arbeit finanzielle Zuwendungen der Stadt Münster beantragen, setzen wir voraus, dass sie sich gegen
jeden Antisemitismus einsetzen und das Existenzrecht Israels verbindlich anerkennen. Organisationen,
Vereinen und Personen, die die Existenz Israels als jüdischer Staat zu delegitimieren versuchen oder
anderweitig antisemitisch agieren, werden unter Beachtung geltenden Rechts keine Räumlichkeiten oder
Flächen zur Verfügung gestellt und keinerlei finanzielle Förderungen der Stadt Münster zuteil.
Begründung:
Der Staat Israel sieht sich seit den Morgenstunden des 7. Oktober 2023 einer noch nie dagewesenen
Welle terroristischer Angriffe ausgesetzt. Nie zuvor in seiner 75-jährigen Geschichte war der Staat Israel
einer solchen terroristischen Gewalt und Brutalität ausgesetzt. Die Angriffe auf Israel müssen umgehend
beendet und alle Entführten umgehend freigelassen werden. Willkürliche Hinrichtungen und die
Verschleppung unschuldiger Menschen sind durch nichts zu rechtfertigen, denn hierbei handelt es sich
nach internationalem Strafrecht um Kriegsverbrechen bis hin zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Der Rat der Stadt Münster verurteilt diese barbarischen Gewaltakte aufs Schärfste und steht angesichts
dieses furchtbaren Angriffs solidarisch und entschlossen an der Seite Israels und seiner Menschen. Israel
hat ein Recht auf Selbstverteidigung. Das Existenzrecht Israels ist durch nichts zu relativieren. Die
Gedanken der Mitglieder des Rates der Stadt Münster sind bei den Opfern der Angriffe, ihren
Hinterbliebenen und allen, die um Leib und Leben bangen. Ihre Solidarität gilt den Menschen in Israel und
dem einzigen jüdisch-demokratischen Staat der Welt. Die Sicherheit Israels ist deutsche Staatsräson. Das
gilt gerade auch angesichts der massiven Angriffe der vergangenen Tage und Wochen. Israels
Existenzrecht und Sicherheit sind für die Mitglieder des Rates der Stadt Münster nicht verhandelbar.
Münster steht fest und unverbrüchlich an der Seite Israels und ist besonders seiner Partnerstadt Rishon
Le-Zion verbunden. Wir nehmen Anteil an den vielen Toten und Verletzten. Wir sind in Gedanken bei
denen, die noch immer um Leib und Leben fürchten, die nicht wissen, wo ihre Angehörigen sind. Aber
auch wir in Münster müssen wachsam sein. Wir müssen das jüdische Leben in unserer Stadt, in unserem
Land schützen und uns stark und entschlossen gegen jede Form von Antisemitismus und Israelhass
stellen. Münster verbindet seit mehr als 40 Jahren eine lebendige und engagierte Städtepartnerschaft mit
Rishon LeZion. Wir sind stolz auf diese Partnerschaft und ehren sie mit dem Rishon LeZion-Ring und einen
Holocaust-Überlebenden und ehemaligen Ratsherrn aus Rishon LeZion mit dem Zwi-Schulman-Weg im
Stadtbild.
Gez.
Stefan Weber Sylvia Rietenberg Lia Kirsch Helene Goldbeck Jörg Berens
und Fraktion Dr. Brigitte Hasenjürgen und Fraktion Martin Grewer und Fraktion
und Fraktion
Anlage - Statement zur Beantwortung von EF/0006/2024 in der Sitzung des Rates vom 19.6.2024
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Anlage zur Vorlage V/0541/2024 Statement zur Beantwortung von EF/0006/2024 in der Sitzung des Rates vom 19.6.2024 „Wir leben in einer Zeit, die geprägt ist von tiefen Konflikten und großem Leid. Umso wichtiger ist es, dass wir weiter gemeinsam und entschieden gegen jede Form von Gewalt, Rassismus und Antisemitismus stehen. Am 7. Oktober 2023 hat die radikalislamische Hamas einen brutalen Angriff auf Israel verübt. Die Terroristen ermordeten weit über 1.000 Menschen jeden Alters auf grausame Weise, sie folterten, vergewaltigten und nahmen mehr als 240 Menschen – darunter Kinder, Frauen und Ältere – als Geiseln. Der Überfall gilt als der tödlichste Angriff auf Jüdinnen und Juden seit der Shoa. Diese Ereignisse haben uns zutiefst erschüttert und dazu veranlasst, am 8. November eine klare Resolution zu verabschieden. Diese war nicht nur eine Reaktion auf die barbarischen Taten, sondern auch eine Antwort auf die besorgniserregende Zunahme antisemitischer Straftaten weltweit, aber eben auch in unserer Stadt. Mit großer Sorge beobachten wir weiterhin die Entwicklung des Krieges in Israel und Gaza und den damit verbundenen Anstieg antisemitischer und islamfeindlicher Straftaten in Deutschland und weltweit. In dieser Zeit, in der Emotionen hochkochen und die Welt gespalten scheint, ist es unsere Pflicht, die Situation mit klarem Kopf und offenem Herzen zu betrachten. Die Frage der Anerkennung eines palästinensischen Staates liegt nicht in der Hand der Kommunen, sondern bei der Bundesregierung. Jede Aufforderung in dieser Hinsicht muss durch einen demokratischen Prozess innerhalb der politischen Parteien des Rates erfolgen. Unser Ziel bleibt, stets den Dialog zu suchen und der Komplexität der Situation Rechnung zu tragen. In Münster setzen wir auf ‚Frieden durch Dialog‘ und fördern den interreligiösen Austausch durch regelmäßige Formate wie das jährliche Treffen der Religionsgemeinschaften. Zahlreiche Projekte und Initiativen wie etwa die Podiumsdiskussion der Combatants for Peace oder Frieden.Pluralismus. und nicht zuletzt das Programm zum Jubiläumsjahr ‚375 Jahre Westfälischer Frieden‘ zeigen unser Engagement für eine friedliche und offene Gesellschaft. Auch der Integrationsrat Münster spielt eine wichtige Rolle bei der Organisation verschiedener Veranstaltungen und Beratungen, die den interkulturellen Dialog stärken. Wir sind gut beraten, das Instrument der Resolution im Rat sparsam und mit Bedacht einzusetzen. Es muss auf dringende Probleme reagieren und einen direkten Bezug zur Stadt Münster haben. Gerade bei kontroversen Themen gilt es doch, sich der (totalitären) Logik des Dauerkommentars zu entziehen, die aus jedem Nicht-Kommentar einen Verdachtsfall macht. Die am 8. November 2023 verabschiedete Resolution ‚Münster engagiert sich gegen Antisemitismus und bekennt sich zum Staat Israel‘ war - wie von den beteiligten Ratsparteien kommuniziert - eine notwendige Ausnahme angesichts des auch in Münster stärker sichtbar gewordenen Antisemitismus. In der Regel sollten wir zurückhaltend mit Stellungnahmen an die Bundesregierung sein und uns auf unsere kommunale Aufgabe konzentrieren: die Förderung des friedlichen Zusammenlebens vor Ort. Der Terrorangriff der Hamas auf Israel und seine furchtbaren Folgen für die Zivilbevölkerung in Israel und Gaza sind weiterhin Gegenstand intensiver Diskussionen auf internationaler Ebene. Weltweit gibt es wichtige diplomatische Bemühungen und kritische Stimmen. Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft arbeiten an nachhaltigen Lösungen und Perspektiven für beide Seiten. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für eine weitere Ratsresolution aus Münster. Eine einseitige Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand ohne Anerkennung des Selbstverteidigungsrechts Israels wird der Komplexität des Konflikts und dem Ernst der Lage nicht gerecht. Die Menschenrechte aller Beteiligten sind unteilbar und bedürfen keiner zusätzlichen Resolution, um unsere Unterstützung zu erfahren. In unser Tradition des friedlichen Dialogs und der Menschlichkeit setzen wir weiter auf Verständigung, Respekt und das Streben nach einer Friedensperspektive für alle Menschen in dieser schwierigen Zeit. Fraktionen/Ratsgruppen, die das Statement unterstützen: - CDU-Fraktion - Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL - SPD-Fraktion - FDP-Fraktion - Internationale Fraktion Die PARTEI/ÖDP - Ratsgruppe Volt“
Anlage A
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Anlage A zur V/0541/2024 Kurzüberblick Als Reaktion auf den Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 und die darauffolgende Zunahme antisemitischer Straftaten hat der Rat der Stadt Münster im November 2023 eine Reso- lution verabschiedet (A-R/0056/2023). Die Frage der Anerkennung eines palästinensischen Staa- tes liegt nicht bei den Kommunen, sondern bei der Bundesregierung. Die Stadt Münster engagiert sich unabhängig davon weiter für eine friedliche und offene Gesellschaft. Ziele/Teilziele/Zielerreichung Als Stadt des Westfälischen Friedens setzt sich die Stadt Münster weiterhin für „Frieden durch Dialog“ und den interreligiösen Austausch ein. Finanzierung Produktgruppe: Nr. der PG Bezeichnung der PG Auswirkungen auf den Ergebnisplan Ja x Nein Auswirkungen auf den Finanzplan Ja x Nein Im beschlossenen (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Im Entwurf des (Nachtrags-)Haushaltsplan JJJJ enthalten? Ja x Nein teilw. Belastungen in zukünftigen HH-Jahren? Ja x Nein Bereits veranschlagt? Ja x Nein Pflichtigkeitsgrad Die Maßnahme/Leistung ist vollständig pflichtig überwiegend pflichtig überwiegend freiwillig x vollständig freiwillig
Anlage - Anregung-2024-00033
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Anregung gemäß § 24 Gemeindeordnung NRW Ihre Kontaktdaten Name Vorname PLZ Ort Münster Hausnummer Telefon E-Mail Bitte wählen Sie einen Adressaten aus Adressat1 gewaehlte Option Rat der Stadt Münster Ihre Anregung Thema Frieden in Nahost und in Münster Anregung S. Anlage Begründung s. Anlage PDF erstellt mit: www.form-solutions.de Artikel-Nr.: KFAS_00330010 ID=KFAS_00330010 Q6u7Gc29 09.04.24 15:28 Anregung Nr. 2024-00033 Münster, 10.4.2024 An den Rat der Stadt Münster 48127 Münster Anregung gemäß § 24 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen Frieden in Nahost und in Münster Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, Der Rat der Stadt Münster hat in seiner Sitzung vom 8.11.2023 die entsetzlichen Terroran- schläge der Hamas am 7. Oktober 2023 auf Israel, seine Menschen und seine staatliche Sou- veränität verurteilt und seine Solidarität insbesondere mit Münsters Partnerstadt Rishon Le- Zion bekundet. Seitdem ist der Nahostkonflikt mit zahlreichen Toten und Verletzten auf beiden Seiten eska- liert. Das Leid der palästinensischen Zivilbevölkerung vor allem im Gaza-Streifen, aber auch im Westjordanland hat ein katastrophales Ausmaß angenommen. Der Rat der Stadt Münster setzt sich mit demselben Engagement für die Menschenrechte der palästinensischen und der israelischen Zivilbevölkerung, gegen Antisemitismus und sowohl für das Existenzrecht Israels als auch für das Existenzrecht Palästinas ein. Humanität ist unteilbar. Frieden in Nahost wird es nur geben, wenn Israelis und Palästinenser frei und sicher leben können und die Menschenrechte und das Völkerrecht von beiden Seiten anerkannt und respektiert werden. Deshalb fordert der Rat der Stadt Münster, der Stadt des Westfälischen Friedens, die Bundes- regierung auf, sich nachdrücklich für einen sofortigen Waffenstillstand und Friedensverhand- lungen einzusetzen. Frieden durch Dialog - dies gilt auch für das Zusammenleben in unserer Stadt. Ein friedliches Leben ohne Angst vor Diskriminierungen oder verbalen und tätlichen Angriffen wegen der Herkunft, der Religion oder des Geschlechts und die gegenseitige Wertschätzung muss für alle Menschen in Münster selbstverständlich sein. Das gilt insbesondere für Menschen, die sich stark in migrantischen Selbstorganisationen engagieren und persönlichen Anfeindungen ausgesetzt sind. Diskussionen, Aktionen, kulturelle Veranstaltungen, die sich vor allem mit den Themen Ab- bau von Diskriminierungen, Informationen über andere Kulturen, Aufbau eines interkulturel- len Netzwerkes, Ermöglichen von Begegnungen, Förderung der Verständigung u.ä. be- schäftigen, werden von der Stadt Münster besonders gefördert und finanziell unterstützt. Mit freundlichen Grüßen Anregung Nr. 2024-00033
Berichtsvorlage
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V/0541/2024 V/0541/2024 Öffentliche Berichtsvorlage Betrifft Anregung Nr. 2024-00033 "Frieden in Nahost und in Münster" Beratungsfolge 11.09.2024 Rat Bericht Bericht: Am 7. Oktober 2023 verübte die radikalislamische Hamas einen Terrorangriff auf Israel, bei dem sie über 1.000 Menschen auf grausame Weise ermordete und mehr als 240 Menschen – darunter Kin- der, Frauen und Ältere – als Geiseln nahm. Diese Ereignisse haben international Bestürzung ausge- löst, gleichzeitig aber auch zu einer besorgniserregenden Zunahme antisemitischer Straftaten geführt – sowohl weltweit als auch in Münster. Der Rat der Stadt Münster verabschiedete deshalb am 8. No- vember 2023 eine Resolution mit dem Titel „Münster engagiert sich gegen Antisemitismus und be- kennt sich zum Staat Israel“ (A-R/0056/2023). In der Sitzung des Rates vom 24. April 2024 wurde die Anregung Nr. 2024-00033 gemäß § 24 de r Gemeindeordnung für das Land Nordrhein-Westfalen unter dem Titel „Frieden in Nahost und in Müns- ter“ bekanntgegeben. Zur Anregung Nr. 2024-00033 lagen zu dem Zeitpunkt neun wortgleiche Anre- gungen vor, die unter dieser lfd. Nr. zusammengefasst wurden (s. Berichtsvorlage V/0238/2024/1). Es wird angeregt, dass der Rat die Bundesregierung auffordert, sich nachdrücklich für einen sofortigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen im Nahostkonflikt zwischen Israel und den palästinensi- schen Autonomiegebieten einzusetzen. Darüber hinaus solle sich der Rat „ mit demselben Engage- ment für die Menschenrechte der palästinensischen und der israelischen Zivilbevölkerung, gegen Antisemitismus und sowohl für das Existenzrecht Israels als auch für das Existenzrecht Palästi nas“ einsetzen. Hierzu ist festzustellen, dass die Frage der Anerkennung eines palästinensischen Staates nicht in der Hand der Kommunen liegt, sondern bei der Bundesregierung. Jede Aufforderung in dieser Hinsicht muss durch einen demokratischen Prozess innerhalb der politischen Parteien des Rates erfolgen. In der Sitzung des Rates vom 19. Juni 2024 wurde die Anregung Nr. 2024-00033 unter Punkt 2 der Tagesordnung behandelt. Bei der Fragestunde für Einwohnerinnen und Einwohner wurde das Thema zuvor bereits mit der Frage EF/0006/2024 („Friedliches Zusammenleben in unserer Stadt“) aufgegrif- fen. Die Frage lautete: „Friedliches Zusammenleben in unserer Stadt: Sind die Fraktionen bereit, sich mit dem gleichen Engagement wie in der Resolution des Rates vom 8.11.2023 für die Menschenrechte der israe- Dezernat Oberbürgermeister 04.09.2024 Ihr/e Ansprechpartner/in: Frau Dr. Schw intek Telefon: 492-6020 Schw intek@stadt- muenster.de - 2 - V/0541/2024 lischen Zivilbevölkerung, gegen Antisemitismus und für das Existenzrecht Israels auch für die Menschenrechte der palästinensischen Zivilbevölkerung, das Existenzrecht Palästinas und ein Ende des Krieges einzusetzen und die Bundesregierung aufzufordern, sich nachdrücklich für einen sofortigen Waffenstillstand und Friedensverhandlungen einzusetzen?“ Im Namen der CDU -Fraktion, Fraktion Bündnis 90/Die Grünen/GAL, SPD -Fraktion, FDP-Fraktion, Internationale Fraktion Die PARTEI/ÖDP und Ratsgruppe Volt verlas Oberbürgermeister Markus Le- we im Anschluss an die Frage ein gemeinsames Statement. In diesem Statement hielten die beteilig- ten Fraktionen und Ratsgruppen unter anderem fest: „Wir sind gut beraten, das Instrument der Resolution im Rat sparsam und mit Bedacht einzuset- zen. Es muss auf dringende Probleme reagieren und einen direkten Bezug zur Stadt Münst er haben. Gerade bei kontroversen Themen gilt es doch, sich der (totalitären) Logik des Dauer- kommentars zu entziehen, die aus jedem Nicht-Kommentar einen Verdachtsfall macht. Die am 8. November 2023 verabschiedete Resolution „Münster engagiert sich gegen Antisemi- tismus und bekennt sich zum Staat Israel“ war - wie von den beteiligten Ratsparteien kommuni- ziert - eine notwendige Ausnahme angesichts des auch in Münster stärker sichtbar gewordenen Antisemitismus. In der Regel sollten wir zurückhaltend mit Stellungnahmen an die Bundesregie- rung sein und uns auf unsere kommunale Aufgabe konzentrieren: die Förderung des friedlichen Zusammenlebens vor Ort. Der Terrorangriff der Hamas auf Israel und seine furchtbaren Folgen für die Zivilbevölkerung in Israel und Gaza sind weiterhin Gegenstand intensiver Diskussionen auf internationaler Ebene. Weltweit gibt es wichtige diplomatische Bemühungen und kritische Stimmen. Wissenschaft, Po- litik und Zivilgesellschaft arbeiten an nachhaltigen Lösungen und Perspektiven für beide Seiten. Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt für eine weitere Ratsresolution aus Münster. Eine einseitige Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand ohne Anerkennung des Selbstverteidigungsrechts Israels wird der Komplexität des Konflikts und dem Ernst der Lage nicht gerecht. Die Menschenrechte aller Beteiligten sind unteilbar und bedürfen keiner zusätzli- chen Resolution, um unsere Unterstützung zu erfahren. In unser Tradition des friedlichen Dia- logs und der Menschlichkeit setzen wir weiter auf Vers tändigung, Respekt und das Streben nach einer Friedensperspektive für alle Menschen in dieser schwierigen Zeit.“ Als Stadt des Westfälischen Friedens setzt sich die Stadt Münster weiterhin für „Frieden durch Dialog“ und den interreligiösen Austausch ein. Zahlreiche Projekte, Initiativen und regelmäßige Formate und nicht zuletzt das vielfältige Programm zum Jubiläumsjahr „375 Jahre Westfälischer Frieden“ unter- streichen das Engagement der Stadt Münster und der Stadtgesellschaft für eine friedliche und offene Gesellschaft. gez. Markus Lewe Anlagen: - Resolution „Münster engagiert sich gegen Antisemitismus und bekennt sich zum Staat Israel“ (A- R/0056/2023) vom 31.10.2023 - Anregung Nr. 2024-00033 gemäß § 24 der Gemeindeordnung für das Land Nordrhein -Westfalen vom 10.4.2024 - Statement zur Beantwortung von EF/0006/2024 in der Sitzung des Rates vom 19.6.2024
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- V/0541/2024
- Typ
- Vorlagen
- Datum
- 29.08.2024
- Erstellt
- 29.08.2024 13:43