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A-R/0074/2017

Sozialraum Bahnhofsquartier stärken: Sicherung des Interessenausgleichs und Beteiligung an der Quartiersentwicklung

Antrag an den Rat 11.10.2017

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 18.10.2017, TOP 42.7

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a-r-0074-2017-sozialraum-bahnhofsquartier-staerken

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Antrag an den Rat Nr. A-R/0074/2017 
 
 
 
 
Bündnis 90/Die Grünen/GAL   CDU 
Ratsfraktion Münster   Ratsfraktion Münster 
 
 
Ratsantrag     10. Oktober 2017 
 
Sozialraum Bahnhofsquartier stärken: Sicherung des 
Interessenausgleichs und Beteiligung an der Quartiersentwicklung 
 
Der Rat möge beschließen: 
I. Die Verwaltung wird beauftragt, 
1. ein Handlungskonzept zur sozialräumlichen Entwic klung des 
„Bahnhofsquartier“ und Sicherung der Sozialen Arbeit im Bahnhofsumfeld zu 
erstellen;  
2. einen „Runden Tisch“ zur „Quartiersentwicklung Bahnhof und Bremer Platz“ 
einzurichten. Daran sollen die Träger sozialer Arbeit im Quartier 
(insbesondere INDRO e.V, Haus der Wohnungslosen (HdW), städtische 
Drogenhilfe, Bischof-Hermann-Stiftung etc.), Vertreterinnen und Vertreter der 
Anwohnerschaft und Geschäftsleute, Polizei (inkl. Bundespolizei) und 
Ordnungsamt, Seniorenvertretung, Bahnhofsmanagement und „Bauträger und 
-verantwortliche“ beteiligt werden; die Arbeit der bestehenden 
Ordnungspartnerschaft „Drogen und Bahnhof“ gilt es mit einzubeziehen; 
3. eine Koordinationsstelle für das „Bahnhofsquarti er“ im Bereich „Bremer Platz“ 
und Bahnhofsumfeld zu schaffen; 
4. die soziale Arbeit im Sozialraum „Bahnhof“ zu stärken und hierbei die sozialen 
Träger vor Ort mit einzubeziehen. Hierzu gehört insbesondere die 
aufsuchende Drogen- und Suchthilfearbeit sowie die Wohnungslosenhilfe; 
5. Aufenthaltsflächen für die „Szene“, die sich im Bahnhofsumfeld aufhält zu 
sichern bzw. zu schaffen und geeignete „Outdoor-Points“ oder teiloffene 
Treffpunkte einzurichten. Hierbei sind Gesichtspunkte der integrierten Stadt- 
und Quartiersgestaltung zu berücksichtigen. 
 
II. Zur Sicherung der aufsuchenden sozialen Arbeit im Quartier sowie für eine 
Koordinierungsstelle zur Begleitung des „Runden Tisches und des 
Quartiersmanagements im Bahnhofsquartier und Bahnhofsumfeld werden 
entsprechende Mittel in den Haushaltsjahren 2018 und folgende bereitgestellt.

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III. Über zusätzliche Stellen im SOS als dauerhafte „Bahnhofstreife zur 
Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung im Bahnhofsbereich und als 
Ansprechpartner für Anwohner, Bahnhofsnutzer und Träger sozialer Arbeit wird im 
Rahmen der Beratungen des Stellenplans 2018 “ Beschluss gefasst. 
 
IV. Die Verwaltung berichtet regelmäßig über die Arbeit des „Runden Tisches“, den 
oben aufgezeigten Maßnahmen sowie die Entwicklung am Bahnhof und 
Bahnhofsumfeld in den zuständigen Fachausschüssen und der Bezirksvertretung 
Mitte. Darüber hinaus sollen auch interessante Konzepte und Projekte zur sozialen 
Arbeit und Quartiersarbeit im Bahnhofsumfeld aus anderen Städten mit einbezogen 
werden. 
 
Begründung: 
Durch den Umbau des Bahnhofes zum Bremer Platz hin und den Baumaßnahmen in 
der kleinen Bahnhofsstraße sind die Aufenthalts- und Freiräume für Menschen aus 
der „Szene“ im Quartier zu einem großen Teil weggefallen. Es ist davon auszugehen, 
dass sich die Verdrängung und die Verlagerung der am Bahnhof ansässigen Szene 
weiter verschärfen werden, wenn die Umbauten an der Südseite des Bahnhofes 
beginnen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die ansässige Szene sich in 
umliegende Quartiere verlagern wird. Eine Verdrängung der „Szene“ in umliegende 
Quartiere oder andere Stadtteile stellt dabei keine Problemlösung dar. Vielmehr 
würden soziale Nachbarschafts- oder Wohnumfeldprobleme lediglich verlagert. 
Soziale Einrichtungen im Viertel leisten engagierte Arbeit, insbesondere INDRO e.V. 
in der Drogenhilfearbeit wie auch das HDW in der Wohnungslosenhilfe sind auch bei 
der Bewältigung von Konflikten im Umfeld häufig besonders gefordert. Dabei gilt es 
auch das Sicherheitsbedürfnis der Bewohnerinnen und Bewohner mit zu beachten.  
Vor diesem Hintergrund ist die Verwaltung gehalten, ein Konzept zu entwickeln, in 
der sie darstellt wie sie dieser Situation entgegentreten will und mit welchen Mitteln 
und Kooperationspartnern dies operationalisiert werden soll. Dieses sollte unter 
Einbeziehung der örtlichen Bevölkerung erfolgen. Deshalb haben wir bereits im März 
dieses Jahres die Verwaltung gebeten, einen „Runden Tisch“ bestehend aus 
Verwaltung, Politik und Fachleuten aus den um den Bahnhof ansässigen sozialen 
Trägern insbesondere der Drogen-, Sucht- und Wohnungslosenhilfe zu organisieren 
und gemeinsame Strategien für ein Handlungskonzept zu entwickeln. Mittlerweile hat 
die Verwaltung interne Treffen unter Beteiligung der örtlichen Drogenhilfe mit INDRO 
e.V. und städtischer Drogenhilfe, des HdW sowie weiterer Beteiligter initiiert, 
allerdings noch keinen kontinuierlich arbeitenden „Runden Tisch“.  
Seitens der Verwaltung sollte die Planung auch ressortübergreifend erfolgen und 
insbesondere die Bereiche Soziales, Planung, Ordnung sowie Kinder und 
Jugendliche umfassen. Zudem gibt es auch bereits die Ordnungspartnerschaft 
„Drogen und Bahnhof“. Deren Arbeit solle mit einbezogen werden. Notwendig ist 
darüber hinaus die aufsuchende Sozial- und Drogenhilfearbeit im Quartier zu stärken 
und gezielt auszubauen. Das zu entwickelnde Handlungskonzept für das 
„Bahnhofsquartier“ soll zum einen den Frei- und Schutzraum der vor Ort lebenden 
oder sich in Quartier aufhaltenden Menschen in prekären Lebenslagen sichern und

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zum anderen auch die Interessen der Bewohnerinnen und Bewohner vor Ort 
berücksichtigen. Darüber hinaus gilt es ein Quartiersmanagement zur 
Weiterentwicklung des Bahnhofquartiers aufzubauen und die sozialraumbezogene 
Arbeit vor Ort zu stärken und auszubauen. Hierbei sollte auch die Engelenschanze 
mit in den Blick genommen werden. 
Für diese Aufgabe soll ein Koordinations- und Vermittlungsgremien geschaffen 
werden, dass bei den auftretenden Konflikten im Bahnhofsquartier“ vermittelt und 
gemeinsam nach tragfähigen Lösungen sucht. Diese Aufgabe sollte ein „Runder 
Tisch Bahnhofsquartier“, begleitet durch ein professionelles kommunales 
Quartiersmanagement übernehmen. Hieran sollen wie bereits aufgeführt Verwaltung, 
Politik und Vertreterinnen und Vertreter der im Bahnhofsquartier ansässigen sozialen 
Trägern insbesondere der Drogen-, Sucht- und Wohnungslosenhilfe, der 
Anwohnerschaft und Geschäftsleute, Polizei/Bundespolizei und Ordnungsamt, 
Bahnhofsmanagement und Bauträger und -verantwortliche vertreten sein. Mit der 
Stelle einer Koordination soll auch eine verlässliche Ansprech- und Mittlerperson für 
die Bewohnerinnen und Bewohner im Bahnhofsquartier gegeben sein. 
Flankierend soll zusätzlich die objektive Sicherheitslage und das subjektive 
Sicherheitsgefühl der Anwohner und Bahnhofsnutzer durch Einrichtung einer 
dauerhaften Bahnhofsstreife verbessert werden. Die Stabilisierung milieubedingter 
Ordnungsdefizite dient hierbei auch der Absicherung sozialer Arbeit im Quartier.  
 
Stefan Weber Otto Reiners  
 
Richard Halberstadt  Harald Wölter 
Christel Lohschelder Sylvia Rietenberg 
Karin Reismann Jutta Möllers 
 Jörn Möltgen 
und Fraktion und Fraktion

Beratungsverlauf (1)

18.10.2017 Rat
TOP 42.7 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (2)

  • Bremer Platz
  • Engelenschanze

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Details

Aktenzeichen
A-R/0074/2017
Typ
Antrag an den Rat
Datum
11.10.2017
Erstellt
06.10.2020 14:37