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A-R/0056/2006

Annette von Droste-Hülshoff statt Rödl - Münster bekennt sich zum Haus Rüschhaus!

Antrag an den Rat 06.12.2006

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Nächste Beratung: Rat, Sitzung am 13.12.2006, TOP 28.6

Originalantrag

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Originalantrag

5677 Zeichen

SPD-Fraktion          Antrag Nr. A-R/0056/2006   
im Rat der Stadt Münster 
 
1 
 
 
 
 
Antrag  
 
 
 
04.12.2006 
 
 
 
 
SPD-Fraktion 
im Rat der Stadt Münster  
 
 
Münzstr. 15 
48143 Münster 
Telefon: 0251/ 45 314 
Fax: 0251/ 511 750 
mail: spdfrak@muenster.de  
Internet: www.spd-muenster.de  
Annette von Droste-Hülshoff statt Rödl –  
Münster bekennt sich zum Haus Rüschhaus! 
 
 
1. Der Rat der Stadt Münster bekennt sich zum Haus Rüschhaus und lehnt eine 
Schließung des Museums und einen Verkauf  ab. 
 
2. Die Verwaltung wird beauftragt, zusammen mit der  Droste-Gesellschaft, dem 
Landschaftsverband Westfalen-Lippe und möglichen Sp onsoren ein tragfähiges 
Konzept zu entwickeln, das über den Museumsbetrieb hinaus das Rüschhaus als 
literarisch-kulturellen Veranstaltungsort ausweist,  touristische 
Nutzungsmöglichkeiten aufzeigt und weiterentwickelt , dabei aber dem bei 
diesem Gebäude besonders sensiblen Aspekt des Denkm alschutzes Rechnung 
trägt.  
 
 
Begründung:  
Zu 1)  
Das Gutachten der Firma Rödl & Partner GbR zur Bera tung und Begleitung der Stadt 
Münster bei der Konsolidierung des städtischen Haus halts 2007 ff. (lfd. Nr. 144) schlägt 
vor, das Haus Rüschhaus zum 27.09.2009 zu schließen  und den Besitzanteil der Stadt 
Münster (50%) zu veräußern. Es geht um eine Einspar summe von 69.000 € im Jahre 
2010, wobei die dann gleichzeitig wegfallenden Eint rittsgelder nicht gegengerechnet 
worden sind. Die tatsächliche Einsparsumme wäre also wesentlich geringer. 
 
Dieser Sparvorschlag verkennt den außergewöhnlichen  kulturhistorischen Wert des 
Ensembles: „ Der Wohnsitz des westfälischen Baumeisters Johann Conrad Schlaun, der 
es zwischen 1745 und 1747 auf einer Gräfteninsel er richtete, gilt trotz seiner 
bescheidenen Größe neben dem Erbdrostenhof und der fürstbischöflichen Residenz als 
eines seiner Hauptwerke, geadelt aber wurde er von Annette von Droste-Hülshoff, die 
1826 nach dem Tod ihres Vaters vom nahen Hülshoff h ierherzog und zwanzig Jahre 
lang in Haus Rüschhaus lebte. Nicht nur ‚Die Judenbuche’ ist hier entstanden.“ (FAZ v. 
22.08.2006). Das Haus Rüschhaus gehört zum höchstrangigen kulturellen Erbe und zur 
Identität Münsters und ganz Westfalens. Sie sind un veräußerbarer Teil der „Marke 
Münster“. Das Rüschhaus ist in seinem Rang gleichbe deutend mit dem historischen 
Rathaus als Ort des Westfälischen Friedens. 
 
Es ist zudem das einzige, praktisch komplett erhalt ene Dichterhaus in Deutschland und 
rangiert in dieser Unversehrtheit noch vor den Goet he-, Schiller- und Heine-
Gedenkstätten in Weimar, Marbach, Frankfurt oder Dü sseldorf. Allein schon dieser 
Gesichtspunkt verbietet eine Veräußerung und Fremdn utzung des Gebäudes. Der

2 
Image-Schaden für die Stadt Münster durch den Rödl- Vorschlag ist aus Sicht der SPD 
bereits jetzt groß. 
 
Zu 2) 
Das Rüschhaus dient seit 1936 als Museum und wird i nsbesondere durch das 
langjährige Bemühen der Droste-Gesellschaft betrieb en und erhalten - ein wichtiges 
Beispiel bürgerschaftlichen Engagements. Die SPD is t der Auffassung, dass die 
derzeitige Form der Nutzung jedoch auch unverkennba re Schwächen hat, die mit den 
heutigen Erwartungen an einen Museums- und Veransta ltungsbetrieb nicht konform 
gehen und eine Neukonzeption erforderlich macht, di e durch die Einbeziehung von 
Museumspädagogik und neuen Medien verstärktes Interesse bei Kindern, Jugendlichen 
und Studierenden weckt. 
 
Die Attraktivität des Museums, wenngleich mit 10.00 0 Besuchern im Jahr alles andere 
als schlecht besucht, leidet u. a. darunter, dass e s – aus durchaus wohlerwogenen 
konservatorischen Gründen - nur jeweils zur vollen Stunde unter Führung zugänglich ist 
und dass für zwischendurch ankommende Besucher, u. a. viele Radfahrer, Wanderer 
und Tagestouristen praktisch keine Aufenthaltsmögli chkeiten geschweige denn eine 
Gastronomie angeboten wird. Damit entgehen dem Haus  Besucher und 
Einnahmemöglichkeiten.   
 
Ein zu entwickelndes zukunftsweisendes Konzept müss te nach Meinung der SPD 
folgende Aspekte berücksichtigen: 
 
- Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch Schaffu ng von Aufenthalts-, 
Veranstaltungs- und Gastronomieräumen außerhalb  der historischen Anlage - 
um die historische Substanz zu entlasten - doch in seiner fühlbaren Nähe. 
Denkbar wäre der Wiederaufbau von Stallungen, wie s ie bis in die 50er Jahre 
hinein im Bereich der heutigen Parkplätze gestanden  haben. Für die 
Finanzierung kommt angesichts der angespannten Lage  der öffentlichen 
Haushalte nur der Weg über Sponsoren oder Kulturstiftungen in Betracht. 
 
- Bessere Einbeziehung des Rüschhauses in ein kultur touristisches 
Marketingkonzept unter Einbeziehung weiterer histor ischer Droste-Orte (u.a. 
Schloss Hülshoff, Haus Stapel, Bökendorf, Meersburg ) und wichtiger Dichter-
Gedenkstätten in Deutschland. 
 
- Das Engagement der Droste-Gesellschaft ist für den  künftigen Betrieb des 
Rüschhaus und die Vermittlung des Droste-Erbes unve rzichtbar. Daher muss 
unbedingt ein Weg gefunden werden, der es - nach Au slaufen des 
Regelzuschusses – der Gesellschaft ermöglicht, ihr ehrenamtliches Engagement 
auch in Zukunft aufrecht zu erhalten.  
 
- Es wäre zudem sinnvoll, die beiden literarischen G esellschaften in Münster 
(Literaturverein, Droste-Gesellschaft) zu mehr Koop eration und Konzentration 
der Kräfte zu bewegen. 
 
Beate Vilhjalmsson    Marianne Hopmann  Karsten Rah n  
Wolfgang Heuer   Ralf Hubert   Udo Reiter  
Alexander Bercht   Dr. Michael Jung  Moritz von Sch meling 
Anika Bergner   Marianne Koch  Anne Schulze Wintzle r 
Philipp Gabriel    Gaby Kubig-Steltig  Joachim Tonn   
Beanka Ganser   Kurt Pölling   Holger Wigger 
Anne Hakenes

Beratungsverlauf (1)

13.12.2006 Rat
TOP 28.6 Antrag Entscheidung

Beschluss: verwiesen

Zur Sitzung

Orte (1)

  • Münzstraße 15

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Details

Vorlagen-Nr.
A-R/0056/2006
Typ
Antrag an den Rat
Datum
06.12.2006
Erstellt
06.10.2020 14:37