A-R/0056/2006
Annette von Droste-Hülshoff statt Rödl - Münster bekennt sich zum Haus Rüschhaus!
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Originalantrag
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SPD-Fraktion Antrag Nr. A-R/0056/2006 im Rat der Stadt Münster 1 Antrag 04.12.2006 SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster Münzstr. 15 48143 Münster Telefon: 0251/ 45 314 Fax: 0251/ 511 750 mail: spdfrak@muenster.de Internet: www.spd-muenster.de Annette von Droste-Hülshoff statt Rödl – Münster bekennt sich zum Haus Rüschhaus! 1. Der Rat der Stadt Münster bekennt sich zum Haus Rüschhaus und lehnt eine Schließung des Museums und einen Verkauf ab. 2. Die Verwaltung wird beauftragt, zusammen mit der Droste-Gesellschaft, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und möglichen Sp onsoren ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, das über den Museumsbetrieb hinaus das Rüschhaus als literarisch-kulturellen Veranstaltungsort ausweist, touristische Nutzungsmöglichkeiten aufzeigt und weiterentwickelt , dabei aber dem bei diesem Gebäude besonders sensiblen Aspekt des Denkm alschutzes Rechnung trägt. Begründung: Zu 1) Das Gutachten der Firma Rödl & Partner GbR zur Bera tung und Begleitung der Stadt Münster bei der Konsolidierung des städtischen Haus halts 2007 ff. (lfd. Nr. 144) schlägt vor, das Haus Rüschhaus zum 27.09.2009 zu schließen und den Besitzanteil der Stadt Münster (50%) zu veräußern. Es geht um eine Einspar summe von 69.000 € im Jahre 2010, wobei die dann gleichzeitig wegfallenden Eint rittsgelder nicht gegengerechnet worden sind. Die tatsächliche Einsparsumme wäre also wesentlich geringer. Dieser Sparvorschlag verkennt den außergewöhnlichen kulturhistorischen Wert des Ensembles: „ Der Wohnsitz des westfälischen Baumeisters Johann Conrad Schlaun, der es zwischen 1745 und 1747 auf einer Gräfteninsel er richtete, gilt trotz seiner bescheidenen Größe neben dem Erbdrostenhof und der fürstbischöflichen Residenz als eines seiner Hauptwerke, geadelt aber wurde er von Annette von Droste-Hülshoff, die 1826 nach dem Tod ihres Vaters vom nahen Hülshoff h ierherzog und zwanzig Jahre lang in Haus Rüschhaus lebte. Nicht nur ‚Die Judenbuche’ ist hier entstanden.“ (FAZ v. 22.08.2006). Das Haus Rüschhaus gehört zum höchstrangigen kulturellen Erbe und zur Identität Münsters und ganz Westfalens. Sie sind un veräußerbarer Teil der „Marke Münster“. Das Rüschhaus ist in seinem Rang gleichbe deutend mit dem historischen Rathaus als Ort des Westfälischen Friedens. Es ist zudem das einzige, praktisch komplett erhalt ene Dichterhaus in Deutschland und rangiert in dieser Unversehrtheit noch vor den Goet he-, Schiller- und Heine- Gedenkstätten in Weimar, Marbach, Frankfurt oder Dü sseldorf. Allein schon dieser Gesichtspunkt verbietet eine Veräußerung und Fremdn utzung des Gebäudes. Der 2 Image-Schaden für die Stadt Münster durch den Rödl- Vorschlag ist aus Sicht der SPD bereits jetzt groß. Zu 2) Das Rüschhaus dient seit 1936 als Museum und wird i nsbesondere durch das langjährige Bemühen der Droste-Gesellschaft betrieb en und erhalten - ein wichtiges Beispiel bürgerschaftlichen Engagements. Die SPD is t der Auffassung, dass die derzeitige Form der Nutzung jedoch auch unverkennba re Schwächen hat, die mit den heutigen Erwartungen an einen Museums- und Veransta ltungsbetrieb nicht konform gehen und eine Neukonzeption erforderlich macht, di e durch die Einbeziehung von Museumspädagogik und neuen Medien verstärktes Interesse bei Kindern, Jugendlichen und Studierenden weckt. Die Attraktivität des Museums, wenngleich mit 10.00 0 Besuchern im Jahr alles andere als schlecht besucht, leidet u. a. darunter, dass e s – aus durchaus wohlerwogenen konservatorischen Gründen - nur jeweils zur vollen Stunde unter Führung zugänglich ist und dass für zwischendurch ankommende Besucher, u. a. viele Radfahrer, Wanderer und Tagestouristen praktisch keine Aufenthaltsmögli chkeiten geschweige denn eine Gastronomie angeboten wird. Damit entgehen dem Haus Besucher und Einnahmemöglichkeiten. Ein zu entwickelndes zukunftsweisendes Konzept müss te nach Meinung der SPD folgende Aspekte berücksichtigen: - Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch Schaffu ng von Aufenthalts-, Veranstaltungs- und Gastronomieräumen außerhalb der historischen Anlage - um die historische Substanz zu entlasten - doch in seiner fühlbaren Nähe. Denkbar wäre der Wiederaufbau von Stallungen, wie s ie bis in die 50er Jahre hinein im Bereich der heutigen Parkplätze gestanden haben. Für die Finanzierung kommt angesichts der angespannten Lage der öffentlichen Haushalte nur der Weg über Sponsoren oder Kulturstiftungen in Betracht. - Bessere Einbeziehung des Rüschhauses in ein kultur touristisches Marketingkonzept unter Einbeziehung weiterer histor ischer Droste-Orte (u.a. Schloss Hülshoff, Haus Stapel, Bökendorf, Meersburg ) und wichtiger Dichter- Gedenkstätten in Deutschland. - Das Engagement der Droste-Gesellschaft ist für den künftigen Betrieb des Rüschhaus und die Vermittlung des Droste-Erbes unve rzichtbar. Daher muss unbedingt ein Weg gefunden werden, der es - nach Au slaufen des Regelzuschusses – der Gesellschaft ermöglicht, ihr ehrenamtliches Engagement auch in Zukunft aufrecht zu erhalten. - Es wäre zudem sinnvoll, die beiden literarischen G esellschaften in Münster (Literaturverein, Droste-Gesellschaft) zu mehr Koop eration und Konzentration der Kräfte zu bewegen. Beate Vilhjalmsson Marianne Hopmann Karsten Rah n Wolfgang Heuer Ralf Hubert Udo Reiter Alexander Bercht Dr. Michael Jung Moritz von Sch meling Anika Bergner Marianne Koch Anne Schulze Wintzle r Philipp Gabriel Gaby Kubig-Steltig Joachim Tonn Beanka Ganser Kurt Pölling Holger Wigger Anne Hakenes
Beratungsverlauf (1)
Orte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- A-R/0056/2006
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 06.12.2006
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37