A-R/0055/2021
Unsere Kinder in guten Händen – Eine Expertenkonferenz für mehr Fachkräfte in Kitas und OGS
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a-r-0055-2021-CDU-Expertenkonferenz für mehr Fachkräfte für Kitas und OGS
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Antrag an den Rat Nr.: A-R/0055/2021 RATSANTRAG Münster 08.6.2021 Unsere Kinder in guten Händen – Eine Expertenkonferenz für mehr Fachkräfte in Kitas und OGS Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: 1. die Verwaltung wird beauftragt, kurzfristig eine kommunale Expertenkonferenz zur Stärkung des Erzieherberufes und der pädagogischen Fachkräfte im OGS-Bereich durchzuführen. 2. An der Konferenz nehmen alle relevanten Akteure der Stadt und des Landes NRW teil. Ziel der Konferenz ist: - Verbesserung der Ausbildungssituation in Münster - Stärkung der Erzieherausbildung - Gewinnung weiterer Fachkräfte 3. Gegenstand der Konferenz ist insbesondere die Prüfung folgender Maßnahmen für Münster: - Wege zur Schaffung zusätzlicher PiA-Plätze und Ausweitung von Ausbildungskapazitäten an den Berufskollegs - Einstellung über den Bedarf hinaus zum Beginn des Kindergarten-/Schuljahres (immer zum 1. August), da erfahrungsgemäß zum Anfang jedes KiTa-/ Schuljahres durch Krankheit, Schwangerschaft, Auflösungsverträge Vakanzen entstehen, denen anders nicht sofort begegnet werden kann - Entwicklung von innovativen Modellen und Wegen zur Gewinnung weiterer Fachkräfte und Assistenzkräfte durch Quereinstieg oder berufsbegleitende Ausbildung und neuer Ausbildungsformate, die in Münster getestet werden können - Rahmenbedingungen für eine berufsbegleitende Teilzeitausbildung nach dem Vorbild anderer Bundesländer - Erhöhung der Anzahl an Praktikumsplätzen - bedarfsorientierte Übernahmegarantie für Berufspraktikantinnen und -praktikanten in ein Dauerarbeitsverhältnis bei persönlicher sowie fachlicher Eignung - Beteiligung am Kita-Helfer-Programm des Landes NRW #ichhelfemit, oder einem anderen Programm, um mit dem Weiterqualifizierungsangebot mehr staatlich geprüfte Kinderpfleger und Pflegerinnen zu gewinnen - Ein Wiedereinstiegsprogramm für Fachkräfte nach langer Auszeit - Einsatz von qualifizierten Tageseltern in Kitas und im OGS-Bereich, die als Tageseltern nicht mehr tätig sein möchten - Eine Imagekampagne für das Erzieherberufsfeld - Auslotung von Möglichkeiten, Wohnraum zur Verfügung zu stellen Begründung Das Personalwachstum in Kindertageseinrichtungen hat sich auch in den letzten Jahren fortgesetzt. Im Vergleich zu 2018 wurden bundesweit rund 55.000 bzw. 9 % pädagogisch und leitend Tätige zusätzlich eingestellt, wobei insbesondere in 2020 der Zuwachs mit 28.700 Tätigen im Vergleich zum Vorjahr sehr stark ausfiel. Zahlenmäßig befinden sich Kindertageseinrichtungen nunmehr fast auf Augenhöhe mit den allgemeinbildenden Schulen, in denen im Schuljahr 2019/20 rund 693.750 Lehrkräfte tätig waren (Statistisches Bundesamt 2021). Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung - "Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme" aus2019 fehlten NRW-weit würden insgesamt 15.600 Erzieher, die Vollzeit in Kitas arbeiten würden, obwohl in den letzten zehn Jahren bis in das Jahr 2018 sich die Zahl des Personals um circa 50 Prozent erhöht hat. Dennoch zählen Erzieherinnen und Erzieher sowie Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger zu den „Engpassberufen“. Der Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren und der geplante Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen wird den Bedarf an Erzieherinnen und Erziehern weiter steigen lassen. Um die Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher attraktiver für Personen mit unterschiedlichen Bildungs- und Berufsbiografien zu machen, existiert in den Bundesländern mittlerweile eine Vielzahl an Ausbildungsformaten. So bieten einige Länder neben der klassischen Vollzeitausbildung auch eine Ausbildung in Teilzeit oder in der tätigkeits- bzw. berufsbegleitenden Teilzeitform sowie als sogenannte praxisintegrierte Ausbildung (PIA) an. Wegen der großen Nachfrage nach der PIA-Ausbildung wurde in Münster zwar eine zusätzliche Klasse am Anne-Frank-Kolleg eingerichtet. Jedoch werden dadurch nicht mehr Fachkräfte ausgebildet, denn für den schulischen Bildungsgang gibt es weniger Interessierte. Darüber hinaus gibt es weitere Aus- und Weiterbildungsvarianten an den Fachschulen für Sozialpädagogik, die Modellcharakter haben, z. B. in Bayern die Ausbildung zur „Pädagogischen Fachkraft für Grundschulkindbetreuung“ (StMUK 2019). Der Ausbau dieser Formate schreitet voran. In NRW wird bislang eine berufsbegleitende Ausbildung nicht angeboten. U.a. bieten Schleswig-Holstein, Bremen, Sachsen, Thüringen oder Hessen diesen Qualifizierungsweg. In Heusenstamm bei Frankfurt/Main sollen künftig etwa verschiedene Möglichkeiten genutzt werden, Fachkräfte auszubilden. Neben der klassischen Erzieher-Ausbildung sind es die Praxisorientierte Ausbildung (PiA) oder das Duale Studium Sozialpädagogik & Management. Zudem sollen Fachkräfte aus dem Ausland bei der Anerkennung ihrer Abschlüsse und einer eventuell notwendigen Weiterbildung unterstützt werden. Geprüft wird die Einführung von Jobtickets und –fahrrädern. Mit dem Kita-Helfer-Programm #ichhelfemit unterstützt und entlastet die Landesregierung pädagogische Kräfte in den Kindertageseinrichtungen während der Corona-Pandemie. Die Ausbildung ist besonders für Kita-Helferinnen und -Helfer interessant, die die Aufnahmevoraussetzungen der Fachschulen für Sozialpädagogik noch nicht erfüllen. Im Anschluss an das Programm sollen die Kita-Helferinnen und -Helfer Angebote zur Weiterqualifizierung erhalten und gleichzeitig mittelfristig mehr Fachkräfte für die Kindertagesbetreuung gewinnen. Überlegenswert ist ein Einsatz von qualifizierten Tagesmüttern in den Kindertageseinrichtungen und im OGS-Bereich. Vielfach wollen diese ihre Tätigkeit als Tagesmutter aufgeben, dennoch in dem Arbeitsfeld tätig bleiben. Eine weitere mögliche Option ist ein Quereinstieg in den Erzieherberuf, wie das Beispiel Bremen zeigt. Die Gewinnung qualifizierter Fachkräfte ist ein riesiger Aufgabenbereich, in dem wir uns schlechte Qualität oder langfristige Vakanzen nicht leisten können. Daher müssen den Menschen, die Interesse an dem Beruf haben, Möglichkeiten eröffnet werden, sich zu qualifizieren. Gez. Stefan Weber und Fraktion
Beratungsverlauf (1)
Details
- Aktenzeichen
- A-R/0055/2021
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 09.06.2021
- Erstellt
- 09.06.2021 13:28