SV-2021/0005
Antrag der AfD-Fraktion vom 22. Januar 2021 betr. Ausweitung des Mieterprivatisierungsprogramms bei der bauverein AG - Eigentum statt Miete! -
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Punkt 40: Antrag der AfD-Fraktion vom 22. Januar 2021 betr. Ausweitung des Mieterprivatisierungsprogramms bei der bauverein AG - Eigentum statt Miete! - (V-Nr. SV-2021/0005) Der Ausschuss empfiehlt der Stadtverordnetenversammlung, den Antrag abzulehnen. Gegen die Ablehnung: AfD
SV-2021/0005
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Vorlage-Nr. SV-2021/0005
Antrag der AfD-Fraktion vom 22. Januar 2021 betr. Ausweitung des
Mieterprivatisierungsprogramms bei der bauverein AG - Eigentum statt Miete! –
AfD-Fraktion
Holzstr. 2, 64283 Darmstadt
Tel. 06151 6279 404 Fax – 402
www.AfD-Darmstadt-Fraktion.de
info@AfD-Darmstadt-Fraktion.de
AfD-Fraktion Holzstr. 2 64283 Darmstadt
An das Stadtverordneten-Büro
der Wissenschaftsstadt Darmstadt
z. Hd. Herrn Hans-Jörg Daum
Im Carree 3
64283 Darmstadt
22. Januar 2021
Antrag der AfD-Fraktion Darmstadt auf erneute Ausweitung des Mieterprivatisierungs -
programms bei der Bauverein AG
- Eigentum statt Miete! -
Der Wohnungsmarkt in Darmstadt und Umgebung ist aufgrund von verschiedenen Einflüssen
seit Jahren in hohem Maße angespannt. Dies gilt für Mietwohnungen, aber in gleicher Weise
auch für Wohneigentum. Ein wesentlicher Grund für den erschwerten Zugang zu Wohneigentum
ist sicherlich das Auseinanderklaffen von Wohnraumangebot und -nachfrage, auch in
Darmstadt, aber auch die allgemeine Wohnungspolitik, die starke Anreize für das Mieten von
Immobilien setzt.
Die AfD-Fraktion Darmstadt stellt daher den folgenden Antrag:
Die Stadt Darmstadt soll über den Hauptaktionär, die Heag Holding, der Bauverein AG als
städtische Immobiliengesellschaft auferlegen, ihr Augenmerk wieder stärker zu legen auf die
Privatisierung von Wohnungen und den Verkauf an Mieter, als es in den letzten Jahren
geschehen ist.
Konkret soll die Bauverein AG verpflichtet werden, in den nächsten 5 Jahren mindestens 2 %
des Wohnungsbestandes pro Jahr (ca. 340 Wohnungen pro Jahr) an Mieter zu verkaufen. Das
ist zwar angesichts von gut 80.000 Wohnungen in Darmstadt insgesamt (Stand Ende 2019)
nicht viel, würde aber dem starken Rückgang bei den Eigentumsübergängen seit 2013 etwas
entgegensetzen.
Diese Privatisierung von Wohnungen aus dem Bestand der Bauverein AG kann auch in der
Form eines Mietkaufes stattfinden.
Begründung:
Die Wohneigentumsquote in Deutschland lag 2019 bei nur rund 51,5 %, Deutschland ist damit
das Schlusslicht in der EU (an erster Stelle steht Rumänien mit 96 %). D.h. dass gerade mal
die Hälfte aller deutschen Haushalte in den eigenen vier Wänden wohnt. Diese
Situationsbeschreibung dürfte auch weitgehend auf Darmstadt zutreffen.
Insbesondere für jüngere Menschen und junge Familien ist es - trotz der mittlerweile historisch
auf einem Tiefpunkt angelangten Zinssituation - aufgrund der stark gestiegenen Preise
mittlerweile fast unmöglich, Wohneigentum zu erwerben, sofern nicht Unterstützung aus dem
familiären Umfeld gewährt wird.
Gerade bei den 35- bis 44-Jährigen ist die Quote des Wohneigentums zwischen 2010 und 2017
um rund 5 Prozentpunkte gefallen. Und der Anteil der Ersterwerberhaushalte - Haushalte, die
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zum ersten Mal Wohneigentum kaufen - ist mittlerweile auf unter 1 % der gesamten Haushalte
in Deutschland insgesamt gesunken. D.h., nur Menschen, die bereits über
Immobilienvermögen verfügen, sind noch in der Lage, heute Wohneigentum zu kaufen.
Anstatt dass gerade diesen Bevölkerungsgruppen Vermögensbildung über den Erwerb von
Immobilien ermöglicht wird, entsteht die paradoxe Situation, dass junge Arbeitnehmer und
Menschen aus niedrigeren Einkommensschichten, die durchaus vor einigen Jahren noch
Wohneigentum erwerben konnten, faktisch vom Immobilienmarkt ausgesperrt sind. Das
gesellschaftliche Vermögen konzentriert sich daher immer mehr bei den
Bevölkerungsschichten, die bereits (Immobilien-)Vermögen besitzen.
Wir beantragen daher die erneute Ausweitung des Mieterprivatisierungsprogramms bei der
Bauverein AG, die diese Aufgabe auch vor ein paar Jahren in ihrem Geschäftsbericht explizit
genannt hat:
„Das Kerngeschäftsfeld Wohnungsvermietung und das Geschäftsfeld Mieterprivatisierung werden
auch in den kommenden Jahren die wesentlichen Beiträge zur Ertragslage leisten. (Aussage im
Geschäftsbericht der Bauverein AG 2017, S. 45)
Die Aktivitäten der Bauverein AG, Wohnungen im Rahmen der Mieterprivatisierungsprogramme
zu veräußern, hat - trotz der vollmundigen Ankündigung im Geschäftsbericht 2017 - in den
letzten Jahren jedoch deutlich nachgelassen. Dem Bericht zur Stadtwirtschaftsstrategie 2025
ist auf der Seite 37 zu entnehmen, dass der Bauverein im Jahr 2016 - bei einem Bestand im
Konzern von über 16.600 Wohnungen - 54 Wohnungen privatisiert hat; im Jahr 2017 waren es
bei einem Bestand von 16.580 lediglich 50 Wohnungen, und im Jahr 2018 wurden nur mehr
44 Wohnungen an Mieter (bei einem Bestand von 16.578 Wohnungen) verkauft. In 2019 waren
es bei einem Wohnungsbestand von 16.750 Einheiten per Ende 2019 - neben einem
Paketverkauf in Erbach - lediglich 25 Wohnungen in Darmstadt!
Dabei sollte gerade die städtische Gesellschaft Bauverein mit ihren Tochtergesellschaften ihren
Bestand an Wohnungen in stärkerem Maße als bisher an Mieter veräußern anstatt das
Wachstum des Bestandes in den Vordergrund zu stellen. Denn mittlerweile hat die Bauverein
AG rund 17.000 Wohnungen im Bestand (Stand Ende 2020).
Mit einer solchen Privatisierung von Wohnungen durch die Bauverein AG soll der
Wohnungsmarkt in Darmstadt wieder seinem Gleichgewicht nähergebracht und die dringend
nötige Vermögensbildung gerade in einkommensschwächeren Gesellschaftsschichten in
Darmstadt unterstützt werden. Denn nur dadurch können sich diese Gesellschaftsschichten
wirkungsvoll vor Inflation schützen, die angesichts der volkswirtschaftlichen Entwicklung
bereits am Horizont sichtbar wird.
Handwerklich geschickte Eigentümer können durch Eigenleistung deutlich preiswerter
Wohnungen instand halten und sanieren als eine städtische Gesellschaft, die sich immer
externer Handwerker und Baufirmen bedienen muss. Außerdem: Statt der Bauverein AG nach
einer Modernisierung deutlich höhere Mieten zu zahlen (wie zuletzt am Rhönring geschehen),
investieren die neuen Eigentümer in ihr eigenes Vermögen.
Die Erlöse aus dem Verkauf der Wohnungen können dann von der Bauverein AG zur dringend
nötigen Modernisierung und energetischen Aufrüstung des verbleibenden Wohnungsbestandes
genutzt werden.
gez. Günter Zabel gez. Katharina Vocke-Schöhl
Fraktionsvorsitzender AfD-Fraktion Stadtverordnete AfD-Fraktion
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Punkt 40.19: Antrag der AfD-Fraktion vom 22. Januar 2021 betr. Ausweitung des Mieterprivatisierungsprogramms bei der bauverein AG - Eigentum statt Miete! - (V-Nr. SV-2021/0005) Der Antrag wird abgelehnt. Gegen die Ablehnung: AfD
Beratungsverlauf (2)
Orte (3)
- Holzstraße 2
- Rhönring
- Im Carree 3
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Details
- Vorlagen-Nr.
- SV-2021/0005
- Typ
- Antrag
- Datum
- 26.01.2021
- Erstellt
- 29.09.2026 00:00