A-R/0060/2019
Medienkompetenz in Münsterschen Schulen und Bildungseinrichtungen fördern
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a-r-0060-2019-Medienzentrum
5578 Zeichen
Antrag an den Rat Nr.: A-R/0060/2019
SPD -Fraktion
im Rat der Stadt Münster
Bahnhofstraße 9
48143 Münster
Tel. (0251) 45 314
Fax (0251) 511 750
www.spd-muenster.de
Medienkompetenz in Münsterschen Schulen und
Bildungseinrichtungen fördern!
Ratsantrag
Der Rat der Stadt Münster möge beschließen:
Als Dienstleistungsangebot für Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern und andere Interessierte baut
die Stadt Münster ein Zentrum für Medien und Medienbildung auf. Zentrale Aufgabe soll die Förde-
rung der Medienkompetenz mit einem besonderen Schwerpunkt auf Schulen und außerschulische
Bildungseinrichtungen unserer Stadt sein.
Das Aufgabenfeld eines solchen kommunalen Medienzentrums bewegt sich in den folgenden Berei-
chen:
- Qualifizierung von Multiplikator*innen in medienpädagogischen und medienpraktischen Themen
und deren didaktische Umsetzung (Medientage, Workshops zur Filmproduktion, Social Media im
Unterricht, WDR-Schulfernsehen, etc.)
- kulturelle Bildung mit Medien über die Initiierung und Betreuung unterschiedlicher Projekte wie
das Netzwerk Filmbildung, das Kinderfilmfest, die SchulKino-Wochen, Medienpass NRW, Medien-
scouts NRW, etc.
- die Vorstellung von Konzepten, Projekten und Materialien rund um die Förderung von Medien-
kompetenz im Bereich der schulischen und außerschulischen Bildung: In NRW dient der verbindli-
che Medienkompetenzrahmen als grundlegende Orientierung bei der Entwicklung der schulischen
Medienkonzepte bis 2021.
- Bereitstellung, Information und Beratung zu hochwertigen Bildungsmedien (Verleih und EDMOND
NRW)
- fachkundige Beratung und Unterstützung in Fragen des Einsatzes und der Verwendung von päda-
gogisch und didaktisch sinnvollen Hard- und Softwareangeboten durch Schulen, Kultur- und Bil-
dungseinrichtungen (Geräteverleih, Veranstaltungsunterstützung, etc.).
Aktuell bestehende städtische Strukturen in den Bereichen Medien und Medienbildung sind in die-
sem neuen Zentrum zu bündeln - etwa der Medienservice für Schulen, den die Stadtbücherei vorhält.
Eine enge Kooperation mit weiteren Akteuren - z. B. der Citeq - wird erwartet. Das bestehende
Dienstleistungsangebot des LWL-Medienzentrums für Westfalen ist selbstverständlich als kooperati-
ver Partner mit einzubeziehen. Doppelstrukturen sind zu vermeiden.
Begründung:
Die Förderung von Medienkompetenz an Schulen bzw. im Unterricht wird immer wichtiger, um Kin-
dern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen Schlüsselqualifikationen zu vermitteln und sie auf das
03.09 .2019
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Leben in unserer dynamischen Informationsgesellschaft vorzubereiten. So spielt der kompetente und
verantwortungsvolle Umgang mit Medien heute nicht zuletzt in sehr vielen Berufen eine zentrale
Rolle. Die digitale Welt verändert das Lernen wie kaum eine gesellschaftliche Entwicklung zuvor. Was
bedeutet das für die Schule der Zukunft? Wie können Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und El-
tern von den Möglichkeiten der Digitalisierung profitieren? Und wo ist Vorsicht geboten? Fragen
nach den Folgen, Chancen und Risiken der Digitalisierung berühren nicht nur den pädagogischen
Alltag von Lehrkräften aller Schulformen und -stufen sowie anderer Bildungseinrichtungen - auch
Eltern und Erziehungsberechtigte sind betroffen.
Die Entwicklung des Internets hin zum Social Web und die Möglichkeiten von mobilen Medien sind
für viele Schüler*innen spannend. Der alltägliche Umgang führt an vielen Schulen aber auch zu Prob-
lemen. Schlägereien werden gefilmt (Stichwort „Happy Slapping“), beleidigende Bilder im Netz veröf-
fentlicht und auch Mobbing von Mitschüler*innen und Lehrer*innen findet immer häufiger auf elekt-
ronischen Wegen statt (Stichwort „Cybermobbing“). Es ist notwendig, dass Jugendliche und junge
Erwachsene eine Haltung entwickeln, um mit neuen Medien verantwortungsvoll umzugehen.
Die Entwicklung der hier angesprochenen individuellen Medienkompetenz ist schulischer Auftrag -
das pädagogische Personal muss dazu in medienpädagogischen und medienpraktischen Themen
qualifiziert sein und deren didaktische Umsetzung beherrschen. Die Kompetenzen der Lehrkräfte für
den Einsatz und den Umgang mit digitalen Lerntechnologien sind aktuell nicht immer stark ausge-
prägt. Nicht zuletzt gibt es auch ein Haltungsproblem. Viele Lehrende und Leitungen sehen in der
Digitalisierung generell eher ein Problem und eine zusätzliche Belastung als eine Lösung
oder eine Entlastung. Die wahrgenommenen Herausforderungen reichen von der Frage nach der
richtigen Ausstattung und Beschaffung geeigneter Lehrmittel und Geräte über die Betreuung und
den Support der Systeme, bis hin zu fehlenden personellen und zeitlichen Ressourcen, Regelungen
und Qualifikationen.
Diesen Zustand zu verbessern, soll Aufgabe eines zentralen städtischen Dienstleistungsangebotes für
Schulen und Bildungseinrichtungen sein. Die vorhandenen Dienstleistungskompetenzen wie u. a. die
der Schulpsychologischen Beratungsstelle, der Stadtbücherei, der Citeq oder auch des LWL-
Medienzentrums sind selbstverständlich mit in die neue Struktur einzubinden.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands
Fraktion im Rat der Stadt Münster
Dr. Michael Jung Stephan Brinktrine Doris Feldman n
Philipp Hagemann Marius Herwig Dr. Cornelia Jäge r
Mathias Kersting Michael Kleyboldt Marianne Koch
Katharina Köhnke Thomas Kollmann Gaby Kubig-Stel tig
Hedwig Liekefedt Mustafa Schat Anne Schulze Wintz ler
Petra Seyfferth Ludger Steinmann Beate Vilhjalmsson
Maria Winkel
Beratungsverlauf (2)
Orte (1)
- Bahnhofstraße 9
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Details
- Aktenzeichen
- A-R/0060/2019
- Typ
- Antrag an den Rat
- Datum
- 03.09.2019
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37