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2021/0240

Errichtung eines Mahnmals zum Gedenken an die Opfer des § 175 StGB

Magistratsvorlage 01.11.2021

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Eigenbetrieb Kulturinstitute / Kulturreferent Darmstadt, 07.10.2020

Geschäftsstelle Kunstkommission

Ergebnisprotokoll der Sitzung der Kunstkommission der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Teilnehmer: siehe Anwesenheitsliste
Termin: 30.09.2020, 17:00-19:00
Ort: Neues Rathaus, Raum Graz

TOoP1

Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit und Beschlussfassung der Tagesordnung

OB Partsch begrüßt die Anwesenden und stellt die Beschlussfähigkeit fest. Zur TO werden
unter TOP 5/Sonstiges (s.u.) mehrere Themen angekündigt.

TOP2

Aufstellungsempfehlung für das Mahnmal für die Opfer des $175 StGB „Die Schattenseite
des Regenbogens” von Matthias Braun

08 Partsch informiert über den Entscheidungsprozess, die Skulptur in der Darmstädter
Innenstadt aufzustellen (Beschluss Magistrat, Ausschreibung, Jurierung, Veröffentlichung am
14.07.2020). Die Kunstkommission bestätigt die Bewertung des Entwurfs als ein geeignetes’
Mahnmal, weshalb das Werk auch nicht in einer Randzone, sondern möglichst zentral und
gut ablesbar aufgestellt werden soll. Verschiedene Standorte werden diskutiert, eine finale
Empfehlung wurde aber nicht ausgesprochen. Favorisiert wird eine Aufstellung in direkter
Nähe zum Welcome-Hotel oder mit Vorbehalt nach Fertigstellung der Grafenstr.-Sanierung
gegenüber vom Stadthaus. Es wird eine Überprüfung jeweils vor Ort und möglichst unter
Beteiligung des Künstlers M.Braun empfohlen.

TOP 3

Jochen Partsch Prof, Dr. Ludger Hünneken

Oberbürgermeister u. Vorsitzender der Kunstkommission Kulturreferent (Protokoll)

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Die Schattenseite des Regenbogens – Erläuterung 
 
„Brauns Entwurf „Die Schattenseite des Regenbogens“ übersetzt das Symbol der 
Regenbogenfahne in eine dreidimensionale, begehbare Skulptur. Der 3,10 Meter hohe 
Regenbogen ist in der Mitte so gefaltet, dass sich zwei Hälften ergeben; Di e eine ist bunt 
gestaltet, die andere silberfarben. Der Schriftzug „ZUM GEDENKEN AN DIE OPFER DES § 175 
STGB“ erinnert an die mehr als 50 000 Menschen, die durch den § 175 geschädigt wurden und 
in der NS-Zeit ermordet wurden. Die farbig gefasste Hälfte des  Regenbogens möchte Trost und 
Hoffnung spenden. Die Regenbogenskulptur wirft einen Schatten auf den Boden, der je nach 
Tageszeit und Lichteinfall eine Herzform bildet als Symbol für Trauer und Mitgefühl mit den 
Opfern. Im Akt des Durchschreitens des Bogens können Solidarität, Trauer und Gedenken an die 
Opfer öffentlich bekundet werden. 
 
Matthias Braun – Vita 
 
Matthias Braun wurde 1974 geboren. Er arbeitet als Arc hitekt und bildender Künstler. 2010 
erhielt er den Preis für Junge Kultur der Stadt Würzburg, 2014 den Kulturförderpre is der Stadt 
Würzburg. Seit 20 08 nahm Braun an zahlreichen  Kunstwettbewerben teil und errang mehrere 
Erste Preise. Realisierte Arbeiten im Öffentlichen Raum sind unter anderem die „Gedenkstätte 
zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus“ in Sc hwetzingen“  (2012), die Skulptur 
„Dauerparker“ am Kunstpfad Mainvorland Rüsselsheim (2016) und das „Gedenkzeichen 
Mettmann“ für die Opfer des Nationalsozialismus in Mettmann (2017).

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54 Zeichen

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2021/0240

7338 Zeichen

Magistratsvorlage 
 
Eingang Magistrats - 
geschäftsstelle:  
09.11.2021 
an den Magistrat  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
 
Beteiligt vor 
Magistratsbeschlussfassung:  
Dezernat I an die Stadtverordnetenversammlung  
   OBW zur Befassung  
   zur Kenntnis 
   zur Beschlussfassung  
   zur abschließenden Beschluss - 
       fassung Fachausschuss  
Stadtplanungsamt  
Grünflächenamt  
 
Amt: Kulturamt 
 OBW bei abschl. 
Beschlussfassung Magistrat  
Behandlung in  
öffentl. Sitzung  
Ja 
 
Nein 
 
Verteiler:  
 
 
Ja 
 
Nein  
 
Vorlage-Nr. 2021/0240 
 
Magistratsbeschluss -Nr. 
  
 
Internetfähig     
 
Produkt-Nr.: 252010 
Kostenstelle:  041-000-1000 Investitionsnummer:  20041-400-10 
Kostenträger:  2520-13 Sachkonto: 0621010 
 
Betreff: Errichtung eines Mahnmals zum Gedenken an die Opfer des § 175 StGB  
 
Vorlage vom: 01.11.2021  
 
Beschlussvorschlag : 
 
1. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt errichtet ein Mahnmal zum Gedenken an die Opfer 
des § 175 StGB. 
 
2. Realisiert wird der Entwurf des Würzburger Künstlers Matthias Braun „Die Schattenseite des 
Regenbogens“. Der Magistrat folgt damit der Entscheidung der Jury des künstlerischen 
Wettbewerbs aus 2020. 
 
3. Die Aufstellung soll gemäß der Empfehlung der städtischen Kunstkommission auf der 
Grünfläche zwischen Haus der Geschichte (ehem. Hoftheater) und dem Welcome-Hotel 
erfolgen.

- 2 - 
Anlagen: Protokollauszug_KK  
20210811_Mahnmal -Paragraf-175_Positionierung -Denkmalschutz 
Entwurf-Mappe_1 
Braun__Erläuterung  
 
Datenschutzrelevante Anlage:   
 
Folgekosten:    Ja    Nein 
 
Beschluss des Magistrats vom

- 3 - 
Begründung zur Magistratsvorlage vom 01.11.2021 
 
Die Stadtverordnetenversammlung der Wissenschaftsstadt Darmstadt hat im September 2016 
beschlossen, in Darmstadt einen Ort des Gedenkens für Betroffene und Verfolgte des § 175 
StGB zu schaffen, an dessen Entwicklung und Ausgestaltung Bürger*innen und interessierte 
Gruppen beteiligt werden sollen. Das Mahnmal soll an alle Menschen erinnern, die auf Grund 
ihrer sexuellen Identität im Namen des Volkes diskriminiert, verfolgt, bestraft, geächtet und 
sogar getötet wurden. Während der Geltungsdauer des § 175 StGB wurden mehr als 50.000 
Personen geschädigt, abertausende Menschen sind zur NS-Zeit wegen des Inhalts des § 175 
StGB gestorben. Auch wenn der Paragraph seit mehr als zwanzig Jahren aus dem Strafgesetz 
gestrichen ist, sind die Opfer seiner Rechtsprechung bis heute nicht vollständig rehabilitiert. 
Den Opfern und Betroffenen soll mit der Schaffung eines Gedenkortes Respekt und Solidarität 
erwiesen werden.  
 
Nach einer ersten Ideensammlung in Kooperation mit der Regionalgruppe Darmstadt der 
Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche e.V. (HuK) und dem Verein vielbunt 
e.V. lobte die Wissenschaftsstadt Darmstadt im Herbst 2019 einen offenen künstlerischen 
Wettbewerb zur Gestaltung des Mahnmals aus. Um eine möglichst große künstlerische 
Bandbreite anzusprechen war im Rahmen der Ausschreibung auf gestalterische Vorgaben wie 
Art der Arbeit und verwendete Materialien oder Standortfestlegungen weitestgehend verzichtet 
worden. Vorschläge zum Standort sollten nach der Wettbewerbsentscheidung unter Beteiligung 
der städtischen Kunstkommission erarbeitet werden. 
 
In der ersten Wettbewerbsstufe wählte die Jury aus rund vierzig eingegangenen Bewerbungen 
fünf Entwürfe aus. Die in der engeren Wahl verbliebenen Beiträge wurden in der zweiten 
Wettbewerbsstufe auf der Bürgerbeteiligungsplattform der Wissenschaftsstadt Darmstadt 
öffentlich vorgestellt. Mit der Wahl ihres Favoriten konnten Interessierte mitbestimmen, wie 
das Mahnmal in Darmstadt aussehen soll. Das Votum ist in die finale Entscheidung der Jury 
mit eingeflossen, die am 14.Juli 2020 verkündet wurde: 
 
Einstimmig gekürt wurde der Entwurf „Die Schattenseite des Regenbogens“ des Würzburger 
Künstlers Matthias Braun.  
 
Brauns Entwurf „Die Schattenseite des Regenbogens“ übersetzt das Symbol der 
Regenbogenfahne in eine dreidimensionale, begehbare Skulptur. Der 3,10 Meter hohe 
Regenbogen ist in der Mitte so gefaltet, dass sich zwei Hälften ergeben; die eine ist bunt 
gestaltet, die andere silberfarben. Der Schriftzug „ZUM GEDENKEN AN DIE OPFER DES § 175 
StGB“ erinnert an die mehr als 50 000 Menschen, die durch den § 175 geschädigt und in der 
NS-Zeit ermordet wurden. Die farbig gefasste Hälfte des Regenbogens möchte Trost und 
Hoffnung spenden. Die Regenbogenskulptur wirft einen Schatten auf den Boden, der je nach 
Tageszeit und Lichteinfall eine Herzform bildet als Symbol für Trauer und Mitgefühl mit den 
Opfern. Im Akt des Durchschreitens des Bogens können Solidarität, Trauer und Gedenken an 
die Opfer öffentlich bekundet werden. 
 
Das Werk, für das sich auch die Mehrheit der zum Votum eingeladenen Bürger*innen 
aussprach, überzeugte das Auswahlgremium in der Klarheit seines Entwurfs. Symbolik und 
Gestaltung der dreidimensionalen, begehbaren Skulptur lassen Raum für individuelle 
Annäherung und Auseinandersetzung, bleiben dabei in ihrem Statement eindeutig. Sie setzt 
somit ein unmissverständliches Zeichen der würdigenden Erinnerung und Mahnung an das 
Leid der Menschen, die über Jahrzehnte wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt wurden.

- 4 - 
Der Wettbewerbsjury gehörten neben Oberbürgermeister Jochen Partsch die Vorsitzende des 
Kulturausschusses, Hildegard Förster-Heldmann, Kulturreferent Prof. Dr. Ludger Hünnekens, 
Martin Benn vom Evangelischen Dekanat Darmstadt-Stadt, Markus Jöckel von der 
ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche, Leon J. Reinel vom Verein vielbunt e. 
V. und Christine König als Vertreterin des Berufsverbands Bildender Künstler an.  
 
In der an den Wettbewerb anschließenden Beteiligung der städtischen Kunstkommission 
bestätigte das Gremium die Bewertung des Entwurfs als ein geeignetes Mahnmal, weshalb das 
Werk auch nicht in einer Randzone, sondern möglichst zentral und gut ablesbar aufgestellt 
werden soll. Allerdings konnten pandemiebedingt in 2020 keine Begehungen stattfinden, so 
dass erst 2021 die Standortfrage abschließend erörtert werden konnte. Nach einer 
Überprüfung vor Ort im Beisein des Künstlers Matthias Braun wird die Aufstellung auf der 
städtischen Grünfläche, die zwischen Welcome – Hotel und Haus der Geschichte (ehem. 
Hoftheater) liegt, empfohlen. 
Der Vorschlag wird auch von den beteiligten Vereinen HuK und vielbunt e.V. mitgetragen. Der 
geplante Standort befindet sich in unmittelbarer Nähe der Kulturdenkmale Herrngarten und 
ehem. Hoftheater. Seitens des Grünflächenamtes bestehen keine Bedenken, das Mahnmal auf 
der Wiesenfläche zu errichten. In Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde soll das 
Mahnmal im nördlichen Grundstücksteil unter Orientierung an den baulichen Achsen 
positioniert werden (s. Anlage 2).  
 
Die Verwaltung wird beauftragt, die für die Aufstellung des Mahnmals unter Berücksichtigung 
der baulichen und technischen Voraussetzungen und den Maßgaben des Denkmalschutzes 
erforderlichen Schritte nach Beschlussfassung durch die städtischen Gremien umgehend 
vorzunehmen.  
 
Für die Realisierung des ausgewählten Entwurfes stehen insgesamt 40.000 EUR als 
Haushaltsausgabereste 2020 zur Verfügung (Honorar und Herstellungskosten sowie Kosten der 
Aufstellung). 
 
Dezernat I 
 
 
Jochen Partsch 
Oberbürgermeister

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41 Zeichen

“ZUM GEDENKEN AN DIE
OPFER DESS 175 StGB”

Beratungsverlauf (2)

TOP 8
TOP 397

Details

Vorlagen-Nr.
2021/0240
Typ
Magistratsvorlage
Datum
01.11.2021
Erstellt
29.09.2026 00:00