AN/1767/2021
Umwidmung jeweils einer Fahrspur pro Richtung am Parkgürtel und Mauenheimer Gürtel in eine Fahrradspur als Teil der Radschnellverbindung KölnerFahrradGürtel (KFG)
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Sachstandsbericht BV
4353 Zeichen
Dezernat, Dienststelle
/
Vorlagen-Nummer
AN/1767/2021
Stand: 24.02.2026
Sachstandsbericht
Umwidmung jeweils einer Fahrspur pro Richtung am Parkgürtel und Mauenheimer
Gürtel in eine Fahrradspur als Teil der Radschnellverbindung KölnerFahrradGürtel
(KFG)
- Gemeinsamer Antrag von Grünen, Linken, GUT und Klima Freunden -
Beschluss:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, dem Verkehrsausschuss der Stadt Köln die Umwidmung
jeweils einer Fahrspur pro Richtung (mind. 3,75m Breite) am Mauenheimer Gürtel und am
Parkgürtel in eine Fahrradspur als Teil einer zu schaffenden Radschnellverbindung Köl-
nerFahrradGürtel (KFG) zur Abstimmung vorzulegen.
2. Die Maßnahme wird begleitet von einem Rückbau der bisherigen Radwege auf den Geh-
wegen. Der freiwerdende Platz wird dem Fußverkehr zugeordnet. Da wo es sinnvoll er-
scheint, können auf dem deutlich verbreiterten Gehweg Fahrrad- und Lastenradabstell-
plätze eingerichtet werden. Die 2m-Gehweg-Regel muss berücksichtigt werden.
3. Entlang des Fahrrad-Gürtels muss Tempo 30 gelten.
4. Der Radverkehr über den KölnerFahrradGürtel wird durch eine einheitliche und konsis-
tente Beschilderung benutzerfreundlich geführt.
5. Alle freilaufenden Rechtsabbieger entlang des „KölnerFahrradGürtel“ werden, sofern zum
Zeitpunkt der Umwidmung noch nicht geschehen, zurückgebaut.
Status in Bearbeitung
erledigt
Aktueller Bearbeitungsstand:
Zu Punkt 1:
Der Mauenheimer Gürtel wird als Abschnitt 1 im Rahmen des Vorhabens „Radverbindung
Niehler Gürtel“ mitbetrachtet. Priorität haben aktuell jedoch die Abschnitte 2 (GrünZug Nippes)
und 4 (Niehler Gürtel zwischen Boltensternstraße und Mülheimer Brücke) sowie die Vorberei-
tung der Entscheidung zur Radverkehrsführung auf der Mülheimer Brücke. Im Jahr 2023
wurde als vorgezogene Maßnahme bereits ein Teilabschnitt der südlichen Richtungsfahrbahn
des Mauenheimer Gürtels eine Spurumwandlung zwischen Geldernstraße und Kempener
Straße umgesetzt. Im Rahmen der Aufzugsnachrüstung der Stadtbahnlinie 13 wird derzeit auf
2
Initiative der KVB die Straßenoberfläche des Knotenpunktes Geldernstraße / Parkgürtel /
Mauenheimer Gürtel überplant. Bei der Planung werden die Erfordernisse der Radverkehrs-
führung in entlang des Gürtels in vollem Umfang berücksichtigt. Die weiteren Planungen für
den Mauenheimer Gürtel und Parkgürtel sind derzeit nicht priorisiert.
Zu Punkt 2:
Die Planungsmaßgaben werden bei den zukünftigen Überlegungen berücksichtigt. Aktuell
wird mit Priorität an der Planung der Abschnitte 2 und 4 gearbeitet
Zu Punkt 3:
Die Anordnung einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h unterliegt u.a. den An-
ordnungsvoraussetzungen des § 45 StVO. Die Umsetzbarkeit wird im Rahmen der Planung
geprüft. Aktuell wird mit Priorität an der Planung der Abschnitte 2 und 4 gearbeitet.
Zu Punkt 4:
Kein neuer Sachstand. Die Umsetzbarkeit wird im Rahmen der Planung geprüft.
Zu Punkt 5:
Entlang des Parkgürtels und des Mauenheimer Gürtels gibt es fünf signalisierte Knoten mit
freilaufenden Rechtsabbiegern: Parkgürtel/A 57, Parkgürtel/Osterather Straße, Parkgürtel/E-
scher Straße, Parkgürtel/Geldernstraße/Longericher Straße und Mauenheimer Gürtel/Merhei-
mer Straße.
Die freilaufenden Rechtsabbieger am Knoten Parkgürtel/Geldernstraße/Longericher Straße
werden im Rahmen der Umplanung für die Aufzugsnachrüstung der Stadtbahnlinie 13 zurück
gebaut. Die Umgestaltung des Knoten Mauenheimer Gürtel/Merheimer Straße ist Teil des
Projekts Radverbindung Niehler Gürtel. Es wird derzeit geprüft, ob die Verkehrssicherheit am
freilaufenden Rechtsabbieger vorab mit provisorischen Maßnahmen verbessert werden kann.
Die Erhöhung der Verkehrssicherheit oder der Entfall der übrigen freilaufenden Rechtsabbie-
ger wird im Rahmen der Priorisierung des stadtweiten Arbeitsprogramms geprüft. Die Maß-
nahmen für das Arbeitsprogramm werden unter Berücksichtigung der Priorisierung aus der
Machbarkeitsstudie, aktueller Unfallgeschehnisse und der Verknüpfung von anderen Maßnah-
men wie z. B. Erneuerungen von Lichtsignalanlagen gewählt. Ein Zeitplan kann noch nicht ge-
nannt werden.
Nächste Schritte:
Als nächste Schritte wird, wie oben dargestellt, mit Priorität an der Planung der Abschnitte 2
und 4 gearbeitet.
Der nächste Sachstandsbericht ist geplant für das:
4. Quartal 2026
Gem. Antrag nach § 3 (Grüne BV5)
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Grüne
Linke
GUT
Klima Freunde
Frau Bezirksbürgermeisterin
Dr. Diana Siebert
Frau Oberbürgermeisterin
Henriette Reker
Eingang bei der Bezirksbürgermeisterin: 25.08.2021
AN/1767/2021
Antrag gem. §§ 3 und 38 der Geschäftsordnung des Rates und der
Bezirksvertretungen
Gremium Datum der Sitzung
Bezirksvertretung 5 (Nippes)
Umwidmung jeweils einer Fahrspur pro Richtung am Parkgürtel und Mauenheimer
Gürtel in eine Fahrradspur als Teil der Radschnellverbindung KölnerFahrradGürtel
(KFG)
- Gemeinsamer Antrag von Grünen, Linken, GUT und Klima Freunden -
Sehr geehrte Frau Bezirksbürgermeisterin,
sehr geehrte Frau Oberbürgermsieterin,
die Fraktion der Grünen und die Einzelmandatsträger*innen von Die Linke, GUT und Klima
Freunde stellen folgenden Antrag:
Die Bezirksvertretung Nippes möge beschließen:
1. Die Verwaltung wird beauftragt, dem Verkehrsausschuss der Stadt Köln die Umwidmung
jeweils einer Fahrspur pro Richtung (mind. 3,75m Breite) am Mauenheimer Gürtel und
am Parkgürtel in eine Fahrradspur als Teil einer zu schaffenden Radschnellverbindung
KölnerFahrradGürtel (KFG) zur Abstimmung vorzulegen.
2. Die Maßnahme wird begleitet von einem Rückbau der bisherigen Radwege auf den
Gehwegen. Der freiwerdende Platz wird dem Fußverkehr zugeordnet. Da wo es sinnvoll
erscheint, können auf dem deutlich verbreiterten Gehweg Fahrrad- und
Lastenradabstellplätze eingerichtet werden. Die 2m-Gehweg-Regel muss berücksichtigt
werden.
3. Entlang des Fahrrad-Gürtels muss Tempo 30 gelten.
4. Der Radverkehr über den KölnerFahrradGürtel wird durch eine einheitliche und
konsistente Beschilderung benutzerfreundlich geführt.
- 2 -
5. Alle freilaufenden Rechtsabbieger entlang des „KölnerFahrradGürtel“ werden, sofern zum
Zeitpunkt der Umwidmung noch nicht geschehen, zurückgebaut.
Begründung:
Der Deutsche Städtetag hat in seinem Papier “Nachhaltige städtische Mobilität für alle“ vom
21.06.2018 seine Forderungen für eine Verkehrswende aus kommunaler Sicht formuliert. Er
adressiert vor allem „Wegelängen für Pendler im motorisierten Individualverkehr und den
Freizeitverkehr per Pkw“ und kommt zum Schluss, dass diese Verkehre deutlich verringert
werden müssen.
„Mit der Mobilitätsstrategie Köln Mobil 2025 hat sich die Stadt zum Ziel gesetzt, den motori-
sierten Individualverkehr auf ein Drittel des Aufkommens zu reduzieren und den Umweltver-
bund aus nichtmotorisiertem Individualverkehr (zum Beispiel Fuß und Radverkehr) und öf-
fentlichem Nahverkehr auf zwei Drittel zu erhöhen.“ 1
Ohne neue und weitreichende Ansätze in der Verkehrsführung ist dieses Ziel nicht zu errei-
chen. Aus vielen Untersuchungen in anderen Städten wissen wir, dass gute Rad-
Infrastruktur den Umstieg aufs Fahrrad induziert. Dazu gehören Radschnellverbindungen,
die wichtige städtische Ziele verbinden und eine attraktive Alternative zum PKW darstellen.
Merkmale sind unter anderem:
- Mindestbreite von 3,75 Metern
- besonders hohe Qualitätsstandards in der Linienführung, der Ausgestaltung, der
Netzverknüpfung
- Mindestlänge sollte etwa 5 km betragen
Um das Ziel zu erreichen, ist es erforderlich, dem Radverkehr mehr Raum zu geben. Dies ist
auch im Sinne einer gerechteren Flächenverteilung unter den Verkehrsträgern. Folgende
Gründe sprechen für die Einrichtung des KölnerFahrradGürtels:
1. Der Gürtel ist die optimale Strecke für eine Radschnellverbindung
Der Gürtel ist eine wichtige Verbindung zwischen den Bezirken rund um die Innenstadt und
wird vor allem von Pendler:innen genutzt.
Aus vielen anderen Städten ist bekannt, dass ca. 30% der Pendler:innen aufgrund einer
besseren und sicheren Fahrradinfrastruktur vom PKW auf das Fahrrad umsteigen. Aktuelle
Zahlen liegen aufgrund der Pedelec-Entwicklung sogar darüber. Im Pendler-Verkehr werden
demnach Strecken bis zu 20 km mit dem Fahrrad zurückgelegt.
Radfahrer:innen benötigen im fließenden Verkehr lediglich 1/7 der Fläche des MIV (nach
movum, Umweltbundesamt, 2016). Vor dem Hintergrund des Wachstums der Stadt Köln ist
die Umwidmung auch aus Kapazitätsgründen eine nötige Maßnahme, um Staus im Pendler-
verkehr zu vermeiden. Das ist auch volkswirtschaftlich geboten.
2. Wichtiger Schüler*innen-Korridor
Der Gürtel ist DIE Schulstraße Kölns. In unmittelbarer Nähe des Gürtels zwischen den Bezir-
ken Rodenkirchen und Mülheim liegen 27 Schulen. Der KölnerFahrradGürtel ist DIE Lösung
für den Schüler-Verkehr zu den angrenzenden Schulen.
3. Verkehrsaufkommen und Verkehrsspitzen ermöglichen Umwidmung schon jetzt
1 Kölner Perspektiven 2030+: https://www.stadt -
koeln.de/mediaasset/content/pdf15/kp2030/stadtstrategie.pdf
- 3 -
Der Regelquerschnitt von 10,5 m (eine Fahrspur pro Richtung) gewährleistet bereits heute
durch Einrichtung von Tempo 30 - durch eine verstetigten Verkehrsfluss - in Kombination mit
einer vernetzten Steuerung der Lichtsignalanlagen, dass die Knoten ihre volle Leistungsfä-
higkeit aufrechterhalten.
Selbst bei einer zeitnahen Umsetzung der einspurigen Führung sind die aktuellen MIV-
Kapazitäten abbildbar, weil Staus bzw. Rückstaus reduziert werden.
4. Tangenten sind wichtig im Fahrradnetz, weil sie schnelle Verbindungen ermöglichen
Der Gürtel ermöglicht - als Verkehrstangente – schnelle Quer-Verbindungen. Solch schnelle
und direkte Wege sind für den Radverkehr nötig, um eine sinnvolle Alternative zum Autover-
kehr darzustellen.
5. Maßnahme gegen Luftschadstoffe und Klimawandel
Der Gürtel gehört zu den Straßen in Köln mit einer hohen toxischen Belastung. Die RAD-
KOMM hat im Mai 2017 eine mittlere NOX-Belastung in Höhe von 52 µm an der Kreuzung
Ehrenfeldgürtel/Vogelstraße gemessen. Diese Belastung kam zustande, obwohl an der Stel-
le keine geschlossene Randbebauung besteht, sondern eine freies Baufeld liegt. Es ist da-
von auszugehen, dass die weitere Stickstoffdioxidbelastung am Gürtel noch höher ist. Der
Grenzwert liegt bei 40 µm. Die Belastung liegt also über 25 % über dem Grenzwert.
Die Reduktion der PKW-Verkehrs ist überall in Europa eine wichtige Säule für die angestreb-
te Mobilitätswende. Der Umwidmung einer Fahrspur des Gürtels ist eine Maßnahme, die
dazu beitragen kann, dass Schadstoffe durch den MIV reduziert werden und sie ist ein
Schritt für den Klimaschutz.
6. Wirksames Mittel gegen den Verkehrslärm
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Die Lärmkarten für die Stadt Köln zeigen einen Handlungsbedarf am Parkgürtel, da hier stel-
lenweise der Lden 70 dB(A) bis an die Wohnbebauung übeschreitet. Eine einspurige Füh-
rung ist ein wirksames Mittel, den Lärm deutlich zu reduzieren.
7. Der Nippeser Abschnitt als Teil des KölnerFahrradGürtel
Der hier beantragte Ehrenfelder Teil des KölnerFahrradGürtels ist ein Streckenabschnitt in
einem Fahrrad-Gürtel, der sich um ganz Köln legt. Damit würde eine Radinfrastruktur für
Pendler*innen geschaffen, die ein schnelles Fortkommen auf asphaltierter Strecke ermög-
licht. Bestehende Radrouten, die in Seitenstraßen geführt werden, sind keine wirkliche Alter-
native für Berufspendler*innen und laden nicht zum Umstieg aufs Fahrrad ein.
gez. Beckhaus gez. Frank gez. Schlieper gez. Feuser
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: ungeändert beschlossen
Zur SitzungOrte (12)
- Boltensternstraße
- Geldernstraße
- Schulstraße
- Mülheimer Brücke
- Longericher Straße
- Mauenheimer Gürtel
- Osterather Straße
- Merheimer Straße
- Kempener Straße
- Ehrenfeldgürtel
- Niehler Gürtel
- Parkgürtel
Ortsbezüge werden automatisch aus den Dokumenten ermittelt und können unvollständig sein.
Details
- Aktenzeichen
- AN/1767/2021
- Typ
- Gem. Antrag nach § 3 BV5 (Grüne)
- Datum
- 25.08.2021
- Erstellt
- 25.08.2021 17:08