V/0604/2005
Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr. 0002/2005 vom 31.01.2005 "Kompetenzzentrum Begabtenförderung
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Anlage
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SPD-Fraktion Antrag Nr. A-R/0002/2005 im Rat der Stadt Münster vom 27.01.2005 Ratsantrag SPD-Fraktion im Rat der Stadt Münster 27.01.2005 Münzstr. 15 48143 Münster Telefon: 0251/ 45 314 Fax: 0251/ 511 750 mail: spdfrak@muenster.de Internet: www.spd-muenster.de Kompetenzzentrum Begabungsförderung für Münster - Besondere Begabungen stärker fördern Der Rat der Stadt Münster möge beschließen: I. Kinder und Jugendliche mit besonderen Begabungen brauchen individuelle Förderung Viele Kinder und Jugendliche in Münster haben überd urchschnittliche Fähigkeiten und Begabungen. Innerhalb des bestehenden Bildungss ystems bestehen vielfach nur eingeschränkte Möglichkeiten, diese besonderen Begabungen individuell so zu fördern, dass diese Kinder und Jugendlichen ihre Fä higkeiten entfalten und sich darüber Chancen erschließen können. Fehlende Diagno se- und Förderinstrumente führen in vielen Fällen dazu, dass diese Kinder und Jugendlichen statt dessen Erfahrungen des Scheiterns machen und ihre Begabung en unerkannt oder ohne Förderung bleiben. In Münster haben sich deswegen b ereits seit mehreren Jahren viele engagierte Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Wi ssenschaftlerinnen und Wissenschaftler und in der Bildungsarbeit Tätige da für eingesetzt, Möglichkeiten zu schaffen, eine individuelle Förderung von Kindern u nd Jugendlichen mit besonderen Begabungen zu ermöglichen. In Fort- und Weiterbildu ngen haben Lehrerinnen und Lehrer Zusatzqualifikationen erworben, Eltern haben in Vereinen und Zusammenschlüssen neue Fördermöglichkeiten initiier t, im Bereich der Bildungs- und Sozialarbeit sind viele wichtige Angebote der F örderung entstanden. Mit dem Internationalen Centrum für Begabungsforschung besi tzt Münster darüber hinaus eine auch international wissenschaftlich herausrage nde Einrichtung zur Erforschung besonderer Begabungen und der Weiterbildung zur Beg abtenförderung, die auch überregional arbeitet und auch in Münster bereits v iel zur Etablierung von Förderangeboten für besonders begabte Kinder und Ju gendliche und zur Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern sowie Erzieherinnen und Erziehern getan hat. Die Stadt Münster hat als Kommune in der Vergangenheit dieses breite gesellschaftliche Engagement zu wenig unterstützt und gefördert. II. Individuelle Förderung braucht einen breiten Ansatz Im Rahmen verstärkter Förderanstrengungen soll dabe i in Zukunft ein breiter Begabungsbegriff zugrundegelegt werden. Die Förderu ng soll sich dabei nicht nur auf Schulen oder bestimmte Schulformen konzentriere n: Die Diagnose und die Förderung muss schon im vorschulischen Bereich begi nnen und systematisch bis in die Sekundarstufe II fortgesetzt werden. Entspreche nd vielschichtig und breit muss 2 das Angebot angelegt sein. Dabei dürfen nicht nur b estimmte Begabungen gefördert und unterstützt werden: Sowohl besondere Fähigkeite n im kognitiven, im sprachlichen, musischen, naturwissenschaftlichen, s portlichen oder technischen Bereich sollen in allen Altersstufen und in Kinderg ärten und -gruppen sowie in allen Schulformen unterstützt und Angebote – wo nötig – n eu etabliert werden. Dabei soll auch ein pädagogischer Paradigmenwechsel umgesetzt werden: Es ist an der Zeit, nicht mehr nur Defizite und fehlende Kompetenzen vo n Kindern und Jugendliche aufzuarbeiten. Darüber hinaus müssen auch die Stärk en und besonderen Fähigkeiten im Rahmen individueller Förderung gezie lt unterstützt werden. So erleben Kinder und Jugendliche Erfolge und können ihre Lebenschancen realisieren. III. Münster braucht eine Vernetzung und Verstärkun g des Engagements für besonders begabte Kinder und Jugendliche Das vielfältige gesellschaftliche Engagement für Ki nder und Jugendliche mit besonderen Begabungen in Münster braucht eine stärk ere Vernetzung und Unterstützung – auch mit den Instrumentarien kommun aler Schulpolitik. Die verschiedenen Akteure sollen auf gesamtstädtischer Ebene zusammengebracht und unterstützt werden. In einem Kompetenzzentrum Begab ungsförderung sollen bereits vorhandene Angebote gebündelt und neue entwickelt w erden. In einer aktiven Netzwerkarbeit soll die Förderung von Kindern und J ugendlichen mit besonderen Begabungen gezielt verstärkt werden. Die Stadt Müns ter initiiert daher den Aufbau eines Kompetenzzentrums Begabungsförderung. IV. Das Kompetenzzentrum Begabungsförderung – ein Netzwerk für Münster Das Kompetenzzentrum Begabungsförderung erhält folgende Aufgaben: • Diagnose : Es werden Angebote zur Diagnostik besonderer Bega bungen entwickelt und koordiniert. Das Ziel ist eine indiv iduelle Förderplanung für Kinder und Jugendliche und eine Vermittlung in ents prechende Förderangebote. Die Beratung und Begleitung von Elt ern, Angehörigen und Lehrerinnen und Lehrern soll mit der diagnostischen Tätigkeit eng verzahnt werden. • Angebote : Das Kompetenzzentrum führt bereits bestehende För derangebote zu einem stadtweit transparenten Programm und vermi ttelt im Rahmen der Beratungstätigkeit Kinder und Jugendliche in für si e besonders geeignete Angebote. Darüber hinaus entwickelt es in enger Abs timmung mit allen Akteuren auch neue, zusätzliche Angebote, die die b isherigen Strukturen verbessern und ausbauen. Ziel ist eine bedarfsorien tierte, offene, flexible und verlässliche Angebotsstruktur. • Fortbildung : Das Kompetenzzentrum koordiniert, vermittelt und bietet Fortbildungsangebote für Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer an. Eine entsprechende Zertifizierung ist vorzusehen. • Qualitätssicherung : Das Kompetenzzentrum übernimmt es auch, die Qualitätsstandards für Angebote und Fortbildungen z u entwickeln und zu überwachen. Das Kompetenzzentrum wird als offenes Netzwerk alle r beteiligten Institutionen und Initiativen geführt. Die Koordination und fachliche Steuerung soll dabei in Kooperation zwischen der Stadt Münster und dem Inte rnationalen Centrum für 3 Begabungsforschung bei der Westfälischen Wilhelms - Universität angesiedelt sein. Die Stadt finanziert dabei die Tätigkeit einer päda gogischen, wissenschaftlichen Fachkraft beim ICBF, die diese Netzwerkarbeit koord inieren soll und fachlich die Entwicklung neuer Angebote unterstützen soll. Darüb er hinaus werden im Rahmen der Haushaltsplanberatungen Mittel zur Finanzierung solcher Angebote bereitgestellt. Die Ansiedlung der Netzwerkarbeit b eim ICBF kann es ermöglichen, auch in der pädagogischen Ausbildung befindliche St udierende an der Etablierung entsprechender Förderangebote zu beteiligen. Parall el wird im Rahmen der Gründung des Kompetenzzentrums die städtische Finan zierung von Strukturen, die lediglich Teilbereiche der Aufgaben des neuen Zentr ums abgedeckt haben, eingestellt. In dem Kompetenzzentrum soll ein möglichst breites Netzwerk von Akteuren und Betroffenen zusammengeführt werden. Neben der fachl ichen Koordinierung und Entwicklungsarbeit, die beim ICBF angesiedelt sein soll, ist dabei vor allem an folgende Institutionen und Akteure zu denken, die e ingeladen werden sollen, sich an der Netzwerkarbeit zu beteiligen: • die Schulpsychologische Beratungsstelle • weitere städtische Einrichtungen wie Volkshochschu le und Musikschulen • Erzieherinnen und Erzieher aus Kindertageseinricht ungen • Lehrerinnen und Lehrer aller Schulformen • engagierte Eltern • private Initiativen und Vereine zur Förderung beso nderer Begabungen. Mit dem Kompetenzzentrum für Begabungsförderung unt ernimmt Münster große Anstrengungen zu einer nachhaltigen und qualitative n Verbesserung der kommunalen Bildungslandschaft. Michael Jung Marianne Hopmann Udo Reiter Wolfgang Heuer Ralf Hubert Moritz von Schmeling Alexander Bercht Marianne Koch Anne Schulze Wint zler Anika Bergner Gaby Kubig-Steltig Joachim Tonn Beanka Ganser Kurt Pölling Beate Vilhjalmsson Philipp Gabriel Karsten Rahn Holger Wigger Anne Hakenes
Beschlussvorlage
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DER OBERBÜRGERMEISTER Amt für Schule und Weiterbildung Betrifft Antrag der SPD-Fraktion an den Rat Nr. 0002/2005 vom 31.01.2005 "Kompetenzzentrum Begabtenförderung für Münster - besondere Begabungen fördern" Beratungsfolge 21.09.2005 Hauptausschuss Entscheidung Beschlussvorschlag: Sachentscheidung Der Ratsantrag der SPD-Fraktion Nr. 0002/2005 vom 31.01.2005 „Kompetenzzentrum Begabtenförderung für Münster – besondere Begabungen stärker fördern” wird zur weiteren Beratung an den Ausschuss für Schule und Weiterbildung verwiesen. Begründung: Den beigefügten Ratsantrag hat der Rat der Stadt Münster in seiner Sitzung am 09.02.2005 an den Hauptausschuss verwiesen. Zu dem Anliegen wird folgendes berichtet: Im Rahmen der erweiterten Schulträgerschaft hat die Verwaltung vor Jahren und recht frühzeitig die Situation besonders begabter Kinder und Jugendlicher in den Blick genommen. Ausgangs- punkt waren seinerzeit Kinder und Jugendliche mit besonderen Begabungen, für die es schwierig war, angemessene schulische Angebote in den Schulen der Stadt zu entwickeln und die auf Grund dessen problematische Entwicklungen erlebten. Ein insgesamt verstärktes Interesse an Kindern und Jugendlichen mit besonderen Begabungen im allgemeinen und auch speziell in Müns- ter, hat im Laufe der Jahre verschiedenartige Initiativen und Bewegungen hervorgerufen. Dadurch ist in Münster eine interessante “Begabungslandschaft” entstanden. Die Verwaltung wird dem Aus- schuss für Schule und Weiterbildung über die verstärkten Möglichkeiten, besondere Begabungen zu fördern, berichten und die Möglichkeiten und Bedingungen für ein Kompetenzzentrum darstel- len. I.V. gez. Dr. Hanke Stadträtin Vorlagen-Nr.: V/0604/2005 Auskunft erteilt: Herr Dunkel Ruf: 492 40 80 E-Mail: DunkelL@stadt-muenster.de Datum: 26.07.2005 Öffentliche Beschlussvorlage
Beratungsverlauf (1)
Beschluss: mehrheitlich beschlossen
Zur SitzungOrte (1)
- Münzstraße 15
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Details
- Vorlagen-Nr.
- V/0604/2005
- Typ
- Vorlage
- Datum
- 28.07.2005
- Erstellt
- 06.10.2020 14:37